Vergleich der Friedensverträge von Brest-Litowsk und Versailles


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
7 Seiten, Note: 1-2

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1. Inhaltsverzeichnis

Deckblatt

Verzeichnis

Inhalt des Friedensvertrages von Versailles

Vergleich und Bewertung der Verträge

Quellenangabe

Anhang (Bilder)

Inhalt des Friedensvertrages von Versailles

Der Versailler Vertrag ist der wichtigste der Pariser Vorortverträge, die zwischen den Alliierten und den Mittelmächten geschlossen wurden und 1919/20 den 1. Weltkrieg beendeten. Der Versailler Vertrag wurde am 28. 6. 1919 im Versailler Schloss zwischen dem Dt. Reich und 26 alliierten und assoziierten Mächten unterzeichnet und trat am 10. 1. 1920 in Kraft. Verschiedene Länder unterzeichneten ihn jedoch nicht (auch die USA die an den Verhandlungen beteiligt war) oder beendeten den Kriegszustand mit dem Dt. Reich durch besondere Verträge. Ab dem 18.01.1919 wurde der Text des Friedensvertrages von W. Wilson, D. Lloyd George, G. B. Clemenceau und Vittorio Emanuele Orlando („Rat der Vier“ oder „Die großen Vier“) ausgearbeitet und am 7. 5. 1919 der dt. Delegation zugestellt. Am 16. 6. 1919 wurde nachdrücklich die Vertragsannahme binnen 5 Tagen gefordert. Die Weimarer Nationalversammlung stimmte (mit 237 Abgeordneten gegen 138 Abgeordnete bei 6 Enthaltungen) am 22. 6. 1919 unter dem Druck einer drohenden militärischen Besetzung der Unterzeichnung zu.

Der Versailler Vertrag umfasste 440 Artikel in 15 Teilen.

Teil I enthielt die Regelung des Völkerbunds (ohne dass das Dt. Reich in diesen aufgenommen wurde).

Die Teile II und III legten die neuen dt. Grenzen und die politischen Bestimmungen über Europa fest (Gebietsverluste des Dt. Reiches [ohne Kolonien]: 70 579 km2 mit 6,5 Mio. E1910 ): Moresnet und Eupen-Malmedy fielen an Belgien; Luxemburg schied aus dem Dt. Zollverein aus und verlor seinen neutralen Status; Elsass- Lothringen kam ohne Abstimmung an Frankreich; fast ganz Westpreußen, die Prov. Posen, das Gebiet um Soldau und Teile Pommerns fielen an Polen. Danzig wurde als Freie Stadt dem Schutz des Völkerbunds unterstellt; das Memelland kam unter alliierte Verwaltung; das Hultschiner Ländchen fiel an die Tschechoslowakei. Volksabstimmungen wurden für die Abstimmungsgebiete vorgesehen. Sie führten zur Teilung Oberschlesiens, wobei die kohlenreichen Gebiete im SO an Polen fielen und zur Abtretung Nordschleswigs an Dänemark. Das Saargebiet wurde für 15 Jahre vom Völkerbund verwaltet und konnte danach über seinen Status entscheiden. Der von der Republik Deutsch - Österreich geforderte Anschluss an das Dt. Reich wurde untersagt.

Artikel 42-44 bestimmten die linksrheinischen Gebiete und einen 50 km breiten Streifen rechts des Rheins zu einer entmilitarisierten Zone, in der bestehende deutsche Garnisonen aufgelöst werden mussten.

Teil IV legte die Abgabe der Kolonien an den Völkerbund fest.

Teil V enthielt militärische Bestimmungen: Das Heer wurde auf 100 000 Mann, die Marine auf 15 000 Mann mit geringem Schiffsbestand beschränkt; Wehrpflicht, Generalstab und Kriegsakademien wurden abgeschafft.

