Schiller, Friedrich - Die Räuber


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

11 Seiten, Note: 6-5 (Schweiz)


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Die Zusammenfassung:

1. Akt, 1. Szene:

Personen: Der alte Moor, Franz

Der alte Moor, leicht kränkelnd, und Franz, der seine Intrige startet, die ihn zum Grafen und seinen Bruder ausschalten soll, befinden sich im Schloss der Moors. Franz bringt einen Brief mit einer schlechten Nachricht über Karl, der Schulden gemacht, Frauengeschichten gehabt und Duelle gefochten haben soll. Durch die Art und Weise des Vortrag quält er den alten Moor und gibt sich gleichzeitig unterwürfig und edel. Nachdem er Ausschnitte vorgelesen hat zerreist er den Brief des angeblichen Korrespondenten.

Der Leser erhält Einblicke in das hinterlistige Wesen Franz’ und dessen Motive, welche der Neid, auf seinen Bruder einerseits und sein übertriebenes Machtstreben -ein Kompensationsverhalten auf Grund eines Minderwertigkeitskomplexes- anderseits sind. Nun hetzt Franz seinen Vater gegen Karl auf und will ihn dazu bringen, Karl zu verstoßen. Schlussendlich will der alte Moor Karl mit Ignoranz strafen, auf dass dieser sich bessere und zu ihn zurückkehre. Mit dem Argument, der Alte fände in diesem Augenblicke möglicherweise zu harsche Worte, erschleicht sich Franz die Aufgabe seinem Bruder zu schreiben.

Der alte Moor geht ab und es folg ein Monolog in welchem, Franz dem Leser in aller Boshaftigkeit seinen Plan enthüllt. Auch der Brief entpuppt sich als Fälschung. Der erste Schritt auf seinem Weg zur Macht ist getan: Er hat Zwietracht zwischen Vater und Sohn gestreut. Er hofft so gleichzeitig seinen Bruder und Rivalen und, durch die seelische Qual, auch seinen Vater loszuwerden. Auch die erste Andeutung in Richtung Amalie folgt:

“... und ihr muss ich diesen Karl aus dem Herzen reißen, wenn auch ihr halbes Leben dran hängen bleiben sollte.“

(S. 16 v. 26-28)*

Nun rechtfertigt Franz sein Handeln vor sich selbst mit dem Recht des Stärkeren. Er vergleicht sein Gewissen mit den modischen Beinschnallen, die man nach Belieben in der Grösse andern könne. Er setzt sich über alle gängigen Moralvorstellungen hinweg und macht

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sich sogar über sie lustig. Er fühlt sich von seinem Vater nur aus Eitelkeit geliebt. Nachdem er sich nie geliebt und beachtet gefühlt hat, will er sich nun mit Gewalt diese Aufmerksamkeit holen.

1. Akt, 2. Szene:

Personen: Karl (Moor), Spiegelberg, ..., Schweizer, Grimm, Roller, Schufterle, Razmann

Karl und Spiegelberg befinden sich in einer Kneipe. Erster Auftritt Karls; er stellt sich als kritischer und sympathischer Schöngeist vor. Spiegelberg gibt den Bodenständigen, der Karl überzeugen will das Notwendige zu tun.

Karl kritisiert die Arroganz der zeitgenössischen Gelehrten die alten klassischen Helden zu kritisieren. Er repräsentiert sofort den Gegenpol zu Franz der sich ja zum Ideal an die Mode und den Zeitgeist gehalten hat. Karl kritisiert die Scheinheiligkeit seiner Zeitgenossen. Er repräsentiert den natürlichen Lebemensch im Gegensatz zu seinem seelisch verletzten Bruder. Er ist eine typische Figur die sich in der Sturm und Drang- Phase seines Lebens befindet, rebellisch, wild, ungestüm aber idealistisch.

