War der Zoroastrismus Staatsreligion im antiken Perserreich? Wie Dareios I. seine mazdaische Vorstellung instrumentalisiert und sie für seine Herrschaft nutzte


Hausarbeit, 2021

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zoroastrismus

3. Ahura Mazda

4. Bisutun- Inschrift

5. Dareios I

6. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Perserreich gilt als eines der ersten und ältesten Weltreiche in der Antike. Es erstreckte sich von Persis bis nach Kleinasien, Ägypten, dem heutigen Iran und Afghanistan, ihre Entstehung ist auf die Achämeniden- Dynastie zurückzuführen. Im 7. Jahrhundert eroberten die muslimisch gewordenen Araber das Sassanidische Königreich in Persien.1 Ab dann wurde der Islam auf dem Hoheitsgebiet des heutigen Iran zuerst zur Staatsreligion und später dann zur Volksreligion. Der Iran, als Nachfolgestaats Persiens, gilt heute bekanntlich als ein Gottesstaat. Doch die Beziehung des alten Persiens zur Religion war schon immer eine faszinierende und vor allem vielschichtige. Die ursprüngliche Religion im antiken Perserreich war der Zoroastrismus und ist eine der ältesten monotheistischen Religion der Welt.2 Der Begriff kommt wohl Vielen bekannt vor, doch die Wenigsten können beschreiben, was genau es mit dem in Vergessenheit geratenen Zoroastrismus auf sich hat. Denn die Zoroastrier, wie man die Anhänger*innen der Religion nennt, bilden heute eine immer mehr verschwindende religiöse Minderheit.3 Der aus einer Nebenlinie der Achämeniden stammende König Dareios I. trat wahrscheinlich 522 v.Chr. die Nachfolge von Kambyses II.4 an und zählt neben Kyros dem Großen zu den bedeutendsten persischen Großkönigen. Nach der Machtübernahme soll Dareios dem Reich umfassende Verwaltungsreformen unterzogen haben. Dazu zählten u.a. die Festsetzung von Steuern, die Aufteilung des Reiches in 20 Bezirke (Satrapien), sowie die Ausrüstung eines schlagkräftigen Heeres.5 Vor allem sein Wirken als Reichserneuerer, seine Steuerpolitik und die ausführlichen Verwaltungsreformen gelten heute als revolutionär und verschafften ihm den Beinamen „der Große“. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Auseinandersetzung des antiken Zoroastrismus, im Weiteren mit der Fragestellung, inwiefern und ob der Zoroastrismus von Dareios I. als Staatsreligion gefördert wurde und wie Dareios seine Vorstellung instrumentalisierte und diese für seine Herrschaft nutzte. Im Laufe dieser Arbeit soll deutlich werden, wie sehr die zoroastrische Weltanschauung auf das Königsbild und den Herrschaftsanspruch einwirkte und wie Dareios vom Glauben motiviert worden ist und diesen zur Legitimierung eines Herrschaftsanspruchs genutzt hat. Besonders wichtig ist die Erkenntnis: Religiös legitimierte politische Herrschaft wurde „(…) in ihren Ausübungsmöglichkeiten unter Normen gesetzt, die sich nicht selbst geschaffen hat(te)“6, weil die Religion den Legitimationsrahmen in nicht ambiger Form vorgab. Das heißt konkret, dass der Zoroastrismus als Legitimationsbasis herangezogen wurde und deshalb weitgehend durch seine Vorgaben Ziel und Mittel der Politikführung sowie der Herrschaftsform des Dareios I. war. Zudem soll in dieser Arbeit herausgearbeitet werden, wie und warum er das tat. Dazu sollte angemerkt werden, dass im antiken Perserreich die Institution des Königtums als legitime politische Ordnung nicht hinterfragt oder bekämpft wurde.7 Ausgehend von der Grundannahme, dass ideelle Faktoren auf politische Verhaltensweisen und gesellschaftliche Strukturen eine maßgebliche Wirkung ausübten, soll die Botschaft des Propheten Zarathustra umrissen und ihr Einfluss auf die politische Geschichte des antiken Perserreichs untersucht werden.

