Hauptmann, Gerhart - Die Weber


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

9 Seiten, Note: 13


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Gerhart Hauptmann: Die Weber

„Wenn ich Dir, lieber Vater, dieses Drama zuschreibe, so geschieht es aus Gefühlen heraus, die du kennst und die an dieser Stelle zu zerlegen keine Nötigung besteht. Deine Erzählungen vom Großvater, der in jungen Jahren, ein armer Weber, wie die Geschilderten hinterm Webstuhl gesessen, ist der Keim meiner Dichtung geworden, die, ob sie nun lebenskräftig oder morsch im Inneren sein mag, doch das Beste ist, was „ein armer“ Mann wie Hamlet zu geben hat.“

1. Kurzbiographie

15.11.1862: Gerhard Hauptmann wird als Sohn eines Wirtes in Obersalzbrunn geboren.. Durch das Gasthaus seiner Eltern lernt er schon früh die schlesische Bevölkerung und auch die soziale Problematik seiner Heimat kennen.

1874: besucht Hauptmann die Realschule in Breslau, ist aber gezwungen sie , nachdem er mehrmals wiederholt hatte, 1878 zu verlassen.

Die Gründe hierfür sind nicht etwa ein Mangel an Intelligenz oder Begabung, sondern persönliche Probleme mit den strengen und unpersönlichen Erziehungsmethoden der Lehrer Durch seinen Bruder Carl kommt er an die königliche Kunst- und Gewerbeschule, gibt aber schon nach zwei Jahren das Studium wieder auf.

Allerdings entdeckte dort ein Lehrer Hauptmanns Begabung und vermittelte ihm eine Erlaubnis in Jena zu studieren.

1883-84:

Auf seinen Auslandsreisen in die Schweiz, Italien und Spanien erkrankt er an Typhus.

1885:

Gerhart Hauptmann heiratet die Schwester der Frau seines älteren Bruders Georg, Marie, und zieht mit ihr nach Berlin.

Dort kommt es zu seinem erster intensiven Kontakt mit der Schriftstellerszene und er veröffentlicht 1888 in der Zeitschrift „Die Gesellschaft“ seine erste Novelle „Bahnwärter Thiele“.

1889:

Da ihn Theodor Fontane empfiehlt , wird an der „Freien Bühne“ sein erstes Drama „Vor Sonnenaufgang“ uraufgeführt. Der folgende Skandal machte Hauptmann berühmt und es folgten weitere Dramen.

1892:

Sein sensationellster aber auch umstrittenster Erfolg „Die Weber“ erscheint

- Erste Uraufführung wird aber durch die Berliner Polizei verboten
- Nutzt die Zeit um die Dialektfassung zum leichteren Verständnis an das Hochdeutsche anzupassen
- Premiere am 26 Februar 1893 in geschlossener Vorstellung

1894

wird das Verbot aufgehoben und Die Weber avancieren zu Hauptmanns größtem Erfolg

1900:

Das Künstlerdrama „Michael Kramer“ erscheint. Der Ausbruch des ersten Weltkrieges erschüttert Hauptmann schwer, dass sich die Thematik vieler seiner nun folgende Werke, wie die Winterballade (1917), gegen die Herrschaft der Gewalt wenden, während gerade die Weber noch von revolutionären Gedanken geprägt waren. Zwar bejaht er die Gewalt an sich in diesen Werken nicht, stellt sie aber durchaus als ein durchführbares Mittel dar.

1946:

Im April willigt er auf massiven Druck ein, seine Heimat in Schlesien zu verlassen und nach Berlin überzusiedeln. Allerdings stirbt er am 6. Juni in Agnetendorf und wird auf dem kleinen Friedhof zu Kloster auf Hiddensee beerdigt.

2. Die Entstehung der Weber

Die ersten Anregungen erhält Gerhard Hauptmann bei einem Besuch seines Bruders Carl in Zürich 1888, wo noch eine drei Jahrhunderte alte Seidenwebereitradition bestand. Gerade der Anblick der Weberhütten riefen in ihm Erinnerungen an die Erzählungen seines Vaters wach. Der Großvater des Autors war selbst ein armer Weber in Böhmen gewesen und entschloss sich später nach Schlesien zu ziehen, um dort sein Glück als Gastwirt zu versuchen.

Zudem war zu dieser Zeit die Dichtung über die Not der Weber, wie das streng verbotene „Die schlesischen Weber“ von Heinrich Heine noch immer weit verbreitet. So galt auch bei Diskussionen über soziale Problematik der vergebliche Weberaufstand von 1844 als ein viel gebrauchtes Beispiel.

Als ein persönlicher Beweggrund sollte nicht vergessen werden, dass ein Stück, das die einfache schlesische Bevölkerung darstellt, es Hauptmann ermöglichte, einen Dialekt ernsthaft in die Literatur einzuführen. Seiner Meinung nach ist die schlesische Mundart, genauso wie jeder andere Dialekt, dem Hochdeutschen absolut ebenbürtig.

