Tropische Landnutzungsformen Malaysia


Seminararbeit, 1999

16 Seiten


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Inhalt:

I. Tropische Landnutzungsformen
- Plantagenwirtschaft
- Kleinbauern (Smallholdings)
- Wanderfeldbau
- Permanenter Feldbau

II. Tropische Nutzungspflanzen
- Hevea/Kautschuk
- Palmöl
- Tee

III. Andere Nutzungspflanzen
- Reis
- Kokospalme
- Kakao
- Pfeffer

IV. Tropische Früchte
- Rambutan
- Durian
- Jackfrucht

I. Tropische Landnutzungsformen

Die Erzeuger von Nahrungsmitteln für den Eigenbedarf (Subsistenzwirtschaft) ist für Klein- bauern der dauerfeuchten Tropen Asiens (zu denen auch Malaysia gehört) keineswegs das allüberragende Produktionsziel. Genauso wichtig ist für sie die Kultivierung von Handels- pflanzen (englischer Begriff: „cash crops“) wie Kautschuk, Palmöl, Kaffee, Kakao usw. und auch ein großer Teil von Nahrungspflanzen werden für den Verkauf angebaut. (vgl. Scholz, S.365)

Durch die immer größer werdende Nachfrage von cash crops, werden auch die landwirt- schaftlich genutzten Flächen von Malaysia immer weiter ausgedehnt. Über die Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Fläche von ganz Südostasien wird mit cash crops bepflanzt (Abb.1 und 2, Anhang)

Man kann nun zwei verschiedene Nutzer der Anbauflächen von Malaysia unterscheiden: Zum einen sind dies Plantagen mit sehr großen Feldern und zum anderen sind dies kleinbäuerliche Betriebe (smallholdings), die noch zwei hauptsächlich verschiedene Arten von Feldbau betreiben: Wanderfeldbau (shifting cultivation) und permanenter Feldbau.

Plantagenwirtschaft

Malaysia ist ein „klassisches“ Plantagenland. Viele Plantagen stammen noch aus der Kolonialzeit, die mit Ende der britischen Kolonialherrschaft nicht in kleinbäuerliche Besitze aufgeteilt wurden, wie es von einigen verlangt wurde, da Plantagen immer wieder an die Kolonialherrschaft erinnern. Der Plantagengürtel entlang der Westküste Malaysias ist eine der bekanntesten Plantagenzonen der Erde überhaupt.(vgl. Scholz, S.366)

„In ihrer modernen Vollentwicklung ist die Plantage ein ganz und gar rechenhaft- betriebswirtschaftlich verfahrendes, agro-industriell organisiertes Großunternehmen, das unter Einsatz von Kapital und Technik Spezialerzeugnisse für den Weltmarkt herstelllt.“(Kühne, S.120) „Die Wirtschaftsbedingungen des Plantagenwesens erfordern tat- sächlich große Kapitalmengen, und zwar von vornherein.“(Kühne, S.122) Vom Gunderwerb des Landes über Roden, Planieren des Landes, Wegebau, Infrastruktur bis hin zum Anlegen der Kulturpflanzen und deren Pflege bis zur Produktionsreife müssen lange Wartezeiten in Kauf genommen werden (unter Umständen ein paar Jahre). „Der hohe Kapitaleinsatz hat aber auch hohe Produktqualität zur Folge,“(Kühne, S. 122) und somit höhere Absatzchancen. Negativ dabei ist die Marktabhängigkeit. Beachtlich ist aber auch die funktionale Ausstat- tung der Plantagensiedlung für den Plantagenarbeiter: Verwaltungsbauten, Weiterverarbei- tungsanlagen, Werkstätten, Arbeiterwohnkolonien, Versorgungseinrichtungen, Krankensta- tion, Schule, Kindertagesstätte, Frauen-, Junggesellenquatiere, Gemeinschaftsküche, Kanti- ne, Sportanlagen, Kultstätten, Bazaar-Läden.(vgl. Kühne, S. 124) Die Anzahl und Art der Einrichtung richtet sich nach der Größe der Plantage. Oft gleichen sie dadurch einer kleinen Stadt (Beispiel einer Plantage siehe Abb.3, Anhang).

„Kulturen, die ihren Anbauschwerpunkt in Plantagen haben, sind überwiegend Dauerkultu- ren mit ganzjähriger Erntezeit,“(Arnold, S. 195) wie Kautschuk, Ölpalme, Kokospalme, Tee (Tab.1). Ein Vorteil dieser Dauerkulturen ist die gleichmäßige Auslastung von Arbeitskräf- ten und technischen Anlagen. Saisonfrüchte wie Reis, Pfeffer usw. eignen sich besser für den kleinbäuerlichen Betrieb.

Tab. 1: West-Malaysia - Plantagenkulturen 1960-1975, in: Kühne, S. 122

Der reine Plantagenbetrieb ist ein Monokulturbetrieb, d.h. es wird nur eine Pflanze angebaut. Dabei tritt natürlich das Problem der Marktabhängigkeit auf. Bei extremen Preisschwankun- gen (eines) Produkts auf dem Weltmarkt, haben Plantagen kein „Ausweichprodukt“ auf das sie zurückgreifen können. Das hat heute in Malaysia zur Folge, daß der Anbau der „zu- kunftsträchtigeren und ertragreicheren Ölpalme“(Uhlig 1992, S. 16) stark expandiert (schon 1,4 Millionen ha) und den Kautschuk sehr stark zurückdrängt. Die Umwandlung wird durch staatliche Prämien gefördert. (vgl. Uhlig 1975, S. 123) Außerdem versucht man auch eine Auffächerung der Anbaustruktur (crop diversification), d.h. neben der Hauptpflanze wird noch mindestens eine weitere Pflanze angebaut, damit man bei Preisschwankungen auf die andere Pflanze zurückgreifen kann (Anbauprinzip der Smallholdings). So kommt es, daß heute schon ein Drittel der Produktion von Handelsgewächsen aus Kleinbetrieben stam- men.(vgl. Uhlig 1975, S. 123)

Kleinbauern (Smallholdings)

Smallholdings umfassen alle Besitzgrößen unter 40 ha. Die Besitzgrößen erlauben kleinbetrieblich-familiäre Bewirtschaftung, zunächst hauptsächlich für die Selbstversorgung. Es werden darüber hinaus aber auch „cash crops“ angebaut, die noch zusätzliches Geld bringen (Beispiel für ein Smallholder-Gebiet: Abb.4, Anhang).

Da durch Familienarbeit keine unmittelbaren Kosten entstehen und da man durch den Anbau mehrerer Pflanzen relativ marktunabhängig ist, kann man die Preise der Plantagen immer noch unterbieten.

Durch Förderungsmaßnahmen des Staates für die Kleinbauern, wie hochwertiges Pflanzengut zu niedrigen Preisen, Zuschüsse, Aufbauhilfe usw., begannen diese ab 1960 mit der Neubestockung (z.B. Kautschuk, Ölpalme) ihres Landes. Smallholdings produzieren nun z.B. neben Reis noch Kautschuk oder es werfen einfach zwischen die Kautschukbäume andere Nahrungspflanzen gepflanzt.

Kleinbäuerliche Betriebe haben sich als Alternative zu Plantagen für den Staat, auch aus entwicklungspolitischer Sicht, als vorteilhaft erwiesen, denn Familienbetriebe produzieren den Kautschuk billiger und sind durch Polykulturen (im Gegensatz zu Monokulturen der Plantagen) nicht so marktabhängig. Durch die staatlichen Hilfsmaßnahmen wachsen die Anbauflächen und Erträge der Kleinbauern erheblich und sie sind eine harte Konkurrenz der Plantagen geworden (schon die Hälfte der Produktion von Kautschuk stammt aus Smallhol- dings).(vgl. Kühne)

Wanderfeldbau:

Noch immer weit verbreitet ist der Brandrodungs-Wanderfeldbau (shifting cultivation) den noch viele Kleinbauern in Malaysia betreiben. Dabei findet ein „Wechsel von ein- bis dreijährigen kurzfristigen Anbauphasen und einer längeren Busch- oder Wald- brache“(Scholz, S. 363) statt. Es werden nach einer Anbauphase nicht nur die Anbauflächen verlegt (dies bedeutet neue Rodung von Waldflächen), sondern auch die Siedlungen der Kleinbauern.

