Ketzer und Katharer im Mittelalter


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

9 Seiten, Note: gut


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Inhaltsverzeichnis

1. Ketzer
1.1 Katharer

2. Languedoc

3. Anhängerkreis

4. Glaubensgrundsätze

5. Unterscheidung Katharer und Albigenser

6. Widerspruch zur katholischen Kirche

7. Gegner und Neider

8. Erste Verfolgung

9. Katholische Kirche und der Kreuzzug gegen die Katharer

10. Das Ende der Katharer

11. Legenden und Mythen um die Katharer

Ketzer

Ab dem 11. Jahrhundert bildeten sich in Südfrankreich zwei religiöse Gemeinschaten, die sich Katharer, bzw. Albigenser nannten. Im Gegensatz zur katholischen Kirche in dieser Zeit lebten diese einfach, arbeiteten hart und verzichteten auf den in dieser Zeit üblichen Prunk und Luxus.

Als diese Gemeinschaften immer mehr Anhänger fanden und ein großangelegter Predigtfeldzug gescheitert war, ließ die Kirche diese Gemeinschaften durch ein nordfranzösisches Ritterheer, welches durch Abgesandte des Papstes begleitet und angetrieben wurde, angreifen. Nach 20 Jahren Krieg (1209 - 1229) war die letzte Burg der Katharer gefallen. Die Albigenser hatten sich in die Schweiz zurückgezogen, wo sie erst beim späteren Übergreifen der Inquisition (Hexenverfolgung) zerschlagen wurden.

Die Kirche fragte sich natürlich, wie es zu diesen Abspaltungen kommen konnte und kam zu dem Schluß, dass der Teufel seine Finger im Spiel gehabt haben musste.

Von den Katharern letet sich auch das Wort ab, dass später als allgemeine Bezeichnung für Gegner der Kirche verwendet wurde:

Ketzer!!!!

Später wurde von Papst Gregor IX. die Inquisition, wie wir sie kennen, gegründet. Er wollte dadurch gegen neue ketzerische Umtriebe vorgehen. Diese Gerichtsverfahren wurden von Mönchen geleitet, die gleichzeitig Kläger und Richter waren. Die oftmals unschuldig Angeklkagten landeten in der Regel auf dem Scheiterhaufen oder im Kerker. Erst später wurde die Folter zugelassen, welche Geständnisse von den Angeklagten erpresste.

Die Katharer

Katharer - ihr Name kommt vom griechischen „ktharos“, rein - ist die Bezeichnung für die weit verbreitete religiöse Bewegung des Mittelalters. Katharer zeichneten sich durch das Einhalten strenger Askese aus. Sie vertraten eine vom Manichäismus beeinflußte dualistische Theologie, derzufolge das Universum aus einer von Gott geschaffenen spirituellen und der vom Satan beherrschten materiellen Welt.

Der Oberbegriff Katharer wird häufig im Zusammenhang mit häretischen Gruppen verwendet, z. B. mit den im 3. Jahrhundert bekannten Novatianern, die die Wiederaufnahme derer verwarfen, die bei der Christenverfolgung abgefallen waren. Als Vorläufer der Katharer gelten ebenso die Paulizianer, die im 9. Jahrhundert gegründet und vor allem im südosteuropäischen Raum verbreitet waren. Aus ihnen gingen die Bogomilen hervor, eine Sekte. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts fanden die Katharer vor allem in Bulgarien, Albanien und Slawonien großen Zulauf.

In Italien nahm die Zahl ihrer Anhänger im 11. und 12. Jahrhundert zu. In der Gegend um Mailand nannte man sie abfällig Patrini, nach einer mailändischen Gasse, in der häufig Lumpensammler verkehrten. Als Reformbewegung erlangten diese Bedeutung, als sie den Kampf der Laienbrüder gegen den korrupten Klerus unterstützten. Ihre stärkste Gefolgschaft versammelten die Katharer in Südfrankreich, wo sie Albigenser hießen.

Der Rückgang der Bewegung erklärt sich jedoch nicht nur durch die Verfolgung der katholischen Kirche, sondern auch durch die Verbreitung der Bettelorden, insbesondere der Franziskaner. Als einziges schriftliches Zeugnis der Katharer liegt eine kurze Liturgie vor, die n der Sprache der Troubadoure des 13. Jahrhunderts verfasst ist.

