Zen-Buddhismus


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

9 Seiten, Note: sehr gut


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Zen-Meditation

1. Hintergrund der Zen-Meditation

Zen-Meditation heißt im Japanischen zazen und kommt ursprünglich aus dem Buddhismus. Die eigentliche Praxis des Meditieren hat ihr Wurzeln im indischen Yoga, welches schon Buddha übte, bevor er zur Erleuchtung gelangte. Er änderte und verbesserte diese Übungen, woraus schließlich das eigentliche zazen entstand. Rechte Konzentration, also Meditation, ist Bestandteil des achtfachen Pfads, den Buddha begründete, wodurch Befreiung erlangt wird.

In Japan unterscheidet man zwei unterschiedliche Gruppen von Sekten, die einen, die Erlösung aus eigener Kraft lehren, und die, die Erlösung aus fremder Kraft lehren. Zen zählt hierbei zu der zuerst genannten Gruppe, das heißt, Zen vertritt die meditative Intuition: „Es genügt nicht, die erlösende Wahrheit durch dialektisches Denken zu ermitteln, oder aufgrund von Übertragung durch Worte an dieselbe zu glauben. Sie muss vielmehr durch Intuition oder durch eigene innere Erfahrung erfaßt werden.“ Zu Intuition (Erleuchtung (satori) oder auch Wesensschau (kensho)) gelangt man durch die Zen-Meditation. „Erleuchtung ist die erfahrungsmäßige Erkenntnis allen Seins, in der es weder ein für sich bestehendes Ich noch irgendein Einzelding und daher auch keine Gegensätze gibt.“ Diese Welt, die einem zazen Praktizierenden bei der Erleuchtung offenbart wird, ist die <<Welt der Gleichheit>> (byodo no sekai), während unsere Welt, die <<Welt der Unterschiede>> (sabetsu no sekai), die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können, nach dem Zen-Buddhismus nur eine Scheinwelt ist.

2. Vollzug der Zen-Meditation

Zen-Buddhisten legen auf die Einhaltung ihrer Vorschriften hohen Wert, aber auch abschweifend von diesen äußerlichen Vorschriften kann man zur Erleuchtung gelangen. Meditiert wird auf einem 6-9cm hohen meist runden Kissen. Diese Kissen sind mit einer speziellen Art von Watte (panya) gefüllt, welche nur auf dem asiatischem Festland und in Teilen Europas wächst. Es wird sehr großen Wert auf die Benutzung genau dieses Materials gelegt, da es bei langem zazen, manchmal einige Tage , positive medizinische Auswirkungen hat, denn es schützt vor Krankheit, die von zu langem Sitzen verursacht werden. Natürlich kann die Höhe des Kissens und das Material beliebig ausgewählt werden, nur darf es bei längeren Sitzen nicht unangenehm werden. Anfangs wird jedoch ein möglichst hohes Kissen empfohlen, da der schwierige Sitz so leichter zu bewerkstelligen ist.

Die Beine werden gekreuzt, so dass der rechte Fuß auf dem linkem Oberschenkel liegt, der linke Fuß derweil auf dem rechtem Oberschenkel. Hierbei zeigen die Unterflächen der Füße nach oben. Der Oberkörper muss senkrecht gehalten werden, wobei der Kopf beziehungsweise der Hals als Verlängerung der Wirbelsäule dient. Die Nasenspitze ist also senkrecht über dem Bauchnabel und in dem ganzen Körper darf keine Spannung entstehen. Die eben beschriebene Sitzhaltung ist der sogenannte Lotussitz (kekka). Nicht jeder ist so gelenkig und kann diesen schwierigen Sitz ohne große Spannungen im Körper ausführen, für diejenigen gibt es auch noch den Halblotus (hanka), welcher in der Wirkungsweise nicht weit hinter dem kekka steht. Bei diesem ist nur ein Fuß auf dem Schenkel, der andere nah am Körper gehalten, so dass man aber nicht darauf sitzt.

