"Everyday hazzles" in Familien mit Kindern im Jugendalter


Hausarbeit, 2001
24 Seiten

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Vorwort
1.2. Fragestellung und Methodik
1.3. Theoretische Einbettung
1.3.1 Richard S. Lazarus
1.3.2 Die Eltern-Kind-Beziehung im Jugendalter- ein Forschungsüberblick

2. Inhalte der „everyday hazzles“
2.1. Typische Konfliktthemen bei Jugendlichen allgemein
2.2. Typische Konfliktthemen bei Mädchen
2.3. Typische Konfliktthemen bei Jungen
2.4. Zusammenfassung

3. Die Eltern-Kind-Beziehung im Jugendalter
3.1. Individuation als Erziehungsziel
3.2. Die Rolle der Eltern
3.3. Die Veränderung der Machtdimension
3.4. Zusammenfassung

4. Der Umgang mit den „everyday hazzles“

5. Schlusswort

6. Bibliographie

7. Tabellen 241

1. Einleitung

1.1. Vorwort

Denkt man an die eigene Pubertät zurück, so erinnert man sich an das starke Gefühl, frei zu sein und alles erreichen zu können, an die Verletzlichkeit, die man entwickelte, an den Freundeskreis, der immer wichtiger wurde und an die vielen Gespräche und Diskussionen mit den Gleichaltrigen. Unweigerlich wird manch einer in seiner Erinnerung auch die Alltagskonflikte mit den Eltern finden, die je nachdem heftig oder weniger heftig ausgetragen wurden und teilweise sehr belastend waren.

Ich selbst erinnere mich noch sehr gut an die täglichen Reibereien mit meiner Mutter und damit auch an das Gefühl, überhaupt nicht verstanden zu werden und die daraus resultierende Angst, die Beziehung könne darunter leiden. Diese Zeit liegt hinter mir, und ich verstehe mich mit meiner Mutter bestens. Dies veranlasst mich zu fragen, warum man sich in der Pubertät so sehr gestritten hat, wenn jetzt doch alles in Ordnung ist.

Als Schwester eines 14-jährigen Jugendlichen und als Lehrein werde ich auch heute noch oft mit den belastenden Alltagskonflikten, welche sich im Umfeld der Jugendlichen zutragen, konfrontiert und mir fällt immer wieder auf, wie sehr Familien darunter leiden. Oft denken Eltern, dass ihr jugendliches Kind „besonders schlimm“ sei, und oft ist eine Angst zu spüren, dass sich die jugendlich werdenden Kinder gar nicht mehr für ihre Eltern interessieren, sie vielleicht sogar nicht mehr mögen könnten. Ich möchte deshalb mit dieser Arbeit versuchen, die Alltagskonflikte, wie sie in Familien mit pubertierenden Kindern vorkommen, mit Hilfe von Fachliteratur vorzustellen, und zu zeigen, dass sie während der Pubertät eines oder mehrerer Kinder zum Familienalltag gehören. Ausserdem soll erarbeitet werden, wie man als Eltern am besten mit der neuen, mehr oder weniger belastenden Situation umgeht.

1.2. Fragestellung und Methodik

In dieser Arbeit sollen also die Alltagskonflikte untersucht werden, die in Familien entstehen, bei denen ein oder mehrere Kinder in der Pubertät sind. Es geht darum, in einem ersten Schritt zu definieren, was Alltagskonflikte sind. Dann werden wir uns mit ihrem Erscheinungsbild im Alltag beschäftigen. Als nächstes sollen die Ursachen für das häufige Auftreten solcher Alltagskonflikte in Familien mit Jugendlichen geklärt werden, und in einem letzten Schritt werden wir Vorschläge aus ausgewählter Fachliteratur vorstellen, wie man als Eltern am besten mit den auftretenden Konflikten umgeht. Einen wichtigen Punkt müssen wir leider vernachlässigen, um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen. Es handelt sich dabei um die Folgen der alltäglichen Konflikte für die Familien.

Im Folgenden soll die Vorgehensweise genauer vorgestellt werden: Für diese Alltagskonflikte verwenden wir vor allem den Begriff „everyday hazzles“, der von Richard S. Lazarus (1982) verwendet wurde. Lazarus hat sich als Erster eingehend mit den kleineren Konflikten des Alltags und ihrer Wirkung auf die Betreffenden auseinandergesetzt und ist dabei auf interessante Erkenntnisse gestossen. Da diese Erkenntnisse für die vorliegende Untersuchung nicht unwichtig sind und dieser Arbeit ein theoretischer Hintergrund gegeben werden soll, werden wir in einem ersten Teil die Untersuchung von Lazarus vorstellen. Dabei werden wir vor allem auf folgende Fragen eingehen: Wie definiert Lazarus den Begriff „everyday hazzles“ und welchen Einfluss haben seine Erkenntnisse auf das spezifische Thema „Everyday hazzles“ in Familien mit Adoleszenten“?

Der zweite Teil der theoretischen Überlegungen wird sich der Eltern-Kind-Beziehung im Jugendalter widmen. Dabei wird die Entwicklung der Forschung zu diesem Thema dargestellt und so auch auf den neuesten Forschungsstand in diesem Gebiet verwiesen werden.

Im Hauptteil dieser Arbeit werden wir den Fragen nachgehen, wie es dazu kommt, dass „everyday hazzles“ in praktisch jeder Familie mit jugendlich werdenden Kindern auftreten und warum sich die Konfliktthemen so typisch gestalten. Dazu wird diese Arbeit die Inhalte der Konflikte und ihre Ursachen darstellen.

Als zweiter Punkt soll herausgearbeitet werden, inwiefern sich die Eltern-Kind-Beziehung im Jugendalter verändert und welche Rolle die „everyday hazzles“ dabei spielen. Zum Schluss wollen wir uns überlegen, wie man als Eltern am besten auf diese Veränderung und damit auch auf die „everyday hazzles“ reagiert.

Diese Arbeit wird den Aspekt der speziell problematischen Entwicklungsverläufe in Familien mit Adoleszenten vernachlässigen, da dies zu weit führen würde. Ausserdem soll klar werden, dass „everyday hazzles“ auch in Familien ohne spezielle Probleme, wie z.B. der Drogensucht eines der Kinder, zum Alltag gehören.

Wie bereits erwähnt können wir uns auch nicht mit den Folgen der „everyday hazzles“ für die betreffenden Familien beschäftigen. Wir wollen aber darauf verweisen, dass dies ein wichtiges Thema wäre, was bei einer eventuellen Weiterführung der Arbeit keinesfalls fehlen dürfte.

Als Grundlage dienen uns vor allem das neueste Werk von Helmut Fend über die „Entwicklungspsychologie des Jugendalters“ (Fend 2000) und die Dissertation von Maja Storch über „das Eltern-Kind-Verhältnis im Jugendalter“ (Storch 1994). Beide beziehen sich in Zusammenhang mit der uns vorliegenden Thematik vor allem auf den Konstanzer Längsschnitt, dessen Daten auf der schriftlichen Befragung von Jugendlichen basieren, welche mit standardisierten Fragebögen zwischen 1979 und 1983 (in fünf Wellen) an ausgewählten Schulen in Hessen stattfand. Wenn wir die Jahreszahlen der Untersuchung betrachten stellt sich sofort die Frage nach der Aktualität der Daten. Fend (1990; zitiert nach Storch (1994); S. 141) vergleicht Ergebnisse anderer Studien mit den Ergebnissen des Konstanzer Längsschnittes und kommt zu dem Ergebnis, dass es sich beim Konstanzer Längsschnitt nicht um eine regional und historisch ausgelesene Stichprobe handelt, sondern dass die untersuchten Mädchen und Jungen typische Vertreter von Alterskohorten in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts sind.

