Goethe, Johann Wolfgang von - Die Leiden des jungen Werthers


Referat / Aufsatz (Schule), 1999

16 Seiten, Note: 1


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Inhaltsverzeichnis

1. Informationen zum Autor

2. Die literaturgeschichtliche Epoche

3. Inhaltsangabe

4. Textanalyse

5. Einordnung des Textes in das Gesamtwerk des Autors

6. Einordnung des Textes in die literaturgeschichtliche Epoche

7. Angabe der benutzten Sekundarliteratur

8. Anmerkungen

Die Leiden des jungen Werthers

1. Informationen zum Autor

Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang von Goethe wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren. Er stammte mütterlicherseits aus einer rheinfränkischen Gelehrten- und Beamtenfamilie, väterlicherseits von mitteldeutschen Handwerkern. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend in Frankfurt, wo ihm seine Eltern, Elisabeth und Johann Kasper, durch eine sorgfältige Erziehung schon frühzeitig die Bildungs- und Lebensformen der Aufklärung vermittelten. Durch die Erlebnisse des Siebenjährigen Krieges, die Besetzung Frankfurts durch die Franzosen und die Krönung Joseph des zweiten (1764) bekam Goethe bedeutsame Kindheitseindrücke.

Von 1765 bis 1768 studierte Goethe Jura in Leipzig. In dieser Zeit begann er zunächst anakreontische Gedichte und erotische Tändeleien zu schreiben, wovon die späteren Gedichte das intensive Durchleben von ihm kennzeichneten.(3)

Nach einer längeren Genesungszeit in Frankfurt, ging Goethe als Student 1770 für ein Jahr nach Straßburg, wo er Vertretern des Sturm und Drangs begegnete. Dieser Bewegung gehörte er seit seiner Jugend an.

Die Freundschaft mit dem Theologen Johann Gottfried Herder, übte auf Goethes zukünftiges Denken den bedeutendsten Einfluss aus. Er begann sich nun für große, bekannte Dichter, wie zum Beispiel Shakespeare und Homer, zu interessieren. Die aus der Liebe zu Friederike Brion entstandenen Gedichte brachten seinen Durchbruch zur genialen Erlebnisdichtung.(3 )

Die Frankfurter Anwaltsjahre von 1771 bis 1775 waren Goethes eigentliche „ Geniezeit“. Er schrieb viele dichterische und dramatische Werke. Das Buch „Götz von Berlichingen“ (1773), das auf Herders Rat umgearbeitet wurde, machte Goethe mit einem Schlag berühmt. Doch erst der Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“ (1774), den er innerhalb von vier Wochen niederschrieb, begründeten seinen Ruhm über Deutschlands Grenzen hinaus.

1775 zog Goethe an den Hof des Herzogs Karl August nach Weimer. In seinen Dichtungen begannen sich nun Merkmale der Klassik durchzusetzen.

Im Jahre 1782 wurde Goethe geadelt. Eine Flucht aus den engen Weimarer Verhältnissen nach Italien, 1786 bis 1788, war ein Höhe- und Wendepunkt in Goethes Leben, da sie von großer Bedeutung für sein gesamtes weiteres Schaffen war. Denn sie brachte nun Goethe endgültig zur klassischen Form. Nach der Rückkehr heiratete er Christiane Vulpius, die fünf Kinder gebar, wovon aber nur eins am Leben blieb.

Erst die Freundschaft zu Schiller 1794 entfaltete seine zurückgestaute dichterische Kraft. Die Zusammenarbeit mit ihm war neben den Frankfurter Jahren die fruchtbarste Zeit. Außerdem bezeichnete sie Mitte und Höhen des klassischen Zeitalters der deutschen Literatur. 1805 starb Schiller. Er hinterließbei Goethe eine große Lücke. Kein Ereignis in seinem Leben griff ähnlich radikal in seine Existenz ein. Denn kein anderer Mensch hatte Goethes Denken in einem geschichtlichen, bedeutsamen Moment in vergleichbarer Weise bestimmt.

Nach Schillers Tod begann Goethe zu altern. Sein weiteres Schaffen wurde mehr und mehr von romantischen Merkmalen gekennzeichnet und insgesamt stärker von seinen Gedanken geprägt. 1808 veröffentlichte Goethe den „Faust“, den er nach 30 Jahren endlich beendet hatte. Dieses Werk wird als wichtigste Frucht des klassischen Jahrzehnts bezeichnet. Im Jahre 1816 starb seine Frau Christine.

In seinen letzten Lebensmonaten vollendete Goethe den zweiten Teil der Fausttragödie. Er starb am 22. März 1832 in Weimer.

