Einzel- und Großhandel


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
7 Seiten

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Einzel- und Großhandel

Handelsbetriebe

Handelsbetriebe sind Betriebe, die Waren einkaufen und sie ohne weitergehende Be- und Verarbeitung weiterverkaufen. Der Handel ist jedoch nicht „funktionslos“!

Funktionen der Handelsbetriebe:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wirtschaftliche Bedeutung des Handels

- ein Drittel aller Unternehmen in der EU sind Handelsbetriebe
- stellen 22 Mio. Arbeitsplätze zur Verfügung
- ca. 13% der Wertschöpfung in der EU stammen aus dem Handel Betriebe des Einzelhandels

Unterscheidungsmerkmale der Betriebsformen des Einzelhandels:

Einbindung in ein Vertriebssystem

Handelsketten: Eigentümer errichtet Filialen, besorgt die Verwaltung, zentraler Einkauf

Franchisesysteme: werden vom Eigentümer geführt, der Franchisegeber schreibt Sortimentsgestaltung, Shop-Design und Art der Warenpräsentation vor;

Verbundgruppen: Zusammenschluss rechtlich selbständiger Unternehmer

Die Verkaufsmethoden

Bedienungssystem

1. Fremdbedienung: Kunde wird nach Wünschen gefragt, Ware vorgelegt und erklärt, erst nach Bezahlung dem Kunden übergeben.

2. Selbstbedienung: Ware ist frei zugänglich, Grad der Selbstbedienung ist verschieden Vorwahl - Kunde wird nach Wunschäußerung beraten und bedient Volle Selbstbedienung - selten

Vorraussetzung für Selbstbedienung:

Beratungsfreie Waren, S.-Bedienungsgerechte Verpackung und Verkaufsfläche

Auswirkungen für den Handelsbetrieb:

Einsparen qualifizierter Arbeitskräfte, Senkung der Kosten, erhöhter Kaufanreiz

Ladengestaltung:

1. Shop-Design: optimale Gestaltung des Geschäftslokals, Regale, Beleuchtung der Waren, Platzierung der Kassen;(Längs- Quer- und Diagonal-Regalierung)

2. Warenpräsentation: (Space Management) Im Rahmen der Warenpräsentation geht es dar- um, die Warengruppen im Laden so zu platzieren, dass ein Umsatzoptimum erreicht wird.

- Zeitersparnis bei der Suche
- Erinnerung an Artikel
- Anregung zum Kauf
- Vergleichsmöglichkeit zwischen Produkten

Verkaufsaktive Ladenzonen (sind rechte Seiten, Kassen,...) Verkaufsschwache Ladenzonen (sind linke Seiten,...)

Innerhalb eines Regals (gut: Sicht- und Griffzonen in der Regalmitte, schlecht: Bückzone, Reckzone)

Das Sortiment

Eine der wichtigsten Entscheidungen. Das Sortiment (alle angebotenen Waren) ist ein Teil der Qulitätsfunktion.

Die artmäßige Zusammensetzung

- Ausrichtung am Material oder an der Art der Güter (war lange Zeit vorherrschend)
- Ausrichtung an Bedarfskreisen (zB Möbel,Vorhänge,...)

Die Sortimentsbreite und Sortimentstiefe

- Breite Sortimente (umfassen eine große Zahl von Warengruppen)
- Enge Sortimente (umfassen nur eine geringe Zahl von Warengruppen)
- Tiefe Sortimente (umfassen innerhalb einer Warengruppe viele Varianten/Artikel)
- Flache Sortimente (umfassen nur wenige Varianten)

Im Allgemeinen begegnet man:

- Breiten und flachen Sortimenten (z.B. Warenhäusern)
- Engen und tiefen Sortimenten (z.B. Spezialgeschäften

Nebenleistungen im Einzelhandel

Vor dem Kaufabschluss: Beratung

Bei der Lieferung:

Verpackung (kaum)

Zustellung

Aufstellung

Einschulung

Nach der Lieferung: Service Der Preis

Für die Preisentscheidung gibt es im Einzelhandel grundsätzlich drei Möglichkeiten:

Diskontpreise: Waren werden überwiegend oder ständig unter dem üblichen Einzelhandelspreis verkauft.

Konventionelle Preise: W. werden mit „angemessenem Aufschlag“ (33-50 % vom Einstandspreis) verkauft.

Exklusive Preise: Waren werden überwiegend oder ständig über dem üblichen Einzelhandelspreis verkauft. (exklusive Bedienung,...)

Andere sind:

Gemischte Preispolitik: Einige Sortimentsteile werden zu Diskontpreisen und andere zu Konventionellen Preisen angeboten.

Sonderangebotspolitik: hier werden Preis, Platzierung im Verkaufslokal und Werbung kombiniert.

Der Standort

Nähe der Abnehmer: große Einwohnerzahl bzw. Fußgängerdichte

Konkurrenz als Standortfaktor: negativ (Einzelhandelsbetriebe mit Waren des tägl. Be- darfs)

Positiv (=Häufung z.B. Möbel, Kleidung, Schuhe)

Verkehr: verkehrsgünstige Stadtrandlagen mit ausreichenden Parkflächen Raumkosten: wesentlicher Faktor

Betriebsformen des Einzelhandels (siehe Übersicht in der Mappe) Kennzahlen des Einzelhandels (siehe TR)

Tendenzen im Einzelhandel

Zur Konzentration: Massenfilialbetriebe und Handelsketten schließen sich zu größeren Einheiten zusammen.

