Die Wehrmacht im NS-Staat


Hausarbeit (Hauptseminar), 2000

27 Seiten, Note: 1,7


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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Reichswehr und ihre Politik
2.1 Das Offizierskorps der Reichswehr
2.2 Politik der Reichswehr bis 1934

3 Die Rohm-Affäre
3.1 Die Sturmabteilung
3.2 Zuspitzung und Eskalation
3.3 Folgen der Affäre

4 Zeit zwischen den Krisen

5 Die B lo mb erg- Prit, sch- K r ise
5.1 Hitlers Expansionspläne
5.2 Verfehlungen der Reichswehrführer
5.3 Folgen der Krise

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis
7.1 Quellen
7.2 Literatur

Abbildungsverzeichnis

1 Spitzengliederung der Reichswehr am 1. August 1934 . .

2 Spitzengliederung der Wehrmacht ab dem 4. Februar 1938

1 Einleitung

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933 war die Reichswehr ein Machtfaktor, der sich auf eine eigene Verfassungsinstanz, den Reichspräsidenten berufen konnte. In dieser Zeit wurde dieses Amt noch dazu von Generalfeldmarschall Hindenburg ausgeübt, der für viele Deutsche eine Symbolfigur für eine national-konservative und nicht natio­nalsozialistische Politik darstellte. Nur durch den Reichspräsidenten war die Beteiligung der NSDAP an einer Reichsregierung möglich gewesen. Der ehemalige französische Botschafter in Berlin, André François-Poncet beschrieb die Situation rückblickend so:

„Zwei Institutionen stehen sich nunmehr gegenüber: die deutsche Armee und die nationalsozialistische Partei.[...] Es geht dabei um die Frage, wer im neuen deutschen Staat die beherrschende Rolle spielen wird, die Partei oder die Ar­mee.“1

Wie entwickelte sich das Verhältnis von Nationalsozialismus und Armee? Wie kam es dazu, daß sich die Militärführung, als Beispiel für eine tra­ditionelle, konservative Elite für die Ziele des Nationalsozialismus ein­spannen und unter dessen Vorherrschaft in einen verbrecherischen Krieg führen ließ?

Anhand der Fallbeispiele „Rohm-Affäre“ und „Blomberg-Fritsch-Kri- se“, die bedeutende Einschnitte in der Entwicklung darstellen, soll hier gezeigt werden, wie sich die Rolle des Militärs in Deutschland veränder­te. Der Machi verfall des Offizierskorps und der Zerfall der eigenständigen Institutionen der Armee sollen dargestellt und verdeutlicht werden.

Um sich ein Bild von der Armee zu machen, ist es sinnvoll, das Offi­zierskorps als deren Repräsentant zu betrachten. Hierbei muß zuerst der Blick auf der politische Haltung der Führungsschicht während der Zeit der Weimarer Republik liegen, da hier die Grundlagen für die Einstellung der Offiziere zum Nationalsozialismus angelegt sind.

2 Reichswehr und ihre Politik

2.1 Das Offizierskorps der Reichswehr

Das Offizierskorps der Reichswehr, 1935 offiziell in Wehrmacht umbe­nannt, als deren elitäre Führungsschicht, bestand zum größten Teil aus national-konservativen Vertretern der Oberschicht. Die führenden Ge­neräle und Offiziere waren während der wilhelminischen Zeit und im Ersten Weltkrieg sozialisiert worden. Sie orientierten sich am Selbst­verständnis des wilhelminischen Offizierskorps mit seinen preußischen Moral- und Normenvorstellungen. Hierzu gehörte unter anderem die enge Bindung zum Kaiser als Obersten Kriegsherren, die Überordnung alles Militärischen über das Zivile und die eigene Sonderstellung in der Nation als deren Repräsentant.2

Die Niederlage des kaiserlichen Deutschlands 1918 mußte bei solch ei­nem Selbstverständnis besonders traumatisierend wirken, und sie stürzte die militärische Elite in eine existenzielle Krise. Den Zerfall der Armee, die Flucht und Abdankung des Kaisers und Obersten Kriegsherren, den als schmachvoll empfundene Versailler Vertrag und den damit verbun­dene Verlust der Großmachtstellung des Deutschen Reichs konnten die Offiziere, wie auch die meisten anderen Deutschen innerlich nicht ak­zeptieren. Diese Faktoren erklären auch die Popularität der sogenann­ten „Dolchstoßlegende“, daß nämlich das deutsche Heer niemals im Feld geschlagen, sondern durch Niederlage an der „Heimatfront“, quasi per Dolchstoß, zur Aufgabe gezwungen worden sei.3

Personalpolitisch bedeutete der Versailler Vertrag mit seiner Auflage, das Heer von einer Stärke von 800 000 Mann am Ende des Krieges auf nun maximal 100 000 Mann zu reduzieren, eine Katastrophe für Berufssolda­ten. Das Offizierskorps mußte von 34 000 auf 4000 Soldaten schrumpfen, was den Betroffenen die Lebensgrundlage entzog. Viele der entlassenen Soldaten traten militanten, rechtsextremistischen, paramilitärischen Ver­bänden bei. Den verbliebenen Offizieren in der Reichswehr boten sich durch die Stellenreduzierungen sehr schlechte Aufstiegschancen.4

So herrschte bei den meisten Vertretern des Offizierskorps Verbitte­rung und Wunsch nach Revision der Friedensbedingungen vor, die von vielen als bedrückend, schmachvoll und ungerecht empfunden wurden und zudem noch von Vertretern der neuen politischen Ordnung ange­nommen worden waren. Ziel einer revisionistischen Politik sollte die Wie­derherstellung der deutschen Grofimachtstellung in Europa und des Pre­stiges des deutschen Offizierskorps sein. Um dies zu verwirklichen, dachte man an massive Aufrüstung und die Wiederherstellung der traditionel­len Wehr- und Führungsstruktur des deutschen Heeres. Auch die Ansicht, daß zur Wiederherstellung der deutschen Grofimachtstellung in Europa ein Krieg notwendig sei, war weit verbreitet.5

Viele Offiziere glaubten, ein demokratischer Parteienstaat sei den An­forderungen nicht gewachsen, die sich aus der schwierigen innen- und außenpolitischen Situation Deutschlands ergaben. Vielmehr hingen die Offiziere den Gedanken an einen autoritär geführten Staat nach, sei es nun eine Monarchie oder ein Staatsgebilde unter der Führung eines ehe­maligen Kriegshelden, wie Ludendorff oder Hindenburg.6

Aus der Ablehnung der Republik von weiten Teilen der Reichswehr, deren verfassungsmäßiger Bestandteil sie selbst war, ergab sich ein kon­fliktbeladenes Verhältnis. Alle Soldaten mußten einen Eid auf die Ver­fassung des Reiches leisten, sowie Gehorsam gegenüber dem Reichsprä­sidenten und den Vorgesetzten schwören.7 Die allgemeine Ablehnung der ungeliebten Republik drückte sich aber in der Art und Weise aus, daß man Verfassungsbruch innerhalb der Armee weithin als ein salonfähiges Kavaliersdelikt sah. Alan akzeptierte rechtmäßige Staatsverträge und Ge­setze nicht, wie z.B. den Versailler Vertrag oder den Locarno Vertrag. Beteiligung an ungesetzlichen Aktivitäten, wie dem „Kapp Putsch“ oder dem „Preufienschlag“ waren geduldet oder sogar erwünscht.8 Zu Beginn der Weimarer Republik unterstützten Reichswehroffiziere, wie der späte­re SA-Stabschef Rohm auch paramilitärische Verbände, deren politische Aktivitäten auf eine Abschaffung der Demokratie zielten. In politischen Schulungen der Reichswehr wurden antidemokratische Tendenzen und antisemitische Einstellungen geschürt.

