Jesus und das Urchristentum in Außerbillischen Quellen


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

5 Seiten


Leseprobe


Zusammenfassung

Römische Perspektiven

Um 300 n. Chr. waren auf Grund rascher Ausbreitung 14% aller Einwohner im Römischen Reich Christen.

Gründe für die schnelle Ausbreitung waren:

Äußere Gründe:

- ein hervorragend ausgebautes Netz von Verkehrs- und Handelswegen

- die internationale Verkehrssprache: Volksgriechisch

- der Friede des augusteinschen Zeitalters

Innere Gründe:

- die Verpflichtung der Christen zur Mission

- die Fähigkeit des Christentums, gewachsene nichtchristliche Überlieferungen

aufzunehmen und in christlichen Geist umzugestalten

- die innere kraft der Kirche, Menschen aus verschiedenen Völkern, Rassen und Kulturen zusammenzuführen

- die Erschütterung des Glaubens an die Götterwelt

- eine tiefe religiöse Sehnsucht nach innerem Frieden und Erlösung durch einen Heiland

- die Attraktivität des christlichen Glaubens für die „Mühseligen und Beladenen“, die kleinen Leute und Sklaven, denen er ein Gefühl für ihre Würde gab

- die glaubwürdige Lebensweise der Christen: Ausgleich sozialer Gegensätze, Zusammenhalt der Gemeinden, Übereinstimmung von Glauben und Handeln

- die beeindruckende Standhaftigkeit von Märtyrern (griechisch = „(Blut-)Zeugen“)

Christenverfolgung

Römer über Christen:

- Jeder Christ muss damit rechnen, Freiheit und Gesundheit, Familie und Leben zu verlieren

- Die Römer hassen die Christen („Schandtaten“)

- „...alle nur denkbaren Greuel und Abscheulichkeiten...“ sollen im Christentum zusammenfließen

- Die Christen haben eine „Sündenbock“-Funktion für die Römer

- Das Christentum wird als „wüster maßloser“ Aberglaube bezeichnet

- „Seuche“, „Wahn“ ð gewissen Maßnahmen zu bekämpfen

Ursachen der Christenverfolgung:

- Halsstarrigkeit ð Eigensinn

- unseriöse Lebensweise

- „unheimliches“ Wachstum

- Opferfleisch Handel funktioniert nicht mehr

- Mangelnde Kraft des Kaisers

- Unterstützung der Götter nicht gefährdet

Allgemeine Christenverfolgung:

- 250 n.Chr. ð systematische Christenverfolgung

- Seuchen, wirtschaftliche Not; die Römer schieben dies auf die Christen

- man empfindet die christlichen Gemeinden, die über eine gefestigte Organisation verfügen, als „Staat im Staat“

Ende der Christenverfolgung:

- Aussichtslosigkeit wird erkannt (ð Christengott mächtig!)

- Das Christentum wird als „erlaubte Religion“ anerkannt, die ersten Kaiser bevorzugen sogar das Christentum ð prächtige Kirchen

- Das Christentum soll die Stelle der römischen Religion einnehmen und das Wohl des Reiches fördern

- 391 wird das Christentum zur Staatsreligion erhoben

Die römischen Perspektiven zeigen das Urchristentum als:

- Aberglaube

- unbedeutende kleine Sekte

- religiöse Modeerscheinung

Jüdische Perspektiven

Josephus schreibt im 1. Jh. über Jesus:

- Vollbringer ganz unglaublicher Taten

- zog Juden und Heiden an sich

- erschien 3 Tage nach der Hinrichtung wieder lebend ð was gottesgesandte

Propheten vorher verkündet hatten

- Die Aussagen von Josephus können echt, sowie gefälscht, sowie überarbeitet sein

Gesamturteil des Christentums

- Christentum war nicht beliebt

- auch nichtchristliche Quellen berichten nicht sachlich

- Existenz Jesu wird nirgendwo bezweifelt

- Die Hinrichtung Jesu wird mehrfach bezeugt

Das Neue Testament

Wie entstand das Neue Testament?

1) Die mündliche Überlieferung

- Jesus hat geredet, geheilt und Frauen und Männer um sich gesammelt

- Nichts von dem hat er selbst aufgeschrieben

- Die ersten Zeugen von Jesu Taten sowie Jesu Auferstehung waren Juden. Durch ihre Bibel (das AT) wurden sie bestätigt, dass er, Jesus, der Christus (= der Gesalbte ,der Messias) ist.

- Ein eigenes „heiliges“ Buch hatten die Christen zuerst nicht. Sie gaben Jesu Taten und Worte mündlich weiter. ð Jede Gemeinde verfügte über eine Sammlung von Erzählungen und Worten Jesu

2) Die Briefe

- Die ersten neutestamentlichen Schriften stammen vermutlich von Paulus

- Paulus schreibt an von ihm gegründete Gemeinden

- Es gibt 27 Schriften im NT. 21 davon sind in Form von Briefen. 13 dieser Schriften stammen vermutlich von Paulus, was allerdings umstritten ist.

