Das Judentum. Lehren, Schriften und Tradition einer Religion


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

9 Seiten, Note: 1-


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Judentum

Judentum, ist die Religion des Volkes Israel sowie Bezeichnung der religiösen und ethnischen Gruppen, die zu diesem Volk gehören. Das Judentum, aus dem auch Christentum und Islam hervorgingen, ist die älteste monotheistische Religion.

Der Begriff kam nach dem Babylonischen Exil als jüdische Selbstbezeichnung auf, nachdem sich bis zu diesem Zeitpunkt das Volk Israel selbst Israeliten genannt hatte. Im Althebräischen existierten die Begriffe „Judentum“ und „Religion“ nicht. Die Juden sprachen von der Thora, dem von Gott (Jahve) offenbarten Gesetz Israels. Es gibt 10 Gebote und Vorschriften, nach denen die Juden leben. Dieses Gesetzbuch enthält sowohl Weisungen, die sich auf den jüdischen Glauben beziehen, als auch solche, die den Lebenswandel (Halacha) betreffen und Verhaltensregeln in bezug auf jüdische Gesetze, Moral und praktisches Verhalten bieten. In seiner ursprünglichen historischen Form (und in den orthodoxen Ausprägungen der heutigen Zeit) stellte das Judentum ein einheitliches Kultursystem dar, das die gesamte individuelle und kollektive Existenz umfaßte. Alle wesentlichen Bestandteile unterlagen dabei der Heiligung. Da die meisten Juden seit dem 7. Jahrhundert inmitten christlicher oder islamischer Kulturen lebten, flossen im Lauf der Geschichte Elemente dieser beiden Religionen ins Judentum ein.

Auch wenn die Wurzeln des Judentums im Mittleren Osten liegen, gab es trotzdem im Laufe der Zeit in fast allen Teilen der Welt jüdische Gemeinden, die aufgrund freiwilliger oder erzwungener Migrationen von Juden entstanden. 1993 belief sich die Gesamtzahl der jüdischen Weltbevölkerung auf rund 18 Millionen Menschen, von denen etwa 6,8 Millionen in den USA leben, über 3,6 Millionen in Israel und fast zwei Millionen in der GUS, den größten jüdischen Siedlungszentren. Annähernd 1,5 Millionen Juden verteilen sich über ganz Europa, die meisten davon in Frankreich und Großbritannien, etwa 28 000 leben in der Bundesrepublik Deutschland, weitere 300 000 im verbleibenden Teil Nordamerikas und 600 000 in den übrigen asiatischen Ländern. Ungefähr 1,1 Millionen Juden wohnen in Mittel- und Südamerika, 350 000 in Afrika.

Grundlegende Lehren und Schriften

Bedeutendster Grundzug des Judentums ist sein unbedingter Monotheismus. Zu allen Zeiten gingen die Juden davon aus, daß ein einziger transzendenter Gott die Welt erschaffen hat. Mit dem Monotheismus verbindet sich die teleologische Vorstellung, daß die eine göttliche Intelligenz die Welt verstehbar und auf ein Ziel hin geschaffen hat. Jeder menschlichen Erfahrung und jedem Ereignis wohnt eine Bedeutung inne. Traditionsbewußte Juden erkennen Gottes Geist sowohl in der natürlichen Ordnung, wie sie in der Schöpfung zum Ausdruck kommt, als auch im geschichtlichen Prozeß, in dem Gott sich selbst offenbart. So zeigte sich derselbe Gott, der die Welt geschaffen hatte, den Israeliten am Berge Sinai. Äußerungen seines Willens, den er seinem Volk Israel kundtut, finden sich in der Thora, der „Weisung“, die Gebote (Mizvot) enthält, welche den Umgang der Menschen untereinander und ihr Verhältnis zu Gott regeln.

