Entwurf eine Predigt über Johannes 21,1-14 (Erster Sonntag nach Ostern)


Examensarbeit, 1999

19 Seiten, Note: gut


Gratis online lesen

1 VORBEMERKUNG

Aufgabe der Predigt ist es, die Erfahrungen der Hörerinnen und Hörer vom biblischen Zeugnis her zu beleuchten und im Licht des Evangeliums zu deuten. Da die Predigtsituation bei der Erarbeitung der Predigt immer schon im Hintergrund steht, wird vorab die Gottesdienstgemeinde kurz beschrieben; ich entwerfe die Predigt im Blick auf meine Heimatgemeinde, die mir aus jahrelanger Mitarbeit vertraut ist.

Danach sollen die Grundaussagen des Textes exegetisch herausgearbeitet und systema- tisch-theologisch verortet werden. Anschließend wird nach Verknüpfungspunkten zwi- schen Textaussage und Hörersituation gesucht und im Blick auf die Relevanz des Textes für die Gottesdienstbesucher das Predigtziel formuliert. Unter Berücksichtigung des Zu- sammenhangs von Predigt und Liturgie1 werden Gedanken zur Gestaltung des Gottes- dienstes zwischengeschaltet, bevor Überlegungen zur inhaltlichen und sprachlichen Ge- staltung der Predigt folgen. Schließlich werden Aufbau und Gliederung der Predigt skiz- ziert.

2 VORARBEITEN ZUR PREDIGT

2.1 Beschreibung der Gemeindesituation

Die Evangelische Jakobuskirchengemeinde Hagen-Helfe ist eine unierte Gemeinde mit etwa 3.000 Gemeindegliedern. Sie befindet sich in einem Ende der sechziger Jahre ent- standenen gutbürgerlichen Vorort mit Hochhäusern, Mietblöcken und Einfamilienhäusern. Das Frömmigkeitsprofil ist ‹volkskirchlich› ohne besondere traditionelle Prägung. Die Kir- che befindet sich in einem 1976 errichteten, großzügig angelegten ökumenischen Ge- meindezentrum; ein großer Teil der Veranstaltungen findet in Kooperation mit der katholi- schen Gemeinde statt.

Zum Sonntagsgottesdienst erscheinen zwischen 40 und 70 Personen, von denen etwa zwei Drittel der Altersstufe über 40 Jahre angehören. Die meisten von ihnen besuchen den Gottesdienst regelmäßig und gehören Gruppen der Gemeinde an. Kinder und Jugendliche bis zur Konfirmation verlassen in der Regel den Gottesdienst vor der Predigt, um am Kindergottesdienst teilzunehmen.

2.2 Exegese

2.2.1 Eigene Übersetzung

(1) Danach offenbarte Jesus sich erneut den Jüngern am See von Tiberias. Er offenbarte sich aber auf folgende Weise: (2) Es waren zusammen Simon Petrus und Thomas, ge- nannt ‹Zwilling›, und Nathanael aus Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern. (3) Simon Petrus spricht zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sprechen zu ihm: Auch wir gehen mit dir. Sie gingen hinaus und stiegen ins Boot, und in jener Nacht fingen sie nichts. (4) Als es aber bereits Morgen geworden war, trat Jesus an den Strand; die Jünger aber wußten nicht, daß es Jesus war. (5) Da spricht Jesus zu ih- nen: «Kinder, habt ihr nichts zu essen2 ?» Sie antworteten ihm: «Nein.» (6) Er aber sprach zu ihnen: «Werft zur rechten Seite des Bootes das Netz aus, und ihr werdet finden.» Da warfen sie es aus und vermochten es nicht mehr zu ziehen wegen der Menge der Fische. (7) Da spricht jener Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: «Es ist der Herr.» Als nun Simon Petrus hörte, daß es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich in den See. (8) Die anderen Jünger aber kamen mit dem Boot - denn sie waren nicht weit vom Land, sondern ungefähr 200 Ellen entfernt -, wobei sie das Fisch- netz hinter sich her zogen. (9) Wie sie nun an Land gestiegen waren, sehen sie ein Koh- lenfeuer am Boden und Fisch darauf liegend und Brot. (10) Jesus spricht zu ihnen: «Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt!» (11) Da stieg Simon Petrus hinauf und zog das Netz voll mit 153 großen Fischen an Land. Und das Netz riß nicht, obwohl es so viele waren. (12) Jesus spricht zu ihnen: «Auf, frühstückt!» Keiner der Jünger aber wagte, ihn zu fragen: «Wer bist du?», weil sie wußten, daß es der Herr war. (13) Jesus kommt und nimmt das Brot und gibt es ihnen und ebenso den Fisch. (14) Dies war bereits das dritte Mal, daß Jesus sich den Jüngern offenbarte, nachdem er von den Toten auferstan- den war.

2.2.2 Die Struktur der Perikope

Kap. 21 ist nachträglich an Kap. 20 angehängt worden3. Dies wird schon dadurch deutlich, daß bereits in Joh 20,30f. eigentlich ein Buchschluß vorliegt. Hinzu kommen inhaltliche Spannungen zwischen beiden Kapiteln, z. B. gehen die Jünger in Kap. 21 wieder ihrem alten, im Evangelium jedoch zuvor nicht erwähnten Fischerberuf nach, als ob die Geistbe- gabung und Aussendung in Joh 20,21-23 nie stattgefunden hätte. Auffällig sind außerdem zahlreiche stilistische und sprachliche Eigentümlichkeiten; so finden sich im letzten Kapitel des Evangeliums 21 johanneische und drei ntl. Hapaxlegomena. Wahrscheinlich geht es auf die sog. Kirchliche Redaktion des Evangeliums zurück. Es handelt sich beim Nach- tragskapitel also um ein Glaubenszeugnis, das, auch wenn alte Traditionen aufgenommen worden sind, die Situation Anfang bis Mitte des zweiten Jahrhunderts - also bereits in großer zeitlicher Entfernung zu den Osterzeugen - widerspiegelt.

Kompositorisch bereitet Joh 21,1-14 den Dialog in Joh 21,15-23 vor. Während dieser jedoch überwiegend frei gestaltet ist, liegen der Erscheinungserzählung zwei Traditionen zugrunde4, die redaktionell verknüpft und ergänzt worden sind. Daraus resultieren die vielfältigen Spannungen innerhalb der Perikope:

- Der Lieblingsjünger, der in V. 7 als erster den Herrn erkennt, ist in der Jüngerliste von V. 2 nicht ausdrücklich erwähnt.
- Jesus fordert die Jünger in V. 5f. zum Fischen auf, weil sie nichts zu essen haben, hat dann allerdings in V. 9 schon ein Mahl vorbereitet; dies wird durch V. 10 nur notdürftig ausgeglichen.
- Während in V. 8 die Jünger das volle Netz mühsam hinter dem Boot herziehen müs- sen, schafft es Petrus in V. 11 allein, dieses an Land zu ziehen. V. 11 hätte eher direkt hinter V. 6 Sinn: «Weil die Jünger das Netz nicht ins Boot ziehen können [...], steigt Petrus an Land [...] und zieht das Netz ans Ufer.»5
- Die Feststellung der Erkenntnis Jesu durch den Lieblingsjünger in V. 7 und der Er- kenntnis Jesu durch alle Jünger in V. 12 stellt eine gewisse Dopplung dar.