„Eine derart extensive Form der Bodennutzung wie der Wanderfeldbau kann natürlich nur dort erfolgreich funktionieren, wo noch Land in ausreichendem Maße zur Verfügung steht.“(Scholz, S.363)

Der Brandrodungs-Wanderfeldbau wird in Malaysia aber mehr und mehr zurückgedrängt. Nur noch in Ost-Malaysia ist er stark verbreitet (siehe Abb.5, Anhang). Man ist auf die öko- logischen Schäden durch Degradation von Wald und Böden aufmerksam geworden. Außer- dem kann man auf Dauer den Wanderfeldbau bei den steigenden Bevölkerungszahlen nicht verantworten. Deshalb erfolgt nun eine „Ablösung der shifting cultivations durch marktfähigen Daueranbau“,(Uhlig 1992, S. 17) d.h. permanenten Feldbau.

Permanenter Feldbau:

„Unter Dauerkulturen versteht man im allgemeinen mehrjährige Kulturpflanzen.“(Manshard, S. 94) Dies sind vor allem Baum- und Strauchkulturen (Kautschuk, Ölpalme, Kaffee, Tee, Kakao), d.h. es ist keine Buschbrache mehr nötig und die Kleinbauern brauchen nicht mehr umherzuwandern (Abb.5, Anhang).

Man kann beim Dauerfeldbau noch den Naß- und den Trockenfeldbau unterscheiden. Der Naßfeldbau, wie Naßreisbau, ist in Malaysia sehr weit verbreitet. Durch die Bewässerung werden dem Boden immer wieder neue Mineralstoffe zugeführt, man braucht also keine Brache.

Beim Trockenfeldbau wechseln Fruchtrotationen und Brache einander ab, aber die Brache ist nicht mehr so lange wie beim Wanderfeldbau. Deshalb werden nicht mehr so viele Felder gebraucht wie beim Wanderfeldbau und der Kleinbauer kann seine Siedlung an einem Ort belassen.

Durch die Einführung neuer Anbauprodukte in Malaysia (Kautschuk, Ölpalme), besseren Saatgutes, Dünger und neuer Anbaumethoden (double cropping = zweimaliges Ernten im Jahr beim Naßreis) wurden Ertragssteigerungen von 53 und 128% erreicht (Erträge und An- baufläche siehe Tab.2 und 3, Anhang). Staatliche und private Institutionen realisieren Neu- landerschließungen in Malaysia (siehe Abb.6, Anhang). Diese Projekte schaffen für ca. 95000 Siedlerfamilien neue landwirtschaftliche Erwerbsmöglichkeiten und tragen auch zur Diversifizierung der Agrarexporte bei. „Angepflanzt wurden insbesondere exportorientiert Produkte, nämlich Ölpalmen (54% der Fläche) und Kautschukpflanzen (37%). Dagegen besitzen Naßreis und Gartenbauprodukte (5,3%) sowie Kokospalmen und Kakao (5,7%) nur eine untergeordnete Bedeutung.“(Kulke, Frohloff, S. 35), (vgl. Abb.7, Anhang). Auf der Halbinsel Malakka und in Sarawak werden etwa 22% des Bodens landwirtschaftlich genutzt, in Sabah nur 4%. ( Meyer´s, S. 1731)

II. Tropische Nutzungspflanzen

Für die Agrarproduktion sind folgende Faktoren bestimmend: Bodenbeschaffenheit, Niederschlagsmenge und Temperatur.

Die Bodenfruchtbarkeit in den feuchten Tropen ist allerdings sehr schlecht. Die Böden besit- zen nur einen geringen Restmineralgehalt im Gegensatz zu den Böden der gemäßigten Brei- ten. Somit ist „die geringe Bodenqualität [in Malaysia] der gewichtigste ökologische Hemm- faktor für landwirtschaftliche Aktivitäten.“(Scholz, S. 362) Günstiger sieht es dafür aber mit den Temperaturen aus. Die dauerfeuchten Tropen bieten über das ganze Jahr hinweg ein sehr hohes und außerordentliche konstantes Wärmeangebot (25-28° in Malaysia) mit sehr gerin- gen Tages- und Jahresschwankungen. „Deshalb ist bis in größere Höhen eine ganzjährige Agrarproduktion mit mehreren Ernten pro Jahr möglich.“(Scholz, S. 362)

Zu den günstigen Temperaturen kommt noch ein reichliches Angebot an Niederschlägen mit einer relativ gleichmäßigen Verteilung über das ganze Jahr (2000-4000 mm in Malaysia). Diese besonderen Bedingungen ermöglichen den Anbau einer Vielzahl von Nutzpflanzen, die allerdings keine großen Ansprüche an den Boden stellen dürfen, d.h. man kann nicht alle beliebigen Nutzpflanzen in den dauerfeuchten Tropen anbauen.

Im folgenden werden nun die wichtigsten Anbaupflanzen Malaysias, die sich für dieses Klima hervorragend eignen, angesprochen: Hevea/Kautschuk, Ölpalme, Tee, Reis, Kokospalme, Kakao, Pfeffer.

Hevea / Kautschuk

Das Wort Kautschuk (Hevea) stammt vermutlich aus dem Indianischen Cahuchu (= weinender Baum). Der Naturkautschuk wird zu mehr als 99% aus dem tropischen Baum Hevea brasiliensis (Parakautschukbaum) gezapft.

Der Kautschukbaum eignet sich gut für die großflächige Nutzung (Plantagenwirtschaft). Er benötigt hohe Temperaturen von durchschnittlich 28° C und reichlich Niederschläge von 2000-4000 mm im Jahr. Erstellt geringe Ansprüche an den Boden (gut durchlüftet, pH-Wert 4-8) und ist deshalb gut für die feuchten Tropen geeignet. Trockenzeiten von bis zu zwei Monaten kann die Pflanze zwar überstehen, aber man muß dann mit hohen Ertragseinbußen rechnen. Die Höhengrenze von 500 m sollte beim Anbau der Pflanze nicht überschritten werden.

„Der 15-20 m hohe Baum weist einen Durchmesser von 60-75 cm auf und besitzt bis zu 4,5 m lange Pfahlwurzeln mit 7-10 m langen Seitenwurzeln. Die schubweise gebildeten Blätter sind dreiteilig und langstielig und werden vom Baum periodisch abgeworfen. In der weißlichen Rinde befindet sich eine sekundäre Rinde mit Milchröhren, worin der Milchsaft (Latex) synthetisiert wird.“(Diercke, S. 177) (siehe Abb.1) Der Milchsaft enthält durchschnittlich 30% Kautschuk. Durch Anritzen der Stämme wird der Milchsaft gezapft (Bild1, Anhang). Die Hevea-Bäume werden heute schon nach 5 Jahren erstmals gezapft, sind aber nach ca. 30 Jahren nicht mehr leistungsfähig.(vgl. Uhlig 1975, S. 279)

Der Gummibaum ist eine ideale Smallholderpflanze: wuchsstark, anspruchslos, ursprünglich, dschungelangepaßt. Sie ist leicht zu pflegen und schützt sich selbst gegen Wildwuchs. Man kann sie als Kleinbauer in schlechten Zeiten auch durchaus einmal unangezapft „stehenlas- sen“, um sich auf die Eigenversorgung zu konzentrieren. Auch die Aufbereitungsstufen sind leicht und billig.

Deshalb wurden 1980 auch ca. 58% von Malaysias Gesamtproduktion von Smallholdern erbracht. 1981 waren auf Malakka ca. 2 Millionen ha Land mit Kautschukbäumen bepflanzt (siehe Abb.8, Anhang) und nur 30% dieser Fläche wurde durch Plantagen bewirtschaftet.(vgl. Meyer´s, S. 1731),

Die Vermehrung der Hevea erfolgt vegetativ durch Okulieren oder durch Klonsaat. Die vor- gekeimten Samen werden in die Baumschule oder in Plastikbeutel gepflanzt und nach 3-6 Monaten oder auch 1-2 Jahren wird okuliert, d.h. veredelt, durch Einsetzen einer Edelknos- pe. Kurz danach werden die Pflanzen ist Land gepflanzt.(Rehm, S. 345) Bei der Klonsaat werden „clones“ gezüchtet, d.h. Pflanzenrassen mit besonders guten, ein- heitlichen genetischen Anlagen, die durch Pfropfen oder Saat in Pflanzgärten vermehrt und dann in die Plantagen eingebracht werden. Dadurch entstehen Hochertragssorten, denn nur mit diesen kann man der Konkurrenz des künstlichen Gummis standhalten.(Uhlig 1975, S. 279) Dichtes Pflanzen (300-400 Bäume pro ha) bringt zwar höhere Hektarerträge, aber ge- ringere Erträge pro Baum. Weites Pflanzen (150-200 Bäume pro ha) hat sich als günstiger herausgestellt. Zum einen geringere Krankheitsgefährdung und zum anderen können zwi- schen den Reihen andere Kulturen (Kaffee, Kakao) angepflanzt werden (wie bei Smallhol- dings üblich). (vgl. Rehm, S. 346) Häufig wird Latex nach dem Zapfen (auch von Kleinbau- ern) zu Rohkautschuk verarbeitet. Durch Wasserzuführung und herabsetzen des pH-Wertes koagulieren die Kautschukkügelchen. Durch Walzen und gründliches Waschen werden dar- aus Felle, die dann getrocknet, geräuchert und geschnitten verarbeitet werden.(vgl. Diercke, S. 177), (Bild 3, Anhang)

