Der Erste Weltkrieg


Referat / Aufsatz (Schule), 2000
5 Seiten, Note: 12 Punkte

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Einleitung

Der 1. Weltkrieg war ein militärischer Konflikt, der von 1914 bis 1918 dauerte. In diesem Krieg sorgten verschiedene Faktoren für eine Ausweitung des Konfliktes. Es war in einer Zeit, die durch Hochimperialismus gekennzeichnet war, eine Mischung aus gegenseitigen Bündnisverpflichtungen der beteiligten Staaten, übersteigertem Nationalismus, Rivalitäten, machtpolitischen und strategischen Erwägungen, wirtschaftliche Rivalität und einem militärischen Wettrüsten der fünf europäischen Großmächte. Zu den fünf Großmächten wurden Großbritannien, Frankreich, Österreich- Ungarn, Russland und das deutsche Reich gezählt. Es bestanden allgemeine Spannungen mit Frankreich wegen der Elsass-Lothringen-Frage, mit Großbritannien wegen der deutschen Flottenpolitik (die Großbritannien wegen der Gefährdung der eigenen Machtstellung auf den Weltmeeren fürchtete), mit Russland wegen seines vermeintlichen Dranges, die Meerengen zu beherrschen und seines panslavistisch motiviertem Engagements im Donau- und Balkanraum.

Allerdings begann keines der beteiligten Länder den Weltkrieg aufgrund eines Offensivbündnisses oder mit konkreten und geplanten und beschlossenen Eroberungsabsichten.

Die ursprünglich regional begrenzte Konfrontation zwischen den Vielvölkerstaaten Österreich-Ungarn und dem Königreich Serbien wurde zunächst zu einem europäischen und letztendlich zu einem fast irrational geführten globalen Krieg mit 32 beteiligten Nationen. In diesem Referat setze ich mich mit der Kriegsschuldfrage auseinander und versuche die Ziele zu erläutern, die durch diesen Krieg von den beteiligten Staaten erreicht werden wollten. Außerdem werde ich aufzeigen, welche Ergebnisse der 1. Weltkrieg hervorgebracht hat und versuche die Führung des Krieges zu erläutern. Mit meinem Referat möchte ich auch die These untermauern, dass der 1. Weltkrieg als eine Katastrophe für fast alle Völker und für große Teile der Welt angesehen wird.

1. Kriegsziele

Die Kriegsziele im 1. Weltkrieg waren auf Grund der unterschiedlichen wirtschaftlichen, nationalistischen und ökonomischen Bedingungen der europäischen Länder sehr unterschiedlich. Dazu kommen auch noch die politischen Ziele der verschiedenen Volksgruppen, die sehr voneinander abwichen, und teilweise durch alte „Feindschaften“ zu anderen Völkern oder Volksgruppen geprägt waren (wie z.B. Serbien mit Ungarn). Ein allgemeines deutsches Kriegsziel war die Sicherung des Deutschen Reiches nach West und Ost auf Dauer. Zu diesem Zweck sollte Frankreich so geschwächt werden, dass dieses nicht als Großmacht neu entstehen konnte. Russland sollte von der deutschen Grenze abgedrängt und seine Herrschaft über die nichtrussischen Vasallenvölker gebrochen werden.

Das Ziel gegenüber Frankreich war die Abtretung einiger Landteile, vor allem den Küstenstrich von Dünkirchen bis Boulogne. Daran war Deutschland besonders interessiert, da dort das Erzbecken von Briey lag, das eine große Bereicherung für die Erzindustrie darstellte. Zudem sollte Frankreich eine Kriegsentschädigung an Deutschland zahlen, damit die Franzosen nicht im Stande waren sich in den darauffolgenden Jahren aufzurüsten. Außerdem war ein Handelsvertrag geplant, der Frankreich in die wirtschaftliche Abhängigkeit zu Deutschland bringen und es zu einem deutschen Exportland machen sollte. Dieser Vertrag sollte den englischen Handel in Frankreich ausschalten, und Deutschland dort finanzielle und industrielle Bewegungsfreiheit schaffen.

Belgien hingegen sollte zu einem Vasallenstaat (wie auch Luxemburg) werden und die militärisch wichtigen Hafenplätze zur Verfügung stellen. Es sollte wirtschaftlich zu einer deutschen Provinz werden, damit zum Beispiel Dünkirchen ohne Probleme an das deutsche Reich angegliedert werden konnte. Ein weiteres Kriegsziel war die Gründung eines mitteleuropäischen Wirtschaftsverbundes durch gemeinsame Zollabmachungen. Alle Mitglieder diese Bundes sollten formal gleichberechtigt sein; aber in der Realität sollte dieser Verbund unter deutscher Führung stehen, um die wirtschaftliche Vorherrschaft über Europa zu stabilisieren. Hinzu kam der Wunsch nach einem mittelafrikanischem Kolonialreichs.