Der Bund

Die Juden gehen davon aus, daß zwischen Gott und dem Volk Israel ein Bund (Berit), eine Art vertragliche Übereinkunft, bestehe. Der Tradition zufolge trat Gott auf dem Berge Sinai in eine besondere Beziehung zu den Israeliten. Diese betrachten Gott als ihren alleinigen, obersten König und Gesetzgeber, dessen Regeln sie gehorchen, während Gott seinerseits Israel als sein auserwähltes Volk ansieht. Sowohl die Autoren der Bibel als auch spätere jüdische Traditionen stellten diesen Bund in einen universellen Zusammenhang. Danach repräsentierte das in Israel institutionalisierte Priesterkönigtum die mit den göttlichen Gesetzen übereinstimmende ideale soziale Ordnung, die als Modell für die gesamte Menschheit dienen könnte. Damit käme Israel im Verhältnis zwischen Gott und den Menschen eine Mittlerfunktion zu.

Der Gedanke des Bundes bestimmt zugleich die traditionelle Perspektive des Judentums in bezug auf Natur und Geschichte. Da Israels Wohlergehen von der Einhaltung der Gebote abhängt, resultieren sowohl Naturereignisse als auch historische Begebenheiten, die Israel unmittelbar betreffen, aus seinem eigenen Verhalten. Handeln und Schicksal stehen also in einem direkten kausalen Zusammenhang. Damit verschärft sich das Theodizeeproblem, die Frage nach dem Sinn des Leides, die untrennbar mit der Geschichte des jüdischen Volkes verbunden ist. So befaßt sich u. a. das Buch Hiob mit der Frage, wie man angesichts von Ungerechtigkeit von einem gerechten und gütigen Gott sprechen kann. Zu Zeiten versuchten die Theologen eine Lösung herbeizuführen, indem sie auf das göttliche Gericht verwiesen, das nach dem Tod Wohlverhalten belohnt, Sünden bestraft und auf diese Weise die im Leben erlittene Ungerechtigkeit ausgleicht. Auch das Joch der Fremdherrschaft und des Exils fern vom Gelobten Land würden am Ende der Zeiten gesühnt. Sichtbares Zeichen hierfür wäre die Ankunft des Messias (mashiah: der Gesalbte), ein Sohn aus dem Hause König Davids, der von Gott ausgesandt wurde, um das Volk Israel zu erretten und ihm sein Land zurückzugeben. Der Messianismus, die Erwartung der Ankunft eines Heilbringers, die jeweils in Phasen äußerer Bedrängnis neue Nahrung erhielt, gehört seit frühester Zeit unmittelbar zur jüdischen Vorstellungswelt. Sie wurde in Krisenzeiten von einigen Gruppen, wie Pharisäern und Schriftgelehrten, mit der Überzeugung verbunden, der einzelne Jude könnte das Nahen des Erlösers beschleunigen, indem er die Schrift genau studiere und die göttlichen Gebote strikt einhalte.

Die rabbinische Tradition

Alle Traditionen des Judentums wurzeln in der Bibel. Diese trägt auch den Namen Tanchach, ein Akronym (Kunstwort, das aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter gebildet wird) für ihre drei Bestandteile: Thora (die fünf Bücher Mose), Nebiim (die prophetischen Schriften) und Ketubim (weitere Texte). Es wäre jedoch verfehlt, das Judentum ausschließlich als eine „Religion des Alten Testaments“ zu betrachten. In seiner heutigen Form geht es letztlich auf die rabbinische Bewegung im Palästina und Babylon der ersten Jahrhunderte christlicher Zeitrechnung zurück, weshalb man es auch als rabbinisches Judentum bezeichnet. Das Wort rabbi kommt aus der aramäischen und hebräischen Sprache und bedeutet „mein Lehrer“. So wurden die jüdischen Schriftgelehrten bezeichnet, die sich auch mit der Tradition auskannten. Sie behaupteten, Gott habe Moses auf dem Berg Sinai nicht nur die beschriebenen Gesetzestafeln, sondern überdies eine mündliche Thora gegeben, die in Form einer ununterbrochenen Kette von Meister zu Schüler überliefert worden sei und nun von den Rabbis bewahrt werde. Eine Zusammenfassung der mündlichen Tora bietet nach ihrer Meinung die Mischna („durch Wiederholung lehren und lernen“), das früheste rabbinische Dokument, das Ende des 3. Jahrhunderts in Palästina entstand. Der im 6. Jahrhundert verfaßte siehe Talmud („Lernen, Lehre“), auf den sich das rabbinische Judentum gründet, umfaßt die Mischna sowie die ergänzenden Auslegungen der Gemara (aramäisches Wort gleicher Bedeutung), auf die sich zwei Schulen in Babylonien und Palästina konzentrierten.