Parteipolitisch gab es, obwohl die meisten Offiziere der Reichswehr eher der DNVP anhingen, durchaus Deckungsgleichheit in einigen grund­sätzlichen Punkten mit dem Programm der NSDAP. So wollte man auf beiden Seiten eine expansive Militärpolitik, die auf Revision der „Kne­belverträge“ nach dem Ersten Weltkrieg abzielte. Deutschland sollte zu neuer Größe erwachsen. Eine autoritäre Struktur mit einem auf absolu­ten Gehorsam fußenden, hierarchischem Führerprinzip waren Prinzipien, die man sowohl in der Reichswehr, wie auch in der NSDAP als notwendig erachtete. Sie galten sowohl für die jeweils eigene Organisation, als auch für den Staat als die geeignete Herrschaftsform.9

Der Machtwechsel von 1933 traf aus diesen Gründen in der Reichs­wehr auf breite Akzeptanz und Zufriedenheit. Er versprach die Erfüllung eigener Ziele, wie Revision von Versailles, Wiederherstellung der Groß­machtstellung Deutschlands und Aufwertung des Militärs. Mit dem Ziel einer massiven Aufrüstung, die Politik der Nationalsozialisten war, ver­band sich die Hoffnung auf bessere Beförderungsbedingungen in der Ar­mee und somit neben der Veränderung der Herrschaftsverhältnisse auch einen direkt spürbaren persönlichen Aufstieg.

2.2 Politik der Reichswehr bis 1934

Am 30. Januar 1933, zwei Stunden vor der Berufung Adolf Hitlers zum Reichskanzler, wurde von Blomberg vom Reichspräsidenten Hindenburg zum Reichswehrminister ernannt. Dies widersprach dem vom Gesetz vor­geschriebenen Ablauf und stellte einen Bruch der Verfassung dar. Blom­berg richtete am 1. Februar 1933 eine Kundgebung an die Reichswehr, in dem er festlegte, daß die Reichswehr unter seiner Führung ein über­parteiliches Machtmittel des Staates sein sollte.10 Am 3. Februar 1933 wiederholte er vor den Generälen der Reichswehr die Forderung nach Überparteilichkeit, brachte aber ebenso seine Sympathie für den Natio­nalsozialismus zum Ausdruck und erklärte, daß das neue Kabinett ein Ausdruck des breiten nationalen Wollens und die Verwirklichung dessen sei, was viele der „Besten“ seit Jahren angestrebt hätten. Seine Haupt­aufgaben lägen in der erwähnten Erhaltung der Überparteilichkeit, der Wehrhaftmachung des Volkes und dem Ausbau der Armee zu einem In­strument der nationalen Verteidigung.11

Hitler war in der Anfangsphase des Dritten Reiches sehr darauf be­dacht, das Wohlwollen der Streitkräfte zu erringen, weil er wußte, daß er gegen die Reichswehr niemals die absolute .Machi im Staat erreichen konnte. Sie war die mächtigste Institution, die nach dem Machtwechsel von 1933 noch intakt geblieben war. Durch keine politische Säuberungs­aktion geschwächt und einer eigenen Verfassungsinstanz, dem Reichsprä­sidenten direkt unterstellt, war sie ein Risikofaktor für Hitlers Bestrebun­gen, die totale Machi zu erreichen. Es war nicht auszuschließen, daß die Reichswehr versuchen würde, einen Militärputsch mit anschließender Mi­litärdiktatur oder der Wiedereinführung der Monarchií', durchzuführen, falls es zu einer Krise zwischen Regierung und Militär kommen sollte.12 So orientierte sich die Militärpolitik der NSDAP stark an den Bedürfnis­sen der Reichswehr. Die Führung der Armee zeigte sich denn auch sehr kooperationwillig.

Am 3. Februar 1933 sprach Hitler vor den Befehlshabern des Hee­res und der Marini' im Haus des Chefs der Heeresleitung von Ham- merschmidt-Erquord. Er gab Garantien, daß die Reichswehr das Waf­fenträger-Monopol in Deutschland behalten würde und keinen Einsatz nach Innen zu befürchten habe. Eine Verquickung mit der SA, am Vor­bild Italiens, sollte es nicht geben. Er versprach weiterhin eine rasche Aufrüstung, die Wiedereinführung der Wehrpflicht und die gesellschaft­liche Militarisierung sowie eine allgemeinen Stärkung des Wehrwillens. Durch Kampf gegen den Versailler Vertrag sollte die Wiederherstellung der Großmachtstellung Deutschlands durchgesetzt werden. Als innenpoli­tische Ziele wurden die „Ausrottung“ des Marxismus, die Beseitigung des „Krebsschadens“ Demokratie und straffste autoritäre Staatsführung fest­gelegt.13 In den meisten dieser Punkte, herrschte Einvernehmen zwischen Reichswehr- und NSDAP-Führung. So war auch der Großteil der anwe­senden Offiziere von Hitlers Ansprache außerordentlich befriedigt.14 Auch massive Aufrüstungsprogramm, welches Hitler direkt in Angriff nahm, er­weckte große Zustimmung bei der Reichswehrführung. Mit der Rücken­deckung der Reichsbank und dem Einsatz von Mefo-Wechseln wurde der Reichswehr über acht Jahre die Summe von 35 Milliarden Reichsmark zur Aufrüstung garantiert, statt der sonst üblichen 700 bis 800 Millionen Reichsmark.15

Hitler und die Reichswehrführung propagierte die sogenannte „Zwei- Säulen-Theorie“, daß der Staat nämlich auf zwei Säulen, Reichswehr und Partei basiere. Die nationalsozialistische Partei sei der alleinige politi­sche Willensträger der Nation, die Wehrmacht der einzige Waffenträger des Reiches.16 Allerdings wurde diese Theorie von beiden Seiten unter­schiedlich gesehen. So war die Reichswehrführung davon überzeugt, daß diese Theorie die Grundlage für den deutschen Staat sei und auch bleiben müsse. Der Dualismus von Politik und Militär, als zwei tragende Stützen, war traditionell die Grundlage des deutschen Staatswesens. Rückblickend auf preußische Traditionen und der Sonderstellung der Armee, war man von der Richtigkeit der „Zwei-Säulen-Theorie“ überzeugt.17 Für die Na­tionalsozialisten bedeutete diese Theorie jedoch ein eher zweckdienliches Mittel, um die Reichswehr in den NS-Staat einzubinden. Von ihrem We­sen her war die NS-Herrschaft jedoch angelegt, solch einen autonomen Machtfaktor, wie es die Reichswehr gerne gewesen wäre, auszuschalten. Für die NS-Bewegung war klar, daß es nur eine wirkliche Machi im Staate geben solle; die eigene.

Die von der Reichswehrführung verfolgte Politik der Kooperation mit den neuen Machthabern, schlug nach den Märzwahlen vom 5. März 1933 in offene Bündnispolitik um. Zeichen hierfür waren die Weigerung des Reichswehrministeriums drei Tage nach den Wahlen, die bayrische Lan­desregierung zu unterstützen, die sich nicht „gleichschalten“ lassen woll­te. Die BVP-Regierung hatte noch am 8. März 1933 die Zusicherung vom Reichspräsidenten Hindenburg erhalten, daß es keinen Reichskommissar in Bayern geben würde, der die rechtmäßige Regierung entmachten wür­de, so wie es in den anderen Reichsländern geschah. Die Landesregierung hatte gedroht, den Reichskommissar sofort zu verhaften, falls er nach Bayern käme und hatte die bayerische Polizei mobilisiert. Als die Wei­gerung der Reichswehrministeriums eintraf, die Landesregierung zu un­terstützen, brach der Widerstand Bayerns zusammen und die Regierung wurde durch eine nationalsozialistische ersetzt.18

Weitere Zeichen für die nun offene Bündnispolitik waren die Ein­führung der NS-Hoheitsabzeichen an den Uniformen der Soldaten vom 12. Februar 1934, die Einführung des „Arierparagraphen“ vom 20. Februar und ganz elementar die Zusammenarbeit der Reichswehr mit der SS und dem SD gegen die SA im Zuge der Röhm-Krise.

