Im Folgenden wird erklärt, was der ökologische Fußabdruck ist, wie dieser funktioniert und wie er beeinflusst wird. Zudem werden die Ergebnisse einer Umfrage zum ökologischen Fußabdruck der Schüler der FOS dargestellt. Diese Seminararbeit schließt mit Lösungsvorschlägen für ein nachhaltigeres Leben und mit einem Fazit ab.
Seit den 1970er Jahren gewannen der Klimawandel und seine Prävention einen immer relevanteren Stellungswert in unserer Gesellschaft. Dies änderte sich in den nächsten Jahrzehnten auch nicht. Spätestens durch Fridays for Future und Greta Thunberg wurde er ein noch zentralerer Bestandteil unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Jedoch wird das Klima schon seit Zeiten der Industrialisierung stark beeinflusst. Und auch zwei Jahrhunderte später leiden unzählige Ökosysteme samt ihren Tieren und Pflanzen sowie eine Vielzahl an Menschen durch Milliardenkonzerne wie Ölfirmen und Co. Jedoch beeinflussen nicht nur große Unternehmen das Klima, sondern auch jeder einzelne Mensch trägt zur Verschlechterung des Klimas bei. Am 21. September 2020 veröffentlichte Oxfam eine Studie zum Kohlenstoffdioxid-Ausstoß unterschiedlicher Menschen aus unterschiedlichen Schichten und mit unterschiedlichen Lebensstandards weltweit. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass die reichsten zehn Prozent der Welt doppelt so viel klimaschädliches Kohlenstoffdioxid ausstoßen als die ärmere Hälfte der Welt. Somit verursachen 630 Millionen Menschen der Welt 52 Prozent der Kohlenstoffdioxid-Ausstöße. Selbst die Reichsten ein Prozent sind für 15 Prozent der Treibhausgase verantwortlich, wo hingegen die ärmere Hälfte gerade einmal sieben Prozent verursacht. Dabei wurde der Zeitraum zwischen 1990 und 2015 analysiert. Die Gründe für diese Differenz sind die unterschiedlichen Lebensweisen der Menschen, wobei ausgerechnet die Menschen, die am wenigsten zu dem Klimawandel beitragen, diejenigen sind, die die Folgen des Klimawandels als Erstes wahrnehmen und davon betroffen sein werden. Ärmere Länder haben weniger Möglichkeiten, sich vor den Folgen des Klimawandels zu schützen. Sie haben weniger finanzielle Mittel, die beispielsweise für den Küstenschutz ausgegeben werden können, um mögliche Überschwemmungen zu verhindern. Auch Dürrephasen und Trockenperioden und damit vor allem der Wassermangel werden beispielsweise schneller Gebiete in Ostafrika treffen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Die Gewinner und Verlierer des Klimawandels
2 Definition des ökologischen Fußabdrucks
3 Die Methodik des ökologischen Fußabdrucks
3.1 Nationaler ökologischer Fußabdruck
3.2 Nationale Biokapazität
3.3 Ökologisches Defizit
4 Einflussfaktoren des ökologischen Fußabdrucks
4.1 Ernährung
4.1.1 tierische Produkte
4.1.2 Weitere Faktoren im Bereich Ernährung
4.2 Wohnen
4.2.1 Nutzung von fossilen Brennstoffen
4.2.2 Abfall
4.3 Mobilität
4.3.1 Flugverkehr
4.3.2 Straßenverkehr
4.4 Konsum
4.4.1 Kleidung
5 Umfrage zu dem ökologischen Fußabdruck der FOS XY
6 Lösungsansätze im eigenen Lebensumfeld
6.1 Ernährung
6.1.1 Veganismus
6.1.2 Saisonale, regionale und biologische Produkte
6.2 Wohnen
6.2.1 Erneuerbare Energien
6.2.2 Abfall reduzieren
6.3 Mobilität
6.3.1 Transportmittel
6.4 Konsum
6.4.1 Nachhaltige Mode
7 Fazit
8 Anhang
9 Quellenverzeichnis
9.1 Literaturverzeichnis
9.2 Abbildungsverzeichnis
9.3 Tabellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht den ökologischen Fußabdruck als Instrument zur Bewertung des individuellen und gesellschaftlichen Ressourcenverbrauchs. Ziel der Arbeit ist es, die theoretischen Grundlagen des Indikators zu erläutern, die wesentlichen Einflussfaktoren aufzuzeigen und durch eine empirische Erhebung an der FOS XY das Bewusstsein sowie das tatsächliche Verhalten der Schüler hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit zu analysieren.
- Theoretische Herleitung und Berechnungsmethodik des ökologischen Fußabdrucks.
- Analyse der Einflussfaktoren in den Bereichen Ernährung, Wohnen, Mobilität und Konsum.
- Empirische Auswertung des ökologischen Fußabdrucks der Schülerschaft der FOS XY.
- Identifikation und Empfehlung konkreter Lösungsansätze zur individuellen Reduktion des Fußabdrucks.
Auszug aus dem Buch
3 Die Methodik des ökologischen Fußabdrucks
Der nationale ökologische Fußabdruck stellt die Anzahl aller Flächen eines Landes dar, die benötigt werden, um die gesamte Nachfrage an Erzeugnissen und Produkten eines Landes zu befriedigen. Dabei werden alle Landflächen in globale Hektar (gha) angegeben. Globale Hektar geben die durchschnittliche biologische Kapazität der Erde wieder (vgl. [Gil07] S. 8). Güter und andere Erzeugnisse, die im Ausland produziert und hergestellt werden und anschließend in ein anderes Land für den Gebrauch importiert werden, werden ebenfalls zum ökologischen Fußabdruck des Importlandes gezählt (vgl. [Miek.V.] S.8). Genauso müssen die Flächen abgezogen werden, die für die Produktion und Herstellung von Gütern und Erzeugnissen, die in andere Länder exportiert werden, beansprucht werden (vgl. [Miek.V.] S.8).
Um den ökologischen Fußabdruck eines Landes berechnen zu können, müssen zuallererst die einzelnen Länderkategorien analysiert werden. Der ökologische Fußabdruck setzt sich aus den folgenden Länderkategorien zusammen: Die Waldflächen, also Flächen, die bis zu zehn Prozent mit Bäumen bedeckt sind, das Ackerland, welches dem Anbau von Nahrung, Futter und Textilien dient, das Weideland, welches vor allem der Viehwirtschaft dient, die Siedlungsflächen, die dem Erbauen der menschlichen Infrastruktur und Häusern dienen, die Gewässerflächen, die vor allem der Gewinnung von Meeresprodukten dienen, und das CO2-Land, welches das verursachte Kohlenstoffdioxid absorbiert (vgl. [Gil07] S. 8). Addiert man nun diese einzelnen Flächen, die von einer Landesbevölkerung in Anspruch genommen werden, erhält man den nationalen ökologischen Fußabdruck (siehe Abbildung 1 im Anhang). Das Global Footprint Network berechnet die aufwendigen Daten jeder Kategorie für jedes Land.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Die Gewinner und Verlierer des Klimawandels: Einführung in die Thematik des Klimawandels und die Bedeutung des ökologischen Fußabdrucks zur Messung individueller Beiträge zur Umweltbelastung.
2 Definition des ökologischen Fußabdrucks: Erläuterung des durch Wackernagel und Rees entwickelten Konzepts als Index zur Darstellung der Nachfrage nach Ökosystemen im Verhältnis zu deren Kapazität.
3 Die Methodik des ökologischen Fußabdrucks: Detaillierte Darstellung der Berechnungsgrundlagen für den nationalen Fußabdruck, die Biokapazität und das ökologische Defizit.
4 Einflussfaktoren des ökologischen Fußabdrucks: Untersuchung der vier Hauptbereiche Ernährung, Wohnen, Mobilität und Konsum hinsichtlich ihres jeweiligen Anteils an der Umweltbelastung.
5 Umfrage zu dem ökologischen Fußabdruck der FOS XY: Vorstellung und Auswertung der empirischen Daten, die mittels eines Fragebogens bei Schülern und Lehrern der FOS XY erhoben wurden.
6 Lösungsansätze im eigenen Lebensumfeld: Präsentation praktischer Handlungsmöglichkeiten, um den eigenen Ressourcenverbrauch in den untersuchten Alltagskategorien nachhaltig zu senken.
7 Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die Aussagekraft des Indikators und die Bedeutung individueller Verhaltensänderungen für den Klimaschutz.
Schlüsselwörter
Ökologischer Fußabdruck, Nachhaltigkeit, Klimawandel, Treibhausgasemissionen, Biokapazität, Ressourcenverbrauch, Ernährung, Mobilität, Wohnen, Konsum, Fast Fashion, Umfrage, Umweltschutz, CO2-Bilanz, ökologisches Defizit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den ökologischen Fußabdruck als Messgröße, um das Ausmaß der menschlichen Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen zu definieren und individuell messbar zu machen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf die vier Lebensbereiche Ernährung, Wohnen, Mobilität und Konsum als Hauptverursacher für den individuellen ökologischen Fußabdruck.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, sowohl die theoretischen Hintergründe des ökologischen Fußabdrucks aufzuzeigen als auch mittels einer Umfrage den tatsächlichen ökologischen Status quo einer spezifischen Personengruppe (FOS XY) zu erfassen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Neben einer umfassenden Literaturanalyse der theoretischen Grundlagen wurde eine quantitative Umfrage unter 82 Schülern und einem Lehrer durchgeführt, um deren Verhalten zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Herleitung der Berechnungsweise, eine detaillierte Analyse der vier Einflussfaktoren des Fußabdrucks sowie die Auswertung der durchgeführten Umfrage.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Ökologischer Fußabdruck, Nachhaltigkeit, Ressourcenverbrauch, CO2-Bilanz und umweltbewusstes Handeln beschreiben.
Welche Rolle spielt die Fast-Fashion-Industrie in dieser Arbeit?
Die Fast-Fashion-Industrie wird im Bereich Konsum als kritisches Beispiel angeführt, da sie durch hohen Wasserverbrauch, Pestizideinsatz und weite Transportwege eine erhebliche Umweltbelastung darstellt.
Was ist das Hauptergebnis bezüglich der FOS XY?
Die Umfrage ergab, dass die Schule eine durchschnittliche Punktzahl von 130 Punkten erreichte, was insgesamt auf einen eher kleineren ökologischen Fußabdruck hindeutet, wobei in bestimmten Bereichen wie dem Konsum noch deutliches Verbesserungspotenzial besteht.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Der ökologische Fußabdruck, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1045084