Die Teile VIII und IX behandelten die deutschen Reparationen und abzugebenden Sachleistungen wie z. B. dem größten Teil der deutschen Handelsflotte, Vieh, Kohle, Benzol, Lokomotiven, Eisenbahnwagen, Maschinen, Unterseekabel. Sie wurden mit der in Artikel 231 genannten deutschen Alleinschuld am 1. Weltkrieg begründet. In Teil X-XII musste das Deutsche Reich der Beschlagnahme des deutschen Eigentums, sonstiger Rechte im Ausland und der Beschränkung der deutschen Eisenbahnhoheit zustimmen. Teil XIV bestimmte den Rückzug der deutschen Truppen aus den ehemaligem russischen Gebieten und die alliierte Besetzung des Saargebietes sowie des linken Rheinufers .

Vergleich und Bewertung der Verträge

Als zum Ende des 1. Weltkrieges die Niederlage des Deutschen Reiches absehbar wurde, versuchten die Diplomaten des Deutschen Reiches Friedensverträge mit ihren Gegnern auszuhandeln um den Krieg ohne Gebietsverluste beenden zu können. Die Verträge waren der Vertrag von Brest-Litowsk zwischen den Mittelmächten und Russland sowie der Vertrag von Versailles zwischen den Alliierten und dem Deutschen Reich.

Der Vertrag von Brest-Litowsk war, im Gegensatz zum Versailler Friedensvertrag, ein sogenannter ehrenvoller Frieden. Der Vertrag von Brest-Litowsk wurde mit dem Waffenstillstand zwischen dem Deutschen Reich und Russland am 15.12.1917 begonnen und endgültig am 3.03.1918 unterschrieben. Im Gegensatz zum Vertrag von Versailles ist im Vertrag von Brest-Litowsk kein Sieger oder Verlierer des Krieges erkennbar, da die beiden Kriegsgegner miteinander verhandelt haben. Am bemerkenswertesten ist am Vertrag von Brest-Litowsk, dass die beiden Parteien sogar Maßnahmen aushandelten um der vom Krieg betroffenen Bevölkerung zu helfen. Außerdem wurde geregelt, dass die kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Dt. Reich und Russland wieder aufgenommen werden. Insgesamt wurden beim Vertrag von Brest-Litowsk über 2 Monate verhandelt erst dann wurde von den Mittelmächten ein Ende binnen 48 h gefordert. Obwohl der Vertrag für Russland hart war, da Russland Finnland, die 3 baltischen Staaten (Estland, Litauen, Lettland) Russisch-Polen und die Ukraine freigeben musste, passte er aber in dass von den Bolschewisten geforderte Recht auf Selbstbestimmung. Im Gegensatz zum Versailler Vertrag diskriminierte oder kriminalisierte der Vertrag von Brest-Litowsk die Russen nicht und sie wurden auch nicht bis in alle Ewigkeiten an den Vertrag gebunden, sondern Russland konnte tun und lassen was es wollte.

Das wichtigste war aber für Russland, dass es keinen Artikel über die Zahlung von Reparationen gab. Es gab nicht einmal eine Bestimmung über die Auslieferung von Kriegsverbrecher. Obwohl die Bolschewiken gerne die zaristische Führung ausgeliefert hätte. Die deutsche Regierung half sogar der Witwe des bei Tannenberg verstorbenen russischen Generals Samsomow hinter den deutschen Linien nach der Leiche ihres Mannes zu suchen und nach Russland zu transportieren. General Erich Ludendorff bot den Russen sogar Hilfe beim Aufbau Russlands an und ein Bündnis mit dem Dt. Reich an.

Der Vertrag von Brest-Litowsk war ein Friedensvertrag der sehr ritterlich war, dass heißt das dem Deutschen Reich nicht daran gelegen war die Russen wirtschaftlich für lange Zeit zu schädigen sondern man setzte sich mit den Russen zusammen und handelte einen für beide Seiten „ehrenvollen Frieden“ aus. Außerdem versprach man den Russen sogar Aufbauhilfe und forderte keine Reparationszahlungen.