Grund für die Bündnispolitik der Reichswehr war die Überlegung, die Reichswehr könne am besten bei einem politischen Monopol der NSDAP die eigene Stellung behaupten. Alan wollte, wie andere Institutionen auch, durch Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten, die eigene Position erhalten. Dies erwies sich jedoch als ein kapitaler Fehler, da das entstehen­de, totalitäre Herrschaftssystem, welches durch solche Zusammenarbeit gestärkt wurde, später den Alachtverfall dieser Institutionen bewirkte.19 Es war aufgrund dieses Totalitätsanspruches der Natur nach darauf aus­gerichtet, jeden autonomen Alachtfaktor in Staat und Gesellschaft zu be­seitigen.20 Die „Zwei-Säulen Theorie“ war nur ein Alittel Hitlers, um sich das Wohlwollen der Streitkräfte zu sichern. Zu einem Zeitpunkt, der gün­stig schien, konnte dieser Theorie jederzeit zuwidergehandelt werden, wie dies bei den Auswirkungen der Röhm-Affäre und der Blomberg-Fritsch­Krise im folgenden deutlich wird.

3.Die Rohm-Affäre

3.1 Die Sturmabteilung

Die Anfänge der Sturmabteilung (SA) reichten bis ins Jahr 1920 zurück. Sie war als Saalschutz für größere Parteiversammlungen, um mit Stö­renfrieden fertigzuwerden, gegründet worden. Eine der Schlüsselfiguren der Organisation bei ihrem weiteren Ausbau war der Hauptmann der Reichswehr Ernst Rohm. Er war vor allem an ihrer paramilitärischen Seite interessiert, wohingegen Hitler versuchte, die SA vollständig in die Partei zu einzubinden.21 Latente Spannungen zwischen der SA und der Partei bestanden seit jeher, da sich die SA als Speerspitze der national­sozialistischen Bewegung sah, welche sich im Straßenkrieg aufopferte. Es herrschte ein starker Korpsgeist und die „Parteisoldaten“ geringschätzten die „Zivilisten“ innerhalb der Gauleitungen.

Der zwischenzeitig, als Militärberater in Bolivien verweilenden Ernst Rohm wurde der SA-Führung am 30. November 1930 in München von Hitler als neuer Stabschef vorgestellt und nahm am 5. Januar 1931 seine Tätigkeit auf. Er baute die SA zu einer straffen Organisation aus, die noch im Jahr 1931 von 88 000 Mitgliedern auf 260 000 anschwoll.22 Al­lerdings war die Sturmabteilung kein festgefügter homogener Block. Sie bestand vorwiegend aus Männern, die zwischen 18 und 30 Jahren alt waren. Die meisten von ihnen waren Jungarbeiter, Gesellen, Schüler und Studenten. Die Anzahl der früher vorherrschenden ehemaligen Freikorps­lern und Frontsoldaten fiel während der Zeit der Machtübernahme der NS-Bewegung unter die der ungedienten SA-Milgliedern zurück.23 Durch den massiven Anstieg der Mitgliederzahlen und die damit verbundene Änderung der Zusammensetzung der SA änderte sich auch das Image. Auf dem Lande trat man nicht mehr nur als Straßenkämpfer auf. Die SA wurde hier von vielen Bauernsöhnen als Alternative zu Schützen- und Sportvereinen gesehen. Viele dieser Jugendlichen traten der SA bei, die ihre Parteiarbeit hier oft auf die Teilnahme an Umzügen und Paraden beschränkte.24

„Unter Röhms Führung gewann die SA jedoch ihren Cha­rakter als paramilitärische Formation zurück, die nun um ei­niges furchterregender war als ihr Vorläufer Anfang der zwan­ziger Jahre. [...] [Ijndem er selbst auf dem ,Primat des Sol­dateni‘ bestand und eigene, 1931 noch unterdrückte Ambitio­nen zur Umwandlung der SA in eine Volksmiliz hegte, säte er Zwietracht für künftige Konñikte. Damit kündigten sich die Ereignisse an, die erst im Juni 1934 ihren Schlußpunkt fanden.“[25]

3.2 Zuspitzung und Eskalation

Bis zum Frühjahr 1934 waren die Mitgliederzahlen der Sturmabteilung auf 3 Millionen gestiegen. Viele der neuen SA-Mitglieder waren keine Par­teimitglieder mehr und im Sommer 1933 verstärkte sich der Zustrom an ehemaligen Anhängern von nun verbotenen Arbeiterparteien. Durch ihre Größe und Zusammensetzung wurde die SA von selbst zu einem Sam­melbecken von proletarischen Interessen und revolutionärer Hoffnungen. Es entstand der Eindruck, daß nach der Ausschaltung des linken Flügels der NSDAP 1930/31, vorwiegend in der SA die antikapitalistische und revolutionäre Seite der Bewegung fortlebe.26

„Der Volksmund verglich die SA mit einem Beefsteak:, au­ßen braun und innen roť [...]“27

Für Hitler hatte die SA bald nach der Machtübernahme aber ihren Zweck erfüllt. Ein weiteres Vorantreiben, der „nationalen Erhebung“ war nicht erwünscht. Die weitere Verwendung der SA blieb aber ungeklärt. Für Ernst Rohm war die „deutsche Revolution“ jedoch nicht zu Ende. Er schrieb im Juni 1933 in den Nationalsozialistischen Monatsheften, daß die SA und die SS ihren Kampf weiterführen und nicht auf halbem Wege der Revolution stehenbleiben würden. Für die nun viereinhalb Millionen Mann starke SA hatte die „Revolution“ gerade erst begonnen.28 Da viele der gehegten Wünsche auf Machi und Posten, gerade bei unteren SA- Mitgliedern nach der Machtergreifung nicht erfüllt worden waren, fielen Röhms Äußerungen über eine „zweite Revolution“ hier auf fruchtbaren Boden. Seine Popularität innerhalb der SA überstieg 1933 die Hitlers.29

Zu erheblichen Konflikten mit der Reichswehr mußte führen, daß Rohm plante, die SA zu einer Volksmiliz auszubauen. Er deutete eben­falls an, daß ein SA-Ministerium eingerichtet werden sollte und daß er Ambitionen hatte, das Reichswehrministerium zu übernehmen. Beson­ders die geplante Ausrüstung der SA mit schweren Waffen beunruhigte die Reichswehrführung stark.30

„Das Waffenmonopol indessen war das Kernelement der Machtstellung der Reichswehr und ihres Anspruchs, gleichbe­rechtigter Partner des angeblich auf zwei Säulen beruhenden Regimes zu sein. Jede auch noch so theoretische Infragestel­lung dieses Monopols mußte daher die Politik der militäri­schen Führung in ihrem Zentrum treffen. Der Stabschef der SA, Ernst Rohm, hatte aber genau dies zum Ziel: die Beseiti­gung des Waffenmonopols und damit der politischen Macht- posotion der Streitkräfte.“31

Die Reichswehrführung versuchte nun wegen des drohenden Konfliktes, Hitler auf ihre Seite zu bringen, und so läßt sich vermutlich auch die von ihr selbst initiierte Einführung der NS-Hoheitsabzeichen und des „Arier­paragraphen“ erklären.32 Im Februar 1934 erließ die Reichswehrführung Richtlinien für die Zusammenarbeit zwischen der Reichswehr und der SA, als Reaktion auf offene Forderungen Röhms, der SA die nationale Verteidigung zu überlassen. Hier wurde gefordert, daß die SA während einer Übergangszeit unter anderem für die vormilitärische Ausbildung von Soldaten und im Bereich der Grenzschutzes eingesetzt werden sollte. Einziger „Waffenträger“ der Nation jedoch sollte die Reichswehr bleiben.33 Hitler kam diesen Forderungen des Reichswehrministers Blomberg nach und verfügte, daß sich die SA seinem Willen beugte. Dies bedeutete eine völlige Absage an Röhms Pläne. Hitlers Plan war der Aufbau eines gut ausgebildeten, mit modernsten Waffen ausgerüstetes Angriffsheer, daß in fünf Jahren verteidigungs- und in acht Jahren angriffsfähig sein müsse. Hierfür war seiner Meinung nach die SA nicht tauglich.34

Es blieb bei der gespannten innenpolitischen Lage. Hitler ließ nun die SA-Aklivilälen überwachen. Nicht nur die Reichswehrführung unter Blomberg, sondern auch andere NS-Gröfien standen im Konflikt mit der SA. So wollte Göring die SA in Preußen loswerden, da sie ihm zu mäch­tig wurde, obwohl er sie selbst als Hilfspolizei im Februar 1933 eingesetzt hatte. Himmler und Heydrich waren an einer unabhängigen SS interes­siert, die bis dahin noch der SA untergeordnet war und Parteigrößen wie Bormann und Heß fühlten sich und die Partei dadurch bedroht, daß in der SA die Auffassung der Überordnung des Militärischen über das Poli­tische vorherrschte. Schließlich sah Hitler selbst in Rohm einen Rivalen, der zu mächtig geworden war. Er bedrohte nicht nur die Kooperation mit der Reichswehr, sondern war auch machtpolitisch innerhalb der NSDAP eine Gefahr geworden. Bei dem Schlag, der gegen die SA bald erfolgen sollte, arbeiteten diese Kräfte aus durchaus unterschiedlichen Motiven zusammen.

