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Einsatzmöglichkeiten der Zirkuspädagogik bei Kindern mit Autismus

Titel: Einsatzmöglichkeiten der Zirkuspädagogik bei Kindern mit Autismus

Bachelorarbeit , 2021 , 92 Seiten

Autor:in: Annika Kleinknecht (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit dieser Arbeit werden damit die Einsatzmöglichkeiten von Zirkuspädagogik bei Kindern mit Autismus erforscht. Diese kombinierte Betrachtungsweise fand bisher – wohl aufgrund der Exklusivität beider Themenbereiche – noch in keinem wissenschaftlichen Kontext statt und ist deshalb ein völlig neues Forschungsfeld. Worin bestimmt sich also die Relevanz für diese Arbeit? Zunächst ist feststellbar, dass psychische Erkrankungen und Störungen im Verhaltens- und emotionalen Bereich bei Kindern und Jugendlichen mit knapp 17% relativ häufig vertreten sind.

In Bezug auf die Ursache dessen liegen unterschiedliche Theorien vor. Die Gründe für dieses Phänomen sind jedoch zunächst unerheblich, was die pädagogische Antwort darauf anbelangt. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die betroffenen Kinder in ihrer Entwicklung differenzierter betrachtet und gefördert werden müssen; sind sie doch besonders in ihrem Erleben und Verhalten gegenüber Kindern, die sich ohne besondere Auffälligkeiten entwickeln. Auf der anderen Seite steht der Zirkus, der eine bunt schillernde Vielfalt zeigt, bei der alle Darstellenden einzigartig in ihrem Tun werden und jede Person auf ihre ganz eigene Weise außergewöhnlich ist. Die Zirkuspädagogik übernimmt diesen Charakterzug und baut darauf seine Ziele zur pädagogischen Förderung von Kindern und Jugendlichen auf. Diese pädagogische Strömung könnte damit ein besonderes, exklusives Fördermedium werden, das vielleicht gerade den Kindern, die entwicklungstypisch abweichende Verhaltensmuster aufweisen helfen könnte, eine aufgrund ihrer „Vorbelastung“ möglicherweise geschwächte Resilienz aufzubauen.

Ob die Zirkuspädagogik sich positiv auf die Entwicklung für Kinder mit Autismus auswirken kann, gilt es daher zu untersuchen.
In dieser Arbeit soll zunächst eine generelle und theoretische Betrachtung der Themenbereiche „Zirkuspädagogik“ und „Kinder mit Autismus“ erfolgen. Diese Kapitel sind nötig, um ein Grundverständnis herzustellen, da ein Wissen über diese spezifischen Themenbereiche nicht vorausgesetzt werden kann, aber notwendig ist, um die darauffolgenden Kapitel nachzuvollziehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zirkus als pädagogisches Konzept

