Rituale. Sinn und Funktion in Gesellschaft und Schule.


Examensarbeit, 2002
152 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1.Einleitung

2. Was sind Rituale?
2.1 Klassische Ritualtheorien
2.2 Weitere Definitionsansätze
2.2.1 Begriffsbestimmung scheinbarer Synonyme - Gewohnheit, Zeremonie, Tradition, Brauch, Regeln, Riten & Ritualisierungen
2.3 Eigene Begriffsdefinition

3. Rituale im Wandel der Zeit

4. Entstehung von Ritualen

5. Die Bedeutung von Ritualen in der heutigen Zeit

6.Gesellschaftsrituale
6.1 Religion
6.2 Politik
6.3 Familiäre Zeremonien
6.4 Entwicklungsbedingte Rituale
6.4.1 Kindheit
6.4.2 Pubertät
6.4.3 Alter

7. Familien- und Erziehungsrituale

8. Alltagsrituale

9. Interaktionsrituale
9.1 Imagepflege
9.2 Verhaltensregeln

10. Rituelle Medieninszenierungen

11. „Bitte lesen Sie die Packungsbeilage…“ – Falscher Gebrauch und Pervertierung von Ritualen
11.1 Sinnentleerung
11.2 Zwang und Rigidität
11.3 Rituale als Machtinstrument
11.4 Übertriebener Kult
11.5 Zwangserkrankung

12. Rituale – „Kleine Helfer“ in schweren Zeiten .
12.1 Übergangsrituale
12.2 Krisenrituale
12.3 Heilungsrituale

13. Rituale für die Schulzeit
13.1 Rituale für gemeinschaftliches Lernen
13.1.1 Einführung von Ritualen
13.1.2 Zeit und Struktur von Unterricht
13.1.3 Kritische Phasen im Schulalltag
13.1.4 Die Auflösung der Rangordnung im Ritual
13.1.5 Schulrituale in der Diskussion
13.2 Praxisbeispiele schulischer Rituale

14. Auswertung der Fragebögen
14.1 Allgemeine Informationen zu Statistiken
14.2 Persönliche Vorüberlegungen
14.3 Daten der statistischen Auswertung
14.4 Ziel und Zweck der statistischen Untersuchung
14.5 Analyse
14.5.1 Riten, Sekten, Rituale – Begriffsdefinitionen im Diskurs
14.5.2 Vertrauen contra Misstrauen
14.5.3 Rituale in der Schulpädagogik
14.5.4 Rituale in der Familie
14.5.5 Wertewandel oder Werteverfall?
14.5.6 Inwieweit können Meinungen beeinflusst werden?
14.5.7 Rituale in allen Lebensbereichen?
14.6 Interpretation der Analyse unter Berücksichtigung bisher verwendeter Literatur

15. Resümee

16. Literaturangaben

17. Anhang

1. Einleitung

Erinnern Sie sich an das Gefühl, das sie hatten, als Sie zuletzt bei einem Bekannten übernachtet hatten? Morgens stehen Sie auf und bemerken mit Unbehagen, dass im Badezimmer Ihres Bekannten keine Musik aus dem Radio ertönt, die Sie ansonsten allmorgendlich bei Ihnen zu Hause aus den letzten Traumgedanken in die nüchterne Realität reißt. Dann erreichen Sie schlecht gelaunt das Esszimmer und finden statt Ihrer gewohnten Tageszeitung nur einen spartanisch gedeckten Frühstückstisch vor, auf dem Sie dort – wo normalerweise Ihr köstlich duftender Kaffee steht – ein Glas Wasser empfängt. Nachdem Sie sich durch die Spielzeugmassen des süßen Sprösslings Ihres Bekannten einen Weg zu Ihrem Wasser gebahnt haben, stellen Sie fest, dass das Frühstück in diesem Hause im Stehen eingenommen wird und man sich – mit dem Toast in der einen und der Aktentasche in der anderen Hand – auf dem Weg zur Arbeit macht. Obwohl Sie nicht undankbar auf die Gastfreundschaft Ihres Bekannten reagieren wollen, merken Sie, dass Sie ein unbehagliches Gefühl beschleicht und Ihre Stimmung stetig sinkt.

Das Gefühl des Unbehagens lässt sich sicher nicht auf Undankbarkeit Ihrerseits oder auf einen Fehler des Bekannten zurückführen. Der Grund für die schlechte Laune liegt hier lediglich in der Tatsache, dass Ihr gewohnter Tagesrhythmus durcheinander geraten ist. Jeder Mensch entwickelt in seinem Leben bestimmte Eigenarten und Gewohnheiten bezüglich seines Tagesablaufs und ritualisiert sie. Auf diese Weise ist das Leben von uns geordnet und der Tagesablauf übersichtlich.

In unserem Kulturkreis werden Rituale allerdings allzu oft nicht mehr wahrgenommen. Rituale werden meist als „Voodoo“ abgetan und nur mit Sekten, Kult und Religion in Verbindung gebracht. In der heutigen Zeit scheinen sie überholt und unfortschrittlich zu sein. Sinn und Notwendigkeit, die Rituale gerade in der modernen, schnelllebigen Zeit haben, werden teilweise noch immer verkannt und ignoriert.

Da ich mich in den letzten Wochen sehr mit diesem Thema und der dazu erschienenen Literatur beschäftigt habe, fiel mir indessen auf, dass die Wissenschaft dieses Thema in den letzten Monaten und Jahren vermehrt behandelt und dass das „Ritual“ beinahe zu einem eigenen Wissen- schaftsgebiet geworden ist. Das Interesse von Soziologen, Psychologen, Ethnologen,… scheint geweckt und man findet zahlreiche Thesen und Definitionen vor, die die bestehenden Vorurteile unserer Gesellschaft ausmerzen wollen. Hingegen ist zu sagen, dass die Wissenschaft bei diesem Thema noch in den sprichwörtlichen „Kinderschuhen“ zu stecken scheint, da es bis heute keine einheitlich anerkannte Definition von Ritualen gibt. Selbst namhafte Lexika widersprechen sich einander und liefern somit keine zufrieden stellende Antwort auf die Frage „Was sind Rituale?“

Ich werde aus diesem Grund zunächst einige (zum Teil widersprüchliche) Definitionen bekannter und weniger bekannter Wissenschaftler zu diesem Thema aufführen und anschließend meine persönliche Meinung zur Materie darlegen, auf der meine weiteren Ausführungen größtenteils aufbauen werden. Ziel meiner Arbeit ist es, einen allgemeinen Einblick in das Thema „Ritual“ zu geben und bewusst zu machen, dass sie in fast allen Bereichen des Alltags (Kommunikation, Schule, Medien uvm.) vorkommen. Da ich mich nicht auf ein einzelnes Themengebiet beschränken werde, hoffe ich auf diese Weise ein übergreifendes Verständnis zu vermitteln.

