Burnout. Merkmale der Person und Arbeitsumgebung


Seminararbeit, 2001
26 Seiten

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1.Vorwort
1.2.Methodik und Fragestellung

2. Forschungsüberblick
2.1.Von den Anfängen der Burnout-Forschung bis heute
2.2.Die Messung von Burnout
2.3.Konsequenzen

3. Burnoutbeeinflussende Bedingungen
3.1.Merkmale der Person
3.1.1. Demographische Merkmale
3.1.2. Konsequenzen
3.1.3. Persönlichkeitsmerkmale
3.1.4. Konsequenzen
3.2.Merkmale der Arbeitsumgebung
3.2.2. Konsequenzen

4. Fazit

5. Ausblick

6. Bibliographie

1. Einleitung

1.1. Vorwort

In den letzten Jahren ist der Begriff „Burnout“ zu einem Schlagwort in der Mediendiskussion geworden. Dabei lassen sich vor allem zwei Aspekte verfolgen, die immer wieder angesprochen werden. Am häufigsten kann man eine regelrechte „Panikmache“ in Form von Prozentzahlen beobachten, die meistens aus dem Zusammenhang einer Untersuchung gerissen und somit oft falsch interpretiert worden sind. So schreibt FACTS z.B. schon 1995, dass zwei Fünftel der Schweizerinnen und Schweizer Burnout-Syndrome zeigen und unter den Lehrern „gut ein Fünftel“ als ausgebrannt gelte (FACTS; 1995, 21).

Der zweite Aspekt, der in den Medien in Zusammenhang mit der Burnout-Diskussion auftaucht, ist die Problematik der Frühpensionierungen und der Krankheitsstände der Lehrer. DER SPIEGEL (2001, 17) erwähnt eine neue Studie, die zu dem Ergebnis kam, dass Psychische Leiden wie depressive Störungen oder das Burnout-Syndrom der Hauptgrund sind für das vorzeitige Ausscheiden von Pädagogen. Im Schnitt scheiden die ausgebrannten Beamten elf Jahre vor Erreichen des Pensionsalters aus. Damit verbunden ist die Diskussion um die Kosten im Bildungswesen.

Die Medien neigen vielleicht zu Übertreibungen, sie zeigen uns aber auch, dass man die Problematik rund um Burnout in der Wissenschaft nicht vernachlässigen darf. Zum einen ist es nötig, die „Panikmache“ einzudämmen und die tatsächlichen Probleme hervorzuheben, vor allem auch um eine „kollegiale Infektion“ zu vermeiden, wie Edelwich/Brodsky (1984) den Trend der Lehrpersonen bezeichnen, den Begriff „Burnout“ in die Gesprächskultur des Alltags zu integrieren und sich schon bei ersten Stressanzeichen gerne leidend als „ausgebrannt“ zu bezeichnen. Zum anderen gilt es, die Probleme, wie z.B. die immer häufiger werdenden Frühpensionierungen und auch die Klagen der Lehrer über Erschöpfung, ernst zu nehmen und gezielt daran zu arbeiten, die Lage zu verbessern.

Ein letzter wichtiger Punkt, der in den Medien eher vernachlässigt wird, ist jener der Unterrichtsqualität. Es ist anzunehmen, dass erschöpfte, ausgelaugte Lehrpersonen weniger einfühlsam hinsichtlich ihrer Schüler sind, eine geringere Frustrationstoleranz aufweisen und ihren Unterricht möglicherweise nicht mehr sorgfältig entwickeln (vgl.: Farber; 1999, S. 217). Da eine gute Unterrichtsqualität eines der Hauptanliegen der Schule sein sollte, muss man diesen Aspekt bei der Burnoutforschung immer im Auge behalten. Es geht nicht nur einfach darum, es den Lehrpersonen möglichst leicht zu machen. Das Ziel ist der gute Unterricht, und dafür braucht die Schule Lehrpersonen, die mit sich, ihrer Arbeit und den Schülern im Reinen sind.

Das grösste Problem bei der Burnoutforschung ist, dass es bis heute keine umfassende Definition für Burnout gibt. Deshalb macht es wenig Sinn, sich immer weiter damit zu beschäftigen, was Burnout nun wirklich ist, sondern man sollte eher Teilbereiche aus dem weiten Feld „Burnout“ herauslösen und diese untersuchen. Diese Arbeit wird sich deshalb im Hauptteil mit einem wichtigen Aspekt beschäftigen, nämlich mit den Bedingungen, unter denen Burnout entstehen kann.

1.2. Methodik und Fragestellung

Zunächst wollen wir der Geschichte des Begriffes „Burnout“ auf den Grund gehen. Dies soll im Forschungsüberblick geschehen, wo die Entwicklung der Burnoutforschung aufgezeigt wird.

Ausserdem werden zwei wesentliche Messinstrumente von Burnout dargestellt, um damit die Grundlage vieler wichtiger Untersuchungen vor Augen zu haben.

Das Hauptanliegen dieser Arbeit ist es, mögliche Einflüsse auf Burnout aufzuzeigen und die gewonnenen Erkenntnisse als Hilfe zur Vermeidung und zum Erkennen von Burnout zu nutzen. Dazu sollen die wichtigsten burnoutbeeinflussenden Bedingungen diskutiert werden. Als Erstes konzentrieren wir uns auf die einzelne Person des Lehrers oder der Lehrerin, und dann auf die spezifische Arbeitsumgebung im Lehrberuf. Welche demographischen und persönlichen Merkmale wirken auf Burnout? Gibt es Merkmale der Arbeitsumgebung, die Burnout begünstigen?

Am Ende des jeweiligen Kapitels folgt eine kurze Zusammenfassung, und es wird versucht, jene Punkte herauszugreifen, die einem Ideen zur möglichen Vermeidung von Burnout liefern können. Einige Ideen sollen knapp dargestellt werden, ohne jedoch den Anspruch auf Vollständigkeit zu haben. In einer weiterführenden Arbeit könnte man diese Ideen ausführen und anhand von Forschungsliteratur diskutieren.

Wie die Einleitung gezeigt hat, ist die Diskussion um Burnout in den Medien bereits mehrere Jahre im Gange. Dass der Begriff von der Wissenschaft bis heute nie vollständig ergründet werden konnte, scheint die Öffentlichkeit nicht zu kümmern. „Burnout“ ist in aller Munde und wird von der breiten Masse für den Zustand der Erschöpfung und des Stress gebraucht. Diese Arbeit wird der Einfachheit halber den Begriff „Burnout“ verwenden und im ersten Teil auch erläutern, was für diese Untersuchung darunter verstanden wird. Trotzdem soll folgende These, die am Ende noch einmal aufgegriffen wird, im Hintergrund fungieren:

Burnout ist in der aktuellen Mediendiskussion zu einem Modebegriff geworden, den man nicht mehr genau fassen kann. Es wäre vernünftig, den Begriff aus dem Alltag verschwinden zu lassen und nur noch im pathologischen Sinn zu gebrauchen, was bereits Schönpflug (1987, zit. nach Dick 1999, S. 64) in seine Definition zu „Burnout“ einbringt. Die Problemstellung rund um Burnout sollte allerdings nicht vernachlässigt werden, denn viele Lehrer fühlen sich überfordert, lustlos oder einfach unwohl, und dem muss man, hauptsächlich im Interesse der Unterrichtsqualität, entgegenwirken.