Spiegelberg schlägt vor nach Jerusalem zu gehen um sich dort den Thron zu erschleichen und das Land zu plündern. Er ist auch ein Vertreter der Amoral wie Franz aber weniger verbittert mehr lausbubenhaft.

Karl ist der rebellische Draufgänger mit natürlicher Autorität, ein von der Natur beschenkter junger Mann. Spiegelberg erzählt die Geschichte des Hundes, dem erst ein Bein abgeschossen wird und der später stirbt. In dieser Geschichte bringt Karl das Volk hinter sich, um seinen Feinden zu schaden. Moor ist gerade im Stadium des Erwachsenwerdens und will eigentlich mit solchen Streichen abschließen.

Spiegelberg berichtet von seiner kleinen Heldengeschichte, in welcher er einem bissigem Hund durch einen Sprung über einen weiten Graben entkommt. Interessanterweise handeln beide Erzählungen von Hunden, wahrscheinlich um den Kontrast zwischen beiden zu verdeutlichen.

Spiegelberg entpuppt sich als arrogant und ein Exemplar eines von Sturm und Drang geprägten Charakters. Er träumt von grösseren genialen Streichen die aus ihm einen Helden machen soll.

Er wird von Karl nicht ernst genommen. Karl will bodenständig werden und zu seiner Amalie zurückkehren. Damit wissen wir nun auch auf wen es Franz abgesehen hat. Karl erwartetet die Vergebung seines Vaters, als nun Schweizer und Co. erscheinen. Der Brief, den Schwarz überbringt, ist niederschmetternd. Es besteht keine Aussicht auf Vergebung. Karl zieht sich zum Zaudern zurück.

Nun kommt Spiegelberg mit seiner Idee eine Räuberbande zu gründen und hat sich als Hauptmann im Sinn, doch die anderen wünschen sich Karl als Hauptmann. Karl ist wutentbrannt am Fluchen, als er von Spiegelbergs Idee hört. Er ist sofort Feuer und Flamme, da es ihm nun die Möglichkeit gibt seinem Trotz Ausdruck zu verleihen. Spiegelberg ist eifersüchtig und hält sich abseits. Karls und seine Räuber leisten den Schwur. Als Spiegelberg alleine zurückbleibt wird sein Vorhaben, Karl bei Gelegenheit zu beseitigen, offensichtlich.

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1. Akt, 3. Szene:

Personen: Franz, Amalia

Franz versucht Amalie für sich zu gewinnen. Amalie stellt sich sofort auf die Seite Karls.

Franz offenbart Amalia seine Liebe und sie fordert ihn auf sie zu hassen. Franz lässt sich nicht abwimmeln und wird zudringlich.

Er behauptet Karl habe einen Ring, den Amalia ihm als Liebesbeweis gegeben hatte, als Bezahlung einer Hure gegeben. Damit hat Franz sie an dem einzigen Wunden Punkt getroffen und nun behauptet er auch noch Karl habe die Pest. Bald findet Amalia ihren Glauben an Karl wieder und Franz verspricht den Vater um Vergebung für Karl zu bitten. Sie fällt ihm um den Hals, er versucht aufs Neue sie für sich zu gewinnen und behauptet Karl habe gewollt, dass er sich um sie kümmere. Sie schenkt ihm erneut keinen Glauben. In Franz entbrennt die Wut, weil er auf ein Neues auf der Ebene des Gefühls kläglich versagt und will Amalia nun vor sich zittern sehen. Sie schwört Karl demonstrativ die Treue.

2. Akt, 1. Szene:

Personen: Franz, Hermann

Der Beginn der Szene ist ein Monolog von Franz, der dem allzu langen Leben seines Vaters zaudert und sich fragt, ob er vielleicht nicht doch ein wenig nachhelfen sollte. Das Wie wird erörtert und kommt zu der Einsicht nicht zu auffällig zu sein und keinen groben Eingriff zu wagen. Er wolle dem Alten nur auf seinem Weg ins Grab helfen.