Die linke Hand liegt in der rechten mit den Handflächen nach oben. Die Daumen sind waagerecht, berühren sich sanft, und die beiden auf den auf den Oberschenkeln aufliegenden Hände berühren den Unterbauch.

Während des Meditierens sind die Augen ein wenig geöffnet und der Blick sollte sich auf einen Punkt, etwa einen Meter entfernt auf den Boden oder an eine Wand richten. Ein- und ausgeatmet wird ausschließlich nur durch die Nase. Hierbei wird ruhig und tief, etwa zwei- bis dreimal so lange aus wie ein geatmet. Es wird tief mit dem Bauch geatmet (also keine Brustatmung). Die Eingewöhnung in diese Stellung dauert, aber sie verursacht eine bessere Durchblutung, Ruhe und Entspannung, ist also gut für die Gesundheit.

Noch wichtiger ist jedoch die innere Haltung. Hierbei soll an nichts gedacht werden, „weder über etwas, noch an etwas, was aber nicht heißt, dass man jede geistige Tätigkeit einstellt, döst.“ Diese Haltung wird auch als ‚munenmuso’ bezeichnet, was soviel bedeutet wie ‚ohne Begriffe und Gedanken’. Der Versuch, weder über etwas nachdenken, noch jede Form von geistiger Tätigkeit einzustellen, stellt viele, die zum erstenmal mit so etwas konfrontiert werden, vor große Schwierigkeiten, da der Mensch heutzutage in einer modernen Gesellschaft für alles, was er tut, ein Ziel und einen Grund hat. Doch auch für Buddhisten ist es schwer, in diese geistige Haltung hinein zu kommen, da einem ständig störende Gedanken in den Sinn kommen. ‚Munenmuso’ ist erst möglich beim Erreichen tieferen Bewusstseins, Bewusstseinserweiterung. Zen-Meditation ist jedoch keine Trance im Sinne eines ekstatischen Zustands, sondern ist statt dessen die Erreichung völliger Bewusstseinsleere. „Mit Hilfe des zazen ist es möglich, tiefer in die Seele einzudringen, es geht um >>das Durchbrechen der oberen Seelenschichten des zugreifendes Verstandes, des technischen Denkens, des bewussten, gezielten Willens und das Freigeben der tieferen Seelenschichten<< (Klemens Tilmann).

3.Schwierigkeiten

Schwierigkeiten bei der Ausübung des zazen entstehen sowohl bei der äußeren, wie auch bei der inneren Haltung. Viele Europäer, nicht die Masse der gelenkigen Asiaten, haben meist Schwierigkeiten mit dem Sitz, sie können oftmals beide nicht und sind auch in ihrem Leben nicht fähig, diese zu erlernen. Manchmal wird auch die Sitzhaltung nach gewisser Zeit unangenehm für den Meditierenden und es kommt zu Schmerzen im Bereich der Beine, des Rückens, der Glieder oder auch in der Brust. Durch Einseitigkeit haben viele Europäer eine Wirbelsäulenschwäche, welche durch das zazen behoben werden kann. Auch Schmerzen der inneren Organe können durch Zen-Meditation hervorgerufen werden, worauf man die Lage wechseln, oder einfach versuchen sollte, den Schmerz zu vergessen. Ein weiteres Problem ist auch, dass vielen beim Versuch zu meditieren, die halb geöffneten Augen zufallen oder dass die Augen anfangen zu tränen. Hier wird Anfängern empfohlen, ab und zu die Augen zu schließen. Um die Tiefatmung richtig zu beherrschen, sollte man sich einfach konzentrieren und vor allem ruhig und richtig sitzen.