2. Was sind Rituale?

2.1 Klassische Ritualtheorien

Seit Ende der 80er Jahre häufen sich die Artikel über Rituale. Somit wurde der Versuch unternommen, der Tendenz der Entritualisierung nach 1968 ein Ende zu setzen (vgl. Kap. 3). Trotzdem ist das Thema erst in den letzten Jahren – wahrscheinlich aufgrund der zunehmenden Multireligiosität und Multikulturalität der globalen Weltgesellschaft – zu einem eigenständigen Gebiet der Forschung geworden. Die neuesten Ansätze der Fach- und Forschungsliteratur wie der „Ritual Studies“ und „Cultural Studies“ gewinnen immer mehr an Bedeutung. Obwohl es viele neue Autoren auf diesem Gebiet gibt, scheinen die Klassiker der Ritualforschung wie z.B. Emile Durkheim, Victor Turner, Mary Douglas und Erving Goffman immer noch richtungweisend und aktuell zu sein. Viele Autoren, wie z.B. der amerikanische Soziologe Albert Bergesen, beziehen sich in ihrer Definition beispielsweise auf Durkheim (1858-1917) und befürworten seine Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, die klassischen Ritualtheorien aufzuzeigen und sie mit neueren Theorien in Verbindung zu bringen.

Auffällig ist, dass die Begriffe „Religion“ und „Mythos“ fast aus den Ritualdefinitionen verschwunden sind. Ursprünglich hat man Rituale lediglich mit Handlungsabläufen im Gottesdienst oder mit anderen gläubigen Durchführungen verbunden. Ritualisierung scheint in fast allen Abhandlungen der Soziologen eher dem Begriff der „Performance“ gleichzukommen.

„Performance“ bedeutet, dass (Alltags-) Handlungen ritualisiert werden, so dass sie besondere Bedeutung für uns gewinnen. Fast jede Handlung kann ritualisiert (d.h. zur Performance) werden, indem wir sie regelmäßig durch-, wenn nicht sogar aufführen und ihnen dadurch eine besondere individuell-symbolische Bedeutung zukommen lassen. Die meisten Rituale, die wir tagtäglich ausführen, sind Mikro-Rituale. Die Mehrheit der Soziologen ist sich einig, dass diese Mikro-Rituale in der rituellen Ordnung eine weitaus wichtigere Rolle einnehmen als die so genannten Ritualmonstren (Zeremonien etc.). Hinter Makro-Ritualen stecke lediglich eine größere Absicht, weshalb diese eher als Rituale empfunden würden.

Wenden wir uns nun konkreten Begriffsdefinitionen zu und betrachten zunächst Durkheim 1. Für Emile Durkheim ist es das Bedürfnis nach sozialer Solidarität, das uns Menschen Rituale erfinden und durchführen lässt. Jeder habe eine natürliche Tendenz, seine Handlungen auf die anderer Menschen abzustimmen, so dass diese kollektiv repräsentiert würden. Das Sammeln und Ausführen von Handlungen (die nach Koordination und Wiederholung zu Ritualen werden können) schaffe eine einheitliche Ordnung, die ein Gefühl der Gemeinschaft und Kollektivität in der Gesellschaft hervorrufe: „Ein kollektives Gefühl kann sich nicht kollektiv ausdrücken, außer unter der Bedingung der Einhaltung einer bestimmten Ordnung, welche Kooperation und gemeinsam ausgeführte Bewegungen erlaubt, Bewegungen, die dazu tendieren, rhythmisch und regelmäßig zu sein“2. Das Gruppenbewusstsein einer Gesellschaft oder einer sozialen Schicht resultiere somit aus der Homogenität der sozialen Praktiken, die in einer Gesellschaft im Laufe ihrer Sozialisation und Entwicklung entstehe. Wenn sich diese Praktiken in der Gesellschaft gefestigt und etabliert haben, dann symbolisierten sie die Absicht, die hinter dieser Handlung stehe: „…es ist also die Homogenität dieser Bewegungen, die der Gruppe ein Bewusstsein von sich selbst verleiht und sie folglich hervorbringt (…) Wenn diese Homogenität etabliert und diese Bewegungen eine stereotype Form eingenommen haben, dann dienen sie dazu, die entsprechenden Repräsentationen zu symbolisieren“3. Diese Aussage kann an einem ganz einfachen Beispiel verdeutlicht und veranschaulicht werden: dem Händeschütteln. Nach Durkheim ist eine solche ritualisierte Handlung aus dem Bedürfnis nach sozialer Solidarität entstanden. Eine oder mehrere Person/en haben demnach wahrscheinlich eine Handlung eingeführt, um die Absicht einer Begrüßung gestisch darzustellen und eine allgemeingültige Formel zu schaffen. Das Händeschütteln ist aus einem Begrüßungszeremoniell entstanden, das im Laufe der Zeit durch Koordinationen, Anpassungen und Wiederholungen zu dem Handlungsablauf geworden ist, den wir heute kennen4 (wir reichen einander die rechte Hand und bewegen sie einmal oder mehrmals kurz hoch und runter). Aber erst nachdem sich eine solche Formel in der Gesellschaft etabliert hat, kann sie symbolisch und „universell“ (auf bestimmte Gesellschaftsschicht bezogen) für das stehen, das sie symbolisieren soll: eine Begrüßung. Durch solche gemeinsamen Handlungen werde jedes Individuum Teil einer großen Gemeinschaft und entwickele ein kollektives Gruppengefühl.

Nach dieser Definition entstehen Gemeinschaften durch Rituale und können ohne diese nicht existieren. Durkheim sagt außerdem, dass Gesellschaften aus Institutionen bestehen, die über diesen Ritualen erhalten werden; deshalb seien Rituale vernünftig und könnten zwar ersetzt, aber nicht gestrichen werden. Damit spricht Durkheim eine wichtige Auffassung an, wie sie heute vertreten wird. Viele Menschen in der heutigen Zeit befürchten, dass die Gesellschaft an Ritualen verliere und somit ein Werteverfall initiiert werde. Nach Durkheims These hätten wir es somit nicht mit einem Werteverfall, sondern viel mehr mit einem Wertewandel oder Werteaustausch zu tun. Gesellschaften entwickeln sich und machen Fortschritte; mit der Veränderung der Gesellschaft muss demnach auch ein natürlicher Wandel der Werte und Rituale einhergehen, damit der (Entwicklungs-) Prozess nicht gestört oder gehemmt wird.

Große öffentliche Rituale wie beispielsweise Zeremonien bedeuten nach Durkheim für das Individuum eine Sicherung der „Kontinuität kollektiven Bewußtseins“, um „sich selber und anderen zu versichern, daß man zur selben Gruppe gehört“5. Solche kollektiven Erfahrungen, die der Mensch im Laufe seines Lebens macht, nennt Durkheim das Heilige und unterscheidet es somit von allen anderen Erfahrungen, die ein Individuum unabhängig davon macht, indem er letzteres das Profane nennt.

Ein großer Befürworter Durkheims ist Bergesen 6. Bergesen gehört zwar weniger zu den Klassikern als zu den

„Neuentdeckungen“ der Ritualforschung, doch dadurch, dass er mit seiner „Theorie der rituellen Ordnung“ die Ideen von Durkheim und Goffman (vgl. Kap. 2.1, S.9 und Kap. 9) weiterführt, muss auch er hier genannt werden. Nach Bergesen teile sich die menschliche Existenz in zwei Ebenen: die Individualität und die Kollektivität. Zwischen den Polen dieser Dualität fungiere das Ritual als „Vermittlungsmechanismus“7. Ähnlich wie Durkheim sieht Bergesen den Sinn eines Rituals u.a. in der Steigerung des innergesellschaftlichen Zusammenhalts.