»Und wie ich nun werde zu Werk gehen müssen, diese süße, friedliche Eintracht der Seele mit ihrem Leibe zu stören? Welche Gattung von Empfindnissen ich werde wählen müssen? Welche wohl den Flor des Lebens am grimmigsten anfeinden? Zorn? - dieser heißhungrige Wolf frisst sich zu schnell satt - Sorge? - dieser Wurm nagt mir zu langsam - Gram? diese Natter schleicht mir zu träge - Furcht? die Hoffnung lässt sie nicht umgreifen? - was? sind das all die Henker des Menschen? - Ist das Arsenal des Todes so bald erschöpft? - (Tiefsinnend) Wie? - Nun ? - Was? Nein! - Ha! (Auffahrend) Schreck! - Was kann der Schreck nicht? - Was kann Vernunft, Religion, wider dieses Giganten eiskalte Umarmung? - Und doch? - Wenn er auch diesem Sturm stünde? - Wenn er? - O so komme mir zu Hülfe Jammer, und du Reue, höllische Eumenide, grabende Schlange, die ihren Fraßwiederkäut und ihren eigenen Kot wiederfrisst; ewige Zerstörerinnen und ewige Schöpferinnen eures Giftes, und du, heulende Selbstverklagung, die du dein eigen Haus verwüstest, und deine eigene Mutter verwundest - Und kommt auch ihr mir zu Hülfe wohltätige Grazien selbst, sanftlächelnde Vergangenheit, und du mit dem überquellenden Füllhorn, blühende Zukunft, haltet ihm in euren Spiegeln die Freuden des Himmels vor, wenn euer fliehender Fußseinen geizigen Armen entgleitet - So fall ich Streich auf Streich Sturm auf Sturm dieses gebrechliche Leben an, bis den Furientrupp zuletzt

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schließt - die Verzweiflung! Triumph! Triumph! - Der Plan ist fertig - schwer und kunstvollwie keiner - zuverlässig - sicher - denn (spöttisch) des Zergliederers Messer findet ja keine Spuren von Wunde oder korrosivischem Gift.«

(S.41, V.6-36)*

Hermann, der vom alten Moor beleidigt wurde und dem Karl Amalia ausgespannt hat, tritt auf. Franz erinnert Hermann an all das Unrecht welches er von Karl und dem Alten Moor habe erdulden müssen und stachelt ihn so auf. Er verspricht ihm Amalia als Gemahlin. Dieses Versprechen plant er jedoch nicht einzuhalten.

Er trägt ihm auf sich zu verkleiden und zu behaupten er käme aus Böhmen und Karl sei tot. Dies solle den Vater in den Tod treiben und ihn zum Grafen machen.

2. Akt, 2. Szene:

Personen: Amalia, der alte Moor, Daniel, Hermann, Franz

Amalia kommt in das Schlafzimmer und kann dem Alten Moor, da er so gütig aussieht, nicht böse sein. Er träumt von Karl. Der Alte macht sich Vorwürfe wegen Karl. Er will Karl noch einmal sehen bevor er stirbt. Daniel, der Diener, kündigt einen Gast an.

Es ist der verkleidete Hermann mit der traurigen Nachricht. Franz kommt zusammen mit dem verkleideten Hermann herein. Hermann behauptet Karl habe betteln müssen und sei eines heldenhaften Todes im Krieg gestorben.

Ausserdem macht er dem Vater noch Schuldgefühle da er behauptet der ach so gute Karl sei durch den Fluch des Vaters in den Untergang getrieben worden. Das Bild Amaliens wird Franz vermacht um ihm so die angebliche Absolution Karls zu Teil werden zu lassen. Es folgt noch ein Versuch des hartnäckigen Franz Amalia für sich zu gewinnen. Auf dem Schwert, das sie als Beweis mitbringen, steht mit Blut geschrieben sie solle sich um Franz kümmern. Da die Schrift gut gefälscht ist fällt Amalia dieses Mal drauf rein und zieht den Schluss, dass Karl könne sie nie geliebt haben, wenn er etwas derartiges verlange.

