Gattungszuordnung von Hartmanns von Aue `Gregorius`


Seminararbeit, 2000

11 Seiten, Note: sehr gut


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INHALTSVERZEICHNIS

I. Einleitung

II. Die Legende

III. Der höfische Roman

IV. Das Märe

V. Zusammenfassung

VI. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Legende, höfischer Roman, höfische Legende, Legendenroman, Legenden- novelle,... über die exakte Gattungsbezeichnung des „Gregorius“ von Hart- mann von Aue konnten sich Literaturwissenschaftler nicht einig werden. Der Legendenbegriff überwiegt zwar, allerdings immer mit Einschränkungen. Und da es bekanntlich so viele Gattungen wie literarische Werke gibt, ergeben sich zur Gattungsbestimmung einige Fragen. Kann „Gregorius“ überhaupt exakt zugeteilt werden? Und muß er denn einem Begriff untergeordnet werden, oder genügt nicht die Aufzählung der verschiedenen Merkmale der einzelnen Gat- tungen? Die Literaturwissenschaft versucht, schriftliche Werke in Klassen zu unterteilen und diesen Klassen Namen zu geben. Je nach auffälligen Merkma- len eines Werkes wird dieses in eine dieser Klassen, oder auch Gattungen ge- nannt, eingeteilt. Viele Werke weisen auch brav alle Merkmale auf, die einer bestimmten Klasse gemeinsam sind. Andere Werke aber, machen dem Wissen- schaftler einen Strich durch die Rechnung. Sie kombinieren Merkmale von den unterschiedlichsten Gattungen. „Gregorius“ von Hartmann von Aue gehört dieser zweiten Gruppe an. Man steht nun vor dem Problem, dieses Werk nicht mit einem Wort mit einem anderen, ähnlichen Werk vergleichen zu können. Es gibt kein anderes Werk, das in Form und Inhalt dem „Gregorius“ entspricht. Auch eine Wortneuschöpfung zur Gattungsbestimmung wäre in diesem Fall nicht sehr sinnvoll, da es sich eindeutig um einen Ausnahmefall handelt. Die Literaturwissenschaft ist einen Kompromiß eingegangen, indem bestimmte Gattungsbegriffe einfach kombiniert wurden, wie eingangs schon erwähnt.

Max Wehrli schreibt in seiner „Geschichte der deutschen Literatur im Mit- telalter“ von einer „abenteuerlichen Kombination weltlich-ritterlicher und geistlich-legendarischer Erzählform“1Die Grundstruktur sieht Wehrli in Le- gende und Artusroman. Er begründet auch den Zusammenschluß der beiden ungleichen Gattungen, und zwar mit dem „Versuch, den Ritter als Stand und Lebensform christlich zu legitimieren“2. Cormeau führt ebenfalls beide As- pekte an: Legende und Roman. Er entschließt sich nicht eindeutig für einen Begriff und versucht auch nicht, eine „Mischbezeichnung“ aus den bestehen- den zu kombinieren.3Edith Feistner zählt „Gregorius“ zu den Werken mit

problematischer Gattungszuordnung. Sie bezeichnet den Begriff „höfische Le- gende“ als „Zwitterform“. Sie selbst entschließt sich allerdings für keinen be- stimmten Begriff.4Walther Killy beschreibt das Werk als „ in der Erzählper- spektive zu komplex, um als Legende bezeichnet werden zu können“. Er ent- scheidet sich also eindeutig gegen den Begriff „Legende“.5Kurt Ruh spricht sich ebenfalls gegen eine eindeutige Gattungszuordnung aus, da Hartmann von Aue Legendenmotive und höfisch-romanhafte Züge verbindet.6Helmut Rosen- feld bezeichnet den „Gregorius“ als „höfische Novelle“ oder auch als „Artus- roman im Kleinen“. Den Begriff „Legende“ will er nicht einführen und auch die „höfische Legende“ setzt er unter Anführungszeichen.7

