Süskind, Patrick - Das Parfum - Warum "das Parfum" meiner Meinung nach ein Bestseller geworden ist (literarische Erörterung)


Referat / Aufsatz (Schule), 2000
7 Seiten, Note: +2

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Warum ist Ihrer Meinung nach „Das Parfum“ ein Bestseller geworden?

Halten Sie den Erfolg des Romans für gerechtfertigt?

1 Allgemeine Informationen zum Autor und zum Verkaufserfolg des Romans „Das Parfum“

2 Warum ist „Das Parfum“ ein Bestseller geworden?

2.1 Vermischen verschiedener Romanarten

2.1.1 Elemente des Reiseromans

2.1.2 Elemente des biographischen Romans

2.1.3 Elemente des Kriminalromans

2.1.4 Elemente erotischer Literatur

2.1.5 Elemente des historischen Romans

2.2 Raffinierte sprachliche Gestaltung

2.2.1 Satzbau

2.2.2 Stilistik und Wortwahl

2.3 Leicht verständliche und mitreissende Handlung

2.4 Keine Vorlagen und Grenzen für Interpretationen

3. Persönliche Stellungnahme zur Rechtfertigung des Verkaufserfolges des Romans „Das Parfum“

Klasse 11a

Hausaufgabe aus dem Deutschen

(abzugeben am 24.4.2001)

Literarische Erörterung (Thema Nr.4)

Patrick Süskind, der am 26. März 1949 in Ambach am Starnberger See als Sohn des Journalisten und Erzählers Wilhelm Emanuel Süskind geboren wurde, verrichtete nach seinem Geschichtsstudium in München (1968-1974) verschiedene Gelegenheitsarbeiten und begann unter anderem erste - jedoch erfolglose - schriftstellerische Versuche. Danach verfasste er Drehbücher für das Fernsehen. 1981 wurde sein komödiantischer Einakter „Der Kontrabaß“, bei den Münchener Kammerspielen uraufgeführt, welcher in den Jahren 1984 und 1985 mit mehr als 500 Aufführungen das meistgespielte Stück an deutschsprachigen Bühnen wurde. (vergleiche Encarta)

Der absolute Durchbruch gelang Süskind jedoch mit seinem Roman „Das Parfum“. Obwohl es sich bei dem Buch um seinen Debütroman handelte, wurde es weltweit ein grandioser Erfolg. Bereits 1985, im Jahr in dem es erschien, verkaufte es sich 400000 mal und wurde in zwölf Sprachen übersetzt. Nach fünf Jahren stand das Buch noch auf dem vierten Platz der Jahresbestsellerliste des „Spiegel“, in welcher es insgesamt neun Jahre vertreten war.

Was genau der Grund für diesen einschlagenden Erfolg sein könnte, werde ich nun versuchen, ausführlich zu erörtern.

Ein möglicher Grund für den Erfolg des Buches liegt ohne Zweifel im

Vermischen verschiedener Romanarten, was zur Folge hat, dass ein äußerst breites Publikum, beziehungsweise viele unterschiedliche Geschmäcker, angesprochen werden.

So beinhaltet „Das Parfum“ beispielsweise eindeutige Elemente des Reiseromans und führt die Leser von Paris, der Hauptstadt Frankreichs, ins Zentralmassiv, zu den Städten Montpellier und Grasse, welche als Stadt der Parfumeure und Düfte bekannt ist und letztendlich wieder zum Ursprung des Geschehens, nach Paris, zurück.

Das Buch enthält aber ebenso Elemente des biographischen Romans, da die Leser sowohl die äußere, als auch die innere Entwicklung Grenouilles von seiner Geburt bis hin zu seinem Tode mitverfolgen können.

Auch der Kriminalroman wird vertreten, worauf bereits der Untertitel des Buches „Die Geschichte eines Mörders“ hindeutet. Zudem vollbringt die Hauptperson, Grenouille, im Laufe der Handlung 26 Morde, die letztlich alle durch kriminologische Nachforschungen aufgeklärt werden, was wohl als deutlichstes Element des Kriminalromans zu erkennen ist.

Mit Sicherheit werden aber auch die Freunde erotischer Romane beim Lesen des Buches auf ihre Kosten kommen. Dies liegt daran, dass es sich bei den Opfern Grenouilles um äußerst hübsche, junge Mädchen handelt, die Süskind auf besonders erregende Art und Weiße beschreibt. So beispielsweise Laure Richis, Grenouilles letztes Opfer: „...Sie hatte ein so entzückendes Gesicht, dass Besucher jedes Alters und Geschlechts augenblicklich erstarrten und den Blick nicht mehr von ihr nehmen konnten, ihr Gesicht geradezu leckten, als leckten sie Eis mit der Zunge,...“ (S. 254/ 255).

„Das Parfum“ beinhaltet allerdings auch Elemente des historischen Romans, welche das Interesse des Lesers durch besonders informative Angaben wecken. So bekommt man einerseits einen Einblick in die sozialen und hygienischen Verhältnisse vom Frankreich des 18.Jahrhunderts - „...Zu der Zeit, von der wir reden, herrschte in den Städten ein für uns moderne Menschen kaum vorstellbarer Gestank. Es stanken...“ (S.5) - andererseits wird ihm auch ein genauer Einblick in einige Metiers der damaligen Zeit geboten. So beispielsweise in das der Parfumeure und Gerber, deren Arbeitstechniken den Lesern durch die Beschreibung einer Reihe komplizierter Vorgänge nähergebracht werden.

Ein weiterer Grund für den Erfolg des Buches könnte in der raffinierten, sprachlichen Gestaltung Süßkinds liegen. So beispielsweise der Satzbau. Obwohl dieser an zahlreichen Stellen von hypotaktischer Beschaffenheit ist, bleibt der Inhalt für die Leser dennoch relativ leicht verständlich. Dies liegt daran, dass es sich beim Großteil dieser langen Sätze um ein Aneinanderreihen von Vergleichen handelt, die manchmal zwar etwas bizarr, aber keinesfalls kompliziert sind. So heißt es beispielsweise bei der Beschreibung des Mädchens aus der Rue des Marais:“...Ihr Schweiß duftete so frisch wie Meerwind, der Talg ihrer Haare so süß wie Nussöl, ihr Geschlecht wie ein Bouquet von Wasserlilien, die Haut wie Aprikosenblüte...“ (S.54).

Wie bereits kurz erwähnt, verwendet Süskind zahlreiche Vergleiche, von welchen der Großteil zur Beschreibung von Gerüchen eingesetzt wird. Es scheint, als gäbe es keinen Duft, den man nicht sprachlich genauestens definieren könnte. Auch werden die Vergleiche eingesetzt, um die Hauptperson, Grenouille, zu beschreiben. Hier werden meist Tiere herangezogen, die wir Menschen jedoch eher mit negativen, unangenehmen Dingen verbinden. Jene Vergleiche erfolgen sowohl durch Adjektive wie „hervorgezischelt, schlangenhaft“ (S.92) , als auch durch Substantive wie „Kröte“ (S.96). Am treffendsten jedoch scheint der Vergleich mit dem „Zeck“ (u.a. S. 27), der sich im Laufe der Geschichte mehrmals wiederholt und exakt auf Grenouille zutrifft: Er ist „zäh,(...) und genügsam“ (S.27) , verhält sich meist unauffällig und zurückgezogen und ergattert erst „neue Beute“, wenn er glaubt, den richtigen Moment dafür gewittert zu haben. Dass bis zu einem solchen Augenblick viel Zeit vergehen kann, wird in der Geschichte an mehreren Stellen deutlich. So muss Grenouille beispielsweise vier Jahre härteste Arbeit beim Gerber Grimal vollbringen, bis ihm schließlich mit 12 Jahren wenigstens Sonntags mehr Freizeit geboten wird (vgl. S.43) und er somit wieder die Möglichkeit hat, neue Düfte zu sammeln.

Viele vom Autor verwendeten Adjektive treten oft auch als Superlative auf, die jedoch meist - ähnlich wie bei den Vergleichen mit Tieren - Assoziationen mit weniger Angenehmen hervorrufen. So deuten beispielsweise Beschreibungen wie „am allerstinkensten Ort des gesamten Königreichs“ (S.7) oder „...mit der dünnsten Milch“ und „das faulste Obst...“ (S.27) zwar eher auf Dinge hin, die wir versuchen, zu meiden, helfen dem Leser aber zugleich, sich ein klareres Bild von den herrschenden Umständen zu machen.

Süskind schreibt in einer Sprache, die sowohl für Gebildete als auch für weniger Gebildete in gleichem Maße verständlich ist. Dies rührt daher, dass er auf kompliziertere Zusammenhänge nahezu völlig verzichtet und somit verhindert, dass die Handlung zweideutig wird, einen doppelten Boden bekommt, dessen beide Aussagen man zuerst überprüfen müsste, um den Gesamtzusammenhang vollständig zu erfassen.

„Kraftvoll und mitreissend. Seine Wirkung wird noch lange anhalten“ schreibt das New Yorker Time Magazine über „das Parfum“. Mit treffenderen Worten könnte man die Handlung des Buches wohl nicht beschreiben. Das Kraftvolle liegt wohl an der Wortwahl des Autors, die den Inhalt an manchen Stellen zwar etwas obszön erscheinen lässt - so beispielsweise die Beschreibung der Massenorgie (S.300-307) die durch ein Parfum Grenouilles iniziiert wird oder die Schilderung des Tagesablaufs in der Höhle in der Nähe des Vulkans Plomb du Cantal, wo Grenouille nach den Worten des Autors „schiss während er fraß“ (S.168), allerdings ist es gerade das, was die besondere Wirkung des Romans ausmacht, was den Lesern eine gewisse Abwechslung zu allen anderen literarischen Werke gibt.

Ein weiterer Grund für den Erfolg des Romans könnte auch darin liegen, dass dem Leser freigestellt ist, wie man bestimmte Passagen des Buches, oder sogar das gesamte Werk, interpretierten könnte. So könnte uns der Autor mit seinem Roman beispielsweise zeigen wollen, wie leicht es ist, Menschen zu beeinflussen. Dies wird deutlich, als Grenouille ein neues Parfum kreiert, das jeden glauben lässt, er sei unschuldig (vergl. S.300).

Meiner Meinung nach ist der Erfolg des Romans „Das Parfum“ gerechtfertigt. Das Buch gehört ohne Frage zu den besten literarischen Werken, die ich in meiner schulischen Laufbahn gelesen habe. Zu dieser Behauptung veranlassen mich nicht nur Süskinds geniale sprachliche Raffinesse, sondern auch die gesamte Handlung des Romans, die uns Lesern einen informativen Einblick in die damaligen Lebensverhältnisse und die in der heutigen Welt wohl kaum mehr anzutreffenden, unangenehmen Gerüche der Großstädte verschafft.

Zwar bin ich persönlich nicht von allen Passagen des Werkes beeindruckt - so könnte man beispielsweise die genaue Einführung in das Leben und die Absichten des Parfumeurs Giuseppe Baldini (S.59-87) bis zum Eintreffen Grenouilles in seinem Haus (S.87) etwas abkürzen - wenn man allerdings bedenkt, dass es sich bei dem

Buch um den Debütroman Patrick Süskinds handelt, blickt man über derartige Dinge hinweg und konzentriert sich mehr auf die amüsanten, interessanten und spannenden Abschnitte, die ohnehin sehr zahlreich vorhanden sind. Zudem hat Süßkind die besondere Gabe, dem Leser einen guten Eindruck von bestimmten Gerüchen - seien diese auch scheinbar noch so unbeschreiblich - durch eine Reihe von exzellenten Vergleichen zu verschaffen; so beispielsweise die Beschreibung des Mädchens aus der Rue des Marais (S.54).

Verwendete Literatur:

Primärliteratur: - „Das Parfum“ von Patrick Süskind

Sekundärliteratur: - Encarta-Enzyklopädie (Microsoft-Nachschlagewerk)

- Leserinformation des „Spiegel“ (Tel.)

7 von 7 Seiten

Details

Titel
Süskind, Patrick - Das Parfum - Warum "das Parfum" meiner Meinung nach ein Bestseller geworden ist (literarische Erörterung)
Note
+2
Autor
Jahr
2000
Seiten
7
Katalognummer
V104862
Dateigröße
339 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Viel Spaß mit meiner Arbeit!
Schlagworte
Süskind, Patrick, Parfum, Warum, Meinung, Bestseller, Erörterung)
Arbeit zitieren
Michael Vogl (Autor), 2000, Süskind, Patrick - Das Parfum - Warum "das Parfum" meiner Meinung nach ein Bestseller geworden ist (literarische Erörterung), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104862

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