Für diese Arbeit sollten wir uns bewusst sein, dass sich bei gewissen Themen vielleicht seit den 80er-Jahren doch etwas geändert haben könnte, was wir aber nicht empirisch nachweisen können.

1.3. Theoretische Einbettung

1.3.1. Richard S. Lazarus

Wir verwenden für die kleinen oder grössere Konflikte, die sich fast alltäglich ins Familienleben einschleichen in dieser Arbeit hauptsächlich den Begriff „everyday hazzles“. Hinter diesem Begriff steht die Theorie von Richard S. Lazarus, die im Folgenden kurz vorgestellt werden soll, um der Arbeit einen theoretischen Hintergrund zu geben und den Begriff zu definieren:

Lazarus gelang es 1982 in einer Studie empirisch nachzuweisen, dass sich nicht nur einschneidende Ereignisse wie zum Beispiel eine Scheidung oder der Verlust eines nahestehenden Menschen auf die Befindlichkeit eines Menschen auswirken, sondern auch die kleinen alltäglichen Ärgernisse, die er „everyday hazzles“ nennt (Lazarus 1982). Er definiert diesen Begriff folgendermassen:

„Unter „erveryday hazzles“ verstehe ich die frustrierenden, irritierenden, manchmal quälenden Ereignisse -die kleinen Niederlagen und Probleme- die sich tagtäglich in Auseinadersetzungen mit unserer Umwelt zutragen: Enttäuschungen, unangenehme Ueberraschungen, Meinungsverschiedenheiten. Sie reichen vom Verkehrsstau bis zum Verlust der Brieftasche, vom Streit mit dem aufsässigen Sohn bis zum Krach mit dem Vorgesetzten oder einem Kollegen.“ (Lazarus 1982; S. 46.)

Lazarus unterscheidet die grossen, lebensverändernden Ereignisse, die einmalig sind und in dem jeweiligen Lebensabschnitt sicher eine hohe Belastung auslösen, von den kleinen Ärgernissen des Alltags, die immer wiederkehren und so regelmässig Stress verursachen. Wichtig bei dieser Unterscheidung ist vor allem die Häufigkeit des Auftretens der Ereignisse, was folgendes Zitat noch einmal unterstreicht:

„Als Lebensereignisse werden ausschliesslich Veränderungen eingestuft. Ein Grossteil von Stress aber resultiert aus chronischen, sich ständig wiederholenden Lebensbedingungen: Langeweile, ständige Spannungen in der Familie, fehlende berufliche Bestätigung, Isolierung und Einsamkeit, Sinn- und Interessenlosigkeit.“ (Lazarus 1982; S. 47)1

Die Dauerhaftigkeit der „everyday hazzles“ setzen Körper und Psyche unter Stress und können gesundheitliche und psychische Probleme auslösen. In welchem Ausmass sie dies tun hängt zum einen davon ab, „wie häufig sie sind, wie lange sie anhalten, und wie der einzelne auf ein bestimmtes Ärgernis reagiert“ (Lazarus 1982; S. 47).

Überlegen wir uns nun, was dies für Familien mit Kindern in der Pubertät bedeutet, so stellen wir uns das folgendermassen vor: Das Kind beginnt, verursacht durch biologische Veränderungen in der Pubertät, selbstständiger und meist auch anstrengender für seine Eltern zu werden. Das ruft Konflikte hervor, die sowohl für das Kind wie auch für seine Eltern neu und belastend sind. Durch diese tägliche Belastung steht man unter Stress, ist dadurch vielleicht häufiger schlecht gelaunt und es kommt schneller zu Konflikten, weil man durch den Stress weniger belastbar ist. Je nach Heftigkeit und Häufigkeit der „everyday hazzles“ und je nach persönlichem Umgang mit diesem Alltagsstress werden Gesundheit und Psyche der Beteiligten beeinflusst. Nach der Theorie von Lazarus würden also aus der chronischen Belastung durch „everyday hazzles“ die Ängste und Versagensgefühle resultieren, die man so oft bei Eltern mit jugendlichen Kindern antrifft.

Lazarus beschäftigt sich sehr stark mit den gesundheitlichen Folgen der „everyday hazzles“. Es wäre interessant, dem auch bei Familien mit Adoleszenten nachzugehen. Dies würde allerdings den Rahmen dieser Untersuchung sprengen. Es sollen deshalb lediglich die typischen Inhalte der „everyday hazzles“, ihre Ursachen und der optimale Umgang mit den Konflikten dargestellt werden.

1.3.2. Die Eltern-Kind Beziehung im Jugendalter- ein Forschungsüberblick

Wie schon erwähnt ist es der Autorin wichtig, dieser Arbeit einen genügenden theoretischen Hintergrund zu schaffen. Nachdem nun der Begriff der „everyday hazzles“ und die Theorie dahinter vorgestellt worden sind, wollen wir nun noch auf die Eltern-Kind-Beziehung im Jugendalter zu sprechen kommen, die bei dieser Untersuchung im Mittelpunkt steht. Im Folgenden soll deshalb die Entwicklung der Forschung zu dieser Thematik kurz vorgestellt werden:2

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts verband man die Pubertät vor allem mit „storm and stress“ (Hall 1916; Freud 1958), sowohl für die Jugendlichen als auch für ihre Eltern. Als Ursache für die innerfamiliären Veränderungen während der Adoleszenz wurde die Loslösung von den Eltern, also die Entwicklung des abhängigen Kindes zum selbstständigen Jugendlichen, gesehen. Damals schien es klar zu sein, dass die Kinder aus diesem Grund ihre emotionale Bindung an das Elternhaus aufgeben und ihre Eltern deidealisieren müssen (Blos 1962). In den späten sechziger Jahren und den Anfängen der siebziger Jahre stellten einige Wissenschaftler diese Theorie in Frage (Douvan und Adelson 1966; Offer 1969; Konopka 1979; Offer and Offer 1975; Offer et al. 1981). Sie haben mit ihrer empirischen Forschung gezeigt, dass die Adoleszenz bei den Jugendlichen und ihren Eltern nicht destabilisierend auf die Beziehung zwischen Eltern und Kindern wirken muss, sondern die positive Bindung im Normalfall erhalten bleibt.

Auch Fend (2000; S. 292) weist empirisch nach, dass sich ungefähr zwei Drittel bis drei Viertel aller Jugendlichen in ihrem Elternhaus trotz häufiger konfliktreicher Auseinadersetzungen sehr wohl fühlen. Folgendes Zitat veranschaulicht noch einmal zusammenfassend, was die neueste Forschung zu dieser Thematik hervorgebracht hat:

„Die neuere Forschung widerlegt damit die These, dass turbulente und konfliktreiche Auseinandersetzungen mit emotionalen Entfremdungsfolgen zum Regelfall dieser Lebensphase gehören. Dennoch ist ein Wandel unübersehbar, wenngleich nicht immer in der Dramatik, die die Psychoanalyse unterstellt hat. Wichtig ist auch, dass dies neuere Forschung klar dokumentieren kann, dass zwischen der Kindheit und der Jugendzeit kein Bruch in der Beziehung zu den Eltern stattfindet.“ (Fend 2000, S. 292).