Politischer und kultureller Hintergrund von Languedoc

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts gehörte Languedoc offiziell nicht zum Königreich Frankreich. Es war eine unabhängige Grafschaft, deren Sprache, Kultur und politische Einstellung wenig mit Frankreich gemein hatten, eher mit den Königreichen Aragon und Kastilien. Es herrschte eine überaus fortschrittliche und hochentwickelte Kultur, die in der damaligen christlichen Welt einmalig war. Im Gegensatz zu Nordeuropa standen die Gelehrsamkeit hier in hohem Ansehen. Dichtung und Minnegesang wurden gepflegt und Philosophie, Griechisch, Arabisch sowie Hebräisch mit Begeisterung studiert. In Lunel und Narbonne existierten Schulen, die sich mit der Kaballa, der jüdischen Mystik, beschäftigten. Selbst der dortige Adel war literarisch gebildet - zu einer Zeit, da die meisten Adligen des Nordens nicht einmal ihren Namen schreiben konnten.

In Languedoc herrschte eine gewisse religiöse Toleranz, anders als der katholische Fanatismus in anderen Teilen Europas. Hier fand die römisch-katholische Kirche nur geringe Wertschätzung. Vor allem die notorische Korruptheit ihrer Kleriker entfremdete das Volk von der Kirche. Es gab dort Kirchen, in denen schon seit über 30 Jahren keine Messen mehr gelesen worden waren.

Daher war es nur naheliegend, dass für die Anhänger der Katharer dies der geeignete Zufluchtsort gegen die Verfolgung durch die römisch-katholische Kirche war. In Languedoc konnten sie ungehindert ihre Religion ausüben.

Anhängerkreis

Die Katharer hingen ihren religiösen Überzeugungen nicht mit fanatischem Eifer nach. Die meisten Katharer waren ganz gewöhnliche Männer und Frauen, denen ihr Glaube eine Zuflucht vor der Strenge des orthodoxen Katholizismus bot und eine Befreiung von dem drückenden Zehnten, Bußübungen, Gebühren für Totenmessen und anderen Lasten sowie Pflichten, die ihnen die römische Kirche auferlegte.

Sie führten ein Leben in Demut und Einfachheit. Aufgrund ihrer Abneigung gegen Kirchengebäude hielten sie ihre Andachten entweder unter freien Himmel oder in sonstigen zur Verfügung stehenden Gebäuden ab. Mediative Übungen waren ihnen nicht unbekannt. Sie lebten vegetarisch, nur der Verzehr von Fisch war erlaubt. Ihre Priester wurden „Parfaits“ genannt und zogen immer paarweise übers Land. Darin sah die römische Kirche Anlaß zur Vermutung, dass die Priester unnatürliche sexuelle Praktiken ausübten-

Zahlreiche Adlige fühlen sich vom katharischen Glauben angezogen, der äußerst tolerant war. Andere Adlige waren lediglich anti-klerikal eingestellt und begrüßten die Religion der Katharer, da diese keine Abgaben und sonstige Leistungen von ihnen forderte. Nicht wenige Adlige wünschten ein Ende des Zehnt-Wesens, welches nur die Schatzkammern der Kirche füllten und ihre eigenen Einkünfte schmälerte. Aus diesen Gründen wurden viele Adlige im Alter „Parfaits“. Schätzungen zufolge rekrutierten sich 30% der Priester aus dem Adel von Languedoc.

Glaubensgrundsätze der Katharer

Die Katharer wurden auch Albigenser genannt, nach einem 1165 in Albi stattgefundenen Kirchenkonzil, welches ihrer Lehren verurteilte. Albi war auch gleichzeitig das Zentrum der Bewegung der Katharer.

Der Name Katharer war jedoch nur ein Sammelbegriff. Denn es gab keine einheitlich strukturierte Kirche mit einer festumrissenen Lehrmeinung. Die Gemeinde der Katharer umfasste vielmehr eine Fülle unterschiedlich orientierter Sekten, die zwar durch gewisse gemeinsame Prinzipien miteinander verbunden waren, sich im Detail jedoch unterschieden.

Ein Großteil des heutigen Wissens über die Katharer stammte aus offiziellen kirchlichen Quellen, wie zum Beispiel die Inquisition, die die Katharer als Ketzer verdammten. Sicher jedoch ist, dass mit der Verfolgung der Katharer ein dunkles Kapitel der Kirchengeschichte begann. Menschen, welche nicht der katholischen Kirche anhangen, wurden als Ketzer gebrandmarkt und verfolgt. Es war der Beginn der Inqusition. Ketzer waren all jene, welche sich nicht den Dogmen der römisch-katholischen Kirche beugen wollten und anders dachten. Erst später nannte man die Hexenverfolgung und Inquisition in einem Atemzug. Die Inquisition verbreitete jahrhundertelang Furcht und Schrecken.