3) Die Evangelien

- Matthäus und Lukas haben über Markus hinaus viel Überlieferungsmaterial gemeinsam

- Markusevangelium vor 70

- Matthäus und Lukas nach 70 (ð sie setzen die Zerstörung Jerusalems voraus)

- Die Apostelgeschichte entstand nicht lange nach Lukas

- Das Johannesevangelium entstand vermutlich noch später unabhängig von Markus, Matthäus und Lukas. Johannes schöpfte aus anderen, vorgeformten Sammlungen

Alle Evangelien tragen Merkmale der älteren mündlichen Tradition noch unverkennbar an sich.

4) Erste Sammlungen

- die „heilige“ Schrift des Urchristentums ist die jüdische Bibel, unser AT.

- Allmählich wird die mündliche Überlieferung an unterschiedlichen Orten ausgeschrieben und gesammelt

- Im 2. Jh. wird ein für alle christlichen Gemeinden verbindlicher Kanon gegründet.

Durch:

(1) ð zeitlicher Abstand wird immer größer

(2) ð kleinasiatischer Schiffseigner Marcion:

er gründet eigene Gemeinden, stellt den Gott der Liebe dem bösen, ungerechten Schöpfergott gegenüber

- Mit dieser Lehre (=> gegründeten Gegenkirche), die sich über Jh. hin hielt, galt es, sich auseinander zu setzen. Die Kirche wollte sich von Marcion abgrenzen. Teil dieser Abgrenzung war die Bestimmung eines eigenen Kanons!

5) Der Kanon

- Zu Beginn des 5. Jh. ist die Kanonsbildung der alten Kirche abgeschlossen. (Vorher wird noch viel gestrichen, der Apostelteil ist z.B. noch nicht endgültig abgeschlossen. Die Diskussion dauert Jahrhunderte.)

Zusammenfassung:

- Die Bildung des neutestamentlichen Kanons mit seinen sehr verschiedenen 27

Schriften hat sich erst stufenweise zwischen dem ausgehenden 2. und dem 4. Jh. vollzogen.

Nicht unwichtig ist, dass dieser >Kanon< (griechisches Wort für Maßstab,

Richtschnur) nicht das Resultat einer Sammlung war, sondern einer Auswahl der für maßgeblich gehaltenen Schriften aus einer Flut anderer kirchlicher Literatur. In jedem Fall ist der Kanon ein Produkt irdisch-menschlicher Geschichte und nicht vom Himmel gefallene Offenbarung.

Bücher des NT (27 Schriften)

4 Evangelien: Matthäus

Markus Synoptiker

Lukas

Johannes

Die Evangelien sind über Leben und Lehre Jesu

1 Apostelgeschichte: Die AG ist die Geschichte der Urchristen

21 Briefe an Gemeinden / Einzelpersonen

1 Offenbarung: Die Offenbarung ist ein Buch voller Zukunftsvisionen

Wann sind die neutestamentlichen Schriften entstanden?

- 50 - 90 n.Chr. (unterschiedlich)

- Keiner der Schreiber hat Jesus selbst erlebt. Ale schöpften aus mündlichen Quellen.

Wer hat die Schriften abgefasst?

- Leute, die nie etwas mit Jesus zu tun gehabt haben und ihr Wissen nur aus mündlichen

Überlieferungen schöpften.

- Paulus

- Andere Christen, denen „apostolische Autorität“ ausgesprochen wurde

Warum ist das NT entstanden?

- Um zu Missionieren, um Abweichungen zu verhindern (ð Marcion!!!), um Vergessen und

Verlieren zu vermeiden gründete die Kirche NT.

Wann und wo wurde der Kanon gebildet?

- Um 367 in Alexandria (endgültige Fassung)

Wer bildete den Kanon?

- Der Alexandrinische Bischof Athanasius (295-373)

Nach welchen Kriterien wurde er gegründet?

- aus einer großen Anzahl von Schriften wurden die heraus gewählt, die für die

Angemessensten gehalten wurden

Kriterien waren:

- Schriften mussten alt sein

- Schriften mussten sich an die gesamte Kirche richten

- Schriften mussten von einem Apostel (oder Apostelschüler) stammen

Apokryphe christliche Schriften

Die 27 christlichen Schriften sind nur ein kleiner Teil des urchristlichen Schrifttums.

Viele wurden nicht in den Kanon aufgenommen. Diese Schriften heißen apokryph

(= verborgen, geheim). Sie beschäftigen sich z.B. mit der Kindheit Jesu, dem Leben und Sterben Marias, dem Schicksal der einzelnen Apostel oder der Beschaffenheit der zukünftigen Welt. Die Schriften weichen vom NT ab und machen somit deutlich, dass das Christentum von Anfang an eine sehr pluralistische Religion gewesen ist.

