Bioklima in der Architektur


Seminararbeit, 2000

7 Seiten, Note: -2


Leseprobe

Inhalt

1. Lagebeschreibung und Beschreibung der Geofaktoren des Raumes:
1.1. Lage der Sahara
1.2. Das Klima
1.3. Das Wasser
1.4. Das Relief
1.5. Der Boden und geologischer Bau
1.6. Pflanzen und Tiere

2. Einfluss des Klimas auf die anderen Geofaktoren
2.1. Anpassung der Tiere und Pflanzen an ihre Umwelt
2.2. Einfluss des Klimas auf das Relief und des Boden

3. Ökologische Probleme durch menschliches Handeln

4. Quellenverzeichnis

1.1. Die Lage der Sahara

Die Sahara ist die größte Wüste der Erde. Und wegen eben dieser Größe und den unendlich weiten Flächen von Sand gaben arabische Karawanenführer der Sahara den Namen „Bahr bela ma“ – Meer ohne Wasser.

Die Wüste erstreckt sich quer durch Nordafrika, und ist im Westen vom Atlantischen Ozean, im Norden vom Mittelmeer und dem Atlasgebirge und im Osten vom Roten Meer und vom Sinai begrenzt. Im Süden schließt sich die Sahelzone und das Becken des Niger an.

Das Gebiet der Sahara erstreckt sich über mehrere Länder. Dazu zählen Algerien, Libyen, Ägypten, Sudan, Tschad, Niger, Mali, Mauretanien, Sahara (Staat) und teilweise Marokko.

Die Sahara bildet einen Teil der paläarktische Wüste, die über Nordafrika hinaus auch einen beträchtlichen Teil Vorderasiens einschließlich der Arabischen Halbinsel und einen Teil Indiens umfasst. Die gesamte Wüste hat etwa eine Breite von 2000 Kilometern und misst vom Westen zum Osten etwa 6000 Kilometer. Ihre Gesamtfläche beträgt fast 9,1 Millionen Quadratkilometer, von denen etwa 207200 Quadratkilometer teilweise sehr fruchtbare Oasen sind.

Es gibt jedoch keine festgelegten Grenzen der Sahara, da sich aufgrund von Klimaänderungen, Auswirkungen der Nutzung durch den Menschen sowie Überweidung durch Tiere in den vergangenen Jahrtausenden die Wüste ständig vergrößert hat.

1.2. Das Klima

Die Sahara liegt in der Tropisch-trockenen Zone und hat ein trockenes Passatklima. Das Klima in der Sahara ist semiarid.

Klimatisch unterteilt man die Sahara in drei Zonen: In die Nordsahara (Temperaturen im Mittel 20-22°C, Niederschläge überwiegend im Winter (Jahresdurchschnitt 73mm)), in Zentralsahara (Temperaturen im Durchschnitt 24-25°C, weniger als 5mm Niederschlag, nur episodische Regenfälle) und in die Südsahara (28-30°C, Sommerregen, regenreichster Monat ist der August (Jahresdurchschnitt etwa 59mm)).

Besonders im westlichen und zentralen Teil der Sahara reicht das Temperaturenspektrum von Nachtfrösten bis zu Höchsttemperaturen von über 50°C am Tag. Es herrscht ausgeprägtes Tageszeitenklima (die Tagesschwankungen der Temperaturen überschreiten die Jahresschwankung).

Die Äquatornähe der Sahara beeinflusst die Temperaturen gewaltig. Je näher sich ein Gebiet zum Äquator befindet um so länger ist die Sonnenscheindauer (Tageslänge fast durchgehend 12 Stunden). Auch braucht die Sonne, da sie am Äquator den höchsten Einstrahlungswinkel überhaupt hat (fast 90°), nur kleine Flächen mit derselben Intensität zu bestrahlen als in anderen geografischen Zonen, wo die Flächen größer sind und demzufolge ist es in der Sahara heiß. Die Jahresschwankungen sind sehr gering und die Sonnenhöhe ist sehr steil, manchmal sogar senkrecht und es kommt zu zwei Zenitdurchgängen.

Aus diesen Gründen ordnet man die Sahara beim Typ des Jahresganges dem Äquatorialtyp zu.

Das Klima ist durch sehr geringem Niederschlag (der Jahresdurchschnitt liegt etwa bei 100 mm) gekennzeichnet.

