Zukünftige Arbeitswelten - Konzeptvergleich


Seminararbeit, 2001
14 Seiten, Note: 1,7

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Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kurzdarstellung der drei Konzepte
2.1. Frithjof Bergmann
2.2. Giarini/Liedtke
2.3. Rifkin und Beck

3. Vergleich der Konzepte
3.1. Arbeitszeit
3.2. Einkommen
3.3. Gesellschaft
3.4. Durchführbarkeit
3.5. Finanzierbarkeit
3.6. Tabellarische Übersicht

4. Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Produkivität und Arbeitsvolumen in West-Deutschland

Abbildung 2: Dreiteilung innerhalb der neuen Arbeit

1. Einleitung

Diese Seminararbeit behandelt drei Konzepte zur Zukunft der Arbeit. Allen Konzepten gleich ist die Grundannahme, dass der Menschheit und allen voran den Industrienationen die klassische Erwerbsarbeit ausgehen wird.

Die Zahl der Arbeitslosen, die 1994 weltweit etwa 800 Million betrug, wird in Zukunft noch weiter ansteigen.1 Der Produktivitätszuwachs ermöglicht es mit immer weniger Arbeitern immer mehr Produkte herzustellen. Allein in Deutschland stieg das Bruttoinlandsprodukt von 1960 bis 1996 von einer auf 2,8 Billionen DM. Um dieses zu erzeugen sank die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden im gleichen Zeitraum von 56,1 Mrd. auf 44 Mrd.2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Produktivität und Arbeitsvolumen in West-Deutschland3

Die Erwartungen und Hoffnungen, die in den Dienstleitungssektor gesetzt wurden haben sich bis heute nicht erfüllt und werden sich auch in Zukunft nicht erfüllen. Zwar hat sich der Dienstleistungssektor, der bis in die fünfziger Jahre hinein rund ein Drittel der Arbeitsplätze ausmachte, auf ca. 80% der Arbeitsplätze in einer modernen Gesellschaft ausgedehnt,4 aber die Zunahme in diesem Sektor konnte den Verlust an Arbeitsplätzen im primären und sekundären Sektor nicht ausgleichen.

Auch ein generelles Wachstum kann das Problem der Arbeitslosigkeit nicht lösen; für Beck besteht sogar ein direkter Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Wachstum.5 Für die Autoren ist Arbeit wesentlich mehr als nur Beschäftigung und Broterwerb. Sie gibt dem Leben des modernen Menschen einen Sinn: Der Mensch bildet, laut Beck, seine Identität und Persönlichkeit letztlich nur in der Arbeit aus.6 Auch an anderer Stelle wird unterstrichen, dass die soziale Identität des Menschen durch die Erwerbsarbeit ausgeht.

Durch die Erwerbsarbeit nehmen Menschen ihre Rolle in der Gesellschaft ein.7 Weiter wird der arbeitende Mensch als die Basis der Demokratie angesehen. „Nur Menschen, die eine Wohnung und einen sicheren Arbeitsplatz und damit eine materielle Zukunft haben, sind oder werden Bürger, die sich die Demokratie zu eigen und sie lebendig werden lassen.“8 Wenn nicht jeder Mensch eine Erwerbsarbeit hat kommt es zur Klassenspaltung zwischen denen die eine Arbeit haben und denen die keine Arbeit haben.9 Dies kann unabsehbare Folgen für unsere Demokratie haben.

Diese beiden Ansichten über den arbeitenden Menschen zeigen die Wichtigkeit, die eine Beschäftigung für den Menschen hat.

Die Beschreibung der Ansätze, wie den Menschen diese notwendige Beschäftigung erhalten bleibt soll, erfolgt im nächsten Kapitel.

Im Kapitel 3 und 4 werden die Konzepte verglichen und eine Beurteilung durchgeführt.