Im Hauptteil der Arbeit dient vor allem „Die Arbeit des Lehrers“ von Rudow (1994) als Grundlage. Daneben fliessen „Klassiker“ wie das Werk von Pines, Aronson & Kafry aus dem Jahre 1983 („Ausgebrannt. Vom Überdruss zur Selbsentfaltung“), die Arbeiten von Maslach (1993; „Professional Burnout“) und die Untersuchungen von Enzmann & Kleiber (1989; „Helfer-Leiden“) und von Barth (1990; „Bunrout bei Lehrern“) mit ein. Einen guten Überblick über die Burnoutforschung bietet eine relativ neue Arbeit von van Dick aus dem Jahre 1999 („Stress, Arbeitszufriedenheit im Lehrberuf“).

2. Forschungsüberblick

2.1. Von den Anfängen der Burnout-Forschung bis heute

Der Begriff „Burnout“ wird nach Burisch (1998, S. 3) im „psychologischen Sinn“ das erste Mal in Graham Greenes Erzählung A Burnt-Out Case von 1961 verwendet. Barth (1990, S. 3) verweist aber darauf, dass es so etwas Ähnliches wie das Ausbrennen schon viel früher gegeben hat, es aber anders benannt wurde. Dazu gibt sie einen Artikel aus dem Jahre 1911 wieder, in dem eine „moderne Lehrerkrankheit“ mit Namen „Neurasthenie“ beschrieben wird, deren Symptome stark an die Erscheinungsformen erinnern, welche man heute dem Burnout zuschreibt.

Burnout ist also durchaus ein älteres Phänomen, das wahrscheinlich durch gesellschaftliche Veränderungen immer häufiger auftrat, und deshalb durch die Forschungsliteratur in den 70er Jahren aufgenommen und benannt wurde.

In der Forschungsliteratur prägte der amerikanische Psychoanalytiker Freudenberger (1974) erstmals den Begriff „Burnout“. Er beobachtete den psychischen und physischen Abbau der meist ehrenamtlichen Mitarbeitern von Drogenkliniken, Frauenhäusern, therapeutischen Wohngemeinschaften und Krisenintervationszentren. Es fiel ihm auf, dass gerade bei Personen in helfenden Berufen, die sich anfänglich sehr in ihrem Beruf engagieren, Gefühle von Resignation und Leere, Erschöpfungszustände und andere psychische und physische Störungen auftreten können.

Freudenbergers Untersuchungen waren sehr praxisorientiert, basierten vor allem auf Beobachtungen. Christina Maslach begann Anfang der 80er Jahre mit systematischen Untersuchungen zum Burnout-Syndrom (vgl. Barth 1990, S. 6). Zusammen mit Susan Jackson kam sie zu folgender Definition:

„We define burnout as a psychological syndrome of emotional exhaustion, depersonalization, and reduced personal accomplishment that can occur among individuals who work with other people in some capacity.” (Schaufeli, Maslach, Marek, S. 20)

Auch sie sehen Burnout vor allem bei den helfenden Berufen als ein typisches Problem. Die drei Begriffe „emotionale Erschöpfung“, „Depersonalisation“ und „verminderte persönliche

Befriedigung bei der Arbeit“ tauchen heute noch in vielen Konzepten zu Burnout auf, deshalb sollen sie im Folgenden kurz erklärt werden:1

Mit emotionaler Erschöpfung ist gemeint, dass man sich durch den ständigen Kontakt2 mit Menschen ausgelaugt und emotional überfordert fühlt. Wenn die emotionalen Reserven eines Menschen erschöpft sind, kann er nichts mehr geben. Dies könnte im Lehrberuf zur Folge haben, dass die Lehrer nicht mehr bereit sind, menschlich auf die Kinder einzugehen, dass also die Beziehungen zwischen Schülern und Lehrperson leidet.

Die Depersonalisation bezieht sich auf nicht-mitfühlende und herzlose Reaktionen gegenüber den Personen, mit denen man zusammenarbeitet. Es entsteht eine negative, zynische Einstellung gegenüber dem Hilfesuchenden. Dies führt häufig dazu, dass man zu der Überzeugung gelangt, die Hilfesuchenden seien selbst schuld an den Problemen. Auf die Schule bezogen würde demnach die Lehrperson die Schüler nicht mehr als Personen sehen, sondern als „Schülermaterial“(vgl. Barth 1990, S. 7). Auch das nimmt grossen Einfluss auf die Lehrer-Schüler-Beziehung.

Bei der reduzierten persönlichen Befriedigung bei der Arbeit beginnen die Betroffenen, sich selbst negativ zu bewerten. Sie fühlen sich immer weniger kompetent und haben gleichzeitig auch das Gefühl, nicht mehr erfolgreich zu sein. Für eine Lehrperson könnte das zum Beispiel bedeuten, dass sie resigniert, oder dass sie schon durch die kleinste Stresssituation überfordert ist. Dies hat natürlich einen Einfluss auf die Vorbetreitung und Durchführung des Unterrichts und sicher auch auf den Umgang mit den Schülern.

Wie wir nun gesehen haben fand die Burnoutforschung ihren Anfang in Amerika. Wie kam der Begriff „Burnout“ nach Europa?

Nach Deutschland kam der Begriff erst 1983, als in der Zeitschrift „Psychologie heute“3 ein Artikel über „Burnout“ von Aronson, Pines und Kafry erschien (vgl. Barth 1990, S. 6). In ihrem auf deutsch übersetzten Werk „Ausgebrannt“ definieren diese Autoren Burnout als die Erfahrung körperlicher, einstellungsmässiger und emotionaler Erschöpfung, die aus dem Vorhandensein von Stressoren und dem Nichtvorhandensein von Satisfaktoren in der Arbeitssituation resultiert.

Es würde wenig Sinn machen, nun Konzept um Konzept vorzustellen.4 Es gibt zu viele verschiedene Ansätze und Theorien, als dass man Klarheit schaffen könnte, indem man möglichst viele davon darstellt. Mit Maslach und Freudenberger haben wir die Pioniere der Burnout-Forschung erfasst, Aronson, Pines &Kafry haben den Begriff nach Deutschland gebracht. Wir fragen uns deshalb vielmehr, welche Tendenzen sich in der Burnoutforschung herausgebildet haben:

Im Verlaufe der 80er Jahre entwickelten sich nach und nach theoretische Richtungen, anhand derer es gelang, den Begriff Burnout aus dem bis anhin vorwiegend klinischen Interesse hinauszulösen und auf andere Forschungsgebiete auszudehnen:

Farber (1991, zit. nach Stöckli 2000) unterscheidet drei hauptsächliche Richtungen:

Die sozial-historische Perspektive stellt eine Verbindung zwischen den gegebenen Bedingungen des gesellschaftlichen Umfeldes und Burnout her (Hauptvertreter: Sarason). Die organisationsbezogene Perspektive untersucht die spezifischen bürokratischen Bedingungen der Arbeitsumgebung (Hauptvertreter: Cherniss). Die sozialpsychologische Richtung berücksichtigt die Bedingungen des unmittelbaren sozialen Umfeldes in der Wahrnehmung der Betroffenen (Hauptvertreterinnen: Maslach und Pines).

Manche Konzepte lassen sich nicht deutlich einer der von Farber aufgezeigten Richtungen zuordnen, was wiederum zeigt, dass die Burnout-Forschung ein sehr weites und kompliziertes Feld darstellt. Alle Versuche, ein umfassendes, allgemeingültiges Burnout-Konzept zu erstellen, sind bis heute Versuche geblieben. Ein weiteres Problem, was bestehen bleibt ist, dass es noch nicht gelungen ist, Burnout von anderen Konzepten wie z.B. Stress, Depression oder Hilflosigkeit abzugrenzen.