Diese Beispiele führen klar auf, dass die Zuordnung des „Gregorius“ nicht exakt geschehen kann, was in den meisten Fällen wissenschaftlicher Arbeit auch nicht versucht wurde. Der Versuch einer Gattungszuordnung soll auch in dieser Arbeit nicht zu einem exakten Begriff führen, da dies ohne eine Wort- neuschöpfung nicht möglich ist. Ziel dieser Arbeit soll vielmehr sein, die wich- tigen Merkmale der einzelnen Gattungen herauszuarbeiten und am Text selbst nachzuweisen.

II. Die Legende

Kann nun der „Gregorius“ der Legende eindeutig zugeteilt werden? Diese Frage muß leider mit nein beantwortet werden. Dennoch finden wir viele Ele- mente der Legende darin. Um diese bestimmen zu können, muß zuerst der Gat- tungsbegriff Legende geklärt werden. Bereits hier beginnen die Schwierigkei- ten, da der Begriff der Legende selbst nicht eindeutig definiert ist, so wie etwa der der Novelle. Das Wort Legende, das sich vom lateinischen „legenda“ - das zu Lesende - ableitet, führt leider nicht sehr weit, da er über Form oder Inhalt keine Auskunft gibt. Inhaltlich gesehen - und vereinfacht gesprochen - ist die Legende die Beschreibung eines Heiligenlebens. Dabei wird nicht so sehr auf historisch genau datierte Ereignisse gezielt, sondern vielmehr auf den exempla- rischen Wert einer Heiligenvita. Damit ist auch schon der nächste Punkt ange- sprochen: die Intention. Was will die Legende? Die Legende wurde als Mittel zum Zweck verwendet. Missionierung, Stärkung und Belebung des Christen- tums und Erbauung der Christen waren die Ziele einer Legende. Am Beispiel der Heiligen konnte höchste Opferbereitschaft und vollkommene Glaubens überzeugung dargestellt werden.8Legenden hatten also immer belehrenden Charakter. Wichtig in dieser Hinsicht sind Dialogszenen, die Glaubensfragen direkt ansprechen. Man denke an den wichtigen Dialog zwischen Gregorius und dem Abt, in dem die Vor- und Nachteile von Klosterleben und Ritterdasein besprochen werden. Auf diesen Dialog möchte ich später allerdings noch ge- nauer eingehen. Die Intention der Legende bestätigt noch einmal, dass es sich in der Heiligenvita nicht um eine Biographie im historisch-faktischen Sinn handelt. Diesen Umstand sieht André Jolles in seiner Theorie über die Legende darin begründet, dass ein bloßer Bericht einer Heiligenvita nicht die gewünsch- te Wirkung erzielen könnte. Vielmehr geht es um die „imitatio“, die Nachah- mung oder auch Nacheiferung, die, bei der Legende in schriftlicher Form, ein Nachempfinden des Leidens Christi darstellt. Er vergleicht das Lesen einer Legende mit einer Pilgerfahrt oder mit dem Leben eines Heiligen selbst und sieht diese verschiedenen Aktivitäten als Wiederholung, als „imitatio“ des Lei- densweges Christi.9Inwieweit man dieser Theorie folgen möchte, sei dahinge- stellt. Sie bietet lediglich eine Erklärung für die inhaltliche Gestaltung von Le- genden. Allgemein haftet den Legenden zumindest ein lehrhafter Charakter an. Die Legende als literarische Gattung birgt ein besonderes Problem. Inhaltlich kann zwar ein roter Faden gefunden werden, der alle Legenden verbindet, for- mal allerdings gibt es keine herausragenden Merkmale, die allen Legenden gleich wären. Demzufolge erklären sich auch die vielfach verwendeten Begrif- fe wie Legendenroman, Legendennovelle, etc. Es scheint, dass der Begriff der Legende nur Auskunft über den Inhalt gibt. „Das Mittelalter kennt die Legen- de als erzählerische Kurzform“10, ein für meine Begriffe sehr weitläufiger Beg- riff.

Wie können nun diese (inhaltlichen) Merkmale auf Hartmanns „Gregorius“ angewendet werden? Der Definition zufolge, dass die Legende eine „in Prosa oder Vers verfaßte Erzählung von Leben, Wirken und Tod einer oder mehrerer von Gott begnadeter Personen, die kirchlicherseits als historisch bezeugt gel- ten“ sei, kann „Gregorius“ nur bedingt eine Legende sein. Die Existenz des Papstes Gregorius ist nicht historisch bezeugt. Zutreffend ist allerdings, dass „Gregorius“ eine in Vers verfaßte Erzählung von Leben und Wirken (der Tod wird von Hartmann von Aue nicht mehr beschrieben) einer von Gott außeror- dentlich begnadeten Person ist. Da, wie schon erwähnt, in der Legende nicht das Historisch-Faktische im Zentrum des Interesses steht, sondern das Exem- plarische, ist „Gregorius“ zumindest zum Teil Legende. Während wir über die Intention verstorbener Autoren sehr oft im Dunkeln tappen, sind wir bei die-

sem Werk in der glücklichen Lage, die Intention des Autors Hartmann von Aue beinahe ohne jegliche Interpretation aus dem Prolog herauszulesen. Er richtet in diesem Prolog eine Mahnung an seine Leser. Die Treue und den Glauben zu Gott und vorallem Beichte und Buße predigt er dort. So wie Hartmann Buße für seine Müßigkeit tut, indem er die Geschichte des Heiligen Gregorius auf- schreibt, soll der Leser sich seiner Sünden bewußt werden und Buße tun. Er beschreibt die schlimmen Folgen, die jugendlicher Leichtsinn und Gedanken- losigkeit haben könnten. Als herausragendes Exempel für die Wichtigkeit der Buße beschreibt er das Leben des „guoten sündaere“ Gregorius. Viele einzelne Motive deuten auf eine Legende hin. Das direkte Einwirken Gottes in den Ver- lauf der Handlung, wie zum Beispiel das Läuten der Glocken bei Gregors Ein- zug in Rom, das Nahrungswunder, die nächtliche Traumbotschaft, die gefahr- lose Aussetzung des Neugeborenen, entspricht einem typischen Legendenmo- tiv.11Die Dialogszene zwischen Gregorius und dem Abt ist ebenfalls kenn- zeichnend für die Legende, wenn auch wiederum mit Einschränkungen. Der Abt versucht Gregorius für das Klosterleben zu gewinnen, der lehnt jedoch ab. Er entscheidet sich für das Ritterleben. Dass der bat nur versucht, Gregorius bei sich zu behalten und nicht um der Klosterlebens willen zu überreden, zer- stört den belehrenden Charakter, den dieser Dialog in einer Legende haben sollte. Abhängig von der Interpretation des weiteren Verlaufs könnte sich der Dialog jedoch trotzdem eignen. Sieht man Gregors Ritterdasein und Hochzeit mit seiner Mutter als logische Folge, dass er sich nicht für das Klosterleben entschieden hat, wäre der Dialog als Legendenmerkmal wieder brauchbar. Sieht man Gregors Papsttum am Ende als Glied einer logischen Kette von Er- eignissen oder sieht man die Ereignisse zwischen Jugend und Papsttum als Umweg an, entscheidet darüber, wie dieser Dialog gewertet wird. Vom gesam- ten Inhalt gesehen, erfüllt „Gregorius“ die angestrebte Exemplarität. Sein Weg führt durch Buße zu Gott.

