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Erinnerung und Identität im Roman "La Hija del Caníbal" von Rosa Montero. Die Aufarbeitung des spanischen Bürgerkrieges in der modernen spanischen Literatur

Titel: Erinnerung und Identität im Roman "La Hija del Caníbal" von Rosa Montero. Die Aufarbeitung des spanischen Bürgerkrieges in der modernen spanischen Literatur

Akademische Arbeit , 2018 , 25 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Ausarbeitung ist im Themengebiet „Stadt und Vorstadt in der spanischen Literatur der Moderne“ verortet und beschäftigt sich darüber hinaus mit Aleida Assmanns Konzept der Erinnerungskultur. Ziel ist es aufzuzeigen, wie gesellschaftspolitisch relevante Themen in Literatur und Kunst erinnert werden, in diesem Fall der spanische Bürgerkrieg.
Zusammenfassend bietet der Text einerseits einen Einblick in die Debatte um Erinnerungskultur und wendet anderseits eben dieses theoretische Konzept exemplarisch auf einen Roman aus der spanischen Moderne an.

Eingangs soll zunächst ein Überblick über die Thematik der Erinnerung gegeben werden. Während im Seminar vor allem Noras Erinnerungsorte besprochen werden, soll dieser Ansatz in der vorliegenden Arbeit durch das weiter gefasste Konzept von Assmann erweitert werden. Im Anschluss daran soll der historische Hintergrund, also der spanische Bürgerkrieg, kurz in seinen wichtigsten Eckdaten skizziert werden. Dies ist notwendig, um den realen Hintergrund für die im Roman aufgegriffenen Passagen zu skizzieren. Auf dieser Grundlage soll nun der Roman „La Hija del Caníbal“ von Rosa Montero analysiert werden, indem nach einer kurzen Textzusammenfassung und einem Überblick über den Forschungsstand das theoretische Wissen aus den vorherigen Kapiteln auf den Roman angewendet wird. Diesen Roman wurde gewählt, weil er einerseits mit der Thematisierung des anarchistischen Widerstandes ein interessantes Randgebiet aufgreift und andererseits durch die Verflechtung von Erinnerungs- und Gegenwartsgeschichte Fragestellungen nach Identität und Bedeutung von Erinnerung für das Jetzt nahelegt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Überblick und Gliederung

1.2 Leitfragen

2. Erinnerung und Identität

2.1 Vier Ebenen der Erinnerung

2.2 Erinnerung schafft Identität und Identität prägt Erinnerung

2.3 Geschaffene Geschichte

2.4 Gegengeschichtsschreibung

3. Der historische Hintergrund: Der spanische Bürgerkrieg

3.1 Der Interventionskrieg der Faschisten

3.2 Die Politik der Westmächte

3.3 England, Frankreich und die USA als Mitschuldige

4. La hija del caníbal

4.1 Kurzer Textüberblick

4.2 Forschungsstand

4.2.1 Literatur der Erinnerung

4.2.1 Die Suche nach Identität im Roman

4.3 Die Erinnerung an den Bürgerkrieg im Roman

4.4 Identität, Erinnerung und Gegenwart

4.5 Den Bürgerkrieg erinnern – auf allen vier Ebenen?

4.6 Die Suche nach Wahrheit

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die gesellschaftspolitische Relevanz von Erinnerungskultur am Beispiel des Romans „La hija del caníbal“ von Rosa Montero, wobei insbesondere die Frage nach dem Einfluss individueller und kollektiver Erinnerung auf die Identitätsbildung im Kontext des spanischen Bürgerkriegs im Zentrum steht.

  • Theoretische Grundlagen von Erinnerung und Identität (nach Assmann und Nora)
  • Historischer Kontext des spanischen Bürgerkriegs und die Rolle der Westmächte
  • Analyse des Romans „La hija del caníbal“ als Medium der Gegengeschichtsschreibung
  • Zusammenhang zwischen individueller Aufarbeitung und gesellschaftlicher Identität

Auszug aus dem Buch

2.4 Gegengeschichtsschreibung

Verschiedene Autoren fordern, diese ungeschriebene Geschichte, diese Geschichte aus Sicht der Subalternen und Kolonialisierten, anzuerkennen, zu verbreiten und zu verschriftlichen. Diese Forderung beinhaltet zudem die Kritik, dass bis heute zumeist nicht von den Unterdrückten selbst gesprochen wird, dass diese also nicht selbst sprechen, sondern dass stellvertretend für sie und über sie geschrieben und gesprochen wird. Die postkoloniale Autorin Spivak fordert daher eine Gegengeschichtsschreibung. Sie kommt zu dem Schluss, dass die Sicht der Unterdrückten und Subalternen, die bisher nur wenig Zugang und Möglichkeiten hatten und haben, um ihre Sicht auf die Geschichte les- und hörbar zu machen, vertreten werden muss. Dadurch würde nicht nur deren Geschichte endlich geschrieben, sondern auch die bisher verschriftlichte Geschichte erst durch ihr Gegenstück komplett zu erfassen sein.