Weil Burnout viele verschiedene Symptome aufzeigt und es keine entgültige Definition gibt, stellt es sich auch als äusserst schwierig dar, Burnout zu messen. Trotzdem sollen im Folgenden zwei Messinstrumente vorgestellt werden, die in der Burnout-Forschung von Bedeutung sind und vielen Deutschen Untersuchungen zu Burnout zugrunde liegen.5

2.2. Die Messung von Burnout

Im Maslach Burnout Inventory (MBI, Maslach & Jackson, 1981) werden die drei Dimensionen „emotionale Erschöpfung“, „Depersonalisation“ und „reduzierte persönliche Befriedigung bei der Arbeit“ operationalisiert. Dies war der Durchbruch der empirischstandardisierten Burnout-Forschung (vgl. Stöckli 2000).

Das MBI besteht aus 22 Items und zeigte zufriedenstellende Untersuchungsergebnisse (vgl. van Dick, 2000, S. 64). Es existieren an den Lehrerberuf adaptierte Versionen. So hat zum Beispiel Barth 1985 eine „Erste Untersuchung mit einer deutschen Übersetzung des „Maslach Burnout Inventory“ bei klientenzentrierten Gesprächstherapeuten und Hochschullehrern“ vorgelegt.

Ein zweites wichtiges Messinstrument in der Burnout-Forschung ist die Überdruss-Skala von Aronson, Pines und Kafry (1983). Auch sie messen drei Aspekte, nämlich die körperliche, die emotionale und die geistige Erschöpfung. Auf einer 7-stufigen Likert-Skala werden 21 Items wie z.B. „Ich fühle mich tatkräftig“ oder „Ich fühle mich gefangen“ von den Befragten hinsichtlich der Häufigkeit der jeweiligen Gefühlszustände eingeschätzt. Die AutorInnen geben im Bezug auf Gütekriterien, auf die Retest-Reliabilitäten und auch auf die interne Konsistenz hohe Werte (vgl. Wagner 1993; S. 59).

Die Überdruss-Skala liegt ebenfalls in deutscher Übersetzung vor (Enzmann & Kleiber 1989).

Vergleicht man die beiden Messinstrumente, ergibt sich nach Wagner (1993, S. 60) eine klare Priorität für das Maslach Burnout Inventory, denn es erfasst verschiedene Entwicklungsstadien und ist theoretisch besser abgesichert. Die Überdrussskala ermöglicht zwar eine einfachere und schnellere Diagnose, vermag aber nicht so sehr auf die spezifische Situation der Arbeitenden im psychosozialen Bereich einzugehen. Für die Überdrussskala spricht, dass sie „offenbar stärker die für Burnout typische Erschöpfung und negative Selbstwertgefühle erfasst“ (Enzmann&Kleiber 1989, S. 114).

2.3. Konsequenzen

Die Ergebnisse von Freudenberger und Maslach können als Ursprünge der Burnout- Forschung angesehen werden, weil diese dem Symptom einen Namen gaben und zeigten, dass es sich bei diesem Phänomen nicht einfach um einige Spezialfälle handelt, sondern dass es als Symptom relativ häufig auftritt (vgl. Maslach, Schaufeli 1993; S. 2). Eine genaue Definition konnten sie aber nicht geben, und bis heute ist in der Forschung kein Konzept und kein Messinstrument zu finden, welches es vermag, Burnout ganzheitlich zu erfassen. Daraus resultiert ein Begriffs-Wirr-Warr rund um das Thema Burnout, der kaum noch zu entwirren ist. Auch die Abgrenzung von Stress oder Depression ist bis heute nicht vollumfänglich geglückt.

Was ziehen wir aus den gewonnenen Erkenntnissen für Konsequenzen für diese Arbeit? Zunächst müssen wir uns auf eine Definition für Burnout einigen, die zumindest jene Punkte beinhaltet, bei denen sich die Forschung einig ist. Dabei stützen wir uns auf van Dick, der zu folgender Aussage kommt:

„Einigkeit besteht darüber, dass Burnout aus mehreren Komponenten besteht und am Ende eines (schleichend verlaufenden) Prozesses steht.“ (Van Dick 1999; S. 64f.)

Ein zweiter Ansatz, der demjenigen des Burnout als Ende eines längeren Prozesses von Belastungen und Stress gegenübergestellt werden muss, ist der folgende: Verschiedene Autoren6 haben festgestellt, dass besonders bei den Junglehrern oft Burnout auftritt. Es handelt sich dabei um den sogenannten „Praxisschock“, bei dem die gleichen Phänomene auftreten wie bei einer Belastung, die über mehrere Jahre wirkt und die betreffenden Personen langsam auslaugt. Wir vermuten aber, dass auch dem schockartigen Auslösen von Burnout ein Prozess vorangeht, der einfach verkürzt wird durch die Extremsituation am Berufsanfang. Deshalb meinen wir im Folgenden sowohl den schleichenden, lang-anhaltenden, als auch den kurzen Prozess, wenn wir von dem „Burnoutprozess“ sprechen.

Unsere Frage lautet nun, welche Bedingungen diesen Prozess beeinflussen oder den Schock am Anfang der Karriere einer Lehrperson auslösen können, und in welchen Bereichen man Möglichkeiten für die Vermeidung von Burnout finden kann.

Dabei stellt sich das Problem, dass auf jeden Menschen, der Burnout gefährdet ist oder sich bereits in dem Prozess, an dessen Ende Burnout steht, befindet, unterschiedliche Faktoren auf unterschiedliche Art und Weise wirken. Wir können also nie sicher sein, alle Einflüsse berücksichtigt zu haben, und deshalb ist es wichtig, sich auf gewisse Punkte zu einigen und diese systematisch zu erfassen.

Diese Arbeit konzentriert sich auf die Ursachen oder die burnout-beeinflussenden Bedingungen, um das Problem bei der Wurzel zu packen, denn im Vordergrund soll das Vermeiden von Burnout stehen. Wir fragen uns also, welche Einflüsse Burnout begünstigen können und wie man diesen entgegenwirken könnte. Dabei stützen wir uns auf die Einteilung von Enzmann und Kleiber (1989)7, welche die unterschiedlichen Einflüssen auf Burnout wie folgt kategorisieren:

„Trotz der verwirrenden Vielfalt, die den defizitären Theoriestatus des Burnoutkonzepts widerspiegelt, können doch einige Schwerpunkte in den Definitionen hervorgehoben werden: So lassen sich die Definitionen einmal dahingehend unterteilen, ob eher die Persönlichkeit des Helfers, die organisatorischen bzw. institutionellen Bedingungen oder gesellschaftliche Prozesse in den Vordergrund gerückt werden.“ (Enzmann und Kleiber 1989; S. 21)

Es lassen sich also drei Ebenen herausbilden, die im Folgenden noch einmal erklärt werden (vgl. van Dick 1999; S. 66f.):

1) Die individuenbezogenen Erklärungsansätze sehen die Burnoutursache vor allem in Merkmalen der Person.
2) Die Arbeits- und organisationspsychologischen Erklärungsansätze beschreiben Determinanten von Burnout, die sich vor allem auf die Arbeitsbedingungen beziehen.
3) Die soziologisch-sozialpsychologischen Erklärungsansätze beschreiben die Entstehung von Burnout z.B. aus der Perspektive der Theorie sozialer Vergleichsprozesse.

3. Burnoutbeeinflussende Bedingungen

Da diese Arbeit zum Ziel hat, bei der Entstehung von Burnout anzusetzen, macht es Sinn, die oben genannten Erklärungsansätze zu verfolgen, denn sie beziehen sich auf die möglichen Ursachen von Burnout. Wir werden uns allerdings auf die individuellen und Arbeits- und organisationspsychologischen Ansätze beschränken, da uns diese zentral scheinen für den Lehrberuf. Ausserdem sind die soziologisch-sozialpsychologischen Ansätze empirisch bisher noch wenig geprüft (vgl. van Dick 1999; S. 67). Die Fragen lauten also: Welche Charaktereigenschaften oder Gegebenheiten einer Persönlichkeit können Burnout beeinflussen? Welche spezifische Gefahren birgt der Lehrberuf in Bezug auf Burnout?