Sein Goethe - Bild war vom „Götz von Berlichingen“, von den „Leiden des jungen Werthers“, von „Wilhelm Meisters Lehrjahren“ (1795) und nicht zuletzt dem „Faust“ bestimmt.(4) Er eröffnete die Epoche der Erlebnislyrik, in der die Natur die seelische Verfassung der Menschen widerspiegelt. Außerdem drückte er in seinen Dichtungen seine Gefühle, Leiden sowie Erlebnisse und ging immer vom Anschaulichen, Nahen und Sinnlichen aus. Goethes Nachwirkungen auf deutsche und ausländische Schriftsteller sind nicht abzuschätzen.(3 )

2. Die literaturgeschichtliche Epoche

Die Sturm und Drang Epoche

„Sturm und Drang“ ist eine Epoche, dessen Geniezeit von Ende der 60er bis Anfang der 80er Jahre des 18. Jahrhunderts ging. Sie bezeichnete eine weitreichende Bewegung der deutschen Literatur gegen herrschende Richtungen der Aufklärung, des Klassizismus und des Rokoko. Es gibt keine scharfe Trennung zwischen den Epochen. Je nach Auffassung kann man den Begriff Sturm und Drang weit oder eng fassen, demnach ergibt sich eine Spanne von 30 Jahren beziehungsweise zehn Jahren (die 1770er).(1 )

Der Sturm und Drang erhielt seine theoretische Grundlegung durch Hamann und Herder, dessen Schriften, zum Beispiel die Aufsätze über Shakespeare und „Ossian und die Lieder alter Völker“, diese Epoche begründeten.

Sie führte zu der Form der Klassik und wurde teilweise noch als ein Teil der Aufklärung angesehen.

Im 19. Jahrhundert bürgerte sich die Bezeichnung Sturm und Drang ein. Sie wurde auf einen Titel eines Dramas von Klinger zurückgeführt, das ursprünglich „Wirrwarr“ hieß.

Sie war eine Jugendbewegung gegen die ältere Literatur und ein Protest gegen die „deutsche Misere“. In ihr wurde ein neues Lebensgefühl, eine neue Erfahrung des Menschen, der Natur und der Kunst bezeichnet. Die Autoren stellten nun der Herrschaft des abstrakten Verstandes, allgemeiner Begriffe, gültiger Regeln und Gesetze der schöpferischen Kraft, das leidenschaftliche Gefühl, dem Schönen das Charakteristische und Wahre entgegen.(2 ) Sie betonten die Loslösung vom Rationalismus, die Entdeckung von Natur, Herz und Seele.(1) Sie wollten eine politische und gesellschaftliche Auflehnung gegen die Tyrannei, die Stellung des Adels, gegen gesellschaftliche Schranken und Vorurteile bezwecken. Dabei sollte die Natur als „Ganze“ die Spaltung der Gesellschaft und die schlechten bürgerlichen Verhältnisse helfen zu überwinden.

Die Künstler schrieben ihre Werke ungebunden jeglicher Regeln und versuchten alles aus sich heraus zu schöpfen. Deshalb fühlten sie sich alle als „Genies“ und „kleine Schöpfer“.

Typisch für den Sturm und Drang waren Sätze wie zum Beispiel: “Laßt mir Luft, dass ich reden kann!“ und „Ich mögte beten wie Moses im Koran: Herr mache mir Raum in meiner engen Brust.“, da sie die Unzufriedenheit an der vorhandenen Wirklichkeit und die daraus entstandene Auflehnung ausdrückten.(1 )

Je theoretischer die Auffassung des Sturm- und- Drang- Begriffs ist, desto einleuchtender scheint die sozialkritische oder unwirkliche Interpretation, je mehr jedoch auf die Dichtung der Zeit das Hauptgewicht gelegt wird, um so doppeldeutiger erscheint die ganze Bewegung.(1 )

Ihre Merkmale gehören natürlich nicht allein dieser Epoche, denn sie ist wiederum nur ein Teil eines größeren Ganzen, der Gründung der neuen bürgerlichen Literatur.(1 )

3. Inhaltsangabe

Die Novelle „Die Leiden des jungen Werthers“ von Johann Wolfgang von Goethe handelt von einem jungen Mann namens Werther, der sich unglücklich in eine Frau verliebt und schließlich aus Verzweiflung Selbstmord begeht.

Werther ist von zu Hause nach Wahlheim, einen kleinen Ort, gezogen, um über den Tod einer guten Freundin hinweg zu kommen.

Auf einem Ball lernt er die Tochter des Amtsmanns, Lotte, kennen und verliebt sich in sie. Er ist sehr glücklich.

Werther besucht die schon verlobte Lotte, dessen Mann, Albert, verreist ist, täglich. Zwischen ihnen entwickelt sich ein freundschaftlicher und vertrauter werdenes Verhältnis. Werthers immer wachsende Sehnsucht und Leidenschaft zu Lotte treiben ihn häufiger zu Selbstmordgedanken. Dies verstärkt sich, als Albert zurückkommt. Werther baut zwar eine Freundschaft zu Albert auf, doch seine Mutlosigkeit und Verzweiflung, dass er Lotte nicht bekommen wird, bringen ihn zum Entschluss Wahlheim zu verlassen und bei der Gesandtschaft zu arbeiten. Doch dort fühlt sich Werther auch nicht wohl. Er reicht schließlich seine Kündigung ein und beschließt nach fast einem Jahr, seinen Gefühlen nachzugehen und nach Wahlheim zurückzukehren.

Inzwischen sind Lotte und Albert verheiratet. Werthers Situation wird immer schlimmer, denn er kann keinen klaren Gedanken mehr fassen, da seine Liebe zu Lotte ihn verzweifeln läßt.

