Eva Braun. Kurzbiographie


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
3 Seiten, Note: 14 Punkte

Gratis online lesen

Eva Braun

Eva Braun wurde am 7. Februar 1912 um 2.32 Uhr in der Isabellastr. 45 in München geboren. Sie war das Kind des Lehrers Friedrich Braun und seiner Frau Franziska. Obwohl ihr Vater evangelisch war, wurde sie katholisch getauft und erzogen. Sie lebten besser als der Durchschnitt der Bevölkerung, zogen 1925 in eine große Wohnung, hatten ein Dienstmädchen und ein eigenes Auto, das damals echter Luxus war. Eva Brauns Eltern waren typisch kleinbürgerliche Leute, die konservativ-monarchistisch-nationale Anschauungen hatten. Zuerst besuchte Eva die Klostervolksschule im ländlichen Beilngries, danach das Lyzeum in der Tengstraße und schließlich das „Institut der englischen Fräulein“ in Simbach an der bayerisch-österreichischen Grenze, wo sie Französisch, Maschine schreiben, Buchhaltung und Haushaltsführung lernte. Ihre Lehrer beschrieben sie als „wildes, ungebärdiges und faules“ Mädchen, ihre Mitschülerinnen schätzen die unternehmungslustige und sportliche Eva. Eva Braun war immer sehr sportlich gewesen, sie war ein engagiertes Mitglied im Schwabinger Turnverein und betrieb dort Leichtathletik und Bodybuilding. Ihre Lieblingslektüre waren die Winnetou-Romane von Karl May sowie Groschenromane und Filmzeitschriften. Später, im Dritten Reich las sie die verbotenen Romane von Oscar Wilde, hörte amerikanischen Jazz und Musicals. Sie hatte damals schon den Traum, Filmschauspielerin zu werden, den sie nie aufgeben wird.

Durch Zufall bekam sie 1929 Arbeit im Photogeschäft Heinrich Hoffmanns, der damals schon ein Vertrauter Hitlers war. Sie lernte dort fotografieren und Filme zu entwickeln, was sie dann zu ihrem Hobby machte. Im Oktober 1929 traf sie dort den Mann ihres Lebens, Adolf Hitler. [Lesen Seite 234]. Angeblich erkannte sie ihn nicht, allerdings scheint das unwahrscheinlich, da es zu ihren Aufgaben gehörte, Postkarten mit Hitler Portraits zu verkaufen. Lange Zeit blieb das Verhältnis platonisch, er schenkte ihr zwar Blumen und küsste ihre Hand, aber eine richtige Beziehung war es nicht. Lange Zeit wußten auch nur ihre Schwestern Ilse und Gretl von dem Verhältnis, das noch keines war. Hitler lud sie oft, gemeinsam mit anderen Parteimitgliedern in die „Osteria Bavaria“ ein und so wurde sie schnell mit den Parteigrößen bekannt. Bald stammte ihr gesamter Freundeskreis aus der NSDAP. Selbst als berufstätige junge Frau ist sie im Elternhaus geblieben. Der Vater kontrollierte seine Töchter, las ihre Briefe, kontrollierte Telefonate. Um 22 Uhr wurde das Licht abgedreht. Von der Verbindung mit Hitler ahnte er nichts.

Bereits 1930 ließ Hitler die Ahnen von Eva Braun kontrollieren, er wollte unter keinen Umständen etwas mit einer Nichtarierin anfangen.

Obwohl Eva sich zeit ihres Lebens nicht für Politik interessiert hatte, fing sie in der Familie politische Debatten an, in ihrer Mutter fand sie eine Gesinnungsgenossin bei der Verehrung Hitlers, die Schwester Ilse, die vier Jahre älter war sowie der Vater standen nationalsozialistischen Ideen skeptisch gegenüber.

Anfang 1932 wurden sie in Hitlers Wohnung ein Liebespaar, doch Hitler diktierte von Anfang an die Spielregeln der Beziehung: Geheimhaltung, größte Diskretion, die Politik hat Vorrang. Eva Braun ließ sich lange gefallen, dass Hitler sie wie eine Mätresse behandelte und sie ihn kaum zu Gesicht bekam. Doch am 1. November 1932, schrieb sie, zermürbt durch das lange Warten einen Abschiedsbrief und schoß sich mit dem Armeerevolver ihres Vaters in den Hals. Trotz hohen Blutverlustes konnte sie selbst noch den Arzt rufen. Als Hitler davon erfährt, eilt er sofort zu ihr, er war durch das Erlebnis des Selbstmordes seiner Nichte Geli Raubal geprägt.

Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler erfüllte Eva Braun mit Sorge, da sie ihn auf der einen Seite nicht mehr sehr oft zu sehen bekommen würde, und da auf der anderen Seite, ihre „Rivalin“, Magda Goebbels, die ein Auge auf Hitler geworfen hatte, in Berlin lebte. Doch trotz allem kümmerte sich Hitler 1934 mehr um Eva als in den Jahren zuvor. Alle anderen Ereignisse, die in diesen Jahren passierten, Hitlers Aufstieg zum Führer und der Röhm-Putsch haben sie nicht weiter berührt.

Am 28. Mai 1935 beschloß sie erneut, sich das Leben zu nehmen, diesmal mit Schlaftabletten [Lesen S. 245]. Spät am Abend findet Ilse Braun ihre kleine Schwester in tiefer Bewußtlosigkeit und leistet erste Hilfe. Nach dem zweiten Selbstmordversuch machte ihr ihr Vater große Vorwürfe, nicht jedoch über Hitlers Politik, sondern über ihr „Kurtisanendasein“ da für ihn die Legitimation dieser Beziehung unmöglich schien. Das macht es ihr unmöglich, weiter im Elternhaus zu wohnen, sie bezog mit ihrer drei Jahre jüngeren Schwester Gretl eine eigene Wohnung, die in der Nähe der Wohnung Hitlers lag. Er selbst bezahlte die Miete. 1935 hörte Eva Braun schließlich auf zu arbeiten und ihr Traum, ein eigenes Haus zu besitzen ging in Erfüllung, Hitler ließ es über den Fotografen Hoffmann kaufen, erst 1938 ging es offiziell in Evas Besitz über. Hitler beschenkte sie weiterhin reich. Den Anfang machten die beiden Scotch-Terrier Negus und Stasi, dann kam ein Fernsehgerät, und zu ihrem 27. Geburtstag schließlich den Prototyp des VW-Käfer dazu, mit dem sie allerdings nicht fahren konnte, da sie zuviel Aufsehen erregt hätte.