Im Grundbestand von V. 2-4a.6.11 ist eine Erzählung von einem wunderbaren Fischfang mit Petrus als Zentralfigur zu erkennen. Die Fischfangtradition hat eine Parallele in Lk 5,1- 11. Daß hier die Erzählung von einem Geschenkwunder zu einer Berufungserzählung einerseits, zu einer Osterlegende andererseits umgestaltet worden ist, erscheint wahrscheinlicher als daß es sich bei Lk 5,1-11 um «eine ins Leben des Irdischen zurückprojezierte [sic] Osterlegende»6 handelt. Damit ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß sich in der zentralen Stellung des Petrus und der Menschenfischersymbolik, die sich in beiden Fassungen der Erzählung finden, die Erinnerung an die Ersterscheinung vor Petrus und die damit verbundene Beauftragung widerspiegelt7.

Aus dem Grundbestand von V. 4b.8f.12f. läßt sich eine Erscheinungstradition vor einer unbestimmten Jüngergruppe rekonstruieren, die eine Mahlszene einschließt. Es handelt sich um eine Rekognitionslegende, in der wie in Lk 24,30f. der Auferstandene beim Mahl erkannt wird.

Die Redaktion hat beide Traditionen - die aufgrund des Lokalkolorits nur in Galiläa be- heimatet sein können - zu einem Erzählstrang verknüpft und zusätzlich die Thematik des Verhältnisses zwischen dem Lieblingsjünger und Petrus (wohl auch als Vorbereitung zu V. 15-23) eingefügt. Gerade durch den jetzigen Zusammenhang entsteht jedoch die eigentümliche Mischung aus Alltäglichem und Wunderhaften, die der Perikope etwas «unfaßbar-Schwebendes»8 verleiht. Indem die Erscheinung den bereits erzählten nachträglich angehängt wird, ergibt sich die Schilderung einer quasi nachösterlichen Situation, die offenbar aktuelle Probleme der johanneischen Gemeinde verarbeiten will. Im Blick auf die Predigt ist es daher angemessen, den Text in seiner vorliegenden Gestalt und im jetzigen Zusammenhang zu interpretieren9.

2.2.3 Der Inhalt der Perikope

Während in V. 10 der lukanischen Fischfangerzählung nur Petrus und die Zebedaiden erwähnt sind, fügt Joh 21,2 Nathanael aus Joh 1,45ff. und Thomas aus Joh 20,24ff. so- wie, um die Siebenzahl vollzumachen, zwei weitere, ungenannte Jünger hinzu, von denen einer später mit dem Lieblingsjünger identifiziert wird. Offensichtlich hat die Sendung der Jünger in Joh 20,21-23 keine Konsequenzen gezeitigt; auf Initiative des Petrus kehren sie in ihren alten Beruf zurück. Ihr Fischfang bleibt jedoch erfolglos. Damit wird «die Mangelsi- tuation für das Geschenkwunder [...] stilgerecht vorbereitet»10. Am Morgen steht Jesus am Ufer, wird von den Jüngern jedoch nicht erkannt. Die Frage, ob die Jünger keine Zukost haben, weist bereits auf die Mahlszene voraus. Jesus empfiehlt, das Netz zur rechten Sei- te des Bootes auszuwerfen, was - obwohl es eigentlich nicht erfolgversprechend ist, am Tag zu fischen - auf wunderbare Weise einen so reichen Fang zur Folge hat, daß das Netz nicht ins Boot gezogen werden kann.

Der Lieblingsjünger begreift - ähnlich wie am Ostermorgen - als erster, daß dieses Wun- der nur der auferstandene Herr bewirkt haben kann und teilt diese Erkenntnis Petrus mit. Dieser zieht sein Obergewand über, um seine Nacktheit zu verdecken - vielleicht soll dies auf seine Scham angesichts der Verleugnung hinweisen11 -, und wirft sich in den See, um Jesus als erster zu erreichen. Die anderen Jünger rudern mit dem Boot ans nahe Ufer. Dort hat Jesus (in Anspielung auf das Speisungswunder in Joh 6) auf einem Kohlenfeuer bereits eine Mahlzeit mit Brot und Fisch vorbereitet. Trotzdem werden die Jünger aufge- fordert, ihren eigenen Fang herbeizuholen, wohl damit die Größe des Wunders deutlich wird. Petrus gelingt es, das Netz trotz der großen Zahl von 153 Fischen an Land zu brin- gen, ohne daß es reißt.

Die ungewöhnliche Zahlenangabe deutet darauf hin, daß dieser Einzelzug wohl allego- risch verstanden werden muß12: Die Fische symbolisieren die große Zahl der Gläubigen, die durch die Arbeit der Apostel als Menschenfischer unter der Leitung des Petrus gewonnen werden; das haltbare Netz verdeutlicht die bleibende Einheit der Kirche13. Hier liegt also eine Art verschlüsselter Missionsbefehl vor14, der auf V. 15ff. vorgreift.

Schnell verläßt die Erzählung die allegorische Ebene jedoch wieder: Jesus lädt die Jünger zum Frühstück ein. Zwar ist den Jüngern klar, daß es sich um den Auferstandenen handelt, sie wagen es jedoch nicht, ihn darauf anzusprechen. Dies verdeutlicht, daß der vorösterliche unmittelbare Umgang mit Jesus nicht mehr möglich ist, sondern daß dieser die Beziehung zu den Seinen nur von sich aus herstellen kann15. Deshalb teilt Jesus Brot und Fisch an die Jünger aus und erinnert sie so an die vorösterliche Tischgemeinschaft mit ihm. Die Schilderung des Mahls spielt deutlich auf die Eucharistiefeier an; in ihr können auch die nachfolgenden Generationen Jesu Nähe erfahren.

Durch die Zählung am Schluß wird die Perikope mit den im ursprünglichen Evangelium berichteten Erscheinungen verbunden, wobei die Erscheinung vor Maria Magdalena nicht mitgezählt wird.

2.2.4 Die Intention der Perikope

Die Jünger haben noch nicht realisiert, was die Auferstehung Jesu für ihr Leben bedeutet. Die nachösterliche Gemeinde «befindet sich [...] in einer denkbar unösterlichen Verfas- sung. Und dies fällt umso mehr auf, als sie uns nachdrücklich als von Ostern herkommend charakterisiert wird. Denn was immer die seltsame Zusammenstellung der in V. 2 genann- ten Personen bedeuten mag, soviel steht fest: Was diese Menschen miteinander verbin- det, ist die gemeinsame Geschichte mit Jesus. [...] Man kann offensichtlich als Gemeinde Jesu beieinanderbleiben und doch ganz unberührt sein von allem, was er getan und womit er die Seinen gesandt hat.»16 Die Jünger flüchten sich in ihr vertrautes Berufsleben und wollen weitermachen, als ob sie Jesus nie begegnet wären17. Die daraus entstehende Frustration (V. 1-5) wird durch das unverhoffte Erscheinen Jesu durchbrochen: Die Jünger dürfen eben auch im Alltag jeden Augenblick mit der Gegenwart des Herrn rechnen. Dies wird anhand von zwei Motiven verdeutlicht18: Wo die Jünger scheitern und resignieren, ermutigt Jesus sie zu einem neuen Aufbruch und verhilft so gegen alle Erwartung zur Fülle (V. 6-8); wo die Jünger den Herrn als fremd und fern empfinden19, stellt er durch die Feier des Mahls die Gemeinschaft mit ihnen her (V. 9-14).