Zum Großbetrieb: Verkaufsflächen und Umsätze pro Einzelbetrieb nehmen ständig ab und die Zahl der Einzelbetriebe nimmt auch ab.

Zur Sortimentsausweitung: Sortimente werden ausgeweitet bzw. neue Sortimentsinhalte werden hinzugefügt.

Zur Kooperation zwischen Produzenten und Handelsbetrieben

Zu Eigenmarken: Sicherung der Handelsspanne und Profilierung des Handelsbetriebes über diese Eigenmarke.

Zur „gemischten Preispolitik“: Lockpreise

Zur Selbstbedienung: Einsparung von qualifiziertem Personal, und wegen Erleichterung der Zusatzverkäufen.

Spezialisierte Kleinbetriebe und ambulanter Handel als Ergänzung der Großbetriebe: z.B. Boutiquen, Delikatessengeschäfte,...

Zur Verlängerung der Öffnungszeiten: Abendverkauf, Samstagnachmittag, Sonn- und Fei- ertagsverkauf, aber die ungünstigen Arbeitszeiten im Handel werden dadurch noch ungünsti- ger.

Der Großhandel

Vom Großhandel spricht man dann, wenn der Absatz an andere Unternehmer erfolgt.

Kunden des Großhandels sind:

- Einzelhändler
- Andere Großhändler
- Weiterverbraucher (Industrie u. Handwerk)
- Gewerbliche Weiterverbraucher (Gastwirte,...)

Weitere häufig auftretende Merkmale (nicht bei jedem G.-handel):

- Einheitliche, allgemein bekannten Usancen
- Handel nach Muster, Typen, Standards
- Standardisierte Kaufverträge
- Einschaltung von Komissionären, Handelsvertreter, Maklern

Funktionen und Arten des Großhandels

Großhändler erfüllen die räumliche und zeitliche Funktion, die Quantitäts-, Qualitäts-, Beratungs- und Kreditfunktion in unterschiedlichem Ausmaß.

Die Quantitätsfunktion steht beim:

- Aufkaufgroßhandel (Sammelgroßhändler): kaufen kleine Mengen von vielen Pro- duzenten, verkaufen sie im Großen weiter;
- Verteilungsgroßhändler: kaufen in großen Mengen, verkaufen in kleinen Mengen weiter;

Im Vordergrund.

Die Qualitätsfunktion ist das wesentliche Merkmal des:

- Sortimentsgroßhändlers: bieten ein Sortiment von großer Breite und mittlerer Tiefe

an;

- Spezialgroßhändler: führen ein Sortiment mit geringer Breite, jedoch sehr großer

Tiefe;

Alle Großhändler erfüllen die räumliche Funktion zumindest in organisatorischer Hinsicht.

Viele Großhändler erfüllen auch die zeitliche Funktion und haben eine umfangreiche Lager- haltung.

Großhandelsbetriebe erfüllen häufig auch die Kreditfunktion, da die Mehrzahl der Großhandelslieferungen gegen spätere Zahlung erfolgen.

Leistungsbereiche des Großhandels

Die Arbeiten in den Leistungsbereichen sind ähnlich wie im Einzelhandel, vergleicht man jedoch, ergeben sich folgende Unterschiede:

Beschaffung: Beschaffungsmenge ist im Allgemeinen größer.

Lagerung: Die Lagerung ist noch stärker an der leichten Ein- und Auslagerung orientiert. Absatz: (a) Absatzvorbereitung (Mit Ausnahme des Cash-and-Carry-Großhandels erfolgt der Kaufabschluss überwiegend nach Mustern und Katalogen)

(b) Absatzanbahnung und -durchführung (findet statt im Verkaufsbüro, im Betrieb des Kunden; mit Hilfe von Musterkollektionen und Katalgen; Kaufabschluss meist schriftlich und häufig auf standardisieten Formularsätzen)

(c) Absatzabwicklung (ordnungsmäßige Fakturierung spielt wesentlich größere Rolle als im E.-handel; Organisation des Transports zur Niederlas- sung des Kundens)

Die absatzpolitischen Entscheidungen im Großhandelsbetrieb

Sortimentsentscheidung: hängt von den Funktionen ab die der jeweilige Großhändler erfüllt Preisentscheidung: „Lockpreise“ oder ständig wechselnde Preise spielen geringe Rolle

Verkaufsmethoden:

- Zustellgroßhandel,
- Abholgroßhandel mit Fremdbedienung,
- Abholgroßhandel mit Selbstbedienung (Cash-and-Carry-Großhandel) Die Waren werden von den Kunden selbst aus den Regalen entnommen, bar bezahlt und mit eigenen Fahrzeugen abtransportiert.
- Regalgroßhändler

Kommunikationspolitik: Werbung im Großhandel erfolgt durch Werbegespräche, Werbebriefe und Zusendung von Warenproben und Mustern.

Standort: hängt weitgehend von der Verkehrsform ab (zB Abholgroßhändler, Standort in der Nähe der Abnehmer)

Tendenzen im Großhandel

Zur Ausschaltung des Großhandels: vor allem im Binnenhandel; wachsende Betriebsgröße des Einzelhandels;

Zu gemischten Groß- und Einzelhändlern: Viele Einzelhändler erfüllen auch Großhandes- funktionen

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Details

Titel
Einzel- und Großhandel
Autor
Jahr
2001
Seiten
7
Katalognummer
V105054
Dateigröße
353 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einzelhandel, Großhandel
Arbeit zitieren
natalie hämmerle (Autor), 2001, Einzel- und Großhandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105054

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