In dieser Arbeit steht die Bildwerbung von Zeitschriften in der Zwischenkriegszeit im Mittelpunkt. Zur Betrachtung und Analyse dessen dienen die Cover der österreichischen Motorzeitschrift Österreichischer/Europa Motor von 1920 bis 1930. Doch was genau wurde abgebildet? Ist ein Zusammenhang mit den historischen Begebenheiten wie Wirtschaft und Politik in Österreich und der Automobilindustrie auf den Covern der 1920er-Jahre des Österreichischen Motors ersichtlich? Intendierten die Künstler, Journalisten und Unternehmer mit der Art, die Fahrzeuge auf den Covern zu präsentieren, mehr Interesse und Aufmerksamkeit zu wecken?
Bevor die eigentliche Analyse stattfindet, erfolgt zunächst ein historischer Abriss zur Situation Österreichs in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Anschließend gibt es einen Einblick in die Werbung dieser Zeit, wobei der Fokus auf Zeitschriften liegt. Die Untersuchung besteht anschließend aus zwei Teilen: Zum einen wird das Jahrzehnt in drei Teile gegliedert, wobei die äußeren Gestaltungsmittel betrachtet werden. Zum anderen spielen dann die inhaltlichen Gestaltungsmittel eine Rolle. Auf Grund der Vielfalt der inhaltlichen möglichen Schwerpunkte, unterliegen bestimmte auffällige Gestaltungsmittel, die im Zusammenhang mit den politischen sowie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stehen könnten, der Untersuchung. In diesem Fall sind es technische Entwicklungen und die Bedeutung bestimmter Automobilhersteller. Gesellschaftliche und kulturelle Aspekte könnte man ebenfalls bei der Analyse mit einbeziehen. Es würde jedoch den Rahmen der Arbeit sprengen, auf diese näher einzugehen. Zum Schluss erfolgt eine Zusammenfassung dessen, was festgestellt wurde, um so die Bedeutung des Automobils und dessen Werbung eine mögliche Wertung zu geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Forschungsstand und Literatur
2. Historische Rahmenbedingungen in Österreich
3. Die Bedeutung der Zeitschriftencover des Österreichischen Motors in den 1920er Jahren
3.1. Motorzeitschriften als Werbung für das Automobil zu Beginn des 20. Jahrhunderts
3.2 Titel, Erscheinungsbild und Auffälligkeiten
3.2.1 1920-1923- Vom "Rausch der Geschwindigkeit"- Erweiterung der Zielgruppen
3.2.2 1924-1926- "Farbenfrohes" globales Fahren
3.2.3 1927-1929- "Kunst für den Kommerz"
3.3 Inhaltliche Gestaltungmittel: Automobilhersteller und Technischer Fortschritt
3.3.1 Bestimmte Automobilmarken
3.3.2 Technische Neuheiten
4. Fazit
5. Literatur
Nicht verwendete Literatur
6. Quellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Bildwerbung in der österreichischen Motorzeitschrift "Österreichischer/Europa Motor" im Zeitraum von 1920 bis 1930. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und wie das äußere Erscheinungsbild und die inhaltliche Gestaltung der Cover mit den politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Zwischenkriegszeit korrelieren und ob die Werbestrategien darauf abzielten, die Aufmerksamkeit der Zielgruppen systematisch zu erhöhen.
- Analyse der visuellen Gestaltung von Zeitschriftencovern als Werbemedium.
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Werbestrategien und wirtschaftlicher Konjunktur.
- Betrachtung des technischen Wandels und der Rolle spezifischer Automobilmarken.
- Einfluss der gesellschaftlichen Transformation zur motorisierten Gesellschaft.
- Wandel von nationaler zu kontinentaler Reichweite der Automobilwerbung.
Auszug aus dem Buch
3.2.3 1927-1929- "Kunst für den Kommerz"
1927 blieben Label und der Name der Zeitschrift bestehen. Leicht schräg und in der gleichen Schriftart schmückte es weiterhin das Titelblatt. Allerdings wurden die Bilder sowie das gesamte Cover farbenfroher gestaltet. Ebenfalls wirkten die plakatähnlichen Drucke größer und imposanter, welche so die gesamte Fläche des Blattes durchzogen. Ein Jahr später wurde das Label beibehalten, allerdings erfolgte eine Variation der Schriftgröße. Zudem erschien der Titel Europa Motor entweder in rot oder schwarz. Im Unterschied zum vorherigen Jahr passten die Gestalter die Farbe des Schriftzugs nicht in dem Maße an, dass sich dieser abhob. Teilweise verschwand der Schriftzug sogar (Heft 2,3).