Nach Gamsjäger (1994; zit. nach van Dick 1999; S. 66) befriedigen die theoretischen Konzepte zu den burnoutbeeinflussenden Bedingungen insgesamt zwar nicht, haben sich aber im praktischen Bereich bewährt und werden als Grundlage für die Prävention und Intervention angewandt. Diese Betrachtungsweise erscheint als sehr vernünftig, ist es doch unser Ziel, nicht noch weitere Definitionen und Konzepte zu liefern und damit das Wirr-Warr noch zu vergrössern, sondern bei den vorhandenen Untersuchungen anzusetzen und zu diskutieren, welche Erkenntnisse für die Verbesserung der Lage zentral sind.

3.1 Merkmale der Person

3.1.1 Demographische Merkmale

Es sollen im Folgenden die wichtigsten demographischen Merkmale und ihr Zusammenhang zu Burnout vorgestellt werden, nämlich das Geschlecht, das Alter und die Berufserfahrung. Da man Burnout selbst nicht präzise erfassen kann, ist es auch schwierig, Zusammenhänge zu den demographischen Merkmalen herzustellen. Es liegen aber doch einige Ergebnisse vor, die nun kurz vorgestellt werden.

Barth (1990) kommt bei ihrer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass sich zwischen Geschlecht und Burnout keine signifikanten Zusammenhänge finden lassen. Es gibt aber Untersuchungen, welche die Tendenz zeigen, dass Männer vor allem in den Bereichen „Depersonalisierung“ und „emotionale Erschöpfung“ höhere Werte aufweisen als Frauen.8 Begründet wird dies mit der Annahme, das Frauen eine grössere soziale Unterstützung erfahren oder auch suchen.

Auch zwischen Alter und Burnout lässt sich empirisch kein eindeutiger Zusammenhang feststellen. Sowie bei Barth (1990) als auch bei Kramis-Aebischer (1995) gibt es keine signifikante Korrelation zwischen Alter und Burnout.

Betrachtet man aber das Berufsalter, so findet man wie bereits erwähnt in vielen Untersuchungen das Ergebnis, dass viele Junglehrer unter dem sogenannten „Praxisschock“ leiden und somit grösserem Stress ausgesetzt zu sein scheinen als erfahrenen Lehrpersonen. Ausserdem sind aber ältere Lehrer, welche schon lange im Beruf arbeiten, stärker beansprucht als jüngere, und so kann es in einfachen Korrelationsanalysen zu Überlagerungen kommen. Dies wäre eine Erklärung dafür, dass doch immer wieder Zusammenhänge zwischen Alter und Burnout ermittelt werden (vgl. van Dick 1999; S. 81).

Folgendes Zitat fasst das eben Dargestellte noch einmal zusammen:

„Die empirischen Ergebnisse zum Zusammenhang zwischen Alter bzw. Geschlecht und Burnout sind nicht eindeutig. Offenbar gibt es zwischen diesen Variablen keine einfachen Zusammenhänge. Bei ihrer Analyse sind also weitere Variablen, wie z.B. Bewältigungsstile oder soziale Unterstützung, zu berücksichtigen. Zudem haben diese demographischen Merkmale eine Moderationsfunktion bei Zusammenhängen zwischen Persönlichkeits-, Tätigkeits- bzw. Organisationsmerkmalen und Burnout.“ Rudow (1994; S. 143)

Nach Rudow macht es also nur Sinn, demographische Merkmale mit einzubeziehen, wenn man diese in Zusammenhang mit weiteren Variablen betrachtet. Ein ähnliches Resultat liefern Pierce und Molloy (1990, zit. nach van Dick 1999; S. 82). Sie kommen in ihrer Untersuchung an 750 australischen Lehrerinnen und Lehrern insgesamt zu dem Ergebnis, dass zur Aufklärung von Burnout psychologische Variablen weitaus wichtiger sind als die demographischen Merkmale.

3.1.2. Konsequenzen

Überlegt man sich nun, welche Konsequenzen man für den Schulbereich aus den erlangten Ergebnissen ziehen könnte, so stösst man vor allem auf einen Punkt, an dem man Verbesserungen vornehmen könnte. Es ist dies die Tatsache, dass viel Junglehrer unter dem „Praxisschock“ leiden und deshalb schon in frühen Berufsjahren burnoutgefährdet sind. Man sollte sich also überlegen, wie man diesen „Praxisschock“ auffangen könnte. Die Autorin sieht hierbei zwei Ansatzpunkte, welche in weiterführenden Arbeiten zu verfolgen wären:

1) In der Ausbildung muss das Thema „Praxisschock“ behandelt werden und Wege gefunden werden, wie man, evtl. durch mehr Praxis in der Ausbildung, diesen Schock abfangen kann.

2) In den ersten Jahren im Beruf muss es Möglichkeiten geben, den Junglehrern den Einstieg zu erleichtern. So könnte man z.B. professionell begleitete Junglehrertreffen institutionalisieren, wo man sich gezielt mit den Problemen des „Lehranfängers“ auseinandersetzt.

3.1.3. Persönlichkeitsmerkmale

Die Persönlichkeitsmerkmale sind, wie bereits erwähnt, wichtigere Variablen als die demographischen. Man sollte aber immer vor Augen haben, dass beide Variablen sich gegenseitig beeinflussen können.

Rudow (1994; S. 136) hat die burnoutbeeinflussenden Persönlichkeitsmerkmale in übersichtlicher Form als Thesen dargestellt. Diese Untersuchung wird sich an seinen Vorschlägen orientieren und sie bei Widersprüchen durch Ergebnisse anderer Autoren ergänzen.

Die berufsbezogene Motivation spielt eine grosse Rolle für die Entstehung von Burnout, da vor allem soziale Motive wie die Freude daran, mit Schülern und Eltern oder in einem Lehrerteam zu arbeiten tätigkeitsbestimmend sein können. Dadurch kann es z.B. zu einer Überidentifikation mit Schülern und deren Schicksalen kommen, was zusätzliche Belastung bringt. Andere Motive wie z.B. die soziale Sicherheit als Beamter auf Lebenszeit oder die Vermittlung von Fachwissen treten dabei in den Hintergrund. Bestätigt wird dies durch Burke & Greenglass (1988; zit. nach Rudow 1994; S. 143), die empirisch nachgewiesen haben, dass Lehrpersonen, die mittels sozialer Aktivität den Status quo in der Schule verändern wollen („soziale Aktivisten“), am häufigsten über Burnout berichten. Lehrpersonen, die eher sachorientiert arbeiten und Herausforderungen in der täglichen Arbeit bevorzugen („Kunsthandwerker“) wiesen dagegen die geringsten Burnoutwerte auf.

Die Einstellungen zum Beruf bilden einen weiteren Einflussfaktor. Hierbei ist die Grundeinstellung zum Beruf, also ob man ihn z.B. als Berufung fürs Leben oder einfach als Job sieht, der ein wenig Spass macht und Geld bringt, von Bedeutung. Damit verbunden sind die Rollenerwartungen des Lehrers. Sieht der Lehrer sich eher als Wissensvermittler,

Organisator oder Verwalter, ist er weniger burnoutgefährdet als jener, der sich mit der Rolle des Helfers, Partners, Mentors oder Beraters von Schülern sieht. Dies hängt sicher damit zusammen, dass ein eher schülerorientierter Lehrer positive Rückmeldungen durch die Schüler oder die Eltern erwartet und dabei oft enttäuscht wird. Maslach (1982; zit. nach Enzmann &Kleiber 1989; S. 34) zählt den Mangel an positivem Feedback als einen Entstehungsgrund für Burnout auf.