Gnosis-nahe Schriften

Die „Gnosis“ (= Wissen, Verstehen) ist eine der großen religiösen Bewegungen der

Spätantike, die für eine Elite ein erlösendes Wissen um die Geheimnisse von Mensch, Welt und Gott versprach. Diese religiöse Bewegung hat auch auf viele christliche Gemeinden eingewirkt. Zu den gnosis-nahen Schriften zählt neben dem Johannesevangelium das um 1945 entdeckte Thomasevangelium.

Das Thomasevangelium

- enthält 114 Logien (Sprüche) Jesu

- keine Erzählungen, keine Taten

- das Material der Sprüche des Thomasevangeliums findet sich etwa zur Hälfte auch in den synoptischen Evangelien Woher kommen die Menschen? Wie können sie erlöst werden?

- Menschen kommen aus dem Licht/Königreich/Gott

- werden nach dem Tod (wenn sie Erkenntnis erlangt haben) wieder ins Licht/ins

Königreich/zu Gott zurückkehren

- Mensch wird erlöst, indem er in sich den göttlichen Funken/das ursprüngliche Wissen

über seine Herkunft entdeckt

- Die Welt ist die Schöpfung eines bösen, von Gott abgefallenen Gottes/gottfern; finster

- Nur in den Menschen sind noch kleine Funken des göttlichen Lichtes zu finden

- Der Erlöser kann helfen, diese Funken zur Entfaltung zu bringen

Warum wurde das Thomasevangelium nicht in den Kanon aufgenommen?

- Glaube an 2 Götter (gut - böse)

- Tendenz zur Selbsterlösung: Jesus verliert an Bedeutung

- Widerspruch zur biblischen Schöpfungsgeschichte

- Thomas war kein Apostel/-schüler (?)

- nicht alt genug

- einseitiges Weltbild: Welt ist böse, dunkel, gottfern

- einseitiges Menschenbild: Menschen sind böse, zu nichts nutze, es sei denn, sie finden

das Göttliche in sich

- Elitebewusstsein: nur wenige sind auserwählt

- gegen die Hierarchie der Kirche (der einzelne muss das Heil für sich finden)

- gegen kirchlichen Kult

- gegen kirchliche Glaubens- und Lebensregeln

Judenchristliche Schriften

- ersten Menschen, die sich zu Christus bekannten waren fast nur Juden.

à Heute: „Judenchristen“

Diese erste Christengemeinde:

- teilte mit allen Juden den jüdischen Glauben an einen Gott der Väter

- hielt an den heiligen Schriften der Juden fest

- beachtete das jüdische Gesetz (Tora): Beschneidung, Sabbat, Feste, Reinheits- und

Speisevorschriften

- besuchte den Tempel, opferte und betete dieselben Psalmen und Hymnen wie die übrigen Juden

Das Ebionärevangelium

Vergleich des Ebionärevangeliums mit dem Matthäusevangelium

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- es wird dazugedichtet, umgestellt, kombiniert (aus verschiedenen Versionen)

- sehr freier Umgang mit den Textvorlagen

- Darstellung der Taufe wird in der Überlieferungsgeschichte immer märchenhafter

- Die Taufberichte erschienen den Christen ergänzungs- und korrekturbedürftig, da die Johannestaufe eine Bußtaufe war:

- Sollte Jesus etwas zu büßen haben???

Wunderbare Ergänzungen zur Taufüberlieferung konnten das Skandalöse der taufe abmildern.

Der Montanismus

Wer waren die Montanisten?

- Begründer: Montaus; Zentrum: Kleinasien

- glauben an nahes Weltende (wie die Urchristen)

- rufen zu frommem Lebenswandel auf

- verstoßen Sünder aus der Gemeinde

- haben eine Art „zweiten Jesus“: Montaus = Prophet

- verbieten Flucht vor Verfolgern

- anfänglich großer Zulauf, später verketzert

- Schriften von der Kirche nahe zu vollständig vernichtet

- im Gottesdienst gibt es Zungenreden, Ekstasen, Prophezeiungen

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Jesus und das Urchristentum in Außerbillischen Quellen
Autor
Jahr
2001
Seiten
5
Katalognummer
V104876
ISBN (eBook)
9783640031801
Dateigröße
384 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
eventuell brauchbare Infos zum Urchristentum.
Schlagworte
Jesus, Urchristentum, Außerbillischen, Quellen
Arbeit zitieren
Merle Blocksdorf (Autor:in), 2001, Jesus und das Urchristentum in Außerbillischen Quellen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104876

Kommentare

  • Gast am 27.2.2002

    Christentum.....

    Einfach nur Super!!!!!!!!!!!!

Blick ins Buch
Titel: Jesus und das Urchristentum in Außerbillischen Quellen



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