2007 hat die Finanzkrise das Leben vieler Arbeitnehmer dramatisch verändert und das Vertrauen in unser Bankensystem erschüttert. Eine Kettenreaktion aus Bankenpleiten mündete in einer globalen Finanzkrise. Es stellt sich die Frage, wie diese finanziellen Risiken in Zukunft verhindert werden können.
Die Globale Antwort auf diese Frage wurde unter anderem mit dem Maßnahmenpaket Basel III beantwortet. Doch schützt diese Maßnahme wirklich vor einer Finanzkrise? Um zu verstehen, was Basel III ist und wie es wirkt, werden die Grundlagen von Markt und Wettbewerb, sowie der Allokationspolitik erläutert. Die Grundlagen werden aufgrund des Umfangs nicht in ihrer gesamten Vollständigkeit erklärt. Folgend wird der Eingriff in den Markt und die Regulierung des Bankensystems begründet. Der Basler Ausschuss und deren Maßnahmenpakete I und II bilden zudem das Fundament für den Schwerpunkt dieser Arbeit. Anschließend wird das Basel III Maßnahmenpaket in dessen Funktion analysiert und beurteilt. Ob Basel III zukünftig vor weiteren Finanzkrisen schützen wird, beantwortet das Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Auswirkung der Allokationseffizienz auf die Bankenregulierung
2.1 Die Grundlagen von Markt und Wettbewerb
2.2 Allokationspolitik und Allokationseffizienz
2.3 Die Bankenregulierung
3. Der Basler Ausschuss
3.1 Das Ziel und die Entstehung des Basler Ausschusses
3.2 Die Konzeption nach Basel I
3.3 Die Konzeption nach Basel II
4. Basel III
4.1 Die Weiterentwicklung durch Basel III
4.2 Verbesserung der qualitativen Eigenkapitalanforderung
4.3 Verbesserung der quantitativen Eigenkapitalanforderung
4.4 Auswirkungen der Regulierung durch Basel III
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Wirksamkeit von Basel III als Regulierungsmaßnahme zur Prävention globaler Finanzkrisen, indem sie die theoretischen Grundlagen der Marktökonomie mit den regulatorischen Anforderungen an das Bankensystem verknüpft.
- Grundlagen von Markt, Wettbewerb und Allokationseffizienz
- Historische Entwicklung der Bankenregulierung durch den Basler Ausschuss
- Analyse der qualitativen und quantitativen Eigenkapitalanforderungen
- Bewertung von Basel III im Kontext von Schattenbanken und systemrelevanten Instituten
Auszug aus dem Buch
4.2 Verbesserung der qualitativen Eigenkapitalanforderung
Die Widerstandsfähigkeit gegenüber einer Finanzkrise ist durch die gesteigerte Qualität des Eigenkapitals gewährleistet. Das Eigenkapital besteht aus unterschiedlichen Bestandteilen. Im Fokus steht das harte Kernkapital, welches aus eingezahlten Eigenkapitalinstrumenten und den offenen Rücklagen eines Bankinstitutes besteht. Beides muss der Bank jederzeit und unmittelbar im Falle finanzieller Risiken zur Verfügung stehen. Das harte Kernkapital besteht hauptsächlich aus Stammaktien und einbehaltenen Gewinnen (Fiedler 2016, S. 24).
Ergänzt wird das harte Kernkapital durch das zusätzliche Kernkapital. Die Eigenschaften dieser Kapitalklasse besticht durch deren Nachrangigkeit, die Dauerhaftigkeit der Kapitalbereitstellung und dem vollständigen Ermessen der Bank in Bezug auf deren Ausschüttungsfähigkeit. Zusätzliches Kernkapital kann je nach Umstand nur eingeschränkt zugriffsfähig sein. Bei der Notwendigkeit des unmittelbaren Zugriffs auf Liquidität steht dieses Kapital nicht sofort zur Verfügung. Im Vergleich zu hartem Kernkapital ist das zusätzliche Kernkapital bei Zahlungsschwierigkeiten von geringerer Bedeutung (Lessenich 2014, S. 42).
Die Verbindung aus dem harten Kernkapital und dem zusätzlichen Kernkapital wird auch als „Going-Concern-Kapital“ bezeichnet. Es hat die Aufgabe eine Insolvenz mit qualitativ hochwertigem Kapital zu verhindern und die Unternehmensfortführung zu gewährleisten (Fiedler 2016, S. 24).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Entstehung der Finanzkrise 2007 und hinterfragt die Wirksamkeit von Basel III als Schutzmaßnahme für die Zukunft.
2. Die Auswirkung der Allokationseffizienz auf die Bankenregulierung: Dieses Kapitel legt die mikroökonomischen Grundlagen von Märkten dar und begründet die Notwendigkeit staatlicher Bankenregulierung bei Marktversagen.
3. Der Basler Ausschuss: Es werden die Entstehung, das Ziel sowie die konzeptionellen Ansätze von Basel I und Basel II zur Eigenkapitalunterlegung erläutert.
4. Basel III: Dieser Hauptteil analysiert die qualitativen und quantitativen Neuerungen von Basel III sowie deren Auswirkungen auf die Ertragslage und das Risikomanagement von Banken.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Würdigung von Basel III und kommt zu dem Ergebnis, dass die Regulierung zwar Fortschritte bringt, aber keine vollständige Krisenprävention gewährleistet.
Schlüsselwörter
Basel III, Bankenregulierung, Eigenkapitalanforderungen, Basler Ausschuss, Finanzkrise, Allokationseffizienz, Marktwirtschaft, Kernkapital, Risikomanagement, Schattenbanken, Systemrelevanz, Liquidität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Regulierung des Bankensystems durch das Maßnahmenpaket Basel III und bewertet dessen Eignung, künftige Finanzkrisen zu verhindern.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen umfassen die ökonomischen Grundlagen von Markt und Wettbewerb, die historische Entwicklung der Basler Eigenkapitalvereinbarungen sowie eine detaillierte Analyse der Basel-III-Regelungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Wirksamkeit von Basel III im Hinblick auf die Stärkung der Eigenkapitalbasis und die Widerstandsfähigkeit von Banken gegen Krisen zu analysieren und zu beurteilen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Auswertung bestehender regulatorischer Konzepte sowie wirtschaftswissenschaftlicher Modelle.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die qualitativen und quantitativen Verbesserungen der Eigenkapitalanforderungen sowie die Auswirkungen dieser Regularien auf das Geschäftsmodell von Banken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind Basel III, Eigenkapitalanforderungen, Finanzkrise, Bankenregulierung und Systemrelevanz.
Wie unterscheidet sich "Going-Concern-Kapital" von "Gone-Concern-Kapital"?
Das "Going-Concern-Kapital" dient der Fortführung des Geschäftsbetriebs während einer Krise, während das "Gone-Concern-Kapital" im Insolvenzfall zur Verlustabsorption bereitsteht.
Warum wird die "too big to fail"-Problematik als nicht vollständig gelöst betrachtet?
Trotz erhöhter Eigenkapitalanforderungen bleiben systemrelevante Institute aufgrund ihrer Größe eine Gefahr für die Gesamtwirtschaft, für die Basel III laut Autor keine ausreichende Lösung bietet.
- Citar trabajo
- Paul Trenkler (Autor), 2021, Basel III und die Bankenregulierung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1044982