Ein weiterer Faktor, der die Lage 1934 zuspitzte, war die erstarkende konservative Kritik am Regime und der aufkeimende Widerstand. Kon-servative Kreise um die Kanzlei des Vizekanzlers von Papen, glaubten, daß sie die innenpolitischen Spannungen nutzen könnten, um die Reichs¬wehr zum Eingreifen gegen die SA zu bewegen und dieses Eingreifen zu einem Militärputsch auszuweiten. Edgar Jung, der Redenschreiber für Papen war hierbei die Hauptfigur. Es sollte eventuell sogar die Monarchie wiederhergestellt werden, wofür der Reichspräsident Hindenburg gewon¬nen werden sollte. Die konservativen Kritiker täuschten sich aber, denn im weiteren Verlauf der Krise wurde sichtbar, daß die Reichswehrführung zu Hitler stand.

Ein weiterer Faktor, der die Lage 1934 zuspitzte, war die erstarkende konservative Kritik am Regime und der aufkeimende Widerstand. Kon­servative Kreise um die Kanzlei des Vizekanzlers von Papen, glaubten, daß sie die innenpolitischen Spannungen nutzen könnten, um die Reichs­wehr zum Eingreifen gegen die SA zu bewegen und dieses Eingreifen zu einem Militärputsch auszuweiten. Edgar Jung, der Redenschreiber für Papen war hierbei die Hauptfigur. Es sollte eventuell sogar die Monarchie wiederhergestellt werden, wofür der Reichspräsident Hindenburg gewon­nen werden sollte. Die konservativen Kritiker täuschten sich aber, denn im weiteren Verlauf der Krise wurde sichtbar, daß die Reichswehrführung zu Hitler stand.35 36

Im Juni 1934 kam es zur Eskalation. Hitler entschloß sich zu han­deln. Der SD und die Gestapo hatten mit Hochdruck daran gearbeitet, Nachrichten über einen bevorstehenden SA-Putsch zu sammeln und am 25. Juni wurden SS- und SD-Führer von Himmler und Heydrich infor­miert, welche Maßnahmen im Falle eines SA-Aufstands zu treffen seien. Die Reichswehrführung, die geschlossen ein Vorgehen gegen die SA be­fürwortete, stellte der SS, die nicht als Bedrohung gesehen wurde, Waffen und Transportmittel zur Verfügung. Am 26. Juni ging ein vermutlich ge­fälschter Befehl Röhms zur Bewaffnung der SA für einen Angriff gegen die Reichswehr ein. Am 28. Juni vereinbarte Hitler telefonisch mit Rohm ein Treffen für den 30. Juni mit ihm und den wichtigsten SA-Führern. Am 29. Juni fuhr er nach Bad Godesberg und bekam im Hotel telefonisch Meldungen über Unruhen der SA zugespielt. Der Aufstand stünde kurz bevor.37 Tatsächlich rebellierten nur einige Gruppen von SA-Leu len in verschiedenen Teilen Deutschlands. Sie wollten nicht wirklich einen Um­sturz anzetteln, sondern ihnen waren Gerüchte um einen bevorstehenden Schlag gegen die SA zu Ohren gekommen. Der größte Aufmarsch war in München zu verzeichnen, wo 3000 SA-Männer demonstrierten.38

Hitler brach nachts mit dem Flugzeug auf, um nach München zu fliegen. Im bayrischen Innenministerium erklärte er den dortigen SA-Be­fehlshabern denen man die Rangabzeichen von den Uniformen gerissen hatte, daß sie verhaftet seien und erschossen würden. Daraufhin wollte er nicht auf die Ankunft von den alarmierten SS-Truppen warten, son­dern sofort nach Bad Wiessee aufbrechen, wo Rohm und seine Männer übernachteten.39

„Gegen halb sechs startet Hitler mit drei Wagen nach Bad Wiessee. [...] [D]ie [SS-]Kolonne ist noch unterwegs, als Hit­lers Konvoi vor dem Kurheim Hanselbauer vorfährt. Som­merliche Morgenstille liegt über dem Tal. Die ,Verschwörer schlafen noch. Bewaffnete Polizeibeamte und SS-Leute stür­men das unbewachte Gästehaus, und Augenblicke später sieht sich Rohm einer Suada seines brüllenden, mit einer Pistole herumfuchtelnden , Führers ‘ ausgesetzt, der ihn für verhaftet erklärt. [...] Der Überfall nach Maha-Manier ist eine Sache von Minuten.“40

Am selben Tag wurden weitere wichtige SA-Führer am Münchner Haupt­bahnhof verhaftet. Doch Hitler ließ es nicht bei einer Aktion gegen die SA-Führung, sondern weitete sie zur Ausschaltung von reaktionären Re­gimekritikern und Gegnern der NSDAP aus. Im ganzen Reich wurden Menschen verhaftet, gefoltert und getötet. Alan beglich alte Rechnungen und entledigte sich unbequemer Kritiker. Schätzungsweise 100 Personen
wurden Opfer der Mordaktionen vom 30. Juni bis 2. Juli 1934. Unter ihnen befanden sich auch Edgar Jung, von Bose und Gregor Strasser, sowie die Generäle von Schleicher und von Bredow.41 Ernst Rohm wurde am 1. Juli im Gefängnis erschossen, nachdem man ihm einen Selbstmord nahegelegt, er diesen aber nicht verübte.

Am 2. Juli wurde das offizielle Ende der Säuberungsaktion erklärt und die Polizei wurde angewiesen, alle Akten hierüber zu verbrennen. Am 3. Juli informierte Hitler das Kabinett über die angebliche Verschwö­rung und seine Aktionen, eine „Rebellion“ niederzuschlagen. Er bat das Kabinett um die Annahme eines Entwurfs für ein Staatsnotwehrgesetz mit dem Wortlaut:

„Die zur Niederschlagung hoch- und landesverräterischer Angriffe am 30. Juni, 1. und 2. Juli 1934 vollzogenen Maß­nahmen sind als Staatsnotwehr rechtens.“42

Das Kabinett nahm den Vorschlag an und so wurden die politischen Morde der später sogenannten „Nacht der langen Messer“ der juristischen Verfolgung entzogen.

3.3 Folgen der Affäre

Der Reichswehrminister hatte schon am 1. Juli 1934 in einem Erlaß an die Wehrmacht, Hitler in im Namen der Streitkräfte gedankt und auf die ent­schlossene, soldatische Vorgehensweise Hitlers hingewiesen.43 Trotz der Tatsache, daß sich zwei Reichswehrgeneräle unter den Opfern befanden, sah man in der Aktionen einen Erfolg der Reichswehr. Schließlich hat­te man sich gegen die SA durchgesetzt. In den Augen der Reichswehr­führung hatte Hitler ihre Machtposition durch Ausschaltug der Rivalin erhalten und sogar gestärkt. Dies band sie enger an Hitler. Auch die eigene Verstrickung der Reichswehr, durch die an die SS gelieferten Waf­fen und Transportmöglichkeiten, machte eine nachträgliche Distanzie­rung unmöglich. Für die Reichswehrführung verfolgte Hitler eine Politik ganz nach ihren Wünschen. Sie übersah hierbei jedoch, daß sie immer ab­hängiger von Hitler wurde und von einer aktiven Machtposition in eine Helferrolle abglitt.44

Zwar hatte die Reichswehr über die SA triumphiert, aber die Röhm- Affäre bedeutete auch die Schaffung der unabhängigen SS, die schon bald das Waffenträgermonopol und die gesellschaftliche Eliteposition der Reichswehr in Frage stellen sollte. Am 20. Juni wurde die Unterordnung der SS unter die SA aufgrund der „großen Ver- und treuen Dienste“ der SS im Zusammenhang mit den Ereignissen um den 30. Juni aufgehoben. Sie war ab jetzt nur noch Hitler allein rechenschaftspflichtig.

