16. Jahrhundert Zusammenfassung


Referat / Aufsatz (Schule), 2000
13 Seiten, Note: 6-5 (CH!)

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Frühkapitalismus:

Gesinnung:

Als Gegenpol zum Trend des Frühkapitalismus werden die Zünfte angesehen, da sie dem Hauptmerkmal des Kapitalismus, dem Gewinnstreben, entgegen zu wirken versuchten. Hauptziel des Frühkapitalismus war das Wirtschaftswachstum. Die erzielten Gewinne sollten dann weiteres Wachstum ermöglichen. Die Renaissance hatte den Individualismus gestärkt und war somit ein indirekter Helfer des Frühkapitalismus. Die ersten Individualimperien entstanden zum einen durch die Medici in Italien aber auch durch Jacques Coeur in Frankreich sowie durch die Fuggers in Deutschland. Möglich machte solche Imperien die doppelte Buchhaltung, die bereits um 1400 in Italien erfunden wurde.

Geldmanagement:

Die Geldquelle der Fuggers waren Anteilsscheine deren Inhaber dann einen bestimmten Zinssatz des Gewinnes erhielten. Allerdings hatten die Anteilseigner anders als heute keinerlei Mitspracherecht in Sachen Unternehmensführung. Der Wechsel als eine Art Vorgänger des Schecks vereinfachte die Geldtransporte zusätzlich. Dies wiederum erleichterte Geldbeschaffung durch Kredit.

Verlagwesen:

Durch sein Kapital konnte der sog. „Verlagsherr“ oder Unternehmer die zur Produktion notwendigen Waren dem Produzenten „vorlegen“. Dadurch entfiel das Problem der Kapitalbeschaffung für den Produzenten.

Frühkapitalismus und Kolonialpolitik:

Das Gewinnstreben des Kapitalismus entwickelte in den betroffenen Zweigen der Wirtschaft eine gewisse Dynamik. Der Frühkapitalismus dehnte sich auch auf die Kolonien aus und wurde somit zu einem Weg der Erschließung von Kolonien. Die Welser, jedoch, die größtem Konkurrenten der Fuggers, scheiterten bei dem Versuch Venezuela auf diese Weise zu erschließen.

Alte und neue Kapitalformen:

Neu war die Einsicht, dass wirtschaftlicher Ertrag aus einer Kombination von Arbeitsleistung und Kapitaleinsatz besteht. Die Stellung des Adels wurde nach der politisch-staatlichen Stellung nun auch durch das Erscheinen neuer Kapitalformen in nichtadeliger Hand weiter geschwächt.

Sozialrevolutionäre Bewegungen:

Spannungsherde:

Die zahlreichen Bauernrevolten waren die Folge der Abgabeerhöhungen des Adels der auf diesem Wege versuchte seine finanzielle Existenz zu sichern. In den Städten setzten sich entweder die Zünfte oder der Frühkapitalismus durch. In den Städten, in denen der Frühkapitalismus die Oberhand erlangte, entwickelten sich ein immer stärkeres Gefälle zwischen arm und reich.

Leibeigenschaft:

England war um 1500 das einzige Land Europas das keine Leibeigenschaft mehr anerkannte mit Ausnahme der Bauernstaaten der Eidgenossenschaft.

Kirchliche Erschütterungen

Avignonisches Papsttum:

Durch den Papstsitz in Avignon war die katholische Kirche immer stärker an den Staat Frankreich gebunden und unterstützte ihn auch tatkräftig. Andererseits mussten die horrenden Ausgaben durch Taxe finanziert werden. Man spricht davon dass die Kirche sich fiskalisierte. Diese erhöhten Taxe und die Habsucht der Päpste begründeten die Reformation mit. Mehr und mehr vermochte es die Kirche auch nicht mehr die religiösen Bedürfnisse ihrer Anhänger zu stillen. Die Renaissance hatte zu einer mehr individuellen Gottessuche geführt die nun ihre Auswirkungen zeigte.

John Wiclif:

John Wiclif der sich als Frühreformator einen Namen machte war bis zu seinem Tode ein Nutznießer der Rivalität Englands und Frankreichs. Da sich die Kirche auf die Seite Frankreichs gestellt hatte kam es den England sehr recht einen Kirchenreformator in ihren reihen zu haben. Daher stand er bis zu seinem Tod 1384 unter dem Schutz der Weltmacht England.

