René Magritte (Bilder)


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

6 Seiten


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René Magritte

Bilder in Gruppierungen

1) formal reduzierte Sprachbilder (Verhältnis von Wörtern (Namen) und Bildern als Repräsentanten der Wirklichkeit)

Ceci n´est pas une pomme/ Das ist kein Apfel

Die Gruppe der formal reduzierten Sprachbilder entstand zwischen 1927 und 1930. Magritte wollte das Mysterium des Realen und die Unfähigkeit von Wort und Bild es wiederzugeben demonstrieren.

Mit dem Bild „Das ist kein Apfel“, welches einen reifen, rotbackigen Apfel, der im leeren Raum vor beigefarbenem Hintergrund zu schweben scheint und als Überschrift den in geschwungenen Buchstaben geschriebenen Satz „Ceci n´est pas une pomme“, stellt Magritte die Beweiskraft von Bild und Schrift (Sprache) die Wirklichkeit unverfälscht wiederzugeben radikal in Frage. Er setzt sich mit dem Verhältnis von Sprache und Bildern auseinander, indem er einen, im ersten Augenblick widersprüchlich erscheinenden Satz oder Begriff unter einen Gegenstand setzt und sie ihn damit verneint (siehe auch: „Der Schlüssel der Träume“). Gewöhnlich fühlen wir uns durch eine Bildunterschrift bestätigt, sie beschreibt, erklärt oder zeigt auf worum es sich bei dem dargestellten handelt. Das Bild wird von uns durch die eingeschliffenen Rezeptionsweisen als Repräsentation der Wirklichkeit mit dem Naturobjekt gleichgesetzt. Das heißt, wir haben gelernt keinen Unterschied zwischen Abgebildetem und Objekt zu sehen. Der dargestellte Apfel ist tatsächlich KEIN Apfel, sondern das ABBILD eines Apfels.

Zwei Dinge werden deutlich:

1) Die Sprache ist nur schablonenhafter Raster, sie kann die Wirklichkeit nicht wiedergeben

2) Die Bilder, die wir uns von der Realität machen, sind nur Konstruktionen des Denkens. Jeder stellt sich einen Apfel anders vor.

Magritte kam auf die Idee sich mit diesem Thema zu befassen, nachdem 1966 ein Buch mit dem Titel „Les mots et les choses“ auf den Markt kam, das sich ebenfalls mit dem Wörtern und den Dingen beschäftigte.

Zudem hatten sich schon früher die Sprachphilosophen Wittgenstein und de Saussure sich damit befasst.

Exkurs:

Mongin Ferdinand de Saussure (1857-1913) war der wichtigste Wegbereiter der modernen Linguistik. Er besuchte ein Jahr lang naturwissenschaftliche Lehrveranstaltungen an der Universität Genf, bevor er sich 1876 in Leipzig der Erforschung der Sprachen zuwandte.

Er beschäftigte sich mit dem proto-indogermanischen Vokalsystem, mit Philologie allgemein und wurde 1891 Professor für Sanskrit und vergleichende Sprachwissenschaft an der Universität Genf. Aufgrund seiner Erkenntnisse wird de Saussure oft als Urheber des sprachwissenschaftlichen Strukturalismus und der Semiotik bezeichnet. Folgende Auffassungen sind zentral für de Saussures Werk: die Unterscheidung zwischen Parole und Langue (Sprechakte vs. Sprachsystem), zwischen Synchronie und Diachronie (Sprachbeschreibung vs. Sprachgeschichte), die Opposition zwischen der syntagmatischen und der paradigmatischen Ebene der Bedeutung sowie zwischen Signifikant (Bezeichnendes) und Signifikat (Bezeichnetes). Ebenfalls von grundlegender Bedeutung wurde de Saussures Lehre von der Arbitrarität des sprachlichen Zeichens, d. h., dass zwischen dem Lautkörper und seinem Inhalt keine naturgegebene, sondern eine willkürliche, auf Konvention beruhende Beziehung besteht.

Diese Art von Malerei - das Aufzeigen des trügerischen Scheins der mimetisch bildenden Künste - durchziehen Magrittes Werke wie ein roter Faden.