Der alte Moor fordert von Franz seinen Sohn zurück, aber dieser fragt ihn nur, wer ihn denn weggeschickt habe.

Die Lüge verfehlt ihre Wirkung nicht und der alte Moor scheint in seinen letzten Zügen zu liegen. Nun offenbart Franz sein wahres Gesicht und befiehlt dem Alten regelrecht zu sterben. Amalia kommt zurück und die beiden Trauernden spenden sich gegenseitig Trost. Franz tauch wieder auf. Der Vater, dem Tode nahe, vergibt Franz und Amalia liest die Geschichte von Jakob und Joseph vor. Noch während der Geschichte haucht der Alte ,scheinbar, sein Leben aus und Amalia schreit auf. Franz kommt freudig zurück, nachdem er sich während der Geschichte fortgeschlichen hatte. Franz glaubt sich nun der neue Herr und triumphiert.

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2. Akt, 3. Szene:

Personen: Spiegelberg, Razmann, Schwarz, Schweizer, Roller, Schufterle, Moor, Pater

Spiegelberg trifft Razmann, einen alten Bekannten und Räuber und erzählt die Geschichte als man ihn gehängt glaubte. Er meldete bei der Polizei den berüchtigten Spiegelberg gesehen zu haben und beschrieb irgendeinen Wunderdoktor, der darauf hin sofort festgenommen wurde. Unter Folter gestand dieser Spiegelberg zu sein und wurde vor den Augen des Echten gehängt.

Spiegelberg prahlt mit einer weiteren seiner “Heldentaten“: Er und seine Kameraden seien in ein Kloster eingebrochen, hätten die Nonnen vergewaltigt und das Kloster geplündert. Razmann erzählt von ihrem Überfall auf einen schwerreichen Grafen und dessen Advokat. Durch zahlreiche Details wird augenscheinlich, das Karl, obwohl Räuber und Mörder, immer noch gut, ehrbar, ja fast edel handelt.

Die einzige Schwäche Karls ist seine moralisch korrekte, aber unkontrollierbare und übertriebene Wut, die sich schon in der Geschichte um den Tod des Hundes andeutete und immer unterschwellig spürbar ist. Jetzt betritt Schwarz die Bühne, der auch hier bei seinem zweiten Auftritt, die Aufgabe des Überbringers schlechter Nachrichten übernimmt, daher wohl auch sein Name.

Roller, einer ihrer Kameraden, sei geschnappt und gehängt worden heißt es. Während dies Betroffenheit bei Razmann auslöst, lässt es Spiegelberg absolut kalt. Doch wie durch ein Wunder taucht Schweizer mit Roller im Schlepptau auf. Man erfährt, das Karl von Moor, als Vergeltung für den Tod seines Kameraden Roller, die Stadt an 33 Ecken hatte anzünden lassen.

Hier manifestiert sich DIE Schwäche der, ansonsten zwar wilden, aber doch dem »Guten« zugewandten Hauptperson dieses Stücks. Sein persönlicher Schmerz erstickt sein Mitgefühl für diejenigen, die er seine Feinde glaubt und treibt ihn zu verheerenden, egoistischen und egozentrischen Taten.

Die Quelle seiner üblen Taten ist also keineswegs Sadismus und Boshaftigkeit wie bei einigen seiner Kameraden, insbesondere Spiegelberg, sondern ein Mangel an Beherrschung. Dies offenbart, nicht ganz so leicht erkennbare, Parallelen zu seinem Bruder, der auch aus einer, wenn auch anders gearteten, Schwäche heraus Unheil anrichtet. Seine Schwäche ist für uns jedoch viel schwerer zu verzeihen. Während sich seine Kameraden an der Gewalt und dem Gefühl der Macht ergötzen, wird Karl das Ausmaß seiner Taten bewusst. Wegen der rüden Äußerungen, die er macht, wird Schufterle aus der Bande ausgestoßen und, auch in der prekärsten Situation der Hoffnungslosigkeit, soll ihm die Ehre mit der Bande zu sterben, nicht zu Teil werden.

