Die Angst vor der Rede und der erfolgreiche Einstieg in eine Präsentation


Hausarbeit, 2001

7 Seiten, Note: 2


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INHALTSVERZEICHNIS

1 EINFÜHRUNG

2 DIE EINLEITUNG IN EINER REDE

3 DAS LAMPENFIEBER

4 SCHLUSSBETRACHTUNG

I LITERATURLISTE

1 Einführung

Das Seminar Soziologische Handlungskompetenzen, in dem es um Präsentati- onen ging, war meines Erachtens sehr wichtig, denn nicht nur im Studium muss man Präsentationen halten. Im Berufsleben wird die Fähigkeit Präsentationen zu halten sehr gefordert. Dabei ist es wichtig wie man Vorträge halten kann, denn dies hat oftmals entscheidenden Einfluss auf die weitere Karriere, denn mit einer Präsentation beeinflusst man auch wie man von Kollegen und Vorge- setzten wahrgenommen wird. Daher ist es während des Studiums von Vorteil darin möglichst viel zu üben und sich eine gewisse Sicherheit bei der Rede an- zutrainieren.

In dem Seminar haben wir gelernt, dass man Präsentieren erlernen und üben kann. Zentrale Elemente die eine gute Rede ausmachen, wurden uns präsen- tiert, zum einen durch den Dozenten und zum anderen durch eigene Präsenta- tionen der Seminarteilnehmer. Wir haben erfahren wie wichtig es ist, seine Prä- sentation möglichst gut vorzubereiten und zu strukturieren. Näher gebracht wurde uns auch wie bedeutend es ist, eine gute Begrüßung vorzubereiten und eine gewählte Vorstellung durchzuführen. Weitere Themen waren der Einstieg einer Rede, der Hauptteil und der Schluss. Weiter wurde uns im Seminar ge- zeigt, dass eine gelungene Präsentation auch von der Sprache, der Mimik, der Gestik, der Stimme und der Haltung abhängt.

In meinem Seminarbericht werde ich auf die Einleitung der Rede eingehen (Begrüßung, Vorstellung, Einstieg einer Rede) und dann abschließend das Thema Lampenfieber aufgreifen, das für sehr viele Seminarteilnehmer - ihrer Ansicht nach - ein großes Problem darstellt.

2 Die Einleitung in einer Rede

Wenn man eine Rede oder eine Präsentation vorbereitet, sollte man sich über- legen wie man seine Rede aufbauen möchte. Es sollte einem klar sein, dass in der Einleitung häufig schon die Entscheidung darüber fällt, ob die Zuhörer ei- nem zuhören oder nicht. Daher ist es wichtig diese Zeit dazu zu benutzen, um die Zuhörer für sich - also für die eigene Person und damit auch das Thema - zu gewinnen. Wodurch kann man das erreichen? Zuerst begrüßt man die Zuhö- rer, eventuell bedankt man sich für die Einladung und man stellt sich vor.

Die Vorstellung, also die Einführung des Redners, ist eine gute Gelegenheit, das Publikum für das Ziel und für den Redner zu begeistern. „Die Vorstellung ist eine Brücke, eine direkte Verbindung vom Veranstalter zum Redner und zu den Teilnehmern, aber auch vom Thema zu den Teilnehmern“ (Kinskofer & Zander 2000: 66). Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten, unter anderem die Fremd- und die Selbstvorstellung. Am vorteilhaftesten wäre eine Vorstellung durch einen Dritten, also die Fremdvorstellung, da der Dritte - meist der Veranstalter - inte- ressiert ist, den Redner bei den Zuhörern in ein möglichst gutes Licht zu rücken (Hofmeister 1999). Angenommen man muss sich selbst als Redner präsentie- ren, dann begrüßt der Redner zunächst das Publikum und nennt dann seinen Namen, damit das Publikum weiß, wer da vor ihm steht. Anschließend sollte der Redner das Thema nennen und Interesse dafür wecken, gegebenfalls mit ei- nem kurzen Überblick über den Vortrag oder einem originellem Einstieg (Kinskofer & Zander 2000; Hofmeister 1999).

Nachdem die Begrüßung und die Vorstellung erfolgt sind, sollte der Redner ei- nen gelungenen Einstieg zu seinem Vortrag wählen. Hierzu gibt es verschiede- ne Möglichkeiten, von denen ich nur einige wenige nennen möchte. Der Anek- doten-Einstieg eignet sich gerade bei eher trockenen Themen das Interesse der Zuhörer zu erlangen. Dabei kann ein persönliches Erlebnis oder ein origineller Witz erzählt werden. Hierbei ist jedoch darauf zu achten, dass der Humor in jeder Region anders sein kann.

Eine besondere Überraschung bringt der Effekt-Einstieg. Man kann Bilder (z.B. Dias) oder einen kurzen Film - das sich gerade bei Powerpoint-Präsentationen gut eignet - zeigen, so dass diese Gegenstände das Interesse der Zuhörer auf das Thema lenken.

