Die Araber im Mittelalter


Referat / Aufsatz (Schule), 2000
8 Seiten, Note: 1

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Die Araber im Mittelalter

In dem folgenden Text möchte ich die Entwicklung und die Ausbreitung der Araber im Verlaufe des Mittelalters erläutern.

Arabische Namen sind oft unterschiedlich überliefert worden, so heißt der Beginn der islamischen Zeitrechnung entweder hidschra, higra oder hijra. Ich habe mich bemüht, eine einheitliche Sprache zu benutzen.

MUHAMMAD

Mit dem Propheten Muhammad treten die Araber im siebten Jahrhundert nach Christus in die Weltgeschichte ein. Die islamische Zeitrechnung beginnt mit dem Zeitpunkt der Übersiedlung Muhammads von Mekka nach Medina. Das ist das Jahr 622 n. Chr., welches man auch als hidschra bezeichnet.

Muhammad wurde um 570 n. Chr. in Mekka geboren und gehörte der angesehe- nen Sippe der Hashemiten vom Stamm der Quraish an. Im Arabischen bedeutet sein Name „der Gepriesene“. Muhammads Vater Abdallah starb noch vor der Geburt seines Sohnes, die Mutter Amina, als er sechs Jahre alt war. Er wurde kurze Zeit von seinem Großvater Abd al- Muttalib erzogen, dann von seinem Onkel Abu Talib. Im Alter von 25 Jahren lernte der Kaufmann Muhammad die wohlhabende Kaufmannswitwe Khadidja kennen. Er erledigte ihre Handelsge- schäfte. Muhammad heiratete die wesentlich ältere Khadidja und nahm sich solange sie lebte keine andere Frau. Muhammad, dessen Bedachtsamkeit, Güte und Integrität man kannte, war in Mekka hoch angesehen. Er erhielt den Beinamen al- Amin „der Vertrauenswürdige“. Trotz seines gemäßigten Charak- ters war er eine kraftvolle Persönlichkeit. Khadidja gebar ihm drei Söhne, die alle noch im Kindesalter starben, und vier Töchter, von denen nur eine überlebte (Fatima). Sie gebar ihm Enkel.

Oft entfloh Muhammad dem Getriebe der Stadt und zog sich zum Meditieren in eine Höhle auf dem nahen Berg Hira zurück. Der Wendepunkt trat ein, als er ungefähr 40 Jahre alt war. Muhammad hatte ein Schlüsselerlebnis in Form einer Offenbarung, die ihn anwies, der Prophet seines Volkes zu sein. Spätere Genera- tionen nannten es die Nacht „der Macht“ oder „des Schicksals“. Nach einer Version tauchte ein Engel in Gestalt eines Mannes am Horizont auf, er befahl ihm vorzutragen. Muhammad fragte: „Was soll ich vortragen?“, und die Stimme erwiderte:

Sag: Im Namen deines Herrn, der erschuf, erschuf den Menschen aus geronnenem Blut.

Sag: Denn dein Herr ist allgütig, der die Feder gelehrt, gelehrt den Menschen, was er nicht gewusst. Fürwahr! Siehe, der Mensch ist wahrlich frevelhaft, wenn er sich im Reichtum sieht. Siehe, zu deinem Herrn ist die Rückkehr.

Muhammad sollte einen neuen Glauben, den Islam, ausrufen. Er übernahm die Rolle nicht sogleich. Er litt unter Ängsten und Zweifeln. Bald darauf fing Mu- hammad jedoch an, seine mekkanischen Mitbürger zu ermahnen. Hauptsächlich rief er zum Glauben an den barmherzigen Schöpfergott auf und forderte einen besseren Lebenswandel. Zunächst fand die Botschaft wenig Anklang. Seine Anhänger wurden jüngere Leute aus vornehmen Familien, teils Angehörige der unteren sozialen Schichten, zum Beispiel freigelassene Sklaven. Um 615 war der Widerstand in Mekka so groß, dass Muhammad mit über 100 Anhängern nach Abessinien floh. Später kehrte er jedoch nach Mekka zurück. Schließlich wurde seine Lage so schwierig, dass er 622 Mekka verließ und nach Yathrib (späteres Medina) übersiedelte. Das Jahr der hidschra (Auswanderung) wurde zum Beginn der islamischen Zeitrechnung (622).