2. Kurzdarstellung der drei Konzepte

2.1. Frithjof Bergmann

Der Ansatz der „New Work“ von Bergmann ist eher philosophischer Natur. Das lässt sich daran erkennen wie Bergmann über sich selbst denkt: „I like thinking of myself as a midwife, helping to bring people to life.“10 Es ist also deutlich mehr als ein Ansatz der Umverteilung der Arbeit, eher das Einbringen neuer Dimensionen in die Arbeit. Nicht nur der Verlust der Arbeitsplätze ist für Bergmann der Ausgangspunkt für seine Betrachtung, sondern auch, dass sich die Arbeit dem Menschen immer weiter entfremdet hat.11 Er möchte in seinem Konzept dieses klassische fordistische Produktionsmodell überwinden und baut sein Konzept wie folgt auf.

Das Konzept der neuen Arbeit steht auf drei Stützen. Dabei wird die Erwerbsarbeit, die bisher klassische Arbeit auf ein Drittel zurückgefahren, ein weiteres Drittel wird durch das sogenannte „Calling“ gedeckt, im letzten Drittel wird „High-Tech-Self-Providing“ durchgeführt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Dreiteilung innerhalb der neuen Arbeit12

Bei Bergmanns Ansatz wir nicht die Arbeitszeit an sich reduziert, sondern nur der Anteil der Erwerbsarbeit an der Gesamtarbeitszeit der Arbeitnehmer.

Dadurch, dass die Erwerbsarbeit auf ein Drittel reduziert ist, ist das was wir heute unter Teilzeitarbeit kennen ein fundamentaler Bestandteil des Konzeptes der neuen Arbeit. Weiter wird die reduzierte Erwerbsarbeit durch das sog. „Calling“, also eine Tätigkeit der man eigentlich schon immer nachgehen wollte ergänzt. („... mit der Neuen Arbeit [ist die Forderung verbunden], dass man wenigstens zum Teil Arbeit - bezahlte Arbeit - tun sollte, die man wirklich, wirklich will.“13 ).

Das finden dieser Beschäftigung und die Hilfe zum Start in die Selbstständigkeit ist auch ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit des Centers of New Work, damit die neuen Unternehmer nicht direkt Pleite gehen. Auch eine Stiftung oder ein Kreditverein sollte dem Zentrum angegliedert sein, um diese Unternehmen zu finanzieren.14

Das letzte Standbein des Konzeptes ist das sog. „High-Tech-Self-Providing“, also eine Selbstversorgung, zu der auch die Idee des „Smart Consumption“ gehört.15 Durch diese moderne Selbstversorgung, auf hohem technischen Niveau, die in kleinen Gruppen durchgeführt wird, sollen die Ausgaben verringert werden. Dabei sind der Selbstversorgung keine Grenzen gesetzt. Sie kann Fahrradreparaturen genauso umfassen wie eine „Urban Agriculture“, also eine hochmoderne Landwirtschaft, die auch in der Stadt auf engstem Raum durchgeführt werden kann. Die Idee geht sogar noch weiter, selbst Computer Aided Manufacturing soll eingesetzt werden um die Ausgaben zu senken und eine Selbstversorgung mit Waren sicherzustellen.

Das Konzept des New Work ist schon in der Realität durchgeführt worden. Der wohl bekannteste Einsatz erfolgte in Flint, Michigan. Auch in Deutschland gibt es einige Zentren für Neue Arbeit, die das Konzept in der Realität umsetzen. Auf den Erfolg wird im Kapitel Beurteilung der Konzepte weiter eingegangen.