Nach ca. 5 Jahren bzw., wenn der Stammumfang in 1 m Höhe 45-50 cm erreicht hat, kann man das Zapfen beginnen. Die Rinde wird mit Spezialmessern so tief wie möglich ange- schnitten ohne das Kambium zu verletzen (siehe Abb.9; Bild 1, Anhang). Das Anritzen ge- schieht täglich oder jeden zweiten Tag, am besten frühmorgens. Der Milchsaft fließt über eine Ableitrinne in ein Gefäß (Bild 2, Anhang). Einige Stunden nach dem Anzapfen wird er in Eimern gesammelt und zu Fabriken (oder auch eigenen) zur Aufbereitung gebracht. Jeder Baum produziert täglich etwa 7g Latex.

Abb. 9: aus: Rehm, S.344

Die Heimat der Kautschukpflanze liegt in Südamerika (Brasilien, Paraguay), vornehmlich im Amazonasbecken. Der steigende Kautschukbedarf ermöglichte es Anfang dieses Jahrhun- derts die Pflanze auch in Afrika und Asien anzusiedeln. Ein sehr großes Ausmaß hat diese Kultur in Malaysia genommen (ab ca. 1896) und dies ist einem Mann zu verdanken: Henry Ridley. Er war Direktor des Botanischen Gartens in Singapur und überzeugt davon, daß Kau- tschuk eine große Zukunft hätte. Er reiste mit den Samen in der Rasche im ganzen Land herum und war stets auf der Suche nach jemandem, der Interesse hatte, sie anzupflanzen. Zunächst wurde er nur belächelt, bis John Dunlop schließlich den Reifen erfand und Henry Ford seine Autos am Fließband produzierte. So verbreitete sich die Pflanze in Malaysia im- mer mehr. 1920 deckte Malaysia 53% des Weltbedarfs an Kautschuk.(vgl. Höfer, S. 33, 59) Heute ist Malaysia der drittgrößte Naturkautschukproduzent auf der Welt. 1996 belief sich die Naturkautschukproduktion auf 1,1 Millionen Tonnen, das sind 17,1% der Weltprodukti- on. Insgesamt wurden 980000 Tonnen exportiert. Hauptabnehmerländer sind die EU, Repu- blik Korea, USA, Japan, Singapur, China, Rußland. (vgl. Information Division Ministry, S. 33)

Die Gummiindustrie ist bis heute ein ertragreicher Wirtschaftszweig geblieben, und da der Anbau, Pflege und auch die Aufbereitung des Kautschuk relativ einfach und auch kostengünstig ist, ist er auch eine ideale Pflanze für Kleinbauern.

Kautschuk findet heute in zahlreichen Industriezweigen Verwendung: Reifen, Dichtungen, Stoßdämpfer, Bekleidung, Schuhe, Isolierungen, Sportartikel, wasserdichte Stoffe, Schläuche usw. Ersatz für Horn bei Kämmen und chirurgischen Instrumenten. Gelöster Kautschuk als Verschlußmittel oder für die Pflasterherstellung. Außerdem werden auch die Samen, die 40-50% Öl enthalten als Nahrungsmittel und für technische Zwecke verwendet. Das Samenmehl mit 28% Protein dient als Zusatz für Viehfutter. Das Holz des Baumes kann in der Papierherstellung verwendet werden.(vgl. Diercke, S. 178/179)

Alles in allem kann der Hevea-Baum sehr vielseitig verwendet werden und hat als Handels- gut für Malaysia eine große Bedeutung, die allerdings in letzter Zeit abnimmt, da der Staat den Anbau von Ölpalmen statt Kautschuk fördert, um den Preisschwankungen für Kautschuk am Weltmarkt (siehe Abb.10, Anhang) entgegenzuwirken und auch da die Ölpalme höhere Erträge abwirft .

Ölpalme

Die Ölpalme (Elaeis guineensis) ist eine ausgesprochen tropische Pflanze, die von allen Öl liefernden Pflanzen die höchsten Hektarerträge erzielt. Sie braucht zum guten Gedeihen eine möglichst gleichmäßige mittlere Temperatur von 24-28° C, denn sie fruchtet erst bei einer mittleren Jahrestemperatur von 23° C. Sie braucht weiterhin 5-6 Stunden Sonnenschein am Tag. Der jährliche Niederschlag liegt je nach Bodenart bei 1500-3000 mm. Die Ansprüche an den Boden sind gering: lehmige, gut drainierte Böden mit pH-Werten zwischen 5,5 und 7. Eine Trockenzeit bis zu drei Monaten wird ohne merkliche Ertragsminderungen ausgehalten. Der Anbau ist auf Höhen bis zu 500 m beschränkt. Aufgrund dieser Faktoren eignen sich die feuchten Tropen besonders gut für den Anbau.(vgl. Diercke, S. 129; Manshard, S. 67/68)

Die Palme kann eine Höhe von 20 m und mehr erreichen. Der Stamm trägt an seiner Spitze einen aus 3-5 m langen Blättern bestehenden Schopf. Jedes Blatt besteht aus 100-160 Blatt- fiedern und robusten 1,2-2,1 m langen Mittelrippen, deren Rand dornig ist (Bild 6, Anhang). Die Wurzeln erreichen bis zu 30 cm Tiefe und wachsen 5-6 m in die Breite. Die Fruchtstän- de setzen sich aus meist 2000-4000 pflaumengroßen Früchten zusammen und können bis zu

50 kg Gewicht erreichen (Bild 4, Anhang). Ab dem 5. Jahr tragen die Palmen Früchte. (siehe Abb.11) Die Hauptmenge des Öls findet sich im Fruchtfleisch (Mesokarp), etwa ein Achtel im Endosperm (siehe Abb.11). (vgl. Diercke, S. 129)

Abb. 11: aus: Rehm, S. 89

„Der Ursprung der Ölpalme dürfte in West- und Zentralafrika liegen. Von Guinea, wo sie wild wächst, wurde sie vermutlich nach Westindien und Südamerika gebracht.“(Diercke, S. 129) Es gibt zahlreiche Formen und Sorten der Ölpalme, die sich hauptsächlich durch den Ölgehalt der Früchte und Kerne voneinander unterscheiden. Malaysia gehört heute zu den Haupterzeugerländern neben Nigeria, Indonesien, China, Zaire, Elfenbeinküste.(vgl. Dier- cke, S. 129)

1980 waren in Malaysia schon über 900000 ha mit Ölpalmen bepflanzt und die Zahl stieg weiter (Abb.12, Anhang), dafür nahm die Zahl der Hevea-Bäume ab.(vgl. Meyer´s, S. 1731) Ölpalmen eignen sich am besten für Plantagen (Bild 7, Anhang), denn die Früchte müssen regelmäßig abgeerntet werden, was für Kleinbauern ungeeignet ist.

Die Nüsse der Ölpalme werden in besonderen Brutschränken zur Keimung gebracht. Die eben gekeimte Saat wird von der Zuchtstation verschickt und auf der Pflanzung in vorläufige Anzuchtbeete oder kleine Polythensäcke verpflanzt. Wenn 4-5 Blätter entwickelt sind, kommen die Pflanzen in die Feldanzuchtbeete. Nach 12-18 Monaten sind sie kräftig genug, um in die Plantage ausgepflanzt zu werden.(vgl. Rehm, S. 90) Man pflanzt 130-150 Palmen pro ha mit 8-9 m Abstand. Auch hier sind Zwischenkulturen zwischen den Palmen möglich. Nach 4-5 Jahren können die Palmen das erste Mal geerntet werden. Dabei werden die Fruchtstände abgeschnitten oder abgeschlagen. Die Reife der Früchte erkennt man an der Farbe (von schwarz nach orange). Bei hohen Palmen benutzt man an Stangen gebundene Messer oder auch schon Hebebühnen (Bild 5, Anhang). Nach ca. 20-30 Jahren sind Neu- pflanzungen nötig, da die Palmen für eine Ernte zu hoch gewachsen sind.