Als eine Hauptquelle für das Drama gilt Alfred Zimmermanns Werk „Blüte und Verfall des Leinengewerbes in Schlesien“ , das auf Berichten der „Vossischen Zeitung“ Berlins basiert.

In einem Aufsatz für das „Deutsche Bürgerbuch“ beschreibt Willhelm Wolff genau die Löhne, die die Fabrikantengebrüder Zwanziger in Peterswaldau ihren Webern zahlten: für 160 Ellen Barchent (8 Tage Arbeit) bekamen sie 12 Silbergroschen als Gegenleistung. Zum Vergleich: ein unausgebildeter Handwerksgeselle erhielt den selben Betrag als Tageslohn. Ebenfalls sind die Aufzeichnungen des böhmischen Pfarrers Ruppersdorf, die 1889 in „Das Riesengebirge in Wort und Bild“ veröffentlicht wurden, als eine weitere Quelle Hauptmanns anzusehen. Darin schildert der Geistliche sehr detailliert den Aufstand in Peterswaldau und beschreibt sogar, wie auch in „den Webern“ zu finden ist , dass ein Pastor in einen Bach geworfen wurde. Letztlich machte aber erst die Rückkehr Hauptmanns in seine schlesische Heimat das Werk möglich, konnte er doch so bei seinen Reisen ins Eulengebirge 1892 noch mit Augenzeugen sprechen.

3. Der geschichtliche Hintergrund:

Bis hin zum 19. Jahrhundert hatte die Leinenweberei in Schlesien eigentlich keine größere Rolle gespielt. Als allerdings alle wirtschaftlichen Beschränkungen, wie Zölle, fielen und die Gewerbefreiheit eingeführt wurde, zogen gerade Kleinbauern, deren Gut nicht mehr für ihren Lebensunterhalt ausreichte, in die Dörfer und machten die Leinenweberei zu ihrem Hauptauskommen. Allerdings führte der mangelnde Schutz und der Glaube an das kapitalistische Grundprinzip, dass sich alles durch Angebot und Nachfrage ausgleichen werde, dazu, dass viele Weber schnell verarmten und in menschenunwürdigen Verhältnissen hausen mussten.

1786 wurde in England der erste automatische Webstuhl von dem Geistlichen Edmund Cartwright erfunden, der eine äußerst starke Konkurrenz für die deutschen Handarbeiter darstellte. Die Not durch den stärkeren Wettbewerb noch billiger höhere Qualität zu günstigeren Preisen zu liefern, endete in der Verarmung der gesamten Bevölkerung in den betroffenen Gebieten. Selbst ein Aufheben des Bettelverbotes durch den König zeigte keinerlei Auswirkungen, da es einfach niemanden gab, der irgendetwas spenden konnten. Dabei wuchs das soziale Elende in einem kaum vorstellbaren Maß an, während die Fabrikanten immer reicher wurden. Seit dem Frühjahr begann sich das Lied „Blutgericht“ zu verbreiteten in dem die verbitterten Weber ihrer Wut Ausdruck verliehen. Nach weiteren Lohnkürzungen kam es am 4.Juni 1844 in Peterswaldau zu einem planlosen Aufstand, der von den königlichen Truppen blutig niedergeschlagen wurde, wobei etwa 11 Personen starben und über 30 Weber verletzt wurden. Den ca. 2000 Aufständischen standen 200 Infanteristen gegenüber.

4. Das Drama „die Weber“

4.1. Der Inhalt

Akt 1 :

Das Drama beginnt „medias in res“ in einer sehr lebendigen Szene im Haus des Fabrikanten Dreißiger in Peterswaldau. Er bezahlt Weber für ihre mühevoll angefertigten Gewebe, um diese weiterzuverkaufen. Allerdings werden kleinste Fehler beanstandet, um die gesenkten Löhne zu rechtfertigen. So „bedient sich“ der Expedient Pfeifer „bei der Schau eines Zirkels und einer Lupe“. Als einige Weber um ein paar Silbergroschen Vorschuss flehen, um sich die nötigste Nahrung leisten zu können, stoßen sie nur auf Abweisung und blanken Hohn. Nur der junge und ausnahmsweise starke Weber Bäcker wagt es sich gegen die Behandlung aufzulehnen. Da Pfeiffer nicht mit Bäcker fertig wird, ruft er seinen Vorgesetzten, den dicken Fabrikanten Dreißiger. So kommt es natürlich zu einer Auseinandersetzung über die mangelhaften Gesetze und den unterdrückenden Anspruch Dreißigers. Da auch Dreißiger Bäcker nicht zum Schweigen bringen kann, wirft er ihn einfach hinaus und belegt ihn mit einem Arbeitsverbot, was der junge Weber allerdings sehr leichtherzig aufnimmt: „Ob ich am Webstuhl d’rhungere oder im Straßengrab’n, das is mir egal“