Frankreich und Russland hatten nahezu identische Kriegsziele. Das Hauptziel war die Vernichtung des deutschen Reiches und die Schwächung Preußens. Beide Länder wollten, dass zum Beispiel Schleswig-Holstein wieder Dänemark angegliedert und dass das Königreich Hannover wieder hergestellt wird. Russland sollte sich einen Teil Galiziens aneignen. Frankreich sollte Elsass-Lothringen wieder bekommen und noch kleinere Gebiete des deutschen Reiches erhalten. Belgien sollte einen bedeutenden Gebietszuwachs erhalten. Außerdem sollte sich Serbien den Bereichen Bosnien, Herzegowina, Dalmatien und Nordalbanien angliedern. Österreich hingegen sollte eine dreigeteilte Monarchie bilden, den Königreichen Böhmen und Ungarn. England, Frankreich und Japan wollten sich Deutschlands Kolonien teilen.

Deutschland wurde als letzter Nationalstaat gegründet (1871). Es entwickelte sich zwar schnell zum zweitgrößten Industriestaat der Erde, es strebte jedoch aufgrund des Vorsprungs der übrigen Mächte intensiv nach einem „Platz an der Sonne“ (Kolonien in Übersee) und dem Status einer Weltmacht. Dieses verstimmte Russland und Frankreich.

2. Die Kriegsführung

Mit dem 1. Weltkrieg fand das Zeitalter des europäischen Imperialismus seinen Höhepunkt sowie auch seinen Abschluss. Der 1. Weltkrieg stellt in vielerlei Hinsicht einen historischen Einschnitt von epochaler Bedeutung dar. Das bis zum Ausbruch des Krieges unvorstellbare Ausmaß an Zerstörung und Leid durch moderne Waffentechniken (Artilleriefeuer, Giftgasangriffe, Maschinengewehre, Aufklärungs- und Kampfflugzeuge) mussten die Menschen erfahren. Es wurden neue Methoden strategischer Kriegsführung angewandt, die erstmals die Zivilbevölkerung zu unmittelbaren Kriegsopfern werden ließ. Dazu gehörte zum Beispiel die Aushungerung durch Blockade der Lebensmittel- und Rohstoffzufuhr sowie uneingeschränkter U-Boot-Krieg. Von großer Bedeutung war jedoch auch die ganz auf militärische Ziele und Erfordernisse ausgerichtete Umstrukturierung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft in den meisten kriegsführenden Ländern. Dieses machte den 1. Weltkrieg zum ersten totalen Krieg in der Geschichte der Menschheit. Der Diplomat und Politwissenschaftler George Frost Keannan bezeichnete diesen Krieg als „die große Urkatastrophe unseres Jahrhunderts“.

3. Die Ergebnisse, die aus dem 1. Weltkrieg hervorgingen

Die Beteiligung außereuropäischer Mächte, insbesondere das Eingreifen der USA in Krieg, bedeutete die endgültige Verdrängung des europazentrischen Staatensystems. Revolutionäre Veränderungen brachten neue Staats- und Gesellschaftssysteme hervor, die prägend für das 20. Jahrhundert waren. Das territoriale Gesicht Europas veränderte sich grundlegend. Alte Reiche brachen auseinander und zahlreiche neue Staaten entstanden. Am Ende des Krieges musste die politische Landkarte, vor allem die Osteuropas, des Balkans und des vorderen Orients neu gezeichnet werden. Die politischen und sozialen Ordnungen der Kaiserreiche Russland und Deutschland sowie der königlichen und kaiserlichen Monarchie Österreichs lösten sich auf und wurden durch Revolutionen in neue Staatsformen umgewandelt. Das Zarenreich in eine sozialistische Räterepublik, das deutschsprachige Rest-Österreich und das Deutsche Reich in Demokratien.

Zwei Vielvölkerstaaten - Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich - wurden aufgelöst.

Russland verlor seine nichtrussischen Westgebiete.

Das Selbstbestimmungsrecht der Völker wurde nicht durchgesetzt und auch in den neuen Staaten bestanden weiterhin Probleme nationaler Minderheiten.

Aus dem 1. Weltkrieg gingen etwa 10 Millionen Kriegstote, mehr als 20 Millionen Verwundete und ca. 8 Millionen Kriegsgefangene und Vermisste hervor. Hinzu kam eine hohe Staatsverschuldung sowie ein durch kriegsbedingte Inflation zerrüttetes europäisches Finanzsystem. Die harten Friedensbedingungen im Versailler Vertrag und den Pariser Vorortverträgen führten über Jahre hinweg zu teilweise bürgerkriegsartigen Richtungskämpfen um die künftige innenpolitische Ordnung zwischen demokratischen, kommunistischen und extrem konservativen Kräften.

Diese wirtschaftliche Instabilität und politische Radikalisierung belastete auch die Weimarer Republik von Anfang an stark.

Niemand dachte, dass nach diesem Krieg noch etwas schlimmeres folgen könnte, denn dieser galt als Urkatastrophe. Doch der Versailler Vertrag bahnte den Weg zum 2. Weltkrieg. Der Versailler Vertrag bot Hitler die Möglichkeit, seine Politik zu maskieren, und die Franzosen dachten, dass Hitler eine gerechte Behandlung für Deutschland will.

4. Kriegsschuldfrage

Unmittelbar nach Beendigung des 1. Weltkrieges machten sich deutsche Historiker daran, durch umfangreiche Untersuchungen die These von der Alleinschuld Deutschlands am Kriegsausbruch zu widerlegen. Die deutsche Geschichtswissenschaft der Zwischenkriegszeit kam zu dem Schluss, dass Deutschland in einen Verteidigungskrieg hineingezogen worden wäre oder allenfalls zu einem Präventivkrieg gezwungen worden sei. Dies wurde von den Siegerstaaten bestritten, wenngleich es auch einige Länder gab, die die These von der Alleinschuld Deutschlands anzweifelten. Diese wiesen darauf hin, dass auch die russische Politik zum Kriegsausbruch beigetragen habe (wie zum Beispiel Pierre Renouvin). Die Debatte der Kriegsschuld schien beendet, als deutsche wie auch französische Historiker sich 1951 darauf einigten, dass die historischen Dokumente es nicht zuließen, irgendeiner Regierung oder einem Volk den bewussten Willen zu einem europäischen Krieg zuzuschreiben. Erst die Arbeiten des Hamburger Historikers Fritz Fischer brachen Anfang der 60-er Jahre diesen Konsens auf und lösten eine heftige Kontroverse aus, die nicht nur die historische Forschung, sondern auch die Öffentlichkeit intensiv beschäftigte. In seinem Werk „Griff nach der Weltmacht“ (1961) stellt Fischer die These auf, dass die deutsche Staatsführung, getrieben von einflussreichen, an Expansion interessierten Gruppierungen (vor allem aus der Industrie), spätestens nach 1911 planmäßig auf einen Krieg zugesteuert sei. Der bereitwillig ausgestellte „Blankoscheck“ (5. Juli 1914) für die österreische Regierung zeigte deutlich, dass Deutschland nicht nur den Krieg gewünscht, sondern ihn eigentlich erst möglich gemacht habe. Ziel der deutschen Politik zwischen 1911 und 1914, so die Kernthese Fischers, sei eine „Hegemonie (Führerschaft) Deutschlands über Europa“ gewesen. Fischer wurde vorgeworfen, er habe nicht ausreichend berücksichtigt, dass auch die übrigen europäischen Großmächte mit imperialistischer Politik den Konflikt angeheizt hätten und diese ihrerseits einen Krieg zur Lösung ihrer innerpolitischen Spannungen durchaus einkalkuliert hatten.

Wenngleich auch heute die „Fischer-Kontroverse“ noch nicht ganz ausgetragen ist, so hat sich doch die vorherrschende Auffassung herauskristallisiert, dass es sich nicht unbedingt um einen reinen Angriffskrieg Deutschlands mit Weltmachtstreben gehandelt habe, jedoch durchaus um „die Konzeption eines kalkulierten Risikos zur Durchsetzung machtpolitischer Veränderungen unter Ausnutzung von internationalen Krisensituationen“ (Andres Hillgruber).

Quellenverzeichnis:

Europäische Expansion,

Familie Habsburg, Dorothy G. McGuigan,München 1988

Die Deutschen in ihrem Jahrhundert 1890 -1990, Reinbeck 1990

Internet (in der Suchmaschine)unter dem Stichwort „Erster Weltkrieg“

5 von 5 Seiten

Details

Titel
Der Erste Weltkrieg
Note
12 Punkte
Autor
Jahr
2000
Seiten
5
Katalognummer
V105806
Dateigröße
402 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
ist geeignet für anspruchsvolle lehrer
Schlagworte
Erste, Weltkrieg
Arbeit zitieren
Anne Niemann (Autor), 2000, Der Erste Weltkrieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105806

Kommentare

  • Gast am 15.6.2008

    negativ.

    das stimmt doch überhaupt alles nicht!!!!!!!!!!!!!
    Schreib nicht so einen scheiß!!
    mich wundert es nicht wenn eine schlechte Note rauskommt!!!!!!!!!!!
    Dein PPPPPPrrrrrrooooooobbbbbbbbblllllleeeeeemmmmmm!
    deine Babsi

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