2. Zoroastrismus

Der Zoroastrismus ist eine der ersten monotheistischen Religion der Welt und herrschte hauptsächlich im Gebiet des Nahen Ostens, ihre Blütezeit war vom 3. Bis ins 7. Jahrhundert n. Chr.8 Ihren Ursprung hat sie von dem iranischen Propheten Zarathustra (gräzisiert: Zoroaster).9 Dieser ist wohl im Nordosten von Groß-Iran zwischen 600 bis 1500 v. Chr. geboren worden, genauere Angaben sind in der Literatur und zwischen Historiker*innen umstritten.10 Die älteste Nachricht, in der Zarathustra erwähnt wird, stammt von Xantos, dem Lyder, einem älteren Zeitgenossen Herodots. In ihr wird beschrieben, dass Zarathustra 6000 Jahre vor Xerxes Feldzug nach Griechenland gelebt haben soll.11 Ein anderer Berichterstatter, Eudoxos von Knidos schätzt Zarathustras Leben 6000 Jahre vor Platons Tod an,12 was zeigt, dass die Meinungen auseinandergehen und bis heute nicht klar ist, wann genau der Prophet auf der Erde gelebt hat. Die Schriften und Texte der Religionen sind zu dreiviertel wegen des Alexanderzuges verloren gegangen. Das heilige Buch des Zoroastrismus, das Avesta, ist daher schwer rekonstruierbar. Erst im 3. Jahrhundert wurden die nur mündlich umlaufenden Texte gesammelt und verschriftet, von Zarathustra selbst stammt nur ein kleiner Teil, die sogenannten Gathas (Lieder). In ihnen schrieb er seine Gotteserfahrung, seine Missionserfolge und seinen Kampf gegen die alten Religionen und seine Grundzüge des Glaubens nieder.13 Zarathustra gründete eine Religion, die „ Gut“ und „ Böse“ in einem weltumspannenden, unversöhnlichen Kampf sah. Jeder Mensch hat sich in diesem Ring für eine Seite zu entscheiden (für die Seite des Guten oder für die Seite des Bösen) und muss nach dem Tod Rechenschaft vor dem Allerhöchsten ablegen. Er hat unterschieden zwischen Himmel und Hölle und hatte als Erster in der Weltgeschichte die Vision von einem Erlöser, einem sogenannten Saoschjan t, der bei Eintritt des Weltendes auftreten soll.14 Somit ist Zarathustra der Erste uns bekannte Religionsgründer, der eine apokalyptische Vorstellung vom Weltende und darüber hinaus das Jüngste Gericht entworfen hat.15 Zarathustra setzt der historischen Zeit im Rahmen der Unendlichkeit ein Ende. Diese sogenannte Endzeit ist erreicht, wenn durch die Niederlage des Bösen die Erde geheilt sein wird und Ahura Mazda die unendliche Herrschaft auf ihr errichtet, dann wird das Paradies auf Erden prävalieren.16 Zudem sind alle grundlegenden Eigenschaften der Eschatologie vorhanden, die im Obigen bereits benannten Punkte: Ankunft des Heilands, also des Saoschiant, die große Wende, das Jüngste Gericht und die Herrschaft des Himmels auf Erden. Der Prophet baute seine Religion auf der altiranischen Religion auf, in der man zwei Arten von Göttern unterschied: zum einen die Ahuras (die Guten), welche unsichtbare Kräfte symbolisieren konnten und die Daevas (die Bösen), welche die Naturgewalten darstellten.17 Zarathustra hatte nicht nur als Erster die Vision von einem Erlöser, sondern brachte auch vor allen anderen Religionsstifter*innen Ethik und Moral in die Welt der Götter. Gott ist das personifizierte Gute. Er hält Gericht über den Menschen: denn wer wie er Gutes tut, den belohnt er mit dem ewigen Leben im Paradies. Wer aber umgekehrt dem Bösen folgt, der wird in die Hölle hinabstürzen. Diese Grundideen des Zoroastrismus leben im Judentum, Christentum und Islam fort.18 Ob der Zoroastrismus jemals Staatsreligion des persischen Reichs gewesen ist, ist bis heute umstritten. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Zarathustras Lehre sowohl zur Zeit der Achämeniden als auch unter den Parthern ihre Anhänger gefunden hat.

