Ende des 2.Weltkrieges und Folgen für Deutschland


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

3 Seiten, Note: 15 Punkte


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Ende des 2. Weltkrieges; Nachkriegszeit in Deutschland und Europa

Alliierte und Aufteilung Deutschlands (D)

Die Basis für die Zusammenarbeit der Alliierten bildete die Atlantik Charta vom 12.08.1941, die von W. Churchill und Roosevelt unterzeichnet wurde und das gemeinsame Kriegsziel, die „endgültige Vernichtung der Nazityrannei“ und somit insgesamt eine friedliche Weltordnung beinhaltete.

Die Sowjetunion (SU) trat der Atlantik Charta am 24.09.1941 bei.

Weitere Grundlagen bildeten die Konferenz von Casablanca (14.-24.01.1943), in der Roosevelt und Churchill sich auf die bedingungslose Kapitulation des Kriegsgegners einigten, wobei Stalin nur zögerlich zustimmte, und die Gipfeltreffen der „Großen Drei“ in Teheran (28.11.-01.12.1943) oder in Jalta (03.-11.02.1945)auf der Krim. Die Themen dieser Verhandlungen waren jedoch weniger militärisch orientiert, als eher auf die Machtverteilung z.B. Grenzregelung Polens ausgerichtet.

Am 08.05.1945 kapitulierte D dann bedingungslos. Damit verloren die Deutschen ihre Staatlichkeit und die Alliierten verfügten gemeinsam über die Staatsgewalt. Die Kapitulation der Wehrmacht erfolgte im Auftrag von Großadmiral Dönitz, den Hitler vor seinem Selbstmord am 30.04.1945 als seinen Nachfolger bestimmte.

Alle Wehrmachtsangehörigen wurden gefangen genommen, leitende Funktionäre der NSDAP wurden in Arrest gesteckt und Dönitz mit seiner Regierung vom britischen Truppenkommando verhaftet.

Am 05.06.1945 übernahmen Großbritannien(GB), SU, USA und Frankreich(F) die oberste Regierungsgewalt und gaben die Einrichtung der 4 Zonen und des Kontrollrates bekannt. In seiner Zone verfügte jeder Oberkommandierende über die Regierungsgewalt. Auch Berlin wurde in sogenannte Sektoren gegliedert und erhielt eine interalliierte Behörde, die aus den 4 Oberbefehlshabern bestand und Entscheidungen nur bei Einstimmigkeit treffen konnte. Dies setzte eine Einmütigkeit der Siegermächte voraus, was jedoch schwer herzustellen war und weshalb auch diese Behörde kaum Entscheidungen traf.

Vom 17.07.-02.08.1945 kam es dann zur 3. Konferenz der Großen Drei in Potsdam, die auch als Potsdamer Konferenz bekannt ist. Teilnehmer waren: Truman für USA, Churchill(später Attlee) für GB und Stalin für SU. Die Potsdamer Konferenz übernahm nun die Verantwortung für D als Ganzes, d.h. D sollte wirtschaftlich als Einheit angesehen werden. Ziel dieses Abkommens war die Demokratie wieder herzustellen. Territorial einigte man sich auf die Grenzen von 1937.

Am 26.07.1945 wurde die Potsdamer Deklaration verabschiedet, in der Japan zur bedingungslosen Kapitulation aufgefordert wurde.

Am 02.08.1945 wurde das Abschlussdokument, „Potsdamer Abkommen“ unterzeichnet.

Außerdem wurde die Umsiedlung beschlossen, die sich später jedoch als Vertreibung vollzog.

Die SU forderte für die Kriegsverluste hohe Reparationen (20Mrd.US$), daher wurde auch beschlossen, dass jede Besatzungsmacht die Reparationen aus der jeweiligen Zone entnehmen dürfte.

Einigkeit herrschte unter den Alliierten also in Bezug auf die Kriegsziele (Abschaffung des Militarismus und Nationalsozialismus und die Herstellung des Weltfriedens), jedoch herrschte eine Uneinigkeit bei den Interessen bezüglich der Deutschlandpolitik. Die sowjetische Besatzungszone wollte ihren Machtbereich abgrenzen. Aus deutschen Exilkommunisten und Angehörigen des „Nationalkommitees Freies Deutschland“ wurden Beratergruppen für die östlichen Kommandostellen gegründet z.B. Gruppe Ulbricht. Ziel in der sowjetischen BZ war der Neuaufbau der KPD, einem Teil zukünftiger Machtelite. Aus Rücksicht auf die Westmächte nahmen die Sowjets ihren Vorrang nur in der kommunalen Verwaltung wahr z.B. Polizei und überließen repräsentative Aufgaben den Antifaschisten. Damit sollte der demokratische Charakter der neuen Verwaltung betont werden. In der sowjetischen BZ sollte die Basis der Kommunisten verbreitert werden, um die Kriegsverluste wieder wett zu machen. Zur Kontrolle der politischen Entwicklung wurde die sowjetische Militäradministration für D (SMAD) gegründet, damit wollte man die frühere Position aufgeben, Parteien erst nach einer Entnazifizierung und Umerziehung zuzulassen. Dies führte zu einer Neugründung der KPD, SPD, CDU und LDPD (Liberal-Demokratische Partei D’s). Diese 4 Parteien wurden am 14.07.1945 zum „Block antifaschistischer Parteien“ zusammengefasst.

Am 21.04.1946 schlossen sich die SPD und die CDU zur SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) zusammen. Man setzte außerdem 12 Zentralverwaltungen und 5 Landes- und Provinzverwaltungen ein. Die sowjetische BZ wurde in die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern aufgeteilt. Des weiteren gab es eine Sozialisierungspolitik. Die UDSSR versuchte zu vermeiden, dass die gesellschafts- und wirtschaftsverändernden Maßnahmen einen kommunistischen bzw. sozialistischen Anschein haben. Durch Demontagen und die Zentralisierung der Betriebe wurde vor allem das Wirtschaftswachstum behindert. Von 1945-1947 vollzog sich dann noch eine Bodenreform, die sich dann nach Gründung der DDR als Kollektivierung der Landwirtschaft fortsetzte. In der sowjetischen BZ herrschte in der Industriepolitik die Planwirtschaft.

Auch in der amerikanischen BZ waren der Verwaltungsneuaufbau und die Neugliederung der Länder die Hauptziele. Die Verwaltung war föderalistisch organisiert und sollte dem Ziel entgegenstreben, den Frieden dauerhaft zu sichern. Die Amerikaner wollten jedoch keine Verbrüderung mit den Deutschen, sondern eine Bestrafung, da in ihren Augen die Deutschen eine Kollektivschuld trugen. Die USA sollten Vermittler zwischen GB und SU sein. Im Juni 1945 trennte man Armee und Verwaltung und 4 Monate später, im Oktober 1945, wurde der „Länderrat der amerikanischen Besatzungszone“ gegründet. Die gesamte BZ wurde in die Länder Bayern, Baden-Würtemberg, Hessen und damals zählte auch noch Bremen dazu eingeteilt.

GB steckte gerade in einer wirtschaftlichen Krise und war auf die amerikanische Wirtschaftshilfe angewiesen. Es sollte keine Zusammenarbeit mit der SU geben. Man richtete eine deutsche Verwaltung ein, die zentralistisch organisiert war und teilte die Zone in die Länder Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrheinwestfalen und den Stadtstaat Hamburg. In vielen Punkten gab es eine Übereinstimmung mit der amerikanischen Besatzungszone, daher schlossen sich diese beiden Zonen im September 1946 zu einer „Bi-Zone“ zusammen.

Frankreich (mit de Gaulle als Präsident) wollte seine BZ nach den historischen Grenzen, doch dieses wurde nicht berücksichtigt. Daher erkannte de Gaulle die Beschlüsse auch nur unter Vorbehalt an. Die Versorgung der Bevölkerung in der französischen BZ war schlechter als in den anderen westlichen Zonen. Die Franzosen riegelten ihre Zone weitgehendst von GB und USA ab. Die Verwaltung war föderalistisch im Gegensatz zu der Frankreichs selbst. Es entstanden die Länder Würtemberg- Hohenzollern, Baden, Kreis Lindau und später Rheinlannd-Pfalz.

Im weiteren Zeitverlauf schlossen die Alliierten in Paris Friedensverträge mit Italien, Finnland, Ungarn, Rumänien und Bulgarien. Dennoch entwickelte sich eine immer größere Kluft zwischen den nunmehr 2 Teilen D’s. Dies fand vor allem seinen Ausdruck in der Moskauer Viermächtekonferenz (10.03.- 23.04.1947), der Konferenz der deutschen Außenminister in München (06.06.-07.06.1947) und in der Londoner Viermächtekonferenz (25.11.-15.12.1947), die alle ergebnislos blieben.

1948 wurde die Spaltung D’s noch verstärkt durch die Währungsreformen. Am 20.06.1948 wurde in der Westzone die D-Mark eingeführt und am 24.06.1948 in der sowjetische Bz die DDR-Mark. Durch die Währungsreform wurden die Deflation (Verringerung des Geldvolumens) und ein Preisanstieg hervorgerufen.

Ab dem 24.06.1948 bestand dann auch die „Berlin Blockade“. Dabei unterband die SU die Verbindungswege zu den westlichen Zonen Berlins, so blieb nur noch der Luftweg zur Versorgung von ca. 2 Mio. Menschen. Also statteten die Westmächte Flugzeuge mit Nahrungsmitteln aus und entsandten diese nach Berlin, so entstand auch der Ausdruck der Rosinenbomber.

Die Blockade hielt bis zum 12.05.1949, da die SU dann einsah, dass die Blockade keinen Erfolg bringen wird.

Am 08,05.1949 verabschiedete der Parlamentarische Rat unter Konrad Adenauer in Bonn das Grundgesetz.

Am 14.08.1949 fanden dann auch schon die ersten Bundestagswahlen statt, die die CDU gewann. Rund 1 Monat später wurde Adenauer zum ersten Bundeskanzler vom Bundestag gewählt und am 07.10.1949 wurde die DDR gegründet, daher war dieser Tag auch in der DDR ein Feiertag.

Situation der Bevölkerung

Flucht und Vertreibung: Nach der Kapitulation wollten viele Menschen in ihre Heimat zurück. Der Rückkehrerstrom war so stark, dass Polen die Oderlinie im Juni sperrte. Die planmäßige Vertreibung begann dann ab 1946. Bei den Vertriebenentransporten herrschten katastrophale Zustände. Die Vertriebenen wurden meist in ländlichen Regionen untergebracht, was auch zu Auseinandersetzungen mit den Einheimischen führte. Daher litten die Flüchtlinge noch stärker unter dem Hunger und der Wohnungsnot.

Entnazifizierung: Nach der Potsdamer Konferenz wurde durch das Viermächteabkommen der Internationale Gerichtshof in Nürnberg eingerichtet. Die Kriegsverbrecher sollten an den Orten ihrer Taten hingerichtet werden. Unter den Verurteilten waren Mitglieder der SS, der SAA und der Gestapo. Man unterschied 3 Verbrechensarten: 1. Verbrechen gegen die Menschlichkeit, 2. Kriegsverbrechen und 3. Verbrechen gegen den Frieden. Die Anklagepunkte trugen auch zur Weiterentwicklung des Völkerrechts bei z.B. UN-Menschenrechtserklärung 1948.

Frauen und Familie: Nach Ende des Krieges gab es sehr viele Alleinerziehende, die tagsüber trotzdem arbeiten gingen. Dies führte dazu, dass viele Kinder und Jugendliche unbeaufsichtigt waren und die Jugendkriminalität drastisch anstieg. Man fand auch sehr viele Suchmeldungen an Häuserwänden und es wurde ein Suchdienst des DRK eingerichtet. Insgesamt zog man sich in die Kleinfamilie zurück, da man Geborgenheit, Halt und Sicherheit suchte.