2.2. Giarini/Liedtke

Das Mehrschichtenmodell von Arbeit von Giarini und Liedtke teilt die Arbeit in drei Schichten ein. Dabei handelt es sich um eine staatlich garantierte produktive Arbeit, als erste Schicht, die klassische Erwerbsarbeit als zweite Schicht und die dritte Schicht das, was unter Tätigkeiten verstanden wird, die keinen oder nur schwer zu bewertenden Marktwert haben.16

In dem Mehrschichtenmodell soll die volkswirtschaftliche Wiederzusammenführung der drei auseinandergelaufenen produktiven Arbeitsweisen durchgeführt werden.17 Die erste Schicht der Arbeit wird jedem Bürger garantiert. Diese Schicht der Arbeit dient dazu ein Mindesteinkommen zu sichern und sollte einer Teilzeitstelle von 20 Wochenstunden umfassen und wird jedem Bürger von 18 bis 78 Jahre zur Verfügung gestellt.18 Diese erste Schicht dient vor allem den Bevölkerungsgruppen als Erwerbsquelle, die durch den Rückgang der Arbeit in der Industrie am stärksten betroffen sind. Diese erste Schicht der Arbeit soll die zweite Schicht nicht ersetzten, sondern lediglich die Grundversorgung, also eine Existenzsicherung für jeden bilden. Nicht nur der finanzielle Aspekt ist hier wesentlich, sondern auch der Soziale. Die soziale Integration aller in die Gesellschaft kann hierdurch auch erreicht werden.

Die Arbeit der ersten Schicht ist allerdings keine Arbeit in der Wirtschaft, sondern Maßnahmen der öffentlichen Hand, die die Grundlage für finanzielle Zuwendungen vom Staat rechtfertigt.19

Die zweite Schicht bildet die klassische Erwerbsarbeit. Diese sollte frei von Eingriffen des Staates sein und ist gänzlich im privaten Bereich angesiedelt sein.20 Sie entspricht im wesentlichen der heutigen Berufslaufbahn, ist jedoch deutlich flexibler. Auf der einen Seite kann man hier auch ebenfalls, wie in der ersten Schicht nur einen Teil seiner Arbeitszeit verrichten, die ergänzt durch die Arbeit in der ersten Schicht dann zu einem höheren Einkommen führt, aber man kann auch seine ganze Arbeitszeit, wie heute auch in dieser Schicht verbringen, mit den Vorteilen die ein gut bezahlter Beruf mit sich bringt. Jeder Einzelne kann frei entscheiden wie viel er arbeiten möchte. Es sollte alles zwischen 20 und 100 Wochenstunden ist theoretisch möglich sein. Sie kann natürlich auch aus mehreren Arbeitsplätzen auf dem „freien“ Markt bestehen und ist nicht unbedingt an eine Arbeitsstelle gekoppelt. Die Arbeit in dieser Schicht bietet auch die Möglichkeit sich selbst eine Art Altersteilzeit zu schaffen, die Arbeitszeit herunterzufahren und mehr Freizeit zu haben, um sich langsam einem Ruhestand entgegen zu bewegen, in dem man dann auch in der dritten Schicht Arbeit finden kann.

Der Staat sollte hier allerdings Förderungsmöglichkeiten für Eigeninitiative einführen, um Anreize zu schaffen sich jenseits der ersten Schicht produktiv zu betätigen.

Die dritte Schicht ist der nichtmonetisierte, produktive Bereich. Die Arbeit hier lässt sich nur schwer mit Geld bewerten, ist aber nichts desto trotz ein wichtiger Bestandteil der gesellschaftlichen Arbeit. Sie wird auch heute schon praktiziert, wird nur von der Gesellschaft gar nicht oder nur sehr geringschätzig bewertet. Sie umfasst solche Arbeit wie Kindererziehung, private Pflege von kranken Angehörigen, Hausarbeiten. Sie erfolgt also unbezahlt und mehr oder weniger freiwillig.

Hinzukommen auch noch ehrenamtliche Tätigkeiten, wie die Mitarbeit in Vereinen und in sozialen Einrichten. Heute ist dieser Anteil der Arbeit schon recht hoch. Mehr als ein Fünftel der Bevölkerung von 25 bis 64 Jahren verrichten heute schon Tätigkeiten in diesem Bereich.21

2.3. Rifkin und Beck

Das Konzept des dritten Sektors von Jeremy Rifkin und das Konzept der Bürgerarbeit von Ulrich Beck unterscheiden sich nur wenig.