Albert stört die häufige Anwesenheit Werthers und er verlangt von Lotte, die Besuche einzuschränken. Inzwischen steht für Werther der Entschluss, Selbstmord zu begehen, fest. Er läßt seine Sachen packen, alle Angelegenheiten erledigen und beginnt einen Abschiedsbrief an Lotte zu schreiben.

Das letzte Treffen mit Lotte endet mit einem Kuss von Werther, woraufhin Lotte sauer aus dem Zimmer flieht. Sie steht im Zwiespalt, denn zum einen weißsie, dass Albert ein guter Mann ist, auf der anderen Seite hängt sie aber auch sehr an Werther, mit dem sie viele Übereinstimmungen und Gefühle teilt. Am nächsten Tag bittet Werther durch einen Knaben um Alberts Pistole. Lotte gibt sie ihm nur zögernd, da sie eine Vorahnung hat.

In der selben erschießt sich Werther in seinem Zimmer. Lotte ist sehr traurig und Albert, der Werther diese Tat nicht zugetraut hat, ist bestürzt.

Noch am gleichen Abend findet die Beerdigung statt.

4. Textanalyse

Johann Wolfgang von Goethe hat die Novelle „Die Leiden des jungen Werther“ im Jahre 1774, innerhalb von vier Wochen und mit so gut wie keinen Entwürfen, niedergeschrieben. Sie ist eine Dokumentation von Goethes seelischer Labilität und enthält viele autobiographische Fakten.(4 ) (7 ) Der Roman spielt hauptsächlich in Wahlheim, einem kleinen Dorf und einer Gesandtschaft, im Zeitraum vom 4. Mai 1771 bis zum 23. Dezember 1772. Werther, ein junger Mann, dessen Herkunft und Beruf nicht im Text erwähnt wird, und Lotte, die Tochter eines Amtsmannes, spielen die Hauptpersonen in diesem Buch.

Werther ist ein naturverbundener Mensch, der viel Zeit im Freien verbringt. Dies kann man an seinen häufigen Wanderungen, die er in seinen Briefen an seinem Freund, Wilhelm, schildert, entnehmen (Zitat:“ Wie oft habe ich das Jagdhaus, das nun alle meine Wünsche einschließt, auf meinen weiten Wanderungen, bald vom Berge, bald von der Ebene über den Fluss gesehn!“ (S.28)). Wilhelm bedeutet Werther sehr viel, was er mit Anreden wie „mein Schatz“ (S.17), „Bester“ (S.43) und „mein Teuerster“ (S.101) ausdrückt. Aus der Bezeichnung „Bruder“ (S.52) kann man schließen, dass zwischen Werther und Wilhelm ein sehr vertrautes Verhältnis herrscht. Werther offenbart ihm zwar seine Gefühle und Erlebnisse, erwartet aber keine Antwort. An manchen Stellen widerspricht Werther seinem Freund, wie zum Beispiel, als er auf die Frage Wilhelms, ob er seine Bücher zuschicken solle, mit “ich bitte dich um Gottes willen, laßmir sie vom Halse!“ antwortet (S.10). Werther fragt auch nie nach Wilhelms Lebensumständen.(1 ) Daher kann man diesen Briefroman als monologisch und einperspektivisch bezeichnen.

Ein weiterer wichtiger Charakterzug ist Werthers Sensibilität, die häufiger zum Vorschein kommt. Sie wird durch die Textstelle, in der Werther aus der Gesellschaft des Grafens gewiesen wird und er so innerlich verletzt ist, dass er daraufhin die Gesandtschaft verläßt, verdeutlicht (S.67-69). Die Textstelle:“ Wilhelm, was ist unserem Herzen die Welt ohne Liebe!...“ (S.39), zeigt Werthers Nachdenklichkeit. Dieses Buch schildert häufig seine Gedanken über seine eigene Person und andere Dinge, auf die er stößt oder die ihn stören. Deshalb würde ich ihn als einen sehr nachdenklichen Menschen einstufen.

Werthers Empfindungen für die Natur und für Lotte verdeutlichen seinen leidenschaftlichen Charakter, der mit seiner Aussage, dass er so viel habe, doch die Empfindungen an Lotte verschlinge alles, und ohne sie werde ihm alles zu Nichts (S.84), sein Fühlen beweist. Da er Lotte aber zu sehr verehrt, schlägt die Leidenschaft in eine Krankheit um, die ihn schließlich zum Selbstmord bringt. Werther verheimlicht nie seine Gefühle zu Lotte. Er steht zu ihnen, obwohl eine Heirat auf Grund der gesellschaftlichen Verhältnissen nicht möglich ist. Dies spiegelt Werthers starke Persönlichkeit, die auch an anderen Stellen zur Geltung kommt, wieder. Er besitzt den Willen etwas verändern zu wollen und die gesellschaftliche Normen zu brechen, was man unter anderem beim Essen mit den Adeligen beim Grafen erkennen kann.(S.67-69) Denn er, als nicht Adeliger, nimmt die Einladung des Grafens, mit ihnen zu speisen, an. Die Außenandersetzung zwischen Albert, den Amtsmann und Werther (S.96) zeigt Werthers Beharrlichkeit. Er gibt nicht auf (Zitat:“ Werther ergab sich noch nicht, sondern ...“ (S.96)) und vertritt seine Meinung auch, wenn die Mehrheit eine ganz andere besitzt.