Muhammad schaffte es in der folgenden Zeit, einen großen Teil der Bevölke- rung Medinas zu seiner Lehre zu bekehren. In der medinesischen Phase zeigte sich Muhammad weniger als religiös inspirierter Gerichtsprediger, vielmehr als Staatsmann und Politiker. Die Mekkaner blieben weiterhin erbitterte Gegner. Nach Kämpfen mit wechselseitigem Erfolg kehrte Muhammad auf einer Pilger- fahrt mit 1400 Anhängern nach Mekka zurück. Dort bekehrte sich ein Großteil der Mekkaner zum Islam. 632 starb Muhammad als Führer fast der gesamten arabischen Halbinsel.

DER ISLAM

Der Islam ist eine der fünf großen Weltreligionen.

Der Islam ist der Glaube, den Gott durch seinen letzten Gesandten Muhammad der Menschheit offenbarte. Er äußert sich in vollständiger Ergebung in Gott, die gleich ist wie die Schließung des Friedens mit Gott, mit den Menschen und sich selbst. Die Anhänger des Islam nennen sich selbst Muslime.

Nach Muhammads Meinung ist der Grundfehler des Judentums die Ablehnung von Jesus Christus, Grundfehler des Christentums ist die Dreieinigkeit Gottes und die Vergöttlichung von Jesus.

Allah ist Gott, außer Allah ist kein Gott, und Muhammad ist sein Prophet. (Glaubensbekenntnis)

Die Worte Allahs stehen im Koran (Ergebung, Friede oder Rettung), er ist die heilige Schrift der Muslime.

„Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Erbarmers! Lob sei Gott, dem Herrn der Welten, dem Barmherzigen, dem Erbarmer, dem Herrn des Gerichtstages. Dir dienen wir, und dich bitten wir um Hilfe:

Führe uns den geraden Weg, den Weg derer, denen du Gnade erwiesen hast, nicht derer, die dem Zorn verfallen sind, noch derer, die in die Irre gehen.“ (Sure 1: al-Fatiha- die Eröffnende)

Sie glauben, dass eigentlich alle Menschen als Muslime geboren werden, erst die Eltern machen den jeweiligen zum Anhänger einer anderen Religion.

Die „fünf Säulen des Islam“ sind die Grundlage für das Leben der Muslime.

1. Das Glaubensbekenntnis wird bei allen möglichen Gelegenheiten gebetet.
2. Das tägliche Gebet ist ein Ritualgebet, welches fünfmal am Tag gebetet wird. Es erfolgt immer in Richtung der Stadt Mekka.
3. Die Armensteuer ist für alle Muslime eine Verpflichtung.
4. Fasten im Monat Ramadan wurde als Erinnerung an die Engelserscheinung Muhammads eingeführt. Es findet immer ab Ende Februar bis Ende März statt, dabei darf von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang nichts gegessen werden.
5. Die Wallfahrt nach Mekka (Kaaba) soll ein Muslim wenigstens einmal im Leben machen. Dies schreibt der Koran vor.

Die Kaaba ist ein schwarzer Meteorit, der schon lange vor Muhammad als heilig verehrt wurde.

Die Anhänger des Islam teilen sich in zwei große Gruppen auf:

Die Sunniten überdecken den Großteil der muslimischen Bevölkerung. Sie berücksichtigen in ihrer Glaubensüberzeugung die traditionelle Entwicklung des Islam und halten sich streng an den Koran.

Die Schiiten verehren Ali, den Mann von Muhammads Tochter. Sie glauben, er sei der Träger des Göttlichen und erkennen die von den Kalifen erste Niederschrift des Korans nicht an.

Der Islam kennt keine „heiligen“ Kriege, er lässt jedoch den „religiös verdienst- vollen Kampf des Einzelnen“ zu. Schon im Koran steht, dass als tatkräftiger „Einsatz des Gläubigen für die Sache Gottes“ sowohl die Waffe als auch ein gewaltfreies Engagement für Gottes Sache sein kann. Das im 8. Jahrhundert formulierte Völkerrecht zerteilt die Welt in ein „Gebiet des Islam“ und ein „Ge- biet des Krieges“ Gegenwärtig wird die Zahl der Anhänger des Islam auf insgesamt etwa 935 Millionen Menschen geschätzt. Zu den Ländern der islamischen Weltge- meinschaft gehören die arabischen Staaten in Nordafrika und im Nahen Osten, die Türkei und Teile von Zentralasien, der Iran, Afghanistan, Pakistan, Indien und Bangladesh, Malaysia, Indonesien, Philippinen und Teile Chinas.

DIE ERSTEN KALIFEN

Nach Muhammads Tod (632n. Chr.) begann unter den Kalifen der Krieg für die Ausbreitung des neuen Glaubens. In allen Richtungen stießen Reiterscharen der Araber unter der grünen Fahne des Propheten vor.

Im ersten Augenblick löste der Tod Muhammads bei seinen Nachfolgern Ver- wirrung aus. Bei einem Treffen der engen Gefolgsleute und Führer wurde Abu Bakr zum Kalifen (Nachfolger) gewählt. Der Kalif war kein Prophet, er war das Oberhaupt der Gemeinde jedoch in keinem Sinne des Wortes ein Gesandter Gottes. Trotzdem nahmen die Kalifen eine religiöse Autorität für sich in An- spruch.

Der Prophet Muhammad beanspruchte universale Autorität, sein Land hatte keine natürlichen Grenzen. In seinen letzten Jahren waren militärische Expediti- onen in die Grenzgebiete des Byzantinischen Reiches entsandt worden. Mu- hammad forderte, dass die Herrscher der großen Reiche seine Botschaft anneh- men. Nach seinem Tod drohten die Bündnisse zu zerbrechen. Darauf begann die Gemeinde unter Abu Bakr mit militärischen Aktionen. (die Kriege der ridda) Zunächst wurde ein Heer geschaffen. Nachdem die Krieger die Grenzgebiete der großen Reiche besiegt hatten, drangen sie bis in ihre Zentren vor. Am Ende der Herrschaft des zweiten Kalifen (Umar ibn al- Chattab- bis 644n. Chr.) waren ganz Arabien, ein Teil des Sasanidenreiches und die syrischen und ägyptischen Provinzen des Byzantinischen Reiches erobert, kurze Zeit später wurde der Rest des sasanidischen Gebietes besetzt.

Das arabische Heer, das in die beiden Reiche einmarschierte, war keineswegs eine Stammeshorde, sondern eine gut organisierte Streitmacht. Der Einsatz von Kamelen als Fortbewegungsmittel verschaffte ihnen einen Vorteil bei Feldzügen über große Entfernungen.

Die Aussichten auf Land und Reichtum verbanden sie zu einer Interessengemeinschaft. Vielen verlieh die glühende Überzeugung, der richtigen Religion anzugehören, eine besondere Stärke. Darüber hinaus waren das Byzantinische und Sasanidische Reich durch Pestepidemien und lange Kriege bereits vor dem Einmarsch der Araber geschwächt. Die Bevölkerung der unterworfenen Länder nahm die arabische Herrschaft hin.

Die Eroberer übten ihre Macht von befestigten Feldlagern aus, in denen die arabischen Krieger stationiert waren. Dabei wurden die Lager in schon beste- henden Städten eingerichtet oder es kam zur Gründung neuer Siedlungen. Die Lager waren Anziehungspunkte für Einwanderer aus Arabien und den eroberten Ländern.

Zwischen den neureichen Mitgliedern der Elite und den ärmeren Volksgruppen gab es schon in der Eroberungszeit Anzeichen von Spannungen. Die alten Gefährten des Propheten betrachteten die später Bekehrten, welche die Macht mit ihnen teilten, mit Misstrauen.

Die Macht verschob sich mehr und mehr in den Norden, in die reichen und dichter bevölkerten Länder Syrien und Irak. Die Spannungen drängten sich dann um 644 an die Oberfläche. Zu dieser Zeit herrschte der dritte Kalif, Uthman ibn Affan (Quraisch). Er wurde 656 von Widerstandsgruppen ermordet. Damit begann die erste Periode des Bürgerkriegs innerhalb der Gemeinde. Der Machtkampf in Medina wurde in die Heerlager getragen.

Nach einigen Kämpfen kam es zur Einigung und 661 zur Machtübernahme durch den syrischen Stadthalter Mu‘awiya ibn Abi Sufyan.

Diese Übernahme ist immer als das Ende einer Phase und der Beginn einer neuen betrachtet worden.

DIE UMAIJADEN

Von nun an war das Amt des Kalifen erblich und die Macht lag in den Händen einer Sippe. Ihre Anhänger nannten sich die Umaiyaden. Mu’awiya trat sein Amt an seinen Sohn und der an seinen ab.

Danach folgte die zweite Periode des Bürgerkriegs. Das bedeutete nicht nur einen Wechsel der Herrschaft, außerdem wurde Damaskus zur Hauptstadt des arabischen Reiches ernannt. Von dort ließen sich Küstengebiete des östlichen Mittelmeers und ihr Hinterland leichter kontrollieren, als von Medina aus. Das war um so wichtiger, als sich die Herrschaft des Kalifen noch mehr ausbreitete. Muslimische Streitkräfte stießen um 650 zur vollständigen Islamisierung Nord- afrikas nach Westen vor und errichteten ihren ersten wichtigen Standort (Kairu- an) in der ehemaligen Provinz Afrika (Ifriqiya, heutiges Tunesien).

Um 645 wurden die Muslime mit der entscheidenden Hilfe von „abtrünnigen“ byzantinischen Experten auch zur See aktiv. Sie konnten 649 Zypern erobern und Angriffe auf Sizilien unternehmen.

Von Kairuan zogen die Araber weiter nach Westen, erreichten am Ende des 7. Jahrhunderts die marrokanische Atlantikküste und setzen bald darauf (711) nach Spanien über. Dort besiegten sie den letzten Gotenkönig (Roderich). In den folgenden zwei bis drei Jahrzehnten gelang es ihnen, nahezu die gesamte Iberische Halbinsel und zeitweilig größere Teile Südfrankreichs unter muslimische Kontrolle zu bringen.

In östlicher Richtung wurde das Gebiet bis zum Oxus erobert und es kam zu ersten muslimischen Vorstößen in das nordwestliche Indien. Die Westausdehnung des Islam wurde jedoch um 732 (Hundert Jahre nach dem Tod des Propheten) durch Karl Martell in der Schlacht bei Poitiers gestoppt. Man verbindet diesen Ort mit der endgültigen Bannung einer großen Gefahr. Von der muslimischen Seite aus sehr viel schwerwiegender und ernüchternder war jedoch die, trotz großen Aufwandes, erfolglose Belagerung Byzanz‘ in den Jahren 715- 718 gewesen. Die Araber eroberten zwar weite Gebiete, konnten diese aber nicht gut befestigen und waren dadurch nicht immer erfolgreich bei der Verteidigung der erreichten Grenzen.

Charakteristisch für die arabisch- islamische Expansion war die ungewöhnliche Schnelligkeit ebenso wie die unaufhaltsame Stetigkeit der Krieger. Das Leben der Eroberer und der Eroberten wurde zu einer Art Symbiose (dauer- haftes Zusammenleben zweier Gruppen zu beiderseitigem Nutzen). So wurden zum Beispiel in Teilen Zentralasiens die Araber, die keine aktiven Kämpfer mehr waren und sich auf dem Land oder in den Städten ansiedelten, in die iranische Gesellschaft aufgenommen und die Iraner fanden Zutritt zur herr- schenden Gruppe der Araber.

Das Wachstum muslimischer Gemeinden in den östlichen Städten und die Stammesgegensätze führten erneut zu Spannungen.

DIE ABBASIDEN

Eine Gruppe entfernter Nachkommen des Propheten baute eine organisierte Bewegung auf. Ihrem Anführer gelang es ein Heer aufzustellen und die Unter- stützung für die Bewegung weitete sich aus. Das Heer zog nach Westen und die Umaiyaden wurden in mehreren Schlachten geschlagen. Danach wurde Abul- Abbas (749- 54) in Kufa am Euphrat zum Kalifen ausgerufen. Er war ein Nach- komme von Muhammads Onkel Abbas. Seine Anhänger besetzten bald darauf Damaskus. Der letzte Umaiyaden-Kalif floh nach Ägypten und wurde dort er- mordet. Eine neue Dynastie (Herrscherfamilie) hatte damit die Macht ergriffen. Der neue Kalif und seine Nachfolger nannten sich die Abbasiden. Sie verspra- chen die Wiederherstellung der gottgewollten Ordnung, die zur Zeit des Prophe- ten existiert habe, aber durch die Umaiyaden geschändet worden sei.

Ihre Herrschaft unterschied sich jedoch nicht sehr von der, der letzten Umaiya- den. Abul-Abbas trennte sich als erstes von den Männern, die ihn an die Macht gebracht hatten, sie wurden ermordet. Dabei entstanden auch Konflikte in der Familie. Als Abul-Abbas 754 starb, gelangte die Kalifenwürde an seinen Bruder Abu Djafar, der den Herrschernamen al-Mansur (der Siegreiche) annahm. Das neue Machtzentrum wurde die Stadt Bagdad. Die Hauptstadt lag mitten im Zweistromland, wo die Abbasiden ihren stärksten Rückhalt hatten. Bagdad wur- de in kurzer Zeit eine glanzvolle Metropole. Man sagt das Bagdads Blütezeit unter den Abbasiden der Höhepunkt der islamischen Geschichte war. Am Ende des zehnten Jahrhunderts bildete diese Welt jedoch nicht länger eine politische Einheit. Es war eine bemerkenswerte Leistung gewesen, so viele Län- der mit unterschiedlichen Kulturen und Interessen über einen so langen Zeit- raum (von 754) in einem einzigen Reich zusammengehalten zu haben. Ohne die Kraft der religiösen Überzeugung wäre das auch kaum möglich gewesen. Die Stadthalter der Provinzen im Westen waren unabhängig geworden und bald entglitt auch der Osten dem Zugriff des Reiches. Den Machtverfall hofften die Kalifen durch eine Söldnerarmee aufzuhalten, dieser Versuch gelang ihnen je- doch nicht.

Am Anfang des 10. Jahrhunderts war das Ansehen der Abbasiden so weit gesunken, dass sich der umaiyadische Stadthalter von Andalusien (Spanien) als Kalif anreden ließ.

In Kairo, eine von den Fatimiden gegründete Stadt, entstand 969 ein neues Kalifat, welches Ägypten und Syrien unterwarf. [Im Jahre 910 erschien ein Mann namens Ubaidallah in Tunesien, der seine Abstammung auf Fatima (Tochter Muhammads), zurückführte. Er nahm den Kalifentitel an, und seine Familie begründete im Zeitraum von 50 Jahren eine stabile Dynastie: die Fatimiden]. Bis 1171 herrschten die Fatimiden in Ägypten, dann wurden sie von einem kurdischen Militärführer entmachtet.

Ihm gelang es, die Kampfkraft und die religiöse Begeisterung der ägyptischen und syrischen Muslime zu entfachen, um die europäischen Kreuzritter zu besiegen, die am Ende des elften Jahrhunderts in Palästina und an der syrischen Küste Staaten errichtet hatten.

Das Gebiet des muslimischen Teiles Spaniens hatte kein Machtzentrum, sondern mehrere Zentren. Es wurde jedoch bis ins frühe 11. Jahrhundert von den Umaiyaden regiert, bis es in eine Reihe kleinerer Reiche zerfiel. Dadurch dehnten sich die christlichen Gebiete im Norden Spaniens nach Süden aus. Sizilien ging an die nordeuropäischen Normannen verloren.

Das östliche Gebiet stand unter der Herrschaft der Seldschuken, einer türkischen Dynastie, welche eine große türkische Armee besaß. Sie ernannten sich 1055 in Bagdad unter der formellen Herrschaft der Abbasiden zu den wahren Herren. Sie herrschten über den Iran, Irak und den größten Teil Syriens. Die Seldschuken beanspruchten aber nicht die Kalifenwürde. Man bezeichnet sie als „Sultan“ (Träger der Macht). Damit verloren die Abbasiden ihre weltliche Macht und ihren Einfluss auf den Gang der Politik.

Während des dreizehnten Jahrhunderts wurde das östliche Gebiete von einer nichtmuslimischen Mongolendynastie bedroht. Sie unterwarfen Iran und den Irak. 1258 erzwangen die Mongolen das Ende des Abbasidenkalifats und erstürmten die Hauptstadt Bagdad, dabei ermordeten sie den Kalifen. Ein Teil der mongolischen Herrscherfamilie regierte über den Irak und den Iran. Dieser Teil wechselte auch zum Islam über.

Den Mongolen gelang es nicht weiter nach Westen vorzudringen, da sie dort von einer ägyptischen Armee aus Militärsklaven (Mamluken) aufgehalten wur- den.

Die Mamluken herrschten zwei Jahrhunderte (1250- 1517) lang über Ägypten und zerstörten die von den Kreuzrittern in Syrien und Palästina gegründeten Staaten.

DER NIEDERGANG DES KALIFATS

In dieser Zeit veränderten sich die Grenzen der muslimischen Welt erheblich.

Der islamische Glaube wurde auch ohne kriegerische Auseinandersetzungen ausgebreitet. So kam es, das ein Großteil der griechischen Bevölkerung bekehrt wurde.

Die muslimische Herrschaft und die muslimischen Völker dehnten sich außerdem im Osten bis nach Nordindien aus.

Auch in Afrika verbreitete sich der Islam über die Handelswege in die Sahelzo- ne in den südlichen Rand der Sahara, im Niltal und entlang der ostafrikanischen Küste.

Somit zerfiel zwar das arabische Reich, der islamische Glaube wurde jedoch bis in die heutige Zeit ausgelebt und verbreitet.

Ich denke, dass der Prophet Muhammad eine wirksame, beständige Lehre ge- schaffen hat. Man sieht, dass die Araber erst seit Muhammad zur Weltgeschich- te gehören. Ohne den Islam hätten die arabischen Krieger auch nie die starken Feinde besiegt. Aber ich glaube trotzdem, dass die Nachfolger Muhammads nicht immer nach den Richtlinien ihres Glaubens gekämpft haben. Sie handelten außerdem nicht nach dem Willen Muhammads. Es war ein einzi- ger Streit um die Macht.

Der islamische Glaube ist die einzige Religion, deren Anhänger sich ständig vermehren. Obwohl er sehr strenge und einengende Regeln besitzt.

8 von 8 Seiten

Details

Titel
Die Araber im Mittelalter
Note
1
Autor
Jahr
2000
Seiten
8
Katalognummer
V104484
Dateigröße
342 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
zum Thema Migration, beschreibt die Ausbreitung der arabischen Völker bis zum Ende des Mittelalters, mit Biografie von Muhammad und wichtige Punkte über den Islam
Schlagworte
Araber, Mittelalter
Arbeit zitieren
Annika Finow (Autor), 2000, Die Araber im Mittelalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104484

Kommentare

  • Gast am 27.11.2001

    hallo.

    sehr informativ und gut geschrieben,ich fand es gut dass du auch persönlich geschrieben hast.danke.

  • Gast am 14.12.2001

    taurus.

    Hi Annika,

    Falls du eine Muslimein bist, so sei im Namen Gottes des Allwissenden herzlich gegrüßt. gelobt seist du und dein Werk.

    Aber wenn das nicht zutrifft ( also das du keine Muslimein bist) grüße ich dich im Namen unseres Gottes ( ich hoffe doch du bist Christin ) und lobe dich und deine Arbeit. dennoch wäre es für mich verwunderlich wie gut du informiert bist. Ich ( Ma und Da sind aus Ägypten ) habe mindestens drei Monate gebraucht um ein vollständiges Bild über die Araber zu erhalten. Es ist ziemlich schwer in der westlichen Kultur noch irgendwelche Wahrheiten über die Araber zu finden, deswegen war ich gezwungen Arabische Texte als Grundlage meiner Idee zu verwenden, was wiederum schwer ist, denn wie soll ich eienem Europäer erklären, wenn er die Sprache nich kann. Wie ich sehe kennst du dich einigermaßen gut in der religion aus, und was ist dein Ersteindruck ?

    Egentlich schreieb ich dir diesen Brief weil ich DEINE Meinung und dein Eindruk über die heutige Politik, die nahezu antiislmisch ist ?

    Friede sei mit dir, hüte und beschütze Gottt dich und deine Familie.

    PS: Schreib mir wieder

  • Gast am 12.4.2002

    Hm.

    Naja. Für ein Schulreferat OK, ich halte die Bewertung allerdings für zu hoch; die abschließenden Worte des Referats unterstreichen noch einmal kräftig den Eindruck des Naiven, der sich während des Lesens erhebt.

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