3. Ahura Mazda

Zarathustras Betrachtungseise nach, konnten Gut und Böse unmöglich denselben Ursprung haben. Deshalb entwickelte er zwei Geister, welche auch Bestrebungen (Mainyu) genannt werden.19

„Dies sind die beiden grundlegenden Bestrebungen, die Zwillinge, die als beiderlei Träume bekanntgeworden sind, als Beiderlei Gedanken und beiderlei Worte, als beiderlei Werke, das bessere und das schlechte (…)“20 Die Geister haben keinen Ursprung, sondern bestehen aus sich selbst heraus und waren allein im Universrum. Zarathustra erschuf einen Priester eines Ahura mit dem Beinamen Mazda und stellte diesen über alle anderen Ahuras. Ahura Mazda war der Inbegriff der Gerechtigkeit, des Lebens und des Lichts. Auf der Gegenseite steht ihm Angra Mainyu, welcher der höchste Dämon ist. Er war der Herr der Finsternis, das Unheil aus dem Leid und Tod entspringen.21 So begründete Zarathustra einen neuen, ethischen Dualismus, dieser war zugleich monotheistisch, weil der Ursprung von Allem nur Ahura Mazda zugeschrieben wurde, denn erst nachdem er da war, kam auch das Böse in die Welt. Der Legende nach soll Ahura Mazda Vater von Zwillingen gewesen sein, einer von ihnen Spenta Mainyu (der Heilige Geist), habe das Licht für sich gewählt. Der andere, hat sich jedoch für die Finsternis entschieden.22 In der Literatur wird Ahura Mazda als allwissend nicht aber als allmächtig beschrieben.23 Daraus lässt sich schließen, dass er die stoffliche Welt schuf, um mit ihrer Hilfe das Böse zu besiegen, da er den Kampf gegen das Böse (wegen fehlender Allmächtigkeit) allein nicht gewinnen konnte. Seit Anbeginn der Zeit kommt somit nicht nur der Menschheit, sondern auch allen anderen Geschöpfen der Welt, die Aufgabe zu, ihm bei seinem Kampf gegen das Böse zu unterstützen. Das Böse versucht ununterbrochen in die Welt einzudringen und sie zu verpesten, doch Ahura Mazda gelingt es zu siegen und das Prinzip des Guten gewinnt. Diesen Kampf führt er jedoch nicht allein (s.o.), er bekommt Unterstützung von kosmischen Mächten, die als Personifizierung ahurischer Prinzipien die materielle und geistige Welt durchdringen.24 Um einen Vergleich zum Verständnis dieser kosmischen Mächte zu finden, kann man sich die bekannteren Erzengel aus dem Christentum vorstellen. Diese kosmischen Mächte bilden gemeinsam mit Ahura Mazda die göttliche Siebenheit.25 Von den ahurischen Aspekten treten besonders im Jüngeren Avesta sechs hervor, welche die Amesha Spentas (Heiligen Unsterblichen) genannt werden. Zu ihnen zählen:

Asha Vahishta (die Wahrhaftigkeit),

Vohu Manah (das Gute Denken),

Chshathra Vairiya (die wünschenswerte Macht),

Spenta Armaiti (die heilige rechte Gesinnung/Ergebenheit),

Haurvatat (Gesundheit/ Heilsein und

Amertat (die Unsterblichkeit).26

Ihnen werden sechs Elemente zugeordnet: Asha Vahishta dem Feuer, Vohu Manah dem Rind und der Tierwelt insgesamt, Cshathra Vairya den Metallen, Spenta Armaiti der Erde, Haurvatat dem Wasser, und Amertat der Pflanzenwelt.27 Jedes Geschöpf kann in seinen geistigen und materiellen Zustand gedacht werden. Somit entspricht jeder irdischen Existenz auch ein himmlischer Archetyp.28 Der göttlichen Siebenheit stehen daevische Konzepte gegenüber, welche versuchen die Welt im Bösen zu beherrschen, wie beispielsweise Angra Mainya (Böser Geist), Drug (Lüge) und Aeshma (Raserei).29 So ist zu erkennen, dass ein ausgeprägter Dualismus in der Lehre des Zarathustras vorliegt, dennoch kann der monotheistische Grundgedanke nicht angezweifelt werden. Der Prophet selbst schöpfte das Konzept, in dem das Böse zwar autark ist und ganz von sich aus und auch aus sich heraus entsteht, Ahura Mazda aber die grundlegende Rolle des Weltenschöpfers zugeschrieben ist. Ihm steht vorerst kein vergleichbarer Konkurrent gegenüber. Die spirituelle Sphäre bleibt somit weitgehend monotheistisch, ebenso wie die Vorstellung von der Endzeit.30 Nach dem Ableben von Zarathustra entwickelte sich der Glaube, dass er drei Nachfolger im Heilswerk habe, und jeder würde am Ende eines Jahrtausends erscheinen.31 Die ersten 3000 bezeichnet man als das goldene Zeitalter, in dem nur Ahura Mazda herrscht. Danach folgen 3000 Jahre, in denen Ahura Mazda gegen den jetzt als Gegenspieler personifizierten Ahirman eine Schlacht führen muss. Mit Zarathustra beginnt ein neues Zeitalter, in dem es zum Wandel der Welt und letztlich zum Sieg des Ahura Mazdas kommt.32 Die Vorstellung, dass jeder durch seine Entscheidung auf welche Seite er wechseln möchte, individuell für sein Leben und den Weltverlauf verantwortlich ist, muss eine starke Wirkung auf das Verhalten der Menschen gehabt haben. Denn somit war jede Tat von immenser Bedeutung und jeder hatte die freie Entscheidung, ob er „gute“ Handlungen vornehmen wollte, um letztendlich in das Paradies zu kommen. Dieses Konzept ist als sehr förderlich einzuschätzen, denn die Gläubigen mussten nicht das Gefühl haben auf dieser Welt alleingelassen zu sein, sie konnten an etwas glauben und vor allem daran, dass wenn sie Gutes tun, sie dafür auch belohnt werden. Was sich positiv auf die Gesellschaft und das Miteinander ausgewirkt haben könnte. Jedoch ist Ahura Mazda nicht so ein gnädiger Gott, wie der Gott im späteren Christentum dargestellt wird, denn er fordert einen kompromisslosen Kampf gegen das Böse. Er fordert seine Gläubigen dazu auf sich mit Waffen gegen die Widersacher der Religion zu wehren.33 Dabei ist der in der Literatur bisher ungelöste Widerspruch in der Doktrin des Zarathustras auffällig. Denn zum einen wird immer wieder die Wahlfreiheit in der Lehre betont, entscheidet man sich jedoch für die Böse Seite, weiß man das einem das Ende naht und wer würde sich freiwillig dafür entscheiden? So findet man in den Gathas: „Deshalb zerfetzt die Trughaften mit eurer Waffe.“34 Dort ist nämlich belegt, dass nur die Guten belohnt werden und nur diese bei dem Herrn, bei dem Kampf gegen das Böse, positives Aufsehen erregen: „ Wer also dem Trughaften Böses tut, mit seiner Rede oder mit seinem Gedanken oder mit seiner Hände Werk (…) der macht es zum Wohlgefallen des Kundigen Lebensherrn (…)“35 Somit ist die Wahlfreiheit doch stark eingeschränkt und es ist fraglich, warum sich die Menschen für die Böse Seite entscheiden sollten, da sie nichts außer dem Tod davon gehabt hätten. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass Zarathustra unwissentlich die Grundlage für die Unterdrückung Andersgläubiger für die Nachwelt erschaffen hat.36

