Glaziale Formen


Ausarbeitung, 2001
2 Seiten

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Glaziale Formung

Glaziale Serie

Definition: Begriff, der auf sämtliche glaziale Formen und Sedimente bezogen wird, die vom Gletscherursprung im Har, bis zu den Schmelzwasserflüssen und ihren Schoterablagerungen weit ins Vorland der Gebirge reichen. Der glaziale Formenschatz besteht hauptsächlich aus Haren, Trogtälern, Zungenbecken, Moränenwällen.

Bezugnehmend auf Gebirgs- mit Vorlandvergletscherung (Alpen im Eiszeitalter), Inlandeisvergletscherung (Nordeuropa im Pleistozän);

Glaziale Landschaf tsf ormen

Glazialero sion und Erosionsformen

Allgem ein: Gletscher haben Fähigkeit Gestein abzutragen – Transportkapazität; dabei entsteht Sedimentfracht; diese wird vom Boden und den Seiten erodiert und mit dem Eis an die

Gletscherstirn transportiert; beim Schmelzen des Eises wird es dann Sedimentiert.

Glazialerosion:

a) Exaration: Ausschürfen von Lockermaterial und anstehendem Festgestein an der Gletscherstirn
b) Detersion: Schliff-,Schramm- und Hratzwirkung im Eis eingeschlossener Gesteinstrümmer am Untergrund des Gletschers (Gletscherschliffe/Gletscherschrammen)
c) Detraktion: Herausbrechen von an der Unterseite des Gletschers angefrorener Gesteinskomponenten durch Eisbewegung

Erosionsformen:

Gletscherschliffe (glacial stractions): Auf anstehenden Gesteinsoberflächen und Geschieben auftretende Furchen oder Hratzspuren, entstanden durch im Eis mitgeführte Blöcke. Sie verlaufen in der Bewegungsrichtung des ehemaligen Gletschers:

Rundhöcker: Länglicher Hügel aus anstehendem Gestein, dessen dem Eisstrom zugewandte Seite abgeschliffen ist und dessen strömungsabgewandte Seite eine rauhe Oberfläche Aufweist, da dort das Eis Gesteinsbruchstücke an Hlüften und Spalten losgerissen hat.

Kar (cirque): Nischenartige Hohlform im Akkumulationsgebiet des Gletschers, ausgebildet und vertieft durch die Fließbewegung des Gletschers

Felsgrat: Schroffer, steiler Bergkamm, durch Erosion der Hare als trennender Grat entstanden. Trog-, U-Tal: Typische Talform, welche durch die Erosionswirkung des Gletschers entsteht; tiefe Talformen mit steilen Hängen und ebenen Talböden.

Hängetal: Tal, gebildet von einem höher liegenden Seitengletscher, welches in das tieferliegende Tal eines ehemaligen Hauptgletschers einmündet.

Fjorde: Ehemaliges Gletschertal, nach Abschmelzen des Gletschers mit Wasser verfüllt (Meeresarme).

Glaziale Sedi mentation und Ablagerungsf ormen

Glaziale Sedim entation:

Geschiebe: Oberbegriff für glazial entstandenes Material, welches auf dem Festland oder dem Meeresboden abgelagert wurde.

Sandersediment (outwash): Durch Schmelzwasser vor der Endmoräne des Gletschers abgelagerte Schotter und Sande.

Geschiebemergel (till): Durch Gletschertätigkeit entstandenes, ungeschichtetes, unsortiertes Sedimentmaterial unterschiedlicher Horngrößen in einer feinkörnigen Matrix.

Erratische Blöcke : Bestandteil der Geschiebemergel: große Blöcke

Findlinge: Sehr große Blöcke im Geschiebemergel

Ablagerun gsfo rm en:

a) Unmittelbar durch Eis entstanden (glazigen)

Moräne

Definition: Bezeichnung für glazigene Ablagerung aus Geschiebematerial an den Rändern einer Eismasse, bestehend aus Horngrößengemisch von Tonen, Schluffen, Lehmen, Sanden, Steinen, Blöcken, in wirrer Anordnung.

Endmoräne: An der Gletscherstirn abgelagertes Sediment in Form eines Walles oder bogenförmigen Hette von Huppen und Hügeln.

Seitenmoräne: Seitlich vom Gletscher abgelagertes, erodiertes Material von Talseiten und Sohle eines Gletschers sowie Frostschutt.

Mittelmoräne: In der Mitte eines Gletschers, durch Vereinigung von Seitenmoränen entstandene Moräne.

Grundmoränen: Schicht aus glazial abgelagertem Schutt, vom Gletscher erodiert und unter dem Eis abgelagert..

Drumlins: Stromlinienförmige Hügel aus Moränenmaterial mit deutlicher Unterscheidbarkeit von Luv-und Leeseite, in Richtung der Eisbewegung gestreckt.

b) Im Eisumland (periglazial/glaziär) entstandene, glazifluviale Schmelzwasserablagerungen

Kame: lokal auftretende Hügel- und Rückenartige Glazialbildung aus geschichtetem, grobklastischen Sedimentmaterial, entstanden durch Deltaschüttung aus Schmelzwasserströmen an der Gletscherfront.

Esker/Osker: Glazigene Bildung in Form eines wallartigen, gewundenen Rückens aus gut gerundeten und geschichteten Schottern,entstanden aus den Ablagerungen eines unter dem Gletschereis fließenden Schmelzwasserflusses.

Söll: Durch Abschmelzungen von Toteismassen entstandene, meist kreisrunde, trichterförmige Wannen oder Hessel in denen Seen entstehen können.

Literatur:

- Press, Frank & Siever, Raymond: Allgemeine Geologie, Heidelberg,1998
- Leser, Hartmut: Geomorphologie, Braunschweig, 1995
- Ahnert, Frank: Einführung in die Geomorphologie; Stuttgart, 1996

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Details

Titel
Glaziale Formen
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Autor
Jahr
2001
Seiten
2
Katalognummer
V104738
Dateigröße
353 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Glaziale, Formen
Arbeit zitieren
Christian Glaab (Autor), 2001, Glaziale Formen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104738

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