Nach der Ernte müssen die Fruchtstände innerhalb von 24 Stunden verarbeitet werden. Sie werden zunächst mit Dampfhitze behandelt, um das Abtrennen der Früchte vom Fruchtstand zu erleichtern und damit das Enzym Lipase das Öl nicht in qualitätsmindernde Fettsäuren spaltet. Die Steinkerne werden danach vom Fruchtmus entfernt, woraus dann das Öl durch Pressen gewonnen wird. Das rohe Palmöl ist dunkelgelb bis dunkelrot, schmeckt süßlich unangenehm und riecht veilchenartig. Nach Zerkleinerung der Palmkerne kann das Palm- kernöl, ein weißliches bis gelbes, angenehm schmeckendes Öl herausgepreßt werden Dies ist auch ein Grund, warum kaum Kleinbauern Ölpalmen anbauen: die Aufbereitungsanlagen sind sehr kostspielig. Man kann aus den besten Ölpalmpflanzungen durchschnittlich 7 t Palmöl und ca. 0,8 t Palmkernöl gewinnen. (vgl. Diercke, S. 129)

Malaysia ist der größte Palmölproduzent der Welt. 1993 wurden 7,1 Millionen Tonnen rohes Palmöl produziert, was einem Anteil von 53% an der Weltproduktion entspricht. 5,9 Millio- nen Tonnen Palmölprodukte wurden exportiert.(vgl. External Information Division Ministry, S. 68) Bereits 1996 produzierte Malaysia 8,38 Millionen Tonnen und exportierte 7,3 Millionen Tonnen. Die Hauptmärkte waren Pakistan, Singapur und China.(vgl. Information Division Ministry, S. 33), (vgl. Tab.4)

Tab. 4: West-Malaysia - Anbauflächen, Erträge und Ertragsleistungen bei ÖlpalmPflanzungen 1960-1975, in: Kühne, S. 125

Durch erhebliche Verbesserungen der Ölpalme ist Palmöl heute im Welthandel bei weitem an der Spitze aller Planzenöle.

Gut entsäuertes und geruchfreies Palmöl dient als Speiseöl und zur Margarineherstellung. Ein Teil des Palmöls findet in der Seifen- und Kerzenindustrie, in der Feuerverzinnerei, in der Pharmazie- und Kosmetikherstellung sowie als Schmierfett Verwendung. Die Preß- rückstände werden nach der Trocknung als Heizmaterial und deren Asche als Düngemittel gebraucht. Palmkernöl dient außerdem zur Bestimmung der Fettdichtigkeit von Verpa- ckungsmaterial. Die Preßkuchen der Kerne dienen mit ca. 20% Eiweiß und Restfettgehalt als Futtermittel. Palmblätter werden zu Fasern, die Stämme zu Bauholz verarbeitet. Der Palm- saft, aus einem Teil der männlichen Infloreszenzen, wird zu Palmwein gegoren.(vgl. Dier- cke, S. 130)

Damit ist das Angebot an Ölpalmprodukten sehr weit gefächert und die Ölpalme hat eine große Bedeutung als Handelsgut, die in der Zukunft wahrscheinlich noch steigen wird.

Tee

Der Teestrauch (Camellia sinensis) gedeiht in einem weiten Klimabereich. Man unterscheidet zwei extreme Arten des Tees: „Chinatee“ mit kleinen, harten, gezähnten Blättern ohne Spitze, starkem Aroma und niedrigem Ertrag; „Assamtee“ mit großen, weichen , glattrandigen Blättern mit Spitze, schwachem Aroma und hohem Ertrag. Heute werden aber hauptsächlich Hybriden dieser Arten angebaut.(vgl. Rehm, S. 247)

Die besten Bedingungen findet der Tee bei gleichmäßigen milden Temperaturen (18-20° C), hoher Luftfeuchtigkeit, regelmäßigen Niederschlägen (1500-2500 mm) und Höhenlagen um 800-1800 m NN). Außerdem braucht der Tee auch genügend Sonnenschein. Der Boden soll- te gut drainiert, humusreich, durchlüftet und tiefgründig sein (pH-Wert 4,5-5,5). (vgl. Rehm, S. 248)

Aber auch in weiten Klimazonen mit einer „Temperaturspanne von 13 bis 30° C und Niederschlagsmengen von 1250-5000 mm sowie Höhenlagen von 800-2300 m über dem Meere“ (Diercke, S. 170) gedeiht der Tee gut.

Der Teestrauch kann wildwachsend zu einem bis zu 15 m hohen Baum heranwachsen. In Kultur wird er als Busch gezogen, dabei wird er alle paar Jahre auf höchstens 1,5 m zurückgeschnitten. Das Wurzelwerk ist kräftig und reicht mehrere Meter in den Boden. Der Strauch besitzt ledrige, glänzende, meist gesägte einfache Blätter und auch weiße oder rosenrote Blüten mit holzigen Samenkapseln.(vgl. Diercke, S. 169), (siehe Abb.13)

Abb. 13: aus: Rehm, S. 249

Der Teestrauch stammt aus dem gebirgigen Teil China-Nepal-Ostindien. Er wird schon seit 2700 v. Chr. in China kultiviert. 1580 gelangte er durch die Araber nach Europa. Durch die Engländer erfolgte dann später die Inkulturnahme in Indien und Sri Lanka (vgl. Diercke, S. 169) (ebenso wie Malaysia und weitere südostasiatische Länder). Heute ist der Anbau immer noch in Südostasien konzentriert, aber auch in Afrika und Amerika wird heute Tee angebaut.

Die Samen des Tees werden meist unter feuchtem Sackleinen vorgekeimt, dann in Saatbeete oder in Kunststoffbeutel gepflanzt. Bei Anzucht in Kunststoffbeuteln kann man nach 6-8 Monaten die Sämlinge ins Feld setzen (meist Plantagen, siehe Bild 8, Anhang). Bei Saatbee- ten läßt man sie meist 2-3 Jahre alt werden, schneidet sie dann auf 10 cm zurück und pflanzt sie aus. Die Pflanzweite richtet sich nach Klima und Bodenfruchtbarkeit (Abstand von 90x150 cm ist normal). Die jungen Teebüsche werden mehrmals zurückgeschnitten, um breite Buschformen, viele Triebe und ein dichtes Blattwerk zu erzielen. Der Tee muß dann später immer wieder auf eine gute Pflückhöhe zurückgeschnitten werden.(vgl. Rehm, S. 248/249)

Nach ca. 4-5 Jahren kann die erste Ernte durchgeführt werden (Bild 9, Anhang). „Es werden nur die jungen Triebe gepflückt, meist eine weißlich behaarte Blattknospe und zwei junge Blätter, da sie den höchsten Catechin- und Koffeingehalt enthalten und sich leicht in Ma- schinen rollen lassen.“(Diercke, S. 169/170) Teepflanzen werden rund 25 Jahre geerntet, aber nicht selten auch bis 50 Jahre. Die Ernte erfolgt 8-9 Monate im Jahr und zwar in Inter- vallen von 1-3 Wochen. Heute wird die Ernte auch schon mechanisch durchgeführt.

Die frischen Teeblätter werden nach der Ernte im Luftstrom zum Welken gebracht (Wasser- gehalt auf 60% reduziert). Die Zellstruktur der Blätter wird zerstört und der Saft z.T. heraus- gepreßt. Dieser Vorgang setzt Enzymreaktionen in Gang, die sich im anschließenden Fer- mentationsprozeß in Gärkammern bei 35-40° C vollziehen, 3-4 Stunden ablaufen und durch schnelles Trocknen mit heißer Luft von 80-110° C gestoppt wird. Dadurch werden das Tee- aroma und die Farbe fixiert. Die rotbraune bis schwarze Farbe und die Aromabildung kom- men durch Oxidation der Catechine zustande. Der Tee wird anschließend gesiebt, sortiert und verpackt. Etwa 4,5 kg frischer Blätter ergeben 1 kg verarbeiteten Tee.(vgl. Diercke, S. 171)

Die Anbaufläche beträgt weltweit 2,1 Millionen ha. Die Weltproduktion liegt bei 1,82 Millionen Tonnen (Zunahme von 40% in den letzten 10 Jahren). Führende Teeproduzenten: Indien, China, Sri Lanka, dann Türkei, Japan, Rußland.