Im Allgemeinen bekannten sich die Katharer zu der Lehre der Wiedergeburt und der Gleichrangigkeit des männlichen und weiblichen Prinzips. Die Lehrer und Prediger waren beiderlei Geschlechts. Sie distanzierten sich von Rom und machten jeder kirchlicher Hierarchie den Anspruch streitig, als Mittlerin zwischen Gott und den Menschen zu wirken. Die Katharer lehnten die Form der Glaubensausübung der römischen Kirche ab. Denn es war ein Glaube aus „zweiter Hand“. Sie erfuhren ihren Glauben aus unmittelbarer und persönlicher Erkenntnis. Es waren religiöse und mystische Erfahrungen, welche ohne fremde Hilfe direkt von dem Gläubigen erfahren wurden. Dieses Erleben wurde von den Katharern „Gnosis“ genannt, nach dem griechischem Wort für Erkenntnis. Darüber hinaus waren die Katharer strenge Dualisten. In der gesamten Schöpfung wurde ein immerwährender Kampf zwischen Gut und Böse ausgetragen (Geist und Materie, Licht und Finsternis). Im Gegensatz zum Katholizismus gingen die Katharer von der Existenz von mindestens zwei ebenbürtigen Gottheiten aus. Der eine, der Gute, besaß keinen menschlichen Leib und war ein rein geistiges Wesen oder Prinzip, frei von jedem irdischen Makel. Es war der Geist der Liebe. Liebe und Macht aber ließen sich nicht miteinander vereinbaren. Die stoffliche Schöpfung galt bei den Katharern als Ausfluß dieser Macht und war deshalb von Grund auf Böse. Sie betrachteten des Universum als Werk eines ursopatorischen Gottes, des Gottes des Bösen, die sie „Rex Mundi“ (König der Welt) nannten. Die Katharer glaubten an die Wiedergeburt und waren davon überzeugt, dass ein jeder durch strenge Einhaltung ihrer Prinzipien Erlösung erfuhr. Die Parfaits waren dieser Erlösung am Nächsten, gleichbedeutend mit dem Papst. Nur gab es mehrere von ihnen und sie übten keine weltliche Macht und Herrschaft aus. Dies widersprach ihren Glaubensgrundsätzen. Hygiene wurde großgeschrieben. Denn alles irdische war angetan zu verunreinigen und zu verschmutzen. Speisen wurden ohne Fett zubereitet, da dies als unrein galt und Eßbesteck mußte neunmal nach Ritualen gewaschen werden. Ihr Leben war keusch und ohne Prunk und Protzerei. Luxus galt als Fäulnis der Seele.

Die Katharer waren friedliebend und verabscheuten Gewalt. Selbst in Todesgefahr wurde kein Widerstand geleistet, sie nahmen den Tod hin. Kein Katharer durfte einem andere Menschen Gewalt antun, da dies die Aussicht auf Erlösung schmälerte. Auch Tiere durften nicht getötet werden, denn nach ihrem Glauben der Wiedergeburt könnte es ja sein, dass dies eine wiedergeborene Seele war. Das Leben als Kreislauf bis zur Erlösung und Eintritt ins Paradies war hoch geachtet.

Unterscheidung Katharer und Albigenser

Die Unterscheidung zwischen diesen beiden Gruppen ist je nach der vorhandenen Quelle unterschiedlich. Wahrscheinlich sind es zwei verschiedene Ausrichtungen der Sekte mit den gleichen Grundsätzen.

Die Albigenser werden als gnostische Gemeinschaft beschrieben, deren Name sich von der Stadt Albi ableitet. Sie knüpfen an die religiösen Grundsätze der Katharer an; sind wahrscheinlich mit den Walensern geistig verwandt. Anhänger dieser Richtungen traten bereits Anfang des 11. Jahrhunderts auf und galten als Nachfolger der Bogumilen und Manichäer. Sie propagierten ein rein apostolisches Christentum und führten ein einfaches, sittenreines und zurückgezogenes Leben. Sie verwarfen die Dreifaltigkeitslehre und das Abendmahl in der von der Kirche gelehrten und praktizierten Form. Sie praktizierten das Zölibat nach einer bestimmten Stufe der geistigen Entwicklung und verstanden den Tod und die Auferstehung Christi als Abbau der alten und Aufbau der neuen Persönlichkeit.

