Gotik. Eine Übersicht über Epochen, Architektur und Kunst


Referat / Aufsatz (Schule), 2002

12 Seiten


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Inhaltsverzeichnis

1. Epochenkonstellation

2. Architektur
2.1 Frühgotik
2.2 Hochgotik
2.3 Deutsche Spät- und Sondergotik
2.4 Handzeichnungen

3. Plastik

4. Glasfenster-/Tafelmalerei

5. Nachweis der Gotik

6. Bilder

7. Quellenverzeichnis

1. Epochenkonstellation

Voraussetzung für die Entstehung der Gotik waren tief greifende sozialökonomische und politische Wandlungsprozesse. Die Gotik ist die zweite Epoche mittelalterlicher Baukunst. Sie hat ihre Wurzeln in einer sich ständig erweiternden Konstruktion und einer in tiefem innerlichen Gotteserleben entspringenden Richtung des inneren Sinnes: alles irdisch Schwere aufzulösen und durchscheinend zu machen, losgelöst von allen Schwerkraftgesetzen.

Die Einheit von Kirche und Staat in Deutschland zerbricht in langen Kämpfen zwischen Kaiser und Papst. Die Fürsten erstarken gegenüber dem Kaiser. Die geistige und politische Vorrangstellung Deutschlands bröckelt unter den letzten Staufern ab und endet im Interregnum nach dem Tode Friedrich II. (1250), so zerfällt auch die kulturelle Einheit Europas. Zwar werden die Deutschen Verhältnisse hundert Jahre später unter der Herrschaft Karl IV. wieder geordneter, aber die kulturelle Blüte, die daraus wächst, ist auf den nationalen Bereich eingeschränkt.

Die Erweiterung französischer Kronlande zwingt England während mehr als zwei Jahrhunderten zu Kriegen um seine Erbansprüche in Frankreich. Innenpolitisch ist das Land auf

Schaffung einer frühen Form der Demokratie fixiert. Bis in das 12. Jahrhundert politisch wenig bedeutsam, werden die Bemühungen der Kapetinger (987-1328) um eine politische

Einheit des Landes im 13. Jahrhundert erfolgreich. 1214 siegt Philippe II. Auguste (1180-1223) bei Bouvines gegen die Engländer und ihren verbündeten Otto IV., welcher Gegenkaiser Friedrich II. war. Als Philippe den erbeuteten Reichsadler in einer großzügigen Geste dem bedrängten Friedrich übersendet, wird das staufische Kaisertum ein letztes Mal anerkannt und der französische Einfluss auf Deutschland gestärkt. Philippe IV. (1328-1314) verschleppt das Papsttum in die „Babylonische Gefangenschaft“ nach Avignon. Mit diesem Schlag löst er die Probleme, die in hohem Maße den Untergang des deutschen Kaisertums mitbewirkt hatten. In der Mitte des 15. Jahrhunderts befreit sich Frankreich endgültig von englischen Territorial- ansprüchen, was eine ungeheure Stärkung des Nationalbewusstseins hervorruft. Innerhalb Frankreichs entfalten sich indes Orden relativ ungebunden, in denen Ackerbau und die Sieben Freien Künste gelehrt werden. Die Kirche war noch nie so stark in die weltliche Machtausübung integriert wie etwa in Deutschland. In ihrem Bannkreis kristallisierten sich auch zuerst die geistigen Wandlungen heraus, die ihr äußeres Bild zuerst in der Gotik finden werden. Die Beziehungen zwischen den Machtansprüchen der Krone und den Intentionen der Kirche bleiben dabei immer intakt. Der Dominikaner Thomas von Aquin und der Benediktiner Abälard sind die führenden Köpfe der neuen Philosophie, die Scholastik. Sie lehren an der Universität von Paris, die um 1200 gegründet wurde und entwickeln auch eine neue Methode mit diesem Wissen, die Wahrheit der Offenbarung dialektisch zu beweisen. Es vollziehen sich tief greifende Wandlungen in ganz Europa. Das alte imperiale Weltbild der Menschen in Deutschland löst sich auf. Die Logik „Gott - Kaiser - Sicherheit“ wird im schlechten Sinne bestätigt. Im Schutz neu erbauter Städte erlangt der Bürger zusehends Wohlstand, Bildung und Emanzipation. Bürger die z.B. an einem Dom bauen, erhalten Lohn.

