Mein Praktikum in der Grundschule Fenelon Sainte Marie Bienfaisance Paris


Praktikumsbericht (Schule), 2001

11 Seiten, Note: 13 Punkte


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Inhalt

EINLEITUNG
MEINE WAHL
ERWARTUNGEN AN DAS PRAKTIKUM
MEIN BETRIEB: DIE SCHULE

DIE SCHULE
MEINE KLASSEN WÄHREND DES PRAKTIKUMS
AUFGABEN
EINFACHERE AUFGABEN:
SCHWIERIGERE AUFGABEN:
MEIN ARBEITSPLATZ: DER KLASSENRAUM
ARBEITSMITTEL
ERLEICHTERUNG DER ARBEIT DURCH TECHNISCHE NEUERUNGEN IN DEN LETZTEN JAHREN

UNGEWÖHNLICHE TAGE
MITTWOCH, 24. JANUAR
DONNERSTAG, 25. JANUAR
FREITAG, 26. JANUAR

DIE REFLEXIONEN DES ARBEITSTAGES
MEIN UMFELD AM ARBEITSPLATZ
DER UMGANG MIT DEN KOLLEGEN
ARBEITSTEILUNG
MEINE REAKTIONEN AUF KRITIK
MEIN ALLTAGSLEBEN
DER ALLTAG

AUSWIRKUNGEN DER ARBEIT AUF MEIN ALLTAGSLEBEN
ABSCHLIEßENDE BEWERTUNG MEINES PRAKTIKUMS
MEINE MEINUNG ÜBER DIE ARBEIT EINES LEHRERS IN FRANKREICH
DIE AUSWIRKUNGEN DES PRAKTIKUMS AUF MEINE SCHULISCHE UND BERUFLICHE ZUKUNFT
MEINE STELLUNG ZUR SCHULISCHEN VORBEREITUNGSARBEIT AUF MEIN PRAKTIKUM

ANHANG

Einleitung

Meine Wahl

Meine Entscheidung für ein Betriebspraktikum an einer Grundschule wurde durch meine häufigen Aufenthalte in der Schule meiner Mutter beeinflusst. Dort erkannte ich zum ersten Mal wie gern ich mit Kindern arbeite und ihnen helfe. Da die Schüler auch oft darauf drängten, dass ich wieder einmal in die Schule kommen solle und ich diesem Wunsch oft mit Vergnügen nachkam, zog ich von vornherein ein Praktikum an einer Schule in Betracht.

Die Entscheidung, das Praktikum in Frankreich zu verbringen, war eher spontan. Als das Angebot von Herrn Dannenberg offenbart wurde, ein Praktikum an einer französischen Grundschule zu machen, schien es kaum eine bessere Wahl zu geben.

Auf der Reise nach Paris kamen vielen von uns, die sich zu diesem Praktikum entschlossen hatten, Zweifel, ob unsere Wahl wirklich so gut war. Man stellte Fragen, wie die Familien sein würden oder ob man die kleinen Kinder überhaupt verstehen könne. Besonders die Tatsache, dass der nächste Tag ein Sonntag war, schien ein großes Problem zu sein, da man mit den Gasteltern und dem Austauschschüler allein zu Hause sein müsse.

Doch durch die Erfahrungen während eines dreiwöchigen Aufenthaltes in einer englischen Familie hatten mir gezeigt, dass es für jedes Problem eine Lösung geben würde. Ich kann mit den Eltern reden, wenn eine Schwierigkeit auftaucht und auch die Kinder bitten, langsamer zu sprechen oder mir ein Wort zu erklären. Mit dieser Einstellung schien es ebenso wenig ein Problem zu sein, den Sonntag mit den Gastgebern zu verbringen.

Erwartungen an das Praktikum

Die allgemeine Meinung über die Arbeit der Lehrer setzt sich größtenteils aus den Vorurteilen zusammen, dass sie eine kurze Arbeitszeit, oft Ferien und dabei wenig Arbeit haben. Doch in der Realität sieht es oft anders aus: Unterrichtsvorbereitungen erweitern die Arbeitszeit auf den Nachmittag, Planungen von Unterrichtseinheiten verkürzen die unterrichtsfreie Zeit in den Ferien und bescheren eine Menge Arbeit. Ich wollte einmal für mich selbst erfahren, ob ich diesem Stress standhalte und dabei in der Lage bin, mit den Schülern gemeinsam zielgerichtet zu arbeiten.

Ein großes Interesse hatte ich natürlich auch am Aufbau des französischen Schulsystems, da ich schon Grundlagen des englischen einmal selbst erfahren hatte und sehr überrascht war, wie verschieden es zu dem unsrigen ist.

Meine schulischen Leistungen im Fach Französisch waren in den letzten zwei Jahren eher mittelmäßig. Gründe dafür sehe ich hauptsächlich in meinem sehr lückenhaften Vokabular und der Tatsache, dass ich mich im Unterricht nur selten traue mündlich mitzuarbeiten. Die Möglichkeit mein Praktikum in Frankreich zu verbringen sah ich daher auch als Chance, meine Leistungen etwas anzuheben.