In seinen Ausführungen zur „Rituellen Ordnung“ behauptet Bergesen, dass Rituale auf jeder Ebene sozialer Ordnung eine wichtige Rolle spielen. Die Gesellschaft lasse sich in drei soziale Ebenen gliedern: eine Mikroebene, in der das Individuum durch sprachliche Rituale eine persönliche Identität schaffe, eine Meso- oder Mittelebene, in der Menschen in soziale Interaktionen treten und sich gegenseitig durch Rollendarstellungen im Sinne Goffmans bestimmten und überdies eine Makroebene, in der Menschen in großen Ansammlungen als Mitglieder einer Nation oder eines Volkes miteinander handelten und sich durch gemeinsame Zeremonien als Volk definierten. Jede Ebene in der sozialen Ordnung werde durch bestimmte Formen ritualisierten Handelns konstruiert. Diese drei Ebenen seien voneinander abhängig, da die Mikroriten das soziale Subjekt (den Menschen) schafften, das auf der Mesoebene in verschiedene Rollen schlüpfen könne. In ähnlicher Weise kreierten die Interaktionsriten diesen Menschen als kulturelles Subjekt, das einer Nation mit Hilfe von Makroriten angehören könne. Für Bergesen existieren Rituale demnach in einer hierarchischen Abhängigkeit voneinander; ein Individuum kann schlecht in die Ebene der Makro-Rituale vordringen, ohne die unteren Ebenen durchlaufen zu haben. Wenn Menschen sich zwischen Mikro- und Makroritualen bewegen, lassen sich, nach Bergesen, Dimensionen erkennen, in denen diese rituelle Ordnung sinnvoll abgewandelt werde. Diese fünf Dimensionen der rituellen Ordnung8 sind:

- Hierarchische Abhängigkeit
- Grad an Distanz und Differenz zwischen Ritual und Teilnehmer
- Sakralität des Rituals
- Grad an Veränderlichkeit in verschiedenen rituellen Praktiken
- Fähigkeit, mehr oder weniger Teilnehmer zu mobilisieren oder in das Ritual einzubeziehen.

Bergesen bezieht sich mit seinen Ausführungen über die Interaktionsrituale in der Mesoebene mehrfach auf Goffman 9 (wie bereits anfangs erwähnt wurde). Goffman hat sich auf konkrete Studien zum Ritual in der Interaktion spezialisiert. Einer seiner bekanntesten Texte ist wohl der Aufsatz „Über Ehrerbietung und Benehmen“10, auf den ich in Kap. 9 genauer eingehen werde. Nach Goffman schützen Rituale die Psyche vor Verletzungen, die ansonsten bei zwischenmenschlichen Kontakten unausweichlich wären. Goffman bringt also Rituale mit Interaktion und Kommunikation in Verbindung. Thomas 11 geht sogar noch weiter, indem er behauptet, dass es sich bei Handlungen nur dann um Rituale handele, wenn diese einen kommunikativen Sinn erfüllten.

Zwei weitere Soziologen, die deutliche Parallelen zu Durkheim ausweisen, sind Radcliffe-Brown 12 und Gluckman 13. Radcliffe-Brown benutzt den Begriff der „sozialen Basis“14, auf der die Mitglieder einer Gesellschaft mit Hilfe von Ritualen zu kollektiven Handlungen zusammenkommen. Gluckman trifft eine interessante Differenzierung, was die Wirkung des Rituals auf die Gesellschaft betrifft: Rituale schafften einerseits ein Gemeinschaftsgefühl in der Gesellschaft, andererseits differenzierten sie zugleich das Kollektiv, indem sie den Handelnden bestimmte Rollen zuwiesen. Das heißt, dass Individuen an die Rituale der Makro-Ebene und gleichzeitig an Rituale der Mikro- und Mesoebene gebunden sind (wenn man die Begriffe Bergesens benutzt), was die These der hierarchischen Abhängigkeit Bergesens stärken würde. Gluckman will damit zum Ausdruck bringen, dass Rituale gleichsam die Funktion der Integration und Differenzierung des Kollektivs innehaben. Auch hier scheint also der Ritualbegriff mit dem Gedanken der Kollektivität einherzugehen.

Da es sicherlich schwierig ist, die komplette Spannbreite des Ritualbegriffs unter einem Begriff zusammenzufassen, hat Grimes 15 den Versuch unternommen, verschiedene Ritualtypen zusammenzufassen. Vereinfacht ausgedrückt gibt es für ihn sechs verschiedene Typen von Ritualen16:

- Ritualisierung
- Anstandsregel
- Zeremonie
- Magie
- Liturgie
- Feier

Eine Einteilung dieser Art vereinfacht gewiss die Untersuchung eines inhaltlich so weitgreifenden und weit gefächerten Begriffs wie den des Rituals. Aus diesem Grund sollten die Studien von Grimes auch hier Beachtung finden. Fernerhin untersuchte Grimes auch die Gründe für die Ritualisierungen unserer Gesellschaft und kam zu dem Ergebnis, dass die Motive ökologischer, biogenetischer und psychosomatischer Natur seien. Somit wird auch bei Grimes deutlich, dass Rituale scheinbar aus menschlichen Grundbedürfnissen entstehen und nur im Einklang mit Körper und Psyche funktionieren.

Für Rappaport 17 ist vor allem die Form der Rituale wichtig. Formalität sei ein wichtiger und entscheidender Bestandteil von Ritualen. Beobachter und Teilnehmende identifizierten Rituale anhand von Formalität und richteten danach ihre Handlungen aus. Da Rituale stilisiert seien, seien sie für jeden, der sie benutzt, erkennbar und ausführbar. Die Ausführung einer ritualisierten Handlung und das Vorhandensein von Teilnehmern gälten als Bedingungen für die Existenz dieser Ritualisierung. Wenn ein „Ritual“ nicht ausgeführt wird, dann sei es auch kein Ritual. Die Ausführungen bestimmter Rituale könnten an einen bestimmten Ort und an eine bestimmte Zeit gebunden sein.

Drückt man die Ausführungen Rappaports anhand eines Beispiels aus, so könnte das Zusammentreffen zweier Bekannter auf einer öffentlichen Straße zur Veranschaulichung dienen: Person 1 begegnet Person 2, erkennt sie und geht auf sie zu. Beide Personen schütteln einander die Hände und verfallen in einen so genannten „Small Talk“. Gegen Ende des „Höflichkeitenaustausches“ verabschieden sie sich und gehen weiter. Somit sind nach Rappaport zunächst die wichtigsten Bedingungen für das Vorhandensein eines Rituals vorhanden: Es gibt Teilnehmer, die ritualisierte Handlungen (in diesem Fall u.a. Begrüßung, Small Talk, Verabschiedung) ausführen. Diese Handlungen geschehen zwar nicht zu einer bestimmten Zeit, aber an einem (für dieses Fallbeispiel) typischen Ort der Begegnung, der Straße. Dank der bekannten Formalitäten dieses Ablaufs kann jeder Teilnehmer (hier Person 1 und 2) die Situation identifizieren und dem- entsprechend handeln. Da solche Begrüßungsrituale in unserer Gesellschaft stark ritualisiert sind, laufen solche Begegnungen meist ähnlich und nach einem fast einheitlichen Muster ab. Diese und andere ritualisierten Handlungsabläufe dienten außerdem dem Schutz vor Missbrauch. Nach Rappaport etablierten Rituale Konventionen und schützten diese Konventionen gegen Missbrauch. Jeder Teilnehmer, der diese Konventionen akzeptiere, repräsentiere und vollziehe einen „Sozialvertrag“18, der zwischen ihm und der Gesellschaft geschlossen wurde. Dadurch, dass etablierte Konventionen in der Gemeinschaft durchgeführt werden, werde die öffentliche Ordnung vor privaten (Handlungs-) Unsicherheiten geschützt.