Lotte dagegen ist eine ruhigere Person. Sie äußert zwar häufig ihre Meinung (Zitat:“ ´Werther, sie sind sehr krank, Ihre Lieblingsgerichte widerstehen Ihnen ´“ (S.92)), doch bleibt sie besinnlich, bis auf einige Ausnahmen, wie zum Beispiel in der Situation, als Werther ihre kleine Schwester Malchen küßt (S.35-36), worauf Lotte sehr aufbrausend reagiert. Gegenüber Albert ist sie eher unterwürfig und widerspricht ihm selten, auch, wenn sie eine andere Ansicht besitzt. Dies beweist u.a. die Szene, in der Lotte auf Alberts Anweisung die Pistole den Bedienten aushändigt, obwohl sie es eigentlich nicht will und kein gutes Gefühl dabei hat (S.120). Außerdem steht sie nicht zu ihren Gefühlen. Das Zitat:“ Über allen diesen Betrachtungen fühlte sie erst tief, ohne es sich deutlich zu machen, daßihr herzliches, heimliches Verlangen sei, ihn für sich zu behalten,...“ (S.107) verdeutlicht, dass sie erst zum Schluss merkt, wie lieb Werther ihr geworden ist und sie sich nicht von ihm trennen möchte. Sie hat aber selten Werther diese Empfindungen gezeigt und will sie auch bis zum Ende nicht wahrhaben.

Durch den Tod der Mutter muss Lotte die Mutterrolle übernehmen, was für sie selbstverständlich ist. Deshalb verhält sie sich mütterlich, gerecht und pflichtbewusst ihren jüngeren Geschwistern gegenüber z.B. bei der Verteilung des Brotes im Vorsaale (S.21). Der Pfarrerbesuch, bei dem Lotte rücksichtsvoll auf den Pfarrer eingeht und sogar seine „garstigen, schmutzigen jüngsten Buben“ „herzte“ (S.31), drückt ihren freundlicher Charakter zu den Menschen aus. Dadurch ist Lotte eine beliebte, geschätzte, angesehene Person.

Eine weitere wichtige Figur spielt Albert, der zwar keine Hauptrolle in diesem Buch einnimmt, doch die ganze Zeit zwischen dem Verhältnis von Lotte und Werther steht, da von Anfang an durch den Gesellschaftsstand Alberts klar ist, dass Lotte Albert heiraten wird. Darum herrscht zwischen Lotte und Werther nur eine freundschaftliche Beziehung, die sich aber vertraulicher entwickelt, wenn Albert nicht anwesend oder verreist ist, wie z.B. nach dem Gewitter, als Werther und Lotte zusammen aus dem Fenster schauen und die Landschaft genießen (S.27).

Gleich am Anfang wird Werthers starke Verbundenheit zur Natur deutlich. Er ist fasziniert und genießt sie. (Zitat: „Jeder Baum, jede Hecke ist ein Straußvon Blüten, und man möchte zum Maikäfer werden, um in dem Meer von Wohlgerüchen herumschweben und alle seine Nahrung darin finden zu können.“ (S. 8)) In seinen ersten Briefen zeigt folgendes Zitat: „... hab´ ich mich nicht an den ganz wahren Ausdrücken der Natur, die uns so oft zu lachen machten, so wenig lächerlich sie waren, selbst ergetzt?“ (S. 7), dass Werther sehr viel Wert auf das Unberührte, Vollkommene und Natürliche in Mensch und Natur legt. Außerdem spendet sie ihm „köstliches Balsam“(S.8) gegen seine Traurigkeit, da teilweise die Natur eine „wunderbare Heiterkeit“ in seiner „ganzen Seele“ verbreitet (S.9).

Im Verlauf seines Lebens spielt die Natur weiterhin eine wichtige Rolle und wird immer wieder erwähnt. Doch ihre Bedeutung für Werther ändert sich, als er mit Unglücklichkeit und Traurigkeit, dass er Lotte nicht bekommen wird, ausgefüllt ist. Denn nun kann Werther nichts mehr empfinden, selbst für die Natur nicht. Dies verdeutlicht folgende Textstelle, in der Werther aus seinem Fenster hinaus schaut und die Natur betrachtet. Er fühlt keine Freude mehr in seinem Herzen. Sie steht starr, wie ein „lackiertes Bildchen“ vor ihm (S.85). Wenn Werther von ihr nun in seinen Briefen berichtet, dann nur gefühllos und nebenbei.

Die Natur dient auch als eine Gegenüberstellung von Werthers Kritik und Unzufriedenheit mit der Gesellschaft, die häufiger in diesem Buch beschrieben wird (Zitat: „..., die Blüten des Lebens sind nur Erscheinungen! Wie viele gehen vorüber, ohne eine Spur hinter sich zu lassen, ...“(S.54)).