Gerade im Alltäglichen wird der Auferstandene «als der erfahren [...], der Fülle und Gemeinschaft gibt»20 ; diese Erkenntnis kommt in dem zentralen Satz zum Ausdruck: «Es ist der Herr.» (V. 7; vgl. V. 12)21 Die bleibende Gegenwart Jesu und die Fortsetzung der Gemeinschaft mit ihm sind das eigentliche Wunder, von dem die Perikope erzählt. Auf der symbolischen Ebene verdeutlicht das volle Netz, daß die Auferstehung Jesu nicht ohne Konsequenz ist, sondern in der Gemeinschaft der Kirche wirksam bleibt.

2.3 Systematisch-theologische Reflexion

Die Lüdemann-Debatte der letzten Jahre konnte bisweilen den Eindruck vermitteln, daß die Bedeutung der Auferstehung Jeus Christi sich in der Ablehnung oder Anerkennung ihrer Konstatierbarkeit erschöpfe22. Im ersten Fall könnte man Jesus als religiöses oder moralisches Vorbild anerkennen, aber nicht mit seinem lebendigen Wirken in der Gegen- wart rechnen; im zweiten Fall könnte man zwar an die Auferstehung Jesu als historische Begebenheit glauben, ohne jedoch darin notwendig eine bleibende Bedeutung zu erken- nen23. Dem Predigttext kommt es dagegen überhaupt nicht darauf an, den Auferste- hungsvorgang oder die Auferstehungsleiblichkeit zu beschreiben; wichtig ist ihm allein, da ß sich der Auferstandene offenbart.

Wie immer das Ostergeschehen historisch auch zu verstehen sein mag: Die Bedeutung Jesu Christi für unser Leben heute ist darin begründet, daß in seiner Auferweckung Gott sich als der von ihm in Wort und Tat verkündigte erwiesen hat, der die Menschen bedin- gungslos annimmt, ihnen über Sünde, Leid und Tod hinaus die Treue hält und Leben ver- heißt. In der bleibenden Gegenwart des Auferstandenen bricht Gott «mit seiner Lebens- macht definitiv in unsere Welt ein, die Nähe der Gottesherrschaft beginnt unwiderruflich gegenwärtige Wirklichkeit zu werden, das neue Leben faßt in der Welt unumstößlich Fuß und greift trotz aller Triumphe des Todes und seiner Helfershelfer um sich.»24

Darum ist eigentlich «nicht der Auferstandene [...] Thema, sondern die eigenen Erfahrungen werden durchsichtig für die Wirkungen Jesu im eigenen Leben. Der Auferstandene ist der Jesus, der die damaligen Erfahrungen wiederholbar macht, der die Wege noch einmal und immer wieder geht, Netze auswerfen läßt, Brot und Fische teilt und Versagen heilt. Abgebrochene und mißglückte Situationen werden wiederholt und ins Gelingen geführt. Diese Wiederholung ist grenzenlos und eine Vergewisserung für den Glauben, daß er mitgeht, am Ufer steht ‹alle Tage, bis an der Welt Ende›.»25

Diese verborgene Anwesenheit Christi in der Welt wird erkennbar in «Vermittlungsgestal- ten [...], durch die er uns bevorzugt und kenntlich begegnet, uns gegenwärtig ist und an uns handelt»26. Der Predigttext läßt die Gegenwart des Herrn in einem völlig alltäglichen Umfeld offenbar werden: Er wird erkannt in Schöpfungsfülle und Gemeinschaft. Essen und Trinken sowie das Zusammensein mit anderen Menschen sind lebensnotwendig; dar- um sind Geschenkwunder und Tischgemeinschaft «Symbol für die Zuwendung Gottes zum Menschen. Wo immer gegessen und getrunken wird, wird erfahrbar, daß Leben ge- schenktes Leben ist.»27

Solch ‹profanes› Geschehen kann jedoch nur im Glauben als Zeichen der Nähe Gottes gedeutet werden und so das Alltägliche transzendieren. Jesus stellt sich den Jüngern nicht vor, sondern sie erkennen ihn in der Erinnerung an das, was sie von ihm wissen und mit ihm erlebt haben. Der Ort, an dem die Gegenwart Gottes in Fülle und Gemeinschaft deutlich wird, ist daher die Gemeinde, in der man die Geschichte Jesu weitererzählt, die Erinnerung an ihn lebendig hält.

2.4 Homiletische Perspektivierung

Die Jüngergruppe, die Menschenfischersymbolik, die Rolle des Petrus und die Anspielung auf das Abendmahl machen deutlich, daß es sich beim Predigttext um eine Geschichte über und für die christliche Gemeinde handelt28. Daher soll er in der Predigt mit den konkreten Erfahrungen der Gottesdienstgemeinde verknüpft werden.

Wie fast überall erschöpft sich auch hier das Gemeindeleben meist im Alltäglichen:

- Es existieren gut funktionierende, festgefügte Gruppen; es ist aber schwierig, neue Projekte anzustoßen und das Gemeindeleben für Außenstehende, z. B. für Jugendli- che attraktiv zu machen.
- Abgesehen vom relativ guten Gottesdienstbesuch stoßen Veranstaltungen mit religiö- sem Bezug wie Ökumenische Abendgebete oder Bibelwochen auf wenig Resonanz; Presbyteriumssitzungen und Bastelkreise sind hingegen nicht gerade für geistliche Tiefe prädestiniert.
- Die Zusammenarbeit mit der katholischen Gemeinde spielt sich gerade aufgrund der räumlichen Nähe eher auf einer pragmatischen Ebene ab, als daß sich die Gemein- den in den vergangenen 22 Jahren einander wirklich angenähert hätten und neue Wege der Ökumene gegangen wären.
- Das Abendmahl, das die leibliche Gegenwart Christi und die Gemeinschaft der Chri- sten symbolisieren soll, wird von vielen als «etwas Institutionalisiertes, Sakralisiertes, Distanziertes»29 empfunden; zudem macht es in der ökumenischen Situation oft stär- ker die Trennung der Kirchen als ihre gemeinsame Verbundenheit mit Christus be- wußt30.

Eine Gemeinde, die sich nicht mit dem Status quo zufrieden geben will, wird überlegen, ob sie ihrer Aufgabe nachkommt, anderen Menschen die gute Botschaft Jesu weiterzusagen und etwas von der Nähe Gottes zu vermitteln. Die Frage: «Habt ihr nichts zu essen?» hieße dann übertragen: «Was ist die Frucht Eurer Arbeit, all Eurer [...] kirchlichen Betrieb- samkeit? [...] Habt Ihr etwas, das nährt? Zeugt Euer Leben und Eure Arbeit von der Kraft dessen, in dessen Namen ihr zusammen seid?»31 Natürlich dürfen die vielen guten Erfah- rungen, die Menschen in der Gemeinde machen, und das nicht geringzuschätzende En- gagement der vielen Ehrenamtlichen auf keinen Fall abgewertet werden, so wie ja auch das Verhalten der Jünger im Predigttext nicht kritisiert wird; diese sind ja durchaus aktiv, vergessen jedoch in all ihrem Arbeitseifer den eigentlichen Grund ihres Zusammenseins32.

