Die Goldenen Zwanziger


Referat / Aufsatz (Schule), 2000
9 Seiten, Note: 1

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Die Goldenen Zwanziger

- Zeitraum etwa 1924-29 (bis Weltwirtschaftskrise, Schwarzer Freitag 25.10.29)
- nach Kriegsende und Wirren der Nachkriegszeit suchte man nach neuen Wegen
- das Neue entwickelte sich vor allem in Großstädten

Wirtschaft und Industrie

- nach Inflation und Hungersnot Währungsreform durchgeführt => Mark stabilisiert sich
- amerikanische Geldgeber gaben Kredite an deutsche Industrie
- in Leuna waren beste Chemiker der Welt
- zum Beispiel Nobelpreisträger Fritz Haber (1868-1934), deutscher Chemiker, entwickelte eine wirtschaftliche Methode zur Synthese von Ammoniak
- in Goldenen Zwanzigern einen Nobelpreis nach anderem für deutsche Wissenschaftler, auch andere Auszeichnungen => bedeutete internationale Anerkennung
- rasche Entwicklung von Wissenschaft und Technik
- Massenproduktion
- Mitte Zwanziger entwickelt sich Deutschland zur zweit stärksten Industrienation weltweit nach Amerika
- Autounion Eisenach und Leuna waren industrielles Herz der Weimarer Republik
- Löhne steigen auch wieder, z.B. Beamte allein 1927 Gehaltserhöhung um 25%
- Aussteller aus der ganzen Welt kommen nach Leipzig zur Messe => reichste Stadt der Republik
- technische Neuerungen, z.B. Grammophon
- gehörte bald schon wie selbstverständlich zum Haushalt

Berlin als europäische Kulturmetropole:

- künstlerische Hauptstadt ist Berlin mit ihren zahlreichen Opernhäusern, Museen, Konzertsälen, Bibliotheken und wissenschaftlichen Instituten
- war nicht nur in Deutschland unbestrittenes und alles beherrschendes Zentrum sondern stieg auch zur europäischen Kultur- und Vergnügungsmetropole auf
- Berlin wirkte wie Magnet auf alle Talente
- war drittgrößte Stadt der Welt hinter London und New York (1929 waren es 4,3 Millionen Einwohner),
- war Stadt der Superlative in vielerlei Hinsicht:
- größte und vielfältigste Zeitungsstadt der Welt
- verfügte über viele Theater und Konzertsäle
- hatte schnellste Stadtbahn
- war telefonierfreudigste Stadt der Welt (fast 500 00 Anschlüsse von denen täglich 1¼ Millionen Telefongespräche geführt wurden)

Kunst:

- Künstler klagen Elend in ihren Bildern an
- üben teilweise zersetzende Kritik am Staat (z.B. Georg Grosz, Otto Dix)
- in Kunst spiegeln sich alle Widersprüche der Zeit
- Ideale der alten Generation sozusagen in Schützengraben geblieben (= gemeint ist 1. Weltkrieg)
- Jugend rebelliert
- es werden Tabus in der Kunst gebrochen
- für ältere Generation ist das Anarchie, Katastrophe
- neue Kunstrichtung nennt man Neue Sachlichkeit
- löste 1923/24 Expressionismus und zahlreiche andere Kunstrichtungen ab (Kubismus, Futurismus, Konstruktivismus, etc.)
- im Gegensatz zu Expressionismus ist Neue Sachlichkeit gekennzeichnet durch
- Besinnung auf das Gegebene
- Objektivität
- Nüchternheit
- Neigung zur Abstraktion
- Vertreter der Neuen Sachlichkeit im Bereich Kunst ist Otto Dix
- Otto Dix (1819-1969) erlebt als Frontsoldat ersten Weltkrieg mit
- kommt nach erstem Weltkrieg an Kunstakademie in Dresden
- thematisiert bevorzugt sozialkritische Aspekte wie Armut, Gewalt, Tod
- seine furchtbaren Erlebnisse als Maschinengewehrschütze lassen ihn nicht los
- sieht Krieg als menschenzerstörendes Monstrum
- für ihn ist Tod der Soldaten kein Heldentod
- hält Zeitgenossen mit seinen Bildern auf brutale Art und Weise Spiegel vor
- z.B. Triptychon „Der Krieg“ von 1923/24, „Prager Straße“, war damals Dresdens Prachtstraße