Die frühen rabbinischen Schriften schließen auch exegetische und homiletische Kommentare zur Bibel (siehe Midrasch) sowie einige aramäische Übersetzungen des Pentateuch und weitere Bücher zur Schrift (siehe Targum) ein. Mittelalterliche rabbinische Werke beeinhalten Kodifizierungen des Talmud. Höchste Autorität genießt in diesem Zusammenhang das im 16. Jahrhundert veröffentlichte Kompendium Sulhan Aruk (Gedeckter Tisch) von Joseph ben Ephraim Karo. Das Studium der Thora umfaßt nicht nur den Pentateuch, sondern die gesamte rabbinische Literatur.

Gottesdienst und Kult

Gläubige Juden verstehen das gesamte Leben als Dienst an Gott. Der Spruch „Ich habe den Herrn allezeit vor Augen“ (Altes Testament, Psalm 16, 8), der auf der Vorderwand zahlreicher Synagogen steht, kennzeichnet die traditionelle jüdische Frömmigkeit. Um einen Gemeindegottesdienst zu halten, müssen mindestens 10 mündige Gläubige, die das 13. Lebensjahr vollendet haben, anwesend sein.

Es ist Gebetskleidung vorgeschrieben. Im Laufe eines Jahres wird die ganze Thora verlesen. Zu besonderen Anläßen werden Predigten gehalten (auf Landessprache)

Bar Mizwa/Bat Mizzra oder die Aufnahme der Jugend in die Gemeinde Wird ein Kind geboren so wird 8 Tage danach die Taufe stattfinden und für die Jungen gleichzeitig auch die Beschneidung. Mit 13 Jahren gibt es dann mit einer großen Zeremonie die Aufnahme in die Gemeinde. Der „Neue“ liest einen Propeten- Abschnitt vor und muss die Einleitung singen. Nach der Aufnahme ist das Kind für sich selbst verantwortlich und man gilt als Erwachsener. Von nun an kann man „zur Thora gerufen“ werden.

Gebete und Riten

Orthodoxe Juden beten dreimal am Tag: am Morgen (schaharit), am Nachmittag (minha) und am Abend (maarib). Zu diesen Zeiten brachte man früher Opfergaben im Tempel von Jerusalem dar, so daß das Gebet in gewissem Sinne den Tempeldienst nach der Zerstörung des Gotteshauses fortsetzt. In orthodoxen Gemeinden finden sich die Männer auch an den Wochentagen zum dreimaligen Pflichtgebet in der Synagoge ein.