Mein Betrieb: Die Schule

Mein Praktikumsbetrieb war die französische école primaire „Fénelon Sainte Marie Bienfaisance“ im Norden von Paris. Es ist eine katholische Privatschule, die vor ungefähr 120 Jahren gegründet wurde. Der Teil Bienfaisance setzt sich aus einer école maternelle (Kindergarten) und einer école primaire (Grundschule) zusammen. Die gesamte Fénelon jedoch ist ein komplettes Schulsystem, angefangen beim Kindergarten bis zur französischen Oberstufe. Die verschiedenen Schulen sind im nördlichen Zentrum von Paris relativ nahe beieinander angelegt, jedoch ist jede Einzelne eigenständig.

Die Schule

Meine Klassen während des Praktikums

Die meiste Zeit arbeitete ich in der CM2 von Madame Alix. Die Altersstufe der Klasse ist ungefähr gleichzusetzen mit einer vierten Klasse in Deutschland. Mit den 7 Mädchen und 24 Jungen verbrachte ich die ersten zwei Wochen an der Bienfaisance. Im Unterricht war ich Schüler, Lehrer und „Überwacher“ zugleich. Madame Alix integrierte mich in den Unterricht so oft es ging und ließ mich ebenso meine eigenen vorbereiteten Unterrichtsstunden durchführen.

In der dritten Woche jedoch wollte ich mir den Kindergarten, die Küche und den Sportunterricht ansehen, um auch die anderen Arbeitsplätze des Betriebes kennen zu lernen.

Am Montag in der „petite section“ traf ich auf die ganz kleinen, ungefähr drei- bis vierjährigen Kinder. Die beiden Klassenlehrerinnen empfingen mich mit offenen Armen, ich war eine willkommene Hilfe um sie bei ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen. Der Unterricht der Kinder setzte sich hauptsächlich aus Mal- und Bastelarbeiten, Lernen durch Spiele wie Memory und Spielen für den sozialen Umgang mit anderen zusammen.

Am Dienstag durfte ich in der „grande section“, der höchsten Stufe des Kindergartens mitwirken, in der die ungefähr Fünf- bis Sechsjährigen untergebracht sind. Hier gab es ebenso wie in den kleineren Kindergartenklassen zwei Lehrerinnen. Sehr überraschte mich, dass die Kinder schon in dieser Altersstufe schreiben lernen, sehr viel Disziplin haben und Ordnung halten.

Den Donnerstag verbrachten Sarah und ich vormittags in der Küche. Pizza und Kuchen backen stand auf dem Tagesprogramm. Das Küchenpersonal empfing uns herzlich, kümmerte sich den ganzen Vormittag um uns und half bei Problemen sofort aus. Nach dem Mittagessen gab es für Sarah und mich keine Arbeit mehr in der Küche. Wir sollten noch bis zum Ende des Schultages in eine Klasse gehen. Ich entschied mich für die petite section, bei der ich schon am Montag war. Meinen selbst gebackenen Schokoladenkuchen verteilte ich einer kleinen Pause unter den Schülern. Noch während dieser kleinen Zwischenmahlzeit kam Herr Dannenberg um mit Sarah und mir eine Abschlussbesprechung zu führen und letzte Probleme zu beseitigen.

Den Mittwoch und Freitag der letzten Woche meines Praktikums an der Bienfaisance werde ich erst später näher beschreiben, da diese Tage eher ungewöhnlich im Vergleich zu den anderen waren.

Aufgaben

Meine Aufgaben in der Schule waren sehr unterschiedlich. Sie dienten jedoch natürlich alle demselben Zweck: den Kindern durch differenzierte Übungen und Hilfestellungen den Weg in ihrer schulischen Laufbahn zu erleichtern. Dieses Ziel ließ sich manchmal durch sehr einfache, aber teilweise auch nur durch schwierige Arbeitsschritte realisieren.

Einfachere Aufgaben:

Das Abtippen und Vervielfältigen von Arbeitsblättern war eine Aufgabe, welche mir in dem Moment übertragen wurde, als meine Klassenlehrerin Madame Alix sah, mit welcher Geschwindigkeit ich im Internet und mit Word arbeitete. Sie gab mir jeden Tag ein bis zwei handgeschriebenen Unterrichtsvorbereitungen, die ich während der Freiarbeit der Kinder abtippen, ausdrucken und im Sekretariat vervielfältigen sollte.

Die Botengänge zur und für die Direktorin bezogen sich oft nur auf die Korrespondenz innerhalb des großen Schulkomplexes Sainte Marie. Ebenso mussten täglich nach 16 Uhr in der Cafeteria Weihnachts- und Neujahrskarten an die Eltern verkauft werden. Dafür wurden mir zwei Schüler (jeweils die Artigsten des Tages) zur Seite gestellt, um die Karten aus dem Sekretariat in die Schule zu bringen, diese dort auszustellen und zu verkaufen.

Hilfestellung im Informatikunterricht bot sich förmlich an, als die Kinder ihren Brieffreunden in den USA E-Mails schreiben wollten. Da die Englischlehrerin der Bienfaisance genug damit zu tun hatte, die Texte der Kinder zu korrigieren, wurde ich gebeten, die technischen Elemente, wie zum Beispiel Adressen und Sicherungskopien zu überprüfen und zu korrigieren.

