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Der Herero- und Namaaufstand unter besonderer Berücksichtigung der Völkermordthese

Title: Der Herero- und Namaaufstand unter besonderer Berücksichtigung der Völkermordthese

Term Paper (Advanced seminar) , 1997 , 28 Pages , Grade: 1,75

Autor:in: Gerald Böke (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Im Mittelpunkt der Erörterung über den Herero-Nama-Aufstand von 1904 bis 1907 gegen die deutsche Kolonialherrschaft in Südwestafrikawird seht die Art und Weise der Niederschlagung des Aufstands. Die leitende Fragestellung ist die Überprüfung der in der Literatur häufig diskutierten These vom deutschen Völkermord an den indigenen Völkern. Eine besondere Relevanz erlangt diese Fragestellung, weil anhand der Völkermordthese eine Kontinuität von der Kolonialpolitik des Kaiserreiches zum Nationalsozialismus hergestellt werden kann. Im Sinne der Fragestellung wird zunächst die Kriegsführung der Deutschen und der indigenen Völker erörtert, wobei geklärt wird, ob diese eine harte Reaktion der deutschen Seite (teilweise) rechtfertigen oder zumindest erklären konnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Beginn der Aufstände - Aspekte der indigenen Kriegführung

3. Das deutsche Vorgehen bis zur Absetzung Leutweins

4. Der erste Krieg des wilhelminischen Kaiserreichs und der Völkermord

4.1. Die Strategie und Motivation Trothas und des Generalstabs bis zur Schlacht am Waterberg

4.2. Die Proklamation vom 2.10.1904 und ihre Rezeption in der Metropole und in der Kolonie

4.3. Der Nama-Aufstand und die Niederschlagung der Aufstände bis 1907

4.4. Die Eingeborenenverordnungen und die Gefangenenlager

5. Diskussion der Völkermordthese

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Herero-Nama-Aufstand von 1904 bis 1907 in Deutsch-Südwestafrika und prüft die wissenschaftlich diskutierte Völkermordthese vor dem Hintergrund der deutschen Kolonialpolitik dieser Ära.

  • Analyse der indigenen und deutschen Kriegsführung unter besonderer Berücksichtigung der Ablösung von Gouverneur Leutwein durch General von Trotha.
  • Untersuchung der Rolle von General von Trotha und der offiziellen deutschen Strategie, insbesondere der Proklamation von 1904.
  • Bewertung der Eingeborenenverordnungen und der Situation in den Gefangenenlagern als Teil der Vernichtungspolitik.
  • Diskussion über die Einordnung der Ereignisse als Völkermord im Kontext der historischen Kontinuität zur späteren nationalsozialistischen Vernichtungspolitik.

Auszug aus dem Buch

4.1. Die Strategie und Motivation Trothas und des Generalstabs bis zur Schlacht am Waterberg

Da der Kaiser wegen der Dauer des Aufstands das Interesse verloren hatte, gab er Trotha keine detaillierten Anweisungen, sondern äußerte nur die Erwartung „daß er mit allen Mitteln den Aufstand niederschlagen werde." Trotha hatte also freie Hand. Im Gegensatz zu Leutwein standen für ihn nicht wirtschaftliche und politische Gesichtspunkte, sondern rein militärische im Vordergrund. Darüberhinaus brachte der Kommandowechsel ein sozialdarwinistisches Motiv ins Spiel. Trotha sah in dem Aufstand einen „Rassenkampf", in dem sich die „Neger" nur der „rohen Gewalt" beugen würden. An Leutwein schrieb er programatisch : „Ich kenne genügend Stämme in Afrika. Sie gleichen sich alle in dem Gedankengang, daß sie nur der Gewalt weichen. Diese Gewalt mit krassem Terrorismus und selbst mit Grausamkeit auszuüben, war und ist meine Politik. Ich vernichte die aufständischen Stämme mit Strömen von Blut und Strömen von Geld". Damit kündigte er die Vernichtung der Herero (und Nama) an.

Dafür hatte ihm Leutwein, allerdings ungewollt, eine günstige Ausgangslage geschaffen. Da sich das gesamte Hererovolk am Waterberg gesammelt hatte, bot sich dort für Trotha die Gelegenheit zu einer Vernichtungsschlacht. Die deutschen Truppen waren jedoch zahlenmäßig nicht in der Lage, die Herero in einer Kesselschlacht zu vernichten, da ein Durchbruch nicht zu verhindern war. Die schwächste Abteilung wurde deshalb - offenbar absichtlich - so platziert, daß den Herero nur der Ausbruch in Richtung der Omaheke-Wüste offenstand. Diesen Plan offenbart das Generalstabswerk: „Sollten die Herero indessen doch versuchen, hier durchzubrechen, so mußte ein solcher Ausgang der deutschen Führung um so erwünschter sein, als der Feind dann freiwillig in sein Verderben rannte. Denn in dem wasserlosen Sandfelde mußte er verdursten."