Es ist jedoch anzunehmen, daß die meisten aktiven Gemeindeglieder Frustrationserfahrungen kennen und sich angesichts der sinkenden Akzeptanz der Kirche schon einmal die Frage nach dem Sinn ihrer Arbeit gestellt haben.

Die Predigt soll deutlich machen, daß bei aller Gewohnheit und trotz Enttäuschungen der Gemeindealltag transparent sein kann für Erfahrungen mit Gott. In der christlichen Gemeinde ist Gemeinschaft möglich, die lebensspendende Kraft entfaltet und an der Fülle Gottes teilhaben läßt. Solche ‹Erfolgserlebnisse› sind nicht machbar, doch muß die Gemeinde bereit sein, sich wie die Jünger auf ungewohnte Situationen einzulassen. Konkrete Beispiele ermutigender Erfahrungen aus dem Gemeindeleben, die - wie den Jüngern in der Perikope die vorösterlichen Erlebnisse mit Jesus - gelegentlich in Erinnerung gerufen werden sollten, können dies verdeutlichen:

- Vor einigen Jahren hat nach einem Brand in der Grundschule sich die geduldige Hilfsbereitschaft der Gemeinden bewährt, indem sie über ein Jahr lang ihre Räumlich- keiten als Klassenzimmer zur Verfügung gestellt haben.
- Trotz anfänglicher Bedenken wegen der ungewöhnlichen Umgebung findet seit vier Jahren im Herbst ein ökumenischer Gottesdienst im Bierzelt des Stadtteilfestes statt. Dadurch kommen auch Menschen mit dem christlichen Glauben in Berührung, die ei- nen normalen Gottesdienst nicht besuchen würden.

Predigtthema soll also die Gegenwart des Auferstandenen im alltäglichen Zusammensein der Gemeinde sein. Ziel der Predigt ist es, «die Gemeinde der verborgenen Gegenwart ihres lebendigen Herrn inmitten ihrer widersprüchlichen Lebenswelt zu vergewissern»33.

2.5 Gestaltung des Gottesdienstes

Ich würde den Vorschlag von Gerhard Zinn34 gerne aufnehmen, während des Gottesdien- stes nicht einfach das Abendmahl, sondern statt dessen ein richtiges Frühstück zu feiern. So könnte sich die Aussage des Predigttextes auch im liturgischen Rahmen widerspie- geln. Vielleicht sollte dieser besondere Gottesdienst nicht einmal im voraus angekündigt werden: Der Text «spricht [...] in eine nachösterliche Situation hinein, wo einen der Alltag längst wieder eingeholt hat»35 ; nach den meist mit besonderer Sorgfalt gestalteten Got- tesdiensten der Osterfeiertage erwarten die Gottesdienstbesucher einen normalen, sozu- sagen ‹alltäglichen› Gottesdienst und werden überraschend zu einem festlichen Frühstück eingeladen. «In der Kirche [...] sind Tische vorbereitet und schön geschmückt, es gibt al- les, was es zu einem guten Frühstück braucht. Die (evtl. verkürzte) Liturgie wird an den Tischen gefeiert.»36 Die räumlichen Gegebenheiten in der Gemeinde - der Kirchraum grenzt direkt an Gemeindesaal und Küche, die Bestuhlung ist variabel - wären dazu ideal. Da in der Gemeinde gerne neueres geistliches Liedgut gesungen wird, bieten sich dazu passend - neben den traditionellen Osterchorälen - die Lieder EG 170 («Komm, Herr, segne uns»), EG 226 («Seht, das Brot, das wir hier teilen»), EG 571 («Unser Leben sei ein Fest»), EG 598 («Wir sind zum Mahl geladen») und EG 604 («Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt») an. Natürlich bleiben diesmal die Kinder und Jugendlichen des Kinder- gottesdienstes die ganze Zeit dabei. Der Gottesdienst könnte schließlich in eine lockere Gesprächsrunde münden. Vielleicht eröffnen sich so Chancen, über das Predigtthema ins Gespräch zu kommen - ein Predigtnachgespräch hat es in der Gemeinde m. W. noch nie gegeben - und so eine im Gottesdienst eher unübliche Form der Gemeinschaft zu erfah- ren.

2.6 Gestaltung der Predigt

Angesichts der Motivfülle der Perikope könnte man, um die Aufnahmefähigkeit der Höre- rinnen und Hörer nicht zu überfordern, den Text schlichtweg nacherzählen und auf eine explizite Auslegung verzichten oder sich auf die Deutung eines einzigen Bildes konzentrie- ren. Bei der ersten Möglichkeit besteht die Gefahr, daß die Hörerinnen und Hörer den Text nicht mit ihrer eigenen Situation verbinden können37, bei der zweiten Möglichkeit droht die Intention des Gesamttextes aus dem Blick zu geraten. Darum sollen die Haupt- motive des Predigttextes und Erfahrungen aus dem Gemeindeleben miteinander ins Ge- spräch gebracht werden.

Indem die Predigt «dem Duktus der Erzählung folgt und sie behutsam deutet, vermag eine solche [...] Predigt [...] sowohl bisherige Erfahrungen zu klären als auch auf neue Erfahrungen mit dem Auferstandenen vorzubereiten.»38 Dabei wird auf einige Nebenzüge der bildreichen Perikope - wie den schwimmenden Petrus oder die symbolische Zahl der Fische - verzichtet, damit die Predigt nicht überfrachtet wird.

Da das Thema der Predigt die Gegenwart Jesu Christi im Alltag der Gemeinde ist, ist es sinnvoll, «das empirische Kollektiv der Ortsgemeinde mit dem rituellen [...] zu identifizieren und die Gemeinde als ganze wirklich einmal auf ihr gemeinsames Leben im Glauben [...] hin anzusprechen»39. Wenn darum häufig die 1. Person Plural verwandt wird, handelt es sich um kein verallgemeinderndes ‹wir›, sondern ist die konkrete Gesamtheit der Anwesenden als Glieder der Gemeinde angeredet.

2.7 Aufbau der Predigt

Von den in der Exegese herausgearbeiteten Schwerpunkten der Perikope her40 legt sich eine Gliederung der Predigt in drei Teile nahe, die man mit den Stichworten ‹Frustration› (I), ‹Fülle› (II) und ‹Gemeinschaft› (III) überschreiben könnte. In jedem Abschnitt der Predigt wird zunächst der Gang der Erzählung in Erinnerung gerufen und daraufhin mit der aktuellen Situation verknüpft. In einem kurzen Schlußteil soll der Inhalt der Predigt noch einmal auf den Punkt gebracht und auf die außergewöhnliche liturgische Gestaltung des Gottesdienstes bezogen werden (IV).