Das Erinnern der gemeinsamen Geschichte ist zentral, um diesen bisher unterdrückten Gruppen ihre jahrhundertelang geraubte Identität zurückzugeben. Grundlegend ist dabei nach Spivak, dass nicht für die bisher Unterdrückten gesprochen wird, sondern dass diese selbst zu sprechen beginnen. Die Geschichte, die dabei formuliert wird, soll nicht stellvertretend für die Unterdrückten geschrieben werden, sondern von ihnen. Ebenso wie Unterdrückte und Subalterne für sich selbst sprechen sollen, sollen sie auch ihre eigene Geschichte schreiben. Dieses Schreiben der Unterdrückten gestaltet sich in der heutigen Welt, in der die großen Medien, die Schulbuchverlage, die Museen und der Zugang zu Gestaltungsmöglichkeiten öffentlicher Plätze meist in wenigen Händen konzentriert ist und Geschichtsschreibung staatlich organisiert, finanziert und häufig im Interesse des Staates vorgenommen wird, etwas schwierig.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der Erinnerungskultur in Literatur und Kunst, sowie Darlegung der Zielsetzung und Leitfragen der Arbeit.

2. Erinnerung und Identität: Theoretische Auseinandersetzung mit verschiedenen Gedächtnisebenen und dem zirkulären Zusammenhang zwischen Erinnerung, Identitätsbildung und Geschichtsschreibung.

3. Der historischen Hintergrund: Der spanische Bürgerkrieg: Historische Skizzierung der sozialen Konflikte und der internationalen Verstrickungen während des spanischen Bürgerkriegs.

4. La hija del caníbal: Anwendung der theoretischen Konzepte auf Monteros Roman, wobei die Identitätssuche der Protagonisten und die Aufarbeitung des Bürgerkriegs analysiert werden.

5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur Notwendigkeit der Aufarbeitung der Vergangenheit durch Literatur und die Kritik an gegenwärtigen gesellschaftlichen Missständen.

Schlüsselwörter

Erinnerungskultur, Identität, spanischer Bürgerkrieg, Rosa Montero, La hija del caníbal, Gegengeschichtsschreibung, kollektives Gedächtnis, Aleida Assmann, Anarchismus, gesellschaftliche Aufarbeitung, Subalterne, Wahrheit, Erinnerungsorte, Trauma, Machtlosigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Literatur dazu beitragen kann, gesellschaftlich unterdrückte oder vergessene Teile der Geschichte, insbesondere des spanischen Bürgerkriegs, aufzuarbeiten und die Identität von Individuen zu prägen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind Erinnerungstheorien, die Konstruktion von kollektiver und individueller Identität, die historische Rolle der Westmächte im spanischen Bürgerkrieg sowie die Funktion von Literatur als Medium der Gegengeschichtsschreibung.

Was ist das primäre Ziel der wissenschaftlichen Arbeit?

Ziel ist es, das theoretische Konzept der Erinnerungskultur exemplarisch auf den Roman „La hija del caníbal“ anzuwenden und zu zeigen, wie individuelle Identitätssuche mit der Aufarbeitung gesellschaftlicher Traumata verknüpft ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Anwendung kulturwissenschaftlicher Theorieansätze (insb. Aleida Assmann) auf eine primärliterarische Quelle (Rosa Montero).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, den historischen Kontext des spanischen Bürgerkriegs sowie eine detaillierte Analyse der Identitätssuche und Geschichtsdarstellung innerhalb des untersuchten Romans.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Erinnerungskultur, Identität, Gegengeschichtsschreibung, spanischer Bürgerkrieg, kollektives Gedächtnis und das Romanwerk von Rosa Montero.

Welche Bedeutung kommt der Figur Félix im Roman zu?

Félix dient als fiktiver Zeitzeuge, dessen persönliche Geschichte und Erinnerungen an den Anarchismus das Sprachrohr bilden, um die offizielle, staatlich dominierte Geschichtsschreibung zu hinterfragen.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der gesellschaftlichen Aufarbeitung?

Obwohl individuelle Aufarbeitung im Roman zu einer Identitätsfindung führt, stellt die Autorin fest, dass auf gesellschaftlicher Ebene eine umfassende Aufarbeitung oft ausbleibt, was zu fortwährenden Missständen führt.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Erinnerung und Identität im Roman "La Hija del Caníbal" von Rosa Montero. Die Aufarbeitung des spanischen Bürgerkrieges in der modernen spanischen Literatur
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
25
Katalognummer
V1044738
ISBN (eBook)
9783346465825
ISBN (Buch)
9783346465832
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erinnerung identität roman hija caníbal rosa montero aufarbeitung bürgerkrieges literatur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2018, Erinnerung und Identität im Roman "La Hija del Caníbal" von Rosa Montero. Die Aufarbeitung des spanischen Bürgerkrieges in der modernen spanischen Literatur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1044738
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Leseprobe aus  25  Seiten
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