Renaissancepäpste:

Die Renaissancepäpste standen mehrheitlich unter dem Einfluss des Humanismus. Sie veranlassten die Förderung von Künstlern wie Michaelangelo, Rafael und Brannante. Zur Finanzierung ihres Mäzenturms wurden ähnlich wie in Avignonischen Zeiten Taxe sowie Generalablässe benutzt. Dieser Ablassverkauf trug letztlich auch 1517 zum Begin der Reformation bei. Eine weitere Geldquelle war die Umwandlung des „Kirchen-Staates“ in einen Feudalstaat.

Aufbau der Staatskirche:

Durch das Bestreben der Renaissancepäpste ihre Paläste mehr und mehr zu schmücken musste die Kirchenreform von den Nationalstaaten durchgeführt werden. Ferdinand und Isabella von Spanien hatten bereits eine fast vollkommene Kirchenhoheit und auch Heinrich VII machte die kirchlichen Diener in erster Line zu Dienern des Staates. In Deutschland fehlte die Zentralgewalt zur Durchführung einer solchen Reform und daher blieben hier die Verhältnisse besonders unbefriedigend.

Das Staatensystem

Östliches Europa:

Um 1500 schien sich im Geschlecht der Jagiellonen ein grosses Imperium anzubahnen. Aber als der einzige Sohn Wladislaw 1526 in einem Kampf bei Mohacs umkam fiel der Streitpunkt Böhmen den Habsburgern zu und schliesslich starb das Geschlecht der Jagiellonen 1572 völlig aus. Dies wiederum stärkte Russland das zuvor unter dem Einfluss der Jagiellonen gelitten hatte.

Habsburg:

Das kurz nach 1500 entstandene Habsburgerreich war mehr ein Konglomerat verschiedener Herrschaftsgebiete. Das Einzige das es verband war die Tatsache, dass die Herrscher die selben waren. Das Habsburg-Imperium entstand hauptsächlich aus kluger Heiratspolitik und glücklichem Zufall aussterbender Erbschaftslinien. Das Hauptanliegen der Herrscher war es zumindest einen Territorialstaat zu bilden. Durch den Tod Maximilians erlangte Karl das althabsburgische Erbe der zuvor schon zu König Spaniens gekrönt worden war. Eine Rivalität der Habsburger und Frankreichs entwickelte sich. In Deutschland wusste Frankreich sich die Ängste der Territorialfürsten zu Nutzen zu machen. Das Zentrum der Krise war jedoch Italien. Während der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stand das Herzogtum Mailand im Zentrum der Aufmerksamkeit. Zwar versuchte auch Papst Julius II mit Hilfe der Eidgenossen den Zugriff auf Mailand zu verhindern doch schliesslich setzten sich die Habsburger durch und 1556 fiel Mailand in die Hände der spanischen Habsburger Linie. Aus der französisch- habsburgischen Rivalität zogen vor allem die Randmächte Nutzen allen voran England das wirtschaftlich erstarkte.

Kolonialrivalität:

1520 liess Franz I durch seine Juristen die Thesen der „Freiheit der Meere“ erstellen die dann später auch in überarbeiteter Fassung Gehör im Völkerrecht fanden. Nachdem Frankreich der legale Handelsweg nach Indien verweigert wurde begannen sie mit Kapperschiffen die spanische Flotte zu attackieren.

Zerbrechen der kirchlichen Einheit des Abendlandes

Luther und die deutsche Entwicklung:

Vorreformattische Zeit:

Luther wurde 1483 als Sohn einer Mittelstandsfamilie in Eisleben geboren. 1505 begann er Jurisprudenz zu studieren an der Universität Erfurt. Nach einem, während eines Gewitters gegebenen, Eid trat er noch im selben Jahr in den Orden der Augustiner Eremiten ein. Doch von einer Angst um seinen Anspruch auf die ewige Seeligkeit trieben ihn die geistliche Karriereleiter empor. Er empfing die Priesterweihe und wurde Professor der Theologie. Das einschlagende Ereignis geschah 1514 nach dem Studium der Römerbriefe. Es wird auch als das „Turmerlebnis“ bezeichnet. Dieses Ereignis liess die Idee des Persönlichen Glaubens entstehen und führte ihn zu der Behauptung, dass die Kirche mit ihren Begnadigungen keine unumgängliche Station ist. In der Folge stütze sic h Luther hauptsächlich auf die Briefe des Paulus und war in dem Glauben, die Urkatholik, die mit der zeit verschüttet worden war, wiederentdeckt zu haben