Um Ordnung und Grenzen geht es auch in den Arbeiten von Mary Douglas 19. Douglas gehört laut Krieger und Belliger mittlerweile zu einer Klassikerin der Ritualforschung. Sie beschreibt in ihren Arbeiten, wie Reinheitsvorschriften und Tabus eine Gesellschaft kennzeichnen und innerhalb dieser Organisation Grenzen setzen, so dass eine gesellschaftliche Ordnung entstehe. Ohne diese Vorschriften und Tabus gingen Grenzen und Moralität verloren, was den Ausbruch von Chaos zur Folge hätte. Durch Grenzen würden Unterscheidungen zwischen „gut“ und „böse“, „loyal“ und „subversiv“20 getroffen, wodurch Unterschiede und somit auch Identitäten entständen. Der Mensch könne nämlich nur mit Hilfe von Grenzen und Unterscheidungen erkennen, wer er ist bzw. wer er nicht ist. In einer Welt ohne Grenzen und Tabus könnten somit auch keine Identitäten entstehen. Dies ist ein ganz neuer Interpretationsansatz, der aber bereits von vielen Soziologen (u.a. Bergesen) übernommen wurde und der im Handbuch der „Ritualtheorien“21 näher erläutert wird.

Zuletzt möchte ich mich nun noch einem sehr bekannten Soziologen beschäftigen, der auch in der Ritualforschung grundlegende Erkenntnisse und Theorien entwickelt hat: Victor Turner 22. Seine großen Verdienste in der Forschung liegen darin, dass er eine genaue Analyse des „rituellen Prozesses“ und seiner Mechanismen durchgeführt hat. Turner bezog sich auf das Drei-Phasen-Modell der Übergangsriten (Van Gennep 23: „Les rites de passage“24) und entwickelte in den 60er Jahren seine Theorie. Nach Turner besitzt jedes Ritual eine innere Gegensätzlichkeit von Struktur und Anti-Struktur. Zu Beginn eines rituellen Prozesses befinde sich der Mensch in einem klar strukturierten Zustand, wie z.B. der sozialen Lage eines Schülers oder einer Hausfrau. Es könne sich dabei auch um einen Krisenzustand handeln. Das Ritual diene nun dazu, diesen Zustand zu ändern, also eine „Transformation“ herbeizuführen, so dass die Struktur geändert werde. Um diese Änderung durchzuführen, ist eine Anti-Struktur nötig, die das Individuum aus dem vorherigen Zustand und seinen sozialen und gedanklichen Bindungen herauslöse. Diese „Schwellenphase“ sei durch bestimmte symbolische Handlungen bestimmt, die die Löslösung kennzeichneten. Somit ist der rituelle Prozess ein Durchleben von einem klar strukturierten Zustand durch einen anti- strukturellen Zustand in eine neue soziale und psychische Position.

Die Schwellenphase war für Turner der Schlüssel zum Ritualverständnis. Bei der Schwellenphase handele es sich um einen Zustand der Gleichheit aller und der Auflösung sozialer Unterschiede. Diese unstrukturierte Gesellschaft bezeichnet Turner als die „Communitas“. In der Communitas werde das Individuum Teil der Gruppe. Der rituelle Prozess habe somit das Ziel, Communitas zu erzeugen. Turner sagt in seinem Aufsatz „Luminalität und Communitas“25: „Ich ziehe das lateinische Wort ‚Communitas’ dem Wort ‚Gemeinschaft’ vor, weil ich diese Form des Sozialbeziehung vom ‚Bereich des Alltagslebens’ unterscheiden möchte“.

Rituale schlichteten zwischen den notwendigen und gegensätzlichen Forderungen der Communitas und der sozialen Ordnung und bildeten somit einen Gegensatz zu bestehenden Hierarchien und traditionellen Formen. Mit folgendem Zitat von Turner über die Kraft des Rituellen in unserer Gesellschaft möchte ich nun mit den klassischen Ritualtheorien abschließen: „Ich begann zu erkennen, daß Rituale besondere Phasen in sozialen Prozessen markieren, in denen Gruppen sich inneren Veränderungen und ihrer äußeren Umwelt anpassen. Aus dieser Perspektive wird das rituelle Symbol zu einem Faktor im sozialen Handeln, zu einer positiven Kraft in einem Handlungsfeld“26.

Sicherlich gibt es noch viele weitere bedeutende Soziologen, die sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt haben, doch auf jeden einzugehen, würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Aus diesem Grund kann ich u.a. auf das Buch „Ritualtheorien“ (Belliger/Krieger, Opladen 1998) verweisen, in dem sich noch mehrere interessante Definitionen und Meinungen einiger Wissenschaftler befinden. Bemerkenswert ist u.a. der Aufsatz von C. Bromberger 27, der über das Thema „Fußball als Weltansicht und als Ritual“ geschrieben hat. Gerade wenn man ein hierzulande so bekanntes und beliebtes Sportereignis in Verbindung mit Ritualen bringt, wird für die Öffentlichkeit anschaulich verdeutlicht, in welchem Maße unsere Gesellschaft von Ritualen geprägt ist.

Zunächst werde ich mich jedoch mit weiteren Definitionsansätzen beschäftigen, die teilweise weniger zu den „Klassikern“ gehören, aber aufgrund einiger neuer Ideen hier genauso Beachtung finden sollten.

2.2 Weitere Definitionsansätze

Die Schwierigkeit einer Ritualdefinition liegt u.a. sicherlich in der Tatsache, dass in der Umgangssprache keine einheitliche Bedeutung des Begriffs existiert. Viele Menschen vertreten recht unterschiedliche Meinungen und dies scheint auch nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass sich selbst anerkannte Lexika noch nicht auf eine sinngemäß einheitliche Definition einigen konnten. Fresacher und Reichertz haben deshalb eine Begriffsdefinition entworfen, in der sie vier unterschiedliche Verwendungsweisen des Ritualbegriffs

aufgezeigt haben28: Zum einen werde „rituelles Verhalten“

oft abschätzig gebraucht und beschreibe eine nicht aufrichtige Handlung, ein Klischee. Diese Ritualisten verhielten sich zwar äußerlich korrekt, stimmten aber innerlich ihren Handlungen nicht zu. Zum zweiten gebrauche man den Begriff „Ritual“, wenn damit religiöse und kirchliche Verhaltensformen oder Handlungsabläufe gemeint seien (Körperbewegungen, Texte etc.). Zum dritten rede man bei standardisierten und formalisierten Verhaltensweisen im Alltag (Festessen, Begrüßung etc.) von Ritualen; diese Definition entspricht wohl am ehesten dem Ritualbegriff, wie wir ihn in Kap. 2.1 kennen gelernt haben. Als letztes verwende man den Begriff in der Psychologie, wenn man von therapeutischen Ritualen rede.

