Das Internet als Kommunikations- und Marketing-Instrument für Vereine in der Kinder- und Jugendarbeit


Hausarbeit, 2001
14 Seiten, Note: 2,0

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INHALTSÜBERSICHT

1. EINLEITUNG

2. DAS „INTERNET“ - DIE UNBEKANNTE VIRTUELLE WELT ?
2.1. WAS IST DAS INTERNET UND WER BENUTZT ES ÜBERHAUPT?
2.2. WEN KANN ICH ALS VEREIN IM INTERNET ERREICHEN?
2.3. WIE KOMME ICH ALS VEREIN INS INTERNET, WAS BRAUCHE ICH?

3. DAS JUGENDWERK DER KSM ALS MODELL
3.1. STRUKTUR UND ARBEITSBEREICHE DES VEREINS
3.2. DIE ONLINE-ANGEBOTE DES VEREINS
3.3. DIE AKZEPTANZ DES ANGEBOTS

4. RESÜMEE

VERWENDETE LITERATUR

1. Einleitung

„ Im Jahr 2000 werden 90% aller Unternehmen im Internet sein. Aber nur 15 % werden wissen warum. “

(New York Times, 1997)

„ Wer glaubwürdig sein will, mu ß den ständigen Dialog suchen. “

(Heinz Goldmann , *1920, schweizer. Kommunikationstrainer dt. Herk.)

Das Internet ist in aller Munde. Glaubt man der Werbung, ist alles ganz einfach. Das Internet drängt sich in die Lebensrealität der Menschen, und wer nicht „drin“ ist, der ist eindeutig „out“. Nach der Prognose der New York Times von 1997 müssten heute über 90% der Unternehmen und Organisationen im Internet vertreten sein. Die Zahl lässt sich zwar nur schwer belegen, sie dürfte aber der Realität sehr nahe kommen.

Es findet sich kaum eine Firma oder ein Verein, der nicht mit einer kleinen Homepage aufwarten kann oder zumindest per E-Mail erreichbar ist. Schließlich will man ja auf der Höhe der Zeit - und schon gar nicht auf der Strecke - bleiben. Es gilt, die ca. 24 Millionen deutschen Online-Nutzer anzusprechen und mit Informationen zu versorgen.1

Wer das Internet aber nur als Medium zur Informationsvermittlung nutzt, verkennt den eigentlichen Mehrwert: die Möglichkeit der zweiseitigen Kommunikation. Das Internet bietet eine Chance, gerade auch für gemeinnützige Vereine, den Dialog mit den Kunden, Klienten, Mitgliedern und Geldgebern zu erweitern und damit zu einem neuen Maß an Transparenz und Glaubwürdigkeit zu gelangen.

E-Mail und eigene Websites werden für alle Organisationen in wenigen Jahren so selbstverständlich sein wie Telefon und Fax. Sie dürfen dann auf keinem Briefpapier eines seriösen Geschäftspartners mehr fehlen. Dabei erfolgt die Marktdurchdringung schneller als beim Fax, und im Gegensatz zum Fax werden persönliche E-Mail-Adressen für alle Mitarbeiter mit Außenkontakten selbstverständlich werden, u.a. weil E-Mail auch organisationsintern an Bedeutung gewinnt.

Im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit ist außerdem zu beachten, dass in Deutschland bereits 76 % der 14 bis 19jährigen Zugang zum Internet haben und dies vermehrt nutzen.2 Das Internet ist also eine Art virtueller Raum, in dem sich breite Teile der Zielgruppe aufhalten. Wer die Jugendlichen ansprechen möchte, und Inhalte auf eine für sie relevante Weise kommunizieren möchte wird um die Nutzung des Internets kaum herumkommen.

Nach einer kurzen Einführung möchte ich in dieser Arbeit aufzeigen, was ein Verein benötigt, um das Medium Internet zu nutzen. Im Anschluss an eine allgemeine Betrachtung möchte ich exemplarisch an den Seiten eines Jugendwerkes aufzeigen, welche Rolle das Internet in den Bereichen Marketing und Kommunikation spielen kann.