Die emotionale Bindung an die Eltern bleibt also in den meisten Fällen auch während der Adoleszenz erhalten. Trotzdem klagen viele Eltern von Jugendlichen über nervenaufreibende Streitereien, die sie tagtäglich mit ihren Kindern austragen müssen. Die „everyday hazzles“ stellen also keinen Sonderfall dar, sondern treten mehr oder weniger häufig in den meisten Familien mit Kindern in der Pubertät auf. Wir werden uns die Frage stellen, welches typische Konfliktthemen sind, wie es zu diesen Konflikten kommt und wie man als Eltern am besten damit umgeht.

Nun sollen noch einmal die für die folgende Arbeit bedeutenden Punkte des Vorangegangenen hervorgehoben werden:

„Everyday hazzles“ werden kleinere oder grössere Konflikte im Alltag genannt. Da sie chronisch auftreten, können sie die betreffenden Personen stark belasten und psychische oder gesundheitliche Probleme hervorrufen. Die Auswirkungen der „everyday hazzles“ hängen von ihrer Intensität und Häufigkeit ab und davon, wie die einzelne Person damit umgeht. Die neuere Forschung distanziert sich von dem Bild, dass Kinder sich in ihrer Adoleszenz von ihren Eltern vollkommen loslösen müssen und sich deshalb die Beziehung zueinander verschlechtert. Man ist zu der Erkenntnis gekommen, dass sich die Beziehung zwischen Eltern und ihren Kinder, wenn diese ins Jugendalter kommen, zwar verändert, die positive Bindung aber im Normalfall erhalten bleibt.

2. Inhalte der everyday hazzles“

Im Konstanzer Längsschnitt wird detailliert nachgezeichnet, welche Bedeutung den verschiedenen Gesprächsthemen und Konflikten beim Übergang von der Kindheit zur Jugend zukommt (Fend 2000; S. 279). Dabei hat man sich nicht nur auf Aussagen der Jugendlichen verlassen, sondern auch die Sichtweise der Eltern beachtet, was uns besonders wichtig erscheint. Deshalb sollen auch in dieser Arbeit, wenn es das vorliegende Material erlaubt, beide Seiten dargestellt werden.

Eine weitere interessante Unterteilung ist die geschlechtsspezifische. Wir wollen zunächst einmal die Konfliktwelt der Jugendlichen allgemein betrachten und dann erst auf jene der Mädchen und Jungen einzeln eingehen. Die Sichtweise der Eltern wird in den jeweiligen Abschnitten einfliessen.

Fend (2000; S. 279), der sich hier auf den Konstanzer Längsschnitt beruft, nennt folgende Auffälligkeiten, welche uns als Hintergrundinformation wichtig erscheinen: In der Altersphase von 12 bis 16 Jahren wird in Familien nicht von Jahr zu Jahr weniger miteinander gesprochen. Die Hauptgesprächsthemen sind Schulthemen, Zukunftsfragen und Berufsfragen. Weltanschauliche Fragen werden eher selten angesprochen. Auffällig ist, dass die Planung der gemeinsamen Freizeit immer weniger Raum einnehmen. Besonders unterstreichen möchten wir Fends Aussage, dass Dissens in dieser Altersphase ein normales Phänomen darstellt. Es lässt sich allerdings bei den Kernthemen eine gewisse Systematik der Abfolge beobachten. Stehen beim Übergang der Kindheit ins Jugendalter eher Auseinandersetzungen in Zusammenhang mit dem Drang der Jugendlichen nach Unabhängigkeit im Vordergrund (äusseres Erscheinungsbild, Ausgehfreiheit), so werden bei älteren Jugendlichen eher Streitigkeiten um die soziale Verselbstständigung ( z. B. Kritik der Eltern an gewissen Freundschaften) häufiger. Erst in der mittleren Adoleszenz sind auch auf der weltanschaulichen Ebene Meinungsverschiedenheiten zu erkennen. Da wir in dieser Arbeit die „everyday hazzles“ untersuchen, interessieren uns natürlich jene Gesprächsthemen, bei denen zwischen jugendlichen Kindern und ihren Eltern häufig Unstimmigkeit herrscht. Maja Storch hat die Dissensthemen im Alter von 13 bis 15 Jahren genauer untersucht.

2.1. Typische Konfliktthemen bei Jugendlichen allgemein

Storch bespricht zuerst jene Themen, die nach der Analyse der Geschlechtsunterschiede Faktoren darstellen, welche sich bei Mädchen und Jungen nicht gross unterscheiden. Es handelt sich dabei um die Themen „Anziehen“, „Umgang“, „Politik“ und „Ausgang“ (Storch 1994; S.80f.).3

Es fällt auf, dass Dissens zum Thema „Anziehen“ bei den 13-jährigen Jugendlichen am höchsten ist und bis zum 15. Altersjahr abnimmt. Bei den 15-jährigen Jugendlichen wird dieses Thema bereits von dem Thema „Politik“ auf Platz zwei der Rangreihe der Dissensthemen verdrängt (Storch 1994; S. 79). Storch interpretiert dies folgendermassen:

„Wir erkennen am Verlauf des Dissens um das Thema „Anziehen“ den Versuch unserer Jugendlichen, ihre innere Autonomie bei Eintritt in die Adoleszenz zunächst auf physischer Ebene mit ihren Eltern zu „erstreiten“ und sehen auch, dass diese Form des experimentellen Rollenverhaltens im Verlauf des Älterwerdens an Relevanz abnimmt.“ (Storch 1994; S. 80)

Storch bezieht sich bei dieser Interpretation auf Douvan und Adelson (1966), die eine adoleszenzspezifische Stufenfolge von innerfamiliären Konflikten postulierten. Hierbei handelt es sich um das Durchsetzen von „physischer Autonomie“, was wie bereits erwähnt, vor allem beim Eintritt in die Adoleszenz von grosser Wichtigkeit ist.

Kommen wir zum nächsten Thema, welches bei beiden Geschlechtern den gleichen Stellenwert einnimmt, dem „Umgang“. In der Rangreihe der Dissensthemen ist zwischen den 13- und 14-jährigen Jugendlichen (dieses Thema befindet sich in beiden Altersstufen auf Platz fünf) kaum ein Unterschied erkennbar. Erst bei den 15-jährigen Jugendlichen gewinnt es an Wichtigkeit und rückt auf Platz drei vor. Wieder greift Storch auf das adoleszenzspezifische Stufenmodell von innerfamiliären Konflikten von Douvan und Adelson (1966) zurück. Die zunehmende Wichtigkeit des Themas „Umgang“ in der Rangreihe der Dissensthemen aus Sicht der Jugendlichen wäre demnach ein Hinweis auf den Versuch, auf sozialer Ebene Autonomie von den Eltern zu erlangen (Storch 1994; S. 80).

Eine weitere Entwicklung, die man bei im Verlaufe der Adoleszenz nach Douvan und Adelson (1966; zitiert nach Storch (1994); S. 80f.) bei den Jugendlichen erkennen müsste, ist jene zur suprapersonalen Autonomie. Dies schlägt sich in der vorliegenden Rangreihe der Dissensthemen deutlich bei dem Thema „Politik“ nieder, welches von Platz drei zu Beginn der Adoleszenz auf Platz eins bei den 15-jährigen Jugendlichen steigt. Aus der Sicht der

Jugendlichen werden also Auseinandersetzungen dieser Form mit den Eltern immer wichtiger, vielleicht auch, weil das Thema „Politik“ mit zunehmender Reife mehr interessiert und deshalb auch von den Jugendlichen öfter angesprochen wird.

Betrachten wir ein letztes Thema, was bei beiden Geschlechtern gleichermassen Anlass zur Diskussion gibt im Elternhaus: Der „Ausgang“. In der Rangreihe der Dissensthemen aus Jugendlichensicht klettert dieses Thema von Rang acht bei den 13-Jährigen auf Rang sieben bei den 14-jährigen bis zu Rang fünf bei den 15-Jährigen. Storch (1994; S. 82) sieht darin sowohl das Streben nach physischer Autonomie im Sinne eines Kampfes um das Recht, sich und seinen Körper uneingeschränkt bewegen zu können, als auch die Suche nach sozialen Kontakten, wie man sie im „Ausgang“ findet, was dem Bestreben, soziale Autonomie zu erlangen gleichkommt. Dissens zum Thema „Ausgang“ vereinbart also zwei wichtige Punkte: die physische und die soziale Abgrenzung von den Eltern.

Auffällig ist, dass sich in der vorliegenden Tabelle Dissens zum Thema Schulleistung und Taschengeld auf den untersten Plätzen finden. Für die Jugendlichen scheinen diese Themen von geringer Wichtigkeit zu sein. Schauen wir uns aber die Rangreihe der Dissensthemen aus der Sicht der Eltern an,4 stellen wir fest, dass diese vor allem das Thema „Schule“, was sich in dieser Tabelle auf den Rängen drei bis sechs findet, wichtiger werten als ihre Kinder. Auf den ersten Plätzen der Dissensthemen aus Elternsicht rangieren „Pflichten“, „Fernsehen“ und „Essen“. Storch schreibt dazu Folgendes:

„Dieses Trias „Pflichten, Fernsehen, Mahlzeiten“ beschreibt genau die Kontaktpunkte im Familienleben, die durch die alltägliche Routine immer wieder hergestellt werden und denen beide Teile - Eltern und Jugendliche - nicht ausweichen können.“ (Storch 1994; S. 89)

Da die Eltern die Verantwortung über die Organisation des Familienalltags haben, bildet dieses Trias wichtige Fixpunkte für sie. Den Jugendlichen ist es z.B. oft nicht so wichtig, mit der Familie zu essen, und so stehen Auseinandersetzungen zu diesem Thema bei ihnen nicht im Vordergrund.

2.2. Typische Konfliktthemen bei Mädchen

Betrachten wir die Unterschiede zwischen beiden Geschlechtern, so fällt für jedes Geschlecht ein Punkt auf, in dem sie sich deutlich unterscheiden. Für Mädchen5 ist dies die Frage, ob man in dem jeweiligen Alter schon einen Freund haben soll (Storch 1994; S. 82), und die Jungen6 werten vor allem Konflikte um das Thema „Kaufen“ als vorherrschend (Storch 1994; S. 86).

Bei den 13-jährigen Mädchen nimmt das Thema „gegengeschlechtliche Freundschaften“ in der Rangreihe der Dissensthemen bereits den zweiten Platz ein und fällt dann bei den 14- und 15-jährigen auf Platz drei zurück.7 Storch (1994; S. 83) hat herausgearbeitet, dass die 13- jährigen Mädchen mit 51.0% Dissens quantitativ gesehen am meisten Nichtübereinstimmung mit ihren Eltern angeben. Dieser Prozentsatz sinkt auf 44,6% Dissens mit 15 Jahren. Sie schreibt dazu:

„Die innerfamiliäre Brisanz des Themas der gegengeschlechtlichen Freundschaften vermindert sich mit der Zeit. Unter dem Gesichtspunkt der subjektiven Konfliktwelt der Mädchen zeigt sich dieser Trend auch in der Tatsache, dass Dissens mit den Eltern zum Thema „gegengeschlechtliche Freundschaft“ von Rangplatz zwei mit 13 Jahren auf Rangplatz drei mit 15 Jahren sinkt.“ (Storch 1994; S. 83)

Betrachten wir nun die Rangreihe der Dissensthemen aus Sicht der Eltern, so stellen wir fest, dass lediglich 20,6% der Eltern zum Thema, dass ihre 13-jährige Tochter einen Freund haben könnte, Dissens wahrnehmen. Dieser Prozentsatz steigt unbedeutend auf 21,4% bei Eltern von 15-jährigen Töchtern. Wie kommt es, dass Mädchen bei dieser Thematik um so viel mehr Probleme oder Konflikte sehen wie ihre Eltern?

Wenn wir uns in dieses Alter zurückversetzen, erinnern wir uns vielleicht daran, dass gegengeschlechtlich Freundschaften auf einmal Gesprächsthema Nummer eins mit Gleichaltrigen wurde. Allerdings blieb es zu Beginn der Adoleszenz auch meistens bei Gesprächen darüber. Man hat sich nur vorgestellt, wie es wohl wäre einen Freund zu haben und war wahrscheinlich auch schon bis über beide Ohren verliebt in einen Jungen. Meistens blieb dies aber noch lange Zeit Schwärmerei, und selten hatte jemand mit 13 schon einen Freund. Den Eltern hat man diese ganzen Gedankenspiele natürlich nicht mitgeteilt, weswegen sie sich auch noch keine Sorgen darüber gemacht haben. Man selbst hatte aber immer das Gefühl, dass die Eltern gegen jeden Jungen, der einem gefallen würde, etwas einzuwenden hätten. Bei den 13-jährigen Mädchen kreist also alles um dieses Thema und um das Gefühl, sowieso nicht verstanden zu werden von ihren Eltern. Storch vertritt eine ähnliche Meinung. Dazu folgendes Zitat:

„Die Plausibilität lässt vermuten, dass die Eltern der 13-Jährigen eine gegengeschlechtliche Freundschaft ihrer Tochter wohl für verfrüht halten dürften, während die Töchter eher der Ansicht sind, dass sie durchaus schon reif genug sind, um eine feste Freundschaft mit einem Jungen einzugehen.“ (Storch 1994; S. 84)

Mädchen fühlen sich also reifer als ihre Eltern sie einschätzen. Wie merken die Töchter dies und woher kommt das Misstrauen, dass sie ihren Eltern diesbezüglich entgegenbringen? Storch (1994; S. 85) nimmt an, dass es nebensächliche Bemerkungen der Eltern, wie zum Beispiel „dafür bist du doch noch viel zu jung“ oder „konzentriere dich lieber auf die Schule“ sind, welche die Töchter zum Rückzug veranlassen. Es findet folglich keine offene Auseinandersetzung über diese Thematik statt, und deshalb nehmen die Eltern diesbezügliche Konflikte nicht so stark wahr. Die Mädchen, für die Gespräche mit Gleichaltrigen über gegengeschlechtliche Freundschaften zum Alltag gehören, bleibt dieses Thema aber in ihrer Gedankenwelt eines der vorherrschenden.

Ist es nun so, dass wenn die Konflikte nicht offen ausgetragen werden, daraus auch keine „everyday hazzles“ entstehen? Dies würden wir klar verneinen. Wir vermuten, dass genau aus dieser Diskrepanz der Wahrnehmung zwischen Eltern und ihren Töchtern bei dieser Thematik Unstimmigkeit und Misstrauen entstehen, was wiederum dazu führen kann, dass man sich verhäuft über Kleinigkeiten streitet und so diesen unterschwelligen Konflikt austrägt.8

2.3. Typische Konfliktthemen bei Jungen

Das Thema, welches bei den männlichen Jugendlichen die Wichtigkeit hat, welche das Thema „gegengeschlechtliche Freundschaften“ bei den Mädchen einnimmt, ist das „Kaufen“. Bei den 13-jährigen nimmt die Unstimmigkeiten darüber, was man sich kaufen darf und was nicht, in der Rangreihe der Dissensthemen Platz zwei ein, bei den 14-jährigen Platz eins und bei den 15-jährigen fällt es auf Platz drei zurück.9

Auffallend ist auch, dass Jungen sich deutlich öfter als Mädchen über Unstimmigkeiten über die Höhe des Taschengeldes zwischen ihren Eltern und sich klagen. Jungen haben aber keineswegs weniger Geld zur Verfügung als Mädchen (Storch 1994; S. 86), deshalb müssen die Gründe hierfür eher im Innenleben der Jungen gesucht werden. Karin Flaake (1989; zitiert nach Storch (1994); S. 87) postuliert bei männlichen Jugendlichen einen Drang, die Welt zu beherrschen, um die Irritation und die Angst vor Kränkung, welche sich mit den körperlichen Veränderungen in der Adoleszenz einstellen, zu kompensieren. Der Erwerb von Statussymbolen wie Computer, Mountainbike oder Moped bedeutet für Jungen in der Adoleszenz eine „Inbesitznahme der Welt“. Da diese Symbole für öffentlich sichtbaren Erfolg männlich besetzt sind, stellen nach Flaake solche Angebote für Mädchen keinen Reiz dar.10

2.4. Zusammenfassung

Wenn wir nun auf unsere Fragestellung zurückkommen, welche Rolle die „everyday hazzles“ in der Beziehung zwischen Eltern und ihren jugendlich werdenden Kindern spielen, erhält man hier ein erstes Bild: Nach dem Zitat von Storch beginnen die Jugendlichen am Anfang der Adoleszenz, sich von den Eltern auf „physischer Ebene“ abzugrenzen. Deshalb ändern sie zunächst ihren Kleidungsstil, und daraus entsteht Dissens. In „everyday hazzles“ werden dann die Konflikte, welche durch die Abgrenzungsversuche der Jugendlichen entstehen, ausgetragen. Dies tritt je nach persönlichem Verlauf der Adoleszenz heftiger oder weniger heftig auf. Ähnlich verhält es sich mit dem Streben der Jugendlichen nach sozialer und suprapersonaler Autonomie. Was die soziale Autonomie betrifft, so sind aus Jugendsicht Konflikte mit den Eltern um die Themen „Umgang“ und „Ausgang“ häufig. Die dritte Ebene der Abgrenzung von den Eltern, das Erlangen von suprapersonaler Autonomie, zeichnet sich in den Wahrnehmungen der Jugendlichen (besonders bei den 15-jährigen) bei dem Dissensthema „Politik“ ab.

Wie wird nun die Beziehung zwischen den Jugendlichen und ihren Eltern beeinflusst durch „everyday hazzles“ zu den aufgezeigten Themen? Die Interpretation dazu ist eigentlich schon gegeben: Jugendliche versuchen, sich in ihrer Adoleszenz von ihren Eltern abzugrenzen. Dies führt zu Konflikten, welche die Beziehung je nachdem mehr oder weniger strapazieren. Wir verweisen hier jedoch auf die Ausführungen in der Einleitung, wonach dies nicht heissen muss, dass sich die emotionale Bindung auf Dauer verschlechtert.

Bei den jugendlichen Mädchen haben wir Folgendes festgehalten: Zwischen ihrer Wahrnehmung von Konflikten zum Thema „gegengeschlechtliche Freundschaften“ und jener ihrer Eltern ist eine grosse Diskrepanz festzustellen. Wir haben deshalb angenommen, dass Konflikte zu diesem Thema nicht offen ausgetragen werden, sich die Mädchen aufgrund kurzer Bemerkungen ihrer Eltern zurückziehen und dieses Thema vermeiden. Dies wäre ein relativ grosser Einfluss auf die Beziehung zwischen Eltern und ihren Töchtern, denn es würde heissen, dass auf Seiten der Töchter Vertrauen verloren geht.

Bei Jungen handelt es sich bei dem typischsten Konfliktthema ( „Kaufen“ und „Taschengeld“) nicht um zwischenmenschliche Belange. Es lässt sich daher vermuten, dass diesbezügliche Konflikte die Beziehung und vor allem das Vertrauen nicht so stark beeinflussen.

3. Die Eltern-Kind-Beziehung im Jugendalter

Wir haben im vorangehenden Kapitel typische Dissensthemen zwischen Jugendlichen und ihren Eltern aus beiden Sichten behandelt und sind dabei auch schon auf Ursachen gestossen, welche im Folgenden noch einmal kurz erläutert werden sollen:

Es handelte sich dabei um die Theorie von Douvan und Adelson (1966), welche eine adoleszenzspezifische Stufenfolge von innerfamiliären Konfliktinhalten postulieren. Sie stellen ein Streben der Jugendlichen nach physischer, sozialer und suprapersonaler Autonomie fest, was sich anhand von Storchs Untersuchung (1994) nachvollziehen liess. Der Jugendliche versucht also, sich von seinen Eltern abzugrenzen, und daraus entstehen Diskussionen und Streitigkeiten, sprich die „everyday hazzles“ zu ganz bestimmten Themen wie „Anziehen“, „Umgang“, „Politik“ und „Ausgang“.

Aus der eigenen Pubertät weiss man bestimmt auch noch, dass es nicht nur Streitigkeiten zu gewissen Themen gab, sondern auch Streitigkeiten um des Streitens Willen. Der Streitgegenstand war oft gar nicht so wichtig wie die Tatsache, dass man sich stritt.11 Diese Erfahrungen veranlassen uns zu hinterfragen, ob nicht noch mehr hinter den Alltagskonflikten steckt als ein Ablösungsprozess der Jugendlichen von ihren Eltern in den aufgezählten Bereichen.

Im folgenden Kapitel versucht diese Arbeit deshalb, sich noch einmal genauer mit den Ursachen dieser Alltagskonflikte zu beschäftigen und dabei die Beziehung zwischen Eltern und ihren jugendlichen Kindern ins Zentrum zu stellen. Dabei werden wir drei wichtige Aspekte vorstellen, die beim Eintreten der Kinder in die Adoleszenz die Eltern-Kind- Beziehung beeinflussen und zu „everyday hazzles“ führen können. Es handelt sich dabei um die Notwendigkeit einer Individuation der Heranwachsenden, um die Rolle der Eltern als Kritiker und um Machtveränderungen innerhalb der Beziehung.

3.1. Individuation als Erziehungsziel

In den Einleitenden Überlegungen dieser Untersuchung ist bereits erwähnt worden, dass sich die Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern zwar verändert, wenn die Kinder in die Pubertät kommen, sich aber nicht unbedingt verschlechtern muss. Die positive emotionale Bindung zu den Eltern bleibt in den meisten Fällen erhalten. Wie ändert sich nun aber diese Beziehung?

