Im Rahmen der Unterrichtseinheit sollen die Schülerinnen und Schüler ihre sprachlichen Kompetenzen im Bereich Schreiben Texte situations- und adressatengerecht verfassen, anwenden und erweitern, indem sie, angeregt durch einen ganzheitlichen Zugang zum Thema Sommer, zeichnerisch eine Schreibidee entwerfen und diese unter Berücksichtigung der erarbeiteten Strukturen in einem Sommerelfchen umsetzen und vorstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Wir erfahren und beschreiben den Sommer
2. Wir lernen Elfchen kennen
3. Wir schreiben Sommerelfchen
4. Unsere Sommerelfchen kommen in die Werkstatt
5. Wir lesen aus unserem Gedichtbuch vor
Zielsetzung & Themen
Die Unterrichtseinheit zielt darauf ab, die Schreibkompetenzen von Schülerinnen und Schülern durch die produktive Auseinandersetzung mit der lyrischen Gedichtform des Elfchens im Rahmen des Sommerthemas zu fördern und eine lebendige Lese-Schreib-Kultur zu etablieren.
- Ganzheitlicher Zugang zum Thema Sommer als Schreibanlass
- Vermittlung der strukturellen Anforderungen der Gedichtform Elfchen
- Kreative Sprachförderung durch individuelle Assoziationsverarbeitung
- Binnendifferenzierung durch gestufte Unterstützungsmaterialien
- Integration von Planungs-, Schreib- und Überarbeitungsprozessen
Auszug aus dem Buch
Didaktisch-methodischer Schwerpunkt und Begründungszusammenhang
Das Elfchen ist ein von Jos van Hest entwickeltes, lyrisches Kurzgedicht, das sich aus elf Wörtern zusammensetzt und nach der Gesamtwortanzahl benannt ist (vgl. Schulz 1997: 77). Die Wörter verteilen sich auf fünf Verse und sind in einer festgelegten Struktur angeordnet. Der erste Vers wird aus einem Substantiv gebildet und stellt einen Gegenstand, einen Geruch, eine Stimmung oder ein Thema dar. Sowohl der zweite als auch dritte Vers beschreiben das Wort aus dem ersten Vers genauer. Der zweite Vers besteht dabei aus zwei und der dritte Vers aus drei Wörtern. Im vierten und längsten Vers des Elfchens werden in vier Wörtern die Gedanken des Verfassers geschildert, während sich der fünfte Vers wieder auf ein einzelnes Wort, ein Adjektiv, beschränkt, mit dessen Hilfe die Empfindung des Verfassers beschrieben und das Elfchen zusammengefasst wird (vgl. ebd.).
Das Kennen von Strukturen wie diesen ist im Lehrplan unter den literarischen Grundkenntnissen zusammengefasst, welche die Schüler:innen am Ende ihrer Grundschulzeit erlangt haben sollen (vgl. Weber 2018: 12). Neben der Kompetenzerwartung, unterschiedliche Texte lesen und unterscheiden zu können, wird zum Ende der Schuleingangsphase das situations- und adressatengerechte Verfassen eigener Texte anvisiert, zu welchem auch das Schreiben in Anlehnung an Kinderlyrik gehört (s. Lehrplan 2008: 29). Im Hinblick auf das Schreiben eines lyrischen Textes wie dem eines Elfchens kommt zusätzlich die Kompetenz des fantasievollen Umgangs mit Sprache zum Tragen (vgl. Lehrplan 2008: 23), da es sich hierbei um expressives, an Erlebnissen orientiertes und kreatives Schreiben handelt, das die schreibende Person in den Mittelpunkt stellt (vgl. Payrhuber 2009: 108), wodurch die Schüler:innen sowohl inhaltlich als auch sprachlich frei und kreativ tätig werden können (vgl. Ritter 2006: 23).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Wir erfahren und beschreiben den Sommer: Die Schülerinnen und Schüler erschließen sich den Sommer ganzheitlich durch Fantasiereisen und einen Sommerspaziergang, um ein themenspezifisches Wortfeld für das Schreiben zu generieren.