Damit lassen sich auch die irreführenden Bildtitel Magrittes erklären: Er will herausfinden was stärker auf den Betrachter wirkt, das Abbild oder die Bezeichnung? Magritte:

„Kein Gegenstand ist so mit seinem Namen verbunden, dass man ihm nicht einen anderen geben könnte, der besser zu ihm passt.“

„Ein Objekt hat nie die gleiche Wirkung wie sein Name oder Abbild“

2) Szenische Darstellung ereignisreicher Situationen Szenen der Grausamkeit, Absurdität, Paradoxie

Le plaisir/ Das Vergnügen

Das Werk „Das Vergnügen“ stellet ein Mädchen in einem, mit weißem Spitzenkragen besetztem Kleid dar, welches vor einer Silhouette eines Baumstammes mit einigen dicken, blattlosen Ästen, auf denen 4, in monochromer Farbigkeit gehaltene, ausgestopft wirkende, einheimische Vögel sitzen: ein Buchfink, ein Wiedehopf, ein Sperling und ein Uhu.

Das Mädchen hat einem weiteren Vogel, einer Amsel, mit seinen Fingern eine Wunde zugefügt, und hält diese, noch lebend, an ihren Mund im Begriff hineinzubeißen. Sowohl die Finger, als auch der weiße Kragen des Mädchens sind blutbefleckt. Das Mädchen hat die Augen halb geschlossen, und blickt scheinbar abwesend beiläufig ins Leere. Ihr Gesichtsausdruck signalisiert weder Aggressivität, noch Aufregung oder Ekel.

Trotz dass Magritte psychologische Deutungen zu seinen Werken stets ablehnte, ist zu erkennen, dass das Mädchen sich auf der Stufe zwischen Kind und Frau befindet. Diese Phase wird von Sigmund Freud das „Sicheinverleiben“ genannt, das Mädchen befleckt ihren reinen, weißen kindlichen Kragen, der als Synonym für Unschuld zu sehen ist mit dem Blut eines von ihm getöteten Tieres.

Eine ähnliche Deutung besagt, dass es sich hier um eine unchristliche Darstellung des Sündenfalles handelt, bei der das Mädchen eine bürgerliche Eva verkörpert, die in paradiesischer Umgebung anstelle des verbotenen Apfels einen verbotenen Vogel isst.

Das Bild ist typisch surrealistisch, weil es deutlich von Konventionen und der gesellschaftlichen Norm abweicht. Magritte selber wollte mit diesem Bild schockieren, überraschen und außerdem das, was die geheimnisvolle Wirklichkeit der Dinge offenbaren können, sichtbar machen. Die Vorstellung von Vögeln, Naschen und Mädchen grenzt sich deutlich von dem Gemälde ab, in dem alle diese Begriffe verwendet wurden. Nougé, ein Freund Magrittes, hat einige Prosastücke geschrieben, die teilweise offensichtlich auf Bildszenen passten. In dem Stück zu „Le plaisir“ schildert er die Szene als unsichtbarer Betrachter, der langsam näher auf das Mädchen zugeht und immer mehr schockierende Details erkennt.

So beschreibt er am Anfang ein gut gekleidetes Mädchen, welches arglos an einer Blume riecht, dann fallen ihm ihre Blässe und die halb geschlossenen Augen auf und schließlich erkennt er den Vogel. Er sieht eine Frau „, die so in ihr Vergnügen vertieft ist und durch die Liebkosungen des Gefieders hindurch ein Tier schmeckt, das so fügsam ist, dass es nichteinmal aufhört zu leben.“(Nougé).

Nougé meint den Genuss des Mädchens zu erkennen, ein scheinbar lebensnotwendiger Genuss, wie man ihn gleichermaßen bei Vampiren und anderen märchenhaften Gestalten findet, bei denen Ess- und Tötungslust auf bedrohliche Weise nah beieinander stehen.