Das erste Mal nimmt Werther im Brief vom 15. Mai Anstoss an den gesellschaftlichen Verhältnissen, indem er sich mit Leuten vom niedrigeren Stand unterhält. Er kritisiert die strenge Klassenunterteilung und meint, dass man mit dem einfachen Volke trotz der Ungleichheit verkehren solle (S.10- 11).(5 )

Seine Einstellung ist noch deutlicher erkennbar, als er bei der Gesandtschaft zu arbeiten beginnt. Werther identifiziert sich mit dem unteren Stand (Zitat: „..., wo wir das unterste sind und alles außer uns herrlich erscheint, ...“ (S.60)) und verachtet die Leute aus dem höheren, da diese kaum etwas selbst zu machen brauchen, trotzdem aber mehr erreichen, als die eigentlichen „Arbeiter“ (S.61). Außer „die Reihe ihrer Vorfahren“ und dem „Schirm als den Stand“ besitzen sie kaum etwas (S.63). Werther empfindet sie als hochnäsig, weil sie kein anderes „Ergetzen“ haben, „als von ihrem Stockwerk herab über die bürgerlichen Häupter wegzusehen“ (S.63). Eine Ausnahme für ihn spielt der Grafen C.. Er „verehrt“ ihn und lobt „sein offenes Betragen“ (S.61). Es entsteht eine Freundschaft zwischen den beiden.

Am Anfang fühlt Werther sich noch wohl bei der Gesandtschaft, da er viel Arbeit hat (S.61). Dadurch wird er von seinen Problemen abgelenkt. Doch schon bald erkennt Werther, dass er wie in einem „Käfig“ lebt (S.66).(4 ) Sein Vorgesetzter „macht“ ihm „viel Verdruß“ (S.61), schränkt ihn ein und ist nie zufrieden mit seinen Ergebnissen (S.61). Auch „die Rangsucht“ unter „dem garstigen Volke“ macht ihm zu schaffen (S.62). Aber vor allem stößt sich Werther an der Ständehierarchie, was die Textstelle: „Was mich am meisten neckt, sind die fatalen bürgerlichen Verhältnisse “ (S.63), aussagt.

Nach dem Zwischenfall beim Grafen, bei dem Werther, als „Bürgerlicher“, von den Adeligen aus der Tischgesellschaft verwiesen wird, entschließt er sich die Gesandtschaft zu verlassen. Dies Ereignis, die gesellschaftlichen Verhältnisse und die Nichtentfaltung durch die Gesellschaftsordnung, treiben ihn zur Flucht.

Die Novelle ist hauptsächlich ein Briefroman, der aus der Sicht des Ich- Erzählers, Werther, berichtet wird. Zum Ende hin wechselt die Erzählperspektive. Es tritt nun das erste Mal der Herausgeber in Erscheinung, der Werthers Schicksal bis zum Schluss wiedergibt. Dabei steht er über dem Geschehen, kann in die einzelnen Personen hinein gucken und weitere Hintergründe beleuchten. Nicht nur dieser Erzählstil, durch den man die Empfindungen der einzelnen Personen erfährt, sondern auch die Rahmenerzählung mit ihren Rückblenden, verdeutlichen Werthers Entwicklung zum Selbstmord und seine Gefühle.

Zu Beginn trauert Werther um eine verstorbene Freundin, dessen Verlust ihm sehr nahe geht. Er verbringt die meiste Zeit im Freien, indem er Wanderungen unternimmt oder einfach nur herumsitzt um die Leute zu beobachten und in seinem „Homer“ zu lesen. Dabei genießt Werther die Schönheit der Natur. Der „Homer“, ein griechischer Dichter spielt für ihn eine wichtige Rolle, was Werthers häufige Erwähnungen zeigen. Die erste Bemerkung fällt in dem Brief vom 13. Mai 1771 mit der Aussage, dass er „Wiegengesang“ brauche und den „in seiner Fülle“ in seinem „Homer“ gefunden habe (S.10). Werther braucht also ein Buch, das ihm eine idyllische Welt ohne Probleme vermittelt, damit er den Schmerz schneller vergessen kann.

Schon früh macht Werther eine Andeutung, dass die Möglichkeit bestehe alle Probleme mit einem Selbstmord zu beseitigen (Zitat: „..., hält er doch immer im Herzen das süße Gefühl der Freiheit, und daßer diesen Kerker verlassen kann, wann er will.“ (S.14)).(5 ) Dieser Gedanke tritt häufiger in Erscheinung, als er bei einem Ball auf dem Lande Lotte kennenlernt und sich in sie verliebt. Er fühlt sich „wie ein Träumender“ (S.24) und ist fasziniert von ihr, was z.B. die Textstelle beim Tanzen zeigt:“ ..., sie ist so mit ganzen Herzen und mit ganzer Seele dabei, ihr ganzer Körper eine Harmonie, ...“ (S.24). Selbst die Erwähnung von Lottes Verlobten, Albert, beim Tanzen holen ihn nicht in die Realität zurück. Er kommt zwar aus dem Takt, aber verdrängt diese Bemerkung schnell wieder (S.26).