(I) Der erste Abschnitt soll ein Problembewußtsein für die Frage schaffen, ob und wie der Auferstandene im Alltag der Gemeinde als gegenwärtig erfahren wird. Zunächst wird erzählt, wie die Rückkehr der Jünger in den Alltag in die Frustration führt, weil sie nicht mehr mit dem Wirken Jesu rechnen. Diese Situation wird mit der bei den meisten Hörerinnen und Hörern zu vermutenden Erfahrung verbunden, daß auch im Gemeindealltag oft nichts von der Gegenwart Jesu zu spüren ist. Dazu wird auf drei konkrete Beispiele von Frustrationserlebnissen aus dem Gemeindeleben verwiesen, so daß bei den Hörerinnen und Hörern Assoziationen und Erinnerungen entstehen41. Durch impulshafte - nicht bloß rhetorische - Fragen42 sollen die Hörerinnen und Hörer zum Nachdenken über ihr eigenen Erfahrungen in und mit der Gemeinde angeregt werden.

(II) Der zweite Abschnitt soll Möglichkeiten aufzeigen, wie im Alltäglichen die Gegenwart Jesu erkannt werden kann. Es wird geschildert, wie der erneute Aufbruch den Jüngern zu einem reichen Fang verhilft, was als Wirken Jesu erkannt wird. Auch im Gemeindeleben gibt es solche zeichenhaften Situationen unerwarteter Fülle, die den Alltag durchbrechen und für die Erkenntnis des Auferstandenen, in dem Gott an uns handelt, transparent ma- chen, so daß die Feststellung «Es ist der Herr» auch heute möglich ist. Dies wird an zwei Beispielen konkretisiert.

(III) Diese Einsicht wird durch den Hinweis auf die an die Tischgemeinschaften Jesu erin- nernde Tischgemeinschaft der Gemeinde gefestigt und vertieft. Erfahrung der Gegenwart Jesu ist in der Gemeinschaft des Mahls möglich, in der Gott als der Leben und Gemein- schaft schenkende gefeiert wird. Hier können die Erfahrungen der Gemeinde mit dem Abendmahl sowie die die Gemeinde belastende ökumenische Situation hinsichtlich des Abendmahls kurz angesprochen werden: Der Predigttext relativiert diese Schwierigkeiten. Er spielt einerseits auf das Abendmahl an, schildert aber andererseits ein ganz normales Fischerfrühstück. So wird deutlich, daß nicht nur in der sakramentalen Eucharistiefeier die Gegenwart Jesu Christi erfahren werden kann, sondern überall, wo Menschen das, was ihr Leben trägt, als Geschenk Gottes feiern43.

(IV) Am Ende wird zusammengefaßt, was durch die Predigt deutlich geworden sein sollte: Im oft frustierenden Alltag der Gemeinde können wir die Nähe Gottes in Jesus Christus erfahren, wo uns Fülle und Gemeinschaft zuteil werden. Die gemeinsame Frühstücksfeier in der Kirche soll solche Erfahrungen symbolisieren und evtl. auch ermöglichen.

3 PREDIGT

(I) Liebe Gemeinde: Der Alltag hat die Jünger eingeholt. Sie kehren in ihren alten Fischer- beruf zurück und gehen wieder ihren normalen Geschäften nach. Offensichtlich rechnen sie überhaupt nicht damit, daß Jesus ihnen noch einmal begegnen wird. Er ist auferstan- den - das wissen sie, aber verändert hat sich dadurch nichts in ihrem Leben. Vergessen scheint es, daß Jesus ihnen versprochen hat, immer bei ihnen zu bleiben, vergessen, daß er ihnen den Heiligen Geist verliehen und sie in die Welt gesandt hat. Zwar bleiben die Jünger zusammen, aber ihr Leben geht seinen gewohnten Gang, fast so, als ob sie Jesus nie gekannt hätten. Sie versuchen, auf eigene Faust zurecht zu kommen; das ist immer noch besser, als nichts zu tun.

Doch schon bald macht sich Frust breit; der gewünschte Erfolg bleibt aus: «In dieser Nacht», heißt es, «fingen sie nichts.» Zwar brauchen sie nicht zu hungern, etwas Brot wird wohl noch da sein; aber ein Essen, das so richtig satt macht, ist an diesem Tag nicht zu erwarten. Auf die Frage des Fremden am Ufer, ob sie nichts zu essen haben, müssen sie mit «Nein» antworten.

Mich erinnert diese Geschichte an den Alltag in unserer Gemeinde. Sicher - wir brauchen mit unserem Gemeindeleben nicht unzufrieden zu sein: Die Gottesdienste sind relativ gut besucht; es gibt viele aktive Gruppen; die meisten von Ihnen engagieren sich auf irgend- eine Weise ehrenamtlich. Aber bei allen Bemühungen stoßen wir immer wieder auch an unsere Grenzen, der Erfolg unserer Arbeit bleibt oft aus. Dann stellen wir uns vielleicht die Frage: Lohnt es sich überhaupt, so viel Kraft, Zeit und Nerven zu investieren? Steht unser Engagement in einem angemessenen Verhältnis zum Ergebnis? Hat es überhaupt Sinn, sich für eine Kirche einzusetzen, die immer weniger Menschen zu erreichen vermag? Wie schwierig ist es etwa, gerade junge Leute für den Glauben zu begeistern. Offensicht- lich ist unser Gemeindeleben für sie nicht attraktiv genug. Die Gemeinschaft, die wir sel- ber hier erfahren, vermag offensichtlich nicht nach außen auszustrahlen.

Wie schwierig gestalten sich auch und gerade hier in Helfe die Bemühungen um die Ökumene. Da leben wir nun schon seit 22 Jahren mit unserer katholischen Schwesterge- meinde unter einem Dach, aber wirklich nähergekommen sind wir uns nicht. Noch immer sind ökumenische Gottesdienste die seltene Ausnahme, noch immer ist die gemeinsame Feier des Abendmahls nicht möglich, und nicht selten sitzen bei Feiern evangelische und katholische Gemeindeglieder getrennt.

Wie schwierig ist es, in all der Routine des Gemeindealltags Gelegenheiten zu schaffen, um Ruhe zu finden, zusammen zu beten oder einfach über Gott und die Welt nachzudenken und zu diskutieren. Veranstaltungen, die dazu dienen könnten, unseren Glauben besser zu verstehen und intensiver zu leben, wie das Ökumenische Abendgebet oder die Bibelwochen interessieren nur wenige.

Die kirchliche Grundversorgung mag gewährleistet sein, aber werden wir wirklich satt? Rechnen wir damit, daß unser Glaube das Leben von Menschen verändern kann, daß in unserer Gemeinde die Nähe Gottes spürbar ist? Haben wir Gemeinschaft, Hilfe, Trost zu bieten? Wird in all unserer Betriebsamkeit der Grund unseres Zusammenseins und unserer Hoffnung sichtbar? Oder sind wir letztlich nur eine Art geselliger Verein, der bestenfalls religiöse Traditionen pflegt, aber nicht aus der Kraft Gottes lebt?

(II) Auch die Jünger sind enttäuscht und mutlos, weil sie nicht damit rechnen, daß Jesus weiterhin in ihrer Nähe ist. Doch in all ihrer Resignation ist da plötzlich jemand, der ihnen neuen Mut gibt: Versucht es doch noch einmal! Wagt es, etwas Ungewöhnliches zu tun! - Der seltsame Vorschlag des Fremden am Ufer, bei Tageslicht zu fischen, hat eigentlich nicht viel Aussicht auf Erfolg. Doch gegen alle Erwartungen ist das Netz übervoll.