Ablassstreit:

Der Kurfürst von Brandenburg verbot zuerst die Ablässe, die Julius II bereits zur Sanierung seiner Finanzen, nach dem Bau von San Pietro nutze. Dann aber wollte sein jüngerer Bruder Albrecht, der bereits Erzbischof von Magdeburg war, auch Erzbischof-Kurfürst von Köln werden. Dafür benötigte er jedoch einen päpstlichen Dispens. Er erhielt ihn auch gegen eine hohe „Extra-Taxe“. Das nötige Geld für diesen Transfer lieh er von Jakob Fugger nun war auch der Erlass in Brandenburg erlaubt und der Profit wurde zwischen Kurfürst und Papst geteilt. Bald gab es Klagen aus dem Kurfürstentum Sachsen, weil das Volk reihenweise über die Grenze wanderte um Ablässe zu kaufen. In diese Zeit fallen die „95 Thesen“ Luthers, die Ende Oktober 1517 herausgegeben wurden. Die Thesen, ursprünglich in Latein geschrieben, wurden noch 1517 in deutsche übersetzt und machten Luther über Nacht zum bekanntesten Theologen Deutschlands. In seinen Thesen behauptete er die Kirche sei nicht In der Lage Ablässe zu erteilen. Luther erhielt massiven Zulauf und schädigte damit die Ablasseinnahmen des Papstes und des Kurfürsten Brandenburgs. Aufgrund des bevorstehenden Todes Maximilians konnte es sie die Kurie nicht leisten die Gunst ihres einzigen Hoffnungsträgers Friedrichs des Weisen zu verlieren.

Leipziger Disputation:

1519 kam es zu einer rednerischen Auseinandersetzung mit einem seiner redegewandtesten Widersachers nämlich Johannes Eck. Eck trieb Luther zu der Aussage, dass einige Entscheidungen des Konzils von Konstanz bezüglich Jan Hus falsch gewesen seien. Dies sah Eck als Erfolg denn es wich vom „echten“ Glauben ab der die Konzile für unfehlbar erklärte. Diese Aussage war jedoch eigentlich der Grundstein zu evangelischen Theologie.

Reformationsschriften:

Nach Überprüfung aller kirchlichen Einrichtungen auf Begründungen im Evangelium, gab Luther die drei großen Reformationsschriften heraus: Die Hauptaussage der Schriften war, dass die Taufe die einzige Voraussetzung zum erhalten von Kirchenämtern sein sollte. Außerdem sprach er sich gegen das Zölibatsgelübde aus. Priester sollten nur das Evangelium verkünden. Dann wandte er sich den Sakramenten zu von den ursprünglich 7 Sakramenten ließ er lediglich die Taufe und das Abendmahl weiterhin gelten. In der dritten Schrift vertrat er die Meinung, dass der Mensch nur die Entscheidung hat sich für oder gegen den Glauben zu entscheiden.

Bann und Reichsacht:

Als 1519 mit Karl ein Habsburger König Deutschlands wurde führte dies zu Verstimmungen mit Rom und das Inquisitionsverfahren gegen Luther wurde wieder aufgenommen. Der Papst setzte Luther ein Ultimatum zum Wiederruf seiner Thesen als Luther sich wiedersetzte verbannte ihn der Papst im Januar 1521. Über Luther wurde vom Kaiser die Reichsacht verhängt, die die Verbreitung und den Besitz lutherischer Schriften verbot (Wormser Edikt). Damit machte der Kaiser Luther zum Zankapfel zwischen Kaiser und Fürsten. Friedrich der Weise ließ Luther auf der Wartburg verstecken, wo dieser seine Bibelübersetzungen machte.

Deutscher Bauernkrieg:

Evangelische Prediger die anders als Luther auch sozialpolitischen Einfluss des Evangeliums sahen brachen die Bauern auf. Darauf wurden die „ Zwölf Bauernartikel “ publiziert, die die freie Pfarrerwahl, Abschaffung der Leibeigenschaft sowie die Milderungen der Abgaben forderten. Den Forderungen wurde logischerweise nicht nachgegeben so kam es im Mai des selben Jahres 1525 zu Aufständen in Mittel- und Süddeutschland bei denen es zu vielen grausam hingerichteten adeligen Opfern kam die von der siegreichen Herrscherschicht gerecht wurden.