Schließlich wurde Evas Vater, Friedrich Braun zu einem glühenden Anhänger der NSDAP und schließlich Mitglied. Am 8. November 1939 besuchte er eine Parteiveranstaltung im Münchner Bürgerbräukeller. Dort war ein Attentat auf Hitler geplant, der allerdings die Veranstaltung früher verließ. Braun blieb pflichtbewußt bis zum Ende und wurde gar verletzt. In Hitlers persönlichem Testament von 1938 kommt zum Ausdruck, dass sie Hitler nicht egal ist. Sie wurde als erste Person nach der Partei, die sein gesamtes Vermögen erben wird genannt und sollte aus der Parteikasse monatlich 1000 Reichsmark erhalten. Hitler und Eva trafen sich meist in seiner Wohnung in München am Prinzregentenplatz oder auf dem Obersalzberg, bei Berchtesgaden, wo Hitler ein Haus besaß. Der gesamte Obersalzberg wurde ab 1933 systematisch aufgekauft und Göring, Borman und Speer besaßen dort Häuser. Schließlich ließ auch Hitler sein Haus umbauen und nannte es Berghof. Es besaß mehr als 30 Räume, darunter ein Konferenzzimmer und ein Kino. Zwischen 1936 und 1945 verbrachte Eva 2/3 ihrer Zeit dort. Evas Zimmer lag neben Hitlers und zwischen den beiden Räumen lag ein Badezimmer, das vom Flur aus nicht erreicht werden konnte. Um der Langeweile vorzubeugen schrieb sie Briefe an Hitler und ihre Freunde, die sie fein säuberlich in ein Buch kopierte. Auch legte sie eine sogenannte „Garderobenkartei“ an. Über jedes Kleidungsstück wurde eine Akte angelegt, wo es gekauft worden war, wieviel es gekostet hatte. Dabei lag eine Skizze des Models sowie Bemerkungen über die dazu passenden Schuhe sowie die dazu passende Tasche und den Schmuck der dazu getragen werden konnte. Im Krieg wird ihr Verhältnis enger, Hitler ist öfter auf dem Berghof und wenn er nicht da ist, ruft er jeden Abend exakt um 22 Uhr an. Dennoch interessierte sie auch in Kriegszeiten die Politik nicht. Bei Diskussionen hielt sie sich raus und sie war nie Mitglied der NSDAP gewesen. Später erlosch auch ihr Interesse an den Reden Hitlers, für die sie anfangs sehr geschwärmt hatte. Zeitgenössische Publikationen für Frauen, wie das NS-Frauenbuch oder die NS-Frauenwarthe, hat sie verachtet. Es hat sie viel mehr kalt gelassen, was die Nazis von Frauen erwarteten. Aber einmal, im Januar 1943 ergriff sie bei einer Diskussion das Wort, als es um das beabsichtigte Verbot der Dauerwellen und der Einstellung der Kosmetikproduktion ging. Aber nur, weil sie sich nicht für Politik interessierte, konnte sie ihre Beziehung zu Hitler aufrechterhalten, er schätze es, dass sie sich nicht einmischte, und auch nur einmal interveniert hatte, nämlich für den jüdischen Arzt Dr. Bloch, er Hitlers Mutter bis in ihrem Tod begleitet hatte, die ser durfte unter Zurücklassung seines Vermögens schließlich emigrieren. Doch selbst zu ihrer Schwester Ilse, die dem Regime kritisch entgegenstand, und die auch auf dem Berghof mit ihrer Kritik nicht sparte sagte sie: „Wenn dich der Führer in ein Konzentrationslager steckt, werde ich dich nicht herausholen!“. Hitler sagte sogar einmal in ihrer Gegenwart: „Sehr intelligente Menschen sollen sich eine primitive und dumme Frau nehmen. Sehen Sie, wenn ich nun noch eine Frau habe, die mir in meine Arbeit hereinredet!

In meiner freien Zeit will ich meine Ruhe haben... heiraten könnt‘ ich nie!“ So war Evas politische Abstinenz Eckpfeiler und Garant ihrer Beziehung zu Hitler.

Eva war eine gepflegte und elegante Erscheinung. Ihre Kostüme kamen aus Berlin, ihre Kleider aus Paris, Schuhe kaufte sie in Florenz. Sie hatte eine Vorliebe für Schmuck und trug stets nur ganze Garnituren (Ohrringe, Ketten, Armband). Sie wechselte ihre Kleidung bis zu siebenmal täglich, dafür hatte sie ein eigenes Dienstmädchen und eine Friseuse. Sie benutze teure französische Parfüms und schminkte sich perfekt. Doch sie war starke Raucherin und verletzte „ihre Pflicht als deutsche Frau“, die nicht zu rauchen hatte. Hitler persönlich wirkte an einer Antiraucherkampagne, die gegen Frauen gerichtet war, mit, und warnte die auf dem Berghof anwesenden, rauchenden Damen vor dem schädlichen Nikotin. Eva Braun hat niemals vor Hitler geraucht, dafür besaß sie ein kleines Gästezimmer neben ihrem eigenen, in dem sie rauchte.