Fend (2000; S. 274f.) beschreibt die „Ablösung“ von den Eltern als einen Prozess in der Entwicklung, an dem beide Parteien arbeiten. Als Ziel dieses Prozesses nennt er die Individuation der Heranwachsenden, die es ihnen ermöglicht, selbstständig zu leben und dabei trotzdem mit ihren Eltern verbunden zu bleiben. Dazu folgendes Zitat:

„Die Reorganisation von Selbstständigkeit und Abhängigkeit, von Distanz und Nähe erfolgt unter modernen Bedingungen des Zusammenlebens von Eltern und Jugendlichen hauptsächlich über Gespräche, über Diskurse.“ (Fend 2000; S. 274f)

Man kann also davon ausgehen, dass beim Eintreten in die Adoleszenz eines Kindes die Diskussionen zwischen ihm und seinen Eltern zunehmen. In diesen Diskussionen kommen dann Interessenskonflikte zu Tage und dadurch entstehen „everyday hazzles“. Mit Interessenskonflikten ist hier gemeint, dass die Eltern etwas anderes wollen als die Heranwachsenden und dabei das Gefühl haben, deren Interessen, die den Kindern selbst noch verborgen sein mögen, bestens vertreten zu können (Fend 2000; S. 275). Die Jugendlichen müssen und wollen aber lernen, immer mehr Verantwortung zu übernehmen und für ihre Interessen einzustehen, und so stellen sie mit zunehmendem Alter die Vorgaben der Eltern immer mehr in Frage. Fend verlangt deswegen, dass „ein Neuverhandeln der berechtigten gegenseitigen Erwartungen“ (Fend 2000; S. 275) einsetzen muss, wenn die Kinder in die Pubertät kommen. In der Beziehung zwischen Eltern und ihren jugendlich werdenden Kindern tauchen also vor allem auf Seiten der Jugendlichen neue Interessen auf, welche mehr oder weniger heftig diskutiert werden. Für beide Seiten heisst dies, dass man sich mit den auftretenden Konflikten auseinandersetzen und die Beziehung neu gestalten muss, damit die Individuation der Jugendlichen ermöglicht wird.

3.2. Die Rolle der Eltern

Eltern haben bei den Diskursen zwischen ihnen und ihren Kindern eine ganz bestimmte Rolle, in der sie sich deutlich von gleichaltrigen Gesprächspartnern unterscheiden. Folgendes Zitat verdeutlicht diese Aussage:

„Diskurse mit Eltern sind - und dies unterscheidet sie fundamental von den Diskursen unter Gleichaltrigen - keine Diskurse unter Gleichgestellten mit je gleichen Interessenlagen. Die Perspektive der Eltern ist nicht von vornherein identisch mit jener der Kinder.“ (Fend 2000; S. 276)

Eltern haben also eine andere Perspektive als ihre Kinder und vertreten jene Interessen des Kindes, welche sie für wichtig halten. Sie sind an der optimalen Entwicklung ihres Kindes interessiert und müssen deswegen ins Alltagsgeschehen der Heranwachsenden eingreifen, indem sie von den jugendlichen Kindern verlangen, gewisse Erwartungen zu erfüllen. Werden diese Erwartungen erfüllt, erteilen Eltern ihren Kindern Lob. Erfüllen die Kinder gewisse Erwartungen oder daraus resultierende Regeln nicht, werden sie von ihren Eltern kritisiert (Fend 2000; S. 276). Was bedeutet dies in Familien, wo die Kinder in die Adoleszenz kommen?

Aus eigener Erfahrung weiss man noch, dass man in der Adoleszenz besonders empfindlich, unter Umständen sogar heftig auf Kritik reagiert hat. Offen bleibt die Frage, ob es deshalb in der Adoleszenz schneller zu Konflikten, also zu „everyday hazzles“, kommt als in der Kindheit, oder ob sich nur die Konfliktauslöser ändern.12

Fend (2000; S. 278) stellt fest, dass die Eltern das Interaktionsgeschehen mit den pubertierenden Kindern selber sehr intensiv erleben. Vielleicht kommt dies auch daher, dass die Eltern eben durch ihre Rolle als Autoritätspersonen mehr oder bewusster in die Beziehung zu ihren Kindern investieren als die Kinder selbst und deshalb auch bewusster daran festhalten. Die Heranwachsenden hingegen schauen in ihre Zukunft und sehen ihr Leben mit den Eltern nicht als Ort der „Erfüllung eines Lebensprojektes“ (Fend 2000; S. 278), und dies stellt ein Ungleichgewicht dar, das auf die Eltern-Kind-Beziehung im Jugendalter wirkt.

3.3. Die Veränderung der Machtdimension

Der dritte Aspekt, den diese Arbeit berücksichtigt, ist jener der Veränderung der Machtdimension. Diese Veränderung passiert mit Beginn der Adoleszenz zum einen wegen erweiterter kognitiver Fähigkeiten (Piaget) und zum anderen aufgrund einer Erweiterung des Lebensraumes (Lewin).13 Storch (1994; S. 41) leitet daraus die Hypothese ab, dass es sich in den Beziehungswahrnehmungen der Jugendlichen nachweisen lassen muss, dass sich in der Beziehung zu ihren Eltern die Machtdimension verändert. Sie findet diese Annahme in ihren Untersuchungen anhand folgender Punkte bestätigt:

1) Es lassen sich Anzeichen erkennen, dass die Jugendlichen anfangen, die erzieherischen Massnahmen ihrer Eltern zu hinterfragen und „die Unvorhersagbarkeit von elterlichem Erziehungshandeln immer deutlicher wahrzunehmen“ (Storch 1994; S. 64).
2) Die Jugendlichen suchen in der Adoleszenz nach Strukturen der elterlichen Erziehungshandlungen und versuchen, dieses Handeln voraussagen oder einschätzen zu können (Storch 1994; S: 64).

Können die Jugendlichen das Handeln ihrer Eltern kalkulieren, so sind sie den Äusserungen der Eltern nicht mehr so stark ausgeliefert und haben die Möglichkeit, Inkonsequenz und Ungerechtigkeiten zu entlarven oder ihre Verhaltensweise der gegebenen Situation anzupassen. Storch beschreibt dies folgendermassen:

„Man ist nicht mehr ausgeliefertes Objekt der Äusserungen der anderen sondern kann sich durch die Antizipation der Verhaltensweisen der anderen auf bestimmte Situationen einstellen, sich vorbereiten, womöglich sogar Vorkehrungen treffen, um Verhalten modifizieren und ändert somit seine Rolle vom ausgelieferten Objekt zum handelnden Subjekt.“ (Storch 1994; S. 64)

Indem der Jugendliche die Rolle des eher passiven Kindes ablegt und aktiv wird, erhält er auch mehr Macht. Dessen müssen sich Eltern in dieser Erziehungsphase bewusst sein und ihr Verhalten der Situation anpassen.

Durch die Veränderung der Machtdimension zwischen Eltern und Kind ist auch die Beziehung anders als vorher. Wie bereits einige Zeilen vorher im Zitat von Fend manifest wird, müssen deshalb auch neue Regeln und Abmachungen getroffen werden. Wir vermuten, dass es besonders wichtig ist, den Jugendlichen in dieser Alterphase mehr Vertrauen und damit auch ein grösseres Mitbestimmungsrecht einzuräumen bei innerfamiliären Fragen und Problemen, um den Jugendlichen zu zeigen, dass man ihre Veränderung wahr- und ernst nimmt.