2. Das „Internet“ - die unbekannte virtuelle Welt ?

2.1. Was ist das Internet und wer benutzt esüberhaupt?

Viele Bücher wurden über die Entstehung des Internets geschrieben, deshalb möchte ich hier nicht auf die Einzelheiten eingehen. Für den Laien ist folgendes von Bedeutung: Vom militärischen Netzwerk, das aufgrund seiner dezentralen Struktur sogar nach Atomschlägen weiter existieren sollte, über wissenschaftliche Netzwerke amerikanischer Hochschulen, hat sich das Internet heute zu einem World Wide Web, zu einem weltumspannenden Netz von miteinander verbundenen Computern entwickelt. Von überall in der Welt kann man sich mittels eines Computers und eines Modems über eine Telefonleitung ins Internet einwählen. Die Homepage eines Stuttgarter Vereins kann zu gleicher Zeit von einem Amerikaner, einem Deutschen und einem Chinesen betrachtet werden. Die Welt ist wieder ein Stück kleiner geworden.

In einem Einführungsbuch für Sozialarbeiter fand ich folgende Definition des Netzes:

Simply put, the Web creates the ability for many computers to talk with each other and exchange information. Period. Just as telephones easily link people across the world, computers are gaining the same ability. There ’ s nothing mysterius about the Telefone; you use it. The Web is becoming the same. It is evolving into potentially the source for informationon an unimagined scale.3

Laut der aktuellen Studie des GfK Instituts für Medienforschung entwickelt sich das Internet „ mehr und mehr zu einem Bestandteil des täglichen Lebens in der Bevölkerung “.4 Fast jeder zweite Bundesbürger ist täglich im Durchschnitt 63 Minuten online, um dort via E-Mail zu kommunizieren, Informationen und Nachrichten abzurufen, Bankgeschäfte zu tätigen, Einzukaufen und SMS-Nachrichten zu versenden.

Wie wir eingangs gesehen haben ist die Internet-Nutzung bei Jugendlichen sogar überdurchschnittlich verbreitet. Nur jeder fünfte Teenager hatte noch keinen näheren Kontakt mit dem Internet. Don Tapscott malt in seinem Buch „Growing Up Digital - The Rise of the Net Generation“ das Bild von einer Generation, die ganz selbstverständlich mit dem Medium Internet aufwächst. Der Gebrauch der neuen Medien fällt ihnen nicht schwerer, als das Bedienen eines Telefons oder einer Mikrowelle. Es lässt sich schwierig abschätzen, welche Auswirkungen das in Zukunft haben wird. Klar ist jedoch, das ein großes Potential im richtigen Gebrauch des Mediums liegt.5

Viele Vereine haben sich ja auch die Humanisierung der Gesellschaft und die Verbesserung der menschlichen Beziehungen untereinander auf die Fahnen geschrieben. Liegt es da nicht nahe, genau dort mitzuwirken und aktiv zu werden, wo neue Strukturen und menschliche Beziehungsmuster am Entstehen sind?

2.2. Wen kann ich als Verein im Internet erreichen?

Als Verantwortlicher in einem Verein erlebt man oftmals heftige Kritik, wenn es um Neuerungen und moderne Techniken geht. Nicht selten stellen gerade ältere Vereinsmitglieder die Frage, wozu man den etwas ändern müsse, wo es doch bisher auch so ging. Hier gilt es zu informieren und ein neues Bewusstsein für die sich verändernde Realität zu schaffen. Dabei kann es hilfreich sein, wenn zunächst klar wird, wer auf welche Weise über die neuen Medien erreicht werden kann.

Mitglieder / Mitarbeitende

Wie viele Arbeitsschritte braucht es, Vereinsmitglieder mittels eines regelmäßigen Vereins-Rundbriefes an Termine zu erinnern, sie zu informieren und zu Wort kommen zu lassen? Dazu kommen noch die Kopier- und Portokosten. Um einiges einfacher wäre es doch, Termine und Daten online für jeden abrufbar zu haben und gelegentlich per E-Mail daran zu erinnern.