Als einzig festes Element enthalten alle jüdischen Gottesdienste eine Reihe von Benediktionen, im Stehen verrichtete, hymnische Gebete. Dazu gehören die Tepilla (Gebet) oder Amida (stehend), auch Schemone Esre (Achtzehngebet) genannt. An Wochentagen besteht dieses heute aus 19 Benediktionen, die 13 Bitten um Wohlergehen und messianische Erfüllung umfassen. Am Sabbat und an Festtagen werden die Bitten durch dem Anlaß entsprechende Gebete ersetzt, die täglichen Bitten. Zu den Morgen- und Abendgebeten gehört überdies die Shema. Jeder Gottesdienst schließt mit zwei messianischen Gebeten, dem Alenu sowie der Kaddisch, einer aramäischen Doxologie. Als Zeichen seiner Ergebenheit trägt der erwachsene männliche Vorbeter während des Morgengebets einen Gebetsmantel (tallit) mit Quasten (sisit) sowie das Tefillin, an einem Ledergehäuse befestigte Gebetsriemen. Beide leiten sich aus Passagen der Schrift ab. Am Türpfosten eines Hauses erinnern die amulettartigen Mezuza an Gottes Allgegenwart. Als Zeichen des Respekts vor Gott bedecken die Juden ihren Kopf während des Gebets mit einem Hut oder einem Gebetskäppchen (kippa; jiddisch: yarmulke). Fromme Juden halten ihren Kopf sogar ständig bedeckt, um auf Gottes stetige Präsenz zu verweisen.

Thora

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Studium der Thora, in der sich nach jüdischer Auffassung der Wille Gottes offenbart, zählt im rabbinischen Judentum ebenfalls zum Dienst an Gott. Während des täglichen Morgengebets rezitieren die Gläubigen Stellen aus der Heiligen Schrift und dem Talmud. Am Montag- und Donnerstagmorgen erfolgt das Entnehmen der Thora (der fünf Bücher Mose) aus dem Schrein am Kopf der Synagoge im Rahmen einer feierlichen Prozession vor dem Gottesdienst. Die wichtigsten liturgischen Lesungen der Thora finden am Sabbat und an Festtagen statt. Im Verlauf eines Jahres wird der gesamte Pentateuch am Sabbat rezitiert. Der Zyklus beginnt im Herbst am Ende des Laubhüttenfestes. Die einzelnen Lesungen beinhalten die für den jeweiligen Tag vorgesehenen Themen und Gebete, die am Sabbat und an Feiertagen durch Rezitationen aus den Prophetenbüchern ergänzt werden. Das öffentliche Rezitieren der Schrift macht einen Großteil des Gottesdienstes aus und stellte ursprünglich wohl auch die eigentliche Aufgabe der Synagoge dar.

Benediktionen

Über die üblichen Gebete hinaus rezitieren gläubige Juden im Verlauf des Tages eine Vielzahl von Benediktionen. Nach jüdischer Auffassung gehört die Erde Gott, und die Menschen verwalten sie nur als Bauern oder Gärtner. Ehe sie ihre Früchte ernten, danken sie Gott, den sie als ihren eigentlichen Besitzer ansehen.

Speisegebote

Die jüdischen Speisegebote gehen auf den Tempelkult zurück. Der häusliche Eßtisch wird analog zum Altar des Herrn aufgebaut. Bestimmte Tiere gelten als unrein z.B. Schweine und Fische ohne Flossen oder Schuppen und dürfen daher nicht gegessen werden (Altes Testament, Deuteronomium 14, 3-21). Genauso darf kein Aas, keine defekten Organe und keine Muskeln von der Hüftpfanne gegessen werden. Erlaubt (koscher) ist das Fleisch von Tieren mit gespaltenen Hufen, die ihr Futter wiederkäuen, jedoch nur, wenn der Schlachter strenge Regeln beachtet und das gesamte Blut vor dem Verzehr vollständig entfernt hat. Es dürfen keine Fleisch- und Milchprodukte zusammen verzehrt werden.

Der Sabbat

Der liturgische Kalender der Juden richtet seine Zeiteinteilung nach den Vorschriften der Thora und den Traditionen des Tempelkultes. Am siebten Tag, dem Sabbat(beginnt am Freitagabend), soll die Arbeit ruhen. Da es in der Schöpfungsgeschichte hieß:“ Denn in sechs Tagen machte der Herr Himmel und Erde, aber am siebenten Tage ruhte er.“ An diesem Tag erweisen die Juden ihrem Schöpfer die Ehre.