Dieser Sieg stärkte die Herrschende auf Generationen. Hauptfolge des Bauernkrieges war das die süddeutschen Fürsten nun den konsequenten Kampf gegen die evangelischen Gemeinden aufnahmen und die Norddeutschen im Gegensatz dazu Luther als Mittel gegen Aufstände der Bauern sahen.

Reformation und Europapolitik:

Immer, wenn Karl V. daran war das Wormser Edikt in Deutschland durchsetzten zu können, kamen ihm aussenpolitische Probleme dazwischen. Nachdem die Türken 1529 vor Wien abziehen mussten danach versuchte der Reichstag in Speyer um die Kultusfreiheit der Landesfürsten wieder abzuschaffen was jedoch an dem Protest der reformierten Mehrheit scheiterte (daher auch der Name Protestanten). Nun versuchte Karl V. seine kaiserlich Autorität einzusetzen was wiederum durch Kriegserklärungen von Frankreich und den Türken vereitelt wurde. 1547 schlug er die Protestanten im Schmalkaldischen Krieg vernichtend. Aufgrund des Papstes, der das Konzil vertagte, war er gezwungen eine vorläufige instabile Lösung zu finden. Er erlaubt Kelche dort wo sie schon benutzt wurden und die Priesterehe. Ansonsten forderte er die Rückkehr zu katholischen Glaubenslehre. Die Protestantischen waren damit nicht zufrieden und schlossen sich geheim zusammen nachdem sie die Hilfe Frankreichs hatten griffen sie Karl V an und er verlor allen Einfluss in Deutschland und konnte nur knapp der Gefangennahme entgehen.

Augsburger Religionsfriede von 1555:

Kernstück des Vertrages war die Reformationsfreiheit des Landes d.h. der Landesfürsten (cuius regio, eius et religio). Ausserdem gab es ein Wegzugsrecht aus Glaubensgründen für Untertanen. Kurz darauf wurde das Habsburger Reich geteilt.

Zwingli und die Eidgenossenschaft

Zwingli und Luther:

Anhänger Zwinglis und Calvins sind Reformisten. Zwingli war radikaler als Luther und lehnte die katholischen Zeremonien viel entschiedener ab. Luther sah Zwingli als Ketzer. Zwingli war mehr Politiker und hatte das Ziel die Eidgenossenschaft zu festigen und nahm deshalb auch den Kampf gegen die Söldnerverträge auf. Er wurde von den Zünften gestärkt da der religiöse Wechsel ihre Stellung stärkte. Zwingli kam aus ländlichen Verhältnissen so kann man auch sein grosses Verständnis für die Bauern erklären. Als sich 1525 Unruhen ereigneten, kam es anstatt Blutvergiessen zur Abschaffung der Leibeigenschaft.

Reformierte Landeskirche:

Die Reform erklärte die Kirche zur Staatsinstitution. Der Rat (Die Regierung) war von nun an die oberste Kirchenbehörde und setzte die Pfarrer ein. Allerdings ordnete der Rat nur dann Neuerungen an, wenn Meinungsumfragen ergaben dass die Mehrheit dazu bereit war. Die Gerichte wurden zwar von staatlichen Funktionären geführt aber deren Mitglieder bestimmte dass Volk.

Zwinglis Kriegspolitik:

Luzern, Zug und die Urkantone (zusammen die V-Orte) wollten die Reform rückgängig machen, welches Zwingli als Zeichen für ein Bündnis mit Habsburg ansah. Deshalb setzte er zum Präventivschlag an und erklärte 1529 Zürich den Krieg. Weil Bern (inzwischen reformiert) nicht eingriff musste Zürich einem Frieden zustimmen. 2 Jahre später brachte er die V-Orte zum Angriff auf Zürich. Zürich verlor wieder und musste in den sog. Zweiten «Kappler Landfrieden» einwilligen.

Zweiter Kappler Landfrieden:

In der Hauptfrage der Religionssouveränität setzte sich Bern durch. Allerdings durfte nur noch vom reformierten zum katholischen Glauben übertreten. Das bedeutete dass die katholische Minderheit sowohl in der Tagsatzung als auch in den Gemeinen Herrschaften das Übergewicht hatte. Dies führte zur inneren Lähmung und damit zur aussenpolitischen Neutralitätspolitik die später zur Tradition und Maxime wurde.

Calvin und die bresbytanische Kirche

Genf um 1530:

Genf konvertierte zum reformierten Glauben um dem indirekten Einfluss Savoyens, die den Bischof bestimmen durften zu untermauern.