Kurz darauf bricht ein kleiner Junge im Laden vor Hunger zusammen. Sofort nutzt Dreißiger die Situation, um seine Position als Fabrikant zu rechtfertigen. Seiner Meinung nach sind eigentlich die Eltern des Jungen für seinen Zusammenbruch verantwortlich und nicht er. Um einen weiteren derartigen Vorfall zu verhindern beschließt er, dass er künftig keine Waren von Kindern mehr annehmen wird ohne sich dabei bewusst zu sein, dass er damit die Lage der Weber noch weiter verschlechtert. Auch seine Ankündigung noch weitere 200 Weber aufzunehmen ist auf keinen Fall die Wohltat, als die Dreißiger seine Aktion darstellt. Weitere Angestellte bedeuten, dass er als Fabrikant, zwar mehr Waren bekommt, aber auch den ohnehin schon mickrigen Lohn der Weber kürzen wird.

Akt2:

Der zweite Akt des Dramas betrachtet die ganze Situation an dem Fallbeispiel der Familie Baumert, die im verfallenen Haus des Webers und jetzigen Korbflechters Ansorge hausen. Als ein Freund des Sohnes, der Soldat Moritz Jäger, zu Besuch kommt, entwickelt sich eine hitzigen Diskussion über die ungerechte Lage der Weber. Obwohl der junge Soldat früher als Taugenichts bekannt war, hat er es beim Militär zu einer Art Wohlstand gebracht und erscheint wohlgenährt und mit intakter Kleidung. (Frau Baumert: „der bringt Kleeder mitte wie a Ferscht und an silbern Zylinderuhre und obendruf noch zehn Taler Erspaarnis). Es hat den Anschein, dass der König und die Regierung gegenüber der Not der Weber blind sind, da keinerlei Gesetze erlassen worden sind, die sie vor der Ausbeutung durch Händler und Fabrikanten schützen würden, die ihrerseits im Luxus leben. Bei der ganzen Diskussion spielt sich Jäger als eine Art Anführer auf. Denn wenn alle Weber für eine Sache zusammenhalten würden, so meint er, könnten sie auch ohne die Hilfe des Königs ihre Interessen durchsetzen und die reichen Fabrikanten zur sozialen Gerechtigkeit zwingen. So steigt immer Wut auf, die noch durch eine Art Kampflied Jägers angestachelt wird:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Akt3:

In einem Gasthaus in Peterswaldau beschwert sich ein Reisender aus Berlin, dass man die Weber viel über ihre Not klagen hört und, dass man auch häufig darüber in der Zeitung lesen kann, aber für eine Beerdigung (die man in der Ferne hören kann) Geld zu haben scheinen. Daraufhin versucht der Tischlermeister Wiegand versucht vorsichtig zu erklären, dass die Leute sich in tiefe Schulden stürzen. Auch würden die Pfarrer nicht wirklich versuchen die armen Weber davon abzuhalten, da sie im Endeffekt von derartig großen Beerdigungen profitieren Als ein Förster ankommt, der einem Holzdieb eine Axt abgenommen hat, entsteht eine Diskussion mit den ebenfalls angekommenen Webern (unter ihnen auch Baumert), dass sie auch von den Landherren (bzw. Bauern) und Adeligen rücksichtslos ausgebeutet werden (Miete, Pachten, Arbeitstage zur Zeit der Ernte) Durch den Schmied an die Erfolge des franz. Volkes in der Revolution erinnert heizt sich die Stimmung der immer größer werdenden Menge weiter auf („Es ist ein Gericht in der Luft! Gesellt euch nicht zu den Reichen und Vornehmen! Es ist ein Gericht in der Luft“) bis sie im Chor singend unter der Führung von Bäcker und Jäger ausziehen: „Zu Dreißicher gehen woll’n se halt, sehn, dass a was zulegt zum Lohne dahier“

Akt 4:

Bei einem Abendessen im luxuriös eingerichteten Haus des Fabrikanten Dreißiger, versucht der Pastor Kittelhaus den Hauslehrer Weinhold davon zu überzeugen, dass Mitleid für die Weber irregeleitet ist, würde nur den sozialen Frieden stören. Doch die scheinbare Idylle wird durch die lärmenden Meute vor dem Haus des Fabrikanten unterbrochen. So schickt Dreißiger seine Färber um den „Hauptsänger“ Jäger in ihr Gewahrsam zu nehmen. Dieser wir daraufhin dem arroganten, aber Dreißiger treu ergebenen, Polizeiverwalter übergeben, der gegen die unrechtmäßige Verhaftung nichts einzuwenden hat: „[...] Es ist mir sogar sehr lieb, dass Sie einen Hauptschreier haben festnehmen lassen.“ Nachdem der Revolutionär abgeführt wurde, stürzt Pfeifer aufgeregt herein und berichtet, dass Jäger befreit wurde und die Meute ins Haus einzudringen beginnt. Während der Fabrikant mit seiner Familie und seinem Expedienten flieht, versucht der Pastor, von sich selbst überzeugt, die Menge zu beruhigen, wird aber schließlich in den Bach geworfen. Da die Weber weder Pfeifer noch Dreißiger vorfinden können, beschließen sie nach dem Motto „Wenn mersch a nie kriegen, das Dreißiger Viech ... arm soll a wern“ alles zu plündern und zu zerstören