4. Bisutun- Inschrift

Die Bisutun - (altpers. bagastāna “Götterplatz”, Βαγίστανα, Βαγίστανον ὄρος, Behistun), oder auch Behistun- Inschrift, ist eine Felswand 30km östlich von Kermanschah, die Hauptstadt der iranischen Provinz Kermānschāh und liegt an der Grenze zum heutigen Irak. Die Felswand steht an der Straße von Babylon nach Ekbatana am Choaspes. Sie hat ihren Namen von dem iranischen Ort Besutun (Behistan)37 Seit ca. 520 v.Chr. schrieb Dareios I (s.u.) seine militärischen Errungenschaften aus seinem ersten Regierungsjahr, in drei Formen (elamisch, babylonisch, altpersisch) an ihr nieder, um diese für die Nachwelt festzuhalten.38 Sie gilt als die wichtigste Quelle zu dem achämenidischen Großkönig. In der Inschrift steht geschrieben, wie Ahura Mazda Dareios auserwählte, um über Persien zu herrschen. Aufgrund der optimalen Lage war es der perfekte Ort für seine Verewigung, da dort ein breites Publikum auf das Relief aufmerksam wurde. Die erste Form ist in altpersischer Keilschrift niedergeschrieben worden und dient zudem als Grundlage für die Entzifferung von Keilschrift. Nach eigenen Angaben ließ der Herrscher für die Bisutun-Inschrift die altpersische Keilschrift eigens entwickeln. Die Inschrift gehört heute zum UNESCO- Weltkulturerbe. Peter Calmeyer, Leiter der damaligen Abteilung Teheran, ließ in den 1970er Jahren erstmals systematische und genaue fotografische Aufnahmen des Felsreliefs anfertigen, welche allesamt im Deutschen Archäologischen Institut (DAI) zu finden sind. Das Monument ist heute noch vorzufinden, weist allerdings durch moderne Einflüsse starke Schäden auf. Es zeigt eine ausführliche Darstellung des Endes der Gaumata-Bardiya Herrschaft.39 Auf der Felswand abgebildet ist Dareios mit zwei Dienern, einer von ihnen trägt eine Lanze und der Zweite hält einen Bogen. Dareios Blick ist auf neun Gaumata gerichtet, welche stehend und gefesselt abgebildet sind. Er hat einen Fuß auf einer liegenden, zehnten Person stehen.40 Über ihnen ist Ahura Mazda abgebildet und darunter eine Inschrift in vier Spalten, welche die Eroberung Dareios‘ festhält. Die erste der vier Spalten kann als eine Art Einleitung verstanden werden, in der Dareios sich aus seiner eigenen Sicht näher beschreibt. Er lässt in seinen Stammbaum und seine Dynastie der Achämeniden ein blicken. Er beschreibt sich selbst als „großen König“, sowie den „König der Könige“. Er sagt, dass er der neunte König aus den Achämeniden sei und von Ahura Mazda selbst ausgewählt sei, um über die Perser zu herrschen. In der zweiten und dritten Spalte wird beschrieben, wie er siegreich gegen Feinde kämpfte. Zudem berichtete er, dass Elam, Ägypten und Persien gegen ihn rebellierten, doch auch sie hatten keine Chance zu gewinnen. Zudem beschreibt er ausführlich jede Revolte und Niederlage seiner Gegner. In der vierten Spalte betont Dareios, dass seine Handlungen, welche nur innerhalb eines Jahres, ganz allein durch den Willen des Gottes Ahura Mazda geschehen sind. Es scheint als würde er eine tiefe Verbindung zu jenem verspürt haben. So versichert er, dass nur er durch Ahura Mazdas Gnade gesegnet ist und keiner der neun früheren Könige nur annähernd so viel erreichten wie er. Er fordert Jeden, der diese Inschrift zu Gesicht bekommt dazu auf, diese Legende wortgetreu weiterzuverbreiten und verspricht Jedem der sich daranhält, dass er von Ahura Mazda durch ein langes und glückliches Leben belohnt wird. Wer dem nicht nachkommt, wird für immer scheitern:

[...]


1 Vgl. Dariusch Rafiy, Politische und soziale Implikationen des Zarathustrismus. Eine Untersuchung von Ursprüngen bis zur Gegenwart, Frankfurt am Main/ Berlin/ Bern/ Bruxelles/ New York/ Wien 1999, S.2.

2 Vgl. ebd.

3 Vgl. ebd.

4 Vgl. ebd.

5 Vgl. Johannes Irmscher, Lexikon der Antike, Wiesbaden 1977.

6 Kein Vgl. Niklas Luhmann, Funktion der Religion, Frankfurt am Main 1977, S. 102.

7 Vgl. Rafiy, Politische und soziale Implikationen, S. 5.

8 Vgl. Elisabeth Brünner, Die Zarathustralegende in der zoroastrischen Tradition. Studien zur Geschichtsforschung des Altertums, Bd.4, Hamburg 1999, S. 16.