Pines &Aronson (1983; S. 64) betonen hierbei die Helfer-Motivation als eine Grundursache für Burnout und beschreiben Personen, die sich für einen helfenden Beruf entscheiden, als besonders empfindsam und deshalb speziell anfällig für Burnout.

Zu den berufsrelevanten Einstellungen hat Barth (1992, zit. nach Rudow 1994; S. 144) empirische Ergebnisse geliefert. Sie erhielt eine signifikante Beziehung zwischen der „Berufung“ und Burnout. Dieses Ergebnis deckt sich mit den Ergebnissen zu der berufsbezogenen Motivation und zeigt auf, dass „konservativ“ eingestellte Lehrpersonen weniger zum Burnout neigen.

Die Empathie spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle. Lehrpersonen mit ausgeprägter Empathie setzen sich stark für die Schüler ein und fühlen bei Problemen mit ihnen mit. Lehrpersonen, die diese an und für sich positive Eigenschaft in ausgeprägter Form besitzen, sind eher burnoutgefährdet. Zwei Untersuchungen aus dem Jahre 1989 (Mazur&Lynch; Williams; zit. nach Rudow 1994; S. 147) haben gezeigt, dass Empathie vor allem mit emotionaler Erschöpfung und (reduzierter) persönlicher Leistungsfähigkeit korreliert.

Pines, Aronson & Kafry (1983) sehen in der Einfühlsamkeit, die sie als typisch erachten für einen Menschen, der einen helfenden Beruf ergreift, eine der Hauptursachen für Burnout. Gepaart mit klientenzentrierter Orientierung führt demnach Einfühlsamkeit zu einer Vernachlässigung persönlicher Bedürfnisse und zu einer Rolle, die viel gibt, aber wenig empfängt. Dies erzeugt emotionale Beanspruchung und kann langfristig Burnout verursachen.

Die emotionale Stabilität hängt, so hat man es in der Stressforschung untersucht,9 mit der Stärke des vegetativen Nervensystems zusammen. In vielen Studien wurde nachgewiesen, dass Personen mit einer geringeren Stärke, Beweglichkeit und Ausgeglichenheit des Nervensystems eher zu Stressreaktionen neigen und deshalb auch burnoutgefährdeter sind als Personen, deren Nervensystem stark und ausgeglichen ist.

Die Begriffe „Selbstbewusstsein“, „Kontrollüberzeugung“ und „Verhaltenstyp A/B“ entlehnt Rudow seinen Ausführungen über das burnoutverwandte Konzept des Stress. Rudow verweist darauf, dass es sich beim Burnout im Unterschied zum Stress um ein Phänomen handelt, das sich über Jahre oder Jahrzehnte erstrecken kann und diese Begriffe deshalb teilweise eine andere Qualität aufweisen als bei Stress. Worum handelt es sich bei diesen drei Begriffen?

Das Selbstbewusstsein beinhaltet die beiden Variablen des Selbstvertrauens und der Selbstsicherheit, die einen vor Burnout schützen können. Die Beziehung von Selbstbewusstsein und Burnout wurde mehrmals untersucht, und es kam dabei heraus, dass Lehrpersonen mit hohem Burnout geringeres Selbstbewusstsein zeigten.10

Als burnoutvorbeugend nennt Rudow internale Kontrollüberzeugungen oder -erwartungen, was in mehreren Untersuchungen bestätigt wurde.11 Das heisst, die Lehrperson geht davon aus, dass das Verhalten ihrer Schüler von ihr selbst abhängt, also „Konsequenz ihres eigenen Handelns“ (Rudow 1994; S. 137) ist. So nimmt sie sowohl positive als auch negative Verhaltensweisen von Schülern als Resultat ihrer Tätigkeit an und kann je nachdem zufrieden sein mit sich oder Verbesserungen vornehmen. Lehrpersonen, die sich vor allem von externalen Kontrollüberzeugungen leiten lassen, sind eher burnoutgefährdet. Der Grund dafür mag sein, dass sie sich so äusseren Einflüssen ausliefern und nicht fähig sind, Probleme differenziert zu sehen.

Seit Mitte der 70er Jahre erlangte der Verhaltenstyp A im Rahmen der Stress- und Herz- Kreislauf-Forschung immer mehr Bedeutung. Im Gegensatz zum Verhaltenstyp B zeichnet sich der Verhaltenstyp A durch eine ausgeprägte Leistungshaltung und eine übermässige Arbeitsorientierung aus, ist ungeduldig, hektisch, spricht und schreibt schnell, etc.12 Rudow (1994; S. 137) greift im Kontext des Burnout vor allem die Arbeitsorientierung und Arbeitsplatzverbundenheit heraus, die bei starker Ausprägung den Workaholiker kennzeichnen. Der Verhaltenstyp A ist also von seiner Veranlagung her stärker burnoutgefährdet wie der Verhaltenstyp B. Empirische Untersuchungen zu dieser Thematik widersprechen sich allerdings (vgl. Rudow 1994; S. 147), weshalb man bei der vorangehenden Einschätzung vorsichtig sein muss.

3.1.4 Konsequenzen

Man muss immer wieder unterstreichen, dass viele einzelne Persönlichkeitsfaktoren auf den Burnoutprozess wirken können, aber nicht müssen. Nur weil eine Person über Empathie verfügt, heisst dies noch lange nicht, dass sie zum Burnout-Patienten werden muss. Es ist auch überaus wichtig, sich bei diesen Persönlichkeitsmerkmalen nicht auf die BurnoutProblematik zu versteifen, denn viele der Merkmale sind für den Lehrberuf von äusserst positiver Bedeutung. So ist es doch zumeist von Vorteil, wenn eine Lehrperson besonders motiviert ist und sich in hohem Masse für die Schüler einsetzt.Was bei den Ausführungen von Rudow vernachlässigt wird, ist der persönliche Umgang mit den Belastungsfaktoren. Maslach. (1982; zit. nach Enzmann &Kleiber 1989; S. 34) z.B nennt die Art, mit Problemen umzugehen (Coping) unter den Persönlichkeitsfaktoren. Man muss allerdings dazu sagen, dass sich in den verschiedenen Persönlichkeitsmerkmalen, die Rudow erwähnt, verschiedene Arten, mit Problemen umzugehen, verbergen.

Fragen wir uns nun nach Punkten, die uns einen Ansatz geben könnten für die Vermeidung von Burnout, so gestaltet sich dies bei den Persönlichkeitsmerkmalen als eher schwierig, da man Persönlichkeiten ja nicht einfach verändern kann. Es scheint der Autorin deshalb besonders wichtig, dass es, wenn nötig, genügend Möglichkeiten für Lehrpersonen gibt, Hilfe oder Unterstützung zu beanspruchen ohne sich gleich als „Versager“ fühlen zu müssen. Institutionalisierte, nach Art der Probleme strukturierte Anlaufstellen, bei denen man konkrete Hilfe für den Schulalltag bekommt, die man aber auch bei persönlichen Problemen konsultieren kann, stellen eine Möglichkeit dar, den Lehrpersonen das Gefühl zu geben, nicht alleine zu sein. Allerdings müsste diese Idee weiter ausgearbeitet und wissenschaftlich geprüft werden, bevor an eine Umsetzung gedacht werden kann.

Eine weitere Lösung setzt in der Ausbildung an. Gerade was die übermässige Motivation, die zu einer Überidentifikation mit den Problemen der Schüler führen kann, und die idealisierten Bilder des Lehrberufes betrifft, würde eine differenzierte Aufklärung über diese Problematik in den Jahren der Ausbildung sicher vorbeugend wirken.