Akt5:

Der letzte Akt des Dramas beginnt in der Wohnung des versehrten Kriegsveteranen Hilse, der hoffnungslos der Bigotterie verfallen ist. Trotz seiner Leistungen in den Kriegen gegen Napoleon für das Reich muss er mit seiner Familie in Armut leben. Er kann die ihm berichteten Ereignisse nicht wahrhaben, sucht immer wieder in seinem Glauben Trost. Seine siebenjährige Enkelin Mielchen findet, wie eine Reihe anderer Kinder, einen silbernen Löffel vor dem zerstörten Haus des Fabrikanten Dreißiger und bringt diesen mit nach Hause. Doch ihr Großvater reagiert äußerst verärgert und bezichtigt das kleine Mädchen eines Diebstahls. Auch nach dem Einschreiten der Mutter gibt sich der alte Hilse erst zufrieden, als sie versprechen den Löffel zurückzugeben, und das, obwohl sie vom Erlös des Verkaufs mehrere Wochen gut leben könnten. „Mach, dass mir den Satansleffel vom Halse kriegen“. Inzwischen wird sogar berichtet, dass auch der andere Fabrikant Dietrich von den Webern belagert wird und dass alle seine bisherigen Angebote ausgeschlagen wurden. Die Frau des Sohnes Hilses Luise beschließt gegen den Willen ihres Mannes Gottlieb tätig zu werden und eilt auf die Straße hinaus. Als Bäcker, Baumert und Jäger in die Wohnung kommen, will der Alte sie überzeugen, dass mit ihren Taten nur noch schlimmere Zeiten kommen werden. Antwort: “ Im Zuchthause is immer noch besser wie derheeme.“. Erst als in unmittelbarer Nähe Kanonenschüsse ertönen rafft sich auch Gottlieb auf und läuft mit einer Axt bewaffnet auf die Straße, während Hilse weiterarbeitet. Doch auch er kann dem Aufstand nicht entgehen, als er von einigen Schüssen aus den Straßen getroffen wird und tod auf seinem Webstuhl zusammenbricht.

4.2. Der Aufbau:

Akt1: Einführung in die soziale und wirtschaftliche Situation der Weber und erste Andeutungen für eine Gegenreaktion gegen die ausbeutenden Fabrikanten.

Akt2: Betrachtung der Lebensverhältnisse der Weber an einem Einzelbeispiel und Beginn der Revolutionsbewegung.

Akt3: Konkreter Anfang des Aufstandes und Betrachtung des Geschehens aus der Sicht des Bürgertums außerhalb Schlesiens. Zudem wird auch die Unterdrückung der Arbeiter durch die Landherren und Bauern deutlich

Akt4: Schilderung der Situation aus den Augen des Fabrikanten und vergebliche Versuche die Bewegung aufzuhalten. Durch die Unterwürfigkeit des Polizeiverwalters wird klar, dass auch das Gesetz von der Macht und dem Geld der Fabrikanten abhängig ist.

Akt5: Höhepunkt des Weberaufstandes. Dieses Mal werden die Geschehnisse durch einen Kriegsveteranen geschildert, der zwar als Weber auch in Armut lebt, aber aufgrund seiner Erfahrungen Gewalt ablehnt.

=> In jedem Akt werden die lose zusammenhängenden Ereignisse aus jeweils unterschiedlichen

Perspektiven geschildert. Der Autor versucht so objektiv und so differenziert wie möglich zu beschreiben, was im Naturalismus allgemein üblich war. Hauptmanns Anliegen ist dabei eigentlich nicht eine komplexe Handlung an sich, sondern die Darstellung der Menschen und ihr teilweise recht unterschiedliches Verhalten in der gleichen Situation-

4.3. Charakteristika einiger Hauptpersonen

“Das ganze Volk der Weber ist Träger der Handlung. Das war das Neue dieses Werkes“ lobten Kritiker „Die Weber“. Insgesamt fällt bei dem Stück auf, dass es eigentlich keine wirklichen Einzelhelden gibt, sondern vielmehr Gruppen auftreten, die allerdings immer wieder in Einzelgrüppchen oder Personen aufgelöst werden. So stehen auch die Fabrikanten durch Dreißiger vertreten als eine Gruppe den Webern gegenüber. Allerdings wäre es dennoch falsch von einem Kollektiv zu sprechen, da zwar keine Herausstellung einzelner stattfindet, trotzdem von ihm eine Typisierung so gut wie möglich vermieden wird. So bemüht sich Hauptmann um eine möglichst differenzierte Darstellung und schildert sowohl gute als auch schlechte Charaktereigenschaften seiner Protagonisten. (Bsp. Wirt sympathisiert mit den Webern, seiner Kundschaft, verbietet ihnen aber trotzdem das Lied, obwohl er weiß in welchem Elend sie leben).