3.4. Zusammenfassung

Wir haben in diesem Kapitel drei wichtige Punkte besprochen, welche die Eltern-Kind- Beziehung verändern, wenn ein Kind in die Adoleszenz kommt, und die deshalb „everyday hazzles“ begünstigen. Im Folgenden werden die Ergebnisse noch einmal kurz zusammengefasst:

1) Das Ziel der Ablösungszeit von den Eltern ist die Individuation des Jugendlichen. Damit verbunden sind Gespräche und Diskussionen, in denen Interessenkonflikte zum Vorschein kommen und aus denen „everyday hazzles“ entstehen können. Diese Konflikte wirken auf die Beziehung zwischen Eltern und Jugendlichen, lösen auf beiden Seiten kleineren oder grösseren Stress aus und verlangen deshalb, dass man sich mit der neuen Situation auseinandersetzt.
2) Die Rolle der Eltern ist es, nicht nur in der Pubertät, dem Leben ihrer Kinder eine Art von Rahmen zu geben, ihnen anhand von Vorschriften und Regeln zu zeigen, was sie im Leben als wichtig empfinden. Für die Eltern steht so das Kind lange Zeit im Zentrum. Die jugendlich werdenden Kinder aber sehen ihre Eltern aber keinesfalls als Mittelpunkt ihres Lebens. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht in der Eltern-Kind- Beziehung, was die Eltern akzeptieren lernen müssen.
3) Wenn die Kinder ins Alter der Adoleszenz kommen, beginnen sie, die Eltern und deren Handlungsweise vor allem im erzieherischen Bereich zu hinterfragen. Sie werden zu aktiven Persönlichkeiten und erlangen daher auch eine grössere Macht als vorher. Auch hier lässt sich erkennen, dass die Beziehung beeinflusst wird und es nötig ist sich neu zu arrangieren, sich der Situation anzupassen.

4. Der Umgang mit „everyday hazzles“

In den vorangehenden Kapiteln haben wir gesehen, das die Eltern-Kind-Beziehung im Jugendalter auf die Probe gestellt wird. Die Ursache dafür sind vor allem die Veränderungen, welche das zum Jugendlichen werdende Kind durchmacht und die Reaktion beider Seiten auf diese Veränderungen. Ein wie uns scheint wichtiger Aspekt ist bisher noch ungenügend behandelt worden: der optimale Ungang mit den „everyday hazzles“ im Alltag. Was kann man tun oder was sollte man nicht tun, damit die „everyday hazzles“ den Familienalltag nicht zu sehr prägen, damit sich die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern nicht nur noch konfliktreich gestaltet?

Storch kommt am Ende des theoretischen Teiles zu der adoleszenzspezifischen Persönlichkeitsentwicklung zu folgendem Schluss:

„Der Bedeutungsgehalt der innerfamiliären Alltagskonflikte für die Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen besteht in ihrer Funktion als Experiment im Dienste der Selbstentwicklung.“ (Sorch 1994; S. 75)

Die Alltagskonflikte sind also wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung der Heranwachsenden. Wie aber soll man sich als Eltern verhalten, um die Persönlichkeitsentwicklung seines Kindes optimal zu ermöglichen und dabei die eigenen Bedürfnisse nicht zu vernachlässigen?

Storch (1994; S. 102) spricht dazu den für die Eltern irritierenden „Doppelaspekt“ der Persönlichkeitsentwicklung in der Adoleszenz an, wie ihn Stierlin (1989)14 beschreibt, und welchen sie in ihrer Untersuchung empirisch nachweisen konnte. Dabei geht es um die Notwendigkeit, gleichzeitig die Veränderung der Machtdimension zuzulassen und die Bindungsdimension zu erhalten. „Individuation mit muss zeitgleich möglich sein mit Individuation gegen.“ (Storch 1994; S. 102). Für die Eltern stellt dies eine grosse Herausforderung dar. Sie müssen viel einstecken in dieser Zeit und leiden wahrscheinlich häufiger unter den „everyday hazzles“ als ihre heranwachsenden Kinder. Ganz wichtig für sie ist es deshalb zu wissen, „dass zwischen innerfamiliären Meinungsverschiedenheiten und

Eltern-Kind-Beziehung kein linearer Zusammenhang besteht.“ (Storch 1994; S. 131) Die Häufigkeit oder Heftigkeit der „everyday hazzles“ ist also kein Indikator für die Qualität der Beziehung. Wenn man sich als Eltern dessen bewusst ist, hilft dies vielleicht, die Konflikte gelassener zu nehmen und die Angst, die Kinder könnten einen vielleicht nicht mehr mögen, zu mindern.

Nicht ausser Acht lassen sollte man aber auch, dass es die sogenannten „Problemkinder“ gibt, welche die Zeit der Adoleszenz für beide Seiten erschweren, und wo vielleicht sogar professionelle Hilfe zugezogen werden muss, um das Familienklima zu verbessern. Storch erwähnt hier als Beispiele Risikoentwicklung im Drogenbereich, Frühreife oder zu spät reifende Kinder (Storch 19994; S. 132).

Auch Fend zeigt auf, dass beide Seiten an diesem Prozess beteiligt sind. Er verweist darauf, dass zunächst die Eltern auf die Veränderungen bei ihren Kindern reagieren müssen. Dies können sie auf verschiedene Weise tun. Die einen reagieren vielleicht starr und unnachsichtig, andere nehmen die pubertären Veränderungen bei ihren Kindern als Herausforderung an und reagieren mehr oder weniger gelassen. Die jugendlich werdenden Kinder machen es den Eltern dabei aber auch unterschiedlich schwer oder leicht. Offene, vernünftige Kinder sind z.B. sicher leichter zu lenken als die eher verschlossenen (Fend 2000; S. 275).

Fend (2000; S. 302f.) beschreibt ein 10-Punkte Programm, das die Verallgemeinerungen in bezug auf eine „gute“ Familienkultur in der Adoleszenz aufzählt, welche sich aus der Grundlage der bisherigen Forschung ergeben haben. Daraus sollen zum Schluss die für diese Arbeit wichtigsten herausgegriffen werden, weil sie der Autorin als sehr hilfreich erscheinen für Eltern, die nicht wissen, wie sie mit den Veränderungen ihrer Kinder beim Eintritt in die Pubertät umgehen sollen.

1) Konfliktfreie Zonen sind wichtig, um sowohl den Eltern wie auch ihren Kindern ein positives Grundgefühl ihrer Beziehung zu geben.
2) Die Kommunikations- und Verhandlungsfähigkeit von Eltern und Kindern muss sich bewähren. Dabei ist darauf zu achten, Handlungs- und Beziehungsebene zu trennen. Als wichtig stellt sich auch die Führungsfähigkeit der Eltern in dieser Alterphase heraus.
3) Um eine gelungene Transformation des Eltern-Kind-Verhältnisses zu gewährleisten, sollten Eltern sich bei Auseinandersetzungen eher argumentationsorientiert verhalten und nicht punitiv.
4) Es gestaltet sich als hilfreich für beide Seiten, wenn viele Zwischenräume der Unabhängigkeit entstehen. Am optimalsten ist in diesem Alter eine Zwischenstufe von Aufsicht und Freiheit.
5) Jugendliche müssen das Gefühl bekommen, dass ihre Gedanken und Probleme wahrgenommen werden. Sie müssen eine Stimme bekommen, mit der sie sich in die Konfliktbewältigung einbringen können.

5. Schlusswort

Die vorliegende Arbeit hat gezeigt, dass in Familien mit jugendlichen Kindern typische Konfliktthemen auftauchen. Am meisten Unstimmigkeit herrscht nach Meinung der Jugendlichen über die Kleidung, den Freundeskreis, die Politik und den Ausgang. Eltern sehen dies anders. Nach ihrem Empfinden sind sie sich mit ihren Kindern vor allem bei den Themen „Pflichten“, „Fernsehen“ und „Mahlzeiten“ uneinig.

Die „everyday hazzles“ entstehen in Familien mit jugendlichen Kindern aus mehreren Gründen, die aber alle irgendwie zusammenhängen. Eine wichtige Rolle dabei spielt die Ablösung der Jugendlichen von ihrem Elternhaus, welche als Ziel die Individuation des Jugendlichen hat. Der Jugendliche muss selbstständiger werden, um zu einem autonomen Erwachsenen heranreifen zu können. Dies hat eine Veränderung der Machtstrukturen in der Familie zur Folge. Der Jugendliche beginnt, die Handlungen seiner Eltern zu hinterfragen, ist so nicht mehr so stark den Forderungen der Eltern ausgeliefert und gewinnt so an Macht. Für die Eltern bedeutet dies, dass sie die neue Situation akzeptieren und den Jugendlichen zeigen müssen, dass sie bereit sind, sie in ihre Entscheidungen einzubinden.

Dies stellt sich aber meistens als nicht sehr einfach dar. Wir haben in der Einleitung aufgezeigt, dass sich die Beziehung zwischen Eltern und Kind zwar verändert, wenn das Kind in die Pubertät kommt, die positive Bindung aber erhalten bleibt. Von dieser positiven Bindung merkt man aber nicht viel, wenn der Alltag von Konflikten geprägt ist, und es erweist sich vor allem für Eltern als schwierig, auf die Bindung zu ihrem Kind zu vertrauen. Ziehen wir nun die Erkenntnisse von Lazarus bei, so sehen wir, warum dieser Prozess so schwierig ist. Die „everyday hazzles“ belasten die Betroffenen, und das sind, wie wir gesehen haben, in erster Linie die Eltern. Aus der täglichen Belastung durch die „everyday hazzles“ mit ihren Kindern, stehen sie unter chronischem Stress und nicht selten resultieren daraus Ängste und Versagensgefühle. Sind diese Gefühle einmal da, ist es noch schwieriger, mit den täglichen Konflikten rational und mit einer gewissen Gleichgültigkeit umzugehen, was in diesem Falle wahrscheinlich das Beste wäre. So befindet man sich als Eltern schneller als einem lieb ist ein einem ausweglos erscheinendem Kreislauf. Ganz klar muss aber hier noch einmal gesagt sein, dass dies auch stark von der persönlichen Belastbarkeit und der Häufigkeit und Intensität der „everyday hazzles“ abhängt.

Aus den Ergebnissen dieser Untersuchung könnte man also folgern, dass sich bei Eltern mit Kindern in der Pubertät die psychische und die physische Befindlichkeit verschlechtern. Man könnte diese Arbeit ausdehnen, indem man die Entwicklung der Befindlichkeit der Eltern untersuchen würde. Interessant wäre in diesem Zusammenhang auch herauszufinden, ob Kinder tatsächlich weniger unter den „everyday hazzles“ leiden.

Abschliessend soll noch einmal deutlich gemacht werden, dass „everyday hazzles“ in praktisch jeder Familie mit jugendlichen Kindern zum Alltag gehören. Als Eltern sollte man sich deshalb keine Sorgen machen, solange man auch konfliktfreie Zonen zu schaffen mag und keine zusätzlichen Belastungen wie z.B. die Drogensucht eines Kindes oder starke schulische Probleme hinzukommen.

Wir haben gesehen, dass beim Eintreten eines oder mehrerer Kinder in die Pubertät viele Faktoren auf die Beziehung zwischen Eltern und ihren jugendlich werdenden Kindern einwirken. Es scheint uns wichtig, dass Eltern über die körperlichen und psychischen Veränderungen ihrer Kinder bescheid wissen. Nur so können gewisse Dinge gelassener genommen und Versagensängsten vorgebeugt werden.

6. Bibliographie

-Fend, H. (2000). Entwicklungspsychologie des Jugendalters. Opladen: Leske+Budrich.

-Lazarus, R. S. (1982). Der kleine tägliche Ärger, der krank macht. In: Psychologie heute (1982/3). 46-49.

-Peters, M. (1986). Eltern und Jugendliche: Konflikte, Konfliktbewältigung und Ablösung. Unveröff. Diss., Fachbereich der Universität Giessen.

-Storch, M. 1994. Das Eltern-Kind-Verhältnis im Jugendalter. Eine empirische Längsschnittstudie. Weinheim und München: Juventa.

„Man muss noch Chaos in sich haben um einen tanzenden Stern zu gebären.“

Friedrich Nietzsche (1844-1900)

[...]


1 Lazarus kritisiert hier die bisherige Stressforschung, die sich vor allem an den wichtigen Lebensereignissen orientierte.

2 Die folgenden Informationen beruhen auf einer Zusammenfassung der Darstellungen von Storch (1994); S. 13f..

3 Siehe Tabelle 1 im Anhang.

4 Siehe Tabelle 4 im Anhang.

5 Siehe Tabelle 2 im Anhang.

6 Siehe Tabelle 3 im Anhang.

7 Zum Vergleich: bei der subjektiven Konfliktwelt der Jungen steht dieses Thema auf Rang fünf und sechs (Storch 1994; S. 82).

8 Es bleibt allerdings offen, ob die Daten des Konstanzer Längsschnittes für diese Thematik genug Aktualität aufweisen. Das Rollenverhalten von Frauen und Männern hat sich doch seit der Befragungen des Konstanzer Längsschnittes verändert. Dies könnte hier einen Einfluss haben.

9 Siehe Tabelle 3 im Anhang.

10 Auch hier sollten wir die Frage nach der Aktualität der Daten des Konstanzer Längsschnittes im Hinterkopf behalten.

11 Die Autorin erinnert sich auch daran, dass ihre Eltern ihr manchmal so auf die Nerven gingen, dass sie diese grundlos beschimpfte und damit regelmässig „everyday hazzles“ auslöste.

12 Fend (2000; S. 289) zeigt in seiner Untersuchung, dass die Konflikte in der Pubertät nicht dramatisch zunehmen, was uns dazu veranlasst zu glauben, dass es eher die Konfliktauslöser sind, die sich ändern.

13 Informationen aus: Storch (1994); S. 41.

14 Informationen aus: Storch (1994); S. 102.

24 von 24 Seiten

Details

Titel
"Everyday hazzles" in Familien mit Kindern im Jugendalter
Hochschule
Universität Zürich
Autor
Jahr
2001
Seiten
24
Katalognummer
V104958
Dateigröße
396 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Everyday, Familien, Kindern, Jugendalter
Arbeit zitieren
Isabelle Badura (Autor), 2001, "Everyday hazzles" in Familien mit Kindern im Jugendalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104958

Kommentare

  • Gast am 6.11.2001

    ups.

    ich wollte gut anklicken und habe ausversehen das falsche angeklickt...

    ich muss sagen es ist wirklich gut...gruß claudi

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Titel: "Everyday hazzles" in Familien mit Kindern im Jugendalter


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