Solange die innere Haltung stimmt, kann die äußere Haltung unter Umständen entbehrt werden, da es auch zum Beispiel körperlich Behinderte gab, welche im Liegen die Erleuchtung erfahren haben. Doch ohne die innere Haltung ist keine Meditation möglich. Schwierigkeiten entstehen auch oft dadurch, dass einige, auch wenn sie alles über sich ergehen lassen, keinen Sinn darin sehen, dazusitzen und an nichts zudenken. Viele erwarten bei der Meditation einen Dialog mit einer Gottheit oder suchen einen religiösen Inhalt, einen Sinn und ein Ziel, während man im zazen eine völlige Bewusstseinsleere anstrebt. „Einer hatte treffend gesagt: Wir sind ganz auf uns angewiesen, und das Ziel sehen wir nicht.“

4. Meditationshilfen

Bei der Herstellung der Bewusstseinsleere haben jedoch auch die Asiaten ihre Probleme. Deshalb versuchte man Mittel zu erfinden, die über die Anfangsschwierigkeiten hinweghelfen: Konzentration auf das Sitzen und Atmen und den Koan.

Konzentration auf das Atmen: Hier wird empfohlen, die Atemzüge zu zählen, bei ungeraden ein, bei geraden Zahlen aus, oder ohne zu zählen, sich peinlichst genau auf das Ein- und Ausatmen zu konzentrieren. Das heißt, beim Einatmen sollte man sich nur auf das Einatmen konzentrieren und genauso beim Ausatmen auf das Ausatmen. Die Konzentration führt schließlich bis auf Buddha und noch weiter zurück, „allmählich alles andere auszuschalten und innerlich zur Ruhe zu kommen“.

Konzentration auf das Sitzen (shikantaza): Sitzen, sitzen, sitzen und einfach versuchen, endgültig jeden noch so kleinen Gedanken los zu werden. Koan: „Koan ist eine Aufgabe, deren Lösung durch logisches Denken nicht möglich ist, ein unlösbares Rätsel, weil es einen Widerspruch enthält.“ Die meisten Koan sind Aussprüche von berühmten Zen-Meistern, die in einer bestimmten Situation getan wurden. Zum Beispiel:

Ein Mönch sprach zu dem Meister Chachou (778-897 in China).

„ >>Meister, ich bin noch ein Neuling; zeige mir den Weg.<< Chachou sprach: >>Hast du schon dein Frühstück beendet?<< Der Mönch: >>Ich habe mein Frühstück beendet.<< Chachou: >>Geh und wasch deine Eßschalen.<< Da kam der Mönch zur Einsicht, Erleuchtung.“

Wie kann man die Leere fassen?

Sekkyo fragte einen seiner Mönche: >>Kannst du die Leere fassen?<< >>Ich kann es versuchen<<, sagte dieser und formte die Hände zu einem Gefäß. >>Das ist nicht sehr gut<<, sagte Sekkyo. >>Du hast ja nichts drin<<. >>Dann Meister zeig mir bitte einen besseren Weg<<.

Daraufhin packte der Meister die Nase des Mönchen und zog kräftig daran. >>Autsch!<< schrie der Mönch >>du tust mir weh!<< >>Das ist der Weg die Leere zu fassen<<, sagte Sekkyo.

Ein Koan ist nur dann wirklich ein Koan, wenn man sich die Frage stellt, was hat die Frage eigentlich mit der Antwort zu tun. Sobald beides einen Sinn ergibt, ist der Koan kein Koan. „Der Koan soll für die Schüler eine ausweglose Sackgasse sein.“

Der Schüler, nachdem er seinen Koan erhalten hat, versucht natürlich zu allererst eine logische Antwort zu finden, „aber was immer er dem Zen-Meister vorlegt, wird abgewiesen, wenn es nicht aus der Sphäre des intuitiven Denkens kommt.“ Irgendwann schließlich nach noch so vergeblichen Mühen, gibt der Schüler seine Suche nach einer logischen Antwort auf. Er fängt so an, nicht mehr darüber nachzudenken, sondern hat es im Sinn. Er kommt in eine innere Not, wo er weder eine Lösung findet, noch das Koan einfach fallen lassen kann. Je weiter er damit übt, um so mehr wird er mit dem Koan eins. Und sobald er das wirkliche Eins-sein erreicht hat, hat er die Bewusstseinsleere erreicht. Der Anstoß zur Erleuchtung, zu einer neuen Sicht, ist meist Wahrnehmung, während des Meditieren wie zum Beispiel Gefühl, ein Windhauch, ein leiser Ton. Dieser Weg kann viele Jahre dauern. Der Koan formt die Denkweise im buddhistischem Sinn um.

5. Wirkungen der Zen-Meditation

Die Zen-Meditation kann sich von Mensch zu Mensch unterschiedlich auswirken, manchmal positiv, leider auch negativ. Als negativ betrachtet man das Phänomen ‚makyo’ (Teufelswelt). Dieses Phänomen kann bei jedem Menschen vorkommen, allerdings erst bei intensiver Meditation. Beim ‚makyo’ erscheinen vor den Augen des Meditierenden Gestalten, die teils angenehmer, teils unangenehmer Natur sind. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Buddhas, ein wildes Tier oder Lichterscheinungen. Jene sind Bilder aus dem Unterbewusstsein und ein Zeichen für richtiges zazen, da sie erst bei einer wirklichen Bewusstseinsleere eintreten. Aber um zur Erleuchtung zu gelangen, sollte man sich schlicht und einfach nicht um das makyo-Phänomen kümmern, oder sich von ihm beirren lassen. Eine positiv wirkende Erfahrung der Zen-Meditation ist das ‚zanmai’ (tiefe Sammlung), diese Sammlung ist so tief, so das man völlig jedes Zeitgefühl verliert, absolut nichts mehr spürt, also völlig absorbiert ist, was nicht mit einer Ekstase verglichen werden darf. Meist bemerkt der Mensch nicht, wenn er sich im Zustand des ‚zanmai’ befindet, denn sobald man sich dessen bewusst ist, ist das ‚zanmai’ ein Gegenstand den man wahrnimmt, fühlt. Jene tiefe Sammlung kann auch außerhalb der Meditation stattfinden. „Man ist trotz der Beschäftigung, und obwohl man auf nichts anderes, als auf diese Beschäftigung konzentriert ist, innerlich vollkommen gelöst.“

Zen-Buddhismus heute

1. Zen-Buddhismus gen Westen

Zen hat eine weltweite Bedeutung in der Geistesgeschichte des Menschen, doch lange Zeit begrenzte sie sich nur auf einen kleinen Raum in Fernost. Im 20. Jahrhundert gewann es dann schließlich mehr und mehr über die Grenzen Asiens hinweg an Bedeutung. Heute hat sich der Westen dem Osten geöffnet. Zen hat hierbei eine führende Stellung übernommen, da der Westen die unheimlich vielen fernöstlichen Meditationswege gern in eins zusammenfasst und nun mal Zen zwischen den vielen verschiedenen asiatischen Kulturen Brücken schlägt. „Eigene Bedürftigkeit weckte zusammen mit einer tiefen, erst spät verstandenen Sehnsucht, die keineswegs Exotisches, sondern seelische Erfüllung sucht, das Verlangen nach den spirituellen Reichtümern des Ostens.“ Der Westen ist auf dem Stand technischer Höchstleistungen, und als Kontrast zur modernen Massenabfertigung, zur Einseitigkeit des Westens sucht der Mensch die fernöstliche Geistigkeit auf. Der Zen-Buddhismus ergänzt ihn hierbei religiös und geistig.