Nach dem Gewitter stehen Lotte und Werther zusammen am Fenster. Zwischen ihnen herrscht eine Vertrautheit, die mit Lottes Ausspruch „Klopstock“ vertieft wird (S.27), denn mit diesem Namen spricht Lotte ein Gedicht an, an das sich Werther sofort auch erinnert. Deshalb verbindet die beiden „Klopstock“.(4 )

Seit diesem Abend verändert sich die Welt für Werther. Er fühlt sich sehr glücklich und denkt kaum noch an seine tote Freundin. Seine Gedanken drehen sich nur noch um Lotte, die er ständig besucht. Werthers Sehnsucht und Leidenschaft wächst immer mehr, doch das Zitat:“ ..., oft zur Zeit, wo ich mir eine Kugel vor den Kopf schießen möchte!“ (S.39) beweist, dass zwischendurch in ihm immer wieder die Selbstmordgedanken auftauchen. Diese verstärken sich, als Albert, Lottes Verlobter, zurückkehrt. Wenn Albert sich nun in der Nähe befindet, erlischt Werthers „Freude, bei Lotte zu sein“ (S.42). Zwischen ihnen bildet sich zwar eine Freundschaft, die aber durch ihre deutlichen Gegensätze gestört ist, was z.B. die Diskussion über Selbstmord verdeutlicht (S.46-50).(4 ) Ausgelöst wird sie durch Werthers Szene, in der er „die Mündung“ einer Pistole „übers rechte Aug` an die Stirn“ drückt (S.46). Albert hält eine solche Tat für eine Schwäche des Menschens und wertet sie als unmoralisch ab. Werther dagegen empfindet den Selbstmord als eine große, mutige Handlung. Er äußert, dass er die Menschen verstehen könne, die ihn begehen.

Nach diesem Gespräch fühlt er sich von Albert missverstanden und frustriert, da es auf der Welt viele solche Beispiele gibt (Zitat: „Und wir gehen auseinander, ohne einander verstanden zu haben. Wie denn auf dieser Welt keiner leicht den anderen versteht.“ (S.50)). Seine Situation verschlechtert sich drastisch. Er ist mutlos, besitzt keine Lebensfreude (Zitat: „..., ...und läßt mich dann das Bange des Zustandes doppelt empfinden, der mich jetzt umgibt. Es hat sich vor meiner Seele wie ein Vorhang weggezogen, “ (S.52)) und sehnt sich nach Lotte. Die Verzweiflung wächst, dass er Lotte nicht bekommen wird, und der Wunsch zu sterben, ausgedrückt durch den Satz:“ Ich sehe dieses Elends kein Ende als das Grab.“ (S.55). Schließlich beendet Werther seine unerträgliche Lage, in dem er Lotte und Albert ohne Abschied verläßt.

Er beginnt bei der Gesandtschaft zu arbeiten. Werther ist froh, dass es viel zu tun gibt und erwähnt Lotte in der ersten Zeit mit keinem Wort. Erst drei Monate später, am 20. Januar 1772, fällt Lottes Name. Werther bekommt plötzlich Sehnsucht nach ihr (Zitat: „Wie ich hereintrat, überfiel mich Ihre Gestalt, Ihr Andenken,...“(S.64)), da er in einer Hütte einsam und eingeschränkt lebt. Nach dem Verdruss in der Adelsgesellschaft geht Werther seinen Gefühlen nach und kehrt zu Lotte und Albert zurück. Die beiden sind inzwischen verheiratet, was dazu führt, dass sich Werthers Liebe nur noch verstärkt.(6 ) Er wird immer eifersüchtiger und böser auf Albert. Dies verdeutlichen u.a. seine Gedanken, die Albert als einen schlechten Mann darstellen (S.75) und seinen Tod in Erwägung ziehen (S.76). Auch der Satz, dass Ossian in seinem Herzen den Homer verdrängt habe (S82), spiegelt Werthers absteigende Lebenslinie und die innere Stimmung wieder. Denn die düsteren Gesänge Ossians sind an Stelle des heiteren Homers zu seiner Lieblingslektüre geworden. Als Werthers Verzweiflung einen extremen Grad erreicht und Lottes Gestalt ihn „wachend und träumend“ seine „ganze Seele“ ausgefüllt hat (S.92), schaltet sich der Herausgeber ein, der das Ende Werthers Lebens beschreibt. Durch diesen Wechsel der Erzählperspektive soll sich der Leser von der Problematik mit Hilfe einer dritten Person distanzieren. Deshalb gibt der Herausgeber Werthers Einstellung zum Selbstmord auch durch den Konjunktiv wieder, wie z.B: „es solle keine (...) rasche Tat sein, er wolle mit der besten Überzeugung (...) diesen Schritt tun.“ (S.100).(5 ) Er will dadurch verdeutlichen, dass er sich mit dieser Tat nicht identifiziert, sondern nur Werthers Meinung aussagt. Außerdem relativiert und korrigiert der Herausgeber Werthers Sichtweise und Einstellung zu Albert, indem er „Alberts Freunde“ als neutrale Zeugen erwähnt.(6 ) Sie sagen aus, dass er „noch immer derselbige“ sei, den Werther „vom Anfang her kannte“. Werther dagegen habe sich in der letzten Zeit verändert (S.93).

Der Rettungsversuch Werthers einen Bauernburschen vor dem Gefängnis zu bewahren, „war das letzte Auflodern der Flamme einen verlöschenden Lichtes“ (S.98). Werther hat sich schon früher mit dem Schicksal des Bauernburschens identifiziert (Zitat: „..., was mich besonders zu diesem Unglücklichen hinzieht.“ (S.78)), da es seinem eigenen sehr ähnelt. Deshalb eilt er zum Tatort, wo ein Knecht wegen einer Frau ermordet worden ist. Dort wird seine Vermutung bestätigt. Der Mörder ist der Bauernbursche.