Der alte Baumert (Robert Baumert):

Das Zitat „Ich wollte ja gerne nich mitmachen. Aber sieh ock, d’r Mensch muss doch a eeziges Mal an Augeblick Luft kriegen“ am Ende des Dramas stellt den Charakter wohl am besten dar. Er taucht in jedem Akt des Dramas auf und wird eigentlich recht geradlinig geschildert. Der arme Weber von einem starken Gerechtigkeitsgefühl geprägt und trotz eines Lebens voller Not und Leid nicht verbittert, sogar zunächst noch etwas naiv („’s misst mer amal eener hingehen nach Berlin, und misst’s ‚n Keeniche vorstell’n, wie’s uns as geht.“ (Akt2)). Für ihn zerbricht seine Weltordnung, als Baumert das Weberlied von Jäger hört :“Ich bin ein braver Mensch gewest mei Lebe lang, und nun seht mich an! Was hab ich davon? Wie seh ich aus? Wa hab’n se aus mir gemacht? Hier wird ein Mensch langsam gequält... Ihr Schurken all, ihr Satansbrut. Er bricht weinend vor verzweifelter Ingrimm zusammen“ (Akt2)

Der alte Weber wird im Laufe des Dramas zu einem der Anführer, der die Lösung durch Gewalt als absolute Notwendigkeit betrachtet und mitkämpft, trotzdem meistens zögernd und an eine ausgleichende Gerechtigkeit glaubt bzw. hofft.

Der Fabrikant Dreißiger:

Er stellt den Hauptgegenspieler der Weber dar, die ihm absolut gleichgültig sind und nur Mittel zum Zweck um seinen Reichtum zu vergrößern. ( Akt1: ich denke mir halt: wenn sich ein Mensch täglich ’ne Quarkschnitte erarbeiten kann, so ist das immer noch besser, als wenn er überhaupt hungern muss.“). Dabei handelt er retorisch äußerst geschickt und stellt sich bei seinen Reden im ersten Akt als einen barmherzigen Wohltäter dar und lässt sich mit Hilfe von Fragen am Ende eines Vortrages immer wieder von den Weber bestätigen. So kann er ihnen auch immer wieder ihre Abhängigkeit von ihm als Fabrikanten vor die Augen halten. Dreißiger stellt einen

klassischen Emporkömmling dar, der den Luxus in dem er lebt nicht riskieren will und auch zur Gewalt greift (Bsp.: Er lässt Jäger illegal verhaften). Trotzdem macht Hauptmann aus ihm keine vollständige Karikatur sondern schildert auch dessen Probleme. „Das Ausland hat sich gegen uns durch Zölle verbarrikadiert. Dort sind unsere Märkte abgeschnitten, und im Inland müssen wir ebenfalls auf Tod und Leben konkurrieren [...]“Akt4

Pfeifer:

„Pfeifer horcht auf, wechselt die Farbe, versteht den Ruf und ist im nächsten Moment von wahnsinniger Angst erfasst. Das Folgende weint, wimmert, bettelt, winselt er in rasender Schnelligkeit durcheinander. Dabei überhäuft er Dreißiger mit kindischen Liebkosungen, streichelt ihm die Wangen und Arme, küsst seine Hände und umklammert ihn schließlich wie ein Ertrinkender, ihn dadurch hemmend und fesselnd und nicht von ihm loslassend. Ach liebster, scheenster, allergnädigster Herr Dreißicher, lassen Sie mich nich zuricke, ich hab Ihn immer treu gedient; ich hab ooch de Leute immer gutt behandelt. Mehr Lohn, wie festgesetzt war konnt ich’n doch nicht geben. Verlassen sSe mich nich, se machen mich kalt. Wenn se mich finden, schlagen se mich tot. Ach Gott im Himmel, ach Gott im Himmel! Meine Frau, meine Kinder...“ (Akt4)

Der jetzige Expedient war selbst einmal Weber und müsste deren Lage eigentlich gut nachvollziehen können. Trotzdem fühlt er sich gerade seines Berufes wegen als etwas Besseres. Pfeifer ist von Grund auf ein Sadist und nutzt sein Weberwissen um die Ware übermäßig zu kritisieren („Er bedient sich bei der Schau eines Zirkels und einer Lupe“Akt1). Zwar ist er überheblich und herrschsüchtig, muss sich aber vollkommen auf seinen Meister Dreißiger verlassen, da er häufig überfordert ist. So ruft er sofort nach Dreißiger als Bäcker zu Beginn des Dramas Ärger macht und er mit ihm nicht mehr fertig wird. Daher ist es auch nicht weiter schwierig nachzuvollziehen, warum die Weber in ihm einen Verräter sehen und ebenfalls hassen. Auch seine Auslieferung wird von der Masse in Akt 4 gefordert: „Feifer muss raus“. Zusammenfassend stellt der Expedient Pfeifer einen typischen Günstling dar, der ohne Rücksicht auf Verlust Macht erringen will.