Beide gehen davon aus, das im „normalen“ privatwirtschaftlichen Bereich in Zukunft nicht genügend Arbeit für alle vorhanden ist. Daher werden zwei Schlussfolgerungen gezogen. Als erstes muss die vorhandene Arbeit besser verteilt werden. Dies soll durch eine massive Arbeitszeitverkürzung im Bereich der Vollarbeit22 verbunden mit einer Anhebung der Löhne und Gehälter erreicht werden, um den entstehenden Wohlstand gleichmäßig auf alle zu Verteilen.23 Außerdem soll durch eine Stärkung des sogenannten dritten Sektors, die Bürgerarbeit oder generell den Non-Profit Bereich, neue Arbeit geschaffen werden. Weiter führt Rifkin noch eine Forderung nach garantierten Mindesteinkommen an, die schon von Milton Friedman in Form von negativen Steuern gefordert wurden.24

Die Forderung nach einer besseren Verteilung der Arbeit sieht bei Rifkin nicht nur einfach eine Verkürzung der Arbeitszeit, sondern auch eine Flexibilisierung der Arbeit vor. Teilweise wurde dies auch schon von großen Industrieunternehmen erfolgreich umgesetzt. Beispiele sind hier Volkswagen oder HP in Frankreich. Die Verkürzung der Arbeitszeit darf allerdings, damit das Modell aufgehen soll, keine Reduzierung der Löhne mit sich bringen. Es soll schließlich mehr Nachfrage geschaffen werden, damit alle an den Produktivitätszuwächsen beteiligt werden.

In der Bürgerarbeit sind heute schon in den USA 9% der Arbeitnehmer tätig. Die hier ausgeführten Tätigkeiten sind meist mehr als ein bloßer Gelderwerb. Sie stellen auch eine in Europa wenig beachtete Grundlage des amerikanischen Staates dar. Durch die Arbeit für andere ist das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Verwurzelung in der Gesellschaft viel stärker, als es hierzulande vorstellbar ist.

Beck sieht die Bürgerarbeit auch als Garantie für Mindesteinkommen. Es soll nicht mehr die Armut verwaltet werden, sondern jeder soll für sein Mindesteinkommen auch Arbeiten müssen und dürfen, um den Verlierer der Globalisierung und der Automatisierung eine Chance zu geben.25

3. Vergleich der Konzepte

Die drei vorgestellten Konzepte unterscheiden sich nur wenig. Alle gehen davon aus, dass es nicht mehr genug Arbeit in der privaten Wirtschaft für alle geben wird. Auch die Lösungsansätze, zumindest die vom Mehrschichtenmodell der Arbeit und der Bürgerarbeit sind sich in vielen Punkten ähnlich. In diesem Kapitel werde ich nun diese eben vorgestellten Konzepte in unterschiedlichen Punkten vergleichen und untersuchen.

3.1. Arbeitszeit

Die Erwerbsarbeitszeit soll bei allen Konzepten grundsätzlich gesenkt werden. Allerdings sind hier doch wesentliche Unterschiede zu erkennen. Während Bergmann in seinem Modell nur die klassische Erwerbsarbeitszeit senken will und den so gewonnenen Freiraum wieder durch das Calling ersetzten will, wird in den anderen beiden Konzepten die Basisarbeitszeit gesenkt. Bei Giarini/Liedkte wird eine Basisarbeitszeit von 20 Stunden für jeden mit einem Mindesteinkommen verbunden. Darüber hinaus soll jeder die Arbeit annehmen zu der sich „berufen“ fühlt. Dies umfasst sowohl die Art als auch den Umfang, also hier im freien Arbeitsmarkt ist eine totale Deregulierung vorhanden. Bei Rifkin wird auf der einen Seite eine Reduzierung der Erwerbsarbeitszeit vorgesehen, in einem Interview sagte er, dass die 30 Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich in den nächsten 10 Jahren verlangt werden sollte,26 so dass die vorhandene Arbeit für alle ausreicht, auf der anderen Seite wird die Stärkung des dritten Sektors, also des Non-Profit Sektors propagiert. Auch ein Mindesteinkommen wird von Rifkin/Beck vorgeschlagen, für das Arbeit im öffentlichen Sektor geleistet werden muss. Die Reduzierung der normalen Erwerbsarbeitzeit allerdings sieht keine mehr oder weniger verpflichtende Ergänzung vor, Rifkin geht davon aus, dass, wie es auch schon in den Vereinigten Staaten der Fall ist, jeder Bürger, vor allem diejenigen, die über eine gehobene Bildung verfügen, sich freiwillig im Non-Profit Bereich engagieren. In den USA engagieren sich 51% der amerikanischen Bevölkerung im Schnitt 4,2 Stunden pro Woche in diesem Bereich, der ca. 6% der gesamtwirtschaftlichen Leistung der USA ausmacht.27