III. Der höfische Roman

Ein Roman ist im weitesten Sinne eine erzählerische Großform in Prosa. Somit müßte der Begriff eigentlich aus dem Zusammenhang gestrichen wer- den. Der Begriff „höfisches Epos“ wäre denkbar. Ein Epos ist die erzählerische Großform in Versen. Das höfische Epos wird allerdings als Übergangsform zum Roman gesehen, weshalb auch der Begriff „höfischer Versroman“12ver- wendet wird. „Höfischer Roman“ wird als Sammelbegriff für romanartige Versepen gebraucht.13Viel wichtiger ist jedoch der Begriff „höfisch“. Einer- seits wird er verwendet, da der mittelalterliche Fürstenhof als historische Be- stimmungsort der Gattung verwendet wurde. Andererseits spiegelt „höfisch“ einen bestimmten ästhetischen Anspruch und einen sittlichen Entwurf wieder. Es beschreibt das Ideal des Lebens in der mittelalterlichen Adelsgesellschaft, also alles, was den Anschauungen der ritterlichen Gesellschaft entsprach. Idea- le waren Ehre, Treue, Maß und Zucht, Minne, Kampf und Gottesdienst. Die verschiedensten Stoffe wurden in höfischen Romanen verarbeitet: antike, ori- entalische, märchenhafte, legendarische und andere Erzähltraditionen. In unse- rem Fall, wurde die legendarische Erzähltradition aufgegriffen. Hartmann von Aue bringt also höfischen Roman und Legende zusammen. Die Ideale des Rit- tertums werden in der bereits zitierten Dialogszene ausführlich diskutiert. Gre- gorius fühlt seine Berufung zum Ritter. Er achtet die Ideale des Klosters des- halb nicht weniger, er fühlt sich nur einfach nicht zu einem Leben als Mönch berufen. Er „gewinnt“ die Auseinandersetzung mit dem Abt, vielleicht auch weil der Abt aus anderen Motiven, als er vorgibt, Gregorius zum Klosterleben überreden möchte. Die höfischen Ideale werden bevorzugt. Es sind Ideale, die ebenso angestrebt werden sollen wie die Ideale des Klosters oder der Kirche. Der erste Teil der Erzählung zeigt mehr Merkmale des höfischen Romans auf. Für den höfischen Roman typische Motive sind: die reizende Kinderminne, Lehrgang und Auszug des jungen Ritters, Befreiung der Dame in Wiederfinden der Mutter, etc.14Diese Beispiele beschreiben alle gewisse Idea- le, die angestrebt werden. Gregors Streben nach Rittertum und seine heldenhaf- ten Taten gehören zu diesen Idealen, wie auch die Liebe zu seiner Frau. Auch die Motivfolge Belagerung einer Landesherrin durch einen unerwünschten Freier - Befreiung durch einen ankommenden Ritter - Eheschließung mit dem Kampfhelfer ist im höfischen Roman üblich.15Man könnte auch sagen, dass dieses Werk die Doppelwegstruktur erfüllt. Gregorius, der von seinen Eltern ausgesetzt wurde, wird in einem Kloster aufgezogen. Als Gregorius bemerkt, dass er adoptiert ist, möchte er als Ritter leben. Er zieht aus und kommt in das Land seiner Mutter. Er befreit sie von einem unerwünschten Freier und heiratet sie. Seine Aventiure wird mit der Aufnahme am Hof beschlossen. Nachdem er erfahren hat, mit wem er verheiratet ist, zieht er aus, um Buße zu tun. Er hat Jahre voller Qual zu überstehen. Der Kreis schließt sich, als er als Papst nach Rom kommt und dort auch wieder auf seine Mutter trifft. Dies könnte als zwei- te Hofszene gewertet werden. Er lebt von diesem Zeitpunkt an mit der Frau die „sin muoter, sin base, sin wip“ (Vers 3831) ist zusammen, zwar nicht in Ehe, aber umso glücklicher. Der erste Teil ist also geprägt von höfischen Merkma- len.