Der schon längere Zeit schwerkranke Reichspräsident Hindenburg, lag im Sterben. Hitler besuchte ihn am 1. August 1934 und überzeugte sich hiervon. Daraufhin ließ er ein Gesetz ausarbeiten, nachdem bei Hinden- burgs Tod, das Amt des Reichspräsidenten mit dem des Reichskanzlers vereinigt werden sollte. Alle Minister Unterzeichneten dieses Gesetz, wo­nach Hitler „Führer und Reichskanzler“ wurde.45 Durch eine Volksabstim­mung am 19. August, in der 89,9% der Abstimmungsberechtigten dafür stimmten, wurde es plebiszitär untermauert. Auch der Reichswehrmini­ster von Blomberg unterschrieb das Gesetz, womit auch die Reichswehr formal Hitler unterstellt wurde und ihre eigene Verfassungsinstanz, der Reichspräsident, abgeschafft wurde. Die Reichswehrführung sah dies aber nicht als Grund zur Sorge, sondern dachte, Hitler würde dadurch stärker an die Streitkräfte gebunden. Hitler hatte sich in ihren Augen als loya­ler Bündnispartner erwiesen und war entschlossen gegen jene Teile der NS-Bewegung vorgegangen, die die Position der Armee in Frage stellten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Spitzengliederung der Reichswehr am 1. August 193446

Im Zuge der Umstrukturierungsmaßnahmen entwarf Blomberg auch eine neue Eidesformel für die Vereidigung von Reichswehrsoldaten, die nun nicht mehr auf den Reichspräsidenten und die Verfassung schworen, son­dern auf den „Führer“ persönlich. Durch diese neue Eidesformel sollte ebenfalls die Bindung Hitlers an die Streitkräfte gestärkt werden. Einige Militärs sahen hier die Rückkehr zu den Beziehungen, wie sie früher zwi­schen Armee und Kaiser herrschten, andere Offiziere sahen ihn kritisch, die meisten machten sich aber kaum Gedanken über die Auswirkungen.47

„Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, daß ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam lei­sten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für die­sen Eid mein Leben einzusetzen.“48

Dieser Eid bezeichnet den symbolischen Moment, an dem sich die Reichs­wehr an den Führer kettete.49 Die „Zwei-Säulen-Theorie“, die Hitler und die Reichswehrführung vertraten, wurde durch die Ereignisse im Zuge der Rohm-Affäre schon ein Jahr nach der Machtergreifung entscheidend untergraben. Mit der Eigenschaft als Reichskanzler und Oberster Führer der Wehrmacht, war Hitler nun Repräsentant beider Säulen geworden. Auch wenn einige Offiziere glauben mochten, daß diese Konstellation an die frühere Stellung des Kaisers erinnerte, war jedoch klar, daß dies für die Reichswehr einen deutlichen Machtverlust darstellte. Es gab für die deutsche Militärelite schon jetzt keine Möglichkeit mehr, eine eigenstän­dige und politisch bedeutsame Rolle zu spielen, da ihr die eigene institu­tioneile Spitze genommen worden war.50 Zwar bestanden noch Reste, des einstigen Dualismus der Institutionen von Politik und Militär, doch war ein erster, entscheidender Schritt getan, der zum starken Machi vería 11 des Militärs in der Zeit des Nationalsozialismus beitrug. Die letzten Reste der übriggebliebenen Strukturen sollte Hitler 1938 mit den Umformungen der Militärinstitutionen nach der Blomberg-Fritsch-Krise auflösen.

4 Zeit zwischen den Krisen

Die Zeit von der Röhm-Affäre 1934 bis zur Blomberg-Fritsch-Krise 1938 war geprägt von einer Politik, die bei den meisten Mitgliedern des Of­fizierskorps der Reichswehr auf Zustimmung stieß. Hitler erschütterte durch einen Nichtangriffspakt mit Polen 1934 das französische Bündnis­system und schloß mit England 1935 ein Flottenabkommen, welches den Versailler Vertrag untergrub. 1936 erfolgte ein Abkommen mit Österreich, welches die freundschaftlichen Beziehungen wiederherstellte. Ebenfalls in diesem Jahr wurde die Achse Italien-Berlin verkündet und der „Anti­kominternpakt“ zwischen Japan und dem Reich geschlossen, dem 1937 Italien beitrat.

1935 wurde nach einer Volksabstimmung das Saarland wiedereinge­gliedert und die allgemeine Wehrpflicht wiedereingeführt. 1936 besetz­ten deutsche Truppen das entmilitarisierte Rheinland, welches die völlige Außerkraftsetzung des Versailler Vertrages bedeutete. Gerade diese risi­koreiche und vertragliche Bindungen verletzende, aggressive Außenpoli­tik wurde gemeinhin als stark, entschlußkräftig und mutig gesehen. Die Reichswehrführung, sowie der größte Teil der Bevölkerung Deutschlands begrüßte sie euphorisch. Der Rückhalt der Nationalsozialisten, die die Er­eignisse propagandistisch für sich nutzten und insbesondere Hitlers, dem die „Erfolge“ zugesprochen wurden, war in Deutschland beträchtlich.

Die massive Aufrüstung mit dem Ziel, 1940 ein Angriffsheer von 102 Divisionen zur Verfügung zu haben, erfüllte die von der Reichswehrfüh­rung gehegten Wünsche nach Wiederwehrhaftmachung Deutschlands, der Wiederherstellung des Prestiges des deutschen Offizierskorps und ver­sprach nicht zuletzt phantastische Beförderungsbedingungen. Als es star­ke wirtschaftliche Probleme wegen der Aufrüstung gab und die Frage auftauchte, ob mehr Devisen für den Import für Waren, die dem zivilen Inlandskonsum zugute kommen sollten, oder für die Aufrüstung ausgege­ben werden sollte, entschied sich Hitler für das Primat der Aufrüstung. Die Reichswehrführung wähnte Hitler eingebunden in ihre Sache.51

Über diese Zeit gab 1945 der inhaftierte frühere Reichswehrminister Blomberg zu Protokoll: „Bis Hitler in die Periode der aggressiven Politik eintrat - mag man das ab 1938 oder ab 1939 rechnen, hatte das deut­sche Volk keinen entscheidenden Grund zur Gegnerschaft [...] am wenigsten wir Soldaten. Er hatte uns nicht nur wieder eine angesehene Stellung im Leben des deu tschen Volkes gegeben, hatte alle Deutschen von dem befreit, was wir als Schmach durch den Vertrag von Versailles empfanden, sondern die Auf­rüstung, die nur durch Hitler zustande gekommen konnte, hatte den Soldaten einen größeren Wirkungskreis, Beförde­rung und vermehrtes Ansehen gebracht.“52

5 Die Blomberg-Fritsch-Krise

5.1 Hitlers Expansionspläne

Am 5. November 1937 hielt Hitler eine Konferenz in der Reichskanzlei ab, an der der Kriegsminister Blomberg, die Chefs des Heeres Fritsch, der Luftwaffe Göring und der Marine Raeder, sowie der Außenminister von Neurath und Hitlers militärischer Adjutant Hoßbach teilnahmen. Von dieser Konferenz sollte eigentlich kein offizielles Protokoll aufgenommen werden, aber Hofibach machte sich Notizen. Diese Besprechung war ur­sprünglich als Konferenz gedacht, um Streitigkeiten wegen der Rohstoff­verteilungen für die Aufrüstung zwischen den Teilstreitkräften zu klären. Hitler jedoch nutzte die Zusammenkunft zur Vorstellung seiner zukünf­tigen Außenpolitik.53