2.1 Theoretischer Hintergrund

2.1.1 Darstellung unterschiedlicher Theoriekonzepte

2.1.2 Stand der Forschung

2.2 Stand der Umsetzung und pädagogische Einsatzmöglichkeiten

2.2.1 Personelle Voraussetzungen und Rahmenbedingungen

2.2.2 Zirkusdisziplinen (Elemente) und deren spezifische Wirkungsweisen

2.3 Beziehungen zu weiteren pädagogischen Strömungen

2.3.1 Erlebnispädagogik und Theaterpädagogik

2.3.2 Sportpädagogik und Motopädagogik

2.3.3 Spielpädagogik

2.3.4 Weitere Einflussgebiete

3 Autismus-Spektrums-Störungen

3.1 Einordnung und Abgrenzungsversuche

3.2 Ausgangslage und Stand der Forschung

3.3 Lebenswelt von Kindern mit Autismus

3.3.1 Physische und psychische Problemfelder

3.3.2 Problemfelder im Sozialverhalten und den Emotionen

3.3.3 Stärken- und Ressourcenorientierter Blick

3.4 Unterstützung und Therapiemöglichkeiten

3.4.1 Therapeutische Unterstützungen

3.4.2 Umweltbezogene Unterstützungsmöglichkeiten

4 Empirie zur Analyse der Einsatzmöglichkeiten

4.1 Beschreibung der Strategie und des methodischen Vorgehens

4.1.1 Auswahl der Expert:innen

4.1.2 Aufstellung der Gütekriterien

4.1.3 Leitfragenerstellung und Gliederung der Interviews

4.2 Darstellung des Auswertungsverfahrens

4.2.1 Überprüfung der Einhaltung der Methodik und Gütekriterien

4.2.2 Reflexion der Fragestellungen und des Interviewablaufes

4.3 Ergebnisdarstellung

4.3.1 Einschätzung der Anwendbarkeit bei Kindern mit Autismus

4.3.2 Pädagogische Voraussetzungen zur inklusiven Arbeit

5 Schlussfolgerungen und Praxistransfer

5.1 Betrachtung von Entwicklungsstand und Lebenswelt der Kinder

5.1.1 Bezug zur physischen Entwicklung

5.1.2 Bezug zum kognitiven und sozial-emotionalen Entwicklungsstand

5.2 Praxisfeldbezug und Aspekte der Umsetzung

5.2.1 Zirkuspädagogik in der Schule

5.2.2 Zirkuspädagogik für Kinder mit Autismus

5.3 Transferüberlegungen

5.3.1 Rückübertragung auf die allgemeine pädagogische Arbeit

5.3.2 Beitrag zur Inklusion

6 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und Einsatzmöglichkeiten der Zirkuspädagogik als Fördermedium für Kinder mit Autismus im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Das Ziel besteht darin, ein Grundverständnis für beide Bereiche zu schaffen und auf Basis qualitativer Experteninterviews zu ermitteln, unter welchen pädagogischen Voraussetzungen zirkuspädagogische Angebote inklusiv gestaltet werden können, um die Entwicklung autistischer Kinder positiv zu beeinflussen.

  • Grundlagen der Zirkuspädagogik und deren pädagogische Zielsetzungen.
  • Charakteristika der Lebenswelt und der Bedürfnisse von Kindern mit Autismus-Spektrums-Störungen.
  • Qualitative Analyse von Expertenmeinungen zur praktischen Anwendbarkeit zirkuspädagogischer Methoden bei Kindern mit Behinderungen.
  • Identifikation von Gelingensbedingungen für eine inklusive Umsetzung im pädagogischen Alltag.
  • Reflexion des Transfers der Erkenntnisse in allgemeine pädagogische Kontexte wie Schulen.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Personelle Voraussetzungen und Rahmenbedingungen

Da die Berufsbezeichnung „Zirkuspädagog:in“ nicht geschützt ist (vgl. Christel, 2009, S. 65) braucht es, um als zirkuspädagogische Kraft arbeiten zu können, formal gesehen keine fachliche Ausbildung. Naheliegend ist zunächst jedoch, dass ein gewisses Verständnis über die Zirkuskünste bestehen muss, um diese auch vermitteln zu können. „Basics“, gerade im Bereich der Hand- und Fußgeschicklichkeiten (s. 2.2.2) lassen sich heutzutage zwar gut auch über Online-Tutorials relativ schnell selbst antrainieren. Dennoch sollte klar sein, dass dies allein nicht ausreicht, um als Zirkuspädagog:in zu arbeiten. Zum einen umfassen die Zirkuskünste weit mehr als „nur“ die Hand- und Fußgeschicklichkeiten.

Blickt man zum anderen beispielsweise auf die Akrobatik, so fällt schnell auf, dass hier mehr Wissen nötig ist – warum sollte man den Fuß nicht direkt auf die Wirbelsäule der anderen Person setzen? Wie muss die Pyramide gestaltet sein, dass sich kein Kind verletzen kann? Hier kommt den Pädagog:innen auch eine höhere Verantwortung zuteil, was eine gewisse Grundausbildung auf der Seite der Zirkuskünste selbst nötig macht. Werden umgekehrt Zirkusartist:innen zu Zirkuspädagog:innen „fehlt“ zunächst die pädagogische Ausrichtung. An zirkuspädagogischen Projekten teilzunehmen bedeutet mehr als das bloße Erlernen der Zirkuskünste.

Um beispielsweise die Teilnehmenden gut auf eine Aufführung vorzubereiten, dass sie dieser nicht mit bloßer Angst, sondern auch mit etwas Freude entgegensehen können, um sie in ihrer Kreativität zu stärken oder zur Einflussnahme auf die Gruppendynamik braucht es pädagogisches Wissen. Nur so können sich Kinder und Jugendliche durch Zirkusprojekte auch in ihrer Persönlichkeit und im Sozialverhalten weiterentwickeln. Auch Michels (2021, S. 37) verweist darauf, dass zirkuspädagogische Ziele nur dann erreicht werden, wenn die Methoden von entsprechenden qualifizierten Zirkuspädagog:innen angewendet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themengebiete Zirkuspädagogik und Autismus ein und definiert das Forschungsinteresse der Arbeit im Kontext inklusiver Förderung.