Bei Bergmann sehen die bisher durchgeführten Projekte vor, dass die Arbeitszeit nicht wöchentlich reduziert wird, sondern es soll eher ein halbes Jahr voll in der Erwerbsarbeit und dann ein halbes Jahr voll in der Calling Arbeit gearbeitet werden.

Nicht nur die Wochenarbeitszeit verändert sich auch die Lebensarbeitszeit wird verändert. Bei Bergmann allerdings wird über die Lebensarbeitszeit keine Angaben gemacht. Aber lässt sich auch an der Reduzierung des Erbwerbseinkommens, auf eine Reduzierung der Beiträge für evtl. vorhandene Rentenversicherung schließen. Somit wird sich wahrscheinlich auch die Lebensarbeitszeit verlängern.

Giarini/Liedtke machen hier ganz klare Angaben. Für alle die, die keine eigenen finanziellen Rücklagen gebildet haben steht die Teilzeitarbeit bis zum Alter von 78 Jahren zur Verfügung.28

Bei Rifkin werden keine konkreten Aussagen über die Lebensarbeitszeit gemacht. Menschen die heute bereits im Rentenalter wären, werden in Zukunft eine Arbeit im dritten Sektor finden. Diese ehrenamtlichen Tätigkeiten sollen nicht nur einer Beschäftigung dienen, sondern sollen auch verhindern, das, das Wissen, was über Jahrzehnte angesammelt wurde, verloren geht.

3.2. Einkommen

Bei Bergmann wird das Gesamteinkommen aus der Erwerbsarbeit reduziert. Es entspricht dem Anteil der Erwerbsarbeit, also rund 30-50%. Das Calling soll durch die Zentren für neue Arbeit durch Kredite finanziert werden. Bei einem erfolgreichen Geschäftsverlauf sollen die Kredite zurückgezahlt werden, damit andere Projekte wieder finanziert werden können.29

Ein Wichtiger Bestandteil bei Bergmann ist auch noch das High-Tech-Self-Providing, also Eigenarbeit, was zwar nicht unmittelbar mit dem Einkommen zu tun hat, aber die Lebenshaltungskosten senken soll. Damit trägt es einen wichtigen Anteil dazu bei, das der Verlust an Einkommen, aufgrund des reduzierten Anteil an Erwerbsarbeit, durch geringere Ausgaben kompensiert wird.

Bei Giarini/Liedtke ist das Grundeinkommen durch die Arbeit in der ersten Schicht gesichert. Es gibt keine Sozialhilfe oder Arbeitslosenhilfe, diese ist nicht notwendig, da jeder einen garantierten Job in der ersten Schicht hat. Jeder der arbeiten möchte hat einen Teilzeitjob mit 20 Stunden, der das Existenzminimum sichert. Des weiteren gibt es die Arbeit in der zweiten Schicht, also dem freien Arbeitsmarkt. Hier kann jeder einen Job, der es möchte und vom Arbeitsmarkt angenommen wird, über das Niveau der ersten Schicht hinaus ausüben. Das Zeit- und Verdienstniveau muss jeder selbst aushandeln. Der Arbeitsmarkt ist total vollständig dereguliert und von Eingriffen des Staates frei.