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Thema des Aufstands und stellt die Forschungsfrage nach der Völkermordthese im Kontext der deutschen Kolonialgeschichte vor.

2. Der Beginn der Aufstände - Aspekte der indigenen Kriegführung: Dieses Kapitel thematisiert den Ausbruch des Aufstands 1904 und analysiert die Strategien der Herero sowie die Reaktionen der deutschen Siedler.

3. Das deutsche Vorgehen bis zur Absetzung Leutweins: Hier wird der Wechsel in der deutschen Militärführung und die Ablösung von Leutwein als Zäsur in der deutschen Kolonialpolitik betrachtet.

4. Der erste Krieg des wilhelminischen Kaiserreichs und der Völkermord: Dieser Abschnitt untersucht detailliert Trothas Strategie, die Vernichtungsschlacht am Waterberg, die Proklamation an die Herero sowie die Bedingungen in den Gefangenenlagern.

5. Diskussion der Völkermordthese: Dieses Kapitel diskutiert die Definition von Völkermord und bewertet, ob die deutsche Kriegsführung sowie die legislativen Maßnahmen (Eingeborenenverordnungen) diesen Tatbestand erfüllen.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Völkermord kein Zufallsprodukt, sondern eine geplante Konsequenz der deutschen Führung war.

Schlüsselwörter

Herero-Nama-Aufstand, Kolonialherrschaft, Völkermord, Deutsch-Südwestafrika, Lothar von Trotha, Schlacht am Waterberg, Eingeborenenverordnungen, Konzentrationslager, Rassismus, Sozialdarwinismus, Kolonialpolitik, Vernichtungsstrategie, Hendrik Witbooi, Samuel Maharero, Kontinuitätsthese.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Herero-Nama-Aufstand in Deutsch-Südwestafrika zwischen 1904 und 1907 und untersucht dabei kritisch die These, dass das Vorgehen des deutschen Kaiserreichs als Völkermord zu bewerten ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Kriegsführung der Schutztruppe, der Wandel von einer zivilen zu einer militärischen Vernichtungsstrategie unter General von Trotha, die Rolle der deutschen Führung sowie die sozialen Folgen der Kolonialpolitik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Überprüfung der Völkermordthese, um zu klären, ob die deutsche Kriegsführung und die anschließenden gesetzlichen Maßnahmen gegen die indigenen Völker als bewusste physische Vernichtung geplant und durchgeführt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse von zeitgenössischer Fachliteratur, Memoiren und Aktenmaterial, um den historischen Sachverhalt anhand der Aussagen verschiedener Historiker zu vergleichen und zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den Strategien der deutschen Kriegsführung, dem Verlauf der Aufstände, den Auswirkungen der Proklamationen und dem grausamen Schicksal der Indigenen in Gefangenenlagern und unter Zwangsarbeitsbedingungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Völkermord, Kolonialherrschaft, Vernichtungsstrategie, Rassenkampf und die moralische Verantwortung der deutschen Führung.

Warum spielt die Person Lothar von Trotha eine entscheidende Rolle in der Arbeit?

Trotha gilt als zentraler Verantwortlicher für den Übergang zu einer radikalen Vernichtungspolitik, da er den Aufstand als einen zu vernichtenden Rassenkampf interpretierte und die Anweisungen zu "krassem Terrorismus" erteilte.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Gefangenenlager?

Der Autor sieht in den Konzentrationslagern, etwa auf der Haifischinsel, ein wesentliches Indiz für die Fortsetzung der Vernichtungsstrategie, die zu einer extrem hohen Sterblichkeit unter den gefangenen Herero und Nama führte.

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Details

Title
Der Herero- und Namaaufstand unter besonderer Berücksichtigung der Völkermordthese
College
Bielefeld University  (Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie)
Course
Deutsche Kolonialpolitik im Kaiserreich
Grade
1,75
Author
Gerald Böke (Author)
Publication Year
1997
Pages
28
Catalog Number
V10525
ISBN (eBook)
9783638169219
ISBN (Book)
9783638641463
Language
German
Tags
Herero- Namaaufstand Berücksichtigung Völkermordthese Deutsche Kolonialpolitik Kaiserreich Afrika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gerald Böke (Author), 1997, Der Herero- und Namaaufstand unter besonderer Berücksichtigung der Völkermordthese, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10525
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