1. Die sozialistische Stadt
1.1. Einleitung
Bei der sozialistischen Stadt handelt es sich um einen Stadttypen, der aus den Gegebenheiten der Gesellschaftsformen und politischen Systemen des zwanzigsten Jahrhunderts heraus entstanden ist.
Seit der russischen Revolution im Jahre 1918 dient sie als Modell einer idealtypischen Stadt im Sozialismus und Kommunismus.
Die vorliegende Arbeit will diesen Stadttyp als Gesamtes darstellen. Auf die ausführlichere Darstellung muss teilweise verzichtet werden, da sie den Umfang dieser Arbeit sprengen würde. So musste bespielsweise bewusst auf die weiteren Diskussionen über
Wohnkomplexe verzichtet werden, die einer eigenen Arbeit gerecht würden.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Die sozialistische Stadt
1.1 Einleitung
1.2 Definition
1.3 Die Geschichte der sozialistischen Stadt
1.3.1 Die Stadt Magnitogorsk
1.4 Wohnkomplexe
1.5 Schema der russischen Stadt: Komplexe, Quartale, Rayons
1.6 Stalins städtebaulichen Grundsätze
1.7 Die sechzehn Grundsätze des Städtebaus in der DDR
2. Das Fallbeispiel Stalinstadt
2.1 Ein Eisenhüttenkombinat Ost (EKO) und die Standortwahl
2.2 Die Wohnstadt
2.3 Eisenhüttenstadt
4. Anhang
4.1.1 Abbildungen
4.2 „Eisenhüttenstadt im neuen Glanz“- Artikel von Marianne Baum (Berliner Morgenpost)
4.3 Synopse: Stalins städtebauliche Grundsätze und die sechzehn Grundsätze für den Städtebau in der DDR
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Stadttypus der sozialistischen Stadt als idealtypisches Modell des 20. Jahrhunderts. Ziel ist es, die städtebaulichen Konzepte, deren theoretische Herleitung sowie deren praktische Umsetzung am Fallbeispiel Stalinstadt (heute Eisenhüttenstadt) zu analysieren und kritisch einzuordnen.
- Historische Genese des Konzepts der sozialistischen Stadt seit der russischen Revolution
- Städtebauliche Theorien und Leitbilder (u.a. CIAM, Le Corbusier, N.A. Miliutin)
- Stalins städtebauliche Grundsätze und deren Adaption in der DDR
- Die Entstehung und architektonische Ausprägung der Planstadt Stalinstadt als Musterprojekt
Auszug aus dem Buch
1.3. Die Geschichte der sozialistischen Stadt
Die Entwicklung der sozialistischen Stadt beginnt in den frühen dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Mit Gründung der CIAM 1928 wurden neue Konzepte zum Städtebau geschaffen. Dabei kritisierte man die damaligen sozialen Verhältnisse, die sich in Wohnungsnot und der „Schwierigkeit, die einfachen Bedürfnisse in der Stadt zu befriedigen“ niederschlugen. Man begann, die Rolle des Städtebaus neu zu definieren.
„Städtebau ist die Organisation sämtlicher Funktionen des kollektiven Lebens in der Stadt und auf dem Lande.“ Diese Definition, in die Gründungserklärung der CIAM mit übernommen, wurde ergänzt durch die Forderungen nach dem Ordnen der Funktionen nach wohnen, arbeiten und erholen.
Le Corbusier führte das in der Charta von Athen zu den Forderungen nach geringer Baudichte, großzügigeren Abständen, Durchgrünung des Wohnumfeldes und Anlage von Wohnwegen aus. Letztendlich schien es eine Lösung zu sein, dass man die Funktionen der Städte aufteilte in Wohnfunktion, Arbeitsfunktion und Erholungsbereich, dabei eine räumliche Trennung herbeiführte und diese Funktionen durch Verkehr wieder verknüpfte. Dies kann nur erfolgreich sein, wenn ein Verkehr möglich ist. Den Bewohnern der Stadt muss die Möglichkeit gegeben sein, sich entweder mit öffentlichen oder privaten Verkehrsmitteln am Verkehr zu beteiligen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die sozialistische Stadt: Definitorische Herleitung des Stadttyps und Darstellung der geschichtlichen Entwicklung unter Einbeziehung städtebaulicher Utopien.
2. Das Fallbeispiel Stalinstadt: Analyse der Gründung, Standortwahl und architektonischen Umsetzung des Eisenhüttenkombinats Ost als erste sozialistische Stadt Deutschlands.
4. Anhang: Ergänzende Dokumentationen, bestehend aus Bildmaterial, einem Zeitungsartikel und einer synoptischen Gegenüberstellung städtebaulicher Grundsätze.
Schlüsselwörter
Sozialistische Stadt, Städtebau, DDR, Stalinstadt, Eisenhüttenstadt, Wohnkomplex, Sotsgorod, Architektur, Stadtplanung, Industriegeschichte, EKO, Stalin, CIAM, Funktionstrennung, Flächendenkmal
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Konzeption der sozialistischen Stadt als spezifischem Stadttypus des 20. Jahrhunderts, insbesondere im Kontext der Sowjetunion und der DDR.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Stadtplanung im Sozialismus, die Umsetzung theoretischer Leitbilder in die Praxis sowie die bauliche und soziale Realisierung von Arbeiterstädten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das theoretische Modell der sozialistischen Stadt darzustellen und dessen praktische Anwendung exemplarisch an der Entwicklung von Stalinstadt aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literatur- und Quellenanalyse sowie den Vergleich städtebaulicher Programme und deren architektonische Interpretation.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung, die Definition des Stadttyps, die relevanten städtebaulichen Grundsätze (von Stalin bis zur DDR) und detailliert das Fallbeispiel Stalinstadt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Sozialistische Stadt, Städtebau, Wohnkomplex, Stalinstadt, EKO und die architektonische Funktionstrennung.
Warum wurde gerade Stalinstadt als Fallbeispiel gewählt?
Stalinstadt gilt als das erste und konsequenteste Beispiel einer sozialistischen Planstadt in Deutschland, die unter direkter Anwendung sowjetischer Städtebaunormen entstand.
Welche Rolle spielten die "sechzehn Grundsätze des Städtebaus"?
Diese Grundsätze bildeten das gesetzliche Fundament für den Städtebau in der DDR und waren maßgeblich für die ästhetische und funktionale Ausgestaltung der neuen sozialistischen Städte.
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- Alexander Gehmlich (Author), 2000, Die sozialistische Stadt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1053