L´assasin menace/ Der bedrohte Mörder

Magritte war schon als kleiner Junge von Kriminalgeschichten fasziniert, er las fasziniert von Helden in Groschenheften, die sich durch die Art ihrer Verkleidung unsichtbar machen konnten. Das regte ihn an auch einmal selbst zu schreiben, und er verfasste kurze Texte, in denen Fälle auftauchten, die nicht mit normaler Kriminalkombinatorik gelöst werden konnten. So ließer einmal eine Prinzessin durch eine Wand gehen, während sich Früchte in Vögel verwandelten. ( )

Das Bild zeigt ein spärlich möbliertes Zimmer, in dessen Mitte eine nackte Frau auf einer mit rotem Stoff bezogenen Chaiselonge mit durchgeschnittenem Hals liegt, was durch das verschobene Verhältnis von Rumpf und Hals erkennbar ist. Etwas weiter vorne steht ein ordentlich gekleideter Mann, der als Mörder in Frage kommt, an einem Grammophon, der zur Musik zu meditieren scheint. Was er nicht sehen kann, sind zwei Männer ganz im Vordergrund, die hinter einer Wand lauern, einer trägt ein Netz, der andere eine Keule. Der Mörder dreht weiteren drei Männern, den Zeugen, die über das Balkongerüst ins Zimmer schauen den Rücken zu. Der Mörder ist bedroht, flieht er nach vorne, wird er von den Polizisten gefangengenommen, flieht er durch das Fenster, gelangt er in erkaltete, vereiste, leblose Natur. Er kann als Identifikation für den Maler verstanden werden, der ein lebendiges Wesen, die Frau getötet hat, um sie unbeweglich zu machen und dann malen zu können „Meine Bilder können nichts bewegtes Darstellen“(Magritte).

Für die Surrealisten galt der Mörder warscheinlich als positiver Aspekt, da er sich ebenso wie das Madchen, das einen Vogel isst, über die Moral hinwegsetzt.

Die Keule und das Netz der beiden Männer, die im Vordergrund, dem Mörder verborgen sind, sind Symbole für Herkules (Keule) und für den Gott Vulkan (Netz), und sollen wahrscheinlich die List der Polizei verdeutlichen.

Wieder schrieb Nougé eine Beschreibung zu dem Bild, indem er einerseits eine große Vertrautheit zu den dargestellten Personen und Gegenständen aufzeigt und andererseits den bedrohlichen Charakter des Bildes, der eindeutig von der Frau ausgeht durchscheinen lässt. Nougé entwickelte mit Magritte einige Kurzfilme und Drehbücher mit dem Thema des bedrohten Mörders. In einem leuchtet ein unsichtbarer Betrachter den Tatort aus allen Perspektiven aus und entdeckt somit viel mehr Gegenstände, die dem Betrachter des Bildes durch Mauern oder andere Gegenstände verdeckt sind. Er beschreibt zum Beispiel eine Katze, die, auf einem Leuchttisch sitzend, die tote Frau nachdenklich betrachtet.

Dieses „sehen“ anderer Gegenstände, das nur durch die Sprache möglich gemacht wird, passt sehr gut zu Magrittes programmatischen Beitrag über die Worte und die Dinge („Les mots et les choses“): „Ein Gegenstand lässt vermuten, dass es noch andere Gegenstände hinter ihm gibt“(Magritte). Als Ergänzung zu dieser sprachlichen Erklärung (s.Zitat) fügt er eine gezeichnete Mauer als bildliches Beispiel ein.

3) Verwandtschaft der Dinge (gewohnte Erscheinungen werden in eine andere Ordnung überführt)

In diesen Bildern spielt Magritte mit dem Vereinigen von Gegensätzen, dem Vertauschen, Versetzen und Verstellen von Bildelementen, dem Vertauschen von Maß- und Zeitverhältnissen.

„Meine Bilder bestehen aus Bildern vertrauter Dinge, die derart vereinigt werden, dass ihre Übereinstimmung mit unseren naiven Ideen aufhört.“

Man verwendet den Begriff „Dispositiv“ um einen Zugang zu Magrittes Bildern zu gewinnen. Dispositiv ist gleichbedeutend mit dem Aufbau, oder der Zusammenstellung, und beide Begriffe verbinden eine Aktivität des Verbindens.

Les valeurs personelles/ Die persönlichen Werte

Das Bild „Die persönlichen Werte“ zeigt einen Raum aus der Frontalperspektive in der ein Bett und ein Schrank mit Spiegeltüren zu sehen sind. Auf dem Bett steht, gegeh eine Wand gelehnt ein riesiger Kamm, vor dem Bett liegt auf einem Teppich ein viel zu großes Streichholz, auf dem Schrank, der von einem grünlichen Glas verdeckt wird, kann man einen überdimensionalen Rasierpinsel erkennen. In einer Spiegeltür spiegelt sich eine Seife, auf der man sitzen könnte. Die Wände sind mit Wolken auf blauem Himmel bemalt.