Moritz Jäger:

Obwohl er als Taugenichts bekannt war, hatte er es trotzdem beim Militär zu etwas Wohlstand gebracht. Eigentlich ist er als Revolutionär nicht sonderlich geeignet, da er keine konkrete Vorstellung von einem Ziel oder Ende eines Aufstandes besitzt, wird aber nach einer großen Rede von den Webern als eine Art Führer ernannt, was ihm selbst nicht gerade unrecht ist. Aufgrund seiner Zeit beim Militär besitzt Jäger etwas mehr an Überblick, da er Luxus kennen gelernt hat. Er setzt sich als einziger Außenstehender ein, bleibt im Grunde aber eher ein Abenteurer als ein engagierter Revolutionär.

4.4. Die Weber als ein naturalistisches Werk.

Hauptmanns Anliegen war, „die deutsche Wirklichkeit“ dichterisch geformt darzustellen. Dabei geht er über den poetischen Realismus hinaus und berichtet auch unangenehme Details so detailliert wie nur möglich um die Authentizität seines Werkes zu erhöhen (detaillierte Regieanweisungen, Originalschauplätze und Protagonisten, Dialekt). Auch ist die für den Naturalismus übliche Verlagerung der dargestellten Schicht nach unten zu beobachten. Der Unterschied zwischen den einzelnen Bildungsniveaus bzw. der Schichten wird mit Hilfe der Sprache verdeutlicht. So sprechen die Weber einfachsten Dialekt, währen sich der Fabrikant auf Hochdeutsch verständigt. Er betrachtet auch die hässliche und krankhafte, die dunkle Seite eben. In Akt2 kann Baumert das relativ reichhaltige Essen (Hund) nicht vertragen und muss sich übergeben und seine Frau weint dabei.Die düstere Schilderung des Elends widerspricht ebenso dem reinen Realismus, wie die Kritik am deterministischen Menschenbild, der Religion und des reichen Bürgertums. So will sich die Kirche nicht in das „soziale Gleichgewicht“ einmischen, sondern nur Seelsorge bieten. Auch entsteht durch die Festlegung der Menschen durch die gegenwärtige Gesellschaft Armut und Elend, da die Situation der Weber nur noch weiter ausgenutzt wird. So wächst auch die soziale Kluft immer weiter, während die schon vermögenden weitere Gewinne machen. Hauptmann stellt das Bürgertum als unfähig dar, etwas zu unternehmen (Der Reisende macht sich an die Tochter des Wirts heran, versteckt dabei den Ring => Will sie nur ausnutzen). So findet eine massive Kritik am Adel und der Regierung statt, was wohl den Ausschlag für das temporäre Verbot des Dramas sein dürfte.

Trotz alledem handelt es sich um Dichtung und nicht um eine seelenlose detailverliebte Abbildung, sondern um ein äußerst menschliches Drama,

Gerade durch die mitfühlende und durchaus menschliche Darstellung gelingt es Hauptmann sich von den

Beschränkungen des Naturalismus frei zu machen. Daher ist das Drama „die Weber“ auch heute noch durchaus als lesenswert zu bewerten

Deutsch Referat Tobias Weber

07.10.2001 GK Deutsch 2, 13/1

Gerhart Hauptmanns „Die Weber“

1. Der Autor Gerhart Hauptmann

15.11.1862:

Gerhard Hauptmann wird als jüngster von vier Geschwistern in Obersalzbrunn geboren.

1874:

In Breslau besucht Hauptmann die Realschule, muss die Schule allerdings, nachdem er mehrmals wiederholt hatte, 1878 verlassen. Sein älterer Bruder Carl bringt ihn an die königliche Kunst- und Gewerbeschule, an der Hauptmann zwar zwei Jahre studiert, aber seine Ausbildung nicht abschließt. Allerdings entdeckt ein Lehrer Hauptmanns Begabung und vermittelt ihm eine Erlaubnis in Jena zu studieren.

1883-84:

Auf seinen Auslandsreisen in die Schweiz, Italien und Spanien erkrankt er an Typhus.

1885:

Gerhart Hauptmann heiratet die Schwester der Frau seines älteren Bruders Georg, Marie, und zieht mit ihr nach Berlin. Hier kommt er intensiv mit der Schriftstellerszene in Kontakt und veröffentlicht 1888 in der Zeitschrift „Die Gesellschaft“ die Novelle „Bahnwärter Thiele“.

1889:

Auf die Empfehlung Theodor Fontanes hin, wird an der „Freien Bühne“ sein erstes Drama

„Vor Sonnenaufgang“ uraufgeführt. Der folgende Skandal macht Hauptmann international berühmt..

1892:

Sein sensationellster aber auch umstrittenster Erfolg „Die Weber“ erscheint. Die erste Uraufführung wird durch die Berliner Polizei verboten. Somit wird das Drama am 26. Februar 1893 nur einer geschlossenen Gesellschaft gezeigt.