Erst Ernst und dann, nach den Äußerungen seiner Genossen, Wut steigen in ihm auf. Wut über sich, die er auf seine Kumpane projiziert, die ihm an Persönlichkeit und Grösse weit unterlegen sind. Diese Wut führt zu einer Depression, die ihren Höhepunkt in seinem Abgang hat. Selbstmord schwebt drohend in der Luft und lässt das Ende des Verzweifelten schon erahnen.

Spiegelberg zeigt sein wahres Gesicht und will feige fliehen da nun die böhmischen Reiter nahen. Moor erscheint wieder und macht sich Vorwürfe ob der prekären Lage, in

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welche er seine Untergebenen gebracht hat. Er organisiert die hoffnungslose Verteidigung. Die Verbitterung ist Karl klar anzumerken.

Nun tauch ein Pater auf, der mit seiner arroganten und herablassenden Art den Kampfgeist in Karl heraufbeschwört. Der Pater fordert Moor auf, sich zu stellen und sich rädern zu lassen. Jetzt will Karl ihm zeigen aus welchem Holz er geschnitzt ist. Er streckt ihm die Hand mit 4 Ringen entgegen: einer mit einem roten Rubin besetzt, der einem Minister gehörte habe, einen mit einem Demant, der einem Finanzrat gehört habe, einen mit einem Achat, der einem Pfaffen gehört habe. Der so muss angenommen werden ist Amalias Liebesgeschenk. Alle bestohlenen werden als Schufte dahingestellt. Noch einmal erzürnt Karl ob der Verlogenheit der Gesellschaft.

Ein zentrales Bekenntnis Karls folgt:

...“Sag ihnen, mein Handwerk ist Wiedervergeltung - Rache ist mein Gewerbe.“(S. 73, v. 14-15)*

Nun bietet der Pater den Räubern die Freiheit, wenn sie Karl ausliefern.

Zynisch wendet sich Karl an seine Untergebenen und rät ihnen ihn auszuliefern. Der verwunderte Pater zeigt ihnen noch das Generalpardon welches er mit sich führt. Auf ein Neues fordert Karl sie auf anzunehmen und verblüfft den Pater noch mehr. Karl macht ihnen, vor den Augen des Pater, ihre hoffnungslose Lage klar und dass sie nicht als Helden sterben würden. Er wirft seine Waffen von sich, bindet sich eine Hand an den Baum und fragt, wer der erste sein wolle.

Nun johlt die Meute: »Rettet den Hauptmann! Rettet den Hauptmann!« und stürzen sich in die Schlacht

3. Akt, 1. Szene:

Personen: Amalia, Franz, Hermann

Amalia trauert im Garten singend um Karl, als Franz auftaucht. Dies ist die einzige komische Szene im ganzen Stück. Er versucht sie mit Gewalt an sich zu bringen. Mit seiner Macht als neuer Herr, will er sie beeindrucken, doch sie verachtet ihn nur.

Er droht ihr mit dem Kloster und sie heißt es herzlich Willkommen. Franz droht ihr sie zur Heirat zu zwingen, sie gibt ihm eine Ohrfeige. Jetzt will er sie zu seiner Maitresse machen. Er will sie fortreißen, fällt sie ihm um den Hals, entreißt ihm den Degen und jagt ihn davon. Nun taucht Hermann auf und gesteht ihr, dass Karl noch lebt

3. Akt, 2. Szene:

Personen: Moor und seine Räuber

Sie sind alle entkommen außer Roller, den sie ja ironischerweise eigentlich vor dem Tod retten wollten. 300 Gegner starben