Der Frage-Einstieg stellt eine gute Gelegenheit dar, den Kontakt zwischen Redner und Publikum herzustellen. Dabei kann man eine echte Frage stellen, auf die man mit Ja oder Nein antworten kann oder man stellt eine rhetorische Frage. Klar soll auf jeden Fall sein, dass die Frage beim Publikum Aufmerksamkeit erzeugen soll (Krieger & Hantschel 1998).

Der konventionelle Einstieg ist laut Krieger und Hantschel (1998) der Gliede- rungseinstieg. Bei dieser Gelegenheit stellt man die einzelnen Punkte des Vor- trages vor, so dass die Zuhörer wissen, auf was sie sich einstellen können. Be- sonders geeignet ist dieser Einstieg, wenn man tolle Unterthemen in seinem Vortrag einbaut und so dem Publikum Appetit darauf machen möchte. Ein Einstieg mit dem man ebenso Interesse wecken kann, ist der Nachrichten- Einstieg. Hier wird eine aktuelle Meldung aus den Medien aufgegriffen und sie dem Vortrag vorangestellt. Das tolle an diesem Einstieg ist, dass die Rede da- bei sehr aktuell wirkt und man zusätzlich ein bekanntes Beispiel hat, um seine Argumente und Gedanken zu untermauern (Krieger & Hantschel 1998). Dies seien nur einige von vielen verschiedenen Möglichkeiten einen gelunge- nen Einstieg zu gestalten. Es sollte auf jeden Fall klar werden, dass die Einlei- tung die Zuhörerschaft ansprechen sollte, denn mit einem gelungenen Einstieg sind die ersten Schritte gesetzt, um das eigentliche Thema erfolgreich zu prä- sentieren. Ziel ist es, mit wenigen Worten die Teilnehmer in den Bann des Red- ners zu ziehen. Ob nun eine überraschende Aussage oder problembezogenen Fragen oder ein humorvoller Einstieg gewählt wird, bleibt allein dem Redner überlassen. Dabei sollte natürlich darauf geachtet werden, dass die Einleitung nicht zu lange sein darf und auf jeden Fall zum Thema passen sollte. Daher sollte man die Eröffnung einer Rede sehr sorgfältig planen und die zu sagenden Sätze sollte auch mit der eigenen Haltung, Mimik und Gestik unterstützt wer- den, damit der Einstieg wirkungsvoller wird (Krieger & Hantschel 1998; Kinsko- fer & Zander 2000).

3 Das Lampenfieber

In dem Seminar war das Thema Lampenfieber und Redeangst auch ein großes Thema. Vor allem als man sich mit den Kommilitonen unterhalten hat, hat man oft gehört, dass es den anderen genauso ergeht. Auch sie fühlen sich nervös angespannt und unsicher, obwohl man es ihnen vielleicht gar nicht oder kaum ansieht. Festzustellen war während des Seminares, dass das innere Erleben und das sichtbare Verhalten in der Intensität nicht gleichzusetzen sind. Vieles erlebt man innerlich stärker, als es äußerlich sichtbar ist. Das hat man selbst gut bei der Video-Aufnahme beobachten können. Wir hatten die Aufgabe einen Konferenzbeitrag vorzubereiten und diesen Vortrag möglichst frei vor den Kommilitonen, dem Dozenten und der laufenden Videokamera zu halten. Dabei gab es keinen Pult, an dem man sich stützen oder hinter dem man sich verste- cken konnte. Nach den gehaltenen Präsentationen bekamen wir dann das Vi- deofeedback und das Feedback der Seminarteilnehmer und des Seminarleiters. Dabei war erstaunlich, dass die innere Redeangst, die man selbst intensiv ge- spürt hatte für andere gar nicht oder kaum sichtbar war. Man muss sich be- wusst machen, dass Lampenfieber an sich nichts Negatives ist, etwas Lampen- fieber ist nämlich gut. Es zwingt einen zu starker Konzentration, um es zu ü- berwinden. Diese Konzentration kommt dann dem ganzen Sprechvorhaben zu- gute (Scheerer 1993). Allerdings darf das Lampenfieber einen nicht funktions- unfähig machen. Warum hat man eigentlich Lampenfieber? Man hat es u.a., weil man Angst hat, sich zu blamieren. Dabei sind laut Scheerer (1993) die Möglichkeiten zur Blamage durchaus überschaubar. Zum einen gibt es ver- meidbare Risiken und zum anderen unvermeidbare Risiken. Es seien nur einige genannt. Zu den vermeidbaren zählen z.B. eine ungenügende Vorbereitung, eine falsche Vorbereitung und technische Mängel. Zu den unvermeidbaren ge- hören z.B. Zwischenrufe - Fragen, Unruhe, Steckenbleiben. Um den Risiken vorzubeugen muss man sich einfach gut vorbereiten, man sollte sich sehr gut in das Thema eingearbeitet, ein gutes Manuskript dazu haben und den Ablauf der Rede geplant haben. Vorbeugend gegen falsche Vorbereitung ist, dass man vorher weiß wer die Zuhörer sein werden, wieviel Vorwissen sie zu dem Thema haben und eventuell welche Erwartungen sie an den Vortrag bringen. Es ist also wichtig sich Argumente und Fakten zu überlegen, die für diese Zuhörer besonders wirkungsvoll sind. Eine Situation, die einem auch noch Angst macht, sind die technischen Mängel. Man sollte darauf achten, dass man die Seiten des Vortragsmanuskriptes oder die Stichwortzettel durchnummeriert hat, so dass man keine Seiten aus Versehen vertauscht oder sie nicht mehr zusam- menbringen kann, wenn sie einem plötzlich hinunterfallen (Scheerer 1993; Hofmeister 1999). Alle elektrischen und elektronischen Geräte haben die Ten- denz, zu versagen, wenn man sie braucht. Wenn man also ein elektrisches Ge- rät beim Vortrag benötigt, dann sollte man dieses vorher ausprobieren (Schee- rer 1993). Nun zu dem unvermeidbaren Risiko der Zwischenrufe oder Zwi- schenfragen. Wenn ein Zwischenruf kommt, sollte man diesen erst einmal in Ruhe anhören. Dann sollte man überlegen, ob man diesen Zwischenruf oder die Zwischenfrage kurz beantworten kann oder man dazu mehr Zeit braucht.

