Der Sinn des Lebens


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

6 Seiten


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Thema: Die Frage nach dem Sinn des Lebens

Dieser Aufsatz soll im allgemeinen eine kleine, leicht verständliche Lektüre darstellen, die für den einen oder anderen vielleicht sogar ein wenig hilfreich ist und zum weiteren Nachdenken anregt. Ich habe mir diese Fragestellung ausgesucht, da ich sie für die wichtigste philosophische Frage halte und deshalb denke, dass ich mit diesem Aufsatz den größten Interessentenkreis, den es geben kann, nämlich alle und jeden, ansprechen kann. Leider ist diese Frage auch die am unsichersten zu beantwortende, denn nicht viele werden auf die Frage, "Was ist der Sinn des Lebens ?" eine definitive Antwort geben können. Deshalb werde ich auch im Verlauf dieses Aufsatzes einige Philosophen hinzuziehen und deren Meinung bezüglich der Frage erläutern. Hauptsächlich aber benutze ich die individuellen Antworten der Laien, denn angesichts dieser Frage wird ein jeder zum Philosophen.

Als Ergebnis wünsche ich mir eine breit gefächerte Antwort auf diese Frage geben zu können, um womöglich jeden Lebenssinn des Einzelnen aufgeführt zu haben. Dieser Wunsch kommt aber nicht aus der sicheren Überzeugung, denn es wäre anmaßend einen allgemein gültigen Sinn des Lebens vorgeben zu wollen.

Ich denke, ich sollte euch an dieser Stelle erläutern, was ich allgemein für sinnvoll in unserem Tun und Machen halte. Nach Richard Taylor ist jede Handlung sinnvoll, solange sich am Ende dieses Tuns ein Ergebnis zeigt. Dem stimme ich zu, formuliere dies aber noch etwas aus und ergänze einige Dinge, wie folgt. Meiner Meinung nach ist alles mehr oder weniger sinnvoll, was wir machen, solange es keinem schadet. Es gibt natürlich Abstufungen. Es ist weniger sinnvoll, abends in die Disco zu gehen, als nach Afrika zu fliegen und sich dort an Hilfsprojekten aktiv zu beteiligen. Aber auch der Discobesuch ist nicht unbedingt sinnlos, da er zum Wohlgefühl der betreffenden Person führt und keinem Individuum schadet. Das heißt, es muss nicht immer offensichtlich sein, dass man etwas sinnvolles tut, aber sobald man auch etwas für die positiven Emotionen, wie zum Beispiel Spaß, Freude und Liebe macht, ist dieses Tun für mich immer etwas Positives und somit etwas Sinnvolles. Weiter noch halte ich die Erfüllung von Wünschen des Einzelnen für sehr wichtig, denn durch diese Erfüllung wird auch das Wohlgefühl gestärkt und ein inneres Wohlgefühl trägt zum harmonischen und zufriedenen Leben mit sich selbst und mit anderen bei. Harmonie und Zufriedenheit werden durch positive Emotionen hervorgerufen und deshalb ist jeder Weg, der zur Ereichung der genannten Emotionen führt, immer sinnvoll. Das alles steht natürlich unter dem Aspekt, dass der gewählte Weg keinem anderen Individuum Schaden zufügt. Sobald ich mich mit der Frage nach dem Sinn des Lebens beschäftige, fallen mir sofort zwei andere philosophische Fragen ein, nämlich "Weshalb leben wir?" und "Wer bin ich?". Um die Frage nach dem Sinn des Lebens überhaupt angehen zu können, besteht die Notwendigkeit diese weiteren Fragen zu beantworten, denn die Informationen, die die Beantwortungen dieser Fragen geben, beeinflussen die individuellen Sinne sehr stark. Ich denke, ich beantworte die Frage "Weshalb leben wir?" an dieser Stelle kurz, denn sie lässt nur zwei mögliche Antworten zu, die wohl auch niemand in Frage stellen wird.

Zum Ersten will ich auf die Evolutionstheorie eingehen, für die auch ich plädiere. Vieles wissen wir heute über die Entstehung dieses Planeten, doch vieles ist uns immer noch verborgen. Wir können mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass die Erde durch den Urknall entstand. Das Weitere fasse ich jetzt grob zusammen, da es für diesen Aufsatz vollkommen ausreichend ist. Also, nach dem Urknall entstanden im Laufe der Zeit Land und Wasser. Es entwickelte sich Leben im Wasser und später auch auf dem Land. Irgendwann entstanden die Säugetiere und unter ihnen befand sich auch eine Affenart genannt Ramapithecus. Diese gilt als erster Vorfahr des heutigen Menschen. Das heißt, wir leben schlicht und einfach dank einer Reihe von Zufällen.

Dem gegenüber steht die christliche Religion bzw. die Bibel, die uns als Beweis dient, anzunehmen, dass Gott die Erde in sieben Tagen erschuf, Pflanzen wachsen ließ und Tiere zum Leben erweckte. Außerdem bildete er erst einen und später einen zweiten Menschen, die uns unter den Namen Adam und Eva bekannt geworden sind und schon damals genauso weit entwickelt gewesen sein sollten, wie wir heute. Wir wurden mit der größten Intelligenz unter den Lebewesen ausgestattet und haben den von Gott uns zugedachten Auftrag, die Aufsicht über die Erde zu übernehmen, zu erfüllen. Das heißt, dass wir kein Produkt von einer Aneinanderreihung von Zufällen sind, sondern mit voller Absicht ins Leben gerufen worden sind.

Diese beiden Theorien der Entstehung des Menschen spielen eine wichtige Rolle, besonders bei der individuellen Beantwortung der zu behandelden Frage, denn es ist von großer Bedeutung, ob wir nur durch Zufall oder mit Absicht die Chance bekommen haben zu leben.

Die zweite Frage "Wer bin ich?" werde ich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal aufgreifen.

Ich möchte meine Behauptung, dass die Frage welchen Sinn das Leben beinhaltet, die wichtigste sei, so begründen: Ich denke, die Wichtigkeit dieser Frage wird allein schon durch das Interesse eines jeden Menschen, eine Antwort bezüglich dieser Frage zu finden, bestätigt, denn wer hat diese Fragestellung , wenn auch noch so nebensächlich, nicht schon einmal behandelt, sobald er begann rational und vernünftig zu denken? Ich habe jedenfalls noch keinen getroffen, der meinte:"Sinn des Lebens. Warum sollte ich mir darüber gedanken machen. Ich lebe und das reicht mir." An dieser Stelle möchte ich eine provozierende These formulieren, über die es sich meiner Meinung nach lohnt, nachzudenken: Vielleicht wäre es sogar besser, wir würden uns nicht so oft mit dieser Frage quälen und uns ein Beispiel an dem oben zitierten imaginären Menschen nehmen. So würden wir dem Sinn des Lebens vielleicht viel näher kommen.

Leider oder zum Glück, das sei dahin gestellt, befassen wir uns schon seit Jahrtausenden mit dieser Frage und, wie könnte es anders sein, auch großen Philosophen bereitete diese Frage immer wieder ein Anlass, den Denkapparat einzuschalten und mit der Zitierung einiger möchte ich beginnen, dem Sinn des Lebens auf den Grund zu gehen.

Als ersten Philosophen führe ich an dieser Stelle Aristoteles an. Dieser formulierte seine These folgendermaßen:"Wohlbehagen der vernunftbegabten Seele ist der Sinn des Lebens." Die vernunftbegabte Seele ist in diesem Fall die Seele des Menschen, denn kein anderes Lebewesen besitzt eine rational oder vernünftig denkende Seele. Hinzu kommt, dass Pflanzen bzw. andere Tiere gar nicht in der Lage sind über ihren Sinn Überlegungen anzustellen. Theorethisch sind die Gedanken Aristoteles´ ziemlich simpel, denn als Vorraussetzung für ein sinnvolles Leben ist ganz einfach die Zufriedenheit des Einzelnen mit sich und seinem Leben. Wie schwer es aber in der Praxis ist, eine vollständige Zufriedenheit bzw. ein vollkommenes Wohlbehagen zu erlangen, hat wohl jeder schon erfahren.