3.2. Merkmale der Arbeitsumgebung

Nun kommen wir also zu den Punkten, die spezifisch im Lehrerberuf Burnout beeinflussen können. Rudow (1994; S. 138) nennt acht „Tätigkeits- und Organisationsmerkmale“, die im Folgednen beschrieben werden:

Für Rudow spielt der Tätigkeitsspielraum eine grosse Rolle. Er versteht darunter die „objektiven Möglichkeiten des Lehrers, seine tätigkeitsbestimmenden Motive in der Arbeit realisieren zu können.“ (Rudow 1994; S. 137). Gelingt es dem Lehrer meistens, seine schülerorientierten Motive zu realisieren, ist er weniger burnoutgefährdet.

In Zusammenhang mit der Verantwortlichkeit gibt es zwei Ebenen, die man im Lehrberuf beachten muss. Der Lehrer ist objektiv gesehen verantwortlich für die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler. Dabei fühlen sich besonders diejenigen Lehrpersonen unter Druck, die sehr schülerzentriert arbeiten und so diese Verantwortung permanent spüren. Es spielen also wieder Persönlichkeitsmerkmale eine Rolle. Zum anderen wird den Lehrpersonen aber auch von aussen vermehrt Druck aufgesetzt. So legen vor allem die Eltern die Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder immer häufiger in die Hände der Lehrperson, da sie selbst infolge von Berufstätigkeit immer weniger Zeit dafür haben. Mazur&Lynch (1989, zit. nach Rudow 1994; S. 149) bestätigten in ihrer Untersuchung signifikante positive Beziehungen der Verantwortung zu allen drei Burnout-Faktoren13.

Die soziale Unterstützung sollte man nicht ausser Acht lassen, denn sie kann im Burnoutprozess eine „Pufferfunktion“ (vgl. Barth 1990; S. 18) einnehmen, was soviel heisst als dass eine gute Unterstützung durch den Arbeitgeber, die Lehrerkollegen, den Freundeskreis und die Familie Stress auffangen kann und so Burnout abzuschwächen oder vorzubeugen vermag. Verschiedene Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass fehlende oder unzureichende soziale Unterstützung in der Lehrtätigkeit eine wesentliche organisationale Ressource von Burnout ist.14

Als eines der wichtigsten Tätigkeitsmerkmale (vgl. Cherniss 1980; zit. nach Enzmann & Kleiber 1989; S. 45) fungiert auch die Rollenstruktur. Die Lehrtätigkeit ist gekennzeichnet durch Rollkonflikte und Rollenambiguität, welche, wenn sie lang anhalten, zu Burnout führen können. Empirische Untersuchungen haben ergeben, dass der Zusammenhang zwischen Burnout und Rollenstruktur vor allem bei Lehrpersonen mit geringer Berufserfahrung besteht (Rudow 1994; S. 148). Hier kann ein Zusammenhang zu dem im Kapitel 3.1.1 erwähnten „Praxisschock“ hergestellt werden. Dies zeigt uns wiederum deutlich, dass zwischen den Merkmalen der Person und den Arbeitsmerkmalen eine Verbindung besteht.

Als Belastungsfaktoren im Lehrberuf gelten nach Rudow vor allem Arbeitszeit, lang anhaltende Ereignisse, wie z.B. sich täglich wiederholende Ärgernisse15, oder auch einmalige gravierende berufliche Ereignisse. Diese beanspruchen die Psyche und können zur Überbelastung oder zu Burnout führen. Verschiedene Untersuchungen bestätigen dies und kommen ausserdem zum Schluss, dass besonders der Faktor der emotionalen Erschöpfung auf die Arbeitsbelastung reagiert (Rudow 1994; S. 149). Pines &Aronson (1983) nennen ausserdem die „gleichförmige Routine“ als Belastungsfaktor.

Auch Frei (1996) erhält in ihrer Untersuchung über Belastungen im Lehrberuf interessante Ergebnisse. Als am meisten belastend empfanden die untersuchten Lehrpersonen „Doppelbelastungen“ wie z.B. schwache SchülerInnen zu fördern und gleichzeitig die Leistung der Klasse möglichst hoch zu halten und das problematische SchülerInnen- Verhalten, welches man wohl zu den bereits erwähnten sich täglich wiederholenden Ärgernissen zählen kann. Das nicht abschalten können, die Belastung durch neue Aufgaben, durch das negative Berufsbild und durch das Kollegium erscheinen ebenfalls als wichtige Belastungsfaktoren.

Wichtig scheint uns hier der Verweis auf das Coping (vgl. Enzmann 1996). Jede Lehrperson hat einen eigenen Stil, wie sie mit den täglichen Belastungen und Anforderungen umgeht, und dies wiederum hat einen Einfluss auf den Burnoutprozess. Auch Maslach (1982; zit. nach Enzmann &Kleiber 1989; S. 34) nennt die Art, mit Problemen umzugehen unter den Persönlichkeitsfaktoren und somit wird wieder deutlich, wie stark die Merkmale der Person und die Arbeitsmerkmale verflochten sind.

Mit Klientel meint Rudow die Tatsache, dass Schüler und Klassen sich stark unterscheiden können. Es geht aus den Untersuchungen hervor, dass unzureichendes Stoffverständnis durch die Schüler, Disziplinprobleme, schlechte Einstellungen der Schüler usw. Quellen von Burnout sein können.16

Rudow vernachlässigt hier die Rolle der Eltern. Man sollte sich auch die Frage stellen, inwiefern ihr Verhalten gegenüber der Lehrperson Burnout beeinflussen kann.

Die Ziel(in)transparenz und -unsicherheit kann Burnout beeinflussen. Im Lehrberuf sind es vor allem die langfristigen Handlungsziele, die zu Belastungen führen können. Kurz- und mittelfristige Ziele wie z.B. Lehrplan- oder Unterrichtsziele sind für die Lehrperson meist überschaubar und stellen deshalb keine Probleme dar. Anders verhält es sich mit den Erziehungszielen, die erstens sehr allgemein formuliert sind und zweitens nie vollständig erreicht werden können. Der Lehrer wird hinsichtlich dieser Handlungsziele also nie richtig fertig. Ausserdem werden die Erziehungsziele häufig von Aussen (Eltern, Freunde, etc.) beeinflusst, was der Lehrperson das Gefühl der Machtlosigkeit vermitteln kann. All dies kann eine beträchtliche Belastung darstellen und so die Burnoutgefahr vergrössern. Man sollte hierbei allerdings beachten, dass zum Faktor Zieltransparenz und -unsicherheit noch keine expliziten empirischen Untersuchungen vorliegen.

Als letzter Punkt kann auch die Organisationsgrösse- und -transparenz eine Quelle für Burnout sein. Dabei spielt vor allem die Grösse der Schule oder der Klassen eine Rolle, denn der Organisationsaufwand nimmt mit der Grösse der Schule oder der Klassen zu. Ausserdem fehlen in einem grossen Kollegium oft die vertrauten Gesprächspartner, und die soziale Unterstützung bei persönlichen und fachlichen Problemen ist geringer. Zusätzlich ist der Handlungs- und Entscheidungsspielraum einer Lehrperson in einer grossen Schule eingeschränkt, so dass „durch die Vereinsamung und Machtlosigkeit in dem „grossen Getriebe“ Burnoutsymptome wie z.B. soziale Entfremdung, Meidung informeller Kontakte, geringes Engagement für Kollegen und Schüler, „Dienst nach Vorschrift“ usw. auftreten.“

(Rudow 1994; S. 140).

Untersuchungen liegen in diesem Bereich nur zur Klassengrösse vor, sind aber widersprüchlich (vgl. Rudow 1994; S. 150).

