Ob Begabtenförderung, Eliteschule, hochbegabte Kinder und Jugendliche oder Intelligenztests – an vielen Stellen sind wir im Alltag, insbesondere als Lehrerinnen und Lehrer oder als Eltern, mit diesen Themen konfrontiert.
In der vorliegenden Hausarbeit sollen zunächst die unterschiedlichen Konzepte und ihre Auswirkungen dargestellt werden. Geht es bei der Frage nach „Begabung“ und „Hochbegabung“ lediglich um eine Begriffsdebatte oder verbergen sich hinter diesen Begriffen völlig unterschiedliche Konzepte, so dass eine Entscheidung weitreichende Folgen für Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer hätte? Im Weiteren sollen exemplarisch Testverfahren und
mögliche Förderwege vorgestellt werden. Wer sollte wie gefördert werden und warum?
Der vorliegende Text fasst zudem wichtige Definitionen, Tests und Fördermöglichkeiten knapp zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Ursprung und Bedeutung des Themas
1.2 Überblick und Leitfragen
2. Begabung oder Hochbegabung?
2.1 Vorstellung der Konzepte
2.2 Definitionen
2.3 Eine Begriffsdebatte mit Folgen?
3. Fördermöglichkeiten
3.1 Tests und ihre Folgen
3.2 Schulische Fördermöglichkeiten
3.3 Außerschulische Fördermöglichkeiten
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretische Differenzierung zwischen den Begriffen „Begabung“ und „Hochbegabung“ sowie deren praktische Auswirkungen auf die pädagogische Förderung im schulischen und außerschulischen Kontext, mit dem Ziel, ein breites Förderverständnis für alle Schülerinnen und Schüler zu etablieren.
- Kritische Analyse der Begriffsdefinitionen von Begabung und Hochbegabung.
- Untersuchung der Rolle und Aussagekraft von Intelligenztests in der pädagogischen Diagnostik.
- Darstellung von schulinternen Differenzierungsmöglichkeiten zur individuellen Begabungsförderung.
- Vorstellung außerschulischer Förderkonzepte wie z.B. Sommerakademien für Jugendliche.
- Diskussion der Notwendigkeit einer breiten Förderung gegenüber elitären Ansätzen.
Auszug aus dem Buch
3.2 Schulische Fördermöglichkeiten
Da die Begabungen der SuS und auch ihr eigener Umgang mit ihrer Begabung sehr unterschiedlich sind sollten LuL über ein breites Wissen um Fördermöglichkeiten verfügen, um individuell und passend fördern zu können. Die „Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V.“ gibt auf ihrer Internetseite beispielsweise folgende Anregungen für Lehrkräfte: Zunächst einmal ist es wichtig, das Kind mit seiner Begabung zu respektieren und ihm zu vermitteln, dass die Begabung gesehen wird und als gewünscht angenommen wird. Das Kind / der Jugendliche kann dann bspw. extra Aufgaben bekommen (auch solche, die nicht vorgreifen, sondern Knobelaufgaben sind), den LuL im Unterricht unterstützen, stunden- und fächerweise oder komplett den Unterricht einer höheren Klasse besuchen oder stundenweise freigestellt werden, um an außerschulischer Förderung teilzunehmen. All dies sollte individuell und in Absprache mit den SuS und deren Eltern geschehen. Wichtig ist es, bei alledem das Kind / den Jugendlichen ganzheitlich und alle mit seiner Begabung verbundenen Aspekte im Auge zu behalten: Mal werden begabte Kinder zu Klassenclowns, mal zu Schulverweigerern, mal zu Außenseitern und Strebern und mal zu den schärfsten KritikerInnen der LuL. Viele dieser Aspekte werden bis heute fehlinterpretiert und statt Begabung beispielsweise ADHS diagnostiziert. Die DGhK schreibt dazu folgendes:
„Von hochbegabten Kindern wird häufig erwartet, dass sie sich in der Schule durch herausragende Leistungen auszeichnen. Das ist bei vielen, aber nicht bei allen hochbegabten Kindern der Fall. Häufig sind leider erst Auffälligkeiten in Familie, Kindergarten oder Schule Anlass für Eltern, Erzieher und Lehrer sich mit dem Thema "Hochbegabung" auseinander zu setzen.“
Um solchen Problemen vorzubeugen ist es wünschenswert, dass sich LuL untereinander über ihre SuS austauschen und gemeinsam nach Möglichkeiten suchen, wie sie jede/n einzelnen SuS bestmöglich fördern können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Begabungsförderung im inklusiven Unterricht ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der begrifflichen Abgrenzung und den Folgen für die pädagogische Praxis.
2. Begabung oder Hochbegabung?: Das Kapitel erläutert die unterschiedlichen Konzepte und Definitionen von Begabung und Hochbegabung und hinterfragt, ob die aktuelle Begriffsdebatte einer breiten Förderung eher im Weg steht.
3. Fördermöglichkeiten: Hier werden diagnostische Testverfahren kritisch beleuchtet und verschiedene schulische sowie außerschulische Ansätze zur individuellen Forderung und Förderung von Kindern und Jugendlichen vorgestellt.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Notwendigkeit zusammen, von einem elitären Bild der Hochbegabung abzurücken und jedes Kind individuell in seinen Potentialen zu unterstützen, während auf den Mangel an Ressourcen hingewiesen wird.
Schlüsselwörter
Begabungsförderung, Hochbegabung, Inklusion, Intelligenztest, Diagnostik, Binnendifferenzierung, Potenzialentwicklung, Förderkonzepte, individuelle Förderung, Schulentwicklung, Leistungsentwicklung, außerschulische Förderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Begriffsdebatte um Begabung und Hochbegabung und deren Einfluss auf die pädagogische Förderpraxis in Schulen und außerschulischen Programmen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die begriffliche Klärung von Begabung, die Rolle der psychologischen Diagnostik sowie konkrete Fördermodelle für Schülerinnen und Schüler.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis zu vermitteln, das nicht nur eine kleine Elite, sondern jedes Kind in seinen individuellen Begabungen fördert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis von Fachliteratur sowie die Analyse von Förderkonzepten und Internetressourcen relevanter Fachgesellschaften.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsdebatte, eine Analyse von Intelligenztests und die Darstellung schulischer sowie außerschulischer Förderwege.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Begabungsförderung, Inklusion, Potenzialentfaltung und individuelle Differenzierung.
Wie stehen die Autoren zu Intelligenztests?
Die Arbeit betont, dass Intelligenztests als Diagnoseinstrumente zwar hilfreich, aber keinesfalls als alleinige Grundlage für Förderentscheidungen zu betrachten sind.
Welche Rolle spielen außerschulische Förderprogramme?
Sie werden als wertvolle Ergänzung gesehen, um soziale Netzwerke aufzubauen und Kindern einen geschützten Raum zu bieten, in dem sie ihre Begabungen ohne den Druck des schulischen Leistungsniveaus entfalten können.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Begabung oder Hochbegabung. Begriffsdebatte und Fördermöglichkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1044751