Epicur hat eine ähnliche Lebenssinnvorstellung wie Aristoteles. Er bezeichnet einfache Freude als Erfüllung des Lebenssinns. Das heißt, um sinnvoll zu leben, solle ein hoher Spaßfaktor das Leben beherrschen.

Fromm unterteilt den Sinn des Lebens. Er gibt einen klaren Sinn für die Allgemeinheit vor und er lässt den Sinn für den Einzelnen weitestgehend offen. Das Leben der Allgemeinheit, der Gruppe ist dann sinnvoll, wenn Vernunft, Liebe und Produktivität herrschen. Vernunft und Liebe seien Vorraussetzungen, ohne die ein zivilisiertes Zusammenleben von einer großen Gruppe, wie der Rasse der Menschen gar nicht möglich wäre. Das drückt aus, das wir mit Liebe zu unserer Rasse und mit Vernunft eine Gesetzesform schaffen müssen, die das gemeinsame leben und überleben ermöglicht. Produktivität sei der eigentliche Sinn unseres Daseins.

Jeder Einzelne habe aber die Aufgabe sein Leben selbst so sinnvoll zu gestalten, wie es ihm als richtig erscheint.

Taylor bezeichnet das Leben als Sinn des Lebens. Das Leben sei eine gigantische Maschine, die läuft und läuft und sich selbst in Gang hielte, indem sie immer wieder neues Leben produziere. Klarer ausgedrückt, würde das bedeuten, dass jedes Lebewesen lebt, um das Weiterleben seiner Gattung zu ermöglichen.

Ayer beschreibt den Sinn des Lebens als eine Aufgabe, die jeder Mensch zu erfüllen versuchen sollte. Er meint, das Leben habe nur den Sinn, den wir ihm geben können. Dabei müsse man für sich selbst entscheiden, was man für erstrebenswert hielte. Außerdem sei ein jeder für sein Leben selbst verantwortlich und sei niemandem Rechenschaft schuldig. Das heißt, jeder müsse selber erkennen, für wie sinnvoll er sein Leben hielte und welchen Sinn er seinem Leben geben möchte. Ayer persönlich betrachtet Emotionen und Dinge wie Liebe, Freundschaft, Wissbegierde und die Herstellung sowie den Genuss von Kunstwerken als sinnvoll. Grundlegende Prinzipien der Moral sind, laut Ayer, Freiheit, Gerechtigkeit und Glück.

An dieser Stelle greife ich meine zurück gestellten Frage wieder auf, denn hier möchte ich die individuellen Lebenssinne darlegen. Auf den ersten Blick erscheint die Frage "Wer bin ich?" ziemlich unsinnig, denn was sollte man anderes darauf antworten, wie zum Beispiel ich heiße soundso, bin dann und dann geboren und wohne da und da. Damit würde aber nichts über die eigentliche Person ausgesagt sein, denn eine Person wird durch seinen Character, seine Ziele und seine Erfahrungen gekennzeichnet. Um seinen eigenen Sinn des Lebens erfahren zu können, ist es von Nöten, seine Ziele zu kennen, das bedeutet, zu wissen, was man in seinem einmaligen Leben erreichen möchte und auf welchen Weg man an das selbst gesteckte Ziel kommen möchte. Die Erfahrungen, die bis dato schon gemacht wurden, tragen natürlich zur eigenen Lebenssinnvorstellung bei, da man dadurch Impressionen bekommen hat, die einen das ganze Leben prägen werden.

Die einen sind bei ihren Überlegungen zu sehr samaritischen oder religiösen, die anderen wiederum zu sehr egoistischen, pessimistischen oder optimistischen Vorstellungen über den Sinn des Lebens gekommen. Der Weg, der zur Erfüllung dieses Sinnes führt, ist natürlich vom Sinn geprägt und wird daher auch entweder samaritisch, religiös, egoistisch, optimistisch oder pessimistisch sein.

