Der Vietnamkrieg


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
3 Seiten, Note: 1

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Der Vietnamkrieg

Der Krieg in Vietnam dauerte von 1946 bis 1975. Ein Grund für diesen “Konflikt“ war, dass Vietnam nach Unabhängigkeit strebte. Ein anderer, dass sich der Krieg schnell zu einem Stellvertreterkrieg der Supermächte USA, UDSSR1 und China ausbreitete. Der Verlauf des Krieges kann in mehrere Phasen gegliedert werden. Die erste Phase wird als Indochinakrieg2 bezeichnet. Nach dem Rückzug japanischer Truppen aus Vietnam wurde am 02.09.1946 die “Demokratische Republik Vietnam“ ausgerufen. Als Präsident wurde Ho Chi Minh (meist nur Vietminh genannt) ernannt. Er fordert die uneingeschränkte Souveränität über ganz Vietnam. Diese Forderung hatte einen militärischen Konflikt mit Frankreich zur Folge. Frankreich wollte seine Vorherrschaft über ganz Indochina wiederherstellen, was letztendlich zum Ausbruch des Vietnamkrieges führte. Der Krieg begann im November 1946, mit dem Beschuss der Hafenstadt Haiphong durch französische Zerstörer. Anfangs gelang es den französischen Truppen die Vietnamesen bis westlich von Hanoi zurückzudrängen. 1949 wurde der von Vietminh abgesetzte vietnamesische Kaiser Bao Dai von Frankreich wieder als Staatschef der “Republik Vietnam“ eingesetzt. Durch das Ende des chinesischen Bürgerkrieges, und dem daraus resultierendem Sieg der Kommunisten erhielt der Vietminh wirtschaftliche, politische und militärische Unterstützung von China. Durch diese Hilfe war es den Vietminh möglich die Franzosen langsam aber sicher zurückzudrängen. 1953 waren die meisten Teile Vietnams wieder unter Kontrolle vietnamesischer Truppen. Am 07.05.1954 endete die Schlacht bei Dien Bien Phu mit der entgültigen Niederlage der französischen Kolonialtruppen. Bei einer Friedenskonferenz, wurde unter dem Druck der USA, China und der UDSSR ein Waffenstillstand, das Genfer Indochina-Abkommen geschlossen. Nach diesem Abkommen wurde Vietnam entlang des 17. Breitengrades geteilt. Die Truppen des Vietminh zogen sich danach in den Norden zurück. Sie wurden fortan von der “Lao Dong“3 regiert. Die Franzosen, die sich in den Süden zurückgezogen hatten, wählten die “Bao Dai“4.

Nach Beschluss in Genf mussten innerhalb von zwei Jahren Wahlen abgehalten werden, die über die Wiedervereinigung entscheiden sollten. Da der Westen eine Ausbreitung des Kommunismus befürchtete, begannen die Vereinigten Staaten, Südvietnam, d.h. die französischen Truppen finanziell zu unterstützen.

