Faustsinfonie von Franz Liszt


Ausarbeitung, 2001

6 Seiten


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Die literarische Vorlage: Faust I von Johann Wolfgang von Goethe

Uraufführung: Braunschweig 1829

Entstehung: 1775 bis 1806

Personen: Faust, Mephisto, Margarethe

Wagner, Schüler, Valentin (Gretchens Bruder), Marthe Schwerdtlein

Ort: Deutschland, Studierstube, vor der Stadt, Auerbachs Keller in Leibzig, Strasse, Garten, Gretchens Stube, Dom, auf dem Brocken, Kerker 16. Jahrhundert.

Dieses monumentale Werk dramatische Werk soll vorführen , wie das Böse versucht, den Menschen durch sinnliche Verlockungen von seinem Wesen abzulenken, das durch Erkenntnis- und Schöpfungsdrang definiert ist.

Handlung

Der Prolog im Himmel setzt die spätere Handlung in Gang: Gott Vater erlaubt dem Teufel Mephistopheles den Versuch, Faust vom rechten Weg abzubringen. Der Beginn der eigentlichen Handlung zeigt den Wissenschaftler Faust in tiefer Verzweiflung darüber, dass es ihm unmöglich ist, in die letzten Geheimnisse der Natur und des menschlichen Lebens einzudringen. Von einem Selbstmord als letztem Erkenntnismittel halten ihn die Glocken des Ostermorgens ab. Von einem Spaziergang bringt Faust einen Pudel mit nach Hause, der sich als der verkleidete Teufel entpuppt (-->Pudels Kern) . Mephisto bietet Faust ein Abkommen an: Er wird Faust mit all seinen übermenschlichen Mitteln dienen, Fausts Seele soll dann dem Teufel verfallen, wenn Faust sich mit dem auf Erden Erreichten zufrieden geben wird. Faust glaubt, sich auf diese Bedingung einlassen zu können. Mephisto führt ihn zur Zerstreuung in ein Wirtshaus (Auerbachs Keller) , wo er derbe Späße mit den Gästen treibt. Dann läßt er Faust von einer Hexe ein Mittel verabreichen, das Faust nicht nur jung sondern auch verliebt machen soll. Die Wirkung tritt prompt ein: Faust sieht Gretchen aus der Kirche kommen und setzt sofort Himmel -und vor allem Hölle- in Bewegung, um Gretchen näher zu kommen. Mephisto verschafft Faust zuerst Geschenke für Gretchen, dann ein Rendezvous mit ihr. Spätere Treffen bleiben nicht ohne Folgen. Gretchen wird schwanger und ihr Bruder auf ihren Umgang aufmerksam. Er stellt Faust und wird von ihm getötet. Um Faust abzulenken, unternimmt Mephisto mit ihm einen Ausflug zur Hexen-Walpurgisnacht auf dem Brocken. Nach seiner Rückkehr findet Faust Gretchen im Gefängnis. Die Mutter ist an dem Schlafmittel gestorben, das Gretchen ihr gegeben hatte, um sich mit Faust ungestört treffen zu können.. Ihr Kind hat Gretchen ertränkt und erwartet nun als Kindsmörderin die Todesstrafe. Über all dem hat sie den Verstand verloren. Mephisto verschafft Faust eine Möglichkeit, Gretchen aus dem Kerker zu befreien.

Sie kann sich aber nicht überwinden, Faust zu folgen, da sie ihn in Begleitung Mephistos sieht, der ihr schon immer unheimlich war. Dieser hält sie für verdammt, eine himmlische Stimme widerspricht jedoch: „Sie ist gerettet!

Musikalische Analyse der Faustsinfonie

-(Notenbeispiele sind dem Anhang zu entnehmen)-

Die Faustsinfonie ist eine Programmsinfonie im Sinn der „Sinfonie fantastique” von Hector Berlioz. Liszt hat jedoch kein Programm hierzu verfaßt, da er davon ausging, dass die Dichtung jedem Konzertgänger bekannt sein würde und jede literarische Fixierung die Aufnahmebereitschaft für die Musik einschränken würde. Die ersten drei Sätze der Sinfonie tragen die Bezeichnung „Charakterbilder” und zeichnen jeweils die drei Hauptgestalten aus Goethes „Faust”, nämlich Faust, Margarete (Gretchen) und Mephisto nach.

L. kannte viele Faustbearbeitungen: Louis Spohrs Oper „Faust”, Richard Wagners

„Faust - Ouvertüre” , Robert Schumanns „Verklärung”: Szenen aus Goethes Faust (unvollendet), Hector Berlioz „La damnation de Faust”, Gounods Faustoper ( 2Jahre nach Ls FSinf. --> L verfaßte Bearbeitung dazu= 1861 entstandene „Valse de lòpera de Faust”)

Ähnlichkeiten mit:

-Wagners Faust -->motivische Übereinstimmung
(Redep.S. 10) mit 2. Faustmotiv.
-Hector Berlioz--> Finale der Sinf. fantastique mit Mephisto Satz (Auch die Sinf. fant. war nach Berlioz Angaben (Redep S.12) unter Einfluss von Goethes Faust I entstanden)
-Franz Schubert--> Anfangsmotiv stammt aus 1814 entstandener Szene aus Faust (Redep.S.11)

L. probierte mehrere Zwischenfassungen immer wieder mit Orchester aus und gestaltete um. Da er nicht soviel Orchestererfahrung besaß, zog er für Instrumen- tationsberatung August Conradi und Joachim Raff zu Rate.

Erste Fassung: Für kleines Orchester = 3 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 4 Hörner, und Streicher konzipiert (-->es fehlen noch: Trompeten, Posaunen, Tuba, Harfe, Schlaginstrumente, sogar Pauken).

Chorfinale noch nicht erwogen--> hierzu Anregung von seiner Lebensgefährtin Sayn-Wittgenstein.

Uraufführung am 5.09.1857: Mit Schlußchor, jedoch noch nicht in endgültiger

Fassung--> nach 4 weiteren Jahren in Druck gegeben --> Erscheinungsdatum: Sommer 1861

--> trotzdem weitere Änderungen : Es ist charakteristisch für L., auch in „abgeschlossene Werke” nochmal einzugreifen.

Goethes Faust = Weltliteratur für L.--> Nur die musikalische Form der Sinfonie wird diesem gerecht, jedoch schweres „Erbe” Beethovens und damit hoher Anspruch an L.

Zitat L: „Die Einführung eines Programmes erhebt die Musik in einen der Dichtung und der Philo- sophie ebenbürtigen Rang.”

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Details

Titel
Faustsinfonie von Franz Liszt
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Veranstaltung
Programmmusik
Autor
Jahr
2001
Seiten
6
Katalognummer
V105202
Dateigröße
333 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Faustsinfonie, Franz, Liszt, Programmmusik
Arbeit zitieren
Elke Sperling (Autor), 2001, Faustsinfonie von Franz Liszt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105202

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