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Karl vor sich hin philosophierend, Suizid hängt süßlich in der Luft des lauen Sommerabends, er trauert um seine verlorene Unschuld und sehnt sich nach zu Hause und seiner Amalia, als Kosinsky auftaucht und sich der Bande anschließen will. Karl will ihn überzeugen zu gehen und Kosinsky beginnt seine Geschichte: Er sei ein Edelmann der in eine Bürgerliche namens Amalia hatte heiraten wollen. Doch er sei durch eine Intrige des Hofes in den Kerker geworfen worden. Amalia sei nur die Wahl geblieben, die Maitresse des Fürsten zu werden oder zuzusehen wie Kosinsky stirbt. Er habe den Minister umbringen wollen weil dieser wohl der Kuppler gewesen sei, er sei jedoch von dessen Dienern überwältigt und des Landes verwiesen worden. Seine Güter seien an den Minister gefallen. Moor will nach Franken um Kosinskys Amalia zu sehen

4. Akt, 1. Szene:

Personen: Moor, Kosinsky

Karl und Kosinsky sind nahe dem Moor - Schloss. Kurz Nachdem Kosinsky das Schloss mit genauen Anweisungen betreten hat, kann auch Karl der Versuchung nicht wiederstehen seine geliebte Amalia und seinen Vater wiederzusehen.

4. Akt, 2. Szene:

Personen: Amalia, Moor,..., Franz, Daniel

Karl, als Graf von Brand verkleidet, befindet sich mit Amalia auf der Ahnengalerie und versucht das Bild seines Vaters zu finden, den er insgeheim immer wieder um Vergebung bittet.

Dann fragt er sie nach seinem eigenen Bild und sie wechselt das Thema und flieht dann. Er ist sich ihrer Liebe nun gewiss und geht davon im Glauben, er sei an dem Tod seines Vaters schuld.

Franz betritt den Raum, tief in Gedanken versunken, er macht sich Sorgen, denn er hat Karl erkannt. Franz zeigt schon, die in der Literatur typischen, Merkmale des Missetäter zu erst ein Art Reue, die aber nichts ausrichtet, da es ja sowieso schon zu spät dafür sei zum andern eine Art Paranoia.

Franz läutet nach Daniel, dem alten Diener des Hauses. Er verdächtig Daniel etwas in den Wein gemischt zu haben und greift ihn recht ruppig an. Daniel jedoch weiß von nichts. Der Leser erhält einen tieferen ein blick in das nun stark angegriffene Seelenkostüm Franz’. Hinter jedem Vorhang vermutet er ein Komplott. Wie im Wahn redet er auf Daniel, dem Angst und Bange wird, ein. Letztendlich befiehlt er Daniel, den Fremden Grafen zu töten, dieser weigert sich erst und willigt am Ende doch ein.

Daniel geht ab und Franz bleibt allein zurück.

Ein langer Monolog zeigt die Verzweiflung, die ihn über die Schlechtigkeit der Welt herziehen lässt.

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»... - der Mensch entsteht aus Morast, und watet ein Weile im Morast, und macht Morast, und gärt wieder zusammen in Morast, bis er zuletzt an den Schuhsohlen seines Urenkels unflätig anklebt.«

(S. 97, v. 31)*

4. Akt, 3. Szene:

Personen: Moor, Daniel, ..., Kosinsky

Daniel trifft Karl und lässt ihn verstehen, dass ihn erkannt habe. Er verfällt ein wenig in Nostalgie. Karl hält die Maskerade noch eine Weile aufrecht, aber als der alte Mann sich gekränkt zeigt, gibt er sie auf. Daniel klärt ihn über seinen Auftrag auf und nun erkennt Karl dass Franz es war, der dieses böse Schicksal führ ihn zu verantworten hat. Es kommt Kosinsky und will schnell und unerkannt abreisen. Karl muss Amalia noch einmal sehen.