„Der Brückenschlag zwischen Ost und West gelang erstmalig Suziki Daisetsu (1870- 1966).“ Erstmals in Berührung kam er mit dem Zen-Buddhismus als Student und schon bald danach übte er mit berühmten Zen-Meistern. Darauf ging er in die Vereinigten Staaten, um buddhistische Schriften zu präsentieren. Dort erlernte er die englische Sprache, heirate eine Amerikanerin und blieb schließlich in den Staaten, um später einige bedeutende Werke über den Zen-Buddhismus erstmals in englischer Sprache zu schreiben, mit denen er dem Westen den Buddhismus näher brachte. Er schrieb z.B.: ‚Essays in Zen Buddhism’ (1924-1934); ‚Introduction to Zen-Buddhism’ = ‚Die große Befreiung’. Später ab 1936 machte er viele Vortragsreisen durch Großbritannien und die USA, dort vornehmlich zu Universitäten, was sehr großen Einfluß auf die Entwicklung des Zen im Westen hatte. „Suzuki Daisatsu, der Pionier des Zen-Buddhismus im Westen, übermittelte das Überlieferte, in den japanischen Zen-Schulen und in der Religionsgeschichte gängige Geschichtsbild des Zen.“

2.Zazen gen Westen

Der Verantwortliche dafür, dass die Zen-Meditation heute auch im Westen praktiziert wird, ist Taisen Deshimaru. Er wurde 1914 in Saga (Japan), als Sohn einer streng buddhistischen Familie geboren. Enttäuscht von seinem begonnenen Volkswirtschaftsstudium, suchte er nach dem wahren Sinn des Lebens und kam so mit den Lehren des Zen in Berührung. Als er sich dem bekannten Zen-Meister Kodo Sawaki näherte, sagte jener im Zazen sitzend, ohne ihn bereits gesehen, oder gehört zu haben: „Ich erwarte ungeduldig ihren Besuch“. Deshimaru wurde schließlich sein Schüler, durfte aber weiterhin in der Gesellschaft leben. Er übte mit seinem Meister ständig Zazen und wurde kurz vor dessen Tod zum Mönch ordiniert, auf die Bitte hin Zazen in den Westen zu bringen. Nur zwei Jahre später, im Alter von dreiundfünfzig Jahren, begibt er sich , ohne auch nur ein Wort französisch sprechen zu können, auf die Reise nach Frankreich.

„ Der Same des Zen in neuer Erde

Ich habe den Europ ä ern das wahre Zen gebracht, das ist die gr öß te Freude meines Lebens. Ich habe den Wunsch meines Meisters Kode Sawaki verwirklicht, und ich habe die Ü berzeugung ,dass dieses Werk historisch sein wird.

Taisen Deshimaru “

In Frankreich verdient er seinen Lebensunterhalt mit Shiatsu-Massagen und hält Vorträge. Seine Zazen-Übungen erfahren immer mehr Begeisterung, so übt eine immer größere Anzahl von Menschen mit ihm Zazen. Mit seiner Hilfe entstanden über hundert Dojos in Europa und er gründete den Tempel >>La Gendronnière<<, das größte Zen-Dojo im Westen. Anfang des Jahres 1982 erkrankte er, worauf er nach Japan flog und dort am 30.April starb."Seine letzten Worte an seine Schüler sollen lauten: „Please continue Zazen!“. Neunundvierzig Tage hindurch übten in allen von ihm gegründeten Dojos seine Schüler in völligem Schweigen Tag und Nacht Zazen.“

La Gendronnière

1.Geschichte und Ort

Der von Taisen Deshimaru 1979 gegründete Zen-Tempel (Tempel der Nicht-Angst) befindet sich auf dem 75 ha großen Landgut im Gebiet der Loire-Schlösser. Seine wunderschöne und stille Umgebung ist wie geschaffen für das Praktizieren des Zazen. Es ist das Zen-Zentrum in Europa und lädt jährlich Hunderte von ZenSchülern ein um Zazen zu üben. „Nach dem Tod Meister Deshimarus 1982 geht die Praxis auf La Gendronnière und seine Unterweisung durch seine Schüler lebendig weiter. Die Leitung und die Unterweisung wird jetzt gemäß seinem Wunsch von seinen alten und engsten Schülern wahrgenommen.