Schwierig stellt sich auch oft die Kommunikation zwischen Mitgliedern und Vorstand dar. Wann ist denn mal wirklich Zeit für einen runden Tisch für alle Fragen. Praktischer ist da doch ein Forum im Internet, wo jeder Fragen stellen und auf Beiträge antworten kann. So ergäbe sich die Möglichkeit, auch zeitlich versetzt im Dialog zu stehen, und gleichzeitig Prozesse der Meinungsfindung transparent zu machen.

Diese Transparenz ist eine Folge der verbesserten internen Informationssysteme. Michael Beilmann schreibt dazu in seinem Buch „Sozialmarketing und Kommunikation“ folgendes:

„ Die interne Kommunikation stellt somit einen grundlegenden Faktor der Unternehmenskultur dar. Auf dieser aufbauend erwächst die glaubwürdige Kommunikation nach au ß en, und wird erst dann für die potentiellen externen Zielgruppenüberzeugend zu gestalten sein. “ 6

Sponsoren / Geldgeber

Bevor heute jemand seinen Geldbeutel öffnet, möchte er genau wissen, was mit seinen Spenden passiert. Im Internet bieten sich vielfältige Möglichkeiten, über Berichte, BildReportagen und Statistiken die Art und die Früchte der Arbeit darzustellen.

Sponsoren können sich so schnell ein Bild darüber machen, was mit ihren Geldern erreicht wurde. Potentielle Geldgeber können sich über Projekte und Strukturen informieren, und direkt im Internet Vergleiche mit anderen Einrichtungen anstellen. Das Internet schafft hier eine noch nie da gewesene Markttransparenz auch gerade für den Non-Profit-Sektor.

Sinnigerweise finden sich auf der entsprechenden Seite auch eine Telefonnummer oder E- Mail Adressen, um weitere Fragen zu beantworten und Rückmeldung zu ermöglichen. Dies ist vor allem im Hinblick auf die „dialogorientierte Kommunikation“ sinnvoll. Beilmann beschreibt diesen Prozess folgendermaßen:

„ So wird dem Empfänger einer Nachricht Gelegenheit gegeben, nicht verstandene Inhalte nachzufragen. Der Sender modifiziert dann die Nachricht verständlich. Es sind dadurch, soweit es möglich ist, Synreferenzen - weitestehende gemeinsame Kommunikations- un d Erlebniswelten - mit der ausgewählten Zielgruppe aufzubauen. Dadurch ist eine Identifikation mit der Organisation zu erleichtern und eine stetige Fortentwicklung des sozialen Produkts zu gewährleisten. “ 7

Klienten / Kunden

Die große Mehrheit der Internet-Nutzer sucht im Internet nach weiterführenden Informationen. Stößt jemand zum Beispiel in einem Zeitungsbericht auf eine interessante Organisation, ist die Wahrscheinlichkeit groß, das er sich zunächst mit Hilfe des Internets weiter informiert. Für mögliche Klienten sollten sämtliche Leistungen der Organisation beschrieben sein. Man möchte sich ein Bild machen von den Angeboten.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Möglichkeit für Klienten, schnell und unbürokratisch Kontakt mit Verantwortlichen aufzunehmen. Die Hemmschwelle, ein Online-Formular auszufüllen oder eine E-Mail zu schicken ist meist wesentlich geringer, als irgendwo anzurufen oder persönlich vorbei zu kommen. Dies funktioniert natürlich nur, wenn eingehende E-Mails auch schnell wieder beantwortet werden. Lange warten will im Internet niemand.

Kunden sind auch immer auf der Suche nach dem Mehrwert, nach dem „Extra“, das einen Verein oder eine Einrichtung hervorhebt. Im Internet besteht die Möglichkeit, sich zu präsentieren und vielleicht sogar in einem Chat-Raum in Kontakt zu kommen.

2.3. Wie komme ich als Verein ins Internet, was brauche ich?

Wie ich aufgezeigt habe, bietet das Internet einige Chancen und Möglichkeiten in den Bereichen Kommunikation und Marketing, die man nicht außer Acht lassen sollte. Es stellt sich nun die Frage, mit welchem Aufwand die oben genannten Formen zu realisieren sind.

Um als Verein E-Mails senden und empfangen zu können, wird mindestens ein PC mit Internet-Zugang benötigt. Die meisten neueren Computer kommen mit eingebautem Modem und müssen nur noch an die Telefonleitung angeschlossen werden.