Nordvietnam konnte auf die Hilfe von China und der UDSSR aufbauen. Beginn der zweiten Phase war 1955 . In diesem Jahr wurde Frankreich endgültig von der USA als Schutzmacht Südvietnams abgelöst. Ngo Dinh Diem baute in Südvietnam mit Hilfe der Amerikaner ein Regime auf und begann mit Aufbau einer schlagkräftigen Armee. Die Wahlen, die für 1956 vorgesehen waren, scheiterten am Wiederstand von Ngo Dihn Diems, da seine Machtbasis äußerst dünn war und die Wahlen höchstwahrscheinlich ungünstig für ihn ausgegangen wären. Ab 1957 kam es zum Aufbau kam es zum Aufbau der “Nationalen Befreiungsfront Südvietnams“, deren Ziel es war Vietnam wiederzuvereinigen. Sie konnte auf militärische Unterstützung aus dem Norden zählen und führten Guerillaaktionen gegen Diems Regime aus, um dieses zu destabilisieren. Aufgrund der Zunahme der Angriffe des Vietcong5 wurde die militärische Anwesendheit der Amerikaner in Südvietnam verstärkt. Ende 1962 betrug die Truppenstärke der Amerikanischen Einheiten 11.200 Mann, ein Jahr später über 16.000. Trotz dieser Maßnahme konnte der Vormarsch des Vietcong nicht gestoppt werden. Am 01.11.1963 wurde das Regime gestürzt und Diem hingerichtet. Doch die Vereinigten Staaten arbeiteten auch mit der Nachfolgeregierung eng zusammen Die dritte Phase, der amerikanische Vietnamkrieg dauerte von 1965 bis 1967. Als Reaktion auf die Angriffe der NLF6 begannen die Amerikaner mit der Operation Rolling Thunder. Die Operation war zeitlich unbegrenzt, was der Öffentlichkeit verschwiegen wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Staaten nicht Aktiv eingegriffen. 1965 beschlossen sie jedoch die Entsendung von 40.000 Soldaten nach Vietnam um die ARVN7 zu unterstützen. Die NLF hatte bereits 75% des südvietnamesischen Territoriums unter ihrer Kontrolle. Da der Einsatz amerikanischer Kampftruppen stark kritisiert wurde, versuchten die Amerikaner mit Hanoi zu verhandeln, da aber beide Seiten auf ihre Grundsätze beharrten, blieben die Verhandlungen ergebnislos. Nun kam es zur Eskalation. Die Amerikaner verstärkten ihre Streitmacht in Vietnam mit weiteren 150.000 Soldaten und die Luftoffensive “Rolling Thunder“ wurde ausgedehnt. 1967 wurden 226.000 Tonnen Bomben abgeworfen8. Unter anderem wurde auch Napalm eingesetzt, dass hohe Verluste in der Zivilbevölkerung hervorrief. Ziel der Luftangriffe war es, die Nordvietnamesen zur Aufgabe zu zwingen, was aber total sinnlos war, da Nordvietnam über keine große Industriestrukturen verfügte. Die Nordvietnamesen legten ein kompliziertes, über 40.000 km langes Tunnelsystem an, über dass Menschen und Kriegsmaterialien transportiert wurden. 1967 betrug die Armeegröße auf amerikanischer Seite bereits über 465.000 Mann. Die Verluste lagen zu diesem Zeitpunkt “nur“ bei 16.000 Mann. Mit der Fortdauer des Krieges ließ die Moral der amerikanischen Soldaten deutlich zu wünschen übrig. Ursache dafür war das Durchschnittsalter, dass bei 19 Jahren sehr niedrig lag und die fehlende Identifizierung mit den an ihrer Seite kämpfenden Vietnamesen. Zitat eines Marineinfanteristen: “Bei Nacht ist jeder Vietnamese Feind.“ Seit die Amerikaner direkt eingegriffen hatten, gelang es ihnen über 75% des Landes wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Dafür lag die Wirtschaft der Südvietnamesen total am Boden. Die Armut wurde immer größer, die Kriminalitätsrate wuchs ins Unermessliche und der Schwarzmarkt blühte. Die vierte Phase, die TET-Offensive , begann am 31.01.1968. Sie war die entscheidende Schlacht im Vietnamkrieg und sollte die Wende markieren. Ziel des NLF war es, den Krieg in die Städte zu bringen. Im ganzen Land wurden ca. 8.000 Guerillas in Bewegung gesetzt, die von regulären nordvietnamesischen Truppen unterstützt wurden. In vielen, der von der NLF angegriffenen, Städten gelang es den Amerikanern sie nach anfänglichen Misserfolgen zurückzudrängen, bzw. an diversen stellen zu zerschlagen. Zu eine extremen Ereignis kam es in My Lai, wo eine amerikanische Einheit über 200 Dorfbewohner, darunter viele Frauen und Kinder, tötete. Militärisch musste die NLF eine extreme Niederlage einstecken, politisch hingegen war die TET-Offensive ein voller Erfolg. Die Druckwelle von TET bewirkte in Washington ein politisches Erdbeben. Die amerikanische Bevölkerung war über die Bilder, die sie aus Vietnam gesehen hatten, geschockt. Außerdem wurde die Glaubwürdigkeit von Präsident Johnson schwer geschädigt, da er im Herbst des vorangegangenen Jahres behauptet hatte, der Sieg über die Kommunisten stände unmittelbar bevor. Am 31.03.1968 hielt Johnson eine Rede an die Nation, in der er einen teilweisen Stopp der Bombardierungen und Hanoi bedingungslose Friedensgespräche anbot. Außerdem gab er bekannt, dass er zu den nächsten Präsidentschaftswahlen nicht mehr antreten werde. Hanoi reagierte positiv auf das Angebot von Friedensgesprächen, die dann auch zwei Monate später in Paris begannen.