Werther versucht noch den Amtsmann zu überzeugen, ihn nicht einzusperren, da er nur aus Leidenschaft gemordet hat. Doch der Amtsmann bleibt bei seiner Meinung. Die Aussage: „’Du bist nicht zu retten, Unglücklicher! Ich sehe wohl, daßwir nicht zu retten sind.`“ (S.97) beweist, dass Werther sich in die Rolle des Mörders versetzt und erkennt, dass der Bauernbursche nicht mehr zu retten ist und er dadurch auch nicht, da der Mord an Albert ausscheidet. Er ist kein Ausweg.

Nach dieser Erkenntnis macht sich Werther „mit einem entsetzlichen Leiden“ auf den Rückweg (S.96). Für ihn steht nun der Entschluss, Selbstmord zu begehen, fest. Nachdem Lotte Werther gebeten hat, sie nicht vor Weihnachten zu besuchen, beginnt Werther mit den Vorbereitungen zum Selbstmord, weil er „keine übereilte, keine rasche Tat“ begehen, sondern „mit der besten Überzeugung, mit der möglichst ruhigen Entschlossenheit“, die Welt verlassen will (S.100). Ein letztes Mal geht Werther zu Lotte. Bei diesem Treffen findet wieder ein Gleichklang ihrer Gefühle, wie schon nach dem Gewitter mit „Klopstock“, statt, als Werther längere Passagen aus seinen Ossian- Übersetzungen Lotte vorträgt, was folgendes Zitat aussagt:“ Er warf das Papier hin, faßte ihre Hand “ (S.114). Doch diese Szene endet mit einem tragischen Ausgang.(4 ) Werther kann seine Gefühle nicht mehr kontrollieren. Er „preßte“ Lotte an sich und küsst sie „wüten“ (S.115). Daraufhin verläßt sie erbost den Raum.

Diese Szene spielt eine bedeutende Rolle. Denn durch Bücher finden sich Lotte und Werther und gleichzeitig sind sie auch der Grund, weshalb sich die beiden wieder verlieren.(6 ) Außerdem bezeichnet die Umarmung den Höhepunkt Werthers und Lottes Trennungsschmerzes. Beiden fällt es nicht leicht, ihrer Vernunft nachzugehen und sich zu trennen. Dies beweist z.B. Lottes Verhalten. (Zitat: „Sie reißt sich auf, und in ängstlicher Verwirrung, bebend zwischen Liebe und Zorn, sagte sie: ‘Das ist das letzte Mal!...`“ (S.115)).

Am selben Abend beendet Werther den Abschiedsbrief an Lotte, in dem er ihr klar den Grund seines Selbstmordes erörtert. Er will sich für sie „opfern“, weil er erkennt, dass „eins von uns dreien“ verschwinden muss (S.104). Sonst werden sich alle drei unglücklich fühlen. Außerdem möchte er sich für die gestörte Ehe von Albert und Lotte, für die er sich verantwortlich macht, mit dem Tod bestrafen (S.117). Die Textstelle: „Ich gehe voran!..., bis du kommst,...“ (S.117) zeigt, dass Werther im „Himmel“ auf Lotte warten will, bis sie stirbt. Er schiebt sein Verlangen nach Lotte nur auf.

Danach läßt Werther von einem Knaben die Pistolen von Albert holen und erschießt sich in der gleichen Nacht. „Auf dem Pulte“ befindet sich das Buch „Emilia Galotti“ „aufgeschlagen“ (S.124). Man kann also von der Annahme ausgehen, dass Werther kurz vor seinem Tod dieses Buch, ein Drama von Lessing, gelesen hat und sich auch mit ihm identifiziert. Es handelt von einer Heldin, die in ihrem Tod die einzige sittliche Rettung sieht.(5 ) Ähnlich wird Werther dargestellt. Er vertritt dieselbe Meinung, was der Ausspruch:“ Eins von uns dreien mußhinweg, und das will ich sein!“ (S.104) verdeutlicht. Deshalb nimmt „Emilia Galotti“ ein wichtiges Symbol für „Die Leiden des jungen Werthers“ ein, sowie Homer, Ossian und Klopstock, da durch sie Werthers Gefühle ausgedrückt werden.

Goethe versucht hier zu verdeutlichen, dass ein Selbstmord faßt immer aus Unzufriedenheit und Krankheit eines Menschen verübt wird. Denn Werther geht. an einer Liebe, seiner Leidenschaft und an allen seinen guten Charakterzügen, wie z.B., dass er die Ehen anderer Leute ehrt, zu Grunde. Das Motto am Anfang des Buches weist daraufhin, dass es nur den Verlauf zum Selbstmord und die Hintergründe aufzeigen und nicht Werthers Tat beurteilen will. Goethe möchte, dass der Leser dieses „ Büchlein“ als seinen „Freund“ betrachtet und derjenige, der wie Werther „den Drang“ zu sterben empfindet, aus ihm Trost „schöpfe“, dass es noch eine andere Person mit den gleichen „Leiden“ gibt. Dies soll dem Menschen helfen genügend Kraft aufzubauen, um den Sterbewunsch zu überwinden.