Das Großstadt-Triptychon“ von Otto Dix

- 1927/28 entstanden
- dreiteilig
- großstädtische Gesellschaft in Nachkriegsjahre
- Mittelteil:
- zeigt Bürgerklasse beim Amüsement
- Szene, in der Prunk, Glimmer, Luxus und Verschwendung zum Ausdruck kommt
- Kapelle spielt

perlenüberhäufte Frau, wedelt mit Federfächer

- Paar verbiegt Beine im Charlestonschritt
- zweites blickt teilnahmslos in Runde
- in jedem Bildabschnitt dominieren Frauen
- kann vermutet werden dass Selbstanpreisung des
- Körpers thematisiert wird Körper der Frauen fungieren als Ware
- Schaffung der perfekten Illusion von Glück durch Reichtum
- rechter Teil
- Frauengruppe steht auf imaginären Treppe
- wirkt als abstraktes, dekoratives Muster stellen geschmückte Edelprostituierte dar, die ihren Körper anbieten
- Dix betonte die Sexualität indem er Pelz und roten Überwurf der Frau im Vordergrund als eindeutige Insignien des weiblichen Geschlechts gestaltete
- Frau hinter ihr verkörpert zweite sexuelle Reizsignal indem sie nackten Busen zeigt
- wirkt obszön, Verlust der Scham
- linker Teil:
- ungerührt bewegt sich Kolonne von Frauen an salutierenden Kriegskrüppel vorbei
- zwei Welten prallen aufeinander: die Scheinwelt des Luxus und der Genüsse und illusionslose Realität physischer Gestörtheit
- niedrige Bordellmillieu ist durch eine Gasse mit Pflastersteinen, einen Brückenpfeiler hinter dem die Geschäfte abgewickelt wurden, billigen Prunk der Damen zu erkennen
- Sexualität hat billigen Warenwert, im Gegensatz zu beiden anderen Teilen => teuer
- Kriegskrüppel blickt gierig, hasserfüllt
- Mann blickt Frauen unter Rock

- charakteristisch für damalige Zeit waren Künstlervereinigungen wie:
- „Blaue Reiter“ ( Paul Klee) und
- „Die Brücke“ in der Malerei , „Die Jungen Komponisten“ in der Musik
- in Literatur Stefan-Georg-Kreis oder Tatkreis (Hans Zehrer)

- bestand Kluft zwischen der Moderne und Kunstgeschmack breiter Bevölkerungskreise

- entwickelte sich sogar Feindseligkeit gegen neue künstlerische Richtung

Bauhaus:

- 1919 wurde Bauhaus in Weimar von Walter Gropius gegründet
- setzte sich Ziel Künstler und Handwerker unter Leitung eines Architekten gemeinsam an einer Schule auszubilden
- Maler, Formgestalter, Architekten aus ganzen Welt waren am Bauhaus
- Walter Gropius formulierte sein Programm so:

Architekten, Bildhauer, Maler, wir alle müssen zum Handwerk zurück. Denn es gibt keine ‚Kunst von Beruf‘. Es gibt keinen Wesensunterschied zwischen dem Künstler und dem Handwerker. Der Künstler ist höchstens eine Steigerung des Handwerkers.“

