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Sklaverei und negative Vorteile. Stammen die Vorurteile gegen Schwarze aus der islamischen Welt?

Die angeblichen Verfluchung Chams und die angelsächsische Tradition der Frühen Neuzeit

Titel: Sklaverei und negative Vorteile. Stammen die Vorurteile gegen Schwarze aus der islamischen Welt?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 13 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Karl Hollerung (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Sklaverei wurde immer auch damit legitimiert, dass man den Völkern, die vorrangig versklavt wurden, sehr negative Eigenschaften nachsagte. Im Rahmen dieser Arbeit wird dabei der Frage nachgegangen, inwiefern die Vorurteile zu Schwarzen direkt aus der islamischen Welt stammen oder sich unabhängig davon erneut entwickelten, wobei vorislamische Kulturen noch zu berücksichtigen wären.

Diese Frage soll hier anhand der Geschichte der durch Chams Sünde verursachten Verfluchung Kena’ans durch Noach untersucht werden, die in beiden Kulturen eine große Rolle bei der Legitimierung der Versklavung vorrangig schwarzer Menschen spielte. Dies war besonders im angelsächsischen Raum der Fall.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Grundlagen in der Bibel

Die Cham-Geschichte und das damit verbundene theologische Hauptproblem

Die Völkertafel

Die CG in der islamischen Welt des Mittelalters

Die CG nach Ibn Qutayba

CG im Werk ,, al-Muqaddimah“ Ibn Khaldūns

Bedeutung der CG

Die CG im christlichen Europa

Die CG nach Azurara

Azurara – der Begründer einer europäischen CG-Tradition?

Die CG nach Thomas Newton

Die Folgen von Newtons Werk

Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht den möglichen Einfluss der mittelalterlichen islamischen Tradition der hautfarbenbezogenen Interpretation der sogenannten "Cham-Geschichte" (CG) auf die ähnliche angelsächsische Tradition der frühen Neuzeit, um die Rolle dieser Erzählung bei der Legitimierung von Sklaverei zu beleuchten.

  • Analyse der biblischen Cham-Geschichte und ihrer theologischen Interpretationsprobleme.
  • Untersuchung der Rezeption der Cham-Geschichte in der islamischen Welt des Mittelalters (Ibn Qutayba, Ibn Khaldūn).
  • Betrachtung der Entwicklung der CG-Tradition im christlichen Europa und England.
  • Vergleich und Bewertung von Einflüssen zwischen der islamischen und der angelsächsischen Überlieferung.
  • Diskussion der Bedeutung der CG für die Legitimierung transatlantischer Sklavenhandelspraktiken.

Auszug aus dem Buch

Die CG nach Ibn Qutayba

Ibn Qutayba war ein arabischer Gelehrter, der 884 oder 889 starb und sich u.a. sehr stark mit dem Alten Testament befasste. Er ist für den Gegenstand dieser Arbeit von Bedeutung, weil er der erste arabische Autor ist, der den Fluch Noachs nicht nur mit Sklaverei, sondern auch mit der schwarzen Hautfarbe in Verbindung brachte.

Zunächst einmal hat der Autor wieder einmal den bereits erwähnten Fehler gemacht und die Stelle ,,Verflucht sei Kena’an“ usw. mit ,,Verflucht sei der Vater Kena’ans“ übersetzt. Auf die Folgen dieses Übersetzungsfehlers wurde bereits hingewiesen und er tauchte bereits während der arabischen Expansion auf, als die Iraner, Ägypter und Perser in großer Zahl versklavt wurden und ebenfalls als Söhne Chams galten. Allerdings stand der Fluch damals noch nicht in Verbindung mit der schwarzen Hautfarbe. Entscheidend ist daher der zweite Teil des Textauszugs. Dort heißt es u.a.: ,, Hām the son of Noah was a white man, with a handsome face and a fine figure, and Almighty God changed his color and the color of his descendants in response to his father’s curse. […] They are the blacks.“ Des Weiteren werden die Inder als Nachfahren Puts und die verschiedenen afrikanischen Völker als die Nachfahren Kuschs und Kena’ans beschrieben. Obwohl zu diesen afrikanischen Völkern auch Kopten und Berber, zwei eindeutig weiße Völker, gerechnet werden, scheint Qutayba offensichtlich auch bei ihnen von einer schwarzen Hautfarbe ausgegangen zu sein, was aber seiner Unwissenheit geschuldet sein mag. Auf jeden Fall haben wir hier erstmals in der islamischen Geschichte eine Gleichsetzung von schwarzer Hautfarbe und Sklaverei, die mit der CG legitimiert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Sklavereilegimitierung durch die Cham-Geschichte und Vorstellung des Forschungsstands.