IV. Das Märe

Ich möchte noch einen weiteren Gattungsbegriff untersuchen: das Märe. Hartmann von Aue spricht in seinem Prolog von „diu seltaenen maere“ (Vers 175) und im Epilog von „bi disen guoten maeren“ (Vers 3959). Inwieweit können nun diese beiden Bezeichnungen als Gattungen gewertet werden? Über ein Gattungsbewußtsein im Mittelalter gibt es keine eindeutigen Beweise, al- lerdings deuten gewisse Termini darauf hin. „[G]elaeze, reimlein, histori, spruch, gediht, buoch, und büechelin [seien] terminologieverdächtig [...]“.16In diesem Zusammenhang findet man den Begriff „maere“ in einer großen Anzahl von erzählenden Gedichten ohne Regelmäßigkeiten in Bezug auf Inhalt oder Form. Wörtlich übersetzt bedeutet „maere“ Kunde, Nachricht, Erzählung, Be- richt, Gerücht, Dichtung oder Ereignis.17Alle diese Begriffe würden auf das Werk zutreffen. Andere Definitionen, wie zum Beispiel „erzählende Texte un- terschiedlicher Art [mit] heftigen Abgrenzungsproblemen“18sind von nicht sehr großem Wert, da dieser weite Begriff beinahe jedes Werk einschließen könnte. Bei genauerer Lektüre über diese Gattung, findet man inhaltliche und formale Eigenheiten, die auf den „Gregorius“ nur sehr wenig passen. Das Märe behandelt Themen wie: listiges Arrangement des Ehebetrugs, Schlaue Rettung aus drohender Gefahr, geglückte Entdeckung und Bestrafung des Ehebruchs, eheliche Kraft- und Treueproben, Verführung und erotische Naivität, Verspot- tung von Liebhabern und Rache der Verspotteten, Schelmenstreiche und schlaue Betrügereien, Komische Mißverständnisse, Ritterliche Aventiure, Treue Minne oder Demonstration allgemein-menschlicher Laster. Schon beim Lesen dieser Liste wird man sich von der Idee, es könnte sich beim „Gregori- us“ um ein Märe handeln verabschieden. Am ehesten kommen noch die beiden Themen der ritterlichen Aventiure und der treuen Minne in Frage. Es werden außerdem noch drei Typen von Mären unterschieden: das Schwankhafte, das höfisch-galante und das moralisch exemplarische. Den schwankhaften Typ können wir sofort ausklammern. Dies ist allerdings der umfangreichste Typ, was wiederum zu denken gibt. Auch das für das Märe typische Figurenen- semble ist im „Gregorius“ nicht zu finden. Es gäbe nun noch einige Merkmale, die auf den „Gregorius“ nicht zutreffen, angefangen beim Umfang ( ca. bis zu 2000 Verse) bis zum Inhalt, der in der Märe zumeist weltlicher Art ist. Es wür- de zu weit führen, jedes Detail einzeln anzuführen und zu widerlegen, es wäre vorallem nicht sehr sinnbringend. Man kann jedenfalls mit sehr großer Sicher- heit sagen, dass die Bezeichnung „maere“ in diesem Fall nicht auf eine Gattung hindeutet.

V. Zusammenfassung

Abschließend könnte ich nun natürlich alle Merkmale der beiden Gattungen abzählen und gegeneinander abwägen. Nach dem Motto „Die Mehrheit ent scheidet“ könnte man den „Gregorius“ einer Gattung unterordnen. Das Ergeb- nis wäre verfälscht und somit unbrauchbar.- Bei diesem Werk muß man akzep- tieren, dass eine eindeutige Gattungszuordnung nicht möglich ist. Es weist zu eindeutig die Merkmale von zwei, sehr unterschiedlichen, fast gegensätzlichen Gattungen auf. Weltlicher und geistlicher Stoff treffen aufeinander und werden zu einer Einheit verbunden. Die daraus resultierenden Begriffe kennen wir be- reits. Ob es nun höfische Legende, höfischer Roman mit legendenhaftem In- halt, höfischer Versroman, Legendenroman in Versen oder höfisches Legen- denepos genannt wird, spielt keine Rolle. Im Grunde wird damit nämlich im- mer das selbe ausgedrückt: „Gregorius“ von Hartmann von Aue weist sowohl Merkmale der Legende, als auch des höfischen Romans auf. Man kann mit diesen Begriffen höchstens eine Wertung vornehmen, welcher Gattung man in diesem Falle mehr Bedeutung beimißt. Wichtig ist nur, dass beide Gattungen in den Begriff eingebaut werden.