Die Katharer waren eine vom Ende des 10. Jahrhunderts bis Mitte des 15. Jahrhunderts in den meisten südlichen und westlichen Ländern Europas unter verschiedenen Namen verbreitete Sekte. Katharer nannten sie sich selbst, weil sie die reine ursprüngliche Lehre Jesu wiederherstellen wollten. Sie kannten zwei Gottheiten: Der gute Gott schuf die himmlische Welt und den himmlischen Menschen, der böse Gott schuf die materiellen Elemente und aus ihnen alle sichtbaren Dinge, die dualistische Auffassung.

Widerspruch zur katholischen Kirche

Einen Fall von schwerer Ketzerei sah die katholische Kirche darin, daß die Katharer die Schöpfung, um derentwillen Christus gestorben war, als abgrundtief schlecht bezeichneten und Gott, der Himmel und die Erde erschaffen hatte, als einen Usurpator bezeichneten. Die Schwerwiegendste Häresie (Ketzerei, Lästerung) bildete jedoch die Einstellung zu Christus. Da bei den Katharern alle Materie als böse galt, leugneten die Katharer, daß Jesus Menschengestalt angenommen habe und dennoch Gottes Sohn gewesen sei. In gewissen Katharer-Kreisen wurde er deshalb als völlig körperlos, als Phantom angesehen, das unmöglich gekreuzigt werden konnte. Die Mehrheit der Katharer hat in ihm einen Propheten gesehen, der sich in nichts von anderen Propheten unterschied - einen Sterblichen, der um das Prinzip der Liebe willen am Kreuz gestorben war. Somit stellte die Kreuzigung nichts Mystisches, nichts Übernatürliches, nichts Göttliches dar - falls sie überhaupt irgendeine Bedeutung hatte, was viele Katharer bezweifelten. Sie sahen Jesus keineswegs positiv. Nach Überzeugung der Katharer war er sündig geworden, weil er mit Maria Magdalena in wilder Ehe lebte und mehrere Kinder zeugte. Durch diese Sünden sei Jesus zurecht gekreuzigt worden.

Gegner und Neider

Der kulturelle Höhepunkt in Languedoc, ein Höhepunkt, den Europa erst wieder in der Renaissance erleben sollte, konnte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, daß verstärkt Anzeichen von Selbstgefälligkeit, Dekadenz und gedankenloser Unbekümmertheit auftraten. Das hatte zur Folge, daß das Land auf den Ansturm, der gegen ihn entfesselt wurde, nicht im geringsten vorbereitet war. Schon seit Jahren hatte der nordfranzösische Adel neidvole Blicke auf den Reichtum und den Luxus des Südens geworfen. Und auch die Kirche hatte ihre Gründe sich für Languedoc zu interessieren. Ihre Autorität war in der ganzen Region im Schwinden begriffen. Dort blühte die Kultur und die größte Häresie (Irrlehre) der mittelalterlichen Christenheit.

Das Gebiet sei von der albigensischen Ketzerei infiziert, erklärten wichtige kirchliche Würdenträger. Die Katharer stellten in ihren Augen eine ernsthafte Bedrohung für die römische Kirche dar, obwohl die Anhänger der Katharer der Gewalt abgeschworen hatten. Es war für die Kirche die ernsteste, der sie ausgesetzt sein sollte, bis drei Jahrhunderte später Martin Luther seine Thesen bekannt gab und die Reformation der Kirche einleitete.

Es bestand durchaus die reale Möglichkeit, daß sich die Lehren der Katharer in Europa durchzusetzen vermochten Der Katholizismus lief in Gefahr, seine Vormachtstellung zu verlieren. Denn die Lehren der Katharer fanden immer mehr Zuspruch, insbesondere in größeren Städten Deutschlands, Flanderns und der Champangne.

Erste Verfolgung

Bereits 1022 übergab der französische König Robert II., der Fromme Anhänger der Katharer dem Scheiterhaufen. Es war eine Gruppe angesehener Gelehrter aus Orleans. Einer Chronik zufolge beschimpften sie die Bibel als „Hirngespinst von Menschen aus Fleisch“.

Kreuzzug gegen die Katharer

1200 war Rom wegen der Entwicklung zutiefst beunruhigt. Ebenso war dem Papst nicht entgangen, dass der nordfranzösische Adel auf die Städte und das reiche Land im Süden blickte. Es fehlte der Kirche nur noch ein Anlaß, irgendein Vorwand, mit dem sie die öffentliche Meinung gegen die Katharer aufbringen konnte. Der Adel sollte die Sturmtruppe der Kirche darstellen.

14. Januar 1208 wurde Pierre de Castelnau, einer der päpstlichen Legaten in Languedoc, ermordet. Als Urheber dieser Tat, die vermeintlich von kirchenfeindlichen Kräften ausgeübt wurde, die mit den Katharern gar nichts zu tun hatten, machte Rom letztere verantwortlich. Der Vorwand war gefunden.