Sie verbringen den Sabbat mit Gebeten, Bibelstudien, Erholung und beim gemeinsamen Mahl im Familienkreis. Wie an Festtagen gibt es auch am Sabbat einen zusätzlichen (musaf) Gottesdienst in der Synagoge, der mit einer Opferhandlung in Verbindung steht, die früher im Tempel ausgeführt wurde. Es gehen allerdings nur die Männer in die Synagoge, die Frauen bereiten das Essen zu und decken den Tisch festlich. Die Frau darf über den beiden Sabbatkerzen den Segen sprechen. Zum Essen werden arme Menschen eingeladen. Am Sabbatnachmittag gibt es Tänze, Lieder, fröhliche Spiele und die Erwachsenen „lernen“ in heiligen Büchern.

Am nächsten Morgen ist Gottesdienst für die ganze Familie. Am Samstagabend wird der Sabbat mir dem letzten Segen beendet.

Für die Juden ist der Sabbat der höchste Festtag. Es werden keine Ausweise oder ähnliches getragen, das in irgendwelcher Weise die Identität eines Menschen beiträgt.

Feste

Das jüdische Jahr umfaßt fünf große und zwei kleine Feste. Drei der Hauptfeiern wurzeln in der bäuerlichen Kultur und folgen dem Rhythmus der Jahreszeiten. Passah, das Frühlingsfest, markiert den Beginn der Gerstenernte, die 50 Tage später mit dem Wochenfest (Fest der Schnitternte) endete. Durch das Lesefest wird die Herbsternte gefeiert, der eine zehntägige Phase der allgemeinen Reinigung vorausgeht. Passah erinnert an den Exodus aus Ägypten, Shawuot an die Übergabe der Gesetzestafeln auf dem Berge Sinai, weshalb zu diesem Anlaß die feierliche Verlesung der Zehn Gebote in der Synagoge gehört. Die zehn Tage währende Bußzeit vor dem Herbstfest beginnt mit Rosh Haschana, der Neujahrsfeier, und endet mit Jom Kippur, dem Versöhnungstag. Nach alter Tradition wird die Welt an jedem Neujahrstag gerichtet und der Bund am Versöhnungstag von neuem besiegelt. Am Neujahrstag ruft ein Widderhorn (schofar) das Volk zur Buße auf. Der Versöhnungstag, der heiligste Tag des jüdischen Kalenders, dient dem Fasten, dem Gebet und der Beichte. Seine Liturgie beginnt mit dem Klagegesang des Kol Nidre und schließt eine Erinnerung an den Ritus dieses Tages (avoda) im Tempel ein.

Die beiden kleineren Feste, Chanukka und Purim, entstanden später als die fünf vom Pentateuch vorgeschriebenen Feiern. Chanukka, das Tempelweihfest, feiert den Aufstand der Makkabäer gegen den syrischen König Antiochus IV. 165 v. Chr. und die anschließende Weihe des zweiten Tempels. An Purim (Losfest) wird die Befreiung der persischen Juden durch Esther und Mordekai gefeiert. Auf dem Höhepunkt dieses Festes, das einen Monat vor Passah stattfindet, wird die betreffende Schriftrolle (megilla) in der Synagoge verlesen. Vier Fastentage, die Ereignisse im Rahmen der Belagerung und Zerstörung der beiden Tempel in den Jahren 586 v. Chr. und 70 n. Chr. wachrufen, vervollständigen das liturgische Jahr. Der wichtigste trägt den Namen Tishah b ’ Ab und erinnert an die zweimalige Zerstörung des Tempels.

Eine Übersicht der Feste der Juden:

Eine Übersicht der Feste der Juden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bilderklärung: Sukkot oder Laubhüttenfest ist das jüdische Erntedankfest, das am 15. des Tischri (September/Oktober) beginnt. Der Name geht auf die Hütten zurück, in denen die Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten während der Wüstenwanderung lebten.