Schwierigere Aufgaben:

Als schwierige Aufgaben erwiesen sich immer wieder Ausflüge mit den Kindern durch Paris. Selbst wenn es nur zum Religionsunterricht in die nahe gelegene Kirche (siehe Karte im Anhang) ging, war es immer eine große Verantwortung, welche die Lehrerin und ich trugen. Oft waren übermüdete oder sehr hyperaktive Kinder in der Gruppe, die ziellos umherliefen und den anderen Schüler nicht folgten. An Kreuzungen musste man nicht nur auf die Kinder, sondern auch auf die unruhigen Auto- und Motorradfahrer achten, da sie oft unangekündigt losfuhren, sobald sie eine kleine Lücke zwischen den Kindern sahen.

Auf einem Ausflug zum Senat von Frankreich wählte Madame Alix als Transportmittel den Bus, obwohl es mit der Metro ungefähr eine halbe Stunde weniger Fahrt gewesen wäre. Ich musste mich vor die Hintertür des Busses stellen um zu verhindern, dass ein Schüler an der falschen Station ausstieg. Entgegen meinen Erwartungen versuchten es sogar einige Schüler absichtlich. Zur Strafe durften sie an der Besichtigung des Senats nicht teilnehmen. Bei unserer Ankunft sah ich schließlich, warum die Klassenlehrerin diese lange Fahrt in Kauf genommen hatte: Es dauerte ungefähr fünf Minuten, bis wir alle Schüler aus dem Bus geholt und durchgezählt hatten. Der Busfahrer wartete geduldig und auch die Fahrgäste schienen dafür Verständnis gehabt zu haben. Wären wir mit der Metro gefahren, hätten wir höchstens eine Minute zum Aussteigen gehabt und einige Schüler im Zug vergessen.

Doch nicht nur solche Ausflüge waren anstrengend. Am ersten Tag meines Praktikums schlug mir Madame Alix vor, ich könne auch eigene Unterrichtsstunden in Deutsch mit den Kindern machen. Natürlich nahm ich dieses Angebot an und bereitete noch am selben Abend mit dem Computer eine Präsentation über mich (siehe Anhang) vor.

Die Klassenlehrerin war sehr erstaunt, als ich sie am nächsten Tag bat, mir eine halbe Stunde ihres Unterrichtes zur Verfügung zu stellen. Da sie jedoch auch gern erfahren wollte, was ich vorbereitet hatte, bekam ich eine halbe Stunde vor der Mittagspause. Die Begeisterung der Kinder über die Präsentation war groß. Intensiv arbeiteten sie mit, die Schüler, die näher am Computer saßen, lasen für die weiter hinten Sitzenden vor. Madame Alix war überrascht von meinem Computerwissen und lobte mich hinterher für diesen Versuch, mich den Schülern näher zu bringen. Natürlich dauerte die Präsentation nicht eine halbe Stunde lang. Nach zehn Minuten erschien auf dem Bildschirm der Arbeitsauftrag für die Kinder, ebenfalls eine kleine Präsentation von sich zu schreiben. Dieser Beschäftigung gingen sie bis zum Ende des Vormittags nach und präsentierten stolz ihre Ergebnisse.

Angespornt von diesem erfolgreichen ersten Versuch realisierte ich noch weitere Projekte mit den Kindern: Wir übten die Begrüßung, Vorstellung und Verabschiedung auf Deutsch und übersetzten gemeinsam die Namen der Schüler und mancher Lehrer in „meine“ Sprache, wie es die Kinder nannten.

Trotzdem dies so leicht scheint, gehört es doch zu den schwereren Aufgaben, da der Unterricht in einer anderen Sprache oft sehr mühsam ist. Die Kinder verstanden manche Übersetzungen nicht und waren auch teilweise sehr erschöpft von den vorangehenden Stunden. Auch hatte ich Probleme mit meiner Zeiteinteilung, da manche Aufgaben von den Kindern schneller und manche auch langsamer bearbeitet wurden als ich geplant hatte.

Mein Arbeitsplatz: Der Klassenraum

Ähnlich wie in Deutschland sind französische Klassenräume hauptsächlich durch die Kinder gestaltet. Viele im Unterricht entstandene Bilder und Bastelarbeiten hängen an den Wänden, Fenstern und Decken. Die für den Klassendienst verantwortlichen Gruppen stellen sich als Segelschiffbesatzungen mit Fotos am Schrank vor. Auf Karten sind die verschiedenen Urlaubsziele der Schüler gekennzeichnet. Die Lehrerin besorgt regelmäßig neue Poster, um auch noch die letzten leeren Stellen an den Wänden zu beseitigen.

Auf dem Lehrerpult von Madame Alix herrschte im Gegensatz zu anderen Unordnung, doch sie selbst fand immer alle Materialien. Benötigte. Arbeitsblätter, die die Kinder freiwillig bearbeiten durften, lagen geordnet in Ablagen im vorderen Teil der Klasse.

Die Tische der Schüler waren in fünf Reihen hintereinander aufgestellt. In der Mitte und an der rechten Seite gab es jeweils einen kleinen Durchgang. Hinter den Tischen standen Schränke mit verschiedenen Bastelmaterialien, CD-Roms für den Unterricht mit den Computern und Mappen für den Religionsunterricht in der Kirche. Ebenso hatte jedes Kind sein eigenes Fach, in dem es Bücher, Hefte und Bastelmaterialien aufbewahren durfte.

Arbeitsmittel

Im Gegensatz zu deutschen Schulen ist es an Privatschulen in Frankreich selbstverständlich, Lehrer scheinbar unbegrenzte Arbeitsmittel bereitzustellen. Poster zur Klassenraumgestaltung und auch CD-Roms für den Unterricht bestellte sich jeder Lehrer selbst auf die Rechnung der Schule und schaute es sich an. Sinnvolle neue Medien wurden in den Pausen auch dem Kollegium vorgestellt. Oft kamen auch Faxe oder E-Mails von einer der anderen Grundschulen mit Arbeitsblättern, Tipps für Anschaffungen oder manchmal auch komplett ausgearbeiteten Unterrichtseinheiten.

Erleichterung der Arbeit durch Technische Neuerungen in den letzten Jahren Jede Klasse hat einen, höhere Jahrgänge habe teilweise zwei Computer, die sich entweder im Klassenraum oder aus Platzgründen in der Bibliothek befinden. Der Unterricht mit diesem neuen Medium setzt sich zurzeit daraus zusammen, dass der Lehrer etwas auf dem Bildschirm präsentiert und die Schüler dabei zuschauen. Informatikunterricht mit der ganzen Klasse ist im Moment nur an einer nahe gelegenen Schule der Fénelon möglich, da diese mit einem großen Computerraum ausgestattet ist.

Des Weiteren nutzen die Lehrer das Internet häufig, um Arbeitsmaterial und Informationen zwischen den einzelnen Schulen auszutauschen. Dabei kristallisierten sich für mich zum ersten Mal Gruppenbildungen unter den Lehrern heraus, da nicht alle neuen Berichte mit guten Tipps jedem Lehrer gezeigt wurden.

Um Schwierigkeiten und Fehler mit den hausinternen Computer zu beseitigen, hat die Schule einen eigenen Informatiker, der die PCs täglich betreut.

Ungewöhnliche Tage

Mittwoch, 24. Januar

Am Mittwoch war der Besuch im Sportunterricht geplant. In der ersten Sportstunde zeigte sich, wie froh die Kinder über den Unterricht waren, da es einmal nicht um Disziplin und Ordnung ging, sondern sie sich austoben konnten. Ein kleiner Wettkampf im Seilklettern beendete die 45 Minuten Sportunterricht.

Doch noch bevor die zweite Sportstunde begann, wurden Sarah und ich vom Sportunterricht abgezogen. An diesem Tag waren insgesamt sechs Lehrer krank, sodass wir zwei Klassen betreuen sollten, die derzeit ohne Lehrkörper waren. Ich bekam eine CE1, also eine zweite / dritte Klasse. Trotzdem von der Lehrerin der anderen CE1 Ruhe angeordnet und die Aufgaben für die Kinder verteilt waren, hatte ich doch Probleme, die Kinder unter Kontrolle zu halten. Entweder war ich als einfacher Aufpasser ohne Einfluss auf die Noten der Kinder jemand, dem sie keinen Respekt entgegenbringen mussten, oder sie wollten lediglich ihre Grenzen austesten. Selten schaffte ich es, die Kinder zu beruhigen und oft kamen auch einige zu mir, um sich zu beschweren, dass es so laut in der Klasse sei. Ruhe brachte ich nur in die Klasse, wenn ich ihnen zeigte, dass ich lauter bin als sie, jedoch war diese Maßnahme nur von kurzer Dauer.

Zu meiner Erleichterung haben die Kinder in Frankreich Mittwochs nur vormittags Schule, wodurch dieser Stress schon um 1145 für mich und die Kinder beendet war.

Donnerstag, 25. Januar

Als ich morgens in der Schule ankam, stand wie immer die Direktorin Mademoiselle Comte und begrüßte die Schüler. Sie schenkte mir an diesem Morgen jedoch besondere Aufmerksamkeit und bat mich um eine kurze Unterhaltung. Ohne lange Vorrede berichtete sie mir, dass Sarah und ich am Freitag die CE1 übernehmen sollten, aus den selben Gründen wie am Vortag. Sie gab mir zwei Pläne auf denen vermerkt war, dass ich die Klasse vormittags und Sarah nachmittags betreuen würde.

Als ich nachmittags von der Schule kam, beschäftigte mich das Problem, wie ich die Klasse besser in den Griff bekommen könnte als am vorangegangenen Tag. Ich überlegte mir, dass diese Kinder wahrscheinlich nur auf die Methoden reagieren, die ihre Lehrer gewöhnlich anwenden. Regeln und Strafen mussten von Anfang an leider eindeutig definiert sein. Meine übliche Einstellung, den Kindern doch etwas Freiraum zu lassen, verschwand unbemerkt. Ich erstellte eine Liste von Verboten und Bestrafungen, die meiner Meinung nach für diese Altersstufe etwas zu hart, jedoch auf das Verhalten der Klasse optimal zugeschnitten war:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Benehmenstafel ist eine Tabelle mit allen Schülernahmen und Punkten von zehn bis null. Hat ein Schüler unter fünf Punkte, bekommt er zusätzliche Aufgaben und einen Brief nach Hause. Bei null Punkten muss der Schüler zur Direktorin gehen und ihr erklären, warum er so wenig Punkte hat.

Ich habe einmal miterlebt, wie ein Kind zur Direktorin gehen musste. Die Klassenlehrerin fuhr mit dem Unterricht fort, als ob nichts passiert wäre. Doch als nach einer halben Stunde der Schüler weinend in die Klasse kam, seine Sachen holte und nach Hause ging, herrschte eine bedrückende Stille in der Klasse. Durch diese Erfahrung hatte ich beschlossen, keinen meiner Schüler zur Direktorin zu schicken. Die Lehrerin erklärte mir nicht, was bei der Direktorin geschah, als ich nachfragte. Sie sagte mir nur, er wäre bestraft worden.

Freitag, 26. Januar

Um mir einen zeitlichen Vorteil zu verschaffen erschien ich ungefähr eine halbe Stunde vor den Schülern in der Schule. Zuerst bat ich die Sekretärin, die Klassenlehrerin der CE1 anzurufen, damit ich Aufgaben für die Kinder habe. Danach ging ich in den Klassenraum um meine selbst erstellten Regeln anzuschreiben. Die Verbote schrieb ich an die rechte, die Bestrafungen an die linke Tafelseite und klappte sie zu.

Als die ersten Kinder eintrafen, waren sie erstaunt, dass die Klasse wieder übernehmen würde. Pünktlich um 830 war die Klasse fast vollzählig, ein Schüler war krank. Zu meiner Überraschung hatten alle Kinder ihre Mäntel noch an. Ich fragte einen Schüler warum und er erklärte mir, dass sie heute Religionsunterricht hätten. Von meinem zweiwöchigen Aufenthalt in der Klasse wusste ich, dass der Unterricht in der Kirche stattfindet und jedes Kind im Klassenschrank eine Mappe mit Unterrichtsmaterial hat. Ich holte mit zwei Schülern die Mappen aus dem Schrank und stellte mich an die Tür. Jedes Kind, dass ich aufrief, musste seine Mappe bei mir holen und durfte sich nach draußen auf den Flur stellen. Als wir uns zusammen mit der anderen CE1 auf den Weg machten, suchte ich mir nach und nach die Schüler heraus, die unkontrolliert herumrannten oder versuchten, ihre Nachbarn auf die Straße zu schubsen. Sie durften sich zu zweit an den Händen fassen und mussten hinter der anderen Lehrerin hergehen. Ebenso wiederholten wir dies auf dem Rückweg, welcher dadurch problemlos verlief.

In der Klasse angekommen, präsentierte ich den Kindern meine Tafelgestaltung. Vorerst klappte ich nur die Seite mit den Verboten auf. Ein Aufschrei ging durch die Klasse, man sagte mir, dass ich nicht das Recht dazu hätte, manche Sachen zu verbieten und viele Schüler diskutierten heftig mit ihren Nachbarn, was für ein dummer Lehrer ich doch sei. Ein Schüler fragte mich, was passieren würde, wenn er meine Regeln nicht beachtet. Ich schlug die zweite Tafelhälfte auf und es wurde still in der Klasse. Nur wenige Schüler flüsterten, wer etwas zu mir sagen wollte, redete nicht einfach los, sondern meldete sich. Eine Schülerin fragte mich, was bedeutete „zwei Seiten aus einem deutschen Buch abschreiben“ zu müssen. Sie erklärte mir, dass es keine deutschen Bücher in der Klasse gäbe. Ich holte vom Pult ein dickes Buch mit relativ großer Schrift und gab es herum, damit sie es sich ansehen konnten. Nur wenige waren davon unbeeindruckt.

In den ersten eineinhalb Stunden verlief der Unterricht relativ problemlos. Ein Schüler fing an, meine Verbote an der Tafel zu übermalen und obszöne Wörter daneben zuschreiben. Er war der Erste, welcher anfangen durfte, aus dem Buch abzuschreiben und bekam auch Minuspunkte an der Benehmenstafel. Weinend und klagend über diese Ungerechtigkeit fing er an zu schreiben. Nach zehn Minuten schien es genug zu sein und ich erlaubte ihm, mit seinen Aufgaben fortzufahren.

Doch sein Nachbar Jules bezeichnete ihn als ein kleines Mädchen, weil er weinte und schrie durch die ganze Klasse, was für ein Baby sein Nachbar sei. Jules war froh darüber, ebenso wie sein Nachbar abschreiben zu dürfen. Doch während er schrieb, stritt er sich mit den anderen Schülern und beachtete mich gar nicht, wenn ich ihn zur Ruhe rief. Also setzte ich ihn an das Lehrerpult, meine schlechteste Entscheidung des ganzen Tages. Von dort aus fing er sogar an, eine Rede an die Schüler zu halten, in der er sich als tollen Kerl darstellte, ein „Superman“, der ohne Skrupel jede Strafe akzeptierte.

Doch die Strafe, zu der anderen CE1 in die Klasse gehen zu müssen um ruhig abzuschreiben nahm er nur mit wimmern und betteln hin. Die Lehrerin kannte ihn schon, ebenso wie Jules seinen Platz in dieser Klasse kannte. Als ich ihn nach ruhigen eineinhalb Stunden kurz vor der Mittagspause wieder in meine Klasse holte, sagte er kein Wort mehr.

Sarah sollte zum Nachmittag die Klasse übernehmen, doch hatte sie sich erkältet und konnte kaum sprechen. Somit erklärte ich mich bereit, die Klasse auch am Nachmittag zu nehmen, unter der Bedingung, dass sie mir hilft.

Nachdem ich die Schüler vom Pausenhof abgeholt und in die Klasse gebracht hatte, stellte sie sich vor. Die Schüler fragten, warum Sarah nicht allein die Klasse betreuen würde und verstanden es gut, als wir es ihnen erklärten. Der restliche Nachmittag verlief ruhig, nachdem ich Jules neben Sarah in die erste Reihe gesetzt hatte, damit sie etwas zu tun hatte und er ruhig war. Manche Schüler erklärten sich, nachdem sie ihre Aufgaben beendet hatten, dazu bereit, einige Sätze aus dem Buch freiwillig abzuschreiben. Sie verglichen untereinander, schauten wer schneller war und fragten mich oft nach Wörtern.

Kurz vor dem Ende der letzten Stunde erklärte ich, dass dies der letzte Tag für Sarah und mich sei, verabschiedete mich von den Kindern und ging noch einmal zurück in die CM2 von Madame Alix, um mich auch von ihnen zu verabschieden. Den Kindergartenklassen hatte ich schon in der Nachmittagspause gesagt, dass ich wieder nach Deutschland gehen muss. Manche der Schüler wollten mich nicht gehen lassen und hielten mich fest.

Die Reflexionen des Arbeitstages

Mein Umfeld am Arbeitsplatz

Der Umgang mit den Kollegen

Zu Beginn meines Praktikums waren die einzigen Kollegen, die ich kannte, die Direktorin und meine Klassenlehrerin. Andere Lehrer sprachen nur kurz in der Kantine oder während der Pause im Lehrerzimmer mit mir. Nach wenigen Tagen stellte sich heraus, dass manche von ihnen dachten, dass sowohl Sarah als auch ich nicht französisch sprechen können. Doch dies war nicht der einzige Grund. Für manche Lehrer waren wir auch einfach nur Deutsche. Sie zeigten ein Verhalten, dass ich auch gegenüber ausländischen Schülern bemerkt hatte: Ist man fremd in diesem Land, so wird man immer wieder darauf hingewiesen, wo man herkommt, und wo man ist. Jeder kleine Fehler wird auf die Herkunft zurückgeführt. Gegenüber mir hat sich zwar nie ein Lehrer getraut, mich auf die deutsche Vergangenheit anzusprechen, doch wurden ausländische Schüler der CM2 oft von der Klassenlehrerin darauf hingewiesen, was ihre Nation in der Vergangenheit falsch gemacht hat.

Aber je mehr ich selbst versuchte, mit den Lehrern zu sprechen, umso öfter sprachen sie auch mit mir. Manche von ihnen versuchten es sogar auf Deutsch, das sie vor vielen Jahren in der Schule gelernt und schon lang wieder vergessen hatten.

Zu meinen Kollegen zählten natürlich nicht nur die Lehrer, sondern ebenso das Küchenpersonal. Zu diesem hatten Sarah und ich bis zum vorletzten Tag des Praktikums sehr wenig Kontakt. Doch sie kennen zu lernen war eine sehr große Freude, denn so aufgeschlossen und neugierig war mir in Frankreich nur meine Gastfamilie begegnet.

Die Studenten, die täglich zum Mittag die Kinder in der Kantine und dem Schulhof überwachten, waren auch von Anfang an sehr freundlich, aber durch ihre kurze Anwesenheit konnte man kaum Kontakt zu ihnen aufbauen.

Arbeitsteilung

Zwischen einzelnen Lehrern herrscht in der Schule und auch mit den anderen Schulen ein reger Austausch von Arbeitsblättern per Fax, E-Mail und falls nötig werden auch die Praktikanten geschickt um Botendienste zu leisten. Durch diese Form der Arbeitsteilung erleichtern sich die Lehrer ihre Arbeit.

Meine Reaktionen auf Kritik

Erst zwei Tage vor meiner Abreise, erfuhr ich erste negative Kritik seitens der Klassenlehrerin und der Direktorin leider aber über Herrn Dannenberg. Er berichtete mir, dass sich Madame Alix darüber beschwert habe, dass sie bei meiner Anwesenheit die Kinder nur schwer beruhigen konnte. Ich hatte diese Situation leider nicht bemerkt, da ich das Verhalten der Klasse vom Beginn meines Praktikums nicht anders kannte. Mir tat diese Tatsache sehr Leid, da ich durch meine Anwesenheit eigentlich niemandem die Arbeit erschweren wollte. Sicher war es eine normale Reaktion der Schüler auf ein neues Mitglied der Klasse, doch denke ich, dass bei einem regeren Austausch zwischen Madame Alix und mir dieses Problem schon in den ersten Tagen hätte beseitigt werden können.

Herr Dannenberg behandelte dieses Thema jedoch nur kurz, er wollte auf ein anderes Problem hinaus: Die Direktorin Mademoiselle Comte war empört darüber, dass wir anscheinend ohne zu fragen das Internet genutzt hätten. Ohne Zweifel stimmten wir dem zu, da Madame Alix uns die Erlaubnis erteilt hatte, nicht Mademoiselle Comte. Ebenso war sie davon überzeugt, dass Sarah und ich in den drei Wochen nicht gearbeitet hätten und hatte Herrn Dannenberg vorgeschlagen, er könne den Austausch im nächsten Jahr doch mit dem Gymnasium der Fenelon durchführen, da es anscheinend nur darum ging, die Sprache zu lernen. Nachdem wir Herrn Dannenberg erklärten, welche kleinen Klassenprojekte wir durchgeführt hatten und welche arbeiten wir auch erledigten, war er sehr erstaunt.

Nach einem kurzen Gespräch mit der Direktorin stellte Herr Dannenberg klar, dass in Deutschland die Internetnutzung für Schulen kostenlos sei und wir es daher als selbstverständlich empfunden hätten. Mademoiselle Comte riet ihm im Gegenzug, den Schülern im n ä chsten Jahr vorher zu erklären, welche Regeln es an dieser Schule gibt. Dadurch hatte Herr Dannenberg sowohl eine Ermahnung als auch eine Zusage für das nächste Jahr bekommen.

Mein Alltagsleben

Der Alltag

Ein Alltagsleben habe ich in Frankreich natürlich nie gehabt. Alles war von Anfang an neu: die Familie, das Haus, die Stadt, ebenso der Betrieb Schule und vor allem natürlich die Sprache. Ich habe aber auch von Anfang an einige Gewohnheiten meines normalen Lebens beibehalten, wie zum Beispiel schon um 6 Uhr 30 aufzustehen und lange zu frühstücken. Meine französische Gastfamilie hingegen bevorzugte es auszuschlafen und nicht zu frühstücken. Ebenso habe ich mir immer die Zeit genommen, meine Bücher zu lesen, die ich mir mitgenommen hatte. Sie sind für mich eine Art Ablenkung von dem Trott des Alltags. Eines der Bücher spielte zufällig kurz in Paris und wies mich somit auf manche Sehenswürdigkeiten hin, die ich sonst nie besucht hätte.

Der Schulweg wurde schnell etwas Gewohntes: jeden Morgen ein kurzer Weg zum Bahnhof, in den Zug, keine Panik bekommen, wenn er nicht losfährt, die Leitungen können vereist sein. Vom Bahnhof noch zwei Minuten zur Schule gehen und auf Sarah und die Schüler warten. Um 16 Uhr 30 war meine Arbeit beendet, manche Schüler begleiteten mich noch bis zur ersten Kreuzung oder zum Bahnhof. Ich fuhr wie immer zurück und kam meistens gegen 17 Uhr zu Hause an.

Somit hatte sich in Frankreich der Alltag nach wenigen Tagen eingespielt, auf den die Arbeit in der Schule jedoch keinen ungewöhnlichen Einfluss nahm, da sie zu diesem Alltag gehörte.

Auswirkungen der Arbeit auf mein Alltagsleben

Der größte Eingriff in mein Leben in Frankreich war eigentlich der Praktikumsbericht, an dem ich jeden Abend versuchte, eine Stunde zu arbeiten. Sobald meine Gastfamilie Pläne für diesen Abend hatte, nutzte ich natürlich immer die Gelegenheit, mit ihnen zu gehen und verschob die restlichen Arbeiten am Praktikumsbericht auf den nächsten Tag.

Ebenso schwierig war es, nach acht Stunden Schule noch Unterrichtsvorbereitungen für den nächsten Tag zu machen. Die Kinder waren sehr ermüdend, insbesondere in den Pausen und ich war eigentlich immer froh, wenn der Unterricht nach einem langen Tag vorbei war. Doch da ich eigenen Unterricht machen wollte, setzte ich mich doch immer wieder hin und bereitete Sachen wie zum Beispiel Arbeitsblätter oder Namenskärtchen vor.

Abschließende Bewertung meines Praktikums

Meine Meinung über die Arbeit eines Lehrers in Frankreich

Bei diesem Praktikum habe ich zum ersten Mal eigene Erfahrungen gemacht, wie schwer die Arbeit eines Grundschullehrers und Erziehers ist. Zwar habe ich dieses Praktikum nicht ganz ohne Vorerfahrung angetreten, doch war ich oft erstaunt, wie flexibel ich sein musste, um sofort auf jede denkbare und undenkbare Situation zu reagieren. Doch so anstrengend es auch war, machte es mir Spaß, jeden Tag kleine und große Kinder um mich zu haben. Einen Alltag, wie ich ihn in Frankreich erlebt habe, kann ich mir jedoch nicht dauerhaft vorstellen. Trotzdem die Lehrer ihre Unterrichtseinheiten untereinander austauschen, müssen sie doch noch sehr viel Arbeit haben. In Deutschland haben die Grundschullehrer dafür nachmittags frei, doch französische Lehrer müssen bis 1630 arbeiten, haben oft noch einen langen Heimweg und möchten sicher auch etwas Freizeit haben.

Doch Menschen, die in Frankreich aufgewachsen sind, schienen damit keine Probleme zu haben, sie kennen es nicht anders. Sie haben auch ein ganz anderes Arbeitsverhalten. Das beste Beispiel ist mein französische Austauschgast. Als er seinen Koffer auspackte, förderte er statt vielen Kleidungsstücken immer mehr Schulbücher zu Tage. Er arbeitet viel, schreibt auch seinen Praktikumsbericht auf Deutsch. Ich denke nicht, dass man bei vielen deutschen Schülern dieses disziplinierte Arbeitsverhalten antrifft. Gerade das ist der Sinn der Arbeit französischer Lehrer: Sie fördern die Elite ihrer Klasse, in jedem Jahrgang wieder, bis sich am Ende für die französischen Universitäten eine leistungsstarke Gruppe herauskristallisiert. Mir stellt sich dabei folgende Frage:

Ist es der sinnvoll, in einer Gesellschaft nur die Elite zu f ö rdern?

Die Grundlage einer Gemeinschaft sollte eigentlich immer eine Vielfalt von Meinungen und Lebensweisen sein, denn andererseits bewegt sie sich auf einen Zustand der Einfältigkeit zu. In Frankreich wird gerade durch dieses Fördern der Elite die Persönlichkeit unterdrückt, die Meinung der Masse wird als richtig anerkannt. Ein Platz für Kritiker und Kreative wird im großen System kaum gelassen. Kinder werden von ihren Eltern schon mit drei Jahren für acht Stunden in die Schule gegeben, wo ihnen Disziplin und Ordnung beigebracht wird.

Die französischen Medien berichten zu 80 Prozent nur über Themen, die Frankreich betreffen, Radiosender haben die Anordnung, mindesten zwei Drittel des Programms mit französischer Musik zu gestalten. In dieser Gesellschaft wird einem anders denkendem Menschen kaum die Möglichkeit gelassen, seine Persönlichkeit zu entfalten.

Die Auswirkungen des Praktikums auf meine schulische und berufliche Zukunft

Sprachlich hat mir mein Praktikum sehr geholfen. Aus einzelnen Wörtern, die ich beim Sprechen aneinander reihte, sind zusammenhängende Sätze geworden, die ich fast flüssig herausbringe. Nicht selten war es einfach Unsicherheit, die mich ins Stocken brachte. Doch nachdem ich in Frankreich gesehen habe, dass sie es auch nicht so genau mit der Sprache nehmen und viele Sätze geschickt durch "öh“ und "äh“ verlängert werden, scheint es sehr viel einfacher französisch zu sprechen. Dies hat sicher Auswirkungen auf meine Kurswahl in der Klasse 12, da ich eigentlich vorhatte, Französisch abzuwählen.

In beruflicher Hinsicht hat mir das Praktikum auf jeden Fall gezeigt, dass ich sehr gerne mit Menschen zusammenarbeiten möchte, vielleicht auch mit kleineren Kindern. Ob Erzieher oder Lehrer mein späterer Beruf sein wird, ist noch fraglich. Denn als Lehrer hat man viel zu wenige Aufstiegschancen. Als Ausbilder in der Wirtschaft hat man zwar Aufstiegschancen und der Arbeitsmarkt wächst in diesem Bereich, jedoch wäre dies nicht die Altersgruppe, mit der ich eigentlich arbeiten möchte.

Meine Stellung zur schulischen Vorbereitungsarbeit auf mein Praktikum

Die Besprechungen mit Herrn Dannenberg im Vorfeld ermöglichten mir einen großen Überblick über Frankreich und das Schulsystem. Doch wurden größtenteils oberflächliche Sachen wie die Organisation der Schulen angesprochen. Die Probleme, die zum Ende hin auftauchten, wie die missachtete Hierarchie unsererseits durch die Benutzung der Computer, wurden kaum angesprochen.

In der Nachbesprechung haben wir jedoch mit Herrn Dannenberg eine kleine Liste erstellt, mit Dingen, die man im Vorfeld besprechen sollte, Vorschlägen für das Programm der zukünftigen Frankreichpraktikanten und den kleinen Gepflogenheiten, die man in den Schulen zuerst übersieht und später bemerkt.

Ein Punkt, den man mit allen Grundschulpraktikanten besprechen sollte, ist die Vorbereitung von eigenen Unterrichtsstunden. Manche schienen in diesem Jahr sehr schlecht über Möglichkeiten informiert zu sein, sich in den Unterricht einzubringen.

11 von 11 Seiten

Details

Titel
Mein Praktikum in der Grundschule Fenelon Sainte Marie Bienfaisance Paris
Veranstaltung
Praktikum in Frankreich
Note
13 Punkte
Autor
Jahr
2001
Seiten
11
Katalognummer
V106009
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Auch downloadbar unter http://www.lord-martin.de
Schlagworte
Martin Storbeck Parktikum Hausarbeit Bienfaisance Paris Grundschule Praktumsbericht
Arbeit zitieren
Martin Storbeck (Autor), 2001, Mein Praktikum in der Grundschule Fenelon Sainte Marie Bienfaisance Paris, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106009

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