Rifkin fordert radikale Arbeitszeitkürzungen auf 30 oder gar auf 25 Stunden und dies bei vollem Lohnausgleich30 für alle die sich noch in der normalen Erwerbsarbeit befinden. Für alle anderen, die keine Erwerbsarbeit finden schlägt er vor ein Sozialeinkommen zu zahlen.31 Ähnliches schlägt auch Beck vor, er möchte, dass für die Bürgerarbeit die jeder verrichten kann, der keine Erwerbsarbeit bekommt, ein Bürgergeld gezahlt wird. Dies kann materiell in Form von Geld oder auch immateriell in Form von Anerkennung, Sozialzeiten oder Favor Credits (dies meint beispielsweise eine gebührenfreie Unterbringung der Kinder im Kindergarten) geschehen.32 Wichtig ist für Beck, dass die Empfänger von Bürgergeld keine sozialen Leistungen beziehen, sondern dies eine Entlohnung für die geleistete Arbeit in sozialen Einrichtungen ist. Das Bürgergeld soll die materielle Autonomie der Bürger sicherstellen, wird staatlich gezahlt und kann durch die in der Bürgerarbeit selbst erwirtschafteten Mitteln aufgestockt werden.33

3.3. Gesellschaft

3.4. Durchführbarkeit

3.5. Finanzierbarkeit

3.6. Tabellarische Übersicht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Ausblick

Literaturverzeichnis

Beck, Ulrich, Schöne neue Arbeitswelt Vision: Weltbürgerschaft, 2. Auflage 1999, Frankfurt/Main/New York, 1999.

Beck, Ulrich in: Spiegel Streitgespräch zum Thema „Ein Leben jenseits der Arbeit“, 35/1998 S. .64 - 67.

Bergmann, Frithjof, New Work Network, http://www.vcn.bc.ca/newwork/welcome.html#nw, Zugriff 23.06.2001.

Bergmann, Frithjof, Raum der Möglichkeiten, in Politische Ökologie, 54 Jg., Mai/Juni 1998, S.55 - 58.

Bergmann, Frithjof, Was ist neue Arbeit, http://www.arbeit-buerger- zukunft.de/html/text_bergmann.html, Zugriff 23.06.2001.

Erickson, Lori, He calls it new work, http://www.vcn.bc.ca/newwork/am-west2.htm, Zugriff 23.06.2001.

Fabricius, Angelika und Mücker, Andreas, In Arbeit entfalten, Politische Ökologie, 54 Jg. Mai/Juni.

Giarini, Orio/Liedtke, Patrick M.: Wie wir arbeiten werden, 4. Auflage 1998, Hamburg 1997.

Mutz, Gerd, Von der Arbeit zur Tätigkeitsgesellschaft, http://www.umdenken- boell.de/arbeit/refmutz.html, Zugriff am 23.06.2001.

Rifkin, Jeremy, Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft, 4. Auflage 1996, Frankfurt/New York, 1995.

Rifkin, Jeremy, Der dritte Sektor, in Zukunft der Arbeit, Christian Hensch und Uli Wismer, Stuttgart 1997.

Senghaas-Knobloch, Eva: Von der Arbeits- zur Tätigkeitsgesellschaft, Feministische Studien 2/98.

Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung.

Versicherung

Ich versichere hiermit, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig und ohne Benutzung anderer als der angegebenen Hilfsmittel angefertigt habe. Alle Stellen, die wörtlich oder sinngemäß aus veröffentlichten und nicht veröffentlichen Schriften entnommen sind, sind als solche kenntlich gemacht. Die Arbeit ist in gleicher oder ähnlicher Form noch nicht als Prüfungsarbeit eingereicht worden.

Aachen, den 25.06.2001

(René Ricken)

[...]

1 Rifkin, Jeremy, Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft, 4. Auflage 1996, Frankfurt/New York, 1995, S. 11.