Außer „normalen“ Tee wird noch grüner und schwarzer Tee exportiert. Schwarzer und grüner Tee werden nach der Ernte anders aufbereitet. Außerdem wird auch Tee-Extraktpulver (Instant-Tee) aus minderen Sorten hergestellt. Aus dem Abfall der Teeverarbeitung kann Koffein gewonnen werden.(vgl. Diercke, S. 171)

Tee hat für Malaysia keine große Bedeutung als Handelsgut.

III. Andere Nutzungspflanzen

Reis

Der Reis (Oryza sativa) ist eine Kultur mit hohen Temperaturansprüchen. Während des Wachstums 30-32° C; Minimumtemperatur um 20° C. Anbau deshalb in den Tropen selten über 1200 m NN. Reis bringt die besten Erträge in Gebieten mit langem Sonnenschein. Man unterscheidet Naß- und Trockenreis. Trockenreis benötigt einen Jahresniederschlag von 1250-1500 mm. Naßreis hat die Fähigkeit im Wasser zu gedeihen und wird deshalb häufig in Überschwemmungsgebieten von südostasiatischen Strömen kultiviert. An den Boden stellt der Reis geringe Anforderungen: Er gedeiht in einem pH-Bereich von 4,5-8. Für Trockenreis werden schwere Böden bevorzugt, da sie mehr Wasser enthalten. Naßreis wird auf allen Bodentypen angebaut, die nicht durchlässig sind. (vgl. Rehm, S. 21/22)

Reis wird also in den feuchten und auch den humiden Tropen angepflanzt. Die Kulturpflanze Oryza sativa umfaßt viele tausend Sorten. Die beiden wichtigsten Arten sind „Indica“ und „Japonica“. (siehe Abb.14)

Der Reis ist gekennzeichnet durch einblütige Ährchen mit harter Deck- und Vorpelze, die das Korn bei der Reife einschließen und 6 Antheren in der zwittrigen Blüte.(vgl. Rehm, S. 18) Die Rispen enthalten 35-100 Körner.(vgl. Arnold, S. 171), (Abb.14) Indica-Sorten haben schmale, lange Körner, sind variabel in der Wuchshöhe, Rispengröße, Behaarung, usw.. Japonica-Sorten haben ovale bis runde Körner, geringe Wuchshöhe und kleine Rispen.(Abb.14)

Die Urheimat des Reises ist das wechselfeuchte Südostasien. In Nord-Thailand wurde Reis bereits 3500 v. Chr. angebaut. Sehr viele Wildformen vom Reis wurden in Asien, Afrika und Amerika gefunden. Die Ausdehnung des Reises in aride und semiaride Zonen wie Westasien und die Mittelmeergebiete ist jüngeren Datums. Zur Zeit des persischen Empires wurde er in Mesopotamien und Syrien angebaut. Durch Alexander den Großen wurde er in Griechenland eingeführt, und die Araber verbreiteten den Reisbau 100 n. Chr. nach Ägypten, Marokko, und Spanien.(vgl. Diercke, S. 106)

Vor mehr als 1000 Jahren wurde der Reis nach Malaysia gebracht. Er ist heute Grundnahrungsmittel und Haupteinnahmequelle der malaiischen Landbevölkerung.(vgl. Höfer, S. 32), (Abb.15, Anhang). Die wichtigsten Reisanbaugebiete liegen heute in Asien.

Abb. 14: aus: Rehm, S. 18

Der Reis ist die Leitkultur Südostasiens und besitzt die längste und erfahrenste Anbautradition. Durch verbesserte Sorten können heute sogar 2-3 jährliche Reisernten erfolgen.

Ein erheblicher Teil der Weltreisernte wird auf Trockenland produziert (Sarawak: 67% Tro- ckenreis). Trockenreis wird wie jedes andere Getreide breitwürfig gesät oder gedrillt. Die Pflanzen sind ausschließlich auf Regen angewiesen. Der Anbau erfolgt sowohl im Wander- feldbau, als auch im Pflugbau bei Daueracker-Rotation. Ein anderer Begriff für Trockenreis ist „Bergreis“. Ein Hauptproblem ist die Unkrautbekämpfung, die viel Handarbeit oder Her- bizide erfordert. Die Flächenerträge sind meist niedriger als bei Naßreisbau (1,5 t/ha). Er- tragsschwankungen aufgrund von Niederschlagsvariabilität.(vgl. Arnold, S. 173; Rehm, S. 22)

Beim Naßreisbau sollte die Bodenoberfläche innerhalb des Beckens genau waagerecht sein, so daß der Wasserstand überall gleich ist. Vor dem Pflanzen oder Säen wird der Untergrund verfestigt, um Wasser- und Nährstoffverluste zu verhindern. Die oberen 10 cm des Bodens sollte feiner Schlamm sein. Die Jungpflanzen werden in Saatbeeten aufgezogen. 18-45 Tage nach der Saat wird verpflanzt, ja nach Temperatur, wenn die Pflanzen15-20 cm lang sind. Das Anpflanzen geschieht meist von Hand (Bild 10, Anhang), kann aber auch maschinell ausgeführt werden. Die Pflanzweite beträgt meist 20x20 cm, wobei meist 3 Pflanzen an eine Stelle gepflanzt werden. Naßreis könnte aber auch direkt gesät werden.

Die Körner reifen 30-40 Tage nach der Blüte. Zur Erleichterung der Ernte wird das Wasser 2-3 Wochen vor der Ernte abgelassen. Stengel und Teile der Blätter sind dann noch grün. Bei genügend Feuchtigkeit und Wärme treiben die Pflanzen nach dem Abschneiden der Rispen wieder aus und liefern eine zweite oder dritte Ernte. Diese zweite Ernte liefert bei guter Pfle- ge 20-30% höhere Erträge.

Reis wird geerntet, wenn die Rispen vergilbt sind. Man erntet mit der Hand oder mit der Maschine. Anschließend drischt man das getrocknete Getreide nach. (vgl. Rehm, S. 22/23, 26)

Man kann drei Formen des Naßreisanbaus unterscheiden (siehe Abb.16):

1. Reisbau auf Regenstau (z.B. auf Plateaus, terrassierten Hängen). Nachteilig ist die mi- nimale Nährstoffzufuhr durch Regenwasser.
2. Reisbau im natürlichen Überschwemmungsbereich der Flüsse: Der Reis wird vor dem Hochwasser angepflanzt, nach dem Abfluß geerntet. Die Abhängigkeit vom natürlichen Abfluß ist risikoreich. Nur eine Ernte pro Jahr möglich.
3. Reisbau mit künstlicher Bewässerung (Terrassenfeldbau, siehe Bild 14, Anhang) bietet erhebliche Vorteile: vor allem Regulierung des Wasserstands und mehrere Ernten pro Jahr, bessere Erträge.(vgl. Arnold, S. 173/174)

Abb. 16: aus: Arnold, S. 173

Naßreis ist die einzige Monokultur, die Jahrtausende ohne nachteilige Folgen angebaut wer- den konnte, denn durch die Zufuhr von Wasser erhält der Boden eine stetige Zufuhr von Sinkstoffen des Wassers. Dadurch wird die Bodenqualität stabilisiert oder gar verbessert. Durch Fischschwärme, die mit jeder Überflutung auf die Felder gelangen, werden Unmen- gen von Schädlingslarven vertilgt, was auch zusätzlich Ertragssteigerungen zur Folge hat. Außerdem können die Fische aus den Feldern gefangen und dann selbst verzerrt oder ver- kauft werden können (bei 1 ha - jährlich 1000 kg Fisch). (vgl. Kühne, S. 115)

Nach der Ernte werden die Reiskörner geschält und poliert. Dabei fällt auch Bruchreis an, den man reduzieren kann, wenn man den Reis vorher einweicht, kurz kocht und wieder trocknet (parboiled rice). (vgl. Rehm, S. 26)

Aus den anfallenden Abfällen der Reismühlen werden Öl, Wachs, Furfurol und eiweißrei- ches Futtermehl gewonnen. Die Schalen werden für Bauplatten, als Polier- oder Brennmate- rial genutzt. Das Stroh ist bei Reis von größerer Bedeutung als bei anderen Getreiden. Ge- wöhnlich als Viehfuttergrundlage. In Südostasien wird Reisstroh zur Kultur des Reisstroh- pilzes verwendet. Auch als Flechtmaterial für Säcke, Matten und Hüte. In einigen Ländern gibt es Zellstoffabriken, die Reisstroh verarbeiten.(vgl. Rehm, S. 26) Die Verarbeitung zu Reisgrieß und Reismehl sowie die Verwendung von Reis zur Alkohol- und Bierherstellung sind weitere Nutzungsformen.