Den Menschen ging es zunehmend besser, wodurch es in diesen Jahren für viele Menschen realistischer wurde ein Automobil zu besitzen.35 Durch florierenden Handel und technischen Innovationen, bot sich nicht nur für die Oberschicht die Möglichkeit ein Automobil zu fahren, denn immer mehr Privatleute erhielten Zugang zu einem PKW.36 Die Werbebetreibenden bemühten sich zunehmend um mehr Aufmerksamkeit, was die ganzseitigen Anzeigen, die bunt und auffällig waren, aufzeigen und bekräftigen. Ganz nach dem Motto "Kunst diente dem Kommerz".37 Die Zeitschriftencover erfuhren also einen Wandel, so wie auch die Wirtschaft, denn in den Jahren 1928/29 florierte die Werbeindustrie des Autos am meisten.38 Die Bilder wurden größer und überschreckten sich über das gesamte Blatt, auffälligere Farben dekorierten die plakatähnlichen Cover und setzten Akzente (1927: Heft 12).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Automobilwerbung ein und erläutert die methodische Herangehensweise sowie den Forschungsstand zur Thematik.
2. Historische Rahmenbedingungen in Österreich: Dieses Kapitel skizziert die politisch instabile Situation und die wirtschaftlichen Herausforderungen Österreichs während der 1920er Jahre.
3. Die Bedeutung der Zeitschriftencover des Österreichischen Motors in den 1920er Jahren: Hier erfolgt die detaillierte Analyse der Zeitschriftencover, unterteilt in Zeitabschnitte, wobei ästhetische Gestaltung und inhaltliche Schwerpunkte im Kontext der wirtschaftlichen Entwicklung beleuchtet werden.
4. Fazit: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont den engen Nexus zwischen ökonomischen Schwankungen und der Werbegestaltung in der Automobilbranche.
5. Literatur: Verzeichnis der für die Arbeit herangezogenen wissenschaftlichen Werke.
6. Quellen: Auflistung der primären Quellen und Datenlieferanten für die Untersuchung.
Schlüsselwörter
Automobilwerbung, 1920er Jahre, Österreichischer Motor, Zwischenkriegszeit, Zeitschriftencover, Automobilgeschichte, Motorpresse, Werbegestaltung, Wirtschaftskrise, Technischer Fortschritt, Automobilmarken, Konjunktur, Marketing, Industriegeschichte, Mobilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Automobilwerbung auf den Titelblättern der Fachzeitschrift "Österreichischer Motor" (später "Europa Motor") während der 1920er Jahre in Österreich.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Geschichte der Automobilpresse, die visuelle Gestaltung von Werbung, den Einfluss wirtschaftlicher Krisen auf das Marketing sowie die technologische Entwicklung des Automobils.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich die Covergestaltung in Abhängigkeit von den ökonomischen und politischen Bedingungen veränderte und welche Rolle die Werbung für das Markenimage und den Absatz spielte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Untersuchung der Zeitschriftencover und zieht zur Kontextualisierung wirtschaftsgeschichtliche Literatur sowie statistische Daten heran.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Analyse der Covergestaltung (1920-1929) sowie eine Untersuchung der inhaltlichen Aspekte wie Automobilhersteller und technische Innovationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Automobilwerbung, 1920er Jahre, wirtschaftliche Konjunktur und Medienhistorie.
Warum wurde gerade der Zeitraum 1920 bis 1930 gewählt?
Dieser Zeitraum ist geprägt von der Konsolidierung der jungen österreichischen Republik, wirtschaftlichen Schwankungen und dem gleichzeitigen rasanten Aufstieg des Automobils als Massenphänomen.
Welchen Einfluss hatte der "Schwarze Freitag" 1929 auf die untersuchten Zeitschriften?
Der Börsencrash führte zu einer deutlichen Krise in der Werbeindustrie, was sich in den untersuchten Zeitschriften unter anderem durch den Wegfall farblicher Gestaltungen auf den Covern und den Rückgang der Zulassungszahlen ab 1930 widerspiegelt.
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- Bachelor of Arts Sophie Krause (Author), 2018, Automobilwerbung auf Zeitschriftencover in den 1920er-Jahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1059565