Ich denke, Goethe gelingt es, das Motto umzusetzen. Er beschreibt, wie es zum Selbstmord kommt, doch tadelt oder billigt er diese Tat nicht. Er stellt sie nie in Frage, aber trotzdem wirkt sie belehrend. Das Buch kann einer Person mit ähnlichem Schicksal helfen, den Todeswunsch zu beseitigen, da sie sieht, dass es auch andere Menschen in der gleichen Lage gibt.

Die Novelle „Die Leiden des jungen Werther“ gefällt mir gut, da sie verdeutlicht, wie ein Mensch durch eine unglückliche Liebe und gesellschaftliche Umstände zum Selbstmord getrieben werden kann. Ich finde, die Schilderung durch die innere Gefühlsbeschreibung Werthers sehr interessant und realistisch, da viele noch heute aus diesem Grunde eine solche Tat begehen.

Das Buch wurde 1775 verboten, weil es zu der Zeit ein Skandal war, gegen die gesellschaftlichen Verhältnisse zu protestieren und den Selbstmord als eine selbstbestimmte Tat darzustellen. Außerdem stand er im Widerspruch zur Religion.

5. Einordnung des Textes in das Gesamtwerk des Autors

Goethe gehörte drei Epochen an, der Sturm und Drang, der Klassik und der Romantik. Seine Novelle „Die Leiden des jungen Werther“ wird eindeutig in die Sturm und Drang Zeit eingeordnet.

Ähnliche Merkmale wie der „Werther“ kann man im „Götz von Berlichingen“ (1773), „Clavigo“ (1774) und in seinen Hymnen wie „Ganymed“ (1774) und „An Schwager Kronos“ (1774), seine bekanntesten Werke aus dieser Zeit, erkennen. Sie beinhalten den kühnen Realismus des „Götz von Berlichingen“, die jugendliche Begeisterung des Sturm und Drangs, ihr Kraftgefühl, ihre Empörung und ihre Empfindsamkeit.

In den darauffolgenden Jahren ändern sich seine Werke deutlich. Sie bekommen nun klassische und später romantische Züge.

6. Einordnung des Textes in die literaturgeschichtliche Epoche

Die Novelle „Die Leiden des jungen Werther“ ist typisch für den Sturm und Drang. Sie beinhaltet viele Merkmale dieser Epoche.

Goethe schreibt von einem jungen Mann, Werther, der in Briefen seine ganzen Gefühle äußert, die sich in ihm anstauen. In diesem Drama spielt die Natur außerdem eine wichtige Rolle. Denn Werther entdeckt und beschreibt die Schönheit der Natur, die für ihn sehr bedeutend wird. Sie hilft ihm die unangenehmen, peinlichen, verhängnisvollen Ereignisse und bürgerlichen Verhältnisse zu überwinden.

Auch der „plebejischer“ Zug ist vorhanden. Werther erwähnt immer wieder sein Missfallen am Adel und versucht sich gegen die gesellschaftlichen und politischen Bedingungen aufzulehnen. (4910 Wörter)

7. Angabe der benutzten Sekundarliteratur

Quellen:

1. Geschichte der deutschen Literatur (Band 6) „Aufklärung, Sturm und Drang, frühe Klassik“ (1740 - 1789) C.H. Beck Verlag, 1990

2. Deutsche Dichter (Band 4) „Sturm und Drang; Klassik“ Reclam, 1989

3. Deutsche Dichter „Leben und Werk deutschsprachiger Autoren vom Mittelalter bis zur Gegenwart“ Reclam, 1993

4. Kindlers neues Literatur Lexikon Hauptwerke der deutschen Literatur (1) „Von den Anfängen bis zur Romantik Einzeldarstellungen und Interpretationen“

5. dtv-Lexikon (20 Bände) Band 8 und Band 18

6. „Die Leiden des alten und neuen Werther“ von Georg Järger Hanser Literatur- Kommentare, 1984

7. „Erläuterungen und Dokumente“ Reclam, 1982

8. Anmerkungen

zu 1) Geschichte der deutschen Literatur

zu 2) dtv-Lexikon Band 18

zu 3) dtv-Lexikon Band 8

zu 4) Kindlers neues Literatur Lexikon

zu 5) „Erläuterungen und Dokumente“

zu 6) „Die Leiden des alten und neuen Werther“

zu 7) Deutsche Dichter „Leben und Werk deutschsprachiger Autoren vom Mittelalter bis zur Gegenwart“

16 von 16 Seiten

Details

Titel
Goethe, Johann Wolfgang von - Die Leiden des jungen Werthers
Note
1
Autor
Jahr
1999
Seiten
16
Katalognummer
V105130
Dateigröße
368 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Goethe, Johann, Wolfgang, Leiden, Werthers, Thema Die Leiden des jungen Werther
Arbeit zitieren
Malte Ifang (Autor), 1999, Goethe, Johann Wolfgang von - Die Leiden des jungen Werthers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105130

Kommentare

  • Gast am 7.4.2002

    sehr schön.

    eine arbeit wie man sie sich wünscht

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Titel: Goethe, Johann Wolfgang von - Die Leiden des jungen Werthers



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