Heiße Luftmassen steigen über Äquatorregionen auf und kühlen in größeren Höhen ab, sinken in den Hochdruckgebieten der suptropischen Gürtel ab. Die absteigende Luft erwärmt sich (um ca. 10°C/ 1000m) und nimmt deswegen mehr Feuchtigkeit auf. Da die relative Luftfeuchte jedoch abnimmt und die Wolken sich auflösen, kommt es kaum zu Niederschlägen

Trotzdem kommt es manchmal zu Regen – zu Geisterregen. Der Niederschlag gelangt jedoch nicht bis auf den Boden, da er auf einer heißen Luftschicht über der Wüste verdampft.

Wegen dem Auflösen von Wolken kann aber auch die Wärme vom Tag in der Nacht nicht am Boden gehalten werden. Deshalb gibt es häufig Nachtfrost. Der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht kann bis zu 68 °C betragen.

In der Sahara weht ein trockener und beständiger Wind, der Nordostpassat.

Auch Sandstürme sind in der Sahara keine Seltenheit. Sie entstehen durch den Wechsel von Hitze und Kälte und führen Sand und Staub mit sich. Jedoch sind sie nur wenige Meter hoch, da der Wind den Sand nur bis zu einer bestimmten Höhe führen kann, im Gegensatz zum Staub.

1.3. Wasser

Das Wasser ist in der Wüste eine Rarität und zugleich der Stoff, der alles pflanzliche, tierische und menschlich – gesellschaftliche Leben bestimmt.

Es regnet in der Wüste nur selten, manchmal jahrelang überhaupt nicht und falls doch, dann ist der Niederschlag auch nur sehr gering. Jedoch gibt es riesige fossile Wasserreservoirs in tief gelegenen Schichten, die zur Bewässerung und zum Überleben genutzt werden.

Jedoch versalzt durch einen aufsteigenden Bodenwasserstrom auch der Boden (verbrackte Böden).

Auch Salzseen sind in der Sahara zu finden, wie der Ounianga Serir. Dieser See ist von Dattelund Dumpalmen und von Süßwasserquellen umgeben, welche die Verdunstung ausgleichen. Das Wasser beziehen auch diese Seen aus dem fossilen Wasserreservoir.

Verschiedene Süßwasserseen (sind sehr selten), wie der See Boku, haben einen unterirdischen Speicher, der mit Regenwasser gefüllt ist. Ihre Versalzung (durch salzanreichende Verdunstung) wird durch auf dem Wasser schwimmende Schilfwälder verhindert, die den See von allen Seiten überwuchern.

Vereinzelt entspringen auch Flüsse im Atlasgebirge und fließen so weit, bis das Wasser vollständig im Wüstensand verloren ist. Seen, die außerhalb der ariden Gebiete entspringen und sich in der Wüste verlieren, nennt man Endseen.

Weiterhin gibt es Tümpel, die sich nach Regenfällen bilden und Gueltas oder Aguelmane (ständige mit Wasser gefüllte Becken).

Außer des Nils gibt es nur episodische Wasserläufe, wie Wadis (Trockentäler, meist in Kies – und Steinwüsten, die nur nach episodischen oder periodischen Regenfällen Wasser führen).

An Austritten von Grundwasserstellen befinden sich Oasen. Zusätzlich gibt es in Oasen neben den natürlichen Quellen auch vom Menschen erbaute Brunnen. Die Böden sind dann meist sehr fruchtbar.

1.4.Das Relief

Wenn man an tropische Wüsten denkt, assoziiert man diese sofort mit Sanddünen. Tatsächlich können Wüsten aber viel mehr Landschaftsformen beherbergen.

Die Sahara besteht abwechselnd aus Felsund Steinwüste (Hamada), Kieswüste (Serir), Sandund Dünenwüste (Erg). Diese Oberflächenformen bestehen wiederum auch aus verschiedenen Gesteinsarten. Für das Hamada sind drei Arten kennzeichnend: Basalt, Sandstein und Kalkstein.