Die Grundlagen in der Bibel: Analyse des hebräischen Bibeltextes zur Cham-Geschichte und der damit verbundenen theologischen Problematiken bei der Interpretation.

Die Völkertafel: Erörterung der Rolle der Völkertafel bei der Verbindung der Nachkommen Chams mit Afrika.

Die CG in der islamischen Welt des Mittelalters: Untersuchung der Interpretationen der CG durch Ibn Qutayba und Ibn Khaldūn sowie die Bedeutung der CG im islamischen Kontext.

Die CG im christlichen Europa: Analyse der Rezeption der CG bei Azurara und Newton sowie deren Einfluss auf die europäische Sklavenrechtfertigung.

Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Einflusses der islamischen CG-Tradition auf die angelsächsische Entwicklung und die begrenzte Wirkmacht dieser ideologischen Konstrukte.

Schlüsselwörter

Cham-Geschichte, Sklaverei, Islamische Tradition, Angelsächsische Tradition, Ibn Qutayba, Ibn Khaldūn, Völkertafel, Noach, Kena'an, Rassendiskriminierung, Legitimierung, Theologie, Mittelalter, Frühe Neuzeit, Transatlantischer Sklavenhandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie eine biblische Erzählung – die Cham-Geschichte – über Jahrhunderte hinweg instrumentalisiert wurde, um Sklaverei und die Diskriminierung schwarzer Menschen theologisch zu rechtfertigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die biblische Exegese, die islamische Rezeptionsgeschichte im Mittelalter sowie die frühneuzeitliche angelsächsische Tradierung dieser Erzählung.

Welches Ziel verfolgt der Autor?

Das primäre Ziel ist die Klärung der Frage, ob und inwieweit die islamische Tradition der Interpretation von Chams Verfluchung einen Einfluss auf die spätere angelsächsische Tradition hatte, die als Argument für den Sklavenhandel diente.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine quellenbasierte Analyse durchgeführt, bei der theologische Texte und historische Schriften von Gelehrten wie Ibn Qutayba, Ibn Khaldūn, Azurara und Thomas Newton kritisch verglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Cham-Geschichte in der Bibel, ihre Verbreitung in der islamischen Welt als Mittel zur Sklavenlegitimation und schließlich ihre Übernahme und Adaption im christlichen Europa und den USA.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die Cham-Geschichte (CG), Sklavenlegitimation, Rasse, Hautfarbe, biblische Exegese und der kulturelle Transfer zwischen islamischer und europäischer Tradition.

Warum wird im Text zwischen Cham und Kena'an unterschieden?

Die Arbeit betont, dass im biblischen Original Kena'an verflucht wurde, während in der populären Überlieferung oft Cham ins Zentrum gerückt wurde, um die Versklavung der "schwarzen Rasse" zu begründen.

Welche Rolle spielte Thomas Newton für die Entwicklung der CG?

Thomas Newton nutzte arabische Bibelübersetzungen, um den biblischen Text so umzudeuten, dass er die Sklavenhaltung expliziter legitimierte, was ihn zu einer zentralen Figur für die spätere Rezeption in den USA machte.

Was ist das Ergebnis der Untersuchung bezüglich des Einflusses der islamischen Welt?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Einfluss der islamischen Tradition auf die angelsächsische Entwicklung zwar vorhanden, aber in seiner Bedeutung nicht zu überschätzen ist, da auch interne europäische Faktoren eine entscheidende Rolle spielten.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sklaverei und negative Vorteile. Stammen die Vorurteile gegen Schwarze aus der islamischen Welt?
Untertitel
Die angeblichen Verfluchung Chams und die angelsächsische Tradition der Frühen Neuzeit
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
1,0
Autor
Karl Hollerung (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
13
Katalognummer
V1059951
ISBN (eBook)
9783346475398
ISBN (Buch)
9783346475404
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sklaverei vorteile stammen vorurteile schwarze welt verfluchung chams tradition neuzeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Karl Hollerung (Autor:in), 2013, Sklaverei und negative Vorteile. Stammen die Vorurteile gegen Schwarze aus der islamischen Welt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1059951
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Leseprobe aus  13  Seiten
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