Falls die Anwort lang ausfallen würde, dann verschiebt man diese an den Schluss. Was ebenso vorkommen kann, ist dass Zuhörer unruhig werden kön- nen. Scheerer (1993) schlägt dabei vor, dass man leiser sprechen sollte, da es vorübergehend helfen könnte. Es wird oft wieder zugehört, weil ja eventuell doch etwas Wichtiges bei dem sein könnte, was der Redner sagt. Jedoch hilft dies meist nur vorübergehend, daher sollte man als Redner ruhig die Unruhe- stifter fragen, woran die Unruhe liegt. Dabei sollte man freundlich bleiben, keine Wirkung zeigen und nicht ärgerlich werden oder wirken. Der Vorschlag wäre hier, schon bei der Vorbereitung auf den Vortrag zu überlegen, was man tut, wenn solch eine Situation eintritt, dann ist der Streßhormonausstoß nicht so stark, weil man sich schon vorher überlegt hat, wie man auf Unruhe reagiert (Scheerer 1993). Was kann noch während des Vortrages geschehen? Man kann steckenbleiben und davor hat man eigentlich auch die größte Angst. Laut Hofmeister (1993) kann man vorbeugend Overhead-Folien oder ein gut geglie- dertes Manuskript mit Wiedereinstiegspunkten vorbereiten und wenn die Situa- tion trotz guter Vorbereitung eintritt, das vorhergehende nochmal zusammen- fassen und wenn man immer noch nicht weiter weiß, in eine Pause flüchten.

4 Schlussbetrachtung

Ich habe die Themen Einleitung in der Rede und Lampenfieber zur Bearbeitung gewählt, da meiner Meinung nach, genau am Anfang der Präsentation die größ- te Aufregung empfunden wird. Wenn man jedoch gerade die Einleitung sehr gut vorbereitet, so dass sie gelingt und einen wirkungsvollen Eindruck hinterlässt, dann hält sich das Lampenfieber beim Beginn in Grenzen. Es wird zwar nie komplett verschwinden, da ja zudem ein bißchen davon gut ist, aber es wird geringer. Wenn man dann auch noch ruhig mit kleineren Redeunfällen umgeht, da man entweder Vorbeugemaßnahmen getroffen hat oder sich schon vorher Gedanken gemacht hat, wie man reagiert, wenn dies und das eintritt, dann kann die Redeangst gar nicht mehr zum Problem werden. Zudem lässt sich das Lampenfieber auch etwas wegtrainieren, wenn man das Sprechen oft übt und vor allem jede Gelegenheit im Studium ergreift dies zu üben.

I Literaturliste

Haberkorn, Kurt (1996): 88 Tips für erfolgreiche Redner - Rhetorik einmal ganz anders, Renningen-Malmsheim: Expert.

Hofmeister, Roman (1999): Das neue Handbuch Rhetorik, Weyarn: Seeha- mer.

Kinskofer, Lieselotte & Willi Zander (2000): Die wirkungsvolle Rede und Präsentation, München: TR-Verlangsunion.

Krieger, Paul & Hans-Jürgen Hantschel (1998): Handbuch Rhetorik, Niedernhausen: Falken.

Scheerer, Harald (1993): Reden müsste man können, Speyer/Bremen: Gabal.

7 von 7 Seiten

Details

Titel
Die Angst vor der Rede und der erfolgreiche Einstieg in eine Präsentation
Note
2
Autor
Jahr
2001
Seiten
7
Katalognummer
V104503
Dateigröße
338 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Angst, Rede, Einstieg, Präsentation
Arbeit zitieren
Carmen Bauer (Autor), 2001, Die Angst vor der Rede und der erfolgreiche Einstieg in eine Präsentation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104503

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