2. Das Leben

Das ganze Jahr leben hier Zen-Schüler, üben zazen, ‚samu’ („samu ist das Arbeiten für das Leben des Tempels“) und halten die umgebende Landschaft und die Gebäude instand. „Auf La Gendronière ermöglicht die Praxis des Weges, das einfache Leben, die abwechslungsreiche und natürliche, für die Zazenübung geeignete Ernährung es allen, das Gleichtgewicht und die Harmonie von Körper und Geist wiederzufinden.“

3.Ein Tag der Zen-Praxis

Mit dem Läuten der Glocke beginnt der Tag, wobei einer kräftig läutend schnell durch das Tempelgelände läuft, um alle zu wecken. Darauf wird das Zazen einleitende Holz geschlagen. Nun versammeln sich die Schüler umgehend im Dojo, nehmen ihre Position ein und zazen beginnt. Um die übenden Schüler in ihre Konzentration zu helfen, ertönt im monotonen Rhythmus eine grosse Glocke. Am Ende des zazen ruft die Küche zum ‚genmai’( („eine Suppe aus Vollkornreis und Gemüsen“). „Die ‚genmai’ wird mit einem sehr konzentrierten Geist gegessen. Jede Geste, sorgfältig ausgeführt, ist eine Zeremonie. Es besteht kein Unterschied mehr zwischen sich und der ‚genmai’, zwischen sich und allen Dingen. Nach einer kleinen Entspannungspause ruft die große Glocke zum ‚samu’, das Arbeiten für das Tempelleben, ohne Gedanken an persönlichen Gewinn. Dieses Arbeiten vollzieht sich im selben Geist der Konzentration wie bei Zazen, in der ruhigen Energie, die Zazen entspringt. Es ist ntegraler Bestandteil der Praxis, es erlaubt, den Weg im Tun zu praktizieren. Während des Tages wechseln sich so Zazen - das Sitzen in Bewegungslosigkeit - und Samu - das Tun ab. Am Abend rufen die Schlaghölzer zum Schlafengehen. La Gendronnière wird friedlich.

Was ist AZI

Die AZI wurde von Taisen Deshimaru 1970 gegründet und bedeutet << Association Zen International >>. Sie ist eine Vereinigung aller Zen-Dojos, Zazengruppen und der Schüler des Meisters Deshimarus. Ihre Verantwortlichen treffen sich jährlich, um gemeinsam Zazen zu üben. Die gründung der AZI durch Taisen Deshimaru hatte zum Ziel, „die Praxis und die Unterweisung des Zen zu verbreiten so, wie sie von ihrem Gründer übermittelt wurden und dadurch der heutigen Zivilisation bei der Bewältigung ihrer schweren Krise zu helfen.“

Heute umfasst AZI über 200 Dojos und Zazengruppen in Europa und der ganzen Welt. Das umfasst mehr als zehntausend Personen, die regelmäßig in ihren Dojos Zazen praktizieren.

9 von 9 Seiten

Details

Titel
Zen-Buddhismus
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2001
Seiten
9
Katalognummer
V105192
Dateigröße
342 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zazen, Zen-Meditaion, Zen heute, Zen gen Westen
Arbeit zitieren
Clara Schwarz (Autor), 2001, Zen-Buddhismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105192

Kommentare

  • Gast am 11.4.2002

    Zen-Buddhismus.

    Liebe Clara
    Ich habe grosses Interesse an deiner Arbeit,
    leider finde ich deine Arbeit im Internet nicht.
    Wahrscheinlich liegt das an unserem Computer.
    Könntest du mir deine Arbeit per E-Mail schicken?
    Das wäre sehr nett danke
    Viele liebe Grüsse Lena

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Titel: Zen-Buddhismus



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