Das Thema dieses Referates ist Paul Klees "Hommage à Picasso", ein Ölbild (Öl auf Karton)
im Format 38 x 30cm, welches im Jahr 1914 entstand und sich heute in einer Privatsammlung
befindet.
Zunächst werde ich Thema und Komposition des Bildes erläutern und anschließend die
Einflüsse aufzeigen, die von der "Hommage à Picasso" reflektiert werden und den
künstlerischen Entwicklungsweg Paul Klees - auch im Hinblick auf spätere Werke - geprägt
haben. Im Vordergrund der Ausführungen wird die Auseinandersetzung Klees mit dem
Kubismus und den Werken Robert Delaunays stehen. Zum Schluß möchte ich noch der Frage
nach Gemeinsamkeiten zwischen dem künstlerischen Schaffen Klees und dem Picassos
nachgehen. [...]
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Bildinhalt und Komposition
Paul Klee und der Kubismus
Der schöpferische Prozess von Paul Klee und Pablo Picasso im Vergleich
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das 1914 entstandene Ölbild "Hommage à Picasso" von Paul Klee, um dessen künstlerische Auseinandersetzung mit dem Kubismus sowie den Einfluss von Robert Delaunay zu analysieren. Ziel ist es, die Entwicklung von Klees Verhältnis zum Kubismus nachzuzeichnen und Gemeinsamkeiten sowie grundlegende Unterschiede im schöpferischen Prozess zwischen Klee und Pablo Picasso herauszuarbeiten.
- Analyse von Bildinhalt und Komposition der "Hommage à Picasso"
- Einfluss des Kubismus und der Orphik von Robert Delaunay auf das Frühwerk Klees
- Die Bedeutung der Tunisreise von 1914 für Klees künstlerische Entwicklung
- Vergleichende Gegenüberstellung der schöpferischen Prozesse von Paul Klee und Pablo Picasso
Auszug aus dem Buch
Bildinhalt und Komposition
Das Thema des Bildes ist durch den Titel eindeutig benannt; die "Hommage à Picasso" ist allerdings weder ein Zitat eines bestimmten Werkes von Picasso (jedenfalls keines der mir bekannten Werke), noch ist sie ein Portrait des Künstlers, wie etwa jene "Hommage à Picasso", die Juan Gris im Jahr 1912 malte.
Die Komposition des Bildes besteht aus farbigen Rechtecken und Quadraten unterschiedlicher Größe. Dieses "Kästchengeflecht" verweist zusammen mit dem Titel des Werkes auf eine Auseinandersetzung des Malers mit dem Kubismus und den Künstlern dieser Stilrichtung. Zusätzlich erinnert auch die annähernd ovale Bildform an kubistische Werke, wie sie Georges Braque und Pablo Picasso ab 1911 - jedoch meist in größeren Formaten - schufen. Ein Beispiel hierfür ist Picassos "Stilleben mit einem Korbstuhl" von 1912.
Ein weiterer Aspekt, der ebenfalls als Einfluß der kubistischen Kunst gedeutet werden kann, ist die Beschaffenheit der Bildoberfläche der "Hommage à Picasso": diese ist nicht glatt, sondern hat eine unregelmäßige Textur. Erzeugt werden solche Texturen beispielsweise, indem der Farbe Materialien, wie Sand oder Sägespäne beigemengt werden oder indem dicke Farbschichten mit verschiedenen Geräten und Techniken bearbeitet werden. Durch "Kämmen" der nassen Farbe hat zum Beispiel Picasso in seinem 1911 entstandenen Werk "Der Poet" die Oberfläche der Haare und des Bartes gestaltet.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung des zu untersuchenden Werks "Hommage à Picasso" und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise hinsichtlich der Analyse von Einflüssen und künstlerischen Vergleichen.
Bildinhalt und Komposition: Untersuchung der formalen Gestaltung und der oberflächenstrukturellen Einflüsse des Kubismus auf das Werk von 1914.
Paul Klee und der Kubismus: Darstellung von Klees Kontakten zum "Blauen Reiter" sowie seiner kritischen Auseinandersetzung mit kubistischen Tendenzen und dem für ihn prägenden "Orphischen Kubismus" Delaunays.
Der schöpferische Prozess von Paul Klee und Pablo Picasso im Vergleich: Vergleichende Analyse der Arbeitsweisen, der Stilentwicklung und der philosophischen Ansätze beider Künstler.
Schlüsselwörter
Paul Klee, Pablo Picasso, Hommage à Picasso, Kubismus, Robert Delaunay, Orphischer Kubismus, Tunisreise, Komposition, Bildoberfläche, Schöpferischer Prozess, Abstraktion, Farbtheorie, Moderne, Bildnerische Gestaltung, Kunstgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Gemälde "Hommage à Picasso" von Paul Klee und analysiert, wie dieses Werk Klees Entwicklung und seine Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Kunstströmungen widerspiegelt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Bildanalyse unter Berücksichtigung kubistischer Einflüsse, der Rolle der Farbtheorie nach Robert Delaunay und einem systematischen Vergleich der künstlerischen Arbeitsweisen von Klee und Picasso.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den künstlerischen Entwicklungsweg Klees aufzuzeigen und zu ergründen, wie er sich vom Gegenständlichen zur Abstraktion löste, sowie Gemeinsamkeiten zwischen Klee und Picasso herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine kunstgeschichtliche Analyse, die formale Bildbetrachtung, biografische Kontextualisierung und eine vergleichende Gegenüberstellung (Komparativistik) von Künstlern und deren Theorien nutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die formale Analyse des Werks, die historisch-biografische Aufarbeitung von Klees Verhältnis zum Kubismus und den abschließenden Vergleich mit Picasso.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem "Orphischer Kubismus", die Tunisreise, "Schöpferische Konfession", sowie der Kontrast zwischen "Lyriker" und "Dramatiker" bei der Charakterisierung der beiden Künstler.
Wie unterschieden sich Klee und Picasso laut der Autorin in ihrem Ansatz?
Während Picasso bei seinen Werken meist vom Gegenstand ausging und diesen zerlegte, begann Klee oft bei einem "Nullpunkt" und betrachtete den Gegenstand als eine von mehreren Komponenten der Form.
Welche Rolle spielt die Tunisreise für Paul Klee?
Die Reise von 1914 markiert einen Wendepunkt, an dem Klee den Zugang zur Farbe fand und sich in seiner Berufung zum Maler bestätigt fühlte, was einen verstärkten Einsatz von Farbe und Abstraktion in seinem späteren Werk zur Folge hatte.
- Quote paper
- Christa Harlander (Author), 2002, Paul Klee "Hommage à Picasso" - eine Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10572