Der Vertrag von Brest-Litowsk stand ganz im krassen Gegenteil zum Vertrag von Versailles. Der Versailler Vertrag wurde auf Grund seiner sehr harten Forderungen an das Dt. Reich auch Diktatsfrieden genannt. Da die Deutschen nicht an den Verhandlungen teilnehmen durften, versuchte der Rat der 4 die Interessen ihres jeweiligen Landes durchzusetzen. Der Rat der 4 bestand aus dem Präsidenten der USA Woodrow Wilson, dem Premierminister Großbritanniens David George, dem Premierminister Frankreichs Goerges Clemenceau und dem Ministerpräsidenten Italiens. Das Ziel von Woodrow Wilson war die Schaffung eines Völkerbundes (in den das Deutsche Reich aber nicht aufgenommen werden sollte) zur Sicherung des Friedens, das Ziel von Goerges Clemenceau war die Sicherheit Frankreichs wieder herzustellen und zu sichern, das Ziel von David George war es, das Deutsche Reich vom Weltmarkt zu verdrängen, dass heißt es wirtschaftlich stark zu schwächen, um einen Konkurrenten auszuschalten, aber das Deutschen Reich trotzdem stark genug zu lassen um die von Sowjetrussland ausgehende Gefahr zu verringern. Aber alle der 27 alliierten und assoziierten waren sich einig, dass das Deutsche Reich die Alleinschuld am 1. Weltkrieg hat. Ein Grund dafür war, dass man einen Grund brauchte um die verlangten Reparationen durchsetzen zu können. Der Vertrag beinhaltete auch die sofortige Räumung der belgischen und französischen Gebiete sowie der Räumung Elsaß-Lothringens ,des Rheinlandes und die Teilbesetzung und Entwaffnung des Deutschen Reiches. Es mussten große Mengen an Waffen und Heeresmaterial an die Alliierten abgegeben werden und die deutsche Flotte wurde in staatlichen Gewahrsam Großbritanniens gegeben. Diese Bestimmungen machten das Reich für lange Zeit wehrlos. Da man das Auslandsgut aller Deutschen mitsamt Bankkonten, die Patente und Warenzeichen enteignete war die deutsche Wirtschaft über lange Zeit gelähmt. Damit war das Ziel des großbritannischen Vertreters erreicht das Deutschen Reich vom Weltmarkt zu verdrängen. Die Wiederherstellung der kulturellen Beziehungen der Länder war nicht vorgesehen.

Sehr ungewöhnlich ist wie die Deutschen die Reparationen zu bezahlen hatten. Das Deutsche Reich musste einen Scheck unterschreiben ohne zu wissen welche Summe auf dem Scheck stehen würde aber das Deutsche Reich musste sich verpflichten pauschal 22 Milliarden Goldmark zu zahlen. Tatsächlich wurde erst 1924 die jährlich zu zahlende Summe genannt, aber noch nicht der Zeitraum über den das Deutschen Reich zu zahlen hatte und damit auch nicht die Gesamtsumme. Die Gesamtsumme wurde erst 1929 festgelegt und sah vor, dass das Deutschen Reich bis zum Jahr 1988 zu Zahlen hatte. 1929 endete auch die Kontrolle der Alliierten über die deutschen Finanzen -von den Reparationskosten abgesehen- und die Eisenbahn.

Ebenfalls ist die Bestimmung über die Auslieferung von Kriegsverbrechern. Wieder musste das Deutschen Reich einen Vertrag unterschreiben in dem es sich verpflichtete alle Auslieferungsverlangen zu erfüllen. Erst danach bekam das Deutsche Reich eine Liste mit 895 auszuliefernden Personen. Diese Liste enthielt fast alle Politiker und Militärs des Kaiserreiches.

Das Deutsche Reich hatte beim Vertrag von Versailles, der eigentlich kein richtiger Vertrag war da das Deutsche Reich nicht mitverhandeln durfte, lediglich die einmal die Möglichkeit sich schriftlich zu äußern. Konnte man beim Vertrag von Brest- Litowsk von einem ehrenvollem Frieden reden so passt der Beiname Diktatsfrieden sehr gut zum Versailler Vertrag. Man erkennt deutlich wie sehr Deutschland durch den Vertrag von Versailles eingeschürt war, da man beim Vertrag von Brest-Litowsk mit nur 14 Artikeln auskam beim Versailler Vertrag aber 440 Artikeln und 160 Paragraphen brauchte. Während der Vertrag von Brest-Litowsk ein Vertrag unter gleichen war war der Vertrag von Versailles ein Vertrag zwischen Sieger und Besiegten. Das lässt sich erkennen da der Versailler Vertrag nicht in Deutsch sondern nur in Englisch und Französisch verfasst wurde. Der Versailler Vertrag war darauf angelegt Deutschland zu unterdrücken.

Das Problem des Friedensvertrages von Brest-Litowsk war, dass Deutschland durch den Vertrag keinen Zweifrontenkrieg mehr hatte und dadurch wieder Hoffnung aufkam, dass Deutschland den Krieg vielleicht doch noch gewinnen kann, da das Deutsche Reich nach dem Frieden von Brest-Litowsk 700.000 Soldaten an die Westfront verlagern konnte. Hätte es den Frieden von Brest-Litowsk nicht gegeben hätte der 1. Weltkrieg vielleicht nicht so lange gedauert, da es ja schon ein Friedensangebot der Mittelmächte gegeben hatte. Aber durch die neue Hoffnung den Krieg vielleicht doch noch zu gewinnen gab es vorerst keine weiteren Friedensangebote. Außerdem wurde die bereits Kriegsmüde Nation noch einmal angestachelt.

Ein Problem des Versailler Vertrages ist die nicht nur kurzzeitige sondern, durch die Reparationszahlungen, über lange Zeit sehr stark geschädigte Wirtschaft Deutschlands. Deutschland verlor durch den Versailler Vertrag Elsaß-Lothringen und andere rohstoffreiche Gebiete, z.B. musste Deutschland sämtliche Kolonien abgeben. Dadurch könnte ein Zusammenbruch der gesamten deutschen Wirtschaft, eine entstehende Inflation und den daraus entstehenden Hass auf das Versailler Diktat die rechtsradikalen Gruppen in Deutschland einen starken Zulauf bescheren. Durch die Verringerung des Heeres auf nur 100.000 Mann wäre Deutschland im Falle eines Angriffes hoffnungslos unterlegen gewesen.

Quellenangabe

1. „Das Versailler Diktat“ Franz Uhle-Wettler
2. verschiedene Arbeiten aus der Internetseite www.hausarbeiten.de
3. verschiedene Artikel aus dem Lexikon „Microsoft Encarta 99 Enzyklopädie“
4. Auszüge aus dem „Bertelsmann Lexikon Geschichte“

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Details

Titel
Vergleich der Friedensverträge von Brest-Litowsk und Versailles
Note
1-2
Autor
Jahr
2001
Seiten
7
Katalognummer
V105897
Dateigröße
408 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vergleich, Friedensverträge, Brest-Litowsk, Versailles
Arbeit zitieren
Sebastian Tomschi (Autor), 2001, Vergleich der Friedensverträge von Brest-Litowsk und Versailles, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105897

Kommentare

  • Gast am 14.4.2018

    Es tut mir leid. Aber dieser Aufsatz ist historisch vollkommen falsch dargestellt worden. Der Vertrag von Brest - Litowsk war ein einseitiger und harter Friedensvertrag, dies wird hier als ein "ehrenvoller Vertrag dargestellt, was vollkommener Quatsch ist.

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