Die Menschen wollen das Einswerden mit Gott bewusst erleben. Zum Beispiel wird die Kathedrale ein Ort, in dem sich diese Wandlungen des Weltbildes widerspiegeln.

2. Architektur

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Gotik ist ein konstruktiver Skelettbau (Divisionsbau) aus Pfeilern, Rippen und Säulen. Die gotischen Bauwerke sind großartige steinerne Monumente des christlichen Glaubens. Charakteristisch ist die kühne Bauweise, welche fast schwerelos wirkt, geradezu unnatürlich. Stark erweitert ist die

Innenausgestaltung, was den

Innenraum nicht mehr leer und kalt wirken lässt. Markant sind auch die Bilder, die sehr real wirken. Der Chor in einer Kirche, in einem Dom oder in einer Basilika ist immer das Großartigste, das Schönste. Die zwischen den Strebepfeilern gemauerte Wand hat im Grunde keine tragende Funktion mehr. Die Gotik ist vertikal drängend und raumweitend und - greifend. Außerdem ist die Gotik nicht mehr an das Quadrat gebunden. Sie ist gekennzeichnet durch: Spitzbögen, Fensterrosen, Filigranmaßwerke, Lettner und Chorumgänge.

Das Querhaus erhält reich gegliederte Fassaden, Figuren im Tympanon und reiche Gewändefigurenportale z.B.:

- Mailänder Dom
- Notre Dame
- Meißner Dom
- Kölner Dom
- Naumburger Dom
- Straßburger Münster

2.1 Frühgotik

- Kreuzrippengewölbe, die auf der Jochgliederung basieren
- Neubau von St. Denis; erstmals systematische Verwendung des Spitzbogens, Strebewerk
- Chorumgang ist unterteilter Einheitsraum
- 4. Stockwerk wird hinzugefügt (Triforium)
- Lanzettfenster ohne Maßwerk
- Zweiturmfassade, mit spitz auslaufenden Türmen
- reich ausgeschmückte Kapitellornamentik
- Bauplastik
- Bedeutende Glasmalereien
- Beispiele: - Abteikirche von St. Denis
- Kathedrale von Laon
- Kathedrale Notre Dame

2.2 Hochgotik

- geringere Anzahl von Fenstern
- Einturmfassade mit durchbrochenem Turmhelm
- reiche Bauplastik
- Kleinarchitektur
- 2. Stockwerk (Galerie) wird weggelassen
- Triforium
- Glasmalerei löst Freskenmalerei ab
- 3-5schiffige Basiliken
- Beispiele: - Kathedrale von Chartre
- Kathedrale in Reims
- Kathedrale von Bourges
- Kathedrale von Beauvais
- Kölner Dom

2.3 Deutsche Spät- und Sondergotik

- große Dächer
- schlanke Pfeiler
- einfache, spärliche Außenfassade
- Stern- und Netzgewölbe
- Blüte im 15. Jahrhundert
- 3-5schiffig
- Schiffe unterscheiden sich sehr geringfügig in der Breite
- phantasiereiche Kleinarchitektur
- Beispiele: - Erfurter Predigerkirche
- Albrechtsburg
- Rathhaus in Tangermünde
- Marienkirche in Mühlhausen
- Annenkirche
- Magdeburger Dom

2.4 Handzeichnungen

3. Plastik

- Plastik und Architektur verbinden sich

- Figuren stehen trotzdem frei

- Plastik ist ausdrucksgewaltigstes Organ für Geist der Zeit

- lebensnah Darstellung

- individuelle Züge

- betonte Körperlichkeit und Naturnähe

- Darstellung von idealer Schönheit in Frankreich

- Gewänder mit lockerem anmutigem Faltenwurf

- weibliche Figuren in geschwungener Haltung so genannte S-Krümmung dargestellt gotischer Schwung gotische Plastik

charakteristisch für die

- Plastik erreicht in Gotik hohe Blüte

- Um 1400 entstand die Madonnendarstellung

- Bekannte Künstler:

- Tilman Riemenschneider

- Veit Stoß

- Naumburg Meister

4. Malerei

- Verdrängung der Wandmalerei
- Loslösung von Baukunst
- Bemühung, Lebensnähe, Natürlichkeit zu zeigen
- Bilder werden bewegter
- kompakter Körperbau
- bei Mariendarstellung schauen sich Mutter und Kind an
- keine Schatten
- Maler sieht sich als Künstler
- bekannte Maler: - Stephan Lochner
- Konrad Witz
- Petrus Christus
- Michael Pacher
- Hieronymus Bosch
- Gerhard Grünewald
- Bertram Minden
- Entstehung eines neuen Gebietes der Malerei, da es viele Fenster gab