Der Reisbau nimmt in der Welt die 2. Stelle unter den Getreidearten ein (1979: 145 Millio- nen ha auf der ganzen Erde). Davon 140 Millionen ha in den Ländern der 3. Welt. Die Reisproduktion dient in den Ländern Südostasiens zunächst zur Deckung des hohen Eigenbedarfs und nur zum kleinen Teil auch zum Export. Man hat festgestellt, daß die wech- selfeuchten Tropen ein günstigeres Anbaupotential für den Reis besitzen.(vgl. Domrös, S. 9) Man erzielt beträchtliche Überschüsse ohne merkliche Erschöpfung der Böden (bei Naßreis). Die Weltproduktion an Reis beträgt 260 Millionen Tonnen.(vgl. Diercke, S. 107) Malaysia produziert 85% seines Reiskonsums selbst, der Rest wird aus Thailand und China importiert. Es werden trotzdem immer mehr Reisfelder nach modernen Anbaumethoden bestellt.(vgl. Höfer, S. 32) Reis wird in Malaysia zu fast 90% auf der Halbinsel Malakka produziert.(vgl. Meyer´s, S. 1731), (siehe Abb.15, Anhang)

Naßreis nimmt etwa 7,5% der landwirtschaftlichen Nutzfläche in West-Malaysia ein.(vgl. Uhlig 1975, S. 277) Der Naßreis nimmt hier eine 10-20mal größere Flächenproduktivität als der Wanderfeldbau mit Trockenreis ein. Somit ist es verständlich, daß der Naßreis in vielen Gegenden den Wanderfeldbau ablöste.(vgl. Scholz, S. 364) „Als Handelsgut spielt Reis seit jeher im Vergleich zu den anderen Hauptgetreidearten eine untergeordnete Rolle.“ Aus den südostasiatischen Ländern gelangen nur etwa 2-3% der Ernte in den internationalen Han- del.(vgl. Arnold, S. 170)

Kokospalme

Die Kokospalme (Cocos nucifera) ist eine an die Meeresnähe angepaßte Pflanze der Tropen. Sie ist eine ziemlich salztolerante Pflanze, kann daher das Seewasser vertragen. Sie benötigt viel Sonnenschein und einen optimalen Temperaturbereich zwischen 25-27° C. Sie wird bis 700 m NN angebaut. Für einen guten Ertrag ist eine Niederschlagsmenge von 1250-2500 mm nötig. Humus- und Nährstoffreiche, gut drainierte und durchlüftete Böden, deren Wasserspeichervermögen gut ist, eignen sich am besten für den Anbau der Kokospalme. Für optimales Wachstum ist eine ausreichende Chlorversorgung nötig.

Abb. 17: aus: Rehm, S.93

Die Palmen blühen vom 8. Jahr an und können 30 m hoch und 100 Jahre alt werden. Etwa 30-40, bis zu 6 m lange gefiederte Blätter bilden den Schopf der Palme. Den Achseln der Blätter entspringen die Blütenstände, die mit männlichen und weiblichen Blüten besetzt sind. Die Frucht erreicht ihre endgültige Größe schon nach 6 Monaten und bis zur Reife braucht sie 12 Monate. Die Frucht besteht aus einem äußeren, lederigen, glatten Exokarp, zuletzt faserigen Mesokarp und einem steinharten Endokarp (Kern), das den Samen umschließt (siehe Abb.17). Das Endosperm kleidet während der Reife die Samenhöhle als Mantel aus (Kokosfleisch). (vgl. Diercke, S. 126/127)

„Die Herkunft der Kokospalme ist im Indo-malayischen Raum zu suchen. Dort liegt auch heute noch das Hauptproduktionsgebiet (Indonesien, Philippinen Indien, Sri Lanka, Malay- sia). Die Früchte dienten schon 3000 Jahre v. Chr. den Eingeborenen als unentbehrliche Nahrung.“(Diercke, S. 126) Der Anbau erfolgt heute hauptsächlich in Plantagen. Inzwischen ist aber in Malaysia unter dem Konkurrenzdruck der Ölpalme der Plantagenanteil der Ko- kospalme auf weniger als ein Zehntel geschrumpft. Im Kleinerzeugerbereich läßt sich jedoch immer noch eine langsame, stetige Ausdehnung der Anbaufläche beobachten.(vgl. Kühne, S. 128), (siehe Abb.18, Anhang)

Zur Vermehrung werden die ganzen Früchte in Anzuchtbeete ausgelegt. Nach 4-5 Monaten dringen die Wurzeln in den Boden. Nach 6-12 Monaten wird ins Land ausgepflanzt. Pflanz- abstände sind ca. 9 m. Um junge Palmen muß ein Kreis frei von Unkraut gehalten werden. Die höchsten Erträge werden erzielt, wenn Bodendecker um die Palmen gepflanzt werden. Die Ernte wird durch Sammeln der abgefallenen Früchte, durch Baumklettern oder durch Abschneiden der Fruchtbestände mit Messern, die an langen Stangen befestigt sind, ausge- führt. Zum Reifezeitpunkt trägt die Kokospalme ca. 80 Früchte (6000 Nüsse/ha und Jahr). (vgl. Rehm, S. 94)

Nach Entfernung des faserigen Mesokarps werden die Früchte halbiert und zur Trocknung in die Sonne oder auch in Öfen gelegt. Das getrocknete Endosperm (Kokosfleisch) wird als Kopra bezeichnet. Kopra enthält 65-70% Öl, das durch Pressen gewonnen wird. Neue Sorten erzielen jährlich bis zu 6 t Kopra pro ha mit etwa 4 t Öl und 2 t Preßkuchen. (vgl. Diercke, S. 127)

Neben den Hauptprodukten Kopra und Kokosöl wird auch Kokosmilch (Vermischen von Kokoswasser und Preßsaft frischen Kokosfleisches) und Kokoswasser oder auch aus ge- trocknetem Endosperm Kokosflocken hergestellt. Die leichten und widerstandsfähigen brau- nen Fasern der Kokosnuß werden zu Stricken, Teppichen, Matten, Bürsten, Besen usw. ver- arbeitet. Zwischenwände, Verschalungen und Isolierungen können unter Zusatz von Kokos- faser hergestellt werden. Aus Blattfiedern der Palmblätter werden Flechtwaren, aus den Mit- telrippen Besen produziert. Möbel- und Bauholz wird aus dem Stamm gewonnen. Aus dem süßen Blütensaft der Blütenstände wird Palmsaft oder Palmwein bereitet. Das aus dem Preß- kuchen gewonnene Fett wird in der Margarineherstellung als Brat- und Kochfett, sowie in der Süßwarenbranche verwendet. Für Speisezwecke ungeeignetes Fett geht in die Seifenin- dustrie. Preßkuchen gibt mit 20% Eiweiß auch ein gutes Viehfutter ab. Aus den harten Scha- len stellen Eingeborene Becher, Knöpfe, Kämme her. Sie dienen aber auch als Heizmaterial. Feingemahlene Schalen werden zu Kunstharzen verarbeitet.

Die Kokospalme ist also sehr vielseitig in ihrer Verwendung (Beispiel: Abb.19, Anhang). In Malaysia wurde sie erst im 19. Jahrhundert exportwirtschaftlich interessant (vgl. Tab.5) Tab. 5: Exporte von Kokosnußprodukten, Hauptexporteure und Weltexporte, Angaben in 1000 t, aus: Rehm, S. 92

Die steigende Nachfrage der Speiseöl-, Margarine-, Seifen- und Kosmetikindustrie ließ zwischen den beiden Weltkriegen die Anbaufläche auf 234000 ha anwachsen (mehr als die Hälfte Smallholderland), (Abb.18, Anhang). Wie schon gesagt geht allerdings der Anbau im Bereich der Plantagen zurück (17000 ha) wegen der Ölpalme. (vgl. Kühne, S. 128) Nur für Kleinerzeuger scheint sie noch lukrativ zu sein, denn sie braucht wenig Pflege und auch die Aufbereitung ist nicht sehr teuer. Es wird deshalb auch nicht mehr so viel Kopra exportiert, sondern das Kokosöl wird gleich im Erzeugerland produziert. (Anbaufläche Smallholder 1970: 177000 ha, 1975:213000 ha) (vgl. Kühne, S. 128)

Die Kokospalme als Handelsgut hat für die Smallholder noch eine Bedeutung, insgesamt nimmt für Malaysia diese Bedeutung aber ab.