3.2.2 Konsequenzen

Im Bereich der Tätigkeits- und Organisationsmerkmale gibt es mehrerer Möglichkeiten, Burnout vorzubeugen, denn die Ursache liegt bei der Schule als Tätigkeitsumfeld. So kann man also im Schulbereich ansetzen und die nötigen Konsequenzen ziehen, Burnout vorzubeugen oder zu vermeiden.

Es sollen im Folgenden vier Merkmale herausgegriffen werden, bei denen Vermeidungsstrategien entwickelt werden könnten. Es sind dies die Verantwortlichkeit, die soziale Unterstützung, die Belastungsfaktoren und die Organsisationsgrösse.

Lehrpersonen haben eine grosse Verantwortung, und diese Verantwortung wird durch die Gesellschaft, die das Bild vor Augen hat, dass Eltern immer weniger Zeit für die Erziehung ihrer Kinder haben, immer grösser.

Es ist also zum einen für die Lehrpersonen wichtig, dass sie sich nicht auf dieses Bild versteifen und den Eltern gegenüber eine anklagende Position einnehmen, andererseits muss aber auch den Eltern klar gemacht werden, dass sie nicht die ganze Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder den Lehrpersonen zuschieben können.

Es würde sich lohnen, auf diesem Gebiet Lösungsvorschläge zu erarbeiten, denn die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrpersonen sollte nicht verloren gehen. Die soziale Unterstützung kann Burnout auffangen und ist deshalb einer der wichtigsten Faktoren in der Vermeidung von Burnout. Im Schulbereich sollte man deshalb daraufbedacht sein, ein gutes Umfeld zu schaffen für den Austausch unter Kollegen. Eine Möglichkeit wären Ansprechpartner bei spezifischen Problemen. Ausserdem sollte immer darauf geachtet werden, dass man auf eine angenehme Art gezwungen ist, sich mit dem Lehrerteam auseinander zu setzen und es kennen zu lernen. Lehrerausflüge oder Lehrerturnen sind dabei erst der Anfang. Unbedingt sollte darauf geachtet werden, dass dadurch nicht noch grösserer Stress entsteht, sprich dass man seine Freizeit für besseren Kontakt unter den Kollegen opfern muss.

Dabei spielt natürlich die Organisationsgrösse eine Rolle. Je grösser die Schule, desto schwieriger der persönliche Kontakt untereinander. Für grosse Schulen gilt gelten deshalb die oben angeführte Punkte im Besonderen.

Was die Belastungsfaktoren betrifft, so dürfte die Arbeitszeit für die meisten das grösste Problem darstellen. Es muss immer weiter daran gearbeitet werden, Teilzeitarbeit zu ermöglichen und in besonders schwierigem Arbeitsumfeld Entlastungsstunden zu gewähren. Doch nicht nur das Arbeitsumfeld sollte beachtet werden, sondern auch die Grenzen der einzelnen Person. Wer sich überlastet fühlt, sollte dazu stehen können und die Möglichkeit haben, zeitliche Entlastung einzufordern. Die Umsetzung dieser These in den pädagogischen Alltag dürfte sich allerdings als schwierig darstellen.

4. Fazit

Wir haben nun gesehen, dass es Bedingungen gibt, die auf den Burnoutprozess oder den „Praxisschock“ wirken können, und dass man in diesen Erkenntnissen auf jeden Fall Anhaltspunkte zur Vermeidung von Burnout finden kann. Die Schwierigkeit besteht darin, dass bei den Arbeits- und Organisationsmerkmalen die Wirkung auf Burnout nicht eindeutig ist. Hierbei spielt auch wieder die Person und wie sie mit den gegebenen Umständen umgeht eine grosse Rolle. Die Persönlichkeitsmerkmale und die Handlungs- und Organisationsmerkmale wirken also gemeinsam auf den Burnoutprozess, beeinflussen sich gegenseitig und müssen deshalb immer zusammen berücksichtigt werden.

Verschiedene Autoren äussern sich über den Zusammenhang zwischen den Persönlichkeitsmerkmalen und den Arbeits- und Organisationsmerkmalen. Fisher z.B. (1983; zit. nach Wagner 1993; S. 19) ist der Meinung, dass die notwendigen Bedingungen für Burnout in der Persönlichkeit liegen. Er begründet dies mit der Tatsache, dass nicht jeder, der innerhalb eines bestimmten Berufsfeldes arbeitet, an Burnout leidet und dass, obwohl HelferInnen-Berufe allgemein als belastend und stressig gelten, Burnout längst nicht überall verbreitet ist.

Pines, Aronson &Kafry (1983) sind anderer Auffassung. Sie äussern sich folgendermassen:

„Individuelle Unterschiede beeinflussen auch Überdruss und Ausbrennen. Die Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse und verschiedene Ansichten über das Leben; ... Alle diese und noch andere intervenierenden Variablen beeinflussen, wann das Ausbrennen einsetzt, wie lange es anhält und wie schwerwiegend seine Folgen sind. Seine Ursachen dagegen sind in den meisten Fällen nicht in der Persönlichkeit, sondern in der Umwelt zu suchen.“ (Pines, Aronson &Kafry 1983; S. 44).

Nach diesem Zitat würde die Schule als Institution also die grösste Verantwortung tragen und die Person selbst nur beeinflussen, wie stark oder ob Burnout auftritt.

Da man im Einzelfall und allgemein nie ganz genau sagen können wird, ob der Anteil der Person oder jener der Arbeitsumgebung grösseren Einfluss auf Burnout hat, bleibt uns nichts anderes übrig, als uns über den Zusammenhang der beiden Faktoren bewusst zu sein und beide gleichermassen zu berücksichtigen. Im folgenden sollen diese zusammenhänge noch einmal kurz erläutert werden:

Der Arbeitsplatz stellt gewisse positive oder negative Gegebenheiten wie wir sie in Kapitel

3.2. „Merkmale des Arbeitsplatzes“ beschrieben haben. Aus diesen Merkmalen entstehen Situationen, wirken auf die Lehrperson, und werden von ihr subjektiv wahrgenommen und verarbeitet. Die Art der Verarbeitung hängt von den Merkmalen ab, die sie in ihrer Person vereinbart. In Kapitel 3.1. haben wir gesehen, welche Merkmale einer Person Burnout beeinflussen. Kann die Situationen nicht gut verarbeitet werden, führt dies zu einer veränderten, belasteten Wahrnehmung der gegebenen Situationen. So entsteht ein Kreislauf, der je nachdem zu einem Teufelskreis werden kann. Ist dies der Fall, kann Burnout resultieren. Wenn die Lehrperson erst einmal von Burnout betroffen ist, wird sie ihre ganze Situation durch die Belastung noch negativer wahrnehmen und so wird es immer schwieriger, sich aus eigener Kraft zu regenerieren.

In einer weiterführenden Arbeit müsste man die hier vernachlässigten Einflüsse, welche in den soziologisch-sozialpsychologischen Erklärungsansätzen beschrieben werden, anfügen.

5. Ausblick

Die vorangehende Untersuchung hat gezeigt, dass es trotz des Begriff Wirr-Warrs in Zusammenhang mit Burnout möglich ist, Thesen zu formulieren oder Fakten aus der empirischen Forschung zu nennen, die einem bei der Vermeidung von Burnout weiterhelfen können.