Religiöse Mitglieder unserer gigantischen Gemeinschaft werden meistens schneller und sicherer eine Antwort auf diese Frage geben. Sie glauben an die zweite aufgeführte Entstehungstheorie und wissen, dass sie mit einem Sinn durch Gott bedacht worden sind.

Ich denke, ein Grund weshalb so vielen Menschen die Religion und der Glaube an die Bibel auch heute, im Zeitalter der Genetik und des Computers, noch so wichtig ist, ist der Strohhalm an den sie sich klammern können, der ihnen Halt und Sicherheit bei der Beantwortung solcher Fragen, wie der nach dem Sinn des Lebens gibt und den sie in eben diesem Glauben finden. Sie haben die Sicherheit, dass die Menschheit gewollt und deshalb auch mit einer Aufgabe bedacht ist, die jedes menschliche Leben sinnvoll macht. Leider oder zum Glück besitzt nicht jeder so einen Strohhalm.

Pessimisten oder vielleicht auch besser ausgedrückt Realisten bezeichnen das Leben als eine andauernde Arbeit. Diese Bezeichnung ist natürlich in keiner Weise ermutigend und verkörpert nichts sinnvolles. Aber wie ist es denn? Müssen wir nicht stündlich in irgendeiner Weise arbeiten, um uns die Chance auf ein wenigstens äußerlich gutes Leben nicht zu nehmen?

Ich halte jegliches Leben generell für sinnlos. Dabei stimme ich besonders den Gedanken Taylors zu. Das Leben hat kein Ziel, es ergibt sich kein Ergebnis, welches ich für erstrebenswert halte, um dafür zu leben. Die Vorstellung von einer Maschine, die immer weiter läuft, finde ich metaphorisch gesehen sehr zutreffend. Im Moment versuche ich meinem Leben einen Sinn zu geben, indem ich für ein, für mich emotional gesehen, sinnvolles Leben lebe.

Nach dem objektiven Betrachten dieser Lebenssinne oder des Nicht- Vorhandenseins dergleichen, stellt sich mir die Frage, weshalb die Menschheit noch lebt. Sobald ich mir die aufgeführten Sinne sachlich durch lese, erscheint mir kein Sinn in irgendeiner Weise sinnvoll. Hier, am Ende meines Essays bin ich mir sicher, dass es leichter und sinnvoller ist, so zu leben, wie meine imaginäre Person von vorhin. Leichter auf jedenfall, da man einfach leben kann, ohne darauf achten zu wollen, wie sinnvoll die getane Handlung denn sei und sinnvoller deshalb, da ich denke, dass ein eher blindes, sich nicht mit dieser Frage befassendes Leben sinnvoller ist, als eines, welches sich zusätzlich zur allgemeinen Sinnlosigkeit des Lebens auch noch mit einer derartigen sinnlosen Frage befasst. Sinnlos ist für mich die Frage geworden, da ich merkte, dass es keine sinnvolle Antwort darauf gibt. Sinnlose Antworten setzen sinnlose Fragen voraus.

An dieser Stelle möchte ich noch einen Weg vorschlagen, der nach Meinung vieler das Leben auf jedenfall erfreulich und lebenswert, aber natürlich nicht weniger sinnlos macht. Versucht bei jeder Gelegenheit die Chance zu nutzen, euch bzw. anderen die Möglichkeit auf eben dieses Leben zu schaffen. Lernt so viel wie möglich, versucht so viel Wissen wie möglich über unsere gesamte Umwelt zu erlangen und vergesst niemals euch selber Spaß und Freude zu verschaffen. Das erlangte Wissen hält den Geist wach und hilft euch mit den meisten Situationen souverän umgehen zu können. Spaß und Freude halte ich mindestens für ebenso wichtig, denn diese Emotionen lassen das Leben als einigermaßen sinnvoll erscheinen, lenken aber zumindest von der bestehenden Sinnlosigkeit ab.

6 von 6 Seiten

Details

Titel
Der Sinn des Lebens
Autor
Jahr
2001
Seiten
6
Katalognummer
V104894
Dateigröße
333 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sinn, Lebens
Arbeit zitieren
Duddeck Arne (Autor), 2001, Der Sinn des Lebens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104894

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