Die Präsidentschaftswahlen im nächsten November gewann Richard Nixon, der in seinem Wahlkonzept vorgab einen Plan zu haben, wie man den Krieg in Vietnam beenden könne. Über den Plan verfügte er nicht. Die USA verfügen weltweit über sehr viele Verbündete und sind wichtige Mitglieder in der NATO9 und der SEATO10. Die Vereinigten Staaten forderten von ihren Verbündeten militärische Unterstützung. Aber nur Südkorea (ca.50.000 Mann) und Australien (8.000 Mann) beteiligten sich direkt am Krieg, Thailand und die Philippinen beteiligten sich mehr symbolisch und Deutschland war es aufgrund von Verträgen verboten direkt einzugreifen, gewährten Südvietnam aber Finanzhilfe. Besonders enttäuscht war der Präsident von den Briten, die aufgrund Hongkongs diplomatischen Beziehungen mit China, nicht bereit waren in den Krieg militärisch einzugreifen. Die Franzosen, unter Charles de Gaulles, waren von Beginn des Kriegs an gegen die amerikanische Vietnampolitik, da sie aus ihren Fehlern im Indochinakrieg gelernt hatten, und sie es nicht für möglich hielten, dass es die Amerikaner in irgendeiner Weise besser machen könnten. Nixon musste es nun allen Beweisen. Um sich die Popularität bei den Amerikanern zu erkaufen, ordnete er an 85.000 Mann aus Vietnam abzuziehen. Die öffentliche Zustimmung für seine Politik lag nun bei über 70%. Nixon plante nun weitere Soldaten abzuziehen und begann die ARVN massiv aufzurüsten. Es wurde unter anderem eine Landreform durchgeführt, um die Bevölkerung zufrieden zu stimmen. Sie ARVN sollte soweit aufgerüstet werden, dass es Möglich wäre den Krieg ohne Hilfe der amerikanischen Armee zu führen. Es war ARVN-Soldaten aber z.B. nicht möglich amerikanische Waffensysteme zu bedienen. Außerdem konnte das Hauptproblem der Saigoner Regierung nicht gelöst werden: Die Bestechlichkeit der Soldaten. Trotz allem wurde der Rückzug amerikanischer Soldaten angeordnet. 1970 lag die Truppenstärke bei ca.334.000 Soldaten, 1971 nur noch bei 157.000 Soldaten. Ein weiteres Problem stellten die Veteranen da, die eigentlich in der Heimat als Helden geehrt werden sollten, aber da sie für eine schlechte Sache gekämpft hatten, wurden sie einfach als Werkzeug der Regierung bezeichnet. Viele von ihnen wurden psychisch gestört, oder Drogenabhängig. Die fünfte Phase begann im März 1972, und wurde wegen dem Zeitpunkt als Osteroffensive bezeichnet. In diesem Monat drangen 120.000 mit Panzern ausgerüstete nordvietnamesische Soldaten in Südvietnam ein. Da nur noch wenige amerikanische Einheiten in Südvietnam stationiert waren, und die ARVN so praktisch auf sich allein gestellt war, hatten sie nicht den Hauch einer Chance. Nixon war nicht bereit in einem Wahljahr eine so deutliche Niederlage hinzunehmen. Er ordnete eine Seeblockade um Nordvietnam, die Verminung des Hafens von Haiphong und die Wiederaufnahme der Luftangriffe an. Durch die nun verbesserten Beziehungen der USA zu China und der UDSSR kamen Nordvietnam die zwei wichtigsten Verbündeten abhanden. Die Luftangriffe wurden mit einem bis dahin unbekannten Nachdruck geführt und so erlitten die Vietnamesischen Verbände hohe Verluste. Sie mussten bis zum Sommer an die 100.000 Tote beklagen und es gelang der ARVN sie wieder in den Norden zurückzuschlagen. Aufgrund des innenpolitischen Drucks in den USA und die Erschöpfung der Nordvietnamesischen Einheiten, war es jetzt der beste Zeitpunkt für Friedensverhandlungen. Am 10.10.1972 wurde der Entschluss gefunden, dass in Südvietnam ein “Nationaler Rat der Versöhnung und Einheit“ in dem die NLF und das Saigoner Regime vertreten waren, eingerichtet werden.

Quellennachweis:

- www.spiegel-online.de

- “Der Tod im Reisfeld“ von Peter Scholl-Latour

- Bertelsmann Universallexikon

- www.welt-des-wissens.de

Der Vietnamkrieg

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 entspricht jetzige Sowjetunion

2 Bezeichnung für die Länder: Laos, Kambodscha, Vietnam

3 kommunistische Arbeiterpartei

4 republikanische Staatsform

5 anderer Ausdruck für Kommunisten

6 National Liberty Front (Nationale Befreiungsbewegung)

7 Army of the republic Vietnam

8 zum Vergleich: Dresden 1945: 2659

9 North Atlantic Treaty Organisation

10 South East Asian Treaty Organisation

3 von 3 Seiten

Details

Titel
Der Vietnamkrieg
Note
1
Autor
Jahr
2001
Seiten
3
Katalognummer
V105095
Dateigröße
339 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Hey Leute, des Referat ist nur in schriftlicher Fassung gedacht. Wenn ihr den passenden Stichwortzettel, oder was zum Vortrag braucht, mailt mich grad an. Viel Erfolg*g*
Schlagworte
Vietnamkrieg
Arbeit zitieren
Benjamin Link (Autor), 2001, Der Vietnamkrieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105095

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