Besondere Gelegenheiten

Im Alter von acht Tagen werden jüdische Knaben durch den Ritus der Beschneidung (berit mila) offiziell in den Bund Abrahams aufgenommen. Mit 13 Jahren erreichen sie die Volljährigkeit und übernehmen von da an selbst die Verantwortung für die Beachtung aller Gebote (Bar-Mizwa). Auch dürfen sie dann zum ersten Mal in der Synagoge aus der Thora vorlesen. Mädchen sind mit zwölf volljährig und feiern dies in modernen, liberalen Synagogen mit dem gleichen Ritus wie die Jungen. Im 19. Jahrhundert führte die Reformbewegung die Konfirmation für junge Männer und Frauen ein. Sie findet während des Wochenfestes statt und beinhaltet ein Bekenntnis zu dem am Berge Sinai geoffenbarten Glauben. Den nächsten Wendepunkt im Leben eines gläubigen Juden stellt die Hochzeit (kidduschin: Heiligung) dar. Die sieben Vermählungsbenediktionen schließen Bittgebete für den Wiederaufbau von Jerusalem und die Rückkehr des jüdischen Volkes nach Zion ein. Desgleichen bettet der jüdische Bestattungsritus die Hoffnung auf die Auferstehung des Toten in ein Gebet für die Erlösung des gesamten Volkes ein. Fromme Juden lassen sich in ihrem tallit (Gebetsmantel) begraben.

Geschichte

Biblisches und archäologisches Quellenmaterial liefern die frühesten Informationen zur Geschichte des Judentums (siehe Bibel; Juden). Zunächst war Israel nicht mono-, sondern henotheistisch, d. h., die Israeliten beteten selbst zwar nur einen Gott an, schlossen jedoch die Existenz weiterer Götter bei anderen Völkern nicht aus.

In der Zeit vor dem Babylonischen Exil bestand Israel zunächst als Verbund von Stämmen und später als Königreich. Die Befreiung von der ägyptischen Sklaverei sowie die Eroberung und Besiedlung Kanaans (des Landes Israel) wurden als Gründungsereignis gefeiert. Die Gläubigen huldigten Jahwe, dem Gott der Patriarchen, der die Israeliten aus der Knechtschaft ins Gelobte Land geführt hatte. Der Kult orientierte sich an den geographischen und klimatischen Gegebenheiten und an den jahreszeitlich bedingten Tätigkeiten der Agrargesellschaft. Die Menschen glaubten, daß Jahwe den Regen und eine reiche Ernte sende und verstanden Hungersnöte und Seuchen als Strafen für das Sünden des Volkes Israel. Der Lebensunterhalt hing demnach von Gott ab, dem die Israeliten opferten, um ihre Dankbarkeit zu bekunden und ihn versöhnlich zu stimmen. Der Kult konzentrierte sich auf das königliche Heiligtum in Jerusalem, zu dem später die nördlichen Tempel in Bethel und Dan hinzukamen. In dieser Zeit traten die Propheten auf, die soziale Ungerechtigkeit sowie synkretistische Praktiken sowohl an den nördlichen (israelitischen) als auch den südlichen (judäischen) Heiligtümer kritisierten. Sie lehnten nicht den Opferkult an sich ab, sondern griffen das selbstgefällige Vertrauen auf seine Wirkung an, das die Moral der Eigenverantwortung untergrabe. Als fremde Eroberer zuerst das nördliche und dann das südliche Königreich zerstörten, schienen sich ihre Warnungen zu bewahrheiten.