Jesus zeigt sich nicht auf spektakuläre Weise; er stellt sich den Jüngern nicht einmal vor: Der überreiche Fischfang - das könnte auch purer Zufall sein. Die Jünger aber haben ei- ne Art Aha-Erlebnis: In der Erinnerung an das, was sie von Jesus wissen und was sie mit ihm erlebt haben, erkennt plötzlich einer, wer es ist, der sie so unerwartet reich beschenkt. Nicht allen ist es sofort klar - Petrus muß erst darauf hingewiesen werden; doch dann ist auch er sicher: «Es ist der Herr.»

Indem den Jüngern überraschend Fülle und Erfolg zuteil werden, wo vorher Mangel und Enttäuschung waren, wird ihnen bewußt, daß sie auch im Alltag mit der Gegenwart dessen rechnen können, in dem Gott den Menschen nahe kommt. Ganz unerwartet geschieht plötzlich ein Wunder: Der alltägliche Vorgang des Fischfangs wird zu einem Zeichen für das Wirken des Schöpfers, der Leben und Fülle schenkt.

Es ist nicht leicht, solche Zeichen zu erkennen. Die Anwesenheit Jesu bleibt verborgen. Aber in der Erinnerung an Ostern kann uns das, was wir als selbstverständlich oder zufäl- lig hinzunehmen neigen, zum Symbol der Gegenwart des Auferstandenen hier und heute werden.

Ich denke an den Brand der Grundschule vor einigen Jahren. Über ein Jahr lang haben unsere Gemeinden Räume zur Verfügung gestellt und geduldig Einschränkungen hingenommen, damit die Schülerinnen und Schüler nicht auf andere Schulen verteilt wurden, sondern in ihren Klassenverbänden zusammenbleiben konnten. Das kann man für eine Selbstverständlichkeit halten; man kann es aber auch als Zeichen für das Wirken Gottes auffassen, der seine Gemeinde zu solidarischem Handeln motiviert.

Ich denke an die ökumenischen Gottesdienste im Bierzelt beim Helfer Herbst- und Musikfest. Viele standen diesen am Anfang skeptisch gegenüber. Heute kommen einmal im Jahr Menschen in den Gottesdienst, die sonst mit der Kirche nicht viel zu tun haben wollen, und fühlen sich von dem, was dort geschieht, von Musik, Gebet und Predigt angesprochen. Das kann man als unbedeutend abtun, man kann es aber auch als Zeichen dafür verstehen, daß Gott Menschen auf ungewöhnlichen Wegen erreicht.

Manchmal brauchen wir solche Impulse von außen, damit wir empfänglich werden für das Wirken Gottes in unserem Leben, in unserer Kirche. Oft müssen wir von anderen darauf aufmerksam gemacht werden, was uns erwartet, wenn wir uns neuen Wegen nicht ver- schließen. Gott will uns mit dem Reichtum des Lebens beschenken, wenn wir nur bereit sind, damit zu rechnen, daß er unseren tristen Alltag durchbrechen kann. Dann werden wir gewiß, daß unser Glaube, unser Zusammensein als Gemeinde nicht umsonst ist.

Vermutlich ereignen sich solche Momente der Ermutigung in unserer Gemeinde tagtäglich ganz unauffällig: Jemand, der zuhört und tröstet; etwas Gesellschaft, um der Einsamkeit zu entkommen; eine Predigt, die genau in unsere Lebenssituation trifft - das können kleine Wunder sein, bei denen wir spüren: «Es ist der Herr.» Ereignisse des Alltags werden auf diese Weise transparent für die Gegenwart Christi.

(III) Dieser Gegenwart werden die Jünger noch einmal vergewissert, indem der Fremde am Ufer, den sie bislang nur aus der Ferne gesehen haben, sich durch sein Verhalten als Jesus zu erkennen gibt: Als die Jünger an Land kommen, hat er schon ein Frühstück für sie vorbereitet. Auf einem Kohlenfeuer liegen Brot und gegrillter Fisch. Das heißt nun nicht, daß sie sich ganz umsonst abgemüht hätten. Nein, der eigene Fischfang trägt aus- drücklich zur Mahlzeit bei. Aber Jesus sorgt dafür, daß auch ganz ohne ihr Zutun etwas zu essen bereit steht. Nach all der anfänglichen Enttäuschung und der Mühe, die sie angesichts des unerwarteten Erfolges doch noch hatten, dürfen sie sich jetzt ganz einfach einladen lassen. Wer freut sich nicht, wenn er das Essen nicht selber vorbereiten muß, sondern sich an den gedeckten Tisch setzen kann!

In der Erinnerung an die Tischgemeinschaft mit Jesus erleben die Jünger im gemeinsamen Essen und Trinken seine Gegenwart besonders deutlich. Jesus selbst ist es, der ihnen Brot und Fisch austeilt. Weil sie sich nicht von sich aus zu fragen trauen, ob er es denn wirklich sei, gibt er sich ihnen auf diese Weise zu erkennen.

Natürlich spielt diese Szene auf die Feier des Abendmahls an. Im Abendmahl - so sagt es jedenfalls die theologische Tradition - ist Jesus Christus leiblich gegenwärtig. Aber an die Tischgemeinschaft der Jünger mit Jesus erinnert heute nicht mehr viel. Mit einem gemütli- chen Picknick am See, mit einem echten Fest, echter Gemeinschaft hat die Abendmahls- feier in unserem Gottesdienst kaum noch etwas zu tun. Sie ist zu einem steifen Ritual ge- worden, dessen Bezug zum Leben besonders junge Menschen nicht mehr nachvollziehen können. Und gerade hier in Helfe wird uns immer wieder schmerzlich bewußt, daß uns das Abendmahl nicht nur mit Christus verbindet, sondern ebenso auch die Kirchen unter- einander trennt.

Jesus aber feiert mit den Jüngern ein ganz normales Fischerfrühstück, eine Art spontane Grillparty. Nicht Brot und Wein, sondern Brot und Fisch werden gereicht. Es muß also nicht unbedingt das Abendmahl im Gottesdienst sein, wo uns die Nähe Jesu Christi und die Gemeinschaft der Christinnen und Christen untereinander bewußt wird. Nicht vom kor- rekten rituellen Vollzug oder von der richtigen theologischen Auffassung hängt es ab, ob Jesu Gegenwart erfahren wird. Er sucht uns auf in den Zusammenhängen unseres All- tags. Wir erkennen ihn, wo wir die Botschaft seiner Auferstehung ernstnehmen und das, was unser Leben trägt - unser persönliches Leben, aber auch das Leben unserer Ge- meinde - als von Gott gegeben empfangen. In der Tischgemeinschaft wird deutlich, daß unser Leben ein Geschenk ist: Essen und Trinken, aber auch das Zusammensein mit an- deren Menschen sind lebensnotwendig. Wenn Christinnen und Christen gemeinsam fei- ern, feiern sie das Leben als Geschenk Gottes, der es geschaffen hat, es erhält und über den Tod hinaus bewahrt.

