Das Klassenzimmer hat sich verändert. Heute sitzen Kinder in den Schulen, die mehrsprachig aufwachsen und erzogen werden. Dies bringt die Frage hervor, mit welcher sich diese Hausarbeit beschäftigen wird. Eine Frage, die gleichzeitig auch unser heutiges Bildungssystem in Frage stellt und dessen Antwort Aufklärung bringen soll. Kann Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht ein Vorteil sein?
Die folgenden Seiten sollen die Antwort auf diese Frage entschlüsseln und den Leserinnen und Lesern neue Erkenntnisse zu diesem Thema entgegenbringen. Doch bevor die Hauptfrage beantwortet werden kann, gibt es eine andere Frage, welche ebenso wichtig ist: Was genau ist Mehrsprachigkeit?
Diese Folgen, welche nicht nur durch die allgemeine Migrationsbewegung in Deutschland entstanden sind, sondern die ebenfalls durch die sogenannte „Flüchtlingskrise“ im Jahr 2015 hervorgerufen wurden sind nicht unbedingt negativ, jedoch zwingen sie unser Bildungssystem zu einer Veränderung.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung und Fragestellung
Was ist Mehrsprachigkeit?
Ist Mehrsprachigkeit normal?
Die 4 Typen der Mehrsprachigkeit
Vorteile von Mehrsprachigkeit
Nachteile von Mehrsprachigkeit
Die Anforderungen des Deutschunterrichts in der Sekundarstufe 1
Bildungsplan 2016 von Baden-Württemberg für Sekundarstufe 1
Mehrsprachigkeit im Bildungsplan
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht der Sekundarstufe I als Vorteil betrachtet werden kann, indem sie den theoretischen Rahmen der Mehrsprachigkeit beleuchtet und mit den Anforderungen des aktuellen Bildungsplans vergleicht.
- Definition und verschiedene Typen der Mehrsprachigkeit
- Wissenschaftlich belegte Vor- und Nachteile der Mehrsprachigkeit
- Anforderungen des Deutschunterrichts gemäß Bildungsplan 2016 (Baden-Württemberg)
- Integration und Stellenwert von Mehrsprachigkeit im schulischen Bildungskontext
Auszug aus dem Buch
Die 4 Typen der Mehrsprachigkeit
Riehl unterscheidet Mehrsprachigkeit nach 4 Typen, die in Kurzform vorgestellt werden: Mehrsprachigkeit nach Art des Erwerbs. Hierbei ist die Frage wie die Sprachen, welche die mehrsprachige Person besitzt, erworben wurden. Wurde sie gleichzeitig erworben oder nacheinander? Sollte sie gleichzeitig erworben worden sein, so ist hier von einem sogenannten „Bilingualem Erstspracherwerb“ die Rede. In anderen worden, die mehrsprachige Person besitzt nun zwei Erstsprachen. Des Weiteren werden Unterschiede durch die Umstände, des Spracherwerbs gemacht. Wo wurde die Sprache erlernt?
Sollten die Sprachen aber nacheinander erlernt worden sein ist dann von einem „gesteuertem Erwerb“ die Rede. Ein weiterer Unterschied wird ebenfalls noch durch das Alter gemacht, in welchen man die Sprachen lernt. Dieser zeitliche Unterschied der Erlernung der Sprachen zeigt sich dann auch in der Haltung der mehrsprachigen Person gegenüber der Anwendung der Sprachen. Nach Riehl zeigen Personen, welche einen bilingualen Erstspracherwerb hatten „ein anderes Verhalten gegenüber Sprachmischung und anderen Formen mehrsprachigen Sprechens.“
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung und Fragestellung: Das Kapitel führt in den gesellschaftlichen Wandel durch Migration ein und leitet die zentrale Forschungsfrage ab, ob Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht einen Vorteil darstellt.
Was ist Mehrsprachigkeit?: Hier werden grundlegende Definitionen und verschiedene Typen der Mehrsprachigkeit sowie ihre Verbreitung weltweit und im Kontext der Gehirnforschung analysiert.
Vorteile von Mehrsprachigkeit: Dieses Kapitel erläutert kognitive, metasprachliche und kommunikative Vorteile, die sich aus der Beherrschung mehrerer Sprachen ergeben.
Nachteile von Mehrsprachigkeit: Es werden kritische Aspekte wie Zeitaufwand, finanzielle Kosten und potenzielle Barrieren in der gesellschaftlichen Kommunikation diskutiert.
Die Anforderungen des Deutschunterrichts in der Sekundarstufe 1: Dieser Abschnitt analysiert die prozess- und inhaltsbezogenen Kompetenzen des Bildungsplans 2016 für Baden-Württemberg.
Mehrsprachigkeit im Bildungsplan: Das Kapitel zeigt auf, wie Mehrsprachigkeit explizit in den Bildungsstandards verankert ist und primär als Hilfsmittel zur Sprachreflexion dient.
Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Mehrsprachigkeit bei vorhandenen hinreichenden Deutschkenntnissen als klare Bereicherung und Vorteil für den Lernprozess zu bewerten ist.
Schlüsselwörter
Mehrsprachigkeit, Deutschunterricht, Bildungsplan, Bilingualität, Erstspracherwerb, Sprachreflexion, Migrationshintergrund, Sprachkompetenz, kognitiver Nutzen, metasprachliches Wissen, Sekundarstufe I, Integration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Mehrsprachigkeit im schulischen Kontext und hinterfragt, ob sie im Deutschunterricht der Sekundarstufe I eher eine Chance bzw. einen Vorteil als ein Hindernis darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Mehrsprachigkeit, die Analyse von Lernvorteilen versus Zeit- und Ressourcenaufwand sowie die Verankerung im baden-württembergischen Bildungsplan.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet: "Kann Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht ein Vorteil sein?"
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf Literaturanalyse, der Auswertung wissenschaftlicher Studien und dem Vergleich mit curricularen Vorgaben basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung von Pro- und Contra-Argumenten sowie eine detaillierte Betrachtung der Anforderungen des Deutschunterrichts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mehrsprachigkeit, Bilingualität, Sprachbewusstsein, Migrationshintergrund und der Bildungsplan 2016.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen äußerer und innerer Mehrsprachigkeit?
Äußere Mehrsprachigkeit bezieht sich auf das Beherrschen zwei verschiedener Sprachen, während innere Mehrsprachigkeit die Beherrschung einer Sprache inklusive ihrer Dialektvarianten umfasst.
Welche Rolle spielt die Gehirnforschung in der Arbeit?
Die Gehirnforschung dient dazu, Mehrsprachigkeit als Normalzustand zu belegen, wobei das "Broca-Areal" als Speicherort für erlernte Sprachen angeführt wird.
Wie bewertet die Autorin den Einfluss des Bildungsplans?
Der Bildungsplan betrachtet Mehrsprachigkeit vor allem als ein methodisches Hilfsmittel, um bei Schülern ein tieferes Sprachbewusstsein zu fördern.
Was ist das zentrale Ergebnis der Arbeit?
Das Fazit lautet, dass Mehrsprachigkeit einen klaren Vorteil darstellt, sofern die Lernenden über ein grundlegend akzeptables Niveau in der deutschen Sprache verfügen, da es das Verständnis für Sprachstrukturen allgemein vertieft.
- Arbeit zitieren
- Samuel Bajaly (Autor:in), 2020, Vor- und Nachteile von Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1044786