Neuere Tendenzen

Um die Position des jüdischen Volkes in Europa zu festigen, das stets unter einer massiven Feindschaft der Umwelt litt, bemühten die Juden sich in West- wie in Osteuropa, ihren Status neu zu formulieren. Insbesondere in Deutschland verstand sich das Judentum, ähnlich dem Protestantismus, als religiöses Bekenntnis. Die deutsche Reformbewegung gab ihre Hoffnung auf eine Rückkehr nach Zion (in die jüdische Heimat) auf, kürzte den Gottesdienst, hielt Predigten in der Landessprache und verwarf zahlreiche jüdische Gesetze und Sitten als überholt. In vielerlei Hinsicht entsprach die Arbeit des Rabbiners nun der des protestantischen Geistlichen. Frühe jüdische Reformtheologen wie Abraham Geiger oder Samuel Holdheim, die unter dem Einfluß von Immanuel Kant und G. W. F. Hegel standen, legten vor allem Wert auf ethische Fragen und vertrauten auf den menschlichen Fortschritt. Konservative Reformer wie Zacharias Frankel forderten die Beibehaltung der hebräischen Sprache und der wichtigsten Traditionen, während die moderne Orthodoxie unter Führung von Samson R. Hirsch versuchte, das überkommene Judentum mit modernen Inhalten zu verbinden.

In Osteuropa, wo die Juden eine große soziale Gruppe bildeten, trug die Modernisierung des Judentums die Züge eines kulturellen und ethnischen Nationalismus. Wie die übrigen nationalen Bewegungen des Ostens forderten die Juden die Wiedereinführung ihrer Nationalsprache, des Hebräischen. Zeitgleich entstand eine moderne, weltliche Literatur und Kultur. Der Zionismus, der seine theoretische Begründung durch Leo Pinsker in Rußland und Theodor Herzl in Österreich fand und sich die Schaffung einer modernen jüdischen Gesellschaft in Israel zum Ziel gesetzt hatte, fand in Osteuropa starken Rückhalt. Er war eine politische und soziale Bewegung, die jedoch im traditionellen jüdischen Messianismus wurzelte und 1948 zur Gründung des Staates Israel führte.

Judentum in Amerika

Die heutige jüdische Gemeinde Amerikas besteht zum größten Teil aus den Nachfahren mitteleuropäischer Juden, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts emigrierten, aus osteuropäischen Juden, die zwischen 1881 und 1924 einwanderten, sowie aus Flüchtlingen und Überlebenden des Holocaust. Die verschiedenen Strömungen des Judentums in Amerika, die sich zu einer reformorientierten, einer konservativen und einer orthodoxen Richtung zusammenfassen lassen, bildeten sich im Zuge der Anpassung dieser Emigrantengruppen an das Leben in den Vereinigten Staaten und der wechselseitigen Einflüsse, die sie aufeinander ausübten. Das Judentum ist in den USA ähnlich organisiert wie die kongregationalistischen christlichen Kirchen, die ein hohes Maß an Autonomie wahren, obgleich sie formell nationalen Bewegungen angeschlossen sind.

Reformjudentum

Als erste Gruppe bildete sich das reformorientierte Judentum, das anfänglich weitgehend von deutschstämmigen Auswanderern getragen wurde. Es stand u. a. unter dem Einfluß des liberalen amerikanischen Protestantismus, insbesondere der Social-Gospel-Bewegung. Diese Strömung, die einst als Bastion des religösen Rationalismus fungierte, legt seit den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts größeren Wert auf die jüdische Identität und die damit verbundene traditionelle Kultur. Ihrem Anspruch nach blieb sie jedoch stets liberal und demokratisch gesinnt.

Konservatives Judentum

Die Vertreter dieser Richtung, die in der Volksfrömmigkeit des modernisierungsfreudigen osteuropäischen Judentums wurzeln, betonen die Bedeutung der Gemeinschaft. Sie respektieren die traditionellen jüdischen Gesetze und üben ihren Glauben aus, indem sie zugleich eine flexible Haltung zur Halacha zeigen. Der jüdische Rekonstruktionismus verficht einen religiösen Naturalismus, will aber auch die jüdische Identität und Kultur bewahren.