Zu offiziellen Besuchen wurde sie nicht herangezogen, sie musste viel mehr in ihrem Zimmer bleiben und dort warten, bis Besucher, wie z.B. der amerikanische Ex-Präsident Hoover, der britische Premierminister Chamberlain, der König von Bulgarien, der spätere Papst Pius XII., der damals noch Kardinal war, und der Herzog und die Herzogin von Windsor. Bei Besuchern, die länger blieben, musste sie in das Haus von Martin Borman übersiedeln. Eva Braun hat allerdings die meisten dieser Besucher von ihrem Fenster aus mit einem Teleobjektiv fotografiert. Sie fotografierte und filmte leidenschaftlich gerne. Sie klebte alle Photos in Alben und beschriftete sie sorgfältig. 33 Stück sind erhalten. Seit Beginn 1939 besaß sie auch ein eigenes Zimmer in der Reichskanzlei, Hitler hatte ihr das ehemalige Schlafzimmer Hindenburgs gegeben. Dort erfuhr sie vom Krieg mit Polen, allerdings hatte sie bis zum Ende angenommen, Hitler wollte diesen Krieg verhindern und Polen war nicht bereit zu verhandeln.

Der negative Kriegsverlauf bedeutete auch das Ende des idyllischen Lebens auf dem Obersalzberg. Ab 1942 war es Führerhauptquartier. Am 20. Juli 1944 explodierte im Führerhauptquartie r Wolfsschanze in Ostpreußen eine Bombe, der Versuche mehrerer Offiziere, Hitler zu beseitigen. Hitler überlebte leicht verletzt, Eva Braun schickte er seine getragene Uniform [Lesen S. 268 + 269].

Ab Mitte 1944 begannen die Alliierten auch den Obersalzberg zu bombardieren, wobei nie etwas getroffen wurde, da man bei Fliegeralarm alle Gebäude mit künstlichem Nebel einhüllte, die dort lebenden Personen erreichten über einen Gang, der in den Felsen geschlagen worden war, einen Luftschutzbunker.

Die Zukunftsperspektiven schienen für Eva Braun 1944 nicht sehr rosig. Am 26. Oktober macht sie ihr Testament.

Am 9. Februar feiert sie mit ihrer Familie ihren Geburtstag nach, es wird gleichzeitig eine Abschiedsfeier werden. Kurz darauf läßt sie ihren Mercedes mit einem Tarnanstrich versehen und fährt Ende März quer durch Deutschland nach Berlin. Hitler freute sich über ihr Kommen, obwohl er ihr befohlen hatte, den Berghof nicht zu verlassen. Eva Braun hätte Ende April ihren Geliebten leicht verlassen können, sie bekam das Angebot, sich ausfliegen zu lassen, aber sie wollte bleiben: „Ich bin sehr glücklich, gerade jetzt in seiner Nähe zu sein!“. Ihre Schwester Gretl bekommt Evas gesamte Privatkorrespondenz, und damit die Weisung, alles zu vernichten.

Am 28. April 1945 heiratete sie dann endlich den Mann, auf den sie 16 Jahre lang gewartet hatte. Goebbels und Borman waren ihre Trauzeugen, sie trug ein langes, hochgeschlossenes Kleid aus Seidentaft und Schmuck. Noch während der Hochzeitsfeier beginnt Hitler, sein politisches Testament zu diktieren [lesen S. 273].

Am frühen Nachmittag des 30. April 1945 begeht das Ehepaar Hitler Selbstmord. Hitler erschießt sich, Eva Braun nimmt Gift. Ihre Leichen werden von Hitlers Chauffeur mit Benzin übergossen und im Hof der Reichkanzlei angezündet.

3 von 3 Seiten

Details

Titel
Eva Braun. Kurzbiographie
Note
14 Punkte
Autor
Jahr
2001
Seiten
3
Katalognummer
V105248
Dateigröße
356 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Bei Gefallen, hab ich auch noch ein einseitiges Handout, das ich ggf. verschicken kann.
Schlagworte
Braun
Arbeit zitieren
Barbara Moninger (Autor), 2001, Eva Braun. Kurzbiographie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105248

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Eva Braun. Kurzbiographie


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden