Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges in deutschen und sowjetischen Lagern


Studienarbeit, 2001

19 Seiten, Note: 1


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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Geschichtliche Entwicklung des Völkerrechts

3 Völkerrechtliche Situation vor dem Zweiten Weltkrieg

4 Übersicht über die Sterblichkeitsraten

5 Behandlung der Kriegsgefangenen
5.1 Allgemeines
5.2 Deutsche Gefangene in der Sowjetunion
5.3 Sowjetische Gefangene in deutschem Gewahrsam

6 Was erzählen ehemalige deutsche Soldaten über ihre Kriegsgefangenschaft?

7 Zusammenfassung

8 Schlusswort

9 Quellen und Literatur

1. Einleitung

Mit dem Beginn des deutschen Angriffes auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 trat der Zweite Weltkrieg in ein neues Stadium. Dieser Krieg war von der national-sozialistischen Führung als Vernichtungskrieg geplant. Er hat allein durch die Anzahl der von ihm betroffenen Soldaten und Zivilisten, durch die Größe der von ihm unmittelbar in Mitleidenschaft gezogenen Gebiete und durch die Grausamkeit der Kriegsführung eine neue Dimension von Verbrechen, Leid und Vernichtung gebracht. Nicht zuletzt deswegen, weil sich in diesem Ringen zwei totalitäre Staaten gegenüber standen.

Teil dieser Katastrophe war die Tragödie der Gefangenschaft in Deutschland und in der Sowjetunion in der Zeit zwischen 1941 und 1956.

Im Zweiten Weltkrieg waren insgesamt ca. 80 Millionen Soldaten eingesetzt. Die über fünf Millionen sowjetischer Soldaten in deutscher Gefangenschaft und die ca. 11 Millionen deutscher Soldaten in alliiertem Gewahrsam waren die größten Gruppen unter den Kriegsgefangenen. Mehr als vier Millionen von den 11 Millionen deutschen Gefangenen befanden sich in sowjetischen Lagern.[1]

Diese Abhandlung soll nun die Frage beantworten, wie Kriegsgefangene in deutschen und sowjetischen Lagern behandelt wurden und was ehemalige deutsche Kriegsgefangene über die Zeit ihrer Gefangenschaft erzählen.

Sie stützt sich auf eine Literaturrecherche. Die Literatur, die sich mit dem Thema der Kriegsgefangenschaft des Zweiten Weltkrieges auseinandersetzt, umfasst rund 700 Titel, wovon in den Bibliotheken der Universität Salzburg ungefähr ca. 60 vorhanden sind. Für die Bearbeitung der vorliegenden Abhandlung wurde eine Auswahl dieser themenrelevanten Bücher herangezogen.

2. Überblick über die geschichtliche Entwicklung des Völkerrechts

Was ist ein Kriegsgefangener?

„Ein Mann, der dich töten will, dich aber nach seiner Überwältigung bittet, ihn nicht zu töten“. So die sinngemäße Übersetzung eines Bonmots, das von Winston Churchill stammen soll. Es offenbart ein für das 20. Jh. charakteristisches Verständnis, dass die Kriegsführung kein atavistisches Morden, sondern eine Handlung im staatlichen Auftrag sei und der Gegner die Hoffnung haben darf, nicht aus Rache getötet zu werden.

Im Altertum machte man keinen Unterschied zwischen Kämpfern und Nicht-Kämpfern. Dem siegreichen Feldherrn stand das Recht zu, mit allen Angehörigen des Gegners zu verfahren, wie es ihm beliebte, sie in der Regel zu töten oder als Sklaven zu verkaufen. Die Versklavung war bei den Griechen und Römern üblich und wurde auch im christlichen Abendland praktiziert, bis auf dem 3. Laterankonzil (1179) den Christen der Handel mit Sklaven verboten wurde. In der Folge wurde es Brauch, Kriegsgefangene gegen Lösegeld freizulassen.

Wesentliche Änderungen ergaben sich mit dem Aufkommen der Söldnerheere. Man unterschied in dieser Zeit bereits zwischen Kombattanten und nicht beteiligter Zivilbevölkerung. Der einzelne Soldat wurde zum wertvollen Wirtschaftsgut. Gefangenen wurden entweder für die eigene Truppe geworben, von den Gegnern freigekauft oder nach festen Regeln und in regelmäßigen Zeitabständen gegen eigene Leute in feindlicher Gefangenschaft ausgetauscht.

Mit der Aufklärung setzte sich die Ansicht durch, dass die Kriegsführung als Angelegenheit der Staaten von staatlichen Organen zu führen sei, also von Soldaten, während die prinzipiell unbeteiligte Zivilbevölkerung zu schonen sei. Weiters zeigten sich schon Ansätze eines modernen Verständnisses, dass nämlich Kriegsgefangene, als Individuen mit gewissen Rechten zu betrachten seien und nicht nach Belieben der Sieger behandelt werden dürften.[2]

Infolge der Französischen Revolution und der Einführung der Wehrpflicht im 19. Jh. entfernte man sich von der Auffassung, dass der Soldat ein handelbares Wirtschaftsgut darstelle und ging dazu über, Kriegsgefangene auf die Dauer des

Krieges wegzusperren oder gegen das Ehrenwort, nicht mehr an der Kriegsführung teilzunehmen, freizulassen.[3]

Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 bewirkte einen weiteren Schritt in der Entwicklung. Es kam zu Bestrebungen, für die Kriegsgefangenen ähnliche Konventionen abzuschließen, wie sie für die Verwundeten nach der Schlacht von Solferino 1859 (Österreich gegen das Königreich Sardinen und dessen Verbündetem Frankreich), der darauf folgenden Gründung des Roten Kreuzes durch Henry Dunant (1828-1910) und der Vereinbarung der Genfer Konvention von 1864, existierten.

Diese Bestrebungen führten zur Haager Konferenz im Jahre 1907, in der das „Abkommen, betreffend die Gesetze und Gebräuche des Landkrieges und seine Anlage“, die „Haager Landkriegsordnung“ beschlossen wurden.

In dieser wurde auch die Behandlung der Kriegsgefangenen geregelt.

Die wesentlichen Punkte davon sind:

- Kriegsgefangene sind menschlich zu behandeln,
- Privateigentum darf ihnen nicht genommen werden.
- Sie sind nach dem Standard der eigenen Truppe unterzubringen und zu verpflegen.
- Es sind Auskunftsstellen einzurichten, Hilfsgesellschaften (z.B. das Rote Kreuz)sind zu unterstützen.
- Gefangene dürfen nur zu Arbeiten eingesetzt werden, die in keiner Beziehung zu den Kriegshandlungen stehen. Sie sind nach Friedensschluss binnen kürzester Frist in ihre Heimat zu entlassen.

Die „Haager Landkriegsordnung“ hatte allerdings einen wesentlichen Konstruktions- Fehler, die sogenannte „Allbeteiligungsklausel“.

Diese setzte fest, dass der Vertrag nur dann Anwendung finden sollte, wenn ihn alle kriegführenden Mächte unterzeichnet hatten. Deswegen musste im Ersten Weltkrieg aufgrund der Vielzahl der beteiligten Staaten ein separates Einverständnis der Hauptkriegsgegner darüber hergestellt werden, dass die „Haager Landkriegsordnung“ einzuhalten ist.[4]

Aufgrund der Erfahrungen des Ersten Weltkrieges, wurden in der Genfer Konferenz von 1929 zwei Konventionen beschlossen, die den verbesserten Schutz für Verwundete und Kriegsgefangene als Ergänzung der „Haager Landkriegsordnung“ beinhalteten. Sie betrafen die Regelung der Bestrafung von Kriegsgefangenen (z.B. nach Fluchtversuchen), das Verbot von Repressalien, die Schaffung einer internationalen zentralen Auskunftsstelle u.a. Besonders wichtig war der Verzicht

auf die Allbeteiligungsklausel. Das Abkommen galt für alle kriegführenden Unterzeichnerstaaten. Im Verhältnis zu den Nichtunterzeichnern galt die Haager Landkriegsordnung.

3. Völkerrechtliche Situation vor dem Zweiten Weltkrieg

Zwischen dem Deutschen Reich und den Westalliierten war die völkerrechtliche Situation eindeutig. Es galten die Haager Landkriegsordnung und ihre Ergänzung durch die erwähnten beiden Konventionen von 1929.

Die Sowjetunion (UdSSR, Kurzbezeichnung SU) war nicht der Genfer Kriegsgefangenen-Konvention, sondern nur der Verwundeten-Konvention beige- treten (Grund: Sowjetische Militärdoktrin).

Die Haager Landkriegsordnung, noch von der zaristischen Regierung unter- schrieben, wurde zuerst als nicht verbindlich betrachtet, später jedoch anerkannt.[5]

Deutschland hatte bereits vor dem Überfall auf die Sowjetunion die Entscheidung getroffen, keine völkerrechtlichen Bindungen im Umgang mit den zu erwarteten Gefangenen zu akzeptieren. Gefangene waren also weitgehend rechtlos und der Willkür der jeweiligen Gegner ausgeliefert.[6]

Bei dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 handelte es sich um einen eklatanten Bruch des geltenden Völkerrechtes. Denn seit dem Briand-Kellog-Pakt vom 23. August 1928 war jeder Angriffskrieg verboten. Außerdem wurde ein bilateraler Vertrag gebrochen, nämlich der so genannte „Hitler -Stalin-Pakt“, der Nichtangriffsvertrag vom 23. August 1939. Darin hatten sich das Deutsche Reich und die Sowjetunion verpflichtet, sich jeder aggressiven Handlung gegeneinander zu enthalten. Mit der völlig erfundenen Präventivkriegsbehauptung versuchte das NS-Regime, die Tatsache der deutschen Aggression zu rechtfertigen.[7]

4. Überblick über die Anzahl und die Sterblichkeitsraten der Kriegsgefangenen

Nach dem Kriegsende befanden sich rund 11 Millionen deutscher Kriegsgefangener in alliierten Lagern.

Deutsche Gefangene in Lagern der Alliierten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die in den Klammern gesetzten Daten beziehen sich auf den Ersten Weltkrieg.[8]

Die Datenquellen der obigen Tabelle siehe Fußnoten.8,[9],[10] Hinsichtlich der Tabellendaten bestehen zwischen verschiedenen Quellen jedoch teilweise deutliche Unterschiede.

Von den rund 450.000 Frauen im Bereich des Einsatzheeres, der Luftwaffe und der Marine (Nachrichten-, Stabs- und Flakhelferinnen) und den 350.000 Frauen im Rot-Kreuz-Dienst kam ein relativ geringer Anteil von ca. 30.000 in Gefangenschaft. Der überwiegende Teil von ihnen befand sich in Lagern im Osten. Sie waren entweder abgesondert in Männerlagern oder in eigenen Frauenlagern.[11]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Datenquellen:[12],[13],[14],[15],[16],[17]

Aus den Zahlen der beiden Tabellen (in den verschiedenen Forschungsarbeiten variieren die Zahlen) wird deutlich, dass die sowjetischen Soldaten insgesamt betrachtet in deutscher Kriegsgefangenschaft schlechtere Überlebenschancen hatten, als deutsche Kriegsgefangene in sowjetischem Gewahrsam.

Die sowjetischen Kriegsgefangenen waren neben den Juden diejenige Opfergruppe, die unter der Herrschaft des nationalsozialistischen Deutschland das schlimmste Schicksal erleiden musste. 3,3 Millionen Rotarmisten haben dabei ihr Leben verloren (ermordet, verhungert oder wegen unzureichender Unterbringung oder fehlender medizinischer Betreuung gestorben).

5. Behandlung der Kriegsgefangenen

5.1 Allgemein

Als wichtigste Indikatoren für die Beurteilung der Behandlung von Gefangenen Kann man nach der Reihenfolge ihrer Bedeutung für das Überleben folgende anführen:

- Verpflegung, Unterbringung, medizinische Versorgung
- Arbeitseinsatz, Bewachung, Schikanen
- Kontrolle durch internationale Institutionen (z.b. Rotes Kreuz, Kontakte mit der Heimat.

5.2 Deutsche Gefangene in der Sowjetunion

Über das Gebiet der Sowjetunion verteilt gab es ca. 5.000 Lager für Gefangene (das sogenannte Archipel GUPWI), die dem sowjetischen Volkskommissariat des Inneren (NKWD bis 1946, dann MWD genannt) unterstanden. Die gefangenen Soldaten wurden ins Hinterland abtransportiert und erst nach Kriegsende in den ehemaligen Frontgebieten zum Arbeitseinsatz für den Wiederaufbau eingesetzt.

Für die meisten Bewohner der Sowjetunion waren sie verbrecherische Eindringlinge, die im Auftrag Hitlers Tod und Vernichtung in ihr Land getragen hatten und nun als Gefangene dafür Buße und Wiedergutmachung leisten sollten. Am Anfang des Krieges gab es besonders viele Übergriffe und auf direkte Weisung Stalins auch Gefangenenerschießungen.[18]

Nachfolgend wird auf einige der vorhin genannten Schwerpunkte eingegangen:

a) Verpflegung, Unterbringung, medizinische Versorgung:

Die Versorgung der Gefangenen war anfänglich meist ein Chaos. Die Lage besserte sich jedoch allmählich, sobald das vorgesehene Lager errichtet, eingerichtet und bezogen war und damit stabilere Zustände erreicht waren. Die tägliche Verpflegungsnorm betrug beispielsweise im August 1942:

Schwarzbrot 400g, Grieß 100g, Fisch 100g, Zucker 20g, Gemüse und Kartoffeln 500g, zusammen rund 1.700 Kcal.

Schwerarbeiter erhielten zusätzlich 200g Brot. Diejenigen, die sich im Arrest befanden, erhielten reduzierte Zuteilungen.

Offiziell wurde Wert darauf gelegt, die Gefangenen in einer befriedigenden körperlichen Verfassung zu halten, um die Effizienz ihres Arbeitseinsatzes sicher zu stellen. Deshalb gab es in manchen Lagern sogenannte „Nebenwirtschaften“, wie z.B. Schweinemastanstalten oder Sammelstellen für wildwachsende, essbare Grünpflanzen und Gemüse. Bekleidungs- und Wäschenormen wurden erlassen, aber häufig wieder geändert.[19]

1944 erhielt jeder Gefangene einen Uniformmantel, drei Paar Fußlappen, Unterwäsche, zwei Paar Schuhe (gebraucht und repariert), eine Steppweste, eine Pelzmütze, eine Feldmütze, zwei Handtücher. In kalten Gegenden zusätzlich ein Paar Filzstiefel und Fäustlinge (Beutebestände oder gebrauchte Sachen der Roten Armee).

Die Versorgung war jedoch oftmals nicht sichergestellt. Eine der Ursachen hiefür waren Amtsmissbrauch und nachlässiges Verhalten der Lagerverwaltungen. Deren gravierende Verstöße, wie z.B. Unterschlagungen von Geldern, Lebensmittel, Bekleidung etc. wurden seitens der zuständigen Behörden (NKWB/MWD) mit Strafen geahndet.[20]

Aus den durchgesehenen Berichten geht immer wieder hervor, dass der Hunger alle anderen menschlichen Bedürfnisse in den Schatten gestellt und jeden Tag und jede Stunde der Gefangenschaft dominiert hat. Stefan Karner zitiert in seinem Aufsatz den russischen Schriftsteller und Regisseur Boris L. Rachmanin, welcher als damals Jugendlicher sah, wie deutsche Kriegsgefangenen ein kleines Stück Brot, das man ihnen durch den Zaun zugesteckt hatte, fein säuberlich in winzig kleine gleichmäßige Stücke zerteilten.[21]

Durch die mangelhafte Ernährung stiegen Krankheiten, wie TBC, schwere Ödeme und Durchfall und die damit verbundene Sterblichkeit drastisch an.

Durch die Rückführung von rund 200.000 arbeitsunfähigen Kriegsgefangenen in den Jahren 1946 und 1947 in ihre Heimat ergab sich eine Lebensmitteleinsparung, die im Jahre 1947 zu einer kleinen Verbesserung für die verbliebenen Gefangenen führte.[22]

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die sowjetische Bevölkerung selber an Hunger litt.

Die Unterbringung erfolgte zum Großteil in Holzbaracken, jedoch auch in Erdbunkern und gemauerten Gebäuden, wie z.B. in alten Fabrikhallen. In den Baracken der Lagergruppe Stalingrad war die Hitze im Sommer oft unerträglich, während es im Winter zahlreiche Erfrierungen gab, weil viele Fenster nicht verglast und außerdem in den Baracken nicht überall Öfen vorhanden waren.

Für die medizinische Betreuung wurden Genesungslager mit insgesamt 120.000 Plätzen geschaffen.[23] Die Betreuung in den Lagern erfolgte durch russische Ärzte (hauptsächlich Frauen) und gegebenenfalls durch gefangene deutsche Militärärzte.

Der Mangel an Medikamenten und die dürftigen sanitären Einrichtungen waren ein Dauerproblem. In der Nähe der Lager wurden Friedhöfe angelegt, die zum Schutz vor Grabschändung mit Stacheldraht eingezäunt wurden. Ein Erlass des Innenministeriums aus dem Jahre 1943 schrieb in Anlehnung an den internationalen Usus die Erfassung aller Todesfälle in den Lagern und Spitälern vor.[24]

b) Arbeitseinsatz, Bewachung, Schikanen, Dauer der Gefangenschaft:

Die Kriegsgefangenen wurden bis Jahresende 1949 vor allem beim Bau und Wiederaufbau der größten Industrieobjekte und Kohlenreviere, beim Eisenbahn-, Straßen- und Brückenbau,[25] bei der Errichtung von Dampf- und Gasleitungen, für Holzschlägerungsarbeiten, sowie beim Wohnungsbau in den Städten eingesetzt.[26]

Die fachliche Qualifikation vieler deutscher Gefangener wurde dabei sehr geschätzt.

Wichtig war die Erfüllung der „Arbeitsnorm“. Bei Übererfüllung gab es Zubußen an Lebensmitteln, bei Nichterreichen der Norm dagegen Strafen wie etwa körperliche Misshandlungen.

Päckchen aus dem Ausland durften erst ab 1948 an Gefangene ausgehändigt werden. Gefangene, die sich antifaschistischen Organisationen anschlossen (Antifa) konnten sich manche Privilegien verschaffen. In vielen Lagern bildete sich eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“. Auf der einen Seite die Leute mit besonderen Fachkenntnissen und Fähigkeiten und solche, die häufig Paketsendungen aus der Heimat erhielten, die sich der Lagerleitung gegenüber durch Denunziation von Kameraden oder als „Brigadeleiter“ einer Arbeitsgruppe bei den Arbeitseinsätzen zur Übererfüllung der Normen als besonders „kooperativ“ erwiesen.[27]

Andererseits Gefangene, die kaum Pakete bekamen, die keine ausgeprägten Kenntnisse und keine Möglichkeiten hatten, z.B. durch Bestechung begehrte Arbeitsstellen wie im Küchendienst oder als Sanitäter zu erlangen.

Entgegen offiziellen Anordnungen waren die Gefangenen oft genug der Willkür ihrer Bewacher ausgeliefert, die Lohngelder oder Lebensmittel unterschlugen oder aus eine schlechten Laune heraus Disziplinarstrafen verhängten.[28]

Erwähnt sei außerdem, dass ca. 60.000 Kriegsgefangene unter Erpressung von Geständnissen (häufig nach grausamen Folterungen) als Kriegsverbrecher verurteilt wurden (meistens zu 25 Jahren Zwangsarbeit), um sie auch nach 1949 als Arbeitskräfte behalten zu können. Positive oder negative Einzelfälle (von Einzelpersonen oder einzelnen Lagern) oder das besonders grausame Schicksal der 90.000 Gefangenen von Stalingrad mit einer Sterbequote von ca. 93% darf man allerdings auch nicht übersehen, andererseits auch nicht zu Pauschalurteilen verdichten.

Eine der größten psychischen Belastungen für die Gefangenen war die Unsicherheit hinsichtlich der Dauer der Gefangenschaft. Im ungünstigsten Falle währte sie von 1941 bis 1956, wenn nicht noch eine Lagerhaftstrafe folgte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nach der Kapitulation der Überreste der 6. Armee in Stalingrad ziehen im Februar 1943 die erschöpften deutschen Soldaten in die Gefangenschaft.

Quelle: Overy, S. 285.

5.3 Die Soldaten der Roten Armee in deutscher Gefangenschaft

Die Quellenlage ist sehr lückenhaft, weil die vielen Bestände an Kriegstagebüchern und Akten über die Kriegsgefangenen des Heeresarchivs Potsdam bei Luftangriffen größtenteils zerstört und zahlreiche andere Akten beim Bahntransport von Potsdam nach Berchtesgaden von deutschen Stellen verbrannt wurden. Von den Lagern im Reichsgebiet sind kaum Unterlagen erhalten geblieben. Trotzdem gelang es einer Reihe von Forschern detaillierte Kenntnisse über die Lebensverhältnisse und Schicksale der ca. 5,7 Millionen in deutsche Hände gefallenen sowjetischen Soldaten zu vermitteln.[29]

a) Verpflegung, Unterbringung, medizinische Versorgung:

Soldaten der Roten Armee wurden als Untermenschen betrachtet, die keinerlei Rücksichtnahme verdienten. Gefangene Kommissare und Juden wurden in der Regel sofort exekutiert. Die Gefangenen wurden vorwiegend zu Arbeiten in den Operationsgebieten eingesetzt (Stellungs-, Strassen- und Eisenbahnbau). Dort entbehrliche Gefangene wurden nach Deutschland transportiert. Sie mussten dort zuerst im Freien ohne ausreichende Verpflegung und ohne ärztliche Versorgung lagern, bis sie sich selber ein primitives Barackenlager bauen konnten. Manche wurden auch Opfer von Bombenangriffen der Alliierten (sowjetischen Kriegsgefangenen war das Aufsuchen der Luftschutzbunker verboten) und viele auch auf Veranlassung des Reichssicherheitshauptamtes (Chef: Reinhard Heydrich, ab Juni 1942 Ernst Kaltenbrunner). in KZs eingeliefert und ermordet. Als Beispiel eines sogenannten „normalen Lagers“ sei das Stammlager (Stalag) Nr. 304, Zeithain bei Riesa an der Elbe angeführt, in dem bis 30.000 Gefangene untergebracht waren. Die Verpflegung richtete sich nach der Arbeitsleistung. Der Generalquartiermeister des Heeres, Eduard Wagner (1894-1944) betonte „Nichtarbeitende Kriegsgefangene in den Lagern haben zu verhungern!“[30].

Die Verpflegungsration:

- Am Morgen: Tee oder Kaffee-Ersatz

- Zu Mittag: Ein halber Liter Balanda, das ist eine dünne Suppe mit ungereinigten Rüben und mit zwei bis drei Kartoffeln.

- Am Abend: „Russenbrot“, wobei sich 5-10 Gefangene einen Brotwecken von ca. 1,5 kg teilen mussten. Dazu ein Stück Margarine oder Rübenmarmelade oder kleine Stücke roter Rüben.

Die Tagesration hatte etwa 1000 -1300 Kcal.

- Das „Russenbrot“ bestand zu 50% aus Roggenschrot, zu 40% aus Zuckerrübenschnitzel, Maismehl und Zellmehl, sowie zu 10% aus Strohmehl (zerriebenes Stroh), Sägemehl oder zerriebenes Laub. Die Zuckerrübenschnitzel sorgten dafür, dass das Brot feucht gehalten wurde, um nicht zu zerbröseln.

Essgeschirr und Besteck wurden nicht beigestellt, sondern mussten von den Gefangenen selber improvisiert hergestellt werden. Es gab zu wenige Latrinen und Entlausungsbäder. Ruhr und Flecktyphus dezimierten die ausgehungerten Gefangenen täglich um bis zu 500 Personen. Für die Gefangenen im Lager Zaithain wurde ein Lazarett für 500 Kranke eingerichtet, deren Betreuung von serbischen und polnischen Ärzten vorgenommen wurde. Den gefangenen russischen Ärztinnen erlaubte man keine ärztliche Tätigkeit.[31] Ab 1943 verbesserte sich die Situation, es gab Strohsäcke und alte Decken, auch regelmäßiger Wäschewechsel wurde eingeführt. Die Arbeitskraft der Gefangenen sollte damit notdürftig erhalten werden.

b) Arbeitseinsatz, Bewachung, Dauer der Gefangenschaft:

Da das System ursprünglich auf Vernichtung ausgelegt worden war, wurden zu Beginn auch keine genauen Registrierungen vorgenommen. Die Bewachung wurde lückenlos gehandhabt. Schriftliche Kontakte in die Heimat waren nicht möglich. Verbesserungen gab es erst, als man die gefangenen für den Einsatz in der Industrie und in der Landwirtschaft dringend brauchte. Befohlen wurde der „Russeneinsatz“ durch einen Befehl Hitlers vom 31. Oktober 1941, der als Voraussetzung eine Angemessene Ernährung vorsah. In den daraufhin durch die zuständige Planungsbehörde, welche dem Reichsmarschall Hermann Göring unterstand, erlassenen Richtlinien vom 7. November 1941 hieß es:

„Der Russe ist genügsam, daher leicht und ohne schwerwiegenden Einbruch in unsere Ernährungsbilanz zu ernähren. Er soll nicht verwöhnt oder an deutsche Kost gewöhnt, muss aber gesättigt und in seiner dem Einsatz entsprechenden Leistungsfähigkeit erhalten werden“.

Es war geplant, die sowjetischen Kriegsgefangenen nur mit möglichst geringwertigen Lebensmitteln zu verpflegen. Seitens der Behörde wurde einmal bedauert, dass beispielsweise keine minderwertigen Fette mehr zur Verfügung stünden und daher an die Gefangenen gute Speisefette ausgegeben werden müssten.

Im Verlaufe der Jahre 1942 und 1943 kam es zur Anhebung der Rationen und erst 1944 ordnete das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Interesse der Erhaltung und Steigerung der Arbeitsfähigkeit die Gleichstellung der Versorgung sowjetischer Gefangener mit jenen anderer Nationalitäten an. Dies hat sich jedoch auf Grund der allgemein schlechter gewordenen Ernährungslage nicht mehr nennenswert ausgewirkt.[32]

Jene Gefangenen, welche die fürchterlichen Leidensjahre überlebt hatten, wurde wohl spätesten 1945 befreit, waren damit aber noch nicht im Besitz der Freiheit. Für viele von Ihnen setzte sich die Tragödie fort. Nach der sowjetischen Militärdoktrin durfte sich ein Soldat nicht ergeben. Er musste notfalls bis zum Tod kämpfen. Die befreiten Gefangenen wurden daher als Feiglinge und Verräter am Vaterlande betrachtet und in der Heimat in Überprüfungslager eingeliefert und häufig zu Zwangsarbeit (15-25 Jahre) verurteilt.[33] Abschließend sei noch hinzugefügt, dass die körperliche Konstitution der Soldaten beider Seiten, vor allem aber der deutschen Soldaten, zum Zeitpunkt der Gefangennahme mit zunehmender Kriegsdauer immer schlechter wurde. Andererseits war die Dauer der Gefangenschaft in Deutschland für die Soldaten der Roten Armee im Durchschnitt kürzer.

6. Was erzählen ehemalige deutsche Soldaten über ihre Kriegsgefangenschaft?

Die Berichte sind zwangsläufig vom manchen subjektiven Faktoren beeinflusst, die bei der kritischen Betrachtung nicht unbeachtet bleiben dürfen.

- Sie erzählen vom Leiden in der Gefangenschaft, vergessen aber zu erwähnen wer dieses letztlich verursacht hat.
- Sie setzen sprachlich (manchmal vielleicht unbewusst) ihre Leiden in den sowjetischen Gefangenenlagern gleich mit den Leiden von Opfern des National- Sozialismus (z.B. Deportationen) und rechnen ihr Schicksal gegen die Opfer der anderen Seite auf.
- Manche verfolgen revisionistische Interessen, wollen eigene Schuldanteile ausblenden und von Tätern zu Opfern werden.
- Nicht viele ehemalige Kriegsgefangene betrachten die Zeit ihrer Gefangenschaft als Folge eines verbrecherischen Angriffskrieges und als eine Art von „Wiedergutmachung“.[34]

7. Zusammenfassung

Die zum Teil gemeinsamen Forschungen von deutschen, österreichischen und russischen Historikern zeigen:

- Zu den furchtbaren Leiden der Gefangenen beider Seiten haben einerseits die Rassenideologie der Nationalsozialisten und andererseits der harte Vergeltungs- wille der Sowjetunion in Verbindung mit der Suspendierung völkerrechtlicher Bindungen durch die Kriegsgegner geführt.
- Nicht Sklavenarbeit, nicht Stacheldraht, nicht Kälte waren die beherrschenden
Qualen in der Gefangenschaft, sondern der Hunger!
- Die Überlebenschancen, gemessen an der Sterblichkeitsquote, waren für die gefangenen Soldaten der Roten Armee wesentlich schlechter als für die deutschen Soldaten in sowjetischer Gefangenschaft.
- Im Gegensatz zu den Erzählungen über den Krieg, wird bei den Berichten über die Gefangenschaft auch das „Ich“ des Erzählers stärker involviert. Die Kriegsgefangenschaft erscheint vielen von Ihnen losgelöst vom Nationalsozialismus und einer eventuellen eigenen Schuldverstrickung. Sie bietet die Möglichkeit, die „Opferrolle“ in den Vordergrund zu stellen und fordert daher von ihnen auch keine besondere Rechtfertigung.
- Der Großteil der deutschen Soldaten war zwangsweise selber Opfer der verbrecherischen nationalsozialistischen Expansionspolitik, die sie von der Heimat und ihren Familien wegriss und sie großem Leid und Verderben aussetzte.

8. Schlusswort

Die mehr als 100 Kriege, die seit 1945 auf der ganzen Welt geführt wurden und noch werden, demonstrieren in erschreckender Weise, dass ernsthafte Lehren aus der Erfahrung des größten aller bisherigen Kriege nicht gezogen wurden. Wenn rechtliche und sittliche Normen missachtet werden, die Gewalt das oft mühsame Geschäft des politischen Verhandelns ablöst, gibt es wieder Krieg, und damit auch Kriegsgefangene. Diese müssen dann ebenso wie jene in den Lagern des Zweiten Weltkrieges, die Sünden der politischen (Ver-) Führer in zweifacher Weise büßen: als den Zwängen der Kriegsfurie ausgelieferte Soldaten und als gepeinigte „Sklaven“ in den Lagern der Gegner.

9. Quellen und Literatur

- Benz, Wolfgang/ Schardt, Angela (Hrsg.): Deutsche Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg. Frankfurt am Main 1995.
- Beckermann,Ruth: Jenseits des Krieges. Ehemalige Wehrmachtssoldaten erinnern sich. Wien 1998.
- Bischof, Günter/Overmans, Rüdiger (Hrsg.): Kriegsgefangenschaft im Zweiten Weltkrieg. Eine vergleichende Studie. Ternitz 1999.
- Borchard, Michael: Die deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion. Zur politischen Bedeutung der Kriegsgefangenenfrage 1949-1955. (Forschungen und Quellen zur Zeitgeschichte, Konrad- Adenauer- Stiftung, Bd. 35), Düsseldorf 2000.
- Breitner, Burghard: Unverwundet gefangen. Aus meinem Sibirischen Tagebuch. Wien 1921.
- Carell, Paul/Böddeker, Günter: Die Gefangenen. Leben und Überleben deutscher Soldaten hinter Stacheldraht. Berlin 1980.
- Eisterer Klaus/Steiniger Rolf (Hrsg.): Tirol und der Erste Weltkrieg. Innsbruck 1995. (Innsbrucker Forschungen zur Zeitgeschichte, Bd. 12).
- Griesser, Doris: Die innere Sicht der Wehrmacht. In: Der Standard, 24. April 2013, Forschung Spezial, S. 15.
- Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.): Sowjetische in Deutschland. Deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion. Düsseldorf 1995.
- Hölzl, Norbert: 1000 Jahre Tirol. Reith im Alpbachtal 1999.
- Hornung, Ela: Trümmermänner. Zum Schweigen österreichischer Soldaten der Deutschen Wehrmacht. In: Inventur 45/55, hrsg. v. Kos, Wolfgang/Rigele, Georg. Wien 1996, S. 232-248.
- Wolfram Wette: Der Krieg gegen die Sowjetunion-ein rassenideologisch begründeter Vernichtungskrieg. Berlin, München 2002.
- Merridale, Catherine: Iwans Krieg. Die Rote Armee 1939-1945. Aus dem Englischen von Holl, Hans Günter. Frankfurt am Main 2008.
- Müller,Klaus-Dieter/Nikischin, Konstantin u.a. (Hrsg.): Die Tragödie der Gefangenschaft in Deutschland und der Sowjetunion 1941-1956. Köln 1998. (Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung, Bd. 5).
- Overy, Richard: Russlands Krieg 1941-1945. Reinbek bei Hamburg 2011.
- Peter, Erwin/Epifanow, Alexander E.: Stalins Kriegsgefangene. Ihr Schicksal in Erinnerungen und nach russischen Archiven. Graz 1997.
- Reuß, Ernst: Kriegsgefangen im Zweiten Weltkrieg. Wie Deutsche und Russen mit ihren Gegnern umgingen. Berlin 2010.
- Poljan, Pavel: Die Repatriierung sowjetischer Staatsbürger in die UDSSR. In: Kriegsgefangenschaft im Zweiten Weltkrieg, hrsg von Bischof, Günter/Overmans, Rüdiger, Ternitz 1999.
- Steinbacher Gottfried (Hrsg): Ortschronik Hüttau. Salzburg 1998.
- Streit, Christian: Keine Kameraden. Die Wehrmacht und die sowjetischen Kriegsgefangenen 1941-145. Bonn 1997.
- Ziegler, Meinrad/Kannonier-Finster, Waltraud: Österreichisches Gedächtnis. Über Erinnern und Vergessen der NS-Vergangenheit. Wien, Köln, Weimar 1997.

[...]


[1] Overmans, Rüdiger: Kriegsgefangenschaft in der Geschichte. In: Kriegsgefangenschaft im Zweiten Weltkrieg. Eine vergleichende Perspektive, hrsg. v. Bischof, Günter/Overmans, Rüdiger, Ternitz 1999, S. 1-19, hier S. 8.

[2] Overmans, Rüdiger (wie Anm.1), S 1-19, hier S. 2.

[3] Overmans, Rüdiger (wie Anm.1), S 1-19, hier S. 2, 3.

[4] Ebd. S. 4.

[5] Overmans, Rüdiger (wie Anm.1), S 1-19, hier S. 7.

[6] Ebd. S. 1-7.

[7] Wolfram Wette: Der Krieg gegen die Sowjetunion-ein rassenideologisch begründeter Vernichtungskrieg. In: Kaiser, Wolf (Hrsg.): Täter im Vernichtungskrieg. Der Überfall auf die Sowjetunion und der Völkermord an den Juden. Berlin, München 2002. S. 15- 38, hier: S. 16-17.

[8] Overmans, Rüdiger (wie Anm.1), S 1-19.

[9] Benz, Wolfgang: Leben hinter dem Stacheldraht. In: deutsche Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg. hrsg. v. Benz, Wolfgang/Schardt, Angelika, Frankfurt am Main 1995, S. 7-33, hier S. 7, 8. Vergl. Reuß, Ernst: Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg. Augsburg 2010, S. 99-101.

[10] Müller, Rolf-Dieter: Die Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener durch das Deutsche Reich 1941-1945. In : Kriegsgefangenschaft im Zweiten Weltkrieg. Eine vergleichende Perspektive, hrsg. von Bischof, Günter/Overmans, Rüdiger, Ternitz 1999, S. 283-302, hier S. 284

[11] Benz, Wolfgang: Leben hinter dem Stacheldraht S. 7-33, hier S. 27-30.

[12] Müller, Rolf-Dieter: Die Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener durch das Deutsche Reich 1941-1945. In: Kriegsgefangenschaft im Zweiten Weltkrieg. Eine vergleichende Perspektive, hrsg. von Bischof, Günter/Overmans, Rüdiger, Ternitz 1999, S. 283-302, hier: S. 284.

[13] Streit, Christian: Sowjetische Kriegsgefangene in deutscher Hand. Ein Forschungsüberblick . In: Die Tragödie der Gefangenschaft in Deutschland und in der Sowjetunion 1941-1956, hrsg von Müller Klaus Dieter u.a., Köln Weimar 1998, S. 286-288.

[14] Poljan, Pavel: Die Repatriierung der Sowjetbürger in die UDSSR. In: Kriegsgefangenschaft im Zweiten Weltkrieg. Eine vergleichende Perspektive, hrsg. von Bischof, Günter/Overmans, Rüdiger, Ternitz 1999, S. 303-337, hier S. 304-305.

[15] Durand, Yves: das Schicksal der französischen Kriegsgefangenen in deutschem Gewahrsam (1939-1945). In Poljan, Pavel (wie Anm.14), S. 71-78, hier. S. 71.

[16] Merridale, Catherine: Iwans Krieg. Die Rote Armee 1939-1945. Aus dem Englischen von Holl, Hans Günter. Frankfurt am Main 2008, S. 131.

[17] Reuß, Ernst: Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg. Augsburg 2010, S. 100 -108.

[18] Karner, Stefan: Verlorene Jahre. Deutsche Kriegsgefangene und Internierte im Archipel GUPI. In: Sowjetische Kriegsgefangene in Deutschland. Deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion, hrsg. Von Haus der Deutschen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Düsseldorf 1995, S. 59-65, hier. S. 60-63.

[19] Gorbunow, Igor. Deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion. Unterbringung und medizinische Versorgung. In: Die Tragödie der Gefangenschaft in Deutschland und der Sowjetunion, hrsg. von Müller, Klaus Dieter/ Nikischkin, Konstantin u.a.; Köln, Weimar 1998, S. 43-51, hier : S. 44 f. Vergl. Overy, Richard: Russlands Krieg 1941-1945. Reinbek bei Hamburg 2011, S. 452. Vergl. Steinacher, Gottfried: In: Ortschronik Hüttau: Gefangenenschicksale, S. 351 -379, hier: S. 358, 359, 363, 365.

[20] Ebd. S. 48 f.

[21] Karner, Stefan: Die Lagergruppe Stalingrad/Volgograd. Ein Überblick über das Lagersystem für ausländische Kriegsgefangene im Bereich Stalingrad/Volgograd. In: Kriegsgefangenschaft im Zweiten Weltkrieg. Eine vergleichende Perspektive, hrsg. von Bischof, Günter/Overmans, Rüdiger, Ternitz 1999, S. 339-360, hier. S. 348.

[22] Gorbunow, Igor: (wie Anm. 19), S. 50.

[23] Ebd. S. 48.

[24] Karner, Stefan: (Wie Anm. 18), S. 345.

[25] Vergl. Overy, Richard: Russlands Krieg 1941-1945. Reinbek bei Hamburg 2011, S. 452..

[26] Ebd. S. 72-74.

[27] Vergl. Steinacher, Gottfried: In: Ortschronik Hüttau: Gefangenenschicksale, S. 351 -379, hier: S. 360-361.

[28] Borchard, Michael: Die deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion. Zur politischen Bedeutung der Kriegsgefangenenfrage 1949-1955. Düsseldorf 2000, S. 47-58.

[29] Böhm, Henry/Überschär, Gerd R: Aktenüberlieferung zu sowjetischen Kriegsgefangenen im Bundesarchiv-Militärarchiv. In: Die Tragödie der Gefangenschaft in Deutschland und in der Sowjetunion, hrsg. von Müller, Klaus-Dieter/Nikischkin, Konstantin u.a., Köln, Weimar 1998, S. 267-279, hier 270-272. Vergl. Overy, Richard: Russlands Krieg 1941-1945. Reinbek bei Hamburg 2011, S. 435.

[30] Osterloh, Jörg: Sowjetische Kriegsgefangene in deutscher Hand. Die Lebensbedingungen in den Lagern am Beispiel Zaithain. In: Die Tragödie der Gefangenschaft in Deutschland und der Sowjetunion; Wagner-Zitat: S. 299. Vergl. Reuß, Ernst: Kriegsgefangen im Zweiten Weltkrieg. Wie Deutsche und Russen mit ihren Gegnern umgingen. Berlin 2010, S. 79.

[31] Osterloh, Jörg: Sowjetische Kriegsgefangene in deutscher Hand. Die Lebensbedingungen in den Lagern am Beispiel Zaithain. In: Die Tragödie der Gefangenschaft in Deutschland und der Sowjetunion, hrsg. Von Müller, Klaus-Dieter/Nikischkin, Konstantin u.a., Köln, Weimar 1998, S. 291-313, hier: S. 277-305.

[32] Osterloh, Jörg: Sowjetische Kriegsgefangene in deutscher Hand. Die Lebensbedingungen in den Lagern am Beispiel Zaithain. In: Die Tragödie der Gefangenschaft in Deutschland und der Sowjetunion, hrsg. Von Müller, Klaus-Dieter/Nikischkin, Konstantin u.a., Köln, Weimar 1998, S. 291-313, hier: S. 302.

[33] Naumov, Vladimir/Resin, Leonid: Repressionen gegen sowjetische Kriegsgefangene und zivile Repatrianten in der UDSSR 1941-1956, In: Die Tragödie der Gefangenschaft in Deutschland und der Sowjetunion, hrsg. Von Müller, Klaus-Dieter/Nikischkin, Konstantin u.a., Köln, Weimar 1998, S. 335-364, hier S. 339-345., hier: S. 302. Vergl. Merridale, Catherine: Iwans Krieg. Die Rote Armee1939-1945, S. 383-385.

[34] Hornung ;Ela: Trümmermänner. Zum Schweigen österreichischer Soldaten der Deutschen Wehrmacht. In: Inventur 45/55, hrsg. von Kos, Wolfgang/Riegele, Georg, Wien 1996, S. 232-248, hier: S. 236, 237. Vergl. Griesser, Doris: Die innere Sicht der Wehrmacht. In: Der Standard, 24. April 2013, Forschung Spezial, S. 15. Vergl. Beckermann, Ruth. Jenseits des Krieges, u.a. S. 123 -147.

19 von 19 Seiten

Details

Titel
Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges in deutschen und sowjetischen Lagern
Hochschule
Universität Salzburg
Veranstaltung
Proseminar
Note
1
Autor
Jahr
2001
Seiten
19
Katalognummer
V105808
ISBN (Buch)
9783640171569
Dateigröße
1257 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Arbeit hat kein Literaturverzeichnis, da die verwendete Literatur komplett über Fußnoten zitiert wird.
Schlagworte
Kriegsgefangene, Weltkrieges, Proseminar
Arbeit zitieren
Martin Gschwandtner (Autor), 2001, Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges in deutschen und sowjetischen Lagern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105808

Kommentare

  • Proseminararbeit oder Schulaufsatz(?).

    Die Arbeit birgt einige gute Ansätze. Vor allem die vergleichende Gegenüberstellung der Behandlung deutscher und sowjetischer Kriegsgefangener ist viel versprechend. Leider vermag es der Autor jedoch nicht, diesen Ansatz weiter zu führen. Der Arbeit fehlt der inhaltliche Tiefgang, wie auch eine Skizzierung des wissenschaftlichen Forschungsstandes. Interessant wäre z.B. ein Blick auf die klimatischen Rahmenbedingungen etc. gewesen. Es hätte der Arbeit gut getan, sie mit einer analytischen Schlußfolgerung, statt mit einem moralischem Appell zu schließen.

    Formell gesehen fehlt das Literaturverzeichnis, sowie das Inhaltsverzeichnis. Darüber hinaus wurden einige Zitate nicht angeführt.

    Alles in allem eine solide Arbeit, die sich eignet, um einen ersten Einblick in die Materie zu gewinnen. Die Benotung von "sehr gut", halte ich bei einer Schularbeit für gerechtfertigt, bei einer Proseminararbeit (oder sogar Hauptseminararbeit) für geschmeichelt.

  • Gast am 22.2.2008

    Kritik ist besser als Schmeichelei !.

    Vielen Dank für die Rezension.
    1.Bei dem Text handelt es sich um das Manuskript für ein Referat im Rahmen eines Proseminars im ersten Studienabschnitt Die Zeitdauer solcher Referate ist auf max. 20 Minuten beschränkt und darf nicht überschritten werden.In dieser Zeit bringt man nicht mehr Textseiten unter.
    Es ist also weder eine Proseminar-, noch eine Seminarabeit gegeben, für die man weiter in die Tiefe hätte gehen können.
    2.Ein Literaturverzeichnis ist dazu(wie auch bei wissenschaftlichen Aufsätzen) nicht erforderlich. Es genügen die Literaturverweise in den Fußnoten.

    3.Freilich gibt es nichts, was man nicht noch besser hätte machen können. Ich hoffe, dass ich bis zur Dissertation 2006 noch einiges dazugelernt habe. Auch die Dissertation wurde von beiden Gutachtern mit "sehr gut" beurteilt. Bei dieser würde es mich allerdings besonders stören, wenn die Professoren mir mit der Note geschmeichelt hätten.
    Nochmals herzlichen Dank und freundliche Grüße.
    Martin Gschwandtner

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