Genf als Cité de Dieu Nachdem Calvin nach Genf gekommen war und sich letztlich auch gegen die Patrizier durchsetzen konnte, errichtete er in Genf eine Theokratie, die den Leuten die Einhaltung aller religiösen Sitten aufzwang. Politische Behörden waren völlig abhängig von der Kirche. Laut Calvin war die Aufgabe aller weltlichen Gewalt die äussere Gottesverehrung zu erhalten und zu schützen, sowie die gesunde Frömmigkeit und den Wohlstand der Kirche zu sichern. Kommt die Regierung ihrer Aufgabe nicht nach ist das Volk der Gehorsamspflicht und sogar zum Wiederstand verpflichtet.

Prädestinationslehre:

Das Schicksal des Menschen ist vorbestimmt. Die Fähigkeit ein frommes, arbeitsames Leben führen zu können wurde als Zeichen der Prädestination angesehen.

Ausbreitung Calvinismus:

In der zweiten Hälfte des 16. Jhd wurde Genf oft als Gegenrom bezeichnet. Calvin lehrte an der Akademie und bildete jährlich bis zu 2000 Theologen aus; mit vielen hielt er noch länger persönlich Briefkontakt. In England, Schottland und Holland wurde Calvins Lehre oft als Rechtfertigung benutzt.

Die kirchliche Entwicklung in England

Heinrich VIII:

Nachdem der Papst auf Druck Karls V. den für die Scheidung nötigen Dispens verweigerte liess Heinrich VIII die Ehe von seinen Bischöfen scheiden und heiratete wieder. Diese Ehe erkannte der Papst nicht an wonach sich Heinrich VIII mit Hilfe des Parlaments selbst zur höchsten kirchlichen Gewalt in England machte. Der Papst bannte ihn. Heinrich verfolgte alle andersdenkenden hiernach darunter auch Cromwell(Protestant) und den berühmten Humanisten Thomas More (Katholik; “Utopia“).

Blutige Zwischenphase:

Die Vormünde Eduards VI, der 1547 König wurde, wollten die bisher noch sehr “katholische“ anglikanische Kirche protestantisch machen und verfolgten alle Altgläubigen mit aller Härte. Nachdem Eduard 1553 starb kam seine Halbschwester (streng katholisch) auf den Thron und drehte den Spies um. Maria die ihrer Brutalität wegen den Spitznamen Bloody Mary hatte musste ebenfalls schnell handeln da ihre Ehe kinderlos war und nach ihrem Tod ihre protestantische Halbschwester Elisabeth an die Macht kommen würde.

Endgültige Form der Anglikanischen Kirche:

Als Maria Tudor 1558 starb kam Elisabeth I auf den Thron und brachte den Act of Unification aus der die anglikanische Kirche zur romfreien Staatskirche machte. Das katholische Gottesdienstritual blieb erhalten doch die Glaubenslehre orientierte sich eher am protestantischen. Mit dieser Kompromisslösung kam das Land langsam zur Ruhe dies funktionierte auch weil eine gewisse Religionsfreiheit eingeräumt wurde solange sie nicht öffentlich war.

Die Täuferbewegung

Begriff:

Im eigentlichen Sinne eine Bewegung, die die Erwachsenentaufe anstatt der Kindertaufe verlangte. Im weiteren Sinne sind es alle die sich stärker auf die Bergpredigt beriefen und bereits in dem Diesseits das “Reich Christi“ errichten wollten. Die letztlich erfolgreiche Richtung wendet sich gegen jede Gewaltanwendung.

Revolutionäres Täufertum:

Thomas Münzer war der Führer dieser radikalen Bewegung die das Ziel eines christlichen Kommunismus hatte. 1534/35 errangen sie die Herrschaft und bauten eine radikal- kommunistische Gemeinschaft auf, die sogar die Ehe als eine Art Privateigentum verbot

Reformatoren und Täufertum:

Sowohl Luther als auch Zwingli und Calvin lehnten alle täuferischen Ideen ab. Hauptkritik war die völlige Gewaltfreiheit, die in dieser Welt der Sünde nicht funktioniere da es einer Ordnungsgewalt bedürfe.

Spätes Täufertum:

Die Täufergemeinden kehrten von der konsequenten Gewaltlosigkeit ab wurden aber weiter verfolgt, konnten jedoch ihrer Glaubentreue und Opferbereitschaft wegen bis heute überstehen.