4. Akt, 4. Szene:

Personen: Amalia, Moor

Sie fühlt sich als Verräterin, weil sie sich zu dem Grafen von Brand hingezogen fühlt und so meint, ihrem Karl in Gedanken untreu geworden zu sein. Karl kommt in den Garten. Er macht Amalia Andeutungen über seine Identität und richtet sich gleichzeitig als Verlorener. Er deutet alle seine Schandtaten an und gibt sich am Ende mit seinem Gesang und dem Lautenspiel zu erkennen und flieht.

4. Akt, 5. Szene:

Personen: Moor, seine Räuber, ..., Hermann, der Alte

Die Räuber warten auf ihren Hauptmann und Spiegelberg versucht Razmann auf seine Seite zu ziehen. Schweizer über das Gespräch und tötet Spiegelberg als aufbrechen will um Karl zu erschießen.

Karl erscheint und ist über den toten Spie gelberg ungehalten. Die Räuber gehen schlafen und Karl spielt leise das Lied das Amalia zu singen begonnen hatte. Das Ende seines Lebens naht. Unheil liegt in der Luft:

»Es ist alles so finster- verworrene Labyrinthe - kein Ausgang - kein leitendesGestirn - Wenn’s aus wäre mit diesem letztem Odemzug - Aus wie ein schales Marionettenspiel - Aber wofür der heiße Hunger nach Glückseligkeit.«

(S.101 v. 4 - 9)*

Er setzt sich die Pistole an den Kopf und nimmt sie wieder fort, denn er will dem Elend trotzen und ihm nicht den Sieg überlassen.

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Hermann kommt aus dem Wald gelaufen und unterhält sich mit einer Stimme im Schloss, die sich später als der alte Moor entpuppt, dann tritt Karl hervor und stellt ihn zur Rede. Dieser hält ihn für Franz und erzählt ihm von seinem Vater, dem er Essen gebracht hatte.

Karl eilt herbei und sieht einen alten abgemagerten Mann, der mit der Stimme seines Vaters spricht. Erst hält er ihn für einen Geist, doch dann hört er die schrecklichen Ereignisse die seinem Vater wiederfahren sind. Franz liess einen toten Hund begraben und den Alten im Kerker verhungern. Durch seinen Vater erfährt Karl nun von dem vollen Ausmaß der Intrige. Als der Alte die Nachricht vom Tod Karls erhielt fiel er in Ohnmacht und als er erwachte rief Franz ihm ins Gesicht:

»Was? rief er mit entsetzlicher Stimme, willst du dann ewig leben?«(S.115, V.13-14)*

Franz schloss ihn danach in den Turm ein.

Die Wut steigt in Karl auf und weckt den Räuber in ihm. Und er schwört, Franz noch diese Nacht zu töten. Er beauftragt Schweizer seinen Franz herbeizuschaffen. Dieser schwört ihn lebend zu bringen oder nicht wieder zu zurückzukehren.

5. Akt, 1. Szene:

Personen: Daniel, Franz,...,Pastor Moser, die Räuber

Daniel verlässt das Schloss. Franz verliert seinen Verstand und redet schon wie im Delirium:

»Was? will diese Nacht währen bis an den jüngsten Tag? hörst du Tumult in der Nähe? Kein Siegesgeschrei? Kein Geräusch galoppierender Pferde? Wo ist Kar - der Graf, will ich sagen?«

(S. 120 v. 4 - 8)*

Franz fällt in Ohnmacht und Daniel versucht ihm irgendwie zu helfen. Nun kommt der Pastor Moser ins Spiel. Es beginnt ein religiöse Debatte, in der sich bald herauslesen lässt das Franz sein Ende nahe glaubt und sich jetzt über das Jenseits und was ihn dort erwarten könne, informieren will. Die Angst vor dem Ungewissen macht ihn rastlos und zerbrechlich. Er fragt den Pfaffen nach der höchsten Sünde und dieser nennt ihm Bruder - und Vatermord. Die Aussagen des Pfaffen haben ihre Wirkung nicht verfehlt.

