Symptomatik und Therapiemöglichkeiten von Autismus


Seminararbeit, 2001

12 Seiten


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Inhaltsverzeichnis

1. Was ist Autismus?

2. Das Erscheinungsbild

3. Symptomatik
3.1 Sprache
3.2 Sonderleistungen
3.3 Angst
3.4 Physiognomie
3.5 Aggression und Autoaggression

4.Ätiologie
4.1 Störung der Wahrnehmungsverarbeitung
4.2 Vier Ursachen-Hypothesen
4.2.1 Die psychogene Entstehung
4.2.2 Vererbung
4.2.3 Hirnschädigung als Ursache
4.2.4 Hirnkrankheiten als Ursache

5. Therapiemöglichkeiten

6. Literaturverzeichnis

1. Was ist Autismus?:

Der Begriff Autismus, abgeleitet von der griechischen Vorsilbe autos (selbst),wurde 1914 von dem Schweizer Psychiater Eugen Bleuler geprägt. Er meinte damit einseitiges auf sich selbst bezogenes Denken, das er vor allem bei Schizophrenen beobachtet hat. Leo Kanner und Hans Asperger haben ihr Augenmerk auf eigenartige Verhaltensweisen bei Kindern gelenkt, bei denen Kontaktstörungen und extreme Selbstbezogenheit die am meisten hervorstechenden Merkmale sind. Sie beschrieben zwei unterschiedliche Formen der Krankheit. ,Das Kanner-Syndrom (1943) mit den Merkmalen: hochgradige Abkapselung von der Umwelt, zwanghaftes Bedürfnis nach Gleicherhaltung der Situation, Störung der Sprachentwicklung und Störung der Intelligenzentwicklung. Das Asperger-Syndrom (1944) mit den Merkmalen: gute bis überdurchschnittliche Intelligenz, eine weniger hochgradige Beziehungsstörung, frühzeitige Sprachentwicklung, großer Wortschatz und originelle Wortschöpfungen, die Fähigkeit zu abstrahieren, intensive Sonderinteressen, ein disharmonisches Gemüt, Gefahr, durch absonderliches und unangemessenes Verhalten und ein hohes Aggressionspotential in Isolation zu geraten. Kanner nannte die schwere Form mit niedriger Intelligenz „frühkindlichen Autismus“, Asperger bezeichnete die leichtere Form mit normaler bis überdurchschnittlicher Intelligenz als „autistische Psychopathie“.´(nach J.Blackburn, was ist Autismus?, www.Planger.de)

2. Das Erscheinungsbild:

Wie sich das autistische Syndrom bei einzelnen betroffenen Individuen darstellt, wird am besten an einem Beispiel klar:

Beispiel Judith:

Judith, ein 3 ½jähriges Mädchen, ist das sechste Kind ihrer Eltern. Bei der Geburt durch vorzeitigen Blasensprung kam es offenbar zu Sauerstoffmangel. In den ersten Lebensmonaten schien sich das Kind normal zu entwickeln. In geistiger Hinsicht blieb Judith doch erheblich zurück. Sprachlich kam sie bis heute nicht über ein Lallen und das Artikulieren von wenigen Silben ohne Bedeutung hinaus. Es ist fraglich, ob sie Sprachverständnis besitzt. Das Mädchen näßt und kotet noch ein, sie ist noch ganz unselbständig und spielt noch kein bißchen konstruktiv. Trotz der deutlichen geistigen Retardierung zeigt Judith eine ganze Breite autistischer Symptome: Sie hat kaum Kontakt zu Mitmenschen, blickt diese nicht an. Ihre Kontaktaufnahme mit der Umwelt geschieht durch Betasten, Beriechen, Belecken. Das Kind wirkt manchmal wie taub, man weiß aber, daß es hört; bei manchen Geräuschen hält es sich die Ohren zu. Man beobachtet häufig stereotype Bewegungen wie Sich-Wiegen, Hüpfen, Zehengang, Sich-um-sich-selbst-Drehen. Die Schmerzempfindung ist gering. Auch leichte Zwangsmechanismen sind vorhanden: Judith mißfallen Veränderungen; sie versucht die alte Ordnung wiederherzustellen. Sie beharrt darauf, bestimmte Gegenstände Ständig in der Hand zu halten. Das Mädchen ist, wie bereits gesagt, mutistisch. Sie ist sehr unruhig und unstet. Bei diesem Kind wurde nur die Verdachtsdiagnose autistisches Syndrom bei geistiger Retardierung gestellt. Erst die Beobachtung des weiteren Verlaufs kann hier Klarheit bringen. Der Nutzen einer Frühdiagnose liegt darin, daß bereits jetzt therapeutische und heilpädagogische Maßnahmen eingeleitet werden können.

3. Symptomatik:

1943 hat Kanner folgende Punkte zur Symptomatik herausgestellt: Als erstes steht die Unfähigkeit, zu Menschen und in Situationen normale Beziehungen aufzubauen, das autistische Alleinsein. Weiter kommen das ausgezeichnete mechanische Gedächtnis, der zwanghaft ängstliche Wunsch nach Beibehaltung der Ordnung, die Neigung zu stereotypen Wiederholungen. Dazu kommen verschiedene Störungen der Sprache, angefangen von völliger Sprachunfähigkeit bis zu verschiedenen Eigentümlichkeiten, wie Echolalie, pronominale Umkehr, gestörte Sprachmodulation, Monotonie der Aussprache, eigenartiger Umgang mit Begriffen und Wortneubildungen( auch Erfindung einer eigenen Sprache). Asperger beobachtete noch zusätzlich Negativismus, Bosheit, Abneigung gegen Berührungen, Geschmacksanomalien, Ordnungszwang, Sammelleidenschaft und der fetischartige Umgang mit Lieblingsgegenständen. Die Gefühlswelt sei disharmonisch, extremes Masturbationsverhalten, Egozentrik, Distanzlosigkeit und Humorlosigkeit lassen sich auch finden.

Die bisher erörterten Verhaltensauffälligkeiten autistischer Kinder geben noch keine ausreichende Übersicht über die Vielfalt der Symptomatik. Im Laufe der Jahre sind noch weitere Besonderheiten beobachtet worden:

- Ungewöhnliche Reaktionen auf Laute/Geräusche( z.B.Nichtreagieren auf laute

Töne oder Sprache; Faszination durch Rascheln oder Scheppern; unerklärliche Angstreaktionen auf bestimmte Laute etc..)

- Ungewöhnliche Reaktionen auf optische reize (z.B. Nichtreagieren auf Gesten;

Faszination durch Glitzern, Reflexe, Drehbewegungen runder Gegenstände, Blättern in Büchern etc..)

- Vermeidung des Blickkontakts, Wahrnehmen durch (scheinbares) Vorbeisehen, kein Fixieren

- Paradoxe Reaktionen auf Sinnesreize und stereotype Bewegungen von

Körperteilen oder Gegenständen

- Bevorzugung und des Geruchsinns/Geschmacksinns gegenüber dem Gesichts-/ Gehörsinns

- Unempfindlichkeit gegenüber Kälte-, Hitze-, Schmerz- oder unangenehmen

Geschmacksreizen

- Neigung sich selbst Schmerzen zuzufügen und zu einer starren, undurchbrechlichen Ordnung der Umwelt

3.1 Sprache:

Die bisher nur kurz angerissenen Eigentümlichkeiten der Sprache zeigen ebenfalls eine sehr große Bandbreite:

- Vorsprachliche Lautäußerungen des Säuglings, wie z.B. Schreien haben für die Mutter keinen Signalcharakter
- Ziehen oder Reißen bei Willensäußerungen
- Verzögerte Sprachentwicklung. Zurückgehen schon erworbenen Sprachvermögens bis zum verstummen(Sprachknick)
- Konkretischer Sprachgebrauch; grammatisch nicht korrekter Satzbau
- Unmittelbare Echolalie und verzögerte Echolalie
- Schwierigkeiten bei der Anwendung Örtlicher Präpositionen und Begriffe; vertauschen von Personalpronomen
- Wenig oder kein kommunikatives Sprechen, häufig nicht der Situation angemessen; Neigung zu Selbstgesprächen
- Bizarre Äußerungen, Wortspiele, Wortverdrehungen, Neologismen, Schimpfen
- Auffälliges Sprechen; das Sprechen nicht unterstützende Gestik und Mimik
- Artikulationsschwierigkeiten bei bestimmten Lautkombinationen oder wegen zu geringer Mund-/ Zungenmotorik
- Schwierigkeiten, Informationen/Bedeutungen aus Gesten, Mimik, Betonung, Ironie etc. zu entnehmen
- Häufige Beschäftigung mit negativen Themen(Tod, Unfall, Krankheit etc.)

3.2 Sonderleistungen:

Es ist schon lange bekannt, daß Autiststen, wenn ihre Intelligenz im Bereich der Norm oder der Lernbehinderung liegt, manchmal auffällige Sonderleistungen zeigen. In der Literatur sind bei solchen Menschen hervorstechende Fähigkeiten auf bestimmten Spezialgebieten beschrieben worden. Bekannt sind hier vor allem musikalische Sonderbegabungen. Erstaunlich ist das Schnelle Lernen von Melodien, welches oft mit der Einordnung nach Komponisten bzw. Schallplatten einhergeht. Es gibt zahlreiche Autisten, die Instrumente spielen, von denen sich das sogar einige selbst beigebracht haben. Besonders sind auch die Leistungen die sich auf das Gedächtnis beziehen; hier ist immer auf das sog. Kalendergedächtnis hingewiesen worden. Es handelt sich dabei um Menschen, die in der Lage sind, von jedem beliebigen Datum nach einigen Sekunden den Wochentag zu sagen. Eine solche Fähigkeit erwächst wohl nicht allein aus der gesteigerten Leistung der Merkfähigkeit und des Gedächtnisses, vielmehr muß auch das Vorstellungsvermögen auf visuellem oder akustischem Gebiet besser funktionieren als im Normalfall. Dazu gehört dann auch noch ein starkes Interesse auf einem bestimmten Gebiet wie hier die Daten(ganze Kursbuche der Bahn werden gelernt und überprüft). Auch andere außergewöhnliche Leistungen werden genannt: Ein autistischer Junge konnte das Alphabet vorwärts wie rückwärts hersagen. Erstaunliche Leistungen auf Spezialgebieten, wie Geographie, Chemie, Mathematik etc. werden beobachtet. Als Mehrleistung, die über der Gleichaltriger steht, kann auch das hervorragend exakte und schnelle lösen von schwierigen Puzzles gelten. Eigenheiten beim Malen und Zeichnen, aber auch die fotografisch genaue Wiedergabe in Zeichnungen werden oft beobachtet und sind sehr erstaunlich

3.3 Angst:

Eine bisher sehr unterschiedlich interpretierte Frage ist die, ob autistische Kinder besonders ängstlich sind oder nicht. Schon aus manchen älteren

Symptombeschreibungen erfuhr man, daß Autisten reale Gefahren nicht erkennen oder abschätzen können, daß sie z.B. Ohne bedenken bei lebhaften Verkehr die Straße überqueren oder auf Dächer von Häusern steigen würden. Beim Menschen lässt sich Angst nicht nur aus dem Verhalten -Flucht, Rückzug u.ä. ableiten, sondern in starken Maße aus der Mimik. Alle diese Kriterien der Angstbeurteilung haben für autistische Menschen nur bedingt Gültigkeit. Die Mimik ist eben oft nicht adäquat. Ein Kind lacht, wenn man Mißstimmung erwartet und umgekehrt. Auch bei den Kindern, bei denen es möglich ist, ein gesondertes Gespräch zu führen, erfährt man selten etwas über ihre Gefühlswelt. Die Kinder beschäftigen sich häufig mit negativen Themen, wie Tod, Unglücke, Katastrophen etc.; dazu gehört manchmal auch eine negative -subdepressive -Grundstimmung. Zahlreiche autistische Kinder machen einen durchaus zufriedenen, ja glücklichen Eindruck. Der autistische Mensch ist nur schwer in der Lage, seine Gefühle durch sein Verhalten( evtl. durch Rückzug) durch seine Mimik und/oder verbal so auszudrücken, daß es die Partner verstehen.

3.4 Physiognomie:

Schon die Erstbeschreiber des autistischen Syndroms Kanner und Asperger haben hervorgehoben, daß die meisten autistischen Kinder besonders ansprechend aussähen. Sogar von „Prinzengesichtern“ war die Rede.

Die Physiognomien der Autisten unterscheiden sich nur geringfügig von denen der normalen Kinder. Charakteristisch für den „autistischen“ Gesichtsausdruck ist der Eindruck der Leere, Traurigkeit, Abwesenheit und Ausdrucksarmut.

3.5 Aggression und Autoaggresion:

aggressiv sind viele Kinder, denken wir z.B. an die normale Trotzphase; Aggressives Verhalten kann aber bei Autisten aus mehreren Gründen für den Umgang mit ihnen ein schwerwiegendes Symptom sein: 1. Weil es sie ganz unbegründet und unberechenbar überfällt, 2. Weil es sich auch gegen Personen richtet, die dem Autisten ziemlich nahestehen, und 3. Weil es als sog. Autoaggression sich nicht so selten gegen die eigene Person richtet.

Da viele Autisten, zumindest in frühen Lebensphasen, Schmerzen, manchmal auch Kälte, weniger stark empfinden als ein normales Kind, ist es verständlich, daß bei ihnen Autoaggression kaum als schmerzhaft und damit nicht als unangenehm erlebt werden. Das Problematische der Autoaggression autistischer Menschen ist neben ihrer Intensität gelegentlich die Dauer der Handlungen. Manche Kinder und Jugendliche schlagen und beißen sich stunden- und tagelang ununterbrochen. Man kann dann kaum noch einen annehmbaren Kontakt mit ihnen aufnehmen. Sie sind auf diese Weise ständig mit sich selbst beschäftigt, daß sie nichts anderes tun, aber auch für therapeutische Maßnahmen nicht zugänglich sind.

4. Ätiologie (Lehre von den Ursachen der Krankheit):

4.1 Störung der Wahrnehmungsverarbeitung:

Es steht fest, daß beim voll ausgeprägten autistischen Syndrom eine Störung der Wahrnehmungsverarbeitung vorliegt. Das Kind kann die sensiblen und sensorischen Reize aus seiner Umwelt, wahrscheinlich auch aus seinem Körper, nicht richtig koordinieren. Die Synthese, die zum normalen psychischen Funktionieren notwendig ist, gelingt nur unvollkommen. Um sich in der Umwelt zu orientieren, Bedarf es eines Filters, der das in der aktuellen Situation nicht notwendige aussondert. Es wird angenommen, daß ein Reglersystem im Gehirn gestört ist.

Die Annahme einer solchen Koordinationsstörung der Wahrnehmung erklärt u.a. das Ausweichen autistischer Kinder auf die niederen Sinne. Die Speicherung von Sinneseindrücken - das Gedächtnis- ist bei autistischen Menschen anders. Sie behalten Geschehenes und Gehörtes im Gedächtnis, was man normalerweise vergisst.

4.2 Vier Ursachen- Hypothesen:

4.2.1 Die psychogene Entstehung:

Die erste Hypothese der Entstehung des Autismus durch negative Erfahrung des Kindes und damit z.T. durch Betreuungsmängel im weitesten sinne des Wortes, schien anfangs ziemlich einleuchtend zu sein. Kommt es doch bei schwerer Deprivation von Kindern in frühen Entwicklungsstadien zu autismusähnlicher

Symptomatik, dem sog. Hospitalismus- Syndrom. Auch die Schilderung der Persönlichkeiten der Eltern bei Kanners ersten autistischen Kindern hat so eine Annahme nahegelegt. Dennoch hat eine exakte Prüfung der Elternpersönlichkeiten und der Betreuungspraxis der Mütter ergeben, daß der Umgang der Mutter mit ihrem Kind nicht die Ursache für Autismus sein kann, sondern daß derartige Umweltfaktoren höchstens gelegentlich als weiterer verschlimmernder Aspekt in Frage kommt.

4.2.2 Vererbung:

Dass Autismus wirklich vererbbar ist, ist nicht erwiesen, da Kinder mit einem vollausgeprägten autistischem Syndrom kaum zur Fortpflanzung kommen. Eine andere Frage ist die nach Wesenseigentümlichkeiten in der Blutsverwandtschaft, die eventuell Ähnlichkeit mit dem Autismus haben. Hier werden vor allem Kontaktarmut und Zwangsmechanismen zu nennen. Die Kinder kamen alle aus hochintelligenten Familien, die sich mit Wissenschaft, Literatur usw. beschäftigen. Für das Vorliegen einer genetischen Disposition des Autismus sprechen auch neuere Untersuchungen. Man fand heraus, dass die Brüder und Schwestern autistischer Kinder viel häufiger Wahrnehmungsstörungen, Sprachverzögerungen, Lernschwierigkeiten sowie geistige Behinderung aufwiesen als die Geschwister von normalen Kindern, oder mit Downsyndrom. Auch die Zwillingsforschung hat ergeben, dass Vererbung als Ursache des autistischen Syndroms kaum eine Rolle spielt.

4.2.3 Hirnschädigung als Ursache:

Bei dem 3. Ursachenkoplex handelt es sich um die sog. Exogene Gehirnschädigung. Darunter versteht man alle negativen Einflüsse die von außen auf das Gehirn einwirken, einschließlich des Sauerstoffmangels bei der Geburt.

Exogene Ursachen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.2.4 Hirnkrankheiten als Ursache.

Das 4. Ursachenbündel, definierte Krankheiten, die irgendwie das Gehirn Betreffen, hat Wohl die gleiche Bedeutung für die Entstehung des Autismus wie exogene Hirnkrankheiten. Die Störung der Wahrnehmungsverarbeitung kann auch dadurch entstehen, daß das Gehirn kongenital (schon in den Chromosomen vorgegeben) in seiner Funktion beeinträchtigt ist.

Anerster Stelle sind hier Krankheiten zu nennen, die auf Anomalien der Chromosomen beruhen.

Das Downsyndrom, das in jeder Weise sowohl vom körperlichen als auch geistigen her ganz klar definiert ist, gilt eigentlich als die Form der geistigen Behinderung, die sich vom autistischen Syndrom deutlich unterscheidet. Es gibt auch nur Einzelfälle von Autisten verbunden mit dem Downsyndrom. Auch beim Klinefeltersyndrom wurde in einzelnen Fällen das Zusammentreffen mit autistischer Symptomatik beschrieben.

Körperliche Stigmen, die sonst bei Menschen mit dem Fragliexsyndrom in Verbindung gebracht werden, liegen bei autistischen Kindern, vor allem bei solchen mit geistiger Behinderung öfters vor.

Es gibt noch eine Reihe anderer Krankheiten des Zentralnervensystems, bei denen manchmal autistische Symptome beobachtet werden.

5. Therapiemöglichkeiten:

Es gibt sehr viele verschiedene Therapiemöglichkeiten: Musiktherapie, physikalische Therapie, Festhaltetherapie, medikamentöse Therapie, Neurotransmittertherapie, Gestützte Kommunikation, Vitamintherapie, Frischzellentherapie, Therapie mit Tieren etc.

Ich möchte hier nur die Musiktherapie und die Therapie mit Tieren herausstellen.

Musiktherapie:

Musiktherapie ist ein viel angewandtes Element der Autismustherapie. Da autistische Kinder häufig eine enge Beziehung zur Musik haben, ist es naheliegend, sich der

Musik als einen akustischen Sinn ansprechenden Reiz zu bedienen. Über den akustischen Reiz hinaus ergeben sich aber auch Beziehungen zur Kinästhetik(Muskel- und Gelenkwahrnehmung) und zum Tastsinn, wenn gewisse tiefe und laute Töne über den ganzen Körper wahrgenommen werden. Schließlich ist das Hervorbringen von Musik aus einem Instrument optisch wahrzunehmen. Das Vorspielen von Musik, oder das Vorsingen fördert die Kommunikation mit dem Kind. Schließlich soll es dazu kommen, daß das Kind selber mitmacht. Musiktherapie ist also zweifellos ein wirkungsvolles Mittel, auf die Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen einzuwirken.

Therapie mit Tieren:

Die Delphintherapie ist eine Außenseitermethode für das Arbeiten mit Autistischen Kindern. Dr. B. Smith ließ 1978 einen 18jährigen autistischen Jungen 4 Wochen lang mit Delphinen schwimmen. Der mutistische Junge sagte von da an „klick“ , wenn er das Bild eines Delphins sah; er war von da ab auch etwas ruhiger, weniger autoaggressiv und konzentrierter. Autisten geben sich gerne mit Tieren, wohl meist mit Haustieren, ab. Da das Tier weniger fordernd ist als die menschlichen Partner, wird hier oft eine gute, wenn auch nicht immer ganz dem üblichen Umgang mit dem Tier Adäquate Beziehung aufgebaut. Die Delphintherapie findet immer mehr Zulauf.

Literaturverzeichnis

Aarons,Maureen u. Gittens,Tessa: Das Handbuch des Autismus; Beltz Verlag 1994

Kehrer, Hans E.: Autismus, diagnostische, therapeutische und soziale Aspekte;5. Überarbeitete Auflage; Roland Ansanger Verlag Heidelberg 1995 (aus diesem Werk besteht der Hauptteil der Seminararbeit es wurde auf zitieren verzichtet)

Internet: www. Planger. de : Was ist Autismus Von J. Blackburn

12 von 12 Seiten

Details

Titel
Symptomatik und Therapiemöglichkeiten von Autismus
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Autor
Jahr
2001
Seiten
12
Katalognummer
V106005
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Autismus
Arbeit zitieren
Roman Gohlke (Autor), 2001, Symptomatik und Therapiemöglichkeiten von Autismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106005

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