Das konfessionelle Zeitalter

Die katholischen Reformen

Ignatius von Loyola:

Er wurde Offizier musste aber 1521 wegen einer schweren Verwundung den Dienst quittieren und sah sich nach langer Krankheit nun als Soldat Christi.

In seinem Buch Exercitia Spiritualia erläutert er die Methode eiserner Selbstzucht des Geistes und Körpers auf ein Ziel. Diese sog. Exerzitien sollen zu einer unmittelbaren Bewegung mit Gott führen. 1540 gründete er den Jesuitenorden eine kleine militärisch organisierte Kirchenelite

Jesuitenorden:

Anführer der Jesuiten ist ein auf Lebenszeit gewählter General, dieser ernennt die Provinzoberen die, nach dessen Ableben seinen Nachfolger bestimmen. Sie waren häufig mit missionarischer Arbeit bedacht. Später wurden auch Jesuitengymnasien gegründet die von strenger Disziplin und freier Selbstbetätigung geprägt waren.

Kapuziner:

Die Kapuziner waren eine Abspaltung der Franziskaner und vertraten dessen Armutsgelübde noch strenger und bildeten den Gegenpol zu den Jesuiten. Die Jesuiten widmeten sich vorwiegend der hochgestellten Laien, dagegen sahen die Kapuziner ihre Aufgaben in der Unterschicht missionarisch zu wirken.

Tridentinum:

Jahrelang verhinderte die Kurie das Wirken des 1545 einberufenen Konzils von Trier, denn Papst und Bischöfe fürchteten es würde den deutschen Protestanten zu viele Zugeständnisse machen. Erst 1562/63 war ein effizientes arbeiten möglich. Die Tradition wurde der Heiligen Schrift gleichgestellt. Die Rolle wurde durch die gute Tat und die Mittlerrolle der Priester bei der Vergabe kirchlicher Geld, auch die sieben Sakramente wurden bestätigt. So zementierte das Tridentinum die Spaltung der Kirche. Hier wurde auch der sog. Index eingeführt, der die glaubensgefährdenden enthielt.

Gegenreformation:

Nur das Bemühen, die zerbrochene kirchliche Einheit mit Gewaltmitteln wiederherzustellen kann im eigentlichen Sinne als gegenreformatorisch gelten. Wie stark die gegenseitige Ausgrenzung beweist das Beispiel des Gregorianischen Kalenders der von Reformierten und Orthodoxen als papistisches Machwerk nicht angenommen obwohl er klar besser war. In Russland hielt er erst mit der bolschewistischen Revolution Einzug.

Konfessionelle Wirren in Frankreich

Ausgangslage:

Franz I unterstütze die Reformierten in Deutschland um seinen Hauptfeind Karl V Probleme zu bereiten und verfolgte sie im eigenen Land rigoros. Aber als sein schwacher Sohn Heinrich II an die Macht kam hielt der Calvinismus Einzug in Frankreich. Die Calvinisten waren damals unter dem Namen Hugenotten in Frankreich bekannt.

Hugenottenkrieg:

Nach Heinrichs Tod folgten seine drei Söhne ihm auf den Thron die tatsächliche

Regierungsgewalt jedoch lag bei ihrer Mutter der Königswitwe Catarina de Medici. Ihr einziges Interesse war die Sicherung des Throns für sich und ihre Söhne dabei stellte sie sich auf die Seite des hugenottischen Admiral Colignys um die Herzöge Guise nicht zu stark werden zu lassen. Das Friedensedikt von 1562, das den Hugenotten weitgehende Kultusfreiheit zubilligte, sah Catarina lediglich als Schachzug ihre Macht (der Valois) zu erhalten. Als sich ihr nun volljähriger zweitgeborener Sohn Karl IX sich in die Arme Colignys begibt veranlasst sie die Heirat seiner Schwester mit dem hugenottischen Prinzen Henry um den Bund zu untermauern. Um das Gleichgewicht veranlasst Catarina ein Attentat auf Colignys das fehlschlägt. Aus Angst vor Vergeltung organisiert sie die Bartholomäusnacht. Nachdem etwa 2000 hugenottische Adelige in Paris getötet wurden und auch noch Zehntausende auf dem Land ist der Calvinismus zwar nicht zerstört aber empfindlich geschwächt.

Ende der Valois:

Karl IX starb 2 Jahre nach der Bartholomäusnacht. Der Jüngste besteigt den Thron als Heinrich III. Im Kampf um die Krone werden sowohl der dekadente Heinrich III umgebracht als auch Henri de Guise und als Nachfolger besteigt der Hugenotte Henri de Bourbon auf den Thron als Heinrich IV. Um den Wiederstand der Ligue aufzulösen wechselt er zum vierten Mal den Glauben.