Nun wollen wir auf die These in der Einleitung zurückkommen. Die Frage lautete, ob es nicht besser wäre, den Begriff „Burnout“ aus dem Alltag zu verbannen und nur noch im pathologischen Sinn zu gebrauchen. Diese Arbeit hat sich mit den Bedingungen beschäftigt, welche den Bunroutprozess beeinflussen können. Es wurde klar, dass Burnout von vielen verschiedenen Faktoren abhängt, die sich alle gegenseitig beeinflussen. Ausserdem konnte man feststellen, dass es stark von der Situation des Einzelnen abhängt, wie stark und ob Burnout auftritt. Die vielen verschiedenen Möglichkeiten, durch die Burnout ausgelöst oder beeinflusst werden kann, würden für den Ausschluss des Begriffes „Burnout“ aus der Alltagssprache sprechen, denn es gestaltet sich als schwierig, so viele Faktoren einem Symptom zuzuordnen.

Vergegenwärtigen wir uns noch einmal die Definition von van Dick (siehe S. 9), welche besagt, dass Burnout aus mehreren Komponenten besteht und am Ende eines schleichend verlaufenden Prozesses steht, so kommen wir zu folgendem Schluss:

Es ist wichtig, Burnout als mögliches pathologisches Ende eines Prozesses zu sehen, an dessen Anfang kleinere oder grössere Überlastungs- und Stress-Anzeichen stehen. Als wenig sinnvoll erweist sich das vorschnelle Verwenden des Begriffes „Burnout“ in den Medien wie auch von Seiten der Lehrpersonen her, denn damit laufen wir in Gefahr, die konkreten Probleme zu vernachlässigen indem wir sie unter dem Deckmantel eines zu weiten Begriffes verstecken.

In einer weiterführenden Arbeit sollte man sich noch einmal im Besonderen der Umsetzung der gewonnenen Kenntnisse zur Vermeidung von Burnout in die Praxis widmen, da diese Untersuchung hierzu aufgrund des beschränkten Umfanges nur Ansätze liefert.

6. Bibliographie:

Aronson, E., Pines, A.M. & Kafry, D. (1983). Ausgebrannt. In: Psychologie heute, 10, 21-27.

Aronson, E., Pines, A. M.& Kafry, D. (1983). Ausgebrannt. Vom Überdruss zur Selbstentfaltung. Stuttgart: Klett-Cotta.

Barth, A.-R. (1985). Das MBI-D: Erste Untersuchung mit einer deutschen Übersetzung des

„Maslach Burnout Inventory“ bei klientenzentrierten Gesprächstherapeuten und Hochschullehrern.

Barth, A.-R. (1990). Burnout bei Lehrern. Theoretische Aspekte und Ergebnisse einer Untersuchung. Göttingen: Hofgrefe.

Burisch, M. (1989). Das Burnout-Syndrom. Theorie der inneren Erschöpfung. Berlin: Springer.

Dick, R., van (1999). Stress- und Arbeitszufriedenheit im Lehrerberuf. Eine Analyse von Belastung und Beanspruchung im Kontext sozialpsychologischer, klinisch-psychologischer und organisationspsychologischer Konzepte. Marburg: Tectum.

Edelwich, J. Brodsky, A. (1984). Ausgebrannt. Das Burnout- Syndrom in den Sozialberufen. Salzburg: AVM.

Enzmann, D. & Kleiber, D. (1989). Helfer-Leiden. Stress und Burnout in psychosozialen Berufen. Heidelberg: Asanger.

Enzmann, S. (1996). Gestresst, erschöpft, ausgebrannt? Einflüsse von Arbeitssituation, Empathie und Coping auf den Burnout-Prozess. München: Profil.

Farber, B.A. (1991). „Burnout“ bei Lehrern: Annahmen, Mythen, Probleme. In: Terhart, E. Unterrichten als Beruf. 217-230.

Frei, A. (1996). Belastungen im Lehrberuf. Lizentiatsarbeit am Pädagogischen Institut der Universität Zürich. Zürich: Stiftung Zentralstelle der Studentenschaft.

Freudenberger, H.J. (1974). Staff burn-out. In: Journal of Social Issues, 30 (1), 159-165.

Kramis- Aebischer, K. (1995). Stress, Belastungen und Belastungsverarbeitung im Lehrberuf. Bern: Paul Haupt.

Maslach, C. Jackson, S. (1981). The measurement of experienced burnout. In: Journal of Occupational Behaviour, 2, 99-113.

Massenbach, K., von (2000) Die innere Kündigung zwischen Burnout und Hilflosigkeit. Zürich: Orgalife.

Rudow, B. (1994). Die Arbeit des Lehrers. Zur Psychologie der Lehrertätigkeit, Lehrerbelastung und Lehrergesundheit. Bern: Hans Huber.

Schaufeli, W. B. Maslach, C. Marek, T. (1993). Professional Burnout. Recent Developments in Theory and Research. Levittown: Taylor & Francis.

Stöckli, G. (2000). Burnout- Vom psychohygienischen zum pädagogischen Konstrukt. In: Beiträge zur Lehrerbildung, 18 (2), 199-206.

Wagner, P. (1993). Ausgebrannt. Zum Burnout-Syndrom in helfenden Berufen. Bielefeld: KT.

Zeitungsartikel:

„Ein Volk schuftet sich kaputt“ In: FACTS; 1995, 21.

„Lehrer- Ende als Psycho-Wracks“ In: DER SPIEGEL; 2001, 17.

[...]


1 Die folgenden Informationen stammen aus: Schaufeli, Maslach (1993), S. 20f..

2 Die Autorin möchte anfügen, dass es wahrscheinlich nicht nur der ständige Kontakt zu Menschen als solches ist, der zu emotionaler Erschöpfung führen kann, sondern die Tatsache, dass dieser Kontakt meist ein einseitiger ist. Die Lehrperson muss immer geben und bekommt selten direkt etwas zurück.

3 Psychologie Heute, 10, 21-27.

4 Einen Überblick über die wichtigsten Konzepte liefert Barth (1990; S. 70ff.).

5 Barth (1990) stützt sich z.B. auf das MBI während Enzmann & Kleiber (1989) sich auf die Überdruss-Skala berufen.

6 Rudow (1994; S. 143) nennt z.B. Burke &Greenglass (1989) oder Schwab &Iwanicki (1982).

7 Bei Enzmann und Kleiber (1989; ab S. 22) finden sich die wichtigsten Autoren und deren Konzepte zu den jeweiligen Ansätzen übersichtlich dargestellt.

8 Rudow (1994; S. 143) nennt z.B. Burke &Greenglass (1989) oder Schwab &Iwanicki (1982).

9 Siehe Vjatkin (1981); Abolin ( 1987); Strelau (1983), zit. nach Rudow (2000), S. 100.

10 Eine Zusammenfassung der Ergebnisse findet sich bei Rudow (1994; S. 145).

11 Eine Zusammenfassung der Studien und deren Ergebnissen findet sich bei Rudow (1994; S. 147).

12 Eine genaue Beschreibung des Verhaltenstyp A findet sich bei Rudow (2000); S. 99f..

13 siehe Kapitel 2.1.

14 Eine Darstellung der versch. Untersuchungen findet sich bei Rudow (1994; S. 148).

15 Es gibt Theorien, welche die Hauptursache für Burnout in den sich täglich wiederholenden kleinen Ärgernissen sehen und nicht unbedingt in den herausragenden negativen Ereignissen und Konflikten (z.B Zohar 1997; zit. nach van Dick 2000; S. 67).

16 Die Untersuchungen dazu findet man zusammengefasst bei Rudow (1994; S. 150).

26 von 26 Seiten

Details

Titel
Burnout. Merkmale der Person und Arbeitsumgebung
Hochschule
Universität Zürich
Autor
Jahr
2001
Seiten
26
Katalognummer
V104957
Dateigröße
403 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Burnout
Arbeit zitieren
Isabelle Badura (Autor), 2001, Burnout. Merkmale der Person und Arbeitsumgebung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104957

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