Glasmalerei

Glasmalerei:

- Blüte in Hoch- und Spätgotik
- Themen: biblische Geschichten, Heiligenfiguren, aber auch Bauarbeiter bei ihren Beschäftigungen
- Vorgehensweise:
- Entwurf (Riss) wird hergestellt
- Fertigung eines Kartons (originalgroße Zeichnung, vorgesehene Farben werden eingetragen)
- Zuschnitt und Bemalung der einzelnen Glasteile
- Aufmalung von Umrissen und feinen Zeichnungen mit Schwarzlot
- Aufschmelzung im Brennofen
- Verbindung der Glasteile durch Bleistege
- Bleistege unterstreichen Linienführung der Bilder
- Prägung der Glasmalerei durch vier Komponenten: Glas, Farbpigment, Blei, Licht das durch Fenster gefiltert wird

Tafelmalerei:

- Auch Altarmalerei genannt
- Neuschöpfung der Gotik
- Verbindung zur Holzplastik
- Altar entwickelt sich zum Flügelaltar

5. Nachweis der Gotik

Beispiel: Meißner Dom

Der Dom zu Meißen wurde ab dem 10. Jahrhundert bis um 1530 gebaut. Er wurde zum Großteil in der gotischen Epoche errichtet.

Der Meißner Dom ist drei schiffig, mit zwei spitauslaufenden, durchbrochenen Türmen. Man findet frühgotische Gewölbe, ebenso wie hoch- und spätgotische Gewölbe. Das Langhaus mit seinen wuchtigen Pfeilern und der Chor mit seinen riesigen Fenstern, dem Chorumgang und den typisch gotischen Glasmalereien, sind durch einen Lettner getrennt. Der Lettner war die Grenze zwischen dem „gemeinen Volk“ und der geistlichen Macht, die Wasser predigten und Wein tranken. Diese Lettner sind nur noch in wenigen Bauwerken zu sehen, da die Vielzahl durch Bilderstürmer zerstört wurde. Ein Merkmal ist auch das verkürzte Querhaus. Über dem Eingang im Westen findet man einen riesigen

Vierpass. Der Chor weist abgestufte Strebepfeiler auf und in den hohen Fenstern ist reiches Maßwerk vorhanden. An das Querhaus schließt ein einzelner Turm an, was auf die hochgotische Einturmfassade schließen lässt. Eine Galerie ist nicht vorhanden. An den Türmen sind Fialen, Krabben und eine jeweilige Kreuzblume vorhanden.

An allen diesen Merkmalen ist zu erkennen, dass der Meißner Dom ein gotisches Bauwerk ist, in dem sich Früh-, Hoch- und Spätgotik vermischen.

7. Quellenverzeichnis

1. Streifzug durch die deutsche Baukunst

2. BI-Handlexikon Band 1+2

3. Gotik-Hefter meiner Schwester

4. Meyers Handlexikon

5. Meißner Chronik 1989-1996

6. Elbtal und Lößhügelland bei Meißen

7. Duden 1

8. Internetseiten: -www.hausarbeiten.de

-www.fachwerk.de

-www.uni-koblenz.de

-www.abaelard.de

-www.tempus-vivit.net

-www.muenster.org

-www.stiftskirche-stuttgart.de

-members.aol.com

-www.hgb-leipzig.de

-www.schloesser-magazin.de

-www.museenkoeln.de

-www.fotomr.uni-marburg.de

-members.fortunecity.com

-www.sulinet.hu

-home.t-online.de

-www.referate-archiv.de

-www.elore.com

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Details

Titel
Gotik. Eine Übersicht über Epochen, Architektur und Kunst
Autor
Jahr
2002
Seiten
12
Katalognummer
V105972
Dateigröße
407 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gotik
Arbeit zitieren
Heiner Schumann (Autor), 2002, Gotik. Eine Übersicht über Epochen, Architektur und Kunst, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105972

Kommentare

  • Gast am 10.4.2002

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    Bewertung.

    spitzen Arbeit

  • Gast am 28.2.2005

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    ich finde deine arbeit super spitze

  • Gast am 7.4.2008

    gut gemacht.

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