2 Senghaas-Knobloch, Eva: Von der Arbeits- zur Tätigkeitsgesellschaft, Feministische Studien 2/98, Kapitel 1.

3 Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung

4 Giarini, Orio/Liedtke, Patrick M.: Wie wir arbeiten werden, 4. Auflage 1998, Hamburg, S. 38 f.

5 Beck, Ulrich in: Spiegel Streitgespräch zum Thema „Ein Leben jenseits der Arbeit“, 35/1998, S. 65.

6 Beck, Ulrich, Schöne neue Arbeitswelt, 2. Auflage 1999, Frankfurt/Main/New York, 1999, S. 18. 1

7 Mutz, Gerd, Von der Arbeit zur Tätigkeitsgesellschaft, http://www.umdenken-boell.de/arbeit/refmutz.html, Zugriff am 23.06.2001.

8 Beck, Ulrich, Schöne neue Arbeitswelt, a.a.O., S. 19.

9 Beck, Ulrich in: Spiegel Streitgespräch zum Thema „Ein Leben jenseits der Arbeit“, a.a.O. S. 66. 2

10 Erickson, Lori, He calls it new work, http://www.vcn.bc.ca/newwork/am-west2.htm, Zugriff 23.06.2001.

11 Senghaas-Knobloch, Eva: Von der Arbeits- zur Tätigkeitsgesellschaft, a.a.O. Kapitel 3.

12 Bergmann, Frithjof, New Work Network, http://www.vcn.bc.ca/newwork/welcome.html#nw, Zugriff 23.06.2001.

13 Bergmann, Frithjof, Raum der Möglichkeiten, in Politische Ökologie, 54 Jg., Mai/Juni 1998, S. 56.

14 Bergmann, Frithjof, Raum der Möglichkeiten, a.a.O., S. 58.

15 Bergmann, Frithjof, Was ist neue Arbeit, http://www.arbeit-buerger-zukunft.de/html/text_bergmann.html, Zugriff 23.06.2001.

16 Giarini, Orio und Liedkte, Patrick, a.a.O., S. 231.

17 Senghaas-Knobloch, Eva, Von der Arbeits- zur Tätigkeitsgesellschaft, a.a.O. Kapitel 3.

18 Giarini, Orio und Liedkte, Patrick, a.a.O., S. 237.

19 Ebenda S. 238.

20 Ebenda S. 243.

21 Ebenda S. 245.

22 Beck, Ulrich, Schöne neue Arbeitswelt, a.a.O. S. 145.

23 Rifkin, Jeremy, Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft, a.a.O. S. 161.

24 Ebenda S. 195.

25 Beck, Ulrich: Schöne neue Arbeitswelt, a.a.O. S. 146. 5

26 Rifkin, Jeremy, Der dritte Sektor, in Zukunft der Arbeit, Christian Hensch und Uli Wismer, Stuttgart 1997, S. 238f.

27 Rifkin, Jeremy, Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft, a.a.O. S. 182.

28 Giarini, Orio und Liedkte, Patrick, a.a.O., S. 232.

29 Fabricius, Angelika und Mücker, Andreas, In Arbeit entfalten, Politische Ökologie, 54 Jg. Mai/Juni, S. 54.

30 Rifkin, Jeremy, Der dritte Sektor, in Zukunft der Arbeit, a.a.O., S. 241.

31 Rifkin, Jeremy, Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft, a.a.O. S. 193.

32 Beck, Ulrich, Schöne neue Arbeitswelt, a.a.O., S. 132.

33 Ebenda, S. 132.

13 von 14 Seiten

Details

Titel
Zukünftige Arbeitswelten - Konzeptvergleich
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Veranstaltung
Seminar
Note
1,7
Autor
Jahr
2001
Seiten
14
Katalognummer
V104684
Dateigröße
366 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zukünftige, Arbeitswelten, Konzeptvergleich, Seminar
Arbeit zitieren
René Ricken (Autor), 2001, Zukünftige Arbeitswelten - Konzeptvergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104684

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