Literaturverzeichnis

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Lexer, Matthias. Mittelhochdeutsche Handwörterbuch. 3 Bände. Stuttgart: Hir- zel, 1992.

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Wilpert, Gero von. Sachwörterbuch der Literatur. 7.Aufl. Stuttgart: Kröner, 1989.

[...]


1Wehrli, Max: Geschichte der deutschen Literatur im Mittelalter. 3.Auflage. Stuttgart: Reclam, 1997: S 290

2Ebda.

3Cormeau, C./ Störmer, W. Hartmann von Aue: Epoche - Werk - Wirkung. 2.überarbeitete Auflage, München: Beck, 1998: S 126.

4Feistner, Edith: Historische Typologie der deutschen Heiligenlegende des Mittelalters von der Mitte des 12.Jahhunderts bis zu Reformation. Wissensliteratur im Mittelalter Band 20. Wiesbaden: Dr.Ludwig Reichert Verlag, 1995.

5Killy, Walther: Literaturlexikon Band 14. München: Bertelsmann Verlag, 1993.

6Ruh, Kurt. Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon Band 3. Berlin: Walter de Gruyter, 1981.

7 Rosenfeld, Hellmut. Legende. Stuttgart: J.B.Metzlersche Verlagsbuchhandlung, 1961. S 49.

8 Feistner, Edith: Historische Typologie der deutschen Heiligenlegende des Mittelalters von der Mitte des 12.Jahrhunderts bis zur Reformation. Wissensliteratur im Mittelalter Band 20. Wiesbaden: Dr.Ludwig Reichert Verlag, 1995.

9Jolles, André: Einfache Formen. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1958: S 35- 41.

10 Rosenfeld, Hellmut: Legende. Stuttgart: Metzlersche Verlagsbuchhandlung, 1961: S 4.

11 Cormeau/Störmer: Hartmann von Aue: Epoche - Werk - Wirkung. München: Beck, 1998: S

12Neubauer, Martin: Poetik in Stichworten. Hirts Stichwortbücher. Unterägeri: Hirt, 1990: S 235.

13 Killy/Meid (Hrsg.): Literaturlexikon Band 13. München: Bertelsmann Lexikon Verlag, 1992.

14Wehrli, Max: Geschichte der deutschen Literatur. Stuttgart: Reclam, 1997: S 290f.

15Cormeau/Störmer (Hrsg.): Hartmann von Aue: Epoche - Werk - Wirkung. München: Beck, 1998: S 127.

16 Schirmer, Karl-Heinz: Das Märe. Wege der Forschung 558. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1983: S 67.

17 Lexer, Matthias: Mittelhochdeutsche Handwörterbuch 1. Stuttgart: Hirzel, 1992.

18 Killy, Walther (Hrsg.): Literaturlexikon 14. München: Bertelsmann Lexikon Verlag, 1993.

11 von 11 Seiten

Details

Titel
Gattungszuordnung von Hartmanns von Aue `Gregorius`
Hochschule
Universität Salzburg
Veranstaltung
Deutsche Literatur des Mittelalters
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2000
Seiten
11
Katalognummer
V105460
Dateigröße
394 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gattungszuordnung, Hartmanns, Deutsche, Literatur, Mittelalters
Arbeit zitieren
Agnes Brunnauer (Autor), 2000, Gattungszuordnung von Hartmanns von Aue `Gregorius`, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105460

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