Orthodoxie

Die amerikanische Orthodoxie entspricht weniger einer Bewegung als einem ganzen Spektrum traditionalistisch gesinnter Gruppen. Die Bandbreite reicht von modernen Orthodoxen, die althergebrachte Strukturen ins moderne Leben einzubinden hoffen, bis zu einigen chassadistischen Gemeinschaften, die weltabgekehrt leben. Die jüdische Orthodoxie wurde insbesondere durch die Einwanderung traditionalistischer und chassidistischer Überlebender des Holocaust gestärkt.

Bedeutung Israels

Von großer Bedeutung für die Geschichte des Judentums ist der Holocaust, der zur Gründung des Staates Israel beitrug. In der Vorstellung vieler Juden verbinden sich Holocaust und Staatsbildung zu zwei aneinander gekoppelten, tiefreligiösen Symbolen, die für Tod und Wiedergeburt stehen. Seit der Gründung des Staates bilden den reformerischen und den konservativen Strömungen zwei verschiedene Pole, wobei orthodoxe Rabbiner eine besondere Stellung in den religiösen Institutionen Israels einnehmen. Darüber hinaus üben religiös-orthodoxe Gruppen durch die Nationalreligiöse Partei Einfluß auf die politischen Entscheidungen aus.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dies ist die erste weibliche Rabbi. Sie heißt Sally j. Preisand.

Begriffserklärung einiger Worte (in Kurzform):

Thora: - in etwa: Altes Testament; „Wegweisung“ beinhaltet Verhaltensvorschriften und 10 Gebote; heilige Schrift auf reinem Pergament; 5 Bücher Mose

Exodus: - Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei der Pharaonen durch Moses

Sabbat: - Gebetsfeier für Gott; beginnt Freitagabend; keine Arbeit, keine Ausweise tragen etc.; Festessen, Gottesdienst, Fröhliches Dasein; endet Samstagabend mit Gebetssegen

Tefillin: - Teil der Gebetskleidung; an ihm mit Lederkapseln, die die Pergamentröllchen beinhalten angebracht

Tallit: - Auch Gebetskleidung, für den Alltag; man trägt ihn unter der normalen Bekleidung, unten hängen die Zizit heraus

Zizit: - Fransen an Tallit, die an die Gebotserfüllung errinnern sollen Synagoge: - In ihr Findet der Gottesdienst statt

Rabbiner : - Führender Vertreter der jüdischen Gemeinden; Aufgaben: Ausleger religiösem Recht und Ratgeber/Gottesdienstliche Funktionen und Gemeindebetreuung

Talmud: - ursprüngliche mündliche Auslegung der heiligen Schrift durch bedeutende Rabbinen. Diese mündliche Auslegung wurde später nieder geschrieben. So entstanden die Mischma und die Gemara. Diese vilden heute die beiden Teile des Talmud.

Jahve: - jüdischer Gott

Kaddisch- Gebet: - 2000 Jahre altes Gebet, dass als Schlussstück zum Gottesdienst vorgelesen wird

Olenu- Gebet: - seit dem Jahre 1300 Gebet, dass am Schluss vom Gottesdienst gesprochen wird. Es drückt aus, dass die Menschen vereinigt werden und alle an einen Gott glauben.

Monaotheismus:- Trennungslinie zwischen den Religionen der Erde

Quellen: Unterricht

Encarta Lexikon

Arbeitsmappe des ethischen Unterrichtes

Created by Manuela Gönsch

9 von 9 Seiten

Details

Titel
Das Judentum. Lehren, Schriften und Tradition einer Religion
Note
1-
Autor
Jahr
2000
Seiten
9
Katalognummer
V105293
Dateigröße
491 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Judentum
Arbeit zitieren
Manuela Gönsch (Autor), 2000, Das Judentum. Lehren, Schriften und Tradition einer Religion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105293

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