(IV) Inmitten unseres Gemeindealltags wird die Nähe Gottes in Jesus Christus deutlich, wo immer uns Fülle und Gemeinschaft zuteil werden, wo wir erfahren, daß Gott für unser Leben sorgt und unter uns wirkt, wo unser Zusammensein und unsere Arbeit als sinnvoll erlebt werden. Wenn wir heute morgen hier zusammen frühstücken, dann wird uns da- durch vielleicht klar, wie durch Kleinigkeiten der Alltag aufgebrochen werden kann: Sie haben einen normalen, alltäglichen Gottesdienst erwartet und sind von einer kleinen Feier überrascht worden. Das heißt nun nicht, daß wir die Erfahrung der Jünger sozusagen nacherleben können. Aber vielleicht ergeben sich interessante Gespräche, vielleicht lernen wir Menschen von einer ganz anderen Seite kennen, vielleicht entwickeln wir zusammen sogar neue Ideen für unsere Gemeindearbeit, so daß wir im Nachhinein sagen können: «Es war der Herr.» Amen.

LITERATURVERZEICHNIS

In den Anmerkungen wird die Literatur mit dem bzw. den Autorennamen abgekürzt. Bibliographische Abkürzungen richten sich nach Schwertner, S.: Internationales Abkürzungsverzeichnis für Theologie und Grenzgebiete. Berlin u. a. 21992.

Bauer, K.-A.: Quasimodogeniti - 11.4.1999. Johannes 21,1-14, in: GPM 53 (1999), 213-220.

Bauer, W.: Griechisch-deutsches Wörterbuch zu den Schriften des Neuen Testaments und der frühchristli- chen Literatur, Berlin u. a. 61988.

Becker, J.: Das Evangelium nach Johannes. Kapitel 11-21 (ÖTK 4,2), Gütersloh u. a. 31991.

Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers, hg. v. der Evangelischen Kirche in Deutschland, Stuttgart 1985.

Bieritz, K.-H.: Das Kirchenjahr. Feste, Gedenk- und Feiertage in Geschichte und Gegenwart, München 1994.

Bukowski, P.: Quasimodogeniti - 18.4.1993. Johannes 21,1-14, in: GPM 47 (1993), 209-214.

Daiber, K. F.: Predigt als religiöse Rede, München 1991.

Evangelisches Gesangbuch. Ausgabe für die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelische Kirche von Westfalen, die Lippische Landeskirche, Gütersloh u. a. 1996 [zitiert als EG].

Fuchs, K.: Quasimodogeniti, in: Werkstatt für Liturgie und Predigt 2 / 1999, 73-80.

Gräßer, E.: Quasimodogeniti. Johannes 21,1-14, in: GPM 29 (1975), 210-219.

Jansen, R.: Quasimodogeniti. Zum Gottesdienst, in: Gottesdienst Praxis A III, 2, hg. v. Domay, E., Gütersloh 1999, 128-134.

Keßler, H.: Sucht den Lebenden nicht bei den Toten. Die Auferstehung Jesu Christi in biblischer, fundamen- taltheologischer und systematischer Sicht. Neuausgabe mit ausführlicher Erörterung der aktuellen Fragen, Würzburg 1995.

Kuhn, G.: 1. Sonntag nach Ostern (Quasimodogeniti): Johannes 21, 1-14, in: ZdZ / LM 2 (1999), P41f.

Lüdemann, G.: Die Auferstehung Jesu. Historie - Erfahrung - Theologie, Stuttgart 1994.

Mämecke, T.: Materialien zur Predigt: Quasimodogeniti, 11. April 1999. Johannes 21,1-14, in: Botschaft ak- tuell 13-14 / 1999, 3f. [zitiert als Mämecke: Materialien]

Ders.: Ostern nimmt kein Ende. Andacht über den Predigttext für den Sonntag Quasimodogeniti: Johannes 21,1-14, in: Unsere Kirche 15 / 1999, 11 [zitiert als Mämecke: Materialien]

Novum Testamentum Graece, hg. v. Aland, K. u. a., Stuttgart 271993.

Perikopenbuch mit Lektionar, hg. v. der Lutherischen Liturgischen Konferenz Deutschlands, Hannover 1985.

Ruhbach, G.: Quasimodogeniti. Johannes 21,1-14, in: Meditative Zugänge zu Gottesdienst und Predigt. Pre- digttext-Reihe III,1. Advent bis Kantate, hg. v. Ruhbach, G. u. a., Göttingen 1992, 151-155.

Schneidewind, K. / Wiese, W.: Erster Sonntag nach Ostern (Quasimodogeniti). Johannes 21, 1-14: Sie wuß- ten, daß es der Herr war, in: PSt(S) III,2 / 1981, 27-34.

Schnelle, U.: Das Evangelium nach Johannes (ThHK 4), Leipzig 1998. Schulz, S.: Das Evangelium nach Johannes (NTD 4), Göttingen 121972.

Sinn, G.: Quasimodogeniti. Annäherungen an den Predigttext Johannes 21,1-14, in: Gottesdienst Praxis A III,2, hg. v. Domay, E., Gütersloh 1999, 127f.

Sondermann, A.: Predigt am 11. April 1999. Dem Auferstandnen begegnen heißt: Auferstehen zu neuem Leben, in: PBl 139 (1999), 225-229.

Stieber, R. / Zinn, G.: Quasimodogeniti (1. Sonntag nach Ostern). Johannes 21,1-14: Durch dich wird mir Mut zuteil, in: PSt(S) III,1 / 1998-1999, 248-156.

Stoevesandt, H.: Quasimodogeniti - 26.4.1987. Johannes 21,1-14, in: GPM 42 (1987). 218-224.

Stolt, P. / Barutzky, M.: Quasimodogeniti. Johannes 21,1-14: Die Schöpfung ausschöpfen, in: PSt(S) III,2 / 1975, 26-32.

Theurich, H. / Schröer, H.: Quasimodogeniti (1. Sonntag nach Ostern). Johannes 21,1-14: Offenbarung am Ufer des Alltags, in: PSt(S) III,2 / 1993, 26-33.

Weyel, B.: 1. Sonntag nach Ostern (Quasimodogeniti) - Joh 21,1-14, in: CPH III,1 / 1998-1999, 206-212.

Wilckens, U.: Das Evangelium nach Johannes (NTD 4), Göttingen 171998.

Winkler, E.: Praktische Theologie elementar. Ein Lehr- und Arbeitsbuch, Neukirchen-Vluyn 1997.

Zerfaß, R.: Grundkurs Predigt. Bd. 1.: Spruchpredigt, Düsseldorf 41995.

Zippert, C. / Frank, J.: Quasimodogeniti (1. Sonntag nach Ostern). Johannes 21,1-14: Es wird nicht auf ein- mal Ostern, in: PSt(S) III,2 / 1987, 26-33.

[...]


1 Vgl. Daiber, 231f.; Winkler, 91f., v. a. 92: «Die Liturgie hilft dazu, daß das Evangelium auch durch rituelles und symbolisches Handeln bezeugt wird [...]. [...] Andererseits braucht sie den interpretie- renden Zusammenhang, den die Predigt herstellt. [...] Die Liturgie entlastet den Prediger von der Überforderung durch die Predigtaufgabe. Damit ist natürlich keine Nachlässigkeit in der Predigt- arbeit gerechtfertigt, sondern betont, daß der Gottesdienst als ganzer wirkt. Dabei ist wichtig, daß die Liturgie nicht als Rahmen oder Ergänzung der Predigt verstanden, aber doch Liturgie und Pre- digt inhaltlich aufeinander bezogen werden.»

2 Wörtlich: «... keine Zukost?»

3 Vgl. zum folgenden v. a. Schnelle, 314f.; Schulz, 249.

4 Vgl. zum folgenden v. a. Becker, 761-768.

5 A. a. O., 766.

6 A. a. O., 763.

7 Vgl. Lüdemann, 101-103, 186f.

8 Wilckens, 322.

9 Vgl. Ruhbach, 153; Stoevesandt, 219.

10 Becker, 764.

11 Vgl. a. a. O., 765.

12 Daß eine durchgehende Allegorisierung der Erzählung zum Scheitern bestimmt ist, bedeutet nicht, daß einige Elemente nicht symbolisch zu deuten und so für die Auslegung fruchtbar zu machen wä- ren. Die Bildhaftigkeit einzelner Züge kann nicht durch den Hinweis desavouiert werden, die Fische seien zum Grillen bestimmt und deshalb könne das Netz wohl kaum als Bild für die Kirche verstan- den werden. (vgl. Stoevesandt, 223 [Anm. 7]; schwächer Bukowski, 212f.). Vielmehr «zeigt sich, daß diese Erzählung gleichsam einen ‹doppelten Boden› hat» (K.-A. Bauer, 218; vgl. Zip- pert / Frank, 28); sie steckt voller Symbole und Querverweise, ist aber auch ohne daß diese explizit entschlüsselt werden müßten, auf der reinen Erzählebene genügend aussagekräftig.

13 Die Zahl 153 ist nicht eindeutig zu interpretieren. Nach Hieronymus handelt es sich um die Zahl der in der Antike bekannten Fischarten (vgl. Ruhbach, 153; Sondermann, 226 u.a.); dann würde sie die Universalität der Kirche symbolisieren.

14 Vgl. Ruhbach, 155.

15 Vgl. ebd.: «Nichts tun die Jünger zu dieser Begegnung, alles wirkt der Herr selbst.»

16 Bukowski, 210.

17 Vgl. a. a. O., 211: «Sie sind zwar noch zusammen als Gemeinde, aber sie leben (bestenfalls) aus der Erinnerung, nicht aber aus der Gegenwart des Auferstandenen.»

18 Kuhn, P42 überschreibt diese beiden Motive «Der Herr überwindet den Frust» und «Der Herr stärkt die, die mit ihm Gemeinschaft halten».

19 Vgl. Schulz, 251.

20 Stolt / Barutzky, 30.

21 Vgl. Fuchs, 77f.

22 Vgl. Mämecke: Materialien, 4; Stiebe / Zinn, 254.

23 Vgl. Keßler, 25-27.

24 A. a. O., 284.

25 Zippert / Frank, 32 (Hervorhebung von mir). Vgl. Fuchs, 78: «Johannes geht es [...] nicht darum, dass irgendein Ereignis geglaubt werden muss, wie die Auferstehung. Deshalb ist ihm auch nicht daran gelegen, die Auferstehung Jesu in irgendeiner Form zu beweisen. Ihm geht es darum, wie die Begegnung mit dem Auferstandenen das Leben der Jünger verändert hat. Ihm geht es um den Glauben an den einen Gott, der in Jesus Christus Gegenwart ist. Gott als Grund für sein Leben zu nehmen, sich allein auf ihn zu verlassen, auf ihn zu hoffen und ihm zu vertrauen, darauf kommt es an. Und so erleben die Jünger, dass hinter Jesus der lebendige Gott steht, der, der das Leben schenkt und erhält. [...] Das ist die Ostererfahrung, die auch wir erleben wie die Jünger. Gott [...] kommt zu uns in unseren Alltag; [...] er kommt, unerwartet, unverhofft [...]. Und er begegnet uns nicht spektakulär, sondern im anderen Menschen, alltäglich. Manchmal ahnen wir nur, dass er uns getroffen hat. Manchmal wissen wir es erst im nachhinein [...].»

26 Keßler, 378.

27 Schneidewind / Wiese, 33 (im Original mit Hervorhebungen).

28 Vgl. Stolt / Barutzky, 31 u.a.

29 Schneidewind / Wiese, 30 (im Original hervorgehoben).

30 Vgl. Kuhn, P42.

31 Bukowski, 211. Vgl. Schneidewind / Wiese, 32f.

32 Vgl. Weyel, 210f.

33 K.-A. Bauer, 220 (im Original mit Hervorhebungen). Vgl. auch Stolt / Barutzky, 30-32.

34 Stieber / Zinn, 256. Vgl. auch Sinn, 127.

35 Jansen, 129. Darüber hinaus ist die Zuordnung des Predigttextes zum Ersten Sonntag nach Ostern nicht für die Predigt verwertbar: Ursprünglich wurden am Sonntag ‹Quasimodogeniti›, dem sog. ‹Weißen Sonntag› die Taufkleider abgelegt. Dieser ursprüngliche Bezug zu Taufe und Tauferinne- rung findet jedoch im Predigttext keinen Anhalt (vgl. Mäme>Jahrhundert ist es üblich, an diesem Tag die Erstkommunion, manchmal auch die Konfirmation zu feiern (vgl. Bieritz, 145f.). Einige Motive wie das des gemeinsamen Mahls würden sich durchaus für eine Konfirmationspredigt anbieten; in der gewählten Gemeinde wird die Konfirmation jedoch einige Wochen später gefeiert.

36 Stieber / Zinn, 256.

37 Vgl. Schneidewind / Wiese, 32.

38 K.-A. Bauer, 220.

39 Daiber, 240.

40 S. o. Kap. 2.2.4.

41 Vgl. K.-A. Bauer, 220; Zippert / Frank, 32.

42 Dieses Mittel benutzt auch Fuchs, 77.

43 Vgl. Mämecke: Andacht, 11: «Das Abendmahl kommt einem da in den Sinn. Die äußere Situation, die der Predigttext beschreibt, ist jedoch eine andere. [...] Ganz lebensnah, ganz lebenspraktischfindet hier die Begegnung zwischen Jesus und seinen Jüngern statt. Mich erinnert diese galiläische Szene am See an eine andere Szene. In der Soester Wiesenkirche gibt es ein Kirchenfenster. Auf diesem Fenster sieht man Jesus mit den zwölf Jüngern beim Abendmahl. Aber anstatt Brot und Wein teilt Jesus westfälischen Schinken und Bier aus. Beide Szenen signalisieren: Die Botschaft vom Sieg des Lebens über den Tod soll Menschen in ihrer jeweiligen, ganz konkreten Lebenssitua- tion treffen.» Vgl. auch Schneidewind / Wiese, 30f.

2 von 19 Seiten

Details

Titel
Entwurf eine Predigt über Johannes 21,1-14 (Erster Sonntag nach Ostern)
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Veranstaltung
Erstes Theologisches Examen der Evangelischen Kirche von Westfalen
Note
gut
Autor
Jahr
1999
Seiten
19
Katalognummer
V105508
Dateigröße
461 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwurf, Predigt, Johannes, Sonntag, Ostern), Erstes, Theologisches, Examen, Evangelischen, Kirche, Westfalen
Arbeit zitieren
Lars Klinnert (Autor), 1999, Entwurf eine Predigt über Johannes 21,1-14 (Erster Sonntag nach Ostern), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105508

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Entwurf eine Predigt über Johannes 21,1-14 (Erster Sonntag nach Ostern)



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden