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Dehnungsgymnastik, überhaupt noch aktuell und sinnvoll?

Title: Dehnungsgymnastik, überhaupt noch aktuell und sinnvoll?

Term Paper , 2003 , 11 Pages , Grade: 2

Autor:in: Ulrich Schwier (Author)

Sport - Sport Medicine, Therapy, Nutrition
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Dehngymnastik, für die einen ist es lästige Pflicht, für die anderen ist es ein Teil ihres Trainings, den sie machen, weil einfach alle es machen. Manch einer macht es zum Aufwärmen vor dem Sport, andere machen es hinterher um Beweglichkeit zu erhalten, die Regeneration zu fördern und/ oder der Verletzungsgefahr bei der nächsten Trainingseinheit vorzubeugen. Die einen dehnen indem sie dynamisch immer wieder in die zu dehnende Richtung federn, die anderen dehnen indem sie eine Dehnposition einen gewissen Zeitraum einfach halten. Anfang der achtziger Jahre wurde noch hauptsächlich oben erwähntes dynamisches, federndes Dehnen empfohlen, Anfang der Neunziger war es verpönt. Rechtzeitig zum Jahrtausendwechsel kommt aber das dynamische, federnde Dehnen wieder mehr in Mode. Aber warum? Tatsache ist, dass es bis heute keine empirische auch nur einigermaßen verlässliche Studie zur Dehngymnastik gibt, die besagt, dass die eine oder die andere Methode besser ist, noch dass Dehnen überhaupt unbedingt notwendig ist. Tatsache aber ist, dass neueste Erkenntnisse über die fibrilläre Struktur der Muskelfasern und über die Wirkung von Dehnungstraining auf Ruhespannung und Muskellänge eine Korrektur in der trainingswissenschaftlichen Muskellehre verlangen (vgl. WIEMANN: 2000, 115).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Dehnen und Beweglichkeit, was ist eigentlich damit gemeint?

1.1 Allgemeines Dehnen vor und nach dem Sport

1.2 Definition „Beweglichkeit“

2 Zu erwartende Effekte des Dehnens beim Sport

2.1 Vergrößerung der Bewegungsamplitude des Gelenkes

2.2 Verbesserung der Durchblutung des Muskels

2.3 Verkürzung der Regenerationszeit des Muskels

2.4 Prävention vor Verletzungen

2.5 Ausgleich und Vermeidung muskulärer Dysbalancen

3 Neueste Erkenntnisse über die fibrilläre Struktur der Skelettmuskelfasern

4 Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Sinnhaftigkeit und Aktualität von Dehngymnastik im Sport, wobei sie die gängige Praxis den aktuellen trainingswissenschaftlichen Erkenntnissen über die Muskelfaserstruktur gegenüberstellt.

  • Kritische Beleuchtung von Dehnungs-Methoden und deren Wirksamkeit.
  • Analyse der fibrillären Struktur der Skelettmuskulatur.
  • Untersuchung der physiologischen Auswirkungen von Dehnen auf Kraft und Beweglichkeit.
  • Diskussion über den Sinn von Dehnen bei muskulären Dysbalancen.
  • Hinterfragung der traditionellen trainingswissenschaftlichen Muskellehre.

Auszug aus dem Buch

Neueste Erkenntnisse über die fibrilläre Struktur der Skelettmuskelfasern

Bis Anfang der achtziger Jahre ging man beim Aufbau der fibrillären Struktur der Skelettmuskelfasern von zwei Arten von Filamenten aus.

Intermediäre Filamente, die die Sarkomere sowohl in Längsrichtung, als auch -im Bereich der Z-Scheibe- ringförmig umspinnen, Sie halten Kontakt zu den Sarkomeren der Nachbarfibrillen und zu dem Sarkolemm (vgl. WIEMANN: 2000, 98).

Filamente die zwischen Z-Scheibe und M-Scheibe ausgespannt sind. Sie verlaufen zwischen den freien Enden der Myosinfilamente parallel zu diesen bis hin zu den M-Scheiben. Diese Filamente sind hochelastisch. Sechs von ihnen bilden mit einem Myosinfilament als Titin-Myosin-Komplexfilament eine funktionelle Einheit (vgl. ebd., 99).

Seit spätestens Mitte der achtziger Jahre weiß man von dritten, „tertiären“Filamenten.

„Kurze filamentöse oder globuläre Proteine, die Teils in die Muskelfasermembran integriert sind (= a- und ß-Integrin), teils auf der Innenseite der Membran in der subplasmalemmalen Schicht den Kontakt zwischen dem Integrin und dem Aktin herstellen (= Dystrophin, Talin, Vinculin) und – außerhalb der Membran in der Basallamina – eine Verknüpfung zwischen dem Integrin und den Kollagenfilamenten der Faserhüllen und Sehnen bilden (= Fibronectin, Laminin)“ (WIEMANN: 2000, 99).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Dehnen und Beweglichkeit, was ist eigentlich damit gemeint?: Das Kapitel erläutert die Schwierigkeit einer eindeutigen Definition von Dehngymnastik und klärt die grundlegenden Begriffe wie Beweglichkeit und allgemeines Dehnen.

2 Zu erwartende Effekte des Dehnens beim Sport: Hier werden die klassischen Argumente für Dehnübungen, wie die Vergrößerung der Gelenkamplitude oder die Verletzungsprophylaxe, zusammengefasst und hinterfragt.

3 Neueste Erkenntnisse über die fibrilläre Struktur der Skelettmuskelfasern: Dieses Kapitel stellt die anatomischen Grundlagen der Muskelfaserstruktur dar, insbesondere die Bedeutung der Titin- und tertiären Filamente.

4 Schlussfolgerungen: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die Sinnhaftigkeit von Dehnpraktiken basierend auf den diskutierten Erkenntnissen zur Muskellänge und Kraftentwicklung.

Schlüsselwörter

Dehngymnastik, Stretching, Muskulatur, Beweglichkeit, Sarkomere, Titin, fibrilläre Struktur, Muskelkraft, Dysbalancen, Verletzungsprophylaxe, Trainingswissenschaft, Regeneration, neurogene Faktoren, Filament, Muskelfaser.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich kritisch mit der Frage, ob die gängige Praxis des Dehnens im Sport wissenschaftlich fundiert und sinnvoll ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen die Definition von Beweglichkeit, die behaupteten Effekte von Dehnübungen (wie Regeneration und Verletzungsschutz) sowie die Anatomie der Skelettmuskelfasern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Leser dazu anzuregen, traditionelle Dehnmethoden nicht unreflektiert zu übernehmen, sondern sie kritisch vor dem Hintergrund moderner trainingswissenschaftlicher Erkenntnisse zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine theoretische Aufarbeitung und Analyse der bestehenden Fachliteratur sowie neuester Erkenntnisse zur Muskelfaserstruktur durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert, welche Effekte dem Dehnen zugeschrieben werden und stellt diesen die physiologischen Realitäten über Muskellänge und fibrilläre Strukturen gegenüber.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Dehngymnastik, Beweglichkeit, Muskelfasern, Titin, Muskellehre und muskuläre Dysbalancen.

Was sind „tertiäre Filamente“ und warum sind sie wichtig?

Es handelt sich um Proteine, die für die strukturelle Organisation innerhalb der Muskelfaser sorgen und Spannungen übertragen, was unser Verständnis der Muskelfunktion verändert.

Warum stellt der Autor die Dehnungs-Praxis zur Verletzungsprophylaxe in Frage?

Der Autor argumentiert, dass Dehnen die Muskellänge nicht dauerhaft verändert und eher neurogene Faktoren als das reine Dehnen für die muskuläre Entspannung verantwortlich sind.

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Details

Title
Dehnungsgymnastik, überhaupt noch aktuell und sinnvoll?
College
Bielefeld University  (Sportwissenschaft)
Course
Einführung in das Sportstudium
Grade
2
Author
Ulrich Schwier (Author)
Publication Year
2003
Pages
11
Catalog Number
V10577
ISBN (eBook)
9783638169615
Language
German
Tags
Dehnen Stretch Stretching Beweglichkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ulrich Schwier (Author), 2003, Dehnungsgymnastik, überhaupt noch aktuell und sinnvoll?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10577
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