Schweizer und Kameraden sind nun vor den Toren des Schlosses und versuchen es zu stürmen. Franz befiehlt Daniel ihn zu töten. Franz erdrosselt sich mit der goldenen Hutschnur gerade bevor Schweizer und seine Männer eintreffen. Als Schweizer sieht das Franz bereits tot ist und er seinen Schwur nicht halten kann bringt auch dieser sich um.

5. Akt, 2. Szene:

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Die Räuber

Personen: Moor, der Alte,..., die Räuber ,Amalia

Der Alte und Karl sind allein. Karl erfährt, dass sein Vater ihn immer noch liebt. Vater und Sohn spielen Vater und Sohn. Die Räuber kommen unverrichteter Dinge zurück. Ein Räuber kommt mit Amalia, dies umarmt voller Freude Karl der sich losreißt. Auch Karl dreht nun auch durch :

“Reißt sie mir vom Halse! Tötet sie! Tötet ihn! mich! euch! alles! Die ganze Welt geh zu Grunde“

(S.134 v. 27 - 29)*

Er gesteht seinem Vater dass sein Sohn Karl der Räuberhauptmann ist und tötet ihn damit. Amalia fällt ihm in die Arme, er schleudert sie von sich und fühlt sich verhöhnt. Sie fällt ihm wieder um den Hals. Jetzt keimt die Hoffnung in ihm:

»Sie vergibt mir. sie liebt mich! Rein bin ich wie derÄther des Himmels, sie liebt mich!«(S. 135 v. 38 -39)*

Die Räuber pochen auf die Einhaltung des Schwures. Du gehörst uns, den Räubern, ist ihr Tenor. Die Verzweifelung kehrt, nach dem Funken Hoffnung, zurück:

»Es ist aus - Ich wollte umkehren und zu meinem Vater gehen, aber der Himmel sprach,

es soll nicht sein. Blöder Tor ich, warum wollte ich es auch? Kann denn ein großer Sünder noch umkehren?

Ein großer Sünder kann nimmermehr umkehren, das hätt ich längst wissen müssen...«

(S. 136 v. 35 - 40)*

Sie fordert ihn auf sie umzubringen. Erst sträubt er sich, aber als sie sich den Räubern

zuwendet und sie auffordert sie zu töten tötet er sie doch. Er hat damit seine Schuld beglichen und hört auf ihr Hauptmann zu sein. Er will sich der Justiz übergeben und die Belohnung einem armen Tagelöhner zu Gute kommen lassen.

Fazit:

Die Räuber beschreibt den Pfad zweier begabter Brüder in den Wahnsinn und Tod. Beide emotionellen Beeinträchtigungen führen in das Verderben und könnten sogar auf der selben Grundlage basieren, da auch Karls Übersensibilität ein Symptom eines Minderwertigkeitskomplexes sein kann.

Friedrich Schillers

Die Räuber

* Quelle Friedrich Schiller Die Räuber erschienen im Reclam - Verlag

Friedrich Schillers

Die Räuber

11 von 11 Seiten

Details

Titel
Schiller, Friedrich - Die Räuber
Note
6-5 (Schweiz)
Autor
Jahr
2000
Seiten
11
Katalognummer
V105283
Dateigröße
359 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
schnell alles wissen, was wichtig ist.
Schlagworte
Die Räuber Schiller
Arbeit zitieren
Rodion Raskolnikov (Autor), 2000, Schiller, Friedrich - Die Räuber, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105283

Kommentare

  • Gast am 9.1.2002

    Ich kann auch ohne Literatur gut leben.

    gut zamgfasst

  • Gast am 27.1.2002

    Die Räuber.

    Danke Raskolnikov. Kannst nun zu deiner Sonja zurückkehren!!!

  • Gast am 13.3.2002

    Zu viele Fehler, verwirrung....

    Diese Zusammenfassung enthält zu viele Fehler wie "Moor will nach Franken um Kosinskys Amalia zu sehen". Es ist natürlich klar, dass Karl SEINE Amalia sehen will.

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Titel: Schiller, Friedrich - Die Räuber



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