Beim genauen Hinsehen, kann man erkennen, dass Magritte den Gegenständen nicht willkürlich eine Größe zugewiesen hat, sondern die Größenrelation vertauscht hat.

Es stellt sich einem automatisch die Frage warum Magritte diese Gegenstände so vergrößert beziehungsweise verkleinert hat. In einem Brief schrieb Magritte an einen Bekannten, dem er auch das Bild mitschickte, dass die Gebrauchsgegenstände wie Rasierpinsel, Kamm, Streichholz, Glas und Seife einerangemessenen Größe bedürfen um überhaupt benutzt werden zu können. Durch die Vergrößerung haben sie ihren „sozialen Charakter“ verloren und sind völlig nutzlos, und zu puren Luxusobjekten, die man zu Dekoration von Räumen verwendet geworden. Das macht den Betrachter ratlos, was allerdings ein normaler Vorgang ist, der allerdings ausbleibt wenn der Betrachter nicht genau hinsieht und somit auch nicht versteht, oder an die Verfälschung der Wirklichkeit schon gewöhnt ist.

Der Titel des Bildes kann wörtlich genommen werden. Alle Gegenstände haben einen persönlichen Wert, der sich für uns unterscheidet. Die Großen Gegenstände haben meist auch einen größeren Wert. Magritte will die Bedeutung von banalen Gebrauchsgegenständen bewusst machen.

Le modéle rouge/Das rote Modell

Im Gegensatz zu den collageartigen Bildkompositionen des frühen Surrealismus erfolgt Mitte der 30er Jahre ein „Zusammenziehen der Sujets“. Damit gemeint ist, dass sich auf Gegenstände konzentriert wird, die so miteinander verbunden sind, dass die Logik außer Kraft gesetzt wird. Hier wird gut deutlich, dass Magritte das Denken darstellt: Schuhe und Füße werden als zusammengehörig gedacht, und Magritte hält mit diesem Bild indem er Schuhe und Füße als ein Ganzes und ineinander übergehend malt an der gedachten Existen von Verbindungen und Zusammenhängen fest.

Madame Récamier de David

Hier setzt Magritte, anstelle der auf einen Arm aufgestützt liegenden Madame Récamier, einen oben abgeknickten Sarg auf die Chaiselonge. Das Thema, um das es sich hier handelt ist Tod und Vergänglichkeit. Magritte musste sich durch den Selbstmord seiner Mutter schon früh mit dem Tod auseinandersetzen, außerdem hatte er als Kind die seltsame Vorliebe auf Friedhöfen zu spielen. Der Tod hatte ihn immer fasziniert: Magritte war einmal bei einem Freund, der als Sargmacher arbeitete eingeladen und verbrachte in seiner Werkstatt einen Nachmittag in einem Sarg, mit einem Schiebefenster in Kopfhöhe, welches es möglich machte, das Gesicht des Verstorbenen anzuschauen. Ein anderer Scherz bestand darin, dass er Freund zu sich nach Hause einlud, als in dem Raum neben seinem Schlafzimmer ein toter Polizist aufgebart lag. Für Magritte übte der Sarg einen unwiderstehlichen reiz aus. Zu der Veränderung des Werkes von David gibt er die Auskunft, die Frau habe mit solch einer Müdigkeit da gelegen, dass der Tod sowieso nicht mehr lange auf sich warten gelassen hätte.“

4. Aufhebung der Schwerkraft (physikalischer Widerspruch)

La voix des airs/ Die Stimme der Luft

Auf diesem Bild schwebt eine Konstellation von riesigen Schellen über eine Landschaft.

Die Schellen stammen ursprünglich aus einem Pferdegeschirr und Magritte hat sie mit ihrem Klang aus dem ursprünglichen Zusammenhang gelöst, sie vergrößert und als silbrig glänzende Himmelskörper dargestellt. Er wollte außerdem durch die versetzt hintereinander angeordneten, unterschiedliche großen Schellen ein Gefühl für die Tiefe des Raumes wecken. „Das Schweben scheint von geheimnisvollem Leben erfüllt zu sein.“

Les idées claires/ Die klaren Ideen

Hier wird nocheinmal verdeutlicht wie irreal es eigentlich ist einen Stein schweben zu lassen. Der Stein wird schwebend, zwischen dem Wasser und einer Wolke, die als Gegensatz zum Stein steht, gezeigt.