Damit die E-Mails auch eine aussagekräftige Adresse bekommen und der Verein sich auch im Internet präsentieren kann, bedarf es einer Domain, einer Internet-Adresse. Diese kann z.B. die Form „www.meinverein.de“ haben. Eine entsprechende E-mail-Adresse wäre dann info@meinverein.de, oder z.B. Vorname.Nachname@meinverein.de. Zudem wird noch „Speicherplatz“ auf einem ans Internet angeschlossenen Rechner benötigt, um die Inhalte der Homepage zu hinterlegen. Die meisten Anbieter bieten komplette „Web-Pakete“ für einen kleinen monatlichen Betrag an, in dem die Domain, eine bestimmte Anzahl E-Mail Adressen und der Speicherplatz bereits enthalten sind. Die Kosten für so ein Paket belaufen sich zur Zeit auf etwas 10,- DM im Monat.8

Den größten Aufwand allerdings macht das Erstellen und die Pflege des Internet- Auftrittes. Eine Homepage, die aussieht wie „selbstgebastelt“ nimmt heute keiner mehr ernst. Genauso wichtig sind aktuelle Inhalte und regelmäßige Updates. Manche Einrichtungen stellen extra jemand für die Pflege der Seiten ab, gerade im Jugendsektor sollte man überlegen, ob sich nicht Ehrenamtliche finden, die die Betreuung übernehmen. Die Materialkosten sind sehr gering, gefordert sind Pflege und Aktualität.

Im Internet gibt es leider genug Beispiele, von unzureichenden Vereinsseiten. Oft fehlen sogar elementare Bestandteile wie eine Kontakt-Adresse. Im Nachfolgenden möchte ich modellhaft eine Seite vorstellen, die die Möglichkeiten des Mediums breit ausschöpft.

3. Das Jugendwerk der KSM als Modell

3.1. Struktur und Arbeitsbereiche des Vereins

Modellhaft möchte ich in dieser Arbeit das „Jugendwerk der Konferenz Süddeutscher Mennonitengemeinden e.V.“ herausgreifen und aufzeigen, in welcher Weise das Medium Internet heute schon zu Marketing- und Kommunikationszwecken genutzt wird.

Die Konferenz Süddeutscher Mennonitengemeinden ist ein Zusammenschluss von 33 süddeutschen Gemeinden der evangelisch freikirchlichen Mennoniten. Die Aufgaben des Jugendwerkes sind ganz generell die Arbeit mit Kindern, Tenns und Jugendlichen. Zu den Angeboten zählen Schulungen für Mitarbeitende, Jugendtreffen und zahlreiche Freizeiten. Die Angebote sind nicht konfessionsgebunden und stehen allen Interessierten offen.

Die Bereiche Arbeit mit Kindern, Teen/Jugend und Büroleitung/Freizeitorganisation werden jeweils von einem hauptamtlichen Mitarbeiter geleitet. Dazu kommt noch ein Zivildienstleistender und ein großer Kreis von ehrenamtlichen Mitarbeitenden, die zum Teil in Arbeitskreisen organisiert sind.

Regelmäßige Publikationen des Vereins sind der jährliche Sommer-Freizeitprospekt, ein Kalender, ein Herbstprospekt sowie der vierteljährlich erscheinende Rundbrief. Auffallend ist hier, das in allen Veröffentlichungen auch auf das Internet-Angebot hingewiesen wird und das neben der Postanschrift auch die E-Mail Adresse angegeben ist. Besucht man die Seiten des Vereins im Internet unter http://www.juwe-mennoniten.de stößt man auf eine umfassende Homepage, die schon im Design an die restlichen Publikationen angelehnt ist. Auf die Inhalte möchte ich im folgenden eingehen.

3.2. Die Online-Angebote des Vereins

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 : Die Homepage unter www.juwe-mennoniten.de

Die Homepage des Jugendwerks ist auf den ersten Blick in vier Bereiche eingeteilt. Es gibt die Unterbereiche Angebote, Informationen, Berichte und Interaktiv. Im Bereich Angebote finden sich z.B. die Ausschreibungen für die angebotenen Freizeiten, komplett mit Anmeldeformular zu Download und Informationen über den aktuellen Buchungsstand.

Im Bereich Informationen findet sich zunächst einmal die Vorstellung des Vereins. Struktur, Aufbau und Personal wird vorgestellt und so ein hohes Maß an Transparenz geschaffen. Die Hauptamtlichen werden komplett mit Foto und eigener E-Mail Adresse gezeigt, so kann schnell der zuständige Ansprechpartner erreicht werden.

Außerdem finden sich noch weitere Vereins-Informationen für die Mitarbeitenden und Mitglieder wie die Online-Version des Rundbriefes, ein Veranstaltungskalender, eine Online-Spielesammlung und weitere Materialien zum Download.

Im dritten Abschnitt finden sich Erlebnisberichte und Bilder von den Teilnehmern. So bekommt der Besucher Informationen und Meinungen aus erster Hand und kann sich ein realistisches Bild machen. Oft findet sich der Hinweis, das weitere Berichte und Bilder gerne willkommen sind.

Der Bereich „Interaktiv“ ist der lebendigste der Seiten. Hier gibt es zum einen das Gästebuch, das sich auch auf vielen anderen Homepages findet. Besucher der Seiten können Grüße hinterlassen und Kommentare abgeben. Daneben gibt es aber noch ein Forum, wo sich Besucher untereinander über aktuelle Themen austauschen können, und ein Event-Kalender, in den eigene Termine, zu denen öffentlich eingeladen wird, eingetragen werden können. Die Pinnwand ist einfach das elektronische Gegenstück zu einer Kork-Wand im Vereinsheim. Jeder kann Nachrichten und Informationen lesen und hinterlassen. Der Austausch untereinander wird gefördert.

Zu einem „Selbstläufer“ ist der Chat-Raum geworden, wo die Besucher der Seiten die Möglichkeit haben, sich mit teilweise anwesenden Hauptamtlichen oder anderen Besuchern per Tastatur zu unterhalten. Laut dem Besucherzähler nutzen täglich über 100 Leute diese Kommunikationsmöglichkeit.

Abgerundet wird das Angebot durch gelegentliche Aktionen wie ein Rätsel zu Ostern oder ein Adventskalender in der Vorweihnachtszeit oder ein kleines Spiel für Zwischendurch. All das erhöht die Identifikation der Benutzer mit der Seite und bietet einen gewissen Mehrwert.

Um die potentiellen Besucher der Seiten auf dem laufenden zu halten, wird jeden Monat ein Newsletter an alle Interessierten verschickt. Zu diesem Newsletter kann man sich ganz einfach per E-Mail an oder abmelden. Die monatlichen Mails enthalten immer kurze Grußworte sowie Hinweise auf aktuelle Termine und Neuerungen auf den Seiten.

3.3. Die Akzeptanz des Angebots

Es nützt das schönste Angebot nichts, wenn es nicht auch genutzt wird. Da haben die Leute beim Jugendwerk keine Sorgen. Laut dem kürzlich erschienenen „Homepage Report“ erhält die Seite täglich über 150 Besuche. Und 75 % der Besucher hat auch schon an einer Veranstaltung des Jugendwerks teilgenommen. Ein Großteil des Absprachen zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen läuft ausschließlich über E-Mail, den monatlichen E- Mail Newsletter erhalten 140 Mitarbeitende.9

Die Besucher Statistik aus einer Umfrage im Mai 2001 zeigt außerdem, dass mit der Seite eindeutig die Zielgruppe des Vereins angesprochen wird. 78% der Besucher sind zwischen 15 und 25 Jahren. Durch die Homepage wurde eine neue Art Sozialraum geschaffen, in dem sich Menschen begegnen können. In dem Report heißt es dazu: „ Man kennt sich und mag sich, ein Community-Effekt. “.10

Durch die Nutzung des Internets gelingt es dem Verein sogar, mit ehemaligen Ehrenamtlichen, die für eine Zeit ins Ausland gehen, im Kontakt zu bleiben. Über die Seiten bleiben auch „Aussteiger“ auf dem Laufenden und können nach der Rückkehr gleich wieder in das Geschehen mit einbezogen werden. Das hat Vorteile auf beiden Seiten.