2. Wir lernen Elfchen kennen: Die Kinder erarbeiten die strukturellen Merkmale der Gedichtform Elfchen und erstellen einen Bauplan, der ihnen als Orientierungshilfe dient.
3. Wir schreiben Sommerelfchen: In der aktiven Schreibphase verfassen die Kinder unter Verwendung der zuvor erarbeiteten Schreibhilfen und eigenen Bildideen individuelle Elfchen.
4. Unsere Sommerelfchen kommen in die Werkstatt: Die Gedichtentwürfe werden strukturell und orthografisch überarbeitet, um sie anschließend auf Schmuckpapier für ein Gedichtbuch festzuhalten.
5. Wir lesen aus unserem Gedichtbuch vor: Die erstellten Werke werden innerhalb der Klasse und gegenüber Parallelklassen präsentiert, um die Arbeit der Kinder wertzuschätzen.
Schlüsselwörter
Elfchen, kreatives Schreiben, Sommer, Gedichtbuch, Grundschule, Schreibförderung, Lyrik, Schreibprozess, Binnendifferenzierung, Wortschatzarbeit, Schreibdidaktik, Sprachkompetenz, Unterrichtsplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtsplanung grundsätzlich?
Es geht um ein schriftlich ausgearbeitetes Unterrichtsvorhaben im Fach Deutsch, das darauf abzielt, Grundschüler der ersten Klasse in das kreative Schreiben von Elfchen zum Thema Sommer einzuführen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Felder sind die Förderung kreativen Schreibens, die Vermittlung von Textstrukturen (Elfchen-Bauplan) und die Anbahnung einer Lese-Schreib-Kultur durch die Erstellung eines gemeinsamen Klassen-Gedichtbuchs.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler ihre sprachlichen Kompetenzen erweitern, indem sie ihre persönlichen Assoziationen zum Sommer in die strukturierte Form des Elfchens übertragen.
Welche methodischen Ansätze werden verwendet?
Es wird eine Kombination aus assoziativen und angeleiteten Schreibverfahren genutzt, flankiert durch ganzheitliche Zugänge wie Fantasiereisen und visuelle Unterstützungssysteme.
Was wird im Hauptteil der Unterrichtsstunde behandelt?
Der Fokus liegt auf der individuellen Schreibphase, in der die Kinder auf Basis ihres persönlichen Clusters und unter Nutzung von Schreibhilfen ihr eigenes Sommerelfchen entwerfen und verschriftlichen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Elfchen, kreatives Schreiben, Ganzheitlichkeit, Binnendifferenzierung und Unterrichtsvorhaben definieren.
Wie werden leistungsschwächere Kinder (Delfin-Kinder) unterstützt?
Diese Kinder erhalten differenzierte Materialien wie Säckchen mit Silbenschrift-Wörtern und Bildern sowie zusätzliche Erklärungsphasen, um die Hürden beim Verschriftlichen zu minimieren.
Welche Rolle spielt das Klassentier „Ferdi“?
Ferdi dient als Identifikationsfigur, die Distanz zum Schreibprodukt schafft und durch das Einbringen von Negativ-Beispielen auf motivierende Weise Tipps zur Textverbesserung liefert.
Wie wird mit Rechtschreibfehlern umgegangen?
Es wird ein Fokus auf das Anwenden regelhafter Laut-Buchstaben-Zuordnungen gelegt, wobei Abweichungen teilweise toleriert oder zur Selbstkorrektur zurückgegeben werden, um den Fokus auf der kreativen Ausdrucksleistung zu halten.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Verfassen individueller Sommerelfchen zur Förderung des fantasievollen Umgangs mit Sprache. Unterrichtsentwurf Grundschule Deutsch Klasse 1, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1043514