Auch gibt es Ton-, Lehmund Salzpfannen (Sebecha oder Schotts genannt). In der Sahara unterscheidet man meist zwischen 5 Formen:

1. Die Ebene. Man bezeichnet sie als der Reg (oder Serire), dieser besteht aus grobem Sand, Schotter,
Felsfragmenten oder Kies .
Kieswüsten (Serir) liegen in alluvialen Niederungen. Da der Kies von Pflanzen durchdrungen werden kann, sind sie meist vegetationslos. Meist sind Serirs salzarm
2. Die Düne. Die Form und Höhe variiert wegen der Windverhältnisse, die Größe wegen des Schwemmsand-Depots. Die Dünen können sich über mehrere Hundertkilometern erstrecken und entweder von einem dünnen Sandfilm bedeckt sein oder ein Sandmassiv sein.
Die Sandkörner der Ergs sind wegen des Eisenoxids leuchtendrot. Charakteristisch ist auch ein hoher Kalkgehalt. Sand kann Wasser sehr gut speichern, so dass es trotz des seltenen Niederschlages und den besonders hohen Temperaturen zu spärlichen Pflanzenwuchs kommt.
Beispiele für Dünen sind: Westlicher Großer Erg, Östlicher Großer Erg, Erg Chech,...
3. Das Gebirge. Das Relief ist stark zerklüftet und meistens handelt es sich um Massive aus Granit und Gneis und um vulkanische Strukturen. Durch langfristige Erosion sind die Berge bis auf den Fels entblößt. Tibesti und Ahaggar sind Beispiele für solche Gebirge.
4. Das Plateau. Die Formen des Plateaus lassen sich wiederum unterteilen in Tassilis (bestehen aus Sandstein) und Hamadas (bestehen aus Kalkstein). Diese Plateaus sind fast horizontale, felsige Flächen. Das zentrale Plateau erstreckt sich über 1600 km und ist ca. 580 bis 760m hoch, mancherorts erheben sich Gebirge.
5. Die Steppe. Die Sahara wird von wüstenähnlichen Steppen im Norden und Süden umgeben. Bei diesen Steppen handelt es sich um eintönige und weite Flächen

Im Wesentlichen ist die Sahara ein Tafelland mit mittleren Höhen zwischen 200 und 500 Metern. Im Norden, besonders in Ägypten und Algerien, liegen manche Gebiete unter dem Meeresspiegel. Den tiefsten Punkt des afrikanischen Kontinents bildet die Kattarasenke, mit 133m unter dem Meeresspiegel. Flache Senken, besonders die Sebechas (mit Salzund Tonablagerungen) werden von den Menschen weitgehend gemieden, da sich unter den weißen Salzkristallen oftmals ein Schlamm verbirgt, in dem Mensch und Tier in Sekundenschnelle versinken.

1.5. Boden und geologischer Bau

Reiner Wüstensand ist kein Boden, sondern ein Lockergestein.

Grobe Eigenschaften des Wüstenbodens sind geringer Humusgehalt, Skelettreichtum (Steine mit einer Korngröße von über 2mm Durchmesser), grobes Gefüge, als auch eine Tendenz zur Kalkund Salzanreicherung.

In niederschlagsarmen Gebieten entwickelt sich der Boden kaum. Es gibt nur eine geringe Pflanzendecke. Deshalb ist eine starke Winderosion möglich. Es kann sich kaum Humus bilden und das Bodenleben ist kaum entwickelt. Dazu kommt, dass das Bodenwasser nur kurzzeitig vorhanden ist.

Der Boden in der Wüste ist unterschiedlich profiliert, je nachdem, um welche Wüstenform es sich handelt.

Sandböden sowie steinige Felsböden sind die trockensten Bodenarten, tonige Böden die feuchtesten. Aber auch bei Tonböden werden bei den kurzen Regenfällen nur die Oberflächenschichten kurzzeitig befeuchtet. Wegen der starken Verdunstung trocknet der Boden sofort wieder aus und es bilden sich Risse wegen der Bodenschrumpfung.

Zwar ist der Wüstensand kein richtiger Boden, sondern nur Lockergestein, aber wegen seiner gut ausgeprägten Versickerungseigenschaft kann er Bodenwasser sehr gut speichern. Es trocknen jedoch die obersten Schichten aus, da durch große Bodenporen die kapillare Wasserfäden abreißen und so der größte Teil des Sickerwassers an derartigen Standorten meist erhalten bleibt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Bioklima in der Architektur
Note
-2
Autor
Jahr
2000
Seiten
7
Katalognummer
V105366
ISBN (eBook)
9783640036608
Dateigröße
419 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bioklima, Architektur
Arbeit zitieren
Arthur Benisch (Autor), 2000, Bioklima in der Architektur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105366

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