Kakao

Der Kakaobaum (Theobroma cacao) gedeiht am besten in den feuchtwarmen Tropen mit mittleren Jahrestemperaturen von 24-28° C. Die Temperaturen des kältesten Monats sollten noch über 20° C liegen. Das Niederschlagsoptimum liegt zwischen 1500 und 2000 mm jähr- lich. Ansprüche an Sonnenschein sind gering und deshalb wurde Kakao meist unter Schat- tenbäumen gepflanzt. Der Anbau ist bis zu einer Höhe von 700 m NN möglich. Der Boden sollte tiefgründig, durchlässig, nähr- und humusreich sein (pH-Wert zwischen 4,5 und 7,5). Die Kakaopflanze ist windempfindlich und benötigt hohe Luftfeuchtigkeit. Nachtemperatu- ren unter 13° C sind schädlich.

Abb. 20: aus: Rehm, S. 253

Der immergrüne Kakaobaum wächst 4-8 m hoch und besitzt große einfache Blätter. Wurzeln bis 2 m tief in den Boden. Kleine rötliche Blüten entwickeln sich aus dem blattlosen Stamm oder den dicken Ästen. Die bis 25 cm langen Früchte sind gurkenförmig, gelb oder rotbraun und lederig-faserig (siehe Bild 13, Anhang). Sie reifen in etwa 5-8 Monaten und enthalten fünf Reihen mit ca. 50 bolzenförmigen Samen, die Kakaobohnen, die im rötlichen, süßlichen Fruchtmus eingebettet sind (siehe Abb.20). Die frischen Kakaobohnen enthalten Gerbstoffe und schmecken bitter. Sie werden beim Trocknen kakaorot. (vgl. Diercke, S. 168)

Die Urheimat des Kakaobaumes ist in Südmexiko, Mittelamerika und Brasilien zu finden. Er gelangte wahrscheinlich durch spanische Eroberer nach Europa. Die Herstellung von Scho- kolade führte zu vermehrten Neupflanzungen auch in Südostasien und Afrika. Wichtige An- baugebiete sind heute Afrika, Asien (Malaysia, Indonesien) und Südamerika. (Tab.6, An- hang) Die angebaute Fläche beträgt weltweit 4,58 Mill. ha. Produktion 1,58 Mill. Ton- nen.(vgl. Diercke, S. 168)

Bei guten Wachstumsbedingungen kann Kakao direkt gesät werden. Meist zieht man aber die Sämlinge in Kunststoffbeuteln an und pflanzt sie nach etwa 6 Monaten aus. Pflanzweite richtet sich nach Sorte und Bodenfruchtbarkeit (3x3 bis 4x4 cm).

Oft auf Plantagen als Zwischenkulturen angepflanzt, aber auch von Kleinbauern kultiviert. Zu Beginn muß der Boden rund um die Baumstämme noch sauber gehalten werden. Sobald das Blattdach geschlossen ist aber nicht mehr. Ab und zu kann man unerwünschte Triebe abschneiden. (vgl. Rehm, S. 255)

Die Reife der Früchte ist an der Verfärbung zu erkennen. In zu spät geernteten Früchten keimen bereits die Samen, sie sind dann unbrauchbar. Die Früchte werden mit scharfen Mes- sern abgetrennt (Bild 11, Anhang). Etwa 20 Früchte liefern 1 kg trockene Bohnen. Nach der Ernte werden die Bohnen fermentiert: Die Früchte werden aufgeschlagen, die Samen werden mit der weißen, schleimigen, süßen Pulpe in Kisten gefüllt, wo sofort eine schnelle Entwick- lung von Hefen, Essigsäure- und Milchsäurebakterien einsetzt (Temperatur etwa 45° C). Die Fermentation ist nach ca. 3-6 Tagen beendet. Bei der anschließenden Trocknungsphase ver- lieren die Kakaobohnen ihren herben, bitteren Geschmack und entwickeln das Aroma. Bei der Trocknung werden die Bohnen jeden Tag nur wenige Stunden der Sonne ausgesetzt. Dies dauert 7 Tage. Die Bohnen oxidieren dabei zu einem kakaobraun.

Die trockenen Kakaobohnen werden gradiert und in Säcken exportiert. In der Weiterverarbeitung werden die Bohnen geröstet (10-45 Minuten bei 90-140° C), gebrochen und gemahlen. (vgl. Rehm, S. 256/257)

Das Kakaopulver dient zur Herstellung von Schokolade, Getränken, Kuchen und Pudding. Es gibt auch Instant-Kakao. Das abgepreßte Fett, das bei der Herstellung von Kakaopulver anfällt, wird als Kakaobutter bezeichnet. Sie findet Verwendung als Schokoladenzusatz bei Konfitüren und dient als Grundmasse für Zäpfchen und Salben. Aus dem Fruchtmus kann Gelee oder nach Gärung Alkohol und Essig hergestellt werden. Die Fruchtschale wird als Viehfutter, Dünger oder für Heizzwecke verwendet. (vgl. Diercke, S. 168)

Malaysia hat von 1974-1984 den Anbau von Hochqualitäts-Kakao verzehnfacht (überwie- gend in Kleinpflanzungen, oft unter Ölpalmen), (Tab.6, Anhang). 1993 war Malaysia schon der fünftgrößte Kakaoproduzent der Welt, obwohl der Export, aufgrund niedrigerer Kakao- produktion und niedriger Preise, zurückgegangen ist. (vgl. External Information Division Ministry, S. 68) 1996 exportierte Malaysia 42500 Tonnen Kakao.(vgl. Information Division Ministry, S. 33) Kakao hat für Malaysia (nach Kautschuk und Palmöl) eine große Bedeutung als Handelsgut. Malaysia ist neben Pfeffer ein Hauptproduzent von Kakao.(vgl. External Information Division Ministry, S. 63)

Pfeffer

Der Pfeffer (Piper nigrum) gehört zur Familie der Piperaceae und ist eine Pflanze der feuch- ten Tropen, wo er normalerweise bis zu einer Höhenlage von 500 m NN (selten höher) ange- baut wird. Die Pflanze benötigt eine Jahresmitteltemperatur von ca. 25° C, aber nicht kühler als 10° C. Außerdem braucht sie Niederschläge von 2000-3000 mm pro Jahr. Der Pfeffer ist ein Strauch mit von mehreren Beeren besetzten Fruchtständen. (siehe Abb.21; Bild 12, An- hang)

Vom Pfeffer gibt es, besonders in Indien, eine große Zahl von Sorten. Die Früchte enthalten das scharfschmeckende Piperin (höchste Konzentration im Endokarp, Harze (Mesokarp) und ätherisches Öl (Mesokarp)). (vgl. Bachmann, S. 191; Rehm, S. 272)

Abb. 21: aus: Rehm, S. 271

Die ursprüngliche Heimat des Pfeffers ist die südindische Malabarküste. Hinduistische Auswanderer brachten vor über 2000 Jahren den Pfeffer in die südostasiatische Inselwelt. Lange Zeit war der Anbau auf Südindien, Malaysia und Indonesien begrenzt. Heute wird der Pfefferstrauch auch in Thailand, Vietnam, Sri Lanka, Brasilien, Mexiko, Mikronesien, Tansania und Madagaskar angebaut. (vgl. Bachmann, S. 191)

Der Pfeffer verlangt gartenbauliche Behandlung und ist deshalb extrem arbeitsintensiv. „Die Aufzucht des Pfeffers erfolgt ausschließlich über Stecklinge, die nach einer drei- bis vierjäh- rigen Vegetationszeit die erste, jedoch noch sehr geringe Ernte erlaubt. Eine Anzucht aus Samen ist möglich, aber recht kompliziert. Das Auspflanzen der Stecklinge erfolgt in einem Abstand von 2,5x2,5 m oder 3,5x3,5 m, wobei 2-3 Pflanzen zusammengesetzt werden.“(vgl. Bachmann, S. 191) Der Pfeffer braucht Stützen zum Ranken. Dies können zum einen Holz- oder Stahlpfosten (bei großräumigem intensiven Anbau) sein, zum anderen aber auch soge- nannte Stützbäume, wie z.B. Jackfrucht oder Kapok (überwiegend in kleinbäuerlichen Be- trieben).

In den Jahren nach der ersten Ernte steigt der Ertrag ständig (Höchstmenge im 8. bis 15. Jahr). Danach läßt er wieder bis zum 25. Jahr nach. Man unterscheidet extensive (von Kleinbauern als zusätzliches Einkommen) und intensive (Pfefferkultivierung als Haupteinnahmequelle) Kultivierung des Pfeffers.