1894:

Das Verbot wird aufgehoben und zum größten Erfolg Hauptmanns

1946:

Im April willigt er auf den massiven Druck hin ein, seine Heimat in Schlesien zu verlassen und nach Berlin überzusiedeln. Allerdings stirbt er an 6. Juni in Agnetendorf und wird auf dem kleinen Friedhof zu Kloster auf Hiddensee beerdigt.

2. Die Entstehung der Weber

Die erste konkrete Anregung bekam Hauptmann bei einem Besuch seines Bruder Carl in Zürich 1888, wo noch eine drei Jahrhunderte alte Seidenwebereitradition bestand und der Autor unweigerlich an die lebhaften Erzählungen seines Vaters Robert Hauptmann erinnert wurde. Dessen Vater war als armer Weber aus Böhmen nach Schlesien gesiedelt um sein Glück als Wirt zu versuchen. Zudem waren die Ereignisse von 1844 noch immer präsent, sobald über soziale Ungerechtigkeit diskutiert wurde. Das Drama basiert vor allem auf dem Werk „Blüte und Verfall des Leinengewerbes in Schlesien“ von Alfred Zimmermann. Auch ein Aufsatz für das „Deutsche Bürgerbuch“ von Willhelm Wolff ist genauso als Quelle wahrscheinlich wie die Aufzeichnungen des böhmischen Pfarrers Ruppersdorf „Das Riesengebirge in Wort und Bild“ (1889)

3. Der geschichtliche Hintergrund

Bis hin zum 19. Jahrhundert hatte die Leinenweberei in Schlesien eigentlich keine größere Rolle gespielt. Als allerdings alle wirtschaftlichen Beschränkungen, wie Zölle fielen, und die Gewerbefreiheit eingeführt wurde, zogen gerade Kleinbauern, deren Gut nicht mehr für ihren Lebensunterhalt ausreichte, in die Dörfer und machten die Leinenweberei zu ihrem Hauptauskommen. Allerdings führte der mangelnde Schutz und der Glaube, dass sich alles durch Angebot und Nachfrage ausgleichen wird, dazu, dass viele Weber schnell verarmten. 1786 wurde in England der erste automatische Webstuhl von Edmund Cartwright erfunden, der eine äußerst starke Konkurrenz für die deutschen Handarbeiter darstellte. Die Not durch den stärkeren

Wettbewerb noch billiger höhere Qualität zu liefern, endete in der Verarmung der Bevölkerung. Nach weiteren Lohnkürzungen kam es am 4.Juni 1844 in Peterswaldau zu einem planlosen aufstand, der blutig niedergeschlagen wurde

4. Das Drama „Die Weber“

4.1. Der Inhalt

Akt1:

Das Drama beginnt „medias in res“ in einer sehr lebendigen Szene im Haus des Fabrikanten Dreißiger in Peterswaldau. Er bezahlt Weber für ihre mühevoll angefertigten Gewebe, um diese weiterzuverkaufen. Bei der Musterung der Ware gehen seine Angestellten überkritisch vor, um die niedrigen Löhne zu rechtfertigen. Einzig der kräftige Weber Bäcker wagt es sich aufzulehnen, wird aber von Dreißiger mit einem Arbeitsverbot bestraft.

Akt2:

Hier wird das Elend der Weber mit Hilfe der Familie Baumert beschrieben, die in ärmsten Zuständen haust. Als der scheinbar wohlhabende Soldat Moritz Jäger die Familie besucht, kommt es zu einer heftigen Diskussion über die ungerechte soziale Lage. Mit dem Vortragen des mit „Blutgericht“ betitelte Liedes, wird klar, dass eine Revolution im Begriff ist zu entstehen.

Akt3:

In einem Gasthaus in Peterswaldau behauptet ein Reisender aus Berlin, dass die Situation der Weber nicht so schlimm sein kann, wenn noch Geld für ein derartiges Begräbnis, das er gesehen hatte, vorhanden sei. Nach der Diskussion einiger Weber (u.a. Baumert) mit einem Bauern und einem Förster über deren ausbeuterischen Methoden, heizt sich die Stimmung immer weiter auf. Schließlich zieht die Menge unter der Führung von Jäger und Bäcker vor das Haus des Fabrikanten um ihr Kampflied zu singen.

Akt4:

Ein Abendessen mit dem Pastor und seiner Frau in Dreißigers luxuriösem Haus wird durch die Unruhen unterbrochen. Der Fabrikant lässt von seinen Arbeitern den „Hauptsänger“ Jäger festnehmen und der Polizei übergeben. Allerdings befreien seine Kammeraden ihn, die auf der Suche nach dem flüchtenden Dreißiger das Haus stürmen und plündern. Akt5: Der hoffnungslos der Bigotterie verfallene Kriegsveteran Hilse weigert sich standhaft, aufgrund seiner Erfahrungen an dem Aufstand teilzunehmen. Trotzdem kann er im Endeffekt nicht verhindern, dass selbst seine halbblinde Frau zum Kampf auf die Straße läuft. Inzwischen ist der Aufstand im vollen Gange und wird von anrückenden Truppen blutig bekämpft. Aber auch Hilse kann dem Terror nicht entgehen und wird, an seinem Webstuhl sitzend, von einer Salve tödlich getroffen.