Mit Sicherheit ist keiner dieser Verwendungsweisen des Begriffs grundlegend falsch. Alle vier Gebrauchsformen beschreiben ein „Ritual“, obwohl die Definitionen sinngemäß recht unterschiedlich sind. Hier liegt wahrscheinlich ein Grund, weshalb es so schwierig ist, eine eindeutige Definition zu treffen: Der Begriff ist in solch hohem Maße (themen-) übergreifend und vielseitig, dass es schwierig wird, ihn auf eine Definitionseinheit zu reduzieren. Aus diesem Grund entstehen die bereits erwähnten kontroversen Meinungen bezüglich Rituale. Erika Risse hat diese unterschiedlichen Meinungen wie folgt zusammengefasst29:

- Rituale als organisatorische Eckpfeiler der Stabilität
- Rituale als „Teufelszeug“ und „Voodoo“
- Keine Meinung zu Ritualen, weil die befragten Personen sich darunter nichts vorstellen konnten und auch kein Bedürfnis danach zum Ausdruck brachten.

Da in unserer Gesellschaft die Meinungen 2 und 3 wahrscheinlich (noch) überwiegen (vgl. Kap. 3), nehmen es sich viele Autoren in letzter Zeit als Ziel, eine längst fällige Aufklärungspolitik zu betreiben.

Viele Menschen halten Rituale für überholt und meinen, ohne sie auskommen zu können. Sie wissen nicht, dass sie tagtäglich eine Vielzahl von Ritualen ausüben, damit sie Struktur und Ordnung in ihren Tagesablauf bringen können. Schon seit dem die Menschheit existiert, gibt es Rituale. Sie machen das erfolgreiche Zusammenleben von Menschen überhaupt erst möglich. Unter Ritualen versteht man nach Kunze und Salamander30 feste Abläufe, die bestimmten Regeln unterliegen. In gewissen Situationen würden diese Verhaltensweisen angewendet und bei jeder neuen ähnlichen Situation wiederholt. Die meisten Rituale würden unbewusst vollzogen, ohne dass wir bemerken, dass wir ein festes Ritual befolgten. Nehmen wir erneut die Begrüßung als Beispiel: Die Handelnden befolgen eine feste Handlungsabfolge, die je nach Situation leicht variiert, aber immer ähnlich stattfindet. Die Begrüßung ist eine ritualisierte Handlung, doch die wenigsten Menschen wissen, dass sie bei einer einfachen Begrüßung ein Ritual befolgen. Wenn man diese kleinen Rituale des Alltags bewusst wahrnimmt und ihnen Bedeutung schenkt, dann können sie für den Teilnehmer große Wirkung haben. Die positive Kraft von Ritualen erfährt man jedoch sowohl bei unbewussten und unreflektierten Handlungen als auch bei überlegten Abläufen, wie es z.B. bei einer Hochzeit der Fall ist; das bewusste Handeln kann diese Kraft jedoch zusätzlich stärken.

Salamander, Catharina: war seit 1977 Grundschullehrerin tätig; bekam 1980 das Internationale Montessori-Diplom; 1992 machte sie ihr Diplom als Analytische Kinder- und Jugendlichen- Psychotherpeutin und arbeitet seither in einer Praxis in München.

Der Sinn eines Rituals ist oft nicht logisch fassbar (Worin liegt der Sinn, dass man einander die Hände reicht, um sich zu begrüßen?), doch dadurch, dass ritualisierte Handlungen anerkannt und von einer Gesellschaft befolgt werden, erhalten sie einen symbolischen Sinn und werden dadurch wertvoll. Symbole spielen bei ritualisierten Handlungsabläufen eine große Rolle. Jedes Ritual braucht ein Symbol (das kann bei der Begrüßung das Händeschütteln und bei der Weihnachtsfeier die Krippe sein). Selbst wenn der ursprüngliche Sinn eines Symbols verloren gegangen ist, kann es für den Teilnehmer immer noch eine große Bedeutung haben, so dass ihm die Ausführung dieses Rituals Freude, Zufriedenheit, Stabilität etc. schenkt. Die symbolhafte Bedeutung gehe nach Schindler31 weit über das eigentliche Handeln hinaus und verleihe der Handlung damit weitaus mehr Ausdruck als dies mit Worten möglich wäre. Somit sei das Ritual eine „sinnstiftende Handlung“.

Wenden wir uns aber zunächst noch mal der Allgemeingültigkeit von Ritualen zu. Wie bereits erwähnt, geben Rituale nur dann Sinn, wenn sie von mehreren Personen (einer Gesellschaft) in gleicher oder ähnlicher Weise durchgeführt werden. Dadurch, dass Rituale diesen festen Handlungsablauf haben, ermöglichen sie uns oft eine reibungslose Durchführung von Geschehnissen. Stellen Sie sich vor, Sie müssten jedes Mal neu überlegen, wie Sie jemanden begrüßen oder wie Sie den morgendlichen Ablauf vom Aufstehen bis ins Büro gestalten sollten. Das würde Zeit, Energie und Selbstbewusstsein kosten. Rituale vermitteln Sicherheit, weil sie uns „sagen“, was und wie etwas zu tun ist. Durch diese festgelegten Handlungsmuster werden Rituale vorhersagbar. Bei einem ritualisierten Ablauf können wir deshalb schon ahnen, wie sich beispielsweise unser Gegenüber verhält, so dass ritualisierte Handlungen Orientierung und Sicherheit vermitteln.

Sogar der Straßenverkehr unterliegt einer starken Ritualisierung. Betrachtet man die Verkehrszeichen an sich, so scheinen sie nicht logisch zu sein und auch keinen Sinn zu haben. Werden diese Zeichen aber von allen Verkehrsteilnehmern befolgt, so kann man auf diese Weise schwierige Verkehrssituationen – im günstigsten Falle ohne Komplikationen – meistern.

Somit stellt ein Ritual einen „Integrationsmechanismus“32 sozialer Systeme dar. Damit ist gemeint, dass jedem Individuum ermöglicht wird, mit Hilfe der ritualisierten Handlungen zum Teil einer Gesellschaft (eines Kollektivs) zu werden. Rituale initiieren Ordnungszusammenhänge und ermöglichen es auf diese Weise, dass sich jeder dieser Ordnung anpassen kann (wodurch das soziale Miteinander geregelt wird) und Konflikte vermieden werden. Diese Handlungsorientierungen werden demnach nicht durchgeführt, weil sie für die Agierenden angenehm, sondern weil sie angemessen und erforderlich sind. Diese Handlungsabläufe findet man in kleinen Alltagsritualen bis hin zu großen (religiösen) Zeremonien vor. Meist (aber nicht immer!) erfüllen diese Abläufe einen kommunikativen Sinn. Nach Kaiser33 seien Rituale „feststehende Handlungssequenzen“ mit

- emotionaler Bedeutung (sie geben Sicherheit)
- sprachlicher Bedeutung (sie geben Sprachmuster vor)
- kognitiver Bedeutung (sie helfen bei der Organisation von Abläufen und geben Struktur)
- sozialer Bedeutung (sie geben jedem Individuum eine feste soziale Platzierung)
- motorische Bedeutung (weil sie Handlungs- und Verhaltensabläufe wiederholen und praktizieren lassen).

Rituale spielen also in vielen Lebensbereichen eine große Rolle. Ihre Reichweite kann ganz verschieden sein. Manche Rituale beschränken sich nur auf ein Individuum, manche auf eine Familie oder eine ganze Gesellschaft und es gibt sogar Rituale, die von globaler Reichweite sind.