Die Lebensumstände waren sehr schwierig, man kochte beispielsweise Kaffee aus Kartoffelschalen, machte Kuchen aus Kaffeeersatzpulver, kochte Zudelsuppe aus rohen geriebenen Kartoffeln und außerdem gab es keinen Strom, keine sanitären Einrichtungen und somit auch keine Hygiene. Diese schwierigen Umstände führten dazu, dass der Schwarzmarkt aufblühte. Die Not der Bevölkerung ging soweit, dass man schon Tauschgeschäfte durchführte, wie z.B: mit Zigaretten, indem man diese gegen Lebensmittel tauschte, daher stammt auch der Ausdruck der Zigarettenwährung.

Es gab keine Schulen geschweige denn genügend Lehrer, da alles zerstört wurde.

Die Gefühle der Bevölkerung waren zweigeteilt. Einerseits war man wütend und hoffnungslos, teilweise sogar apathisch. Doch andererseits war man froh, dass der Krieg vorbei war. Positiv an dieser Zeit war noch, dass das kulturelle Leben wieder aufblühte, vor allem in Form des Theaters.

3 von 3 Seiten

Details

Titel
Ende des 2.Weltkrieges und Folgen für Deutschland
Hochschule
Real Centro Universitario Maria Cristina
Note
15 Punkte
Autor
Jahr
2001
Seiten
3
Katalognummer
V104543
Dateigröße
330 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
wenn ihr die bilder, die zu dem referat gehören, noch haben möchtet, dann meldet euch bei mir per e-mail!
Schlagworte
Ende, Weltkrieges, Folgen, Deutschland
Arbeit zitieren
Kathleen Schümann (Autor), 2001, Ende des 2.Weltkrieges und Folgen für Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104543

Kommentare

  • Gast am 15.11.2001

    Entnazifizierung.

    Die Entnazifizierungskriterien hätten näher erläutert werden können.Ansonsten super!!

  • Gast am 7.1.2002

    Perfekt gemacht.

    Das Referat war genau das, was ich gesucht habe und hielft mir bestimmt weiter. Danke

  • Gast am 26.2.2002

    SED?!.

    Hm, also die SED ist ganz bestimmt nicht aus der Fusion von SPD und CDU entstanden ... ! Das wär ja lustig sonst, die große Koalition schon 1946. *g*
    Ja, also vielleicht hast du dich ja nur vertippt, aber richtig wäre SPD und KPD gewesen. :)

  • Gast am 6.5.2002

    Subarenterisch gemacht.

    die ausdrucksform dieser form hätte noch etwas speziefischer sein können sons gehts aber n klassenkamerad bekam nur ne 3- dafür !! nächstes mal mehr ansträngen ;)

  • Gast am 16.6.2005

    Richtigstellung.

    Ich habe zwei bedeutende Fehler gefunden, aber ansonsten akzeptabel:

    1. Zwar ist oft vom "Potsdamer Abkommen" die Rede, ein solches Abkommen hat es jedoch nie gegeben. Über die Konferenz wurde von den Alliierten lediglich eine "Mitteilung" herausgegeben, die als Ergänzungsblatt Nr. 1 im Amtsblatt des Kontrollrats in Deutschland veröffentlicht und später allgemein fälschlich als "Potsdamer Abkommen" bezeichnet wurde. Die Mitteilung ist praktisch eine Kurzfassung des von den Regierungschefs der Drei Mächte unterzeichneten "Protokolls". Die Ortsangabe lautet im übrigen nicht Potsdam, sondern Berlin, weil die Konferenz offiziell als "Konferenz von Berlin" geführt wurde.

    2. Deutschland, also das Deutsche Reich hat bis heute nicht kapituliert. Es haben am 8. Mai 1945 ledeglich die deutschen Streitkräfte, d.h. die Wehrmacht (und Waffen-SS) die bedingungslose Kapitulation unterzeichnet.

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