2 Zirkus als pädagogisches Konzept: Das Kapitel bietet einen Überblick über die theoretischen Grundlagen der Zirkuspädagogik, verschiedene Fachkonzepte und deren Ziele wie die Förderung der Motorik oder Sozialkompetenz.

3 Autismus-Spektrums-Störungen: Hier werden das Störungsbild, die verschiedenen Ausprägungsformen sowie die spezifischen Wahrnehmungsmuster und Herausforderungen in der Lebenswelt von autistischen Kindern erläutert.

4 Empirie zur Analyse der Einsatzmöglichkeiten: Dieser Teil beschreibt die methodische Vorgehensweise der qualitativen Forschung sowie die Auswertung der Experteninterviews zur Anwendbarkeit bei Kindern mit Autismus.

5 Schlussfolgerungen und Praxistransfer: Das Kapitel reflektiert die Erkenntnisse unter Berücksichtigung des Entwicklungsstandes und diskutiert die praktische Übertragbarkeit in den Schulalltag und inklusive Settings.

6 Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung bejaht die Forschungsfrage nach den Potenzialen der Zirkuspädagogik, betont jedoch die Notwendigkeit individueller pädagogischer Voraussetzungen.

Schlüsselwörter

Zirkuspädagogik, Autismus, Inklusion, Sonderpädagogik, Sozialkompetenz, motorische Entwicklung, individuelle Förderung, personenzentrierter Ansatz, pädagogische Haltung, Teilhabe, Resilienz, Bewegungslehre, qualitative Forschung, pädagogische Praxis, Unterstützungssysteme.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit erforscht, wie zirkuspädagogische Konzepte genutzt werden können, um Kinder mit Autismus-Spektrums-Störungen in ihrer persönlichen Entwicklung und sozialen Teilhabe zu unterstützen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit verknüpft die Zirkuspädagogik, die auf ganzheitliche Förderung und körperliches Lernen setzt, mit den spezifischen Bedürfnissen und Wahrnehmungswelten von Kindern mit Autismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel besteht darin herauszufinden, ob und unter welchen Voraussetzungen sich die Zirkuspädagogik für Kinder mit Autismus eignet und wie diese Arbeit inklusiv gestaltet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin führte eine qualitative Untersuchung in Form von leitfadengestützten Experteninterviews mit Personen aus der Zirkuspädagogik, der Freizeitbegleitung von Kindern mit Behinderung und der Ergotherapie durch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Konzepte der Zirkuspädagogik und des Autismus-Spektrums gegenübergestellt, gefolgt von einer Analyse der Ergebnisse aus den Experteninterviews hinsichtlich der praktischen Anwendungsmöglichkeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Zirkuspädagogik, Autismus, Inklusion, soziale Förderung, motorisches Lernen und personenzentrierte Pädagogik.

Inwieweit spielt die Haltung der pädagogischen Fachkraft eine Rolle?

Die Haltung der Pädagog:innen wird als elementar angesehen, da diese über den Erfolg einer inklusiven Umsetzung entscheidet; Authentizität, Offenheit und die Fähigkeit zur Reflexion der eigenen pädagogischen Rolle sind hierbei zentral.

Warum werden im Text bestimmte Disziplinen wie die Akrobatik kritisch betrachtet?

Manche Zirkusdisziplinen setzen intensiven Körperkontakt oder eine präzise Einschätzung von Gefahrensituationen voraus, was bei autistischen Kindern aufgrund ihrer spezifischen Wahrnehmung eine Herausforderung darstellen kann und daher eine direkte Begleitung erfordert.

Was bedeutet der „offene Wachstumsraum“ im zirkuspädagogischen Kontext?

Dieser Begriff beschreibt einen Rahmen, in dem Kinder keine starren, leistungsorientierten Ziele verfolgen, sondern ihre individuellen Bedürfnisse und persönlichen Schwerpunkte in einem geschützten Raum explorieren können.

Ende der Leseprobe aus 92 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Einsatzmöglichkeiten der Zirkuspädagogik bei Kindern mit Autismus
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg Heidenheim, früher: Berufsakademie Heidenheim
Autor
Annika Kleinknecht (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
92
Katalognummer
V1059548
ISBN (eBook)
9783346472007
ISBN (Buch)
9783346472014
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zirkuspädagogik Autismus Pädagogik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Annika Kleinknecht (Autor:in), 2021, Einsatzmöglichkeiten der Zirkuspädagogik bei Kindern mit Autismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1059548
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  92  Seiten
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