Edikt von Nantes:

1598 kann Heinrich IV den Kampf gegen Spanien zum Abschluss bringen. Die Kompromisslösung basierte auf dem Friedensplan von 1574. Es sicherte den Hugenotten die Kultusfreiheit zu und den Zugang zu allen Ämtern aber lediglich dort wo bereits 1596/97 calvinistischer Gottesdienst stattgefunden hatte. Dieses Edikt sicherte dem Land drei Jahrzehnte Ruhe. Ausserdem brachte Heinrich IV die Wirtschaft wieder in Schwung.

Grenzen der spanischen Macht

Höhepunkt der spanischen Geltung:

Spanien hatte Einfluss sowohl in Neapel-Sizilien als auch in der Lombardei ausserdem war es in Personalunion mit Portugal vereinigt. Auch kulturell stand Spanien in voller Blüte vertreten durch Cervantes, Lope de Vega, Calderon und El Greco. Die ersten Anzeichen des Niedergangs war die Trennung der nördlichen Niederlanden von Spanien zehn Jahre später die gescheiterte Invasion Englands. Gründe für den Niedergang ist höchstwahrscheinlich die Rückständigkeit der Wirtschaft nachdem die Mauren und Juden vertrieben waren.

Freiheitskampf der Niederlande:

Nach dem “Import“ der Inquisition bildeten sich Wiederstände geführt durch die drei Grafen von Oranien. Nach Unruhen schickt Phillip II seinen Feldherrn Alba mit starkem Heer gen Niederlande. Daraufhin floh Wilhelm von Oranien. Egmont und Hoorn aber blieben. Sie wurden verhaftet und zwei Monate später hingerichtet. Die Härte Albas wiegelte das Volk gegen Spanien auf. 1575 trat Wilhelm von Oranien zum Calvinismus über. Die sieben nördlichen Regionen bildeten 1579 die Utrechter Union und erklärten 1581 ihre Unabhängigkeit. 1584 wurde Wilhelm von Oranien ermordet. Sein Sohn schaffte es Brabant zu erobern und danach mit einem zwölfjährigen Waffenstillstand die faktische Unabhängigkeit. Erst 1648 sollte auch die formelle Unabhängigkeit im Münster folgen.

Untergang der Armada:

In den 80ern schickte Elisabeth ein Hilfskorps unter Führung Graf Leicesters in die nördlichen Niederlande und 1587 nachdem sie Spanien nicht mehr fürchtete liess sie Maria Stuart hinrichten. Im Frühjahr 1588 war Spanien bereit und setzte sich Richtung GB in Fahrt. Das Vorhaben schlug fehl und die stolze Armada war fast komplett zerstört.

Neue Koloniemächte:

Nach dem Niedergang Spaniens stritten sich nunmehr England, Frankreich und die Vorherrschaft in der Welt. Der Einstieg in die Kolonialpolitik aber erforderte einen immensen Kapitaleinsatz den kein einzelner Kaufmann aufzubringen vermocht hätte. Daher wurden Handelskompanien beauftragt in denen aber die jeweilig Herrschenden des Landes die oberste Entscheidungsgewalt hatten. Im Gegenzug erhielten diese Kompanien eigene Ländereien in denen sie das Hoheitsrecht besaßen.

Entwicklung in Südasien:

Dort waren diese Kompanien am erfolgreichsten. Die Englische Ostindische Kompanie und die jüngere Französische Ostindische Kompanie bestimmten den Indienhandel. Die Niederländische Ostindische Kompanie sicherte sich den Markt in Indonesien und bald später auch den Handelweg dorthin. Sie gründeten auch Kapstadt wo sich bald die Buren niederliessen.

Entwicklung in Amerika:

Hier stiessen die jungen Kolonialmächte auf mehr Wiederstand. Die jeweiligen Kompanien konnten sich auf den Antillen festsetzen und von dort aus einen Kapernkrieg gegen Spanien führen. 1650 eroberte England Jamaika und die Franzosen Haiti. Wichtiger waren jedoch die Kolonien auf dem Festland wie zum Beispiel Virginia (England 1584) oder Massachusetts (Puritaner 1620, Mayflower). Später folgten: New Hampshire, Rhode Island und Connecticut. Frankreich schuf 1602 seine ersten Niederlassungen in Kanada. Aus der englisch- niederländischen Handelsrivalität, die durch zwei Seekriege (1652-54 und 1664-67) entschieden wurde, ging England als Sieger hervor. Im zweiten Krieg fiel auch Neu Amsterdam an England das nun New York hiess.