Papst Innozenz II. rief unverzüglich zu einem Kreuzzug gegen sie auf. Die Ketzer sollten ein für alle mal ausgerottet werden. Ein starkes Heer von 30.000 Mann wurde aufgeboten, das Kommando hatte der Abt von Clairvaux. Die militärische Leitung hatte Simon de Montfort. Sie machten sich daran, die höchstentwickelte Kultur des Mittelalters in Schutt und Asche zu legen. Diese Albingenserkriege dauerten 20 Jahre. Languedoc fiel und war nicht mehr wiederzuerkennen. Es war in die Rückständigkeit zurückgeworfen worden, wie sie für das restliche Europa charakteristisch war.

Im Jahre 1208 fiel ein 30.000 Mann starkes Heer aus Nordfrankreich einem Sturm gleich in Languedoc ein. In den folgenden kriegerischen Auseinandersetzungen wurde die gesamt Region verwüstet, die Ernten wurden vernichtet, Dörfer und Städte dem Erdboden gleichgemacht und ein Großteil der Bevölkerung umgebracht.

Die Vernichtung allen Lebens nahm entsetzliche Ausmaße an. Man kann heute von dem ersten GENOZID der modernen europäischen Geschichte sprechen. Allein in der Stadt Bezieres wurden 15.000 Männer, Frauen und Kinder niedergemetzelt. Wo immer die Sieger hinkamen, hinterließen sie eine blutige Spur.

Das Ende der Katharer ?

Damit war - zumindest auf den ersten Blick - das Ende der Katharer in Südfrankreich gekommen. Doch aus zeitgenössischen Dokumenten geht hervor, daß kleine Enklaven von Katharern diese Zeit überdauerten. Sie lebten teilweise in Höhlen und hielten trotz allem an ihrem Glauben fest.

Spuren der Lehren der Katharer und ihres Gedankengutes fand man unter anderem bei den Waldensern, den Hussiten, den Adamisten oder den Brüdern des Freien Geistes, den Anabaptisten, und den Kamisarden, von denen eine ganze Reihe zu Beginn des 18. Jahrhunderts in London Zuflucht suchte.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde eine neo-katharische Kirche ins Leben gerufen, es gab sogar einen „Katharischen Papst“, der bis zu seinem Tod 1978 in Arques residierte.

Mythen und Legenden

Ein Bollwerk gegen die kirchlichen Truppen der Inqusition war die Festung Mentsegur. Dorthin flüchteten viele Katharer. In dieser Festung soll es ein Sonnenzimmer gegeben haben. Das Geheimnis wurde von den Katharern gehütet und sie nahmen es auf dem Scheiterhaufen mit. Während der Belagerung gelang es vier Parfaits zu entkommen und sie nahmen das Geheimnis/die Reliquie der Katharer mit. Manch Historiker vermutet hinter dem Geheimnis der Katharer, den heiligen Gral . Bis heute wird versucht, das sagenumwobene Sonnenzimmer zu finden.

Quellen:

1. Geo Epoche, Das Mittelalter, 2000

2. Encarta 99

3. Geheime Gesellschaften, Moewig Verlag 1997

4. Universallexikon

5. Geschichtsbuch, Band 1, Cornelsen Verlag

6. Internetseiten der evangelischen Kirche

7. Ökomenische Heiligenlexikon, evang.

8. Internetseiten der katholischen Kirche, Inqisition

von: Marina Gdanietz

9 von 9 Seiten

Details

Titel
Ketzer und Katharer im Mittelalter
Note
gut
Autor
Jahr
2001
Seiten
9
Katalognummer
V104490
ISBN (eBook)
9783640028221
Dateigröße
365 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Katharer, Ketzer, Albigenserkriege
Arbeit zitieren
Marina Gdanietz (Autor:in), 2001, Ketzer und Katharer im Mittelalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104490

Kommentare

  • Alexander Pollhans am 4.1.2002

    Ein kleiner Kommentar.

    Etwas sehr kurz geratenes Referat mit einigen Fehlern (so nannten z. B. die Katharer sich niemals selbst "Albigenser" oder "Katharer") und mit den "Walensern" (Waldenser!) waren sie nicht verbunden; im Gegenteil predigten die Waldenser GEGEN die Katharer. Ansonsten guter Einstieg; aber: nicht alles glauben und lieber überprüfen.

  • Gast am 27.11.2001

    hi.

    sehr gut,habe viel dadurch gelernt..schön geschrieben .danke

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