Selbst die zeitliche Struktur von Ritualen ist auf jedes Ritual individuell abgestimmt. Manche werden alle fünf Minuten durchgeführt, einige jeden Tag (Morgentoilette), einmal im Jahr (Weihnachten, Geburtstagsfeiern,…) oder sogar nur ein Mal im Leben (Kommunion, Beschneidung,…). Doch eines haben sie alle gemeinsam: Wenn man Rituale Sinn gebend anwendet und wenn sie nicht den Zielen von Demokratisierung, Welterkenntnis, kritischer Aufklärung etc. widersprechen, dann können sie uns enorme Hilfe leisten (siehe dazu Kap. 12). Sie können (Verhaltens-) Ängste reduzieren, weil sie uns Vorgaben für Handlungsweisen geben; demzufolge stärken sie unsere Identität und geben uns Halt und Vertrauen. Mit Hilfe ihrer Handlungsmuster vermitteln sie außerdem Geborgenheit und Sicherheit und helfen uns, Krisen besser zu bewältigen.

Ein weiterer Vorteil dieser Muster liegt in der Tatsache, dass sie allen Beteiligten das Gefühl geben, zu einer Gemeinschaft zu gehören. Damit kommen wir wieder auf Emile Durkheim zurück, der schon vor mehreren Jahrzehnten

zu dem Ergebnis kam, dass es elementares Bedürfnis eines jeden Menschen sei, sich zu einer Gemeinschaft zugehörig zu fühlen; ausschließlich aus diesem Grund habe die Menschheit diesen Drang nach Ritualen entwickelt. Das Gemeinschaftserleben spielt in der Tat eine große Rolle bei Ritualen. Denn nur, wenn jeder sich an die gleichen Vorgaben und Regeln hält, kann Gemeinschaft entstehen. Rituale fungieren somit als „Bindeglieder“ der Gesellschaft: Jedes Individuum kann durch Rituale in die Gemeinschaft eingebunden werden. Voraussetzung dafür ist, dass sich jeder an die Regeln hält, so dass nicht gegeneinander, sondern miteinander gehandelt wird. Regeln und Grenzen lassen sich mit Ritualen leichter festsetzen, so dass diese – gerade von Kindern – schneller und konfliktfreier angewendet werden.

Scheinbar sind Rituale – so betrachtet – etwas durchaus Positives. Man darf jedoch nicht die „Schattenseiten“ außer Acht lassen, die bei falscher Anwendung ganz leicht entstehen können (siehe Kap. 11).

2.2.1 Begriffsbestimmung scheinbarer Synonyme - Gewohnheit, Zeremonie, Tradition, Brauch, Regeln, Riten & Ritualisierungen

Befragt man Menschen nach Ritualen, so bekommt man entweder ein Stirnrunzeln oder ein Schulterzucken zur Antwort, weil sie sich oft entweder religiöse Riten, schwarze Magie oder gar nichts darunter vorstellen. Befragt man die gleichen Menschen allerdings nach Gewohnheiten oder Routine, so bekommt man positiv oder zumindest neutral gewertete Antworten und korrekte Definitionen. Rituale und Gewohnheiten sind sich jedoch ziemlich ähnlich und sogar leicht zu verwechseln.

Allerdings sind Rituale mehr als „nur“ eine Gewohnheit oder Routine. Dadurch, dass sie meist symbolischen Gehalt haben, Identität und Selbstbewusstsein stärken und bei der Bewältigung von Krisen helfen (vgl. Kap. 12.2) können, bewirken sie um ein Vielfaches mehr als eine einfache Gewohnheit.

In der Soziologie werden Gewohnheiten meist als Handlungen definiert, die sich automatisiert haben. Gewohnheiten werden meist emotionslos getätigt und nicht hinterfragt. Schließlich wurde es ja schon immer so gemacht. Rituale hingegen verfolgen meist einen symbolischen Sinn und gehen sehr oft mit Gefühlen einher. Rituale sollten immer hinterfragt und nicht wie einfache Gewohnheiten behandelt werden. Denn wegen ihres Symbolgehalts und dadurch, dass sie meist von vielen Menschen gemeinsam verfolgt werden, können sie - bewusst oder unbewusst – schnell zu etwas Negativem werden, wie es in Kap. 11 näher erläutert wird.

Zwischen Traditionen und Zeremonien herrschen nach Petersen34 „fließende Übergänge“. Beides seien Feierlichkeiten mit stereotypem Ablauf, der gemeinsam in einer Gruppe vollzogen werde. Eine Zeremonie sei oft nur noch ein erstarrtes Ritual ohne Dynamik, das an Enthierarchisierung und Kreativität verloren habe. Noch ausdruckloser als eine Zeremonie könne eine Tradition

werden, wenn diese gleichförmig und sinnentleert Jahr für Jahr stattfände. Deshalb ist es bei solchen Ereignissen wichtig, den individuellen symbolischen Sinn dieser Handlung herauszufinden. Wenn man keinen Sinn darin findet, sollte das Ereignis nicht mehr in dieser Art und Peterson, Susanne: Lehrerin in Hamburg; in der Lehreraus- und –fortbildung für die Grundschule und die Sekundarstufe I tätig.

Weise stattfinden bzw. sollte man – falls möglich - nicht mehr daran teilnehmen.

Bräuche kann man sinngemäß der Bedeutung von „Sitten“ zuordnen. Beide Begriffe drücken das gleiche aus und können somit synonym gebraucht werden. Man versteht darunter eine meist auf Überlieferung und gesellschaftlicher Überwachung beruhende Verhaltens- regelung. Bräuche seien vielmals Ausdruck einer Volkskultur.

Regeln und Rituale werden auch sehr oft verwechselt, dabei gibt es hier entscheidende Unterschiede: Rituale sind für die Gestaltung des Zusammenlebens oder des eigenen Lebens wichtig, während Regeln herrschende Missstände bekämpfen. Regeln sind wie Appelle, die jeden zur Disziplin zwingen und Verhalten reglementieren. Durch entsprechende Zwangsmaßnahmen (Sanktionen) soll ein positives Verhalten einer Gruppe hergestellt werden. In allen Ritualen stecken jedoch auch Regeln. Kaiser35 schreibt, dass Rituale mehr als nur Regeln seien, da Rituale einen „kulturellen Kontext des Regelinhaltes“ schafften. Sie seien also nicht nur Pflicht, sondern auch Kontext.

Regeln können leicht zu Ritualen werden. Wenn Regeln ritualisiert werden, fällt es den Teilnehmer meist auch leichter, sie zu befolgen. Rituale werden im Allgemeinen nämlich schneller akzeptiert.

Wenden wir uns nun den Riten zu. Es ist durchaus wichtig, Riten von Ritualen abzugrenzen, um Rituale nicht mit dem (vorwiegend) negativ behafteten Verständnis von Kulten und Mythen in Verbindung zu bringen. Bühler36 hat dazu Bühler, Hans: 1942 geboren; als Professor an der PH Weingarten tätig; zahlreiche eine, meiner Meinung nach sehr sinnige, Definition erstellt: „Riten oder Kulte sind symbolische Handlungen, die weit über den Kontext, in dem sie vollzogen werden, hinaus weisen. Sie haben eine positive, soziale Funktion, insbesondere zur Steigerung der Kohärenz einer sozialen Gruppe […] Riten unterscheiden sich von Ritualen dadurch, daß letztere im Verlauf ihrer oft sehr alten Geschichte sinnentleert wurden, zumeist aber [als] Residuen37 zur Verschleierung von Machtausübung [und] dadurch […] [als] sinnentleert […] gekennzeichnet werden […] [können]. Der Sinn der jeweiligen symbolischen Handlung ist nicht ein für alle mal festgelegt, sondern verändert sich ständig als Ergebnis des Kampfes um kulturelle Hegemonie“. Oft sind Riten die Fortsetzung des Verlaufs kultischer Handlungen und somit nicht sehr uniform mit dem Verständnis von Ritualen; auch wenn sich diese Erkenntnis noch nicht allzu weit durchgesetzt hat.