Im Mittelpunkt stand sein Plan zur Lösung des deutschen „Raum­problems“. Hitler stellte seine Pläne vor, gegen Österreich und die Tsche­choslowakei miliärisch vorzugehen und dabei einen Krieg mit den West­mächten Frankreich und England bewußt in Kauf zu nehmen.54

Bis auf Raeder reagierten alle Anwesenden unruhig und besorgt auf die Ankündigungen Hitlers. Sie kritisierten Hitlers militärische Analyse und waren besorgt über die Leichtsinnigkeit, mit der Hitler, ihrer An­sicht nach, auf einen Konflikt mit England oder Frankreich zusteuerte. Die Tatsache, daß eine expansionistische Außenpolitik betrieben werden sollte, wurde jedoch akzeptiert. Alan hielt es für selbstverständlich, daß irgendwann eine Annexion Österreichs und die Zerstörung der Tschecho­slowakei vorgenommen werden würde. Die Befürchtung war jedoch, daß eine bewaffnete Auseinandersetzung mit Großbritannien und Frankreich, Deutschland in eine Katastrophe stürzen könnte.55

Da im Laufe der Blomberg-Fritsch-Krise die Kritiker Hitlers, Blom­berg, Fritsch und Neurath entlassen wurden, existiert die These, daß die Ereignisse in direktem Zusammenhang mit dieser Besprechung am 5. November 1937 standen. Diese These läßt sich allerdings in dieser Form nicht belegen.56

Der im folgenden geschilderte Skandal Blombergs kam für Hitler über­raschend, jedoch ist die Verwicklung Fritschs in die sich ausweitende Af­färe möglicherweise darauf zurückzuführen, daß Hitler schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken gespielt hatte, Fritschs Position zu schwächen. Fritsch war eine führende Gestalt der preußischen Aloralvorstellungen innerhalb der Wehrmachtsführung geworden. Er stellte für viele hohe Offiziere eine Gegenfigur zu Hitler dar, die für eine verantwortungsbe­wußte Politik stand. So war die Ausweitung der Krise vermutlich bewußt gesteuert, um sich Fritschs zu entledigen. Hinzu kam noch, daß nach dem Sturz Blombergs, Göring Ambitionen auf den Posten des Kriegs­ministers hatte. Normalerweise wäre Fritsch der Nachfolger Blombergs geworden. Göring handelte so ebenfalls aus Eigeninteresse, als er Hitler den Gestapo-Bericht mit belastendem Material über Fritsch übergab, der für die Diskreditierung von Fritsch sorgte.57

5.2 Verfehlungen der Reichswehrführer

Am 12. Januar 1938 heiratete Kriegsminister Blomberg die 35 Jahre jün­gere Marga rei he Gruhn. Er hatte bei Hitler, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht um Erlaubnis gebeten und diese bekommen, sowie das Ver­sprechen, daß Hitler und Göring Trauzeugen werden würden. Die Feier fand im Kriegsministerium statt. Bald darauf wurde bekannt, daß die jetzige Frau Blomberg früher pornographische Photos von sich hatte ma­chen lassen und bei der Polizei als Prostituierte registriert war. Hitler war schockiert und wollte, daß die Ehe möglichst schnell annulliert wer­den sollte. Blomberg jedoch weigerte sich und traf am 27. Januar 1938 mit Hitler zu einer Aussprache zusammen. Das Ergebnis war, daß Blom­berg ein Jahr in Italien verbringen und eine Abfindung von 50000 Mark, sowie die volle Pension als Feldmarschall bekommen sollte. Einen Tag später reiste das Paar ab.58

Auch den Chef der Heeresleitung Fritsch sollte bald sein Schicksal er­eilen. Im Zuge der Aufregung um den Kriegsminister, ließ Hitler eine alte Akte über Fritsch wieder ausgraben. In dieser Akte waren Informationen über den General gesammelt, die seine angebliche Homosexualität dar­legten. Nach einer zweifelhaften Gegenüberstellung mit einem Berliner Strichjungen, entzog Hitler Fritsch das Vertrauen. Justizminister Gürt- ner wurde beauftragt,ein juristisches Gutachten anzufertigen. Dieses fiel vernichtend für Fritsch aus, jedoch bestand Gürtner auf eine ordentli­chen Verhandlung des Falles vor einem Militärgericht. Am 3. Februar forderte Hitler Fritsch zum Rücktritt auf. Am 18. März fand seine Ge­richtsverhandlung statt, die zum Ergebnis hatte, daß Fritsch Opfer einer Verwechslung gewesen sei.59 Öffentlich rehabilitiert wurde er jedoch nie.

5.3 Folgen der Krise

Hitler gelang es, die Krise zum Ausbau seiner eigenen Machtposition zu nutzen. Es mußte über die Nachfolge der beiden Generäle entschieden werden und Hitlers Weg aus der Krise bestand darin, selbst die Wehr­machtsführung zu übernehmen. Blomberg hatte während seiner letzten Aussprache mit Hitler, diesbezüglich Vorschläge gemacht. Am 4. Febru­ar erging ein Erlaß Hitlers an die Führung der Wehrmacht, in dem er schrieb:

„Die Befehlsgewalt über die Wehrmacht übe ich von jetzt an unmittelbar persönlich aus.“60

Als weitere Umstrukturierungen wurde hier verkündet, daß das ehemali­ge Wehrmachtsamt im Reichskriegsministerium nun in „Oberkommando der Wehrmacht“ umbenannt wurde. Es sollte als Hitlers unmittelbarer Stab unter seinen direkten Befehl treten sowie die Geschäfte des Reichs­kriegsministeriums übernehmen.61 Das neugegründete Oberkommando der Wehrmacht übernahm der ehemalige Chef des Wehrmachtsamtes Keitel. Er sollte als einziger Berater Hitlers in Fragen der Wehrmacht fungieren. Neuer Oberbefehlshaber des Heeres wurde Brauchitsch, der versprach, beim Heer auf eine besser Einstellung zum Nationalsozialis­mus hinzuarbeiten. Auch der Reichsaußenminister wurde ausgewechselt. An die Stelle von Neurath, der sich auf der Besprechung vom 5. November 1937 noch kritisch gegen Hitlers Außenpolitik ausgesprochen hatte, trat nun der treu ergebene und in seiner Kriegslüsternheit Hitler fast noch übertreffende Ribbentrop.62 Im Zuge der Umstrukturierung der Wehr­machtsführung wurden zwölf Generäle nebst Blomberg und Fritsch ent­fernt, 51 andere Positionen wurden neu besetzt.63

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Spitzengliederung der Wehrmacht ab dem 4. Februar 193864

Am 5. Februar 1938 berichtete Hitler den versammelten Generälen von den Verfehlungen der obersten Befehlshaber, gleichzeitig stellte er die Neuordnung der Wehrmacht vor. Die Offiziere waren niedergeschmettert und wie gelähmt. Sie erhoben keine Einwände gegen die Maßnahmen, da die von Hitler dargelegten Verfehlungen der obersten Militärführer Blom­berg und Fritsch sehr schwerwiegend schienen. Diese für die damaligen Moralvorstellungen sittlichen Entgleisungen der beiden Offiziere fielen auf die gesamte Führung der Wehrmacht zurück. Sie machten es den Ge­nerälen unmöglich, die Reaktionen Hitlers, der von einem moralischen Standpunkt aus argumentieren konnte, zu kritisieren, und die meisten von ihnen waren der Meinung, daß Hitler nicht anders hätte handeln können.65

„In einem entscheidenden Augenblick hatte die Aushöh­lung des Moralkodex im Offizierskorps durch seine führenden Vertreter die Autorität der militärischen Führung geschwächt und dadurch Hitlers Stellung beträchtlich gestärkt“66

Am 20. Februar 1938 sprach Hitler vor dem Reichstag. Er bekräftigte seine „Zwei-Säulen-Theorie“, stellte aber klar, daß jeder, der in Deutsch­land eine Führungsposition innehätte, ein Nationalsozialist sei.67

Hitler hatte durch die Umstrukturierung der Wehrmachtsführung sei­ne Machtposition wesentlich ausgebaut. Er besaß nun die totale Vorherr­schaft im zivilen, wie auch im militärischen Bereich. Hitler dem nomi­nellen Oberbefehl über die Armee, den er seit 1934 innehatte, kam nun auch der tatsächlichen Oberbefehl hinzu. Er hatte die Schwäche des Offi­zierskorps der Wehrmacht im entscheidenden Zeitpunkt genutzt und die­ses hatte seiner eigenen Entmachtung ohne Widerspruch zugestimmt.68 Die „Zwei-Säulen-Theorie“ war bedeutungslos geworden und die Wehr­machtsführung war zu einer rein funktionalen Elite herabgesunken. Zwar hatten Partei und Wehrmacht unterschiedliche Aufgabenfelder, waren aber unter Hitlers absoluter .Machi zusammengefaßt. Durch die Domi­nanz Hitlers im militärischen Bereich, bestand keine Möglichkeit mehr, daß die letzte, zumindest teilweise eigenständige, nicht-nationalsozialisti­sche Institution, die Wehrmacht, noch mäßigend auf ihn einwirken konn­te.69

6 Fazit

Anhand der vorliegenden Ausarbeitungen wird deutlich, daß die „Röhm- Affäre“ und die „Blomberg-Fritsch-Krise“ bedeutende Einschnitte in der Entwickung des Verhältnisses von Armee und NS-Staat darstellen. War die Reichswehr am Anfang der NS-Zeit noch eine relativ unversehrte Institution, die von traditionell konservativen und nationalen Offizieren vertreten wurde, so stellen diese zwei Krisen mit ihren Folgen deutlich den Machi verfall dar, den die deutsche Armee erlitt. Vor diesen Krisen herrschte zwar Übereinstimmungen in einigen Zielen zwischen National­sozialisten und konservativen Reichswehrvertretern, doch hatte man sich scheinbar auf den Status der „Zwei-Säulen“Theorie“ verständigt, der Par­tei und Armee als zwei unabhängige Stützen des Staates festlegte.

Schon nach der „Rohm-Affäre“ geriet dieser Status ins wanken. Durch die Einbindung der Reichswehr in Ziele des Nationalsozialismus, durch die Abschaffung des Amts des unabhängigen Reichspräsidenten und der Vereidigung der Reichswehr auf den „Führer und Reichskanzler“ Adolf Hitler, konnte von einer unabhängigen Säule Reichswehr, keine Rede mehr sein. Teils wurde diese Entmachtung durch die Hilfe von willfähri­gen Reichswehrführern begünstigt, die durch eine pro-nationalsozialisti­sche Politik versuchen wollten, eine relative Unabhängigkeit der Armee zu erhalten, teils war der Machtverlust durch bewußtes agieren der Na­tionalsozialisten zustande gekommen.

Die „Blomberg-Fritsch-Krise“ mit ihren Folgen, stellt einen weiteren großen Schritt dar, der die mittlerweile in Wehrmacht umbenannte Ar­mee weiter entmachtete. Durch geschicktes Ausnutzen der Schwäche der führenden Wehrmachtsvertreter im Augenblick der Krise, gelang es Hit­ler, die Wehrmacht politisch weiter zu schwächen, seine eigene Position jedoch erheblich zu stärken. Die Umstrukturierungen im Zuge der Kri­se zeigen, daß die Wehrmacht nunmehr ein abhängiges Instrument in den Händen der Nationalsozialisten war. Die oftmals beschworene„Zwei- Säulen-Theorie“ hatte sich als Instrument erwiesen, daß aus machtpo­litischem Kalkül Hitlers dazu diente, die Wehrmachtsführung über den Machtverlust zu täuschen. Sie war zweckdienlich gewesen, solange man mit ihr die Reichswehr/Wehrmacht zufriedenstellen konnte. Als sich je­doch die Möglichkeit bot, die eigenen Machtpositionen auf Kosten der „unabhängigen,, Säule Armee zu stärken, war man von Seiten der NSD­AP nur allzu schnell bereit, die Grundsätze der Theorie über Bord zu werfen. Nach der „Blomberg-Fritsch-Krise,, war dieses Staatsverständnis bedeutungslos geworden.

Die Umformung der einstigen traditonellen, konservativen, deutsch­nationales Elite der Armeeführung in eine rein funktionale Elite, einge­bunden in und untergeordnet unter die Politik der Nationalsozialisten war vollzogen.

7 Literaturverzeichnis

7.1 Quellen

Reichsgesetzblatt (RGBl.) 1919

Reichsgesetzblatt (RGBl.) I, 1934

Reichsgesetzblatt (RGBl.) I, 1938

Aufzeichnung des Generalleutnants Liehmann über die Ausführungen des Reichskanzlers vor den Befehlshabern des Heeres und der Ma­rine anläßlich eines Besuches bei General d. Infanterie Freiherr von Hammerstein-Erquord in dessen Wohnung am 3. Februar 1933, in: Müller, Klaus-Jürgen: Armee und Drittes Reich: 1933-1939; Dar­stellung und Dokumentation, Schöningen 1987. S. 263

Aufzeichnung des Generalleutnants Liebmann über die Ausführungen des Reichswehrministers von Blomberg vor den Gruppen- und Wehr­kreisbefehlshabern im Reichswehrministerium am 3. Februar 1933, ebd. S. 158f.

Erlaß des Reichswehrministers an die Wehrmacht vom 1. Juli 1934, ebd. S. 206

Inhaltswiedergabe der Rede Hitlers am 28. Februar 1934 vor der Ge­nerai tität und den höheren SA- und SS-Führern durch General­feldmarschall a. D. Freiherr von Weichs aufgrund stenographischer Notizen, ebd. S. 195

Niederschrift des Oberst i. G. Hoßbach über eine Besprechung in der Reichskanzlei am 5. November 1937, vom 10. November 1937, ebd. S. 316 ff.

Regelung der Zusammenarbeit mit der SA vom 27. Februar 1934 nebst Anschreiben des Chefs des Truppenamtes, Generalleutnant Beck, vom 18. Mai 1934, ebd. S. 192

Schilderung der Vorgänge am 29. und 30.6.1934 in München durch Hauptmann i. G. Vinzenz Müller, ebd. S. 204 ff.

Schreiben des Reichswehrministers von Blomberg an Adolf Hitler vom 2. März 1934, ebd. S. 196

7.2 Literatur

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Frei, Norbert: Der Führerstaat. Nationalsozialistische Herrschaft 1933 bis 1945, 5. Aufl., München 1997

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Müller, Klaus-Jürgen: Armee und Drittes Reich: 1933-1939; Darstel­lung und Dokumentation, Schöningen 1987

Müller, Klau-Jürgen: Das Heer und Hitler. Armee und nationalsozia­listisches Regime 1933-1940, Stuttgart 1969

Thamer, Hans-Ulrich: Die Erosion einer Säule. Wehrmacht und NS­DAP, in: Müller, Rolf-Dieter; Volkmann, Hans-Erich (Hrsg.): Die Wehrmacht: Mythos und Realität, München 1999

ThürAUF, Ulrich: Schulthess’ Europäischer Geschichtskalender, Jg. 49, Bd. 74, 1933, Nendeln, Liechtenstein 1976

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Weinberg, Gerhard L.: Rollen- und Selbstverständnis des Offiziers­korps der Wehrmacht im NS-Staat, in: Müller, Rolf-Dieter; Volk­MANN, Hans-Erich (Hrsg.): Die Wehrmacht: Mythos und Realität, München 1999

[...]


1 Documents Diplomatiques Franchise, Série 1, vol. V. Dokument Nr. 195 vom 4.1.1934, zitiert nach: Müller, Klaus-Jürgen: Armee und Drittes Reich: 1933-1939; Darstellung und Dokumentation, Schöningen 1987. S 11, nachfolgend zitiert als: Mül­ler, K., Armee.