5. Versteinerung von Personen und Gegenständen (Thema u.a. „Zeitbegriff“)

In Magrittes versteinerter Welt „offenbaren uns die Steine die Vollkommenheit ihrer Existenz“. Unter Vollkommenheit versteht Magritte Undurchdringlichkeit.

„ Die Gleichgültigkeit der Steine ist zweifellos dieselbe wie die des Nichts. Die Zeit steht in diesen Gemälden still, die Bewegungen sind eingefroren.

Le sourire/ Das Lächeln (1947)

Das Bild zeigt einen Grabstein, der, der Oberfläche nach zu urteilen aus der Antike zu stammen scheint, die ersten vier Ziffern deuten auf ein Jahr in nicht allzu weiter Vergangenheit hin. Liest man die letzten Beiden Ziffern dazu, führt sie uns in eine weit entfernte Zukunft. So hat Magritte 3 verschiedene Zeiten auf seinem Bild vereint.

6. Abbild und Realität

La conditione humaine/ Die Beschaffenheit des Menschen (1948)

In den vielen verschiedenen Versionen von „ La conditione humaine“ hat Magritte eine Landschaft mit einer Staffelei im Vordergrund gemalt. Das Bild auf der Staffelei gibt genau den Teil des Hintergrund wieder, den sie verdeckt. Diese Übereinkunft soll die Wahrnehmung von Bild und Realität in Frage stellen.

Das Abbild und die abgebildete Landschaft dahinter liegen auf zwei Realitätsebenen, die Landschaft im Hintergrund ist das ursprüngliche Bild, und die Landschaft auf der Staffelei ist das Bild im Bild, das was weniger real ist. Magritte will damit über die üblichen Erfahrungen und Erwartungen hinausgehen und Anstöße geben über die Begrenztheit unserer Wahrnehmung der Welt nachzudenken.

La chef des champs/ Der Schlüssel der Felder

Das Bild zeigt eine zerbrochene Fensterscheibe. Die herausgebrochenen Scherben geben genau die Landschaft wieder, die durch sie zu sehen war. Sie sollen von der Brüchigkeit des Glaubens an das Bild als Repräsentationssystem im 20. Jh. künden. Das heißt man kann sich nie sicher sein, ob die Landschaft, die durch das Loch in der Scheibe zu sehen ist, nicht auch zerbricht und sich als Täuschung herausstellt.

7. Funktionsweisen von (Gestalt)Wahrnehmung, Logik des bildlichen Perspektivraumes

Le blanc-seing/ Die Blankovollmacht

Auf dem Bild ist eine Reiterin im Wald zu sehen, die von ihrem Hintergrund teilweise verdeckt wird. Hier wird die visuelle Wahrnehmung durch vertauschen von Figur und Grund als instabiles Ordnungssystem entlarvt, und Sehgewohnheiten aus dem Takt gebracht. Das Bild stiftet Verwirrung.

8. Frauenbilder

Die Frauenbilder der dreißiger und vierziger Jahre, die Frauen zeigten, die sich an der Hintergrund anpassten (Harmonie), eine Meeresschnecke über ihren Bauch kriechen ließen (Erotik) und in gesunden Farben gemalt waren (Kraft), standen im krassen Gegensatz zu den Frauen, die er in den zwanziger Jahren zerstückelt und teilweise verdeckt dargestellt hatte. Magritte erklärte das damit, dass er vom Krieg gelernt habe, dass Kunst dazu dient Schönheit, Bezauberung und Harmonie darzustellen.

Bsp: La magie noire/ Die schwarze Magie

Quellen:

1) „René Magritte“ - Prestel Kunstsammlung NRW
2) Microsoft Encarta Enzyklopädie
3) www.twokmi.de

6 von 6 Seiten

Details

Titel
René Magritte (Bilder)
Autor
Jahr
2001
Seiten
6
Katalognummer
V105126
Dateigröße
341 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
René, Magritte
Arbeit zitieren
Sarah Kölzer (Autor), 2001, René Magritte (Bilder), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105126

Kommentare

  • Gast am 3.7.2002

    Letzte Rettung.

    Danke für die tolle Beschreibung und Deutung der Bilder, die sehr präzise und gut verständlich gehalten ist!

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Titel: René Magritte (Bilder)



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