9 Vgl. ebd.

10 Vgl. ebd.

11 Vgl. ebd.

12 Vgl. ebd.

13 Vgl. Peter Köhler, 50 Klassiker. Religionen. Glaubenslehren von Abraham bis Zarathustra, Hildesheim 2010, S. 31.

14 Vgl. ebd. S.28-29.

15 Vgl. Richard N. Frye, The Heritage of Persia, London 1962, S. 33.

16 Vgl. Mary Boyce, Zoroastrianism. Its Antiquity and constant Vigour, Costa Mesa, 1992, S. 75ff.

17 Vgl. Köhler, Religionen, S. 29.

18 Vgl. ebd. S. 33.

19 Vgl. Rafiy, Politische und soziale Implikationen, S. 28.

20 Kein Vgl. Yasna, 30,3, Helmut Humbach, die Gathas des Zarathustra, Band I, Heidelberg. 1959, S. 84.

21 Vgl. Köhler Religionen, S. 29.

22 Vgl. ebd. S. 30.

23 Vgl. Boyce, Zoroastrianism. S. 73.

24 Vgl. Henry Corbin, Spiritual Body and Celestial Earth. From Mazdean Iran to Shi’ite Iran, New Jersey 1977, S. 7ff

25 Vgl. ebd. Zarathustra selbst erwähnt sieben Wesenheiten: 1. Spenta Mainyu, 2. Vahishta Manah, 3. Asha, 4. Haurvatat, 5. Ameretat, 6 Chshathra und 7 Aramiti. Vgl. Yasna 47, 1.

26 Helmut Humbach, The Heritage of Zarathustra. A New Translation of His Gathas, Heidelberg 1994, S. 13.

27 Hermann Lommel, Symbolik der Elemente in der zoroastrischen Religion, Darmstadt 1970, S. 255.

28 Vgl. Corbin, Spiritual, S. 9.10.

29 Vgl. Humbach, The Heritage, S.13.

30 Vgl. ebd. S. 12.

31 Vgl. Jacques Duchesne- Guillemin, Zoroaster und das Abendland, Darmstadt 1970, S.251.

32 Während der ersten 3000 Jahre sei die Welt in geistigem Zustand gewesen, nicht denkend und unbeweglich. Die nächsten 3000 Jahre (Jahr 3000-6000) seien rein gemäß den Willen Ohrmazds verstrichen. Während der dritten Periode (6000-9000) kämpften Ohmazd und Ahriman um die Vorherrschaft. In der letzten Periode (9000-12000) käme es zum Endkampf, den Ohrmazd für sich entscheiden, während Ahirman für immer entmachtet würde. Vgl. Bundahishn 1,14-1,28, Vgl. Bundahishn 34, in: Behramgore Tehmuras Anklesaria, Zand-Ahasih. Iranian or Greater Bundahishn, Bombay 1956.

33 Vgl. Yasna 48,7: „ Haut mit der Axt ein (…)“. Vgl. Helmut Humbach, The Heritage of Zarathushtra, S. 85.

34 Kein Vgl. Yasna 31, 18, Humbach, Gathas. S. 93.

35 Kein Vgl. Yasna 33,2, Humbach, Gathas, S. 100.

36 Vgl. Rafiy, Zarathustrismus, S. 38.

37 Vgl. Johannes Renger, Josef Wiesehöfer, Bisutun, in: DNP, Online- Link: http://dx-1doi-1org-1k19ffhwd1312.han.sub.uni-goettingen.de/10.1163/1574-9347_dnp_e217890 [14.03.2021].

38 Vgl. ebd.

39 Vgl. Amélie Kuhrt, Helen Sancisi. Weerdenburg, Gaumata, in: DNP, URL: http://dx-1doi-1org-1k19ffhwd1365.han.sub.uni-goettingen.de/10.1163/1574-9347_dnp_e419600 [14.03.2021].

40 Vgl. Renger, Wiesehöfer, Bisutun, in: DNP.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
War der Zoroastrismus Staatsreligion im antiken Perserreich? Wie Dareios I. seine mazdaische Vorstellung instrumentalisiert und sie für seine Herrschaft nutzte
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Philosophische Fakultät)
Veranstaltung
Heredot
Note
2,0
Autor
Jahr
2021
Seiten
17
Katalognummer
V1044719
ISBN (eBook)
9783346465887
ISBN (Buch)
9783346465894
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antike, Perserreich, Heredot, Dareios, Zoroastrismus, Ahura Mazda, Bisutun-Inschrift, Zoroastrier, Achämeniden-Dünastie, Iran, Irak, Persien, antikes Perserreich, Zarathustra, Groß-Iran, Achämeniden, Spenta Mainyu, Angra Mainyu
Arbeit zitieren
Louisa Borgolte (Autor:in), 2021, War der Zoroastrismus Staatsreligion im antiken Perserreich? Wie Dareios I. seine mazdaische Vorstellung instrumentalisiert und sie für seine Herrschaft nutzte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1044719

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