2 Vgl.: Deist, Wilhelm: Einführende Bemerkungen, in: Müller, Rolf-Dieter; Volkmann, Hans-Erich (Hrsg.): Die Wehrmacht: Mythos und Realität, München 1999. S. 40 f., nachfolgend zitiert als: Müller, R., Wehrmacht.

3 Vgl.: Jacobsen, Hans-Adolf: Militär, Staat und Gesellschaft in der Weimarer Republik, in: Bracher, Karl Dietrich; Funke, Manfred; Jacobsen, Hans-Adolf (Hrsg.): Die Weimarer Republik 1918-1933, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Bonn 1998. S. 343.

4 Vgl.: Ebd. S. 350.

5 Vgl.: Ebd. S. 344f.

6 Vgl.: Müller, Klau-Jürgen: Das Heer und Hitler. Armee und nationalsozialisti­sches Regime 1933-1940, Stuttgart 1969. S. 44, nachfolgend zitiert als: Müller, K., Heer.

7 Vgl.: RGBl. 1919. S. 1419.

8 Vgl.: Weinberg, Gerhard L.: Rollen- und Selbstverständnis des Offizierskorps der Wehrmacht im NS-Staat, in: Müller, R., Wehrmacht. S. 67.

9 Vgl.: Müller, K.. Heer. S. 41

10 Vgl.: Thürauf, Ulrich: Sdiulthess’ Europäischer Geschichtskalender, Jg. 49, Bd. 74, 1933, Nendeln, Liechtenstein 1976. S. 34.

11 Vgl.: Aufzeichnung des Generalleutnants Liebmann über die Ausführungen des Reichswehrministers von Blomberg vor den Gruppen- und Wehrkreisbefehlshabern im Reichswehrministerium am 3. Februar 1933, abgedruckt in: Müller, K., Armee. S. 158 f.

12 Vgl.: Kershaw, Ian: Hitlers Macht, Das Profil der NS-Herrschaft, München 1992. S. 101.

13 Vgl.: Aufzeichnung des Generalleutnatns Liebmann über die Ausführungen des Reichskanzlers vor den Befehlshabern des Heeres und der Marine anläßlich eines Besu­ches bei General d. Infanterie Freiherr von Hammerstein-Erquord in dessen Wohnung am 3. Februar 1933, abgedruckt in: Müller, K., Armee. S. 262.

14 Vgl.: Kershaw, Ian: Hitler 1889-1936, 2. Auf!., Stuttgart 1998. S. 561, nachfol­gend zitiert als: Kershaw, Hitler I.

15 Vgl.: Ebd. S. 565.

16 Vgl.: Thamer, Hans-Ulrich: Die Erosion einer Säule. Wehrmacht und NSDAP, in: Müller, R., Wehrmacht. S. 420.

17 Vgl.: Müller, K., Armee. S. 50.

18 Vgl.: Frei, Norbert: Der Führerstaat. Nationalsozialistische Herrschaft 1933 bis 1945, 5. Aufl., München 1997. S. 49f., nachfolgend zitiert als: Frei, Führerstaat.

19 Vgl.: Müller, K., Armee. S. 52.

20 Vgl.: Ebd. S. 62.

21 Vgl.: Kershaw, Hitler I. S. 221 ff.

22 Vgl.: Ebd. S. 437ff.

23 Vgl.: Frei, Führerstaat. S. 17.

24 Vgl.: Kershaw, Hitler I. S. 442.

25 Kbd.: S. 442.

26 eVgl.: Frei, Führerstaat. S. 17f.

27 Ebd.: S. 17.

28 Vgl.: Kershaw, Hitler I. S. 632.

29 Vgl.: Ebd. S. 634.

30 Vgl.: Schreiben des Reichswehrministers von Blomberg an Adolf Hitler vom 2. März 1934, abgedruckt in: Müller, K., Armee. S. 196.

31 Müller, K., Armee. S 62.

32 Müller, K., Heer. S. 81.

33 Vgl.: Regelung der Zusammenarbeit mit der SA vom 27. Februar 1934 nebst Anschreiben des Chefs des Truppenamtes, Generalleutnant Beck, vom 18. Mai 1934, abgedruckt in: Müller, K., Armee. S. 192.

34 Vgl.: Inhaltswiedergabe der Rede Hitlers am 28. Februar 1934 vor der Generalti- tät und den höheren SA- und SS-Führern durch Generalfeldmarschall a. D. Freiherr von Weiche aufgrund stenographischer Notizen, abgedruckt in: Müller, K., Armee. S. 195.

35 Vgl.: Kershaw, Hitler I. S. 637.

36 Vgl.: Frei, Führerstaat. S. 23ff.

37 Ebd. S. 29.

38 Kershaw, Hitler I. S. 646.

39 Schilderung der Vorgänge am 29. und 30.6.1934 in München durch Haupt­mann i. G. Vinzenz Müller, abgedruckt in: Müller, K., Armee. S 204 ff.

40 Frei, Führerstaat. S. 29 f.

41 Vgl.: Müller, K., Armee. S. 68.

42 RGBl. I, 1934, S. 529.

43 Vgl.: Erial des Reichswehrministers an die Wehrmacht vom 1. Juli 1934, abge­druckt in: Müller, K., Armee. S. 206 f.

44 Vgl.: Kershaw, Hitler I. S. 651 ff.

45 Vgl.: RGBl. I, 1934, S. 747

46 eEigene Grafik, vgl. hierzu: Absolon, Rudolf: Die Wehrmacht im Dritten Reich, Band III, 3. August 1934 bis 4. Februar 1938, Boppard am Rhein 1975. S. 139 ff.

47 Vgl.: Kershaw, Hitler I. S. 660f.

48 RGBl. I, 1934, S. 785.

49 Vgl.: Müller, K., Heer. S. 139.

50 Vgl.: Müller, K., Armee. S. 36.

51 Vgl.: Kershaw, Ian: Hitler 1936-1945, 3. Auf!., Stuttgart 2000. S. 42ff., nachfol­gend zitiert als: Kershaw, Hitler II.

52 Zit. n. Volkmann, Hans-Erich: Von Blomberg zu Keitel - Die Wehrmachtführung und die Demontage des Rechtsstaates, in: Müller, R., Wehrmacht. S. 47.

53 Vgl.: Kershaw, Hitler II. S. 87ff.

54 Vgl.: Niederschrift des Oberst i. G. Roßbach über eine Besprechung in der Reichs­kanzlei am 5. November 1937, vom 10. November 1937, abgedruckt in: Müller, K., Armee. S.316ff.

55 Vgl.: Kershaw, Hitler II. S. 90ff.

56 Vgl.: Müller, K., Armee. S. 90.

57 Vgl.: Ebd. S. 89ff.

58 Vgl.: Kershaw, Hitler II. S. 93ff.

59 Vgl. Ebd. S. 99 ff.

60 RGBl. I, 1938. S. 111.

61 Vgl.: Ebd.

62 Vgl. Kershaw, Ian: Hitlers Macht, Das Profil der NS-Herrschaft, München 1992. S. 170.

63 Vgl.: Kershaw, Hitler II. S 100ff.

64 Eigene Grafik, vgl. hierzu: Absolon, Rudolf: Die Wehrmacht im Dritten Reich, Band IV, 5. Februar 1938 bis 31. August 1939, Boppard am Rhein 1979. S. 157ff.

65 Vgl.: Kershaw, Hitler II. S. 103.

66 Ebd.

67 Vgl.: Ebd.

68 Vgl.: Müller, K., Armee. S. 92.

69 Vgl.: Kershaw, Hitler II. S. 103f.

4 von 27 Seiten

Details

Titel
Die Wehrmacht im NS-Staat
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Veranstaltung
Hauptseminar: Der Nationalsozialistische Vernichtungspolitik
Note
1,7
Autor
Jahr
2000
Seiten
27
Katalognummer
V104436
Dateigröße
677 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wehrmacht, NS-Staat, Hauptseminar, Nationalsozialistische, Vernichtungspolitik
Arbeit zitieren
Andreas Pöge (Autor), 2000, Die Wehrmacht im NS-Staat, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104436

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