Der Dreißigjährige Krieg

Innerdeutscher Krieg:

Böhmen erlangte 1609 durch einen Familienkrach im Hause Habsburg den Majestätsbrief der ihnen insbesondere Religionsfreiheit zusicherte. Als 1618 die wiedererstarten Habsburger protestantische Kirchen niederrissen wehrte sich der böhmische Adel. So kam es zum berühmten Prager Fenstersturz indem Adelige zwei kaiserliche Stadthalten aus dem Fenster warfen. Im Jahr darauf wählten die Böhmen einen protestantischen König. Nun holte sich Habsburg die Unterstützung Bayerns das dafür die Oberpfalz sowie die Kurwürde erhalten sollte. 1620 verliert Böhmen die Schlacht am Weissen Berg und wird nun rekatholisiert. Nun wollten die Bayern ihren Teil und eroberten die Pfalz und verfolgten die Flüchtigen bis nach Niedersachsen, dies wiederum zum Krieg mit Dänemark. Nun entflammt auch der Konflikt zwischen Spanien und den Generalstaaten wieder auf und auch Ferdinand II wollte, mit Hilfe von Wallensteins Armee, die nach dem Grundsatz handelte: Der Krieg soll den Krieg finanzieren, seine Ansprüche in Norddeutschland geltend zu machen. 1629 erliess Ferdinand das Restitutionsedikt, das alle rekatholisieren sollte die seit dem Augsburger von 1555 zum Protestantismus übergetreten waren. Dies hätte Hunderte kleiner katholischer Inseln geschaffen und des Kaisers Macht enorm gestärkt, deshalb stiess er auf Wiederstand von allen Seiten allen voran seine ehemaligen Verbündeten die Bayern. Dem Druck weichend entliess er Wallenstein und gab damit die Macht aus der Hand.

Ausweitung zum europäischen Krieg:

Nun griff Schweden an um seine Macht an der Ostsee auszuweiten und dem deutschen Protestantismus unter die Arme zu greifen. Schweden drang bis nach München vor von der bayrische Feldherr Tilly fiel. In grösster Not wand sich Ferdinand II erneut an Wallenstein, der stellte erneut eine schlagkräftige Armee auf. Aber anstatt Schweden anzugreifen, das durch den Tod ihres Königs geschwächt war, führte er undurchsichtige Verhandlungen. Wallenstein wurde 1634 auf Geheiss des Kaisers umgebracht der nun mit dessen Armee erfolgreich die Schweden nach Norddeutschland zurücktrieb. Nun traten auch Frankreich und Spanien in den Krieg ein. Der anfangs konfessionelle Charakter ging spätestens jetzt verloren da die beiden Habsburger Reiche gegen Frankreich um die Vormacht kämpften. Als 1640 Portugal seine Selbstständigkeit wiedererlangte schwächte dies die Habsburger Fraktion. In Deutschland herrscht Chaos; es wurde geplündert was das Zeug hält. 1648 kam es zum Westfälischen Frieden, der den deutschen Krieg beendete. Elf Jahre später kam es auch zum Pyrenäenfrieden zwischen Frankreich und Spanien.

Westfälischer Friede:

Die Friedenverhandlungen fanden gleichzeitig in Münster ( mit den Reichsständen unter Vorsitz eines päpstlichen Nuntius; Frankreich) und in Osnabrück (mit Schweden) statt. Die Reichsverfassung war das Ende der haburgischen Reichsreform und sicherte den Reichständen die faktische Souveränität. Der Konfessionswechsel der Landesfürsten zwang die Untertanen nicht mehr dazu auch zu wechseln. Die Generalstaaten und die Eidgenossenschaft wurden souverän. Das Elsass ging an Frankreich Schweden erhielt Vorpommern mit Stettin.

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Titel
16. Jahrhundert Zusammenfassung
Note
6-5 (CH!)
Autor
Jahr
2000
Seiten
13
Katalognummer
V105288
Dateigröße
358 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schnell alles wissen, was wichtig ist.
Schlagworte
16. Jahrhundert Geschichte
Arbeit zitieren
Rodion Raskolnikov (Autor), 2000, 16. Jahrhundert Zusammenfassung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105288

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