4.2. Der Aufbau

In jedem Akt werden die lo se zusammenhängenden Ereignisse aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven geschildert. Hauptmanns Anliegen ist eigentlich nicht eine komplexe Handlung an sich, sondern die Darstellung der Menschen und ihr teilweise recht unterschiedliches Verhalten in der gleichen Situation.

4.3 Die wichtigsten Personen:

“Das ganze Volk der Weber ist Träger der Handlung. Das war das Neue dieses Werkes“ lobten Kritiker „Die Weber“. Insgesamt fällt bei dem Stück auf, dass es eigentlich keine wirklichen Einzelhelden gibt, sondern vielmehr Gruppen, die allerdings immer wieder in Einzelgrüppchen oder Personen aufgelöst werden. Trotz der Knappheit der Beschreibung findet nie eine Idealisierung statt

Der alte Baumert: Robert Baumert ist ein recht geradliniger Charakter, der von Anfang bis Ende immer wieder eine zentrale Rolle beim Aufstand spielt. Der arme Weber besitzt einen äußerst ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und zögert bei der Gewaltanwendung, obwohl er diese für nötig hält. Er hatte bis zu dem Aufstand alles geduldet, was ihm angetan wurde uns steht somit für einen einfachen Weber unter vielen.

Dreißiger: Der Fabrikant stellt den Gegenspieler der Weber dar und ist ein Vertreter des neureichen Bürgertums. Er nutzt die Lage seiner Beschäftigten gnadenlos für seine eigenen Zwecke aus. Allerdings ist er keine Karikatur, da er selbst, wenn auch im Vergleich mit den Webern kleinlich wirkende, finanzielle Probleme hat.

Pfeifer: Der ehemalige Weber ist ein klassischer Günstling. Der herrschsüchtige Sadist ist bei den Webern als Verräter verhasst und dabei vollkommen von seinem Arbeitgeber Dreißiger abhängig, dem er sich bedingungslos unterwirft.

Moritz Jäger: Er war früher als Taugenichts bekannt und hat es beim Militär zu etwas Wohlstand gebracht. Obwohl er eigentlich keine wirklichen Führungsqualitäten besitzt, ist er der direkte Auslöser und auch Anführer des planlosen und vergeblichen Aufstandes. Er setzt sich als einziger Außenstehender ein, bleibt im Grunde aber eher ein Abenteurer als ein engagierter Revolutionär.

4.4. „Die Weber“ als ein naturalistisches Werk

Hauptmanns Anliegen war, „die deutsche Wirklichkeit“ dichterisch geformt darzustellen. Dabei geht er über den poetischen Realismus hinaus und berichtet auch unangenehme Details so detailliert wie nur möglich um die Authentizität seines Werkes zu erhöhen (detaillierte Regieanweisungen, Originalschauplätze und Protagonisten, Dialekt). Auch ist die für den Naturalismus übliche Verlagerung der dargestellten Schicht nach unten zu beobachten. Die düstere Schilderung des Elends widerspricht ebenso dem reinen Realismus, wie die Kritik am deterministischen Menschenbild, der Religion und des reichen Bürgertums.

Trotz alledem handelt es sich um Dichtung und nicht um eine seelenlose detailverliebte Abbildung, sondern um ein äußerst menschliches Drama, was auch heute noch lesenswert ist.

Gerhart Hauptmann: „Die Weber“; Dr. Wilhelm König „Erläuterungen zu „Die Weber“ “

Das Blutgericht

Hier im Ort ist ein Gericht,

Noch schlimmer als die Vehmen, Wo man nicht erst ein Urteil spricht Das Leben schnell zu nehmen.

Hier wird der Mensch langsam gequält, Hier ist die Folterkammer,

Hier werden Seufzer viel gezählt, Als Zeugen von dem Jammer.

Die Herren Zwanziger die Henker sind, Die Dierig ihre Schergen,

Davon ein Jeder tapfer schindt, Anstatt was zu verbergen.

Ihr Schurken all, ihr Satansbrut, Ihr höllischen Dämone,

Ihr fresst der Armen Hab und Gut, Und Fluch wird euch zum Lohne.

Ihr seid die Quelle aller Noth, Die hier den Armen drücket, Ihr seids, die ihm das trockne Brod Noch von dem Munde rücket.

(insgesamt 24 Strophen)

9 von 9 Seiten

Details

Titel
Hauptmann, Gerhart - Die Weber
Note
13
Autor
Jahr
2001
Seiten
9
Katalognummer
V104945
Dateigröße
358 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Die Weber, Gerhart Hauptmann, Drama, Naturalismus
Arbeit zitieren
Tobias Weber (Autor:in), 2001, Hauptmann, Gerhart - Die Weber, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104945

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