- so stand erste Etappe des Bauhauses stark im Zeichen des Handwerks
- später dann erfolgte vermehrt Annäherung an die Erfordernisse von Industrie und Technik
- es wurden auch Gegenstände des alltäglichen Lebens so zu gestalten, dass sich in ihnen Einfachheit, Strenge der Form, Funktionsgerechtigkeit und Schönheit

verbanden

- Kunst und Lebensstil der Bauhäusler wurde von Bevölkerung abgelehnt
- „Wenn du nicht brav bist, kommst du ins Bauhaus.“ (Ausspruch)
- ab 1924 sagten Nazis Bauhaus Feindschaft an
- Kunst des Bauhaus wurde als „Negerkultur“ bezeichnet
- Bauhausschüler werden zusammengeschlagen
- Nazis hatten stillschweigende Sympathie der Thüringer Landesregierung, gerade war völkisch nationale Ordnungsbund in Thüringen an Regierung gekommen
- Hitler in Deutschland fast überall Redeverbot
- in Weimarer Schießhaus durfte er ungehindert Haßtiraden gegen Republik verbreiten
- 1925 drehte rechte Landesregierung Geldhahn zu => Bauhaus muss schließen
- wurde Gesetz erlassen „Wider der Negerkultur“
- Stadt Dessau bietet Zuflucht,
- Bauhäusler bekamen Möglichkeit dort von vorne zu beginnen
- nachdem Bauhaus 1925 dann nach Dessau umgesiedelt ist, konzentrierte man sich auf die Konstruktion und Errichtung von Häusern sowie auf Entwicklung von Prototypen für Handwerk und industrielle Serienfertigung
- neues Schulgebäude in Dessau vereinte Schönheit, Technik, Form und Funktion
- Bauhauskünstler u.a. Wassily Kandinsky (1866-1944), Lyonel Charles Feininger (1871-1956) malte „Kirchturm von Gelmerode“, Paul Klee, Johannes Itten (1888- 1967)
- Bauhaus Stil prägte zahlreich Künstler und Architekten und ist entscheidend für die weitere Entwicklung sämtlicher künstlerischer Richtungen
- 1926 Eröffnungsfeier, nach 6 Jahren von Nazis geschlossen

Architektur und Wohnungsbau:

- Neue Sachlichkeit beherrschte ab 1923 die Reformbewegung in der Architektur:
- größerer Wirklichkeitssinn
- formale Schlichtheit
- Verwendung neuer Materialien (Stahl, Glas, Beton)
- moderne Wohnhaus, moderne Fabrik sollte Ausdruck der Zeit sein:
- praktisch-funktionell
- frei von überflüssiger Verzierung
- Wohnungsbau von 1914-1923 fast vollständig zum erliegen gekommen
- deshalb nach Inflation Wohnungsmangel, es fehlten über eine Million Wohnungen
- 1924 wurde dann Hauszinssteuer eingeführt, diente vornehmlich Finanzierung von Baugesellschaften, die die Hauptträger der neu einsetzenden Bauwelle waren
- so z.B. in Berlin zwischen 1925 und 1929 rund 64 000 Wohnungen durch Baugesellschaften gebaut, hingegen nur 37 000 Wohnungen von Privathand
- durch planmäßige staatliche Förderung des Wohnungsbaus gelang es bis Ende 20er Wohnungsnot spürbar zu lindern und Wohnqualität zu verbessern
- in Jahren des Baubooms 1924-29 waren in erster Linie moderne Architekten und Stadtplaner mit Bau von Wohnblocks und der Anlage ganzer Siedlungen beauftragt wurden
- Musterbeispiel war 1927 Stuttgarter Weißenhof-Siedlung: Im Auftrag des Deutschen Werkbundes errichteten 16 führende europäische Architekten etwa 60 Gebäude, teils Einfamilienhäuser, teils Wohnblocks
- Weißenhof-Siedlung schien siegreiche Epoche des Modernismus einzuleiten
- fand starke Resonanz innerhalb und außerhalb Deutschlands

Literatur und Theater:

- auch in Literatur wird Expressionismus von Neuer Sachlichkeit abgelöst
- in Prosaliteratur wie im Theater dominierte Realismus, Nüchternheit und Sachlichkeit
- Theater bekam noch einmal großen Aufschwung
- bedeutender Regisseur in Mitte der Zwanziger war Erwin Piscator
- setzte neben Spruchbändern neue technische Möglichkeiten zur Dynamisierung und Emotionalisierung des Bühnengeschehens ein, u.a. Film-, Photo- und Kunstprojektionen
- mit Hilfe von sogenannten „Zeitstücken“ prangerten Autoren mit Stücken Mißstände in Gesellschaft an
- wurden aktuelle Themen angesprochen wie:
- Justizwillkür und Abtreibung
- Krise der Jugend und soziales Elend
- Zeitstücke mit Ziel geschrieben lange gültig zu sein und durch literarische Qualität zu beeindrucken
- zeitgleich mit Durchbruch des Zeitstückes gewann auch der Zeitroman an Beliebtheit (Lion Feuchtwanger, Arnold Zweig, Hans Fallada...)
- auch hier wurden gesellschaftliche Probleme aufgegriffen wie u. A.:
- Großstadtelend,
- Arbeitslosigkeit
- auch Schriftsteller üben Kritik am Staat und an der Gesellschaft (Oswald Sprengler, Kultur- und Geschichtsphilosoph; Ernst Jünger...)
- Heinrich Mann in „Der Untertan“ 1918 rechnet er mit Wilhelminischer Gesellschaft ab
- Erich Maria Remarque schreibt 1928 „Im Westen nichts Neues“ => Buch wurde zum Skandal weil es den Krieg von seiner grausamen Seite zeigte
- dennoch innerhalb von 3 Monaten ½ Million mal verkauft, bereits Ende des Jahres in 12 Sprachen übersetzt
- 1930 erschien gleichnamige amerikanische Verfilmung
- stellt Krieg nicht als Abenteuer, sondern brutal und blutig dar
- in der Handlung bittet ein deutscher Soldat einen Franzosen um Verzeihung den er zuvor getötet hat
- diese Tatsache bringt Nazis mehr zum Kochen als Sittenverfall und die damals gezeigten Nacktfilmchen
- SA verwüstet Kinos
- hindert Zuschauer am Zutritt
- Remarques Film wird verboten, Bücher 1933 öffentlich verbrannt

Mode und Tanz:

- neue, modische Trends
- Bubikopf
- dank neuartiger Dauerwelletechnik werden Haare häufig lockig getragen

Diese Abwendung von den traditionell als weiblich empfundenen pflegeintensiven Langhaarfrisuren hin zur pflegeleichten Kurzhaarfrisur entsprach gesellschaftlich der fortschreitenden Emanzipation bürgerlicher Frauen und ökonomisch dem Entstehen neuer modernerer Angestelltenberufe für Frauen..“ (zitiert aus Encarta 1999)

- starkes Modebewußtsein bei Frauen
- ältere Generation sah auch darin Verfall der Moral, wenn Frauen alleine mit Bubikopf und kurzem Rock die ganze Nacht tanzen gehen
- Charleston, Jazz warwn in Mode
- alle paar Wochen kam neuer Modetanz aus Amerika nach Deutschland
- junge Tänzerin erregt Aufsehen
- Gret Palucca (1902-1995)
- setzt sich über Grenzen des althergebrachten klassischen Balletts hinweg
- hatte ihren eigenen Stil => nannte man „Ausdruckstanz“
- nicht Nachtanzen konkreter Figuren war entscheidend, eher Ausdruck eigener Empfindungen
- sie verkörperte ein neues unverkrampftes Verhältnis zum eigenen Körper

Medien:

- auf Platz eins der Massenmedien behauptet sich Presse nach wie vor
- 1928 gab es im deutschen Reich 3356 Tageszeitungen (allein in Berlin 147)
- meisten hatten allerdings niedrige Auflagenhöhe, lediglich 26 Zeitungen (=0.7%) brachten es auf Tagesauflage von über 100 000 Exemplaren
- Spitzenreiter war im Ullstein-Verlag erscheinende „Berliner Morgenpost“
- erreichte Höchststand im April 1930 mit über 400 000 Exemplaren, hingegen blieben renommierte Blätter wie „Vossische Zeitung „ und die „Deutsche Allgemeine Zeitung“ unter einer Tagesauflage von 100 000
- bereits vor Weltkrieg hatten sich Berliner Zeitungshäuser Mosse, Ullstein und Scherl führende Position erarbeitet
- nach 1918 standen Ullstein und Mosse neuen staatlichen Ordnung positiv gegenüber
- im Scherl-Verlag allerdings fanden republikgegnerische Kräfte starken Rückhalt
- nationalistische und antidemokratische Propaganda erreichte von daher weite Teile der deutschen Bevölkerung
- Boulevardblätter wurden populär und zahlreiche neue Zeitschriften kamen auf den Markt („Die literarische Welt“, Literaturzeitung; „Die grüne Zeitung“, eine Wochenzeitung für Stadt und Land; „Die Koralle“ schrieb über Natur und Technik)
- Illustrierte wandelte sich im Laufe der Zwanziger vom illustrierten Text zur Bildreportage, kam damit dem damalige Bedürfnis nach visueller Erfahrung nach
- ebenso der Film
- Filmtheater (Kino) erlebt Aufschwung
- nach 1918 konnte sich Film als einflußreiches Massenmedium etablieren und auch als Kunstform wurde er spätestens seit Mitte der Zwanziger allgemein akzeptiert
- nach Schätzungen gingen Mitte der Zwanziger etwa 2 Millionen Menschen täglich ins Kino
- Zahl der Kinos wuchs von 1918, 2300, bis 1930 auf über 5000
- Ende Zwanziger war Deutschland der europäische Staat mit den meisten Kinos
- Deutschland produzierte mehr Filme als alle anderen europäischen Staaten zusammen
- bis 1917 hatten amerikanische, französische und dänische Produktionen deutschen Markt beherrscht, 1917 dann UFA gegründet
- zwischen 1919 und 1924 Reihe hochwertiger Filme gedreht, erlangten bald Weltruhm
- nach 1923 geriet deutsche Filmindustrie in wirtschaftliche Krise
- von da an drängten auch wieder ausländische Filme auf den Markt
- in der zweiten Hälfte der Zwanziger gewannen Filme mit Charlie Chaplin (Engländer) an Popularität
- Komödien waren ohnehin beliebt
- Ende der wirtschaftliche Misere des Films war Einführung des Tonfilms um 1929
- damit begann eine neue Epoche der Filmgeschichte
- in Dresden Bruno Wier (Bekannter von Otto Dix)
- drehte schmudlige Experimentalfilme, darin Orientierungslosigkeit und Versicherung Anfang der Zwanziger kommen darin zum Ausdruck
- die Zensur war zu Anfang der Weimarer Republik aufgehoben worden
- auch vermehrt wurde nackte Haut gezeigt
- Sex wurde zum Thema für Zeitschriften und Filme
- Flut von Aufklärungsfilmen wurde gedreht
- z.B. „Hyänen der Lust“
- wurden auch in Kinos gezeigt
- Zensur wurde wieder eingeführt
- Marlene Dietrich (1901-1992) startete ihre Karriere
- neue Medien : Radio => Radiofieber, brachte ganze Welt ins Wohnzimmer
- 1924 ging der Mitteldeutsche Rundfunk AG in Leipzig auf Sender, MIRAG
- Orchester des Mitteldeutschen Rundfunks wurde eingerichtet, Musik kam nicht von Platten, musste live eingespielt werden
- Teilnehmerzahl stieg sprunghaft: 1.4.1924 knapp 10 000 am 1.4.1925 780 000, am 1.4.1929 2.8 Millionen, am 1.4. 1929 3,7 Millionen
- damit an zweiter Stelle in Europa nach GB
- 1932 besaß etwa jeder 4. Haushalt ein Radiogerät
- Reichsregierung erteilte dem Rundfunk Auftrag unpolitisch zu sein, sollte lediglich der Unterhaltung und der Belehrung gelten
- wurden von daher hauptsächlich Musiksendungen, Hörspiele und Autorenlesungen gespielt

Veränderung des Lebensgefühls:

- Massenmedien veränderten das Bewußtsein der Menschen
- ebenso die Tatsache, dass Freizeit und Urlaub allmählich aufhörten Privilegien einer schmalen Oberschicht zu sein
- Durchbrechung zahlreicher althergebrachter Tabus
- Änderung der Lebensform:
- Wandern, Baden gehen
- Sport
- neue Beziehung zum Körper
- neue Einstellung zum Kind und zum Jugendlichen
- ebenso zum anderen Geschlecht, zum Geschlecht überhaupt
- was für die einen Befreiung von lästigen Fesseln war, war für die anderen Kulturverfall
- deren Ermöglichung dem politischen und gesellschaftlichen Systems der Weimarer Republik angelastet wurde
- so erhielten antidemokratisch Gesinnten Aufschwung

Soziale Errungenschaften:

- Koalitionsfreiheit, also Recht für Arbeitnehmer und -geber Vereinigungen zur Verfolgung ihrer Interessen zu gründen
- Einzelarbeitsverträge wurden von Kollektivverträgen abgelöst => Stabilisierung der rechtlichen Situation der Arbeiter
- Beschränkung des Arbeitstages auf 8 Stunden
- Betriebsrätegesetz
- Schaffung von Wirtschaftsräten
- Mutterschaftsurlaub
- Kündigungsschutz
- Verlauf der Zwanziger Jahre 8-h-Tag wieder verlängert
- Betriebsräte in ihren Kompetenzen beschnitten
- 1927 wurde immerhin Arbeitslosenversicherung erreicht
- kann so zumindest als Teilerfolg gesehen werden
- schwaches Abschneiden der extremen Parteien zw.1924-28

Zwanziger haben auch weniger goldene Seiten:

- Inflation Anfang der Zwanziger
- Brotpreise
- Arbeiter täglich ausbezahlt ( morgen war Lohn nur noch die Hälfte wert)
- manchen Fabriken wurde Geld mit Lastwagen transportiert
- Mittelklasse, Beamte und Angestellte waren oft auf einen Tag pleite
- Glück hatte wer Devisen hatte (Dollar, Kurs 12 Billionen)
- Fabrikbesitzern schadet Inflation weniger, da Schulden ebenfalls nur noch die Hälfte betrugen
- auch Leuten die Sachwerte besaßen wie Geschäftsleute und Bauern
- Reichtum und Elend lagen nah beieinander
- soziale Missstände und Elend gab es nach wie vor
- wird von Künstlern (Literatur, Theater, Malerei) kritisiert => siehe Neue Sachlichkeit
- Regierungssystem und Verfassung hatten Schwächen und warfen Probleme auf

FAZIT:

=>waren keineswegs sichere Jahre, brachten aber geistige, künstlerische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Blüte

Quellenangabe:

&TV-Sendung „Goldene Zwanziger“ aus der Reihe „Geschichte Mitteldeutschlands“, MDR

& „Geschichte 2 kurz und klar“, Sellen

&Abitutwissen „Die Weimarer Republik“, Klett

& „Geschichte, Politik und Gesellschaft 1“. Cornelsen &

„Kunst Geschichte“, Prophyläen Verlag Berlin &

„Dix“, Eva Karcher, Tachen Verlag

& Encarta 99

& Encarta 2001

9 von 9 Seiten

Details

Titel
Die Goldenen Zwanziger
Note
1
Autor
Jahr
2000
Seiten
9
Katalognummer
V104837
Dateigröße
374 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Goldenen, Zwanziger
Arbeit zitieren
Nadine Liebold (Autor), 2000, Die Goldenen Zwanziger, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104837

Kommentare

  • Gast am 24.11.2001

    Bewertung.

    finde ich klasse

  • Gast am 4.12.2007

    Hey danke =).

    ich hatte eine HA zu den goldenen zwanziger auf, dank deines textes konnte ich sie erledigen ..

  • Gast am 21.11.2009

    ja die hausaufgabe ist nicht schlecht .. Deutsche Sprache schwere Sprache .. xD .. ja jetz such ich nur noch bilder ;)

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Titel: Die Goldenen Zwanziger


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