Ein Beispiel, wie selbstverständlich Jugendliche das Medium Internet nutzen, ist ein kürzlich stattgefundenes Chatter-Treffen. Menschen, die sich zum Teil nur aus dem Chat- Raum und aus gelegentlichen E-Mail kannten organisierten mit Hilfe von Chat, E-Mail und Forum ein Treffen in Karlsruhe. Etwa 25 Leute trafen sich dort, ohne das vorher ein einziger Brief verschickt oder ein Telefonat getätigt wurde. Man konnte sich per Online- Formular anmelden, im Chat wurde das Programm diskutiert und im Forum konnte man sich in die Essens- und Putzliste eintragen. Und nicht nur Jugendliche nutzen das Medium: Die älteste Chatterin bei dem Treffen war 69 Jahre alt. Nach dem Grund befragt, wie sie denn in ihrem Alter noch zum chatten gekommen sein meinte sie, der Chat sei für sie eine wunderbare Gelegenheit, auch generationsübergreifend ins Gespräch zu kommen. So reden die jungen Leute wenigstens mal mit ihr.

4. Resümee

Wir haben gesehen, dass die neuen Medien neue Chancen für Marketing und Kommunikation mit sich bringen. Das Beispiel des Jugendwerks sollte verdeutlichen, was heute schon machbar ist. Natürlich lässt sich dieses Konzept nicht eins zu eins für andere Einrichtungen übernehmen, als Anregung kann es sicherlich dienen.

Jeder Verantwortliche im Management einer Non-Profit-Organisation sollte ernsthaft überlegen, wie die Möglichkeiten des Internets in der eigenen Einrichtung eingebaut und genutzt werden können. Letztlich geht es nicht um des Selbstzweck des Mediums, sondern drum, wie das Internet bestehende Prozesse erneuern, erweitern und verbessern kann.

Ziel eines Internet-Angebots sollte niemals sein, einfach nur „drin“ zu sein um nicht altmodisch zu erscheinen. Das Ziel sollte sein, den Dialog zu fördern, und somit glaubhafter und transparenter zu werden. Das Internet ist lediglich ein Mittel; die Botschaft, die es zu kommunizieren gilt, liegt in den Händen der Verantwortlichen.

Verwendete Literatur

Beilmann, Michael: „Sozialmarketing und Kommunikation“. Berlin 1995

„GfK Online Monitor“ (2001). Studie des GfK Instituts für Medienforschung http://www.gfk.de/produkte/eigene_pdf/online_monitor.pdf

„Homepage Report“ Herausgegeben vom Jugendwerk der KSM e.V. Thomashof, Rittnertstraße 265, 76227 Karlsruhe. 2001

Homepage des Jugendwerks der KSM unter: http://www.juwe-mennoniten.de

Tapscott, Don: „Growing Up Digital - The Rise of the Net Generation“. New York 1998

Thimm, Caja, (Hrsg.) „Soziales im Netz“. Wiesbaden 2000.

Vernon, Robert & Lynch, Darlene: „Social Work and the Web“. Belmont 2000

[...]


1 Laut dem Online Monitor, einer Studie des GfK Instituts nutzen derzeit 46 % der Bevölkerung zwischen 14 und 69 das Internet.

2 GfK Online Monitor 2001

3 Vernon & Lynch, S. 4

4 GfK Online - Monitor

5 vgl. Tapscott. Seiten 1 -11

6 Beilmann, S. 210

7 Beilmann, S. 193

8 vgl. z.B Angebote von www.puretec.de oder www.strato.de

9 vgl. Homepage Report S. 8

10 vgl. Homepage Report S. 6

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Details

Titel
Das Internet als Kommunikations- und Marketing-Instrument für Vereine in der Kinder- und Jugendarbeit
Veranstaltung
Sozialmanagement
Note
2,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
14
Katalognummer
V105381
Dateigröße
915 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Internet, Kommunikations-, Marketing-Instrument, Vereine, Kinder-, Jugendarbeit, Sozialmanagement
Arbeit zitieren
Benjamin Funck (Autor), 2001, Das Internet als Kommunikations- und Marketing-Instrument für Vereine in der Kinder- und Jugendarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105381

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