Die Zeitspanne von der Blüte bis zur Ernte beträgt etwa 4-5 Monate. Der durchschnittliche Ertrag pro ha und Jahr liegt bei extensivem Anbau bei ca. 1 Tonne, bei intensivem bis zu 10 Tonnen. Die Erntezeiten in den Anbaugebieten sind sehr unterschiedlich (siehe Tab.7, Anhang). In Malaysia wird von April bis Juni geerntet.(vgl. Bachmann, S. 191/192) Man kann nach der Ernte unterschiedliche Sorten von Pfeffer herstellen:

- Schwarzer Pfeffer: Die halbreifen Beeren werden nach der Ernte kurz in kochendes Wasser gegeben, der Pfeffer wird schwarz. Anschließend werden die schwarzen Beeren auf Trockenböden getrocknet bis das typische Aussehen des schwarzen Pfeffers eintritt. Er enthält alle Aromastoffe.
- Weißer Pfeffer: Die Beeren werden in vollreifem, dunkelrotem Zustand geerntet und einer Wasserröste unterzogen (fließendes kaltes Wasser). Nach ca. 8-10 Tagen hat sich kann das Fruchtfleisch vom Samen gelöst. Das Fruchtfleisch wird anschließend mechanisch gelöst und der gewonnene Samen getrocknet. Weißer Pfeffer ist schärfer als schwarzer, aber hat weniger Aromastoffe.
- Grüner Pfeffer: Noch im grünen, aber in der Reife fortgeschrittenen Zustand werden die Beeren geerntet und in eine Salzlake gelegt, so daß keine Luft an den Pfeffer kommt. Er gelangt in dieser Form in den Handel, oder er wird gefriergetrocknet.

Bei der Verarbeitung tritt ein hoher Gewichtsverlust des frischen Pfeffers auf. Aus 10 kg frischem Pfeffer erhält man 3,3-3,7 kg schwarzen Pfeffer oder 2,5-2,8 kg weißen Pfeffer.(vgl. Bachmann, S. 191/192)

1991 betrug die Anbaufläche für Pfeffer weltweit 348700 ha (Malaysia 11200 ha). (siehe Tab.8, Anhang) Es wurden im selben Jahr 225873 t produziert (Tab.9, Anhang). Malaysias Produktion nimmt momentan aber leicht ab. In Malaysia und Brasilien gab es erhöhte Ern- temengen, z.B. aufgrund der intensiven Kultivierung. Aber auch der hohe Weltmarktpreis für Pfeffer (1984-1987) hat die Produktionssteigerung begünstigt. Da aber alle Erzeugerländer ihre Pfefferproduktion steigerten, fiel seit 1988 der Weltmarktpreis. Um nun aber die Pfef- ferpreise zu stabilisieren, muß eine Reduzierung der Produktionsmenge erfolgen.

1991 wurden 167554 t Pfeffer exportiert. Malaysia exportierte 25390 t (Tab.10, Anhang), aber 1993 fielen die Exportgewinne um 16,5%. (vgl. External Information Division Ministry, S. 69) Dies ist eben auf die niedrigen Weltmarktpreise zurückzuführen, genauso wie die sin- kende Produktion. (vgl. Bachmann, S. 192/193) Da aber immer noch eine große Nachfrage nach Pfeffer besteht, expandieren die Anbauflächen weiterhin leicht. Malaysia ist neben Kakao auch ein Hauptproduzent von Pfeffer.(vgl. External Information Division Ministry, S. 63)

IV. Tropische Früchte

Rambutan

Abb. 22: aus: Rehm, S. 196

Rambutan (Nephelium lappaceum) stammt von der Familie der Seifenbaumgewächsen (Sapindaceae). Malaiisch bedeutet „rambut“ haarig.

Er stammt aus dem malaiischen Archipel. Außerhalb Südostasiens wird er kaum kommer- ziell angebaut. Im Heimatgebiet gibt es zahlreiche Sorten, die durch vegetative Fortpflan- zung erhalten bleiben. Die Vermehrung geschieht meist durch Okulieren auf Sämlinge oder Markottieren.

Klimatisch gehört er in die warm-feuchten Tropen, braucht 2500-3000 mm Regen und wird selten oberhalb 300 m NN angebaut. Die Bäume sind klein und die Erträge viel niedriger als bei Litchi (150 kg Früchte pro Baum). Die etwa pflaumengroßen Früchte tragen weiche Sta- cheln. Der glasig-weißliche, süße, aromatische Samenmantel wird gegessen. (vgl. Bertels- mann Lexikon, S. 8018) Die Früchte werden frisch oder gekocht im Land verzehrt, eine Kon- servenindustrie oder ein Exporthandel bestehen nicht. (vgl. Rehm, S. 196/197)

Durian

Abb. 23: aus: Rehm, S. 206

Durian (Durio zibethinus) stammt aus der Familie der Wollbaumgewächse (Bombacaceae). Durian ist eine Nutzpflanze (Baum) im indomalaiischen Raum. Der eßbare Teil ist der Aril- lus. Unangenehm ist der Geruch der Fruchtwand, aber die gerösteten Samen / Nüsse sind wohlschmeckend. Durians werden auch als Stinknüsse bezeichnet.(vgl. Rehm, S. 214; Ber- telsmann Lexikon, S. 2439)

Jackfrucht

Abb. 24: aus: Rehm, S.209

Der Jackbaum (Artocarpus heterophylla) stammt aus der Familie der Maulbeergewächse. Er stammt aus Vorderindien und ist in tropischen Regionen inzwischen kultiviert. Wird auch in Südostasien viel angebaut. Seltener in Afrika und Amerika. Jackfrucht ist eine der größten tropischen Früchte. Sie wird frisch verzehrt, die Samen werden gekocht oder geröstet gegessen.(vgl Bertelsmann Lexikon, S. 4785)

Literaturverzeichnis

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BACHMANN, H. (1995): Pfeffer - ein tropisches Produkt für den Weltmarkt, in: Geographische Rundschau 47 (1995), Heft 3, S. 191-196

DIERCKE Weltwirtschaftsatlas 1 (1981): Rohstoffe, Agrarprodukte, München: dtv, Braunschweig: Westermann

DOMRÖS, M. (1994): Das natur- und kulturgeographische Potential Südostasiens, in: Praxis Geographie (1994), Heft 4, S. 9

External Information Division Ministry of Foreign Affairs, Malaysia (1994): Malaysia auf einen Blick, Kuala Lumpur: Ampang Press

HB Bild Atlas Special (1993): Singapur und Malaysia, Hamburg: HB Verlag HÖFER, H. (1993): Malaysia, München: Apa Guides

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KÜHNE, D. (1984): Malaysia - Tropenland im Widerspiel von Mensch und Natur, Stuttgart: Ernst Klett

KULKE, E. & FROHLOFF, H. (1987): Wachstumsregionen in Südostasien: Wirtschaftspolitik, sektorale und regionale Auswirkungen des Wachstums in Singapur und Malaysia, in: Geographie und Schule (1987), Heft 46, S.35-36

MANSHARD, W. & MÄCKEL, R. (1995): Umwelt und Entwicklung in den Tropen - Naturpotential und Landnutzung, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft

MEYER`S Enzyklopädie der Erde (1984): Malaysia, Bd. 5

MÜLLER, G. (1995): Karten und Tabellen zur geographischen Exkursion nach Malaysia: vom 26.08 bis 11.09.1995, Universität Paderborn, FB 1, Geographie

REHM, S. & ESPIG, G. (1976): Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen, Stuttgart: Eugen Ulmer Verlag

SCHOLZ, U. (1984): Ist die Agrarproduktion der Tropen ökologisch benachteiligt?, in: Geographische Rundschau 36 (1984), Heft 7, S. 360-366

UHLIG, H. (1975): Südostasien - Australisch-pazifischer Raum, in: PULS, W. (Hrsg.): Fischer Länderkunde, Bd. 3, Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag

UHLIG, H. (1992): Südostasien vor dem Jahr 2000, in: Geographische Rundschau 44 (1992), Heft 1, S. 10-17

16 von 16 Seiten

Details

Titel
Tropische Landnutzungsformen Malaysia
Autor
Jahr
1999
Seiten
16
Katalognummer
V104653
Dateigröße
401 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tropische, Landnutzungsformen, Malaysia
Arbeit zitieren
Christine Hoyer (Autor), 1999, Tropische Landnutzungsformen Malaysia, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104653

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