Abschließend sind noch Ritualisierungen oder ritualisierte Handlungen zu nennen. Darunter versteht man ein größtenteils verinnerlichtes und daher oft unbewusst angewendetes Ritual. Der symbolische Gehalt ist meist geringer als der eines Rituals. Was das Ritual von der Ritualisierung unterscheidet ist somit das Bewusstsein, Handlungen symbolisch nachzuvollziehen d.h. Handlungen wiederholt auszuführen, die auf einen tieferen Sinn verweisen.

Susanne Petersen hat in ihrem Buch „Rituale für kooperatives Lernen in der Grundschule“38 eine Tabelle angefertigt, in der die Unterschiede der oben erläuterten Begriffe anhand des Ausmaßes des Vorkommens unterschiedlicher Merkmale unterschieden werden.

Da diese Tabelle die zuvor genannten Aussagen darstellt und erweitert, werde ich diese Tabelle zur graphischen Veranschaulichung von Petersen übernehmen. Die Tabelle bezieht sich allerdings lediglich auf Kategorien schulischer Rituale, kann aber meiner Meinung nach auch auf Rituale im Allgemeinen bezogen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Leistungsvergleich verschiedener Begriffe im Umfeld schulischer Rituale

2.3 Eigene Begriffsdefinition

Meiner Meinung nach sind Rituale, prägnant formuliert, automatisierte Handlungsabläufe, die für das handelnde Subjekt von tieferer (oft auch symbolischer) Bedeutung sind.

Ich werde mich nicht vollkommen von der semantischen Verbindung zwischen Ritualen und Glaubenshandlungen lösen39, doch möchte ich mich vom Sinnzusammenhang der Begriffe „Rituale“ und „Mythos“, „Kult“, etc. deutlich distanzieren, da daraus wiederholt Vorurteile und Missverständnisse bezüglich Ritualdefinitionen entstehen können.

Im Großen und Ganzen bin ich eine Befürworterin Durkheims und stimme mit ihm insofern überein, dass Rituale aus dem menschlichen Grundbedürfnis nach Gemeinschaft entstanden sind. Wie sagte Johann Wolfgang von Goethe schon so passend? Der ist nicht fremd, wer teilzunehmen weiß. Ich nehme an, dass die meisten Menschen sich nach Gesellschaft und einem gewissen Grad Gemeinschaft und Teilnahme sehnen. Das ist vergleichbar mit Kindern, die eine Bande gründen und durch Geheimsprache, -zeichen und –schrift ein Bündnis miteinander demonstrieren. Eben so ähnlich hat die Menschheit eine ganz eigene Verhaltens- sprache entwickelt, mit der sie zu einem Kollektiv wird. Durch Rituale entsteht also Gemeinschaft. Die tiefere Bedeutung solcher Rituale liegt in dem verbindenden Element der Handlungsabläufe; dem „Sich-eingebunden- fühlen“ in eine Gemeinschaft.

Individualität geht durch Rituale aber nicht verloren; im Gegenteil: Sie kann durch Rituale gestärkt werden, wie im Kap. 2.2 mehrmals deutlich wird. Einige Rituale vermitteln Gemeinschaft und andere ermöglichen es uns, uns von der Allgemeinheit abzugrenzen und zu einem Individuum / etwas Einzigartigem zu werden. Sie wirken also als Vermittler zwischen Individuum und Gemeinschaft und ermöglichen auf diese Weise gleichsam Verbindung zu einer Ganzheit und Abgrenzung. Mit diesen Überlegungen bin ich nun wieder bei den Gedanken von Bergesen und Gluckman angelangt, die eben dieses in ihren Ausführungen erläutern (vgl. Kap. 2.1, S. 7-10). Ich kann mich deren Meinung folglich nur anschließen.

Ein wichtiger Aspekt von Ritualen ist die Regelung zwischenmenschlicher Beziehungen. Für mich sind Rituale Handlungsmodelle und –richtlinien, die uns Vorgaben darüber machen, wie wir uns dem Gegenüber zu verhalten haben. Das hat für uns als Teilnehmer den Vorteil, dass wir in unseren Handlungen selbstsicher werden und keine Angst vor menschlichem Kontakt haben müssen. Schließlich lernen wir schon seit der Geburt stets die in unserer Gesellschaft herrschenden Verhaltensregeln kennen und haben uns die wichtigsten längst verinnerlicht. Zum anderen bedeutet es aber auch, dass weniger Missverständnisse und Verletzungen entstehen und unsere Begegnungen angenehmer und stressfreier ablaufen. Wenn man sich vorstellt, dass man auf einen vertrauten Menschen trifft, ohne die gesellschaftlichen Verhaltensregeln zu kennen, könnte es sehr leicht zu peinlichen Zwischenfällen kommen. Man benimmt sich „daneben“, d.h. man handelt außerhalb der geltenden Muster und fällt auf. Dieses Verhalten kann nicht nur negative Auswirkungen auf einen selbst, sondern auch auf das Gegenüber haben. Verhalten, das nicht in das Gesellschaftsmuster passt, kann leicht missinterpretiert werden und somit kränken. Rituale sind für mich deshalb vor allem auch Verhaltensregeln. Die tiefere Wirkung dieser Rituale liegt besonders in dem beruhigendem und sicherndem Aspekt, den diese Handlungsmuster dem Teilnehmer vermitteln.

Es gibt allerdings eine Sichtweise von Ritualen, die meiner Meinung nach oft zu wenig beachtet wird. Und zwar handelt es sich dabei um die persönlichen und alltäglichen Rituale. Bei Durkheim und anderen klassischen Definitionsansätzen wird zwar oft von der Wichtigkeit so genannter Mikro-Rituale geredet, aber fast niemand geht ausführlicher auf den Sachverhalt ein. Erst in der neueren Literatur findet man Definitionen, die auch diesen Bereich der Rituale abdecken. Stellen Sie sich vor, sie haben eine anstrengende Woche hinter sich und sind etwas gestresst. Tut es dann nicht manchmal gut, einfach durchzuatmen und vertraute Dinge und Handlungen bewusst zu erleben? „Oft sind es die kleinen Dinge des Lebens, die zählen“, heißt es so schön. Dieser Satz trifft meiner Meinung nach am ehesten die Bedeutung, die diese individuellen, automatisierten Handlungsabläufe für uns haben. Betrachten wir noch mal die geschilderte Situation, die in der Einleitung dargestellt wurde (vgl. S. 1). Damit sollte deutlich gemacht werden, dass jeder Mensch bestimmte Gewohnheiten ritualisiert und so seinen Tagesablauf überschaubar geregelt hat. Unbewusst scheinen wir also eine persönliche Ordnung entwickelt zu haben, die für uns eine größere Bedeutung hat, als wir vermuten. Wir nehmen diese Bedeutung erst bewusst wahr, wenn irgendetwas oder irgendjemand diese Ordnung stört. Besonders der Morgen ist wie geschaffen für Rituale. Sie vermitteln uns gleich zu Beginn des Tages eine gesicherte Beständigkeit. Da spielt es eine Rolle, ob wir durch Baulärm, den Radiowecker oder den Partner geweckt werden, ob der erste Gang in die Küche zum Kaffee oder ins Badezimmer zum Spiegel führt, ob man sich fertig gekleidet an den Frühstückstisch setzt oder mit Bademantel die Zeitung liest. Die Morgentoilette bereitet uns auf den Tag in der Öffentlichkeit vor. Ohne einen Blick in den Spiegel verlassen wohl die wenigsten Menschen das Haus; dieser Blick stellt eine erste Gegenüberstellung mit einem selbst dar und ist auch der erste Blick mit den Augen der anderen. Im Badezimmer geht es also nicht nur um Körperpflege. Durch persönliche Rituale erhält die Morgentoilette eine ganz besondere Wirkung. Hier entscheidet sich oft, mit welcher Stimmung wir den Tag beginnen. Wie fühlt sich der eigene Körper an, gefällt uns das Spiegelbild, das uns entgegenblickt, was sagt die Anzeige auf der Waage, mögen wir die ausgewählte Kleidung? Wir nehmen die Wirkung solcher Rituale kaum wahr; sie sind meist unbewusst und die positive Energie wird unterschätzt. Menschen, die keinen Wert auf feste Abläufe legen, morgens lieblos ihr Frühstück einnehmen und die Morgentoilette als zeitraubende Pflichtübung ansehen, stehen oft nicht mit sich und der Welt in Einklang. Man sollte versuchen, ritualisierte Handlungen bewusst zu erleben und man wird feststellen, dass man stressfreier den Tag beginnt und viele Dinge einfacher erscheinen. Die tiefere Bedeutung jener Rituale liegt also in der Sicherung und Stabilisierung des inneren Gleichgewichts eines Menschen40 (vgl. Kap. 8).

[...]


1 Durkheim, Emile: 1858-1917, frz. Soziologe; betrieb die Soziologie als streng empirische Wissenschaft; Gründung einer soziologischen Schule in Bordeaux; 1. Lehrstuhl für Sozialwissenschaften und Pädagogik; Gründung der Zeitschrift “L´année sociologique“; 1902-1917 Lehrstuhl an der Sorbonne.

2 Collins, 1985, S. 182

3 Collins, 1985, S. 186

4 Das Händeschütteln ist wahrscheinlich vor vielen hundert Jahren entstanden. Ursprünglich ist es daraus entstanden, dass sich Männer bei der Begegnung die „starke“ Hand gereicht haben, damit sie sich sicher sein konnten, dass der Interaktionspartner sie nicht verletzt.

5 Durkheim, in: Belliger/Krieger, 1998, S. 295

6 Bergesen, Albert: 1942 geboren; amerikanischer Soziologe, der mit seiner Theorie der „Rituellen Ordnung“ an Bekanntheit gewonnen hat; an der „University of Arizona“ tätig.

7 Bergesen, in: Belliger/Krieger, 1998, S. 51

8 Bergesen, in: Belliger/Krieger, 1998, S. 66

9 Goffman, Erving: 1922-1982; Professor der Anthropologie und Soziologie; war an der „University of California“ (Berkeley) und an der „University of Pennsylvania (Philadelphia) tätig.

10 Goffman, 1999, S. 54-105

11 Thomas, Konrad: Dr. der Theologie und Professor emeritus für Soziologie am Soziologischen Seminar des Fachbereichs Sozialwissenschaften der Universität Göttingen.

12 Radcliffe-Brown: Soziologe; zusammen mit Malinowski ehemaliger Schüler von Emile Durkheim.

13 Gluckman, Max: 1911-1975; in Johannesburg geboren; war als Professor für soziologische Anthropologie an der „University of Manchester“ tätig.

14 Radcliffe-Brown, in: Schäfer/Wimmer, 1998, S. 66

15 Grimes, Ronald: 1943 geboren; Professor für „Religious Studies“; an der „Wilfrid Laurier University“ in Kanada tätig.

16 Grimes, in: Belliger/Krieger, 1998, S. 119f

17 Rappaport, Roy A.: 1926 geboren; an der „University of Michigan“ tätig.

18 Rappaport, in: Belliger/Krieger, 1998, S. 201

19 Douglas, Mary: 1921 geboren; war von 1951-1977 am „University College of London“ und anschließend an verschiedenen Universitäten in den USA tätig; lebt in London.

20 Belliger /Krieger, 1998, S. 16 Belliger, Andréa: 1970 geboren; wissenschaftliche Assistentin Kirchenrecht/Staatskirchenrecht und Religionswissenschaft; an der Universitären Hochschule in Luzern tätig. Krieger, David J.: 1948 geboren; Lehrstuhlvertreter für Religionswissenschaft; an der Universitären Hochschule in Luzern tätig.

21 Belliger /Krieger , 1998, S. 77-98

22 Turner, Victor W.: 1920-1983, Professor der Anthropologie, war an der „Cornell University“, an der „University of Chicago“ und an der „University of Virginia“ tätig.

23 Van Gennep, Arnold: 1873-1957; französischer Sozialwissenschaftler.

24 Van Gennep, 1999

25 Turner, in: Belliger/Krieger, 1998, S. 252

26 Turner, in: Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung e.V., 1997, S. 12

27 Bromberger, Christian: 1946 geboren; „Professeur d’Ethnologie“ an der „Université de Provence“.

28 Fresacher/Reichertz, in: Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung e.V., 1997, S. 7

29 Risse, 1995, S. 9 Risse, Erika: Schulleiterin am Elsa-Brandström-Gymnasium in Oberhausen, Deutschland.

30 Kunze/Salamander, 2000, S. 8-10 Kunze, Petra: freie Autorin und Lektorin.

31 Schindler, in: Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung e.V., 1997, S. 9

32 Strecker, in: Schäfer/Wimmer, 1998, S. 65

33 Kaiser, 2001, S. 21

34 Petersen, 2001, S. 14

35 Kaiser, 1998, S. 11

36 Bühler, 1996, S. 2f. eröffentlichungen zu Soziolinguistik, interkulturellem Lernen und (afrikanischer) Schulentwicklung.

37 [Residuum (lat): Rückstand, Rest (persönliche Anmerkung)]

38 Petersen, 2001, S. 13

39 In Kap. 6.1 werde ich genauer auf den Zusammenhang von Ritualen und Religion eingehen.

40 Vgl. auch Ressel, 1998, S.8-12

Ende der Leseprobe aus 152 Seiten

Details

Titel
Rituale. Sinn und Funktion in Gesellschaft und Schule.
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Sozial- und Kulturwissenschaften)
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
152
Katalognummer
V10565
ISBN (eBook)
9783638169509
Dateigröße
924 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ritual, Rituale, Ritualtheorien, Schulpädagogik, Pädagogik, Turner, Durkheim, Riten, Tradition, Brauch, Interaktion, Sekte, Kult
Arbeit zitieren
Melanie Kornet (Autor), 2002, Rituale. Sinn und Funktion in Gesellschaft und Schule., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10565

Kommentare

  • Anna Frisch am 7.7.2014

    Die Arbeit enthält sehr wenige Literaturangaben! Manche Kapitel kommen ganz ohne Literaturangaben aus. Wo bleibt da die Wissenschaftlichkeit, wenn